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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Köhler vor der Knesset:Proteste in Israel


Simple Man
17.01.2005, 23:47
Zwei Wochen vor einem Besuch von Bundespräsident Horst Köhler in Israel ist es dort zu Protesten von Abgeordneten gegen eine geplante Ansprache im Parlament gekommen. Die israelische Zeitung "Maariv" berichtete, Gesundheitsminister Dani Naveh habe angekündigt, er wolle die Veranstaltung boykottieren.

Die Ansprache des Präsidenten ist anlässlich des 40. Jahrestags der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Israel und Deutschland geplant. Als erster deutscher Präsident hatte Köhlers Vorgänger Johannes Rau im Jahre 2000 eine Rede in der Knesset in Jerusalem gehalten. Auch damals hatte es Proteste gegeben.

"Solange noch Holocaust-Überlebende unter uns leben, sollte die deutsche Sprache nicht im Parlament gesprochen werden ", sagte Naveh nach Angaben des Blatts. Auch der stellvertretende israelische Parlamentspräsident Hemi Doron (Schinui) kündigte an, er werde eine Absage der Veranstaltung beantragen. "Mein Fuß hat nie deutschen Boden betreten und ich kaufe keine deutschen Produkte", sagte er. Sein Großvater sei von den Nationalsozialisten ermordet worden. "Ich kann es nicht ertragen, diese Sprache im Abgeordnetenhaus des jüdischen Volkes zu hören." Köhler müsse Englisch sprechen.

www.n-tv.de


Tja, da habe ich schon eine kleine Pause einlegen müssen. Sowas gehört einfach nicht ins 21. Jahrhundert und Israel selber hilft die Sache auch nicht weiter. Zum Glück sind das wohl nur einige wenige

F!o
18.01.2005, 07:07
auch wenn du recht hast.
Man sollte ihnen keinen Vorwurf machen.
Ich kann sie gut verstehen.

guillome
18.01.2005, 07:48
eigenartiger weise sind sie sich nicht zu schade, deutsche waffen für ihre zwecke zu gebrauchen. da sagt keiner,wir nehmen diese nicht, solange noch holocaust opfer leben....
ich denke da nur an patriot-raketen und uboote, letztere wurden von israel laut spiegel angeblich als atomare trägersysteme umgebaut. :rolleyes

ich kann deshalb ihre meinung nicht ganz nachvollziehen, denn bei einer rede gehts ja auch primär um wiedergutmachung. nur das man bei der rede die deutschen nicht mag und bei waffen sind sie willkommen. klingt irgendwie nach doppelmoral meiner meinung nach.

oDeM
18.01.2005, 08:38
Ich finde sowieso, dass dieses Land voller Doppelmoral steckt. Aber da wir ja deutsche sind, dürfen wir keine Kritik an Israel ausüben. Aber das ist ein anderers Thema.

Zum Thema:
Ich muss meinem Vorredner Recht geben. Auf der einen Seite nimmt man z.B. gerne die Waffen an und auf der anderen Seite will man die deutsche Sprache ignorieren. Natürlich ist es verständlich, dass es manchen Leuten schwer fällt, da sie viel erlebt bzw. durchmachen mussten. Da will man nicht immer dran erinnert werden.
Aber auf der anderen Seite Bemühungen zu blocken und sich vollends auf Stur zu stellen; damit ist doch niemandem gedient.

