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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Sterbehilfe


SmartGirl
02.08.2002, 09:51
Hi Jungs,

was mich echt mal interessieren würde:
(das ich auf dieses Thema komme, liegt wohl an dem anderen Thread mit der Unsterblichkeit.)

Was haltet ihr von Sterbehilfe? Ich meine jetzt nicht wenn ihr es nötig haltet jmd. umzubringen weil er euch nervt oder so.

http://www.