Nossi
18.01.2005, 12:09
Das ist doch nur wieder eine Showeinlage, wie unser geliebter Paul Spiegel das auch immer wieder so gut kann. Ich kanns wirklich nicht verstehen, es nervt mich unheimlich, das einige Personen, die in der Öffentlichkeit stehen immer und immer wieder darauf herumhacken müssen und es einem Volk, welches bis auf die ältesten komplett demokratisch und tolerant aufgewachsen ist und nichts aber auch nichts mit den damaligen Leuten zu tun hat, ständig vorhalten müssen. Ich bin mir sicher, würde man den kleinen Mann fragen, gewöhnliche Juden wie du und ich, die meisten Denken genauso wie ich es tue. Es ist einfach nicht nötig, was da veranstalltet wird, es geht wieder nur darum, über jemanden zu triumphieren und eine gewisse Art von Macht auszuüben. Sobald etwas nicht so läuft wie gewünscht, wird von diesen Leuten die Trumpfkarte "Holocaust" rausgeholt und damit ist jegliche Diskussion im Keim erstickt. Dazu kommt eine gewisse Aroganz, die man neulich wieder bemerkt hat bei dem Vorfall mit dem Kardinal. Er verglich das töten von Menschen von vor 2000 Jahren mit dem töten von Menschen von vor 60 Jahren mit dem töten von ungeborenen Menschen, aber das ist selbstverständlich moralisch verwerflich. Frei nach Orwell: "Alle Menschen sind gleich, aber einige sind gleicher als andere." Nur um das klarzustellen - und um mich gegen antisemitismusvorwürfe zu schützen, sowas ist bei solch einer Diskussion ja leider immer zwingend notwendig: Ich rede hier nicht von den Juden, sondern von bestimmten Juden in der sogennanten Obrigkeit.

GevatterTod
18.01.2005, 12:35
Ich denke und hoffe, wie Nossi schon sagte, das diese Haltung von eher wenigen älteren Juden vertreten wird. Wenn dem so ist, dann kann oder muß man vielleicht auch die Frage stellen, wieviele ältere Menschen in unserem Land, die damals im Nazi-Sumpf drin steckten, nach wie vor Juden am liebsten in der Gaskammer sehen würden.

Ebenso wie mA!dN kann ich diese Haltung verstehen, aber ich hoffe ebenso, das dies wirklich nur die Haltung einer Minderheit darstellt. Ansonsten wird es schwer, alte Vorurteile zu überwinden.

pcw
18.01.2005, 13:11
^^meinetwegen sollen sie so eine Meinung vertreten, aber dann sollen sie auch ned mit 2erlei maß messen udn akzeptieren ,dass sie in DE gefälligt auch "Muttersprachenverbot" haben...
Ich mein ,wenn wir dort englsich sprechen müssen, müssen sie das hier auch.

Ich hab jedenfalls keinen Juden vergast und lasse mir auch nicht mit der Begründung "Holocaust" was auch immer verbieten.

Ebensowenig glaube ich, dass Hr Köhler Juden vergast hat...

Ich gehe sogar so weit zu behaupten ,dass die, die am lautesten schreien jene sind, die vom Holocaust usw weitestgehend verschont blieben sind.


Außerdem haben sie einfach total undiplomatisch gehandelt...

Hätten sie auf Englisch aus Gründen des leichteren Verständnisses o.Ä. bestanden, wären die deutschen jetzt ned so auf den Schlips getreten...


Nur leider ist es bei den Juden in Israel leider so, dass sie - was bestimmte dinge angeht - so intollerant und egozentrisch sind, wie gewissen amerikaner...


..auch wenn sie recht damit haben, dass in deutschen Ämtern noch viel zu viel antisemitisches Gedankengut vertreten ist...

Aber nicht so. Wir sollen nicht generell alle Juden als Rasse verurteilen aber sie machen genau das mit den Deutschen...

Wintermute
18.01.2005, 14:11
Hier ist der direkte Link:
http://www.n-tv.de/5478278.html

Was soll man sagen? Ein paar Israelis benehmen sich wieder wie im Kindergarten und unter der Gürtellinie. "Die deutsche Sprache soll hier nicht erklingen", das ist doch wieder Fascho-Geschrei erster güte. Naja, was solls. Die werden´s auch noch irgendwann kapieren. :rolleyes

th3o
18.01.2005, 14:38
Wir sollen nicht generell alle Juden als Rasse verurteilen aber sie machen genau das mit den Deutschen...

und wenn sich der deutsche deswegen auf den schlips getreten fühlt, dann war der jude wohl im recht und der deutsche hat sein trauma noch immer nicht hinter sich gelassen ;)

GevatterTod
18.01.2005, 14:46
und wenn sich der deutsche deswegen auf den schlips getreten fühlt, dann war der jude wohl im recht und der deutsche hat sein trauma noch immer nicht hinter sich gelassen ;)

Dies wird auch noch sehr, sehr lange dauern denke ich :(

Aber dennoch sollte man irgendwann die Vorurteile beiseite schieben können.
In meinen Augen war der Holocaust nicht nur eine Niederlage für die Deutschen sondern für alle Menschen und es sollte allen Menschen ein Mahnmal sein. Gemeinsam sollten wir (die Völker) daran arbeiten, das so etwas nie wieder passiert. Vorurteile und Voreingenommenheit weder auf der einen noch der anderen Seite bringen uns dem näher.

pcw
18.01.2005, 14:52
und wenn sich der deutsche deswegen auf den schlips getreten fühlt, dann war der jude wohl im recht und der deutsche hat sein trauma noch immer nicht hinter sich gelassen ;)
Ehrlich gesagt fühl ich mich beleidigt, wenn ich mit Massenmördern aus der NS verglichen bzw in einen Topf geschmissen werde... deswegen fühl ich mich auf den Schlips getreten.

Was daran ein Trauma ist, müsstest du mir dann genauer erklären.

th3o
18.01.2005, 15:04
ich spreche vom trauma der deutschen, sich unterbewusst immer noch verantwortlich zu fühlen oder sich in die verantwortung ziehen zu lassen für die ns-verbrechen. eine völlig irrationale verantwortung natürlich aber die tatsache, dass ihr deutsche so sensibel darauf reagiert bringt genau meine vermutung ans tageslicht. von aussen ist das wirklich nicht schwer zu erkennen und jede nation sieht euch das an. ich allerdgins wüsste auch nicht wie ihr das ablegen könnt. es ist eine bürde...

Tiu
18.01.2005, 15:18
Wenn dem so ist, dann kann oder muß man vielleicht auch die Frage stellen, wieviele ältere Menschen in unserem Land, die damals im Nazi-Sumpf drin steckten, nach wie vor Juden am liebsten in der Gaskammer sehen würden.

Ne ganze Menge.
meines Vaters Onkel ist noch so einer.
Wir haben hier eine Arztfamilie (Er allgem. Arzt, Sie Zahnärztin) in der Gemeinde. Sie sind Russland-Deutsche-Juden.
Als wir uns zuletzt über Ärzte unterhalten haben und ich ihn darauf hinwies, dass die nicht schlecht sind, sagte er: Zu den Juden geh ich nicht! :eek:

Dope4you
18.01.2005, 15:22
ich spreche vom trauma der deutschen, sich unterbewusst immer noch verantwortlich zu fühlen oder sich in die verantwortung ziehen zu lassen für die ns-verbrechen. ...

Bitte nicht verallgemeinern, nicht alle Deutschen haben in der Beziehung ein Trauma. Es war schrecklich was damals passierte und die Verantwortlichen gehören bestraft. Es ist jedoch nicht OK jetzt über ein ganzes Volk die Sippenhaft zu erlassen, weil vor 60 Jahren ein schreckliches Unrecht passiert ist.

Das die Leute da unten ein Problem haben mit der Deutschen Sprache, sollten wir so hinnehmen und nicht weiter darauf rumreiten. Es darf aber auch nicht sein das wir die Leute ständig mit DEUTSCHEM GELD und DEUTSCHEN WAFFEN beleidigen, somit sollten alle Zahlungen und Lieferungen eingestellt werden.

Es haben viele Nationen großes Unrecht begangen, nur unseres war halt das, zeitlich gesehen, letzte und daher müssen wir halt als Nation dafür herhalten. Kein Mensch würde auf die Idee kommen die Italiener jetzt als Monster hinzustellen, nur weil damals die Römer Ihre Sklaven im Circus auftretten ließen und gegnen Löwen kämpfen ließen.

Ich bin aber auch der Meinung, das solche Handlungen/Aussagen (Bezüglich Deutscher Sprache) nicht dazu führen die jetzigen Generationen näher zu einander zu führen, sondern dies in den Augen einiger neuen Haß und neue Feindschaft schürrt.

DaveStar
18.01.2005, 16:05
Wir sollen nicht generell alle Juden als Rasse verurteilen aber sie machen genau das mit den Deutschen...

Die Juden eine Rasse? Die Juden sind eine Regligionsgemeinschaft, mit Rasse hat das nichts zu tun. Biologisch gesehen, ist ihre Rasse "Mensch", und auch wenn man es auf Ethnien bezieht, sind Juden dennoch nur eine Religionsgemenischaft und keine Rasse.

Das ist ja auch einer der Punkte, welcher das ganze NS-Trallala noch viel lächerlicher macht, sie haben Juden aufgrund von äusserlichen, körperlichen Merkmalen beurteilt, obwohl es eben keine Jüdische Ethnie oder gar Rasse gab, weil es wie gesgat nur eine Religion ist.

Wintermute
18.01.2005, 17:10
@pcw:
Ich fühle mich angegriffen weil ich das ständige Oj-je-die-bösen-Deutschen-sind-immer-noch-Schuld gepiense einiger Juden einfach nicht mehr ertrage. Sorry für die harten Worte, aber ich finde es beunruhigend das dieses Thema immer wieder aufgebrüht wird wenn es mal passt. Als Totschlagargument. :mad
Hier in Deutschland ist Ruhe. Kein Krieg, kaum offener Rassismus (wenn man mit anderen Ländern vergleicht), etc. ...

In Israel knallts die ganze Zeit, Leute sterben, etc.
Wird deswegen irgendwelchen Israelis verboten irgendwo zu SPRECHEN und sie dazu gezwungen ENGLISCH zu reden? Ich finde das eine Unverschämtheit. Man stelle sich vor sowas hätte man mit einem von denen irgendwo gemacht. Das Fascho-Nazi-etc. Geschrei entgegen der Initiatoren will ich mir gar nicht vorstellen ... :(

Für mich hat das ganze Tralalala mehr mit selbstdarstellung und Mitleidshascherei zu tun als mit persönlicher Überzeugung. Ich nehme denen das einfach nicht mehr ab, sorry. Und das ist eben das Schlimme. Ich empfinde dieses Verhalten als Ausnutzen der Kriegsopfer um sich selbst in den Mittelpunkt zu bekommen (was ich wiederum unter aller Sau finde).

Tiu
18.01.2005, 17:28
Die Juden eine Rasse? Die Juden sind eine Regligionsgemeinschaft, mit Rasse hat das nichts zu tun.
Stimmt so nicht ganz.
Zunächst einmal ist nur der Jude, der einen jüdischen Vater oder eine jüdische Mutter hat!
Hat also zunächst schon etwas mit "Abstammung" zu tun.
Natürlich kann man aber auch zum Judentum konvertieren.
Somit sind beide Variationen richtig.

Ein weiteres Beleg dafür, dass die Juden so etwas wie eine "Rasse" sind (oder sich zumind. als solche SELBST verstehen), kommt diekt aus dem alten Testament.
Gott des Volkes Israel
Gott des Volkes Abrahams
Gott des Volkes Davids
etc.
etc.

LeChris
18.01.2005, 17:51
Zunächst einmal ist nur der Jude, der einen jüdischen Vater oder eine jüdische Mutter hat!Woher hast du das denn? Aus irgendwelchen Texten mit dem Vermerk "Nürnberg, 1937"?

Nee nee, Judentum ist zunächst eine künstliche Erschaffung vom menschlichen Hirn, wie Christentum, Islam und was noch so für Zeugs da draußen rumgeistert. Das mit Israel kommt auch nicht mehr hin, viele haben einen israelischen Paß ohne großartig was "jüdisches" zu praktizieren.

---

Das mit dem Besuch muß Köhler selbst einschätzen. Da es noch genug andere Länder gibt, würde ich vermutlich eher die auswählen, wo man auch halbwegs willkommen ist. Wobei ich aber auch nicht so viel auf Aussagen von einzelnen "alten Säcken" geben würde, viele Mitglieder der Knesset sind da wohl aufgeschlossener. (Achtung!, böser Witz) Wer nicht hingehen will, tut es halt nicht. Antreten ist ja nicht Pflicht, die Knesset steht immerhin nicht in Auschwitz...

Tiu
18.01.2005, 18:02
Woher hast du das denn? Aus irgendwelchen Texten mit dem Vermerk "Nürnberg, 1937"?

Warum so polemisch?
Frag einmal einen orthodxen Juden. Könntest noch was bei lernen!
Oder versuche einmal zum Judentum zu konvertieren. :evillol


Nee nee, Judentum ist zunächst eine künstliche Erschaffung vom menschlichen Hirn, wie Christentum, Islam und was noch so für Zeugs da draußen rumgeistert. Das mit Israel kommt auch nicht mehr hin, viele haben einen israelischen Paß ohne großartig was "jüdisches" zu praktizieren.

Dies ist der "RELIGIÖSE BEZUG!
Kannst Dir gerne die Stellen im AT oder in im Talmud durchlesen.
Für "gläubige" Menschen ist dies alles.

Zudem, wenn irgend etwas herumgeistert, dann hat man doch auch immer DIE Juden beleidigt etc. pp.
Welcher evangelische Christ fühlt sich aber beleidigt, wenn man den Papst verkackeiert?

btw., bisweilen ist mir noch kein israelischer Passinhaber untergekommen, der nicht auch Jude war.
Wenn Du die ganzen Teritorialansprüche der Israelis / Palästineser etc. anschaust, so wir IMMER das AT vorgehalten und als Beleg angeführt!

13thAngel
18.01.2005, 18:03
Woher hast du das denn? Aus irgendwelchen Texten mit dem Vermerk "Nürnberg, 1937"?

Nee nee, Judentum ist zunächst eine künstliche Erschaffung vom menschlichen Hirn, wie Christentum, Islam und was noch so für Zeugs da draußen rumgeistert. Das mit Israel kommt auch nicht mehr hin, viele haben einen israelischen Paß ohne großartig was "jüdisches" zu praktizieren.


Das stimmt nicht!
Der Begriff Jude bezeichnet alle Abkömmlinge einer jüdischen Mutter oder diejenigen, die nach jüdischem Recht zum Judentum konvertiert (übergetreten) sind. Im historischen Sinne bezeichnet der Begriff "Jude" einen Angehörigen des Stammes Juda (http://de.wikipedia.org/wiki/Juda), eines der zwölf Stämme Israels (http://de.wikipedia.org/wiki/Israel). quelle: wikipedia.de (http://wikipedia.de)

LeChris
18.01.2005, 18:25
Achtung, OT!

Irgendwelche Quellen im Internet oder das Selbstverständnis einer Religion in sich interessieren mich recht wenig. Der Begriff "Religion" beinhaltet bereits die Abstammung aus der menschlichen Fantasie. Wie wo wer meint, dem Sammelbegriff "Jude" zugehörig zu sein, kann dies von mir aus tun. Wer jemand anderem eine natürliche Abstammung vom/Zugehörigkeit zum Judentum zuweist, entspricht zumindest teilweise dem Gedanken der Nürnberger Gesetze, die übrigens schon auf '35 datieren.
§5

1. Jude ist, wer von mindestens drei der Rassen nach volljüdischen Großeltern abstammt. §2 Abs. 2 Satz 2 findet Anwendung.

2. Als Jude gilt auch der von zwei volljüdischen Großeltern abstammende staatsangehörige jüdische Mischling,

a) der beim Erlaß des Gesetzes der jüdischen Religionsgemeinschaft angehört hat oder danach in sie aufgenommen wird,

b) der beim Erlaß des Gesetzes mit einem Juden verheiratet war oder sich danach mit einem solchen verheiratet,

c) der aus einer Ehe mit einem Juden im Sinne des Abs. 1 stammt, die nach dem Inkrafttreten des Gesetzes zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre vom 15. September geschlossen ist,

d) der aus dem außerehelichen Verkehr mit einem Juden im Sinne des Abs. 1 stammt und nach dem 31. Juli 1936 außerehelich geboren wird.

Nossi
18.01.2005, 18:39
Darum geht es doch gar nicht, wer Jude ist, wie man Jude wird usw. Es geht um die Scheinheiligkeit des ganzen, Wintermute hat da schon den richtigen Punkt getroffen. Für mich stellt sich das auch nur noch als Ausnutzung der Opfer damals da, das hat nichts mehr mit Leid zu tun, das ist blosses "mit dem Finger zeigen" um sich selbst zu profilieren.

Hier gibt es doch bestimmt auch Juden, was meint ihr zu dem Thema ? Ich kann mir nicht vorstellen, das ich mich so irre, ich glaube kaum, das die meisten Juden der selben Ansicht sind, wie diese verbitterten alten Männer.

olly3052
18.01.2005, 18:40
so Junx, das sollte dazu erstmal langen.
Jetzt aber wieder zur eigentlichen Musik, bitte!

/edit:

@Nossi, ich glaube, da hast Du wohl recht.
Obwohl es mit Sicherheit auch genug jugendlicher ultraorthodoxer Juden gibt, die genauso denken.
Der Mörder von Jitzchack Rabin war übrigens ein solcher. edit end/

Gruß

olly3052

Tod
22.01.2005, 21:34
In dieser Form ist das für mich nicht mehr verstehbar. Das ist einer der Gründe, weshalb sich Juden aus Israel (und manchmal auch aus anderen Ländern) unbeliebt machen. Vom Krieg gegen Palästina mal ganz abgesehen.

An den Greueltaten, die die Nazis verübt haben, gibt es nichts zu schönigen. Aber irgendwann ist mal Schluß mit lustig. Vor allem diese Äußerungen dieser israelischen Politiker bringen mich echt auf die Palme, vor allem, wenn man sich überlegt, wie sehr sich Deutschland in den letzten 60 Jahren nach der Decke der Versöhnung gestreckt hat.

mofhou
29.01.2005, 20:17
Ich bin mir sicher, würde man den kleinen Mann fragen, gewöhnliche Juden wie du und ich, die meisten Denken genauso wie ich es tue.
Das timmt sicherlich. Hier sollte man das Heeb Magazin (http://www.heebmagazine.com/) nennen, ein sehr erfolgreiches junges jüdisches Blatt. Oder aber das musikalische Extrembeispiel "Hitler sisters".
Ich denke, dass es einfach eine Sache der Information ist, wie man mit Dingen umgeht, die man selber nicht erlebt hat und da die "ärmeren" Schichten Isreals eine eher konservative Haltung haben, haben diese auch ihre demokratischen Vertreter.
mfg
mofhou

Nossi
29.01.2005, 20:33
Ich hab mal nach den "Hitler Sisters" gesucht und einen interessanten Beitrag gefunden über eine Ausstellung junger, jüdischer Künstler, welche ziemlich treffend meine Behauptung unterstützt, das junge Juden es bei weitem nicht so eng und verbittert sehen wie es in der öffentlichkeit gerne Breitgetreten wird.

Die Historikerin Idith Zertal schreibt im Ausstellungskatalog, daß Macht und Machtideologie in Israel mit einer "transzendenten", "unaussprechlichen" Qualität angereichert worden sei. "Mit Hilfe von Auschwitz - welches im Laufe der Jahre zu Israels effektivster Spielkarte in seinen Beziehungen gegenüber einer wiederholt als antisemitisch und ewig feindlich definierten Welt geworden ist - hat Israel sich selbst heilig gesprochen, ist immun gegen Kritik und unzugänglich für einen rationalen Dialog mit seiner Umwelt geworden."

Auch ein sehr nettes Zitat aus dem Beitrag, spiegelt auch meine und mit sicherheit die Meinung vieler anderer hier wieder.

Schon von weitem grüßt der Führer (http://www.swg-hamburg.de/Aktuell/Schon_von_weitem_gruesst_der_F/body_schon_von_weitem_gruesst_der_f.html)

Schnuggles
30.01.2005, 15:47
Ich kann diese Leute vollkommen verstehen. Wieso muss man auch als deutscher Bundespräsident unbedingt eine Rede halten. Wenn sie der Meinung sind er sollte English Reden kann ich persönlich nur drüber lachen. Die Engländer haben Deutschland in Schutt und Asche gelegt aber Bomben für die Zugverbindung nach Ausschwitz hatten sie keine mehr übrig. Seltsam.. seltsam.. aber ok "sie wussten ja nix davon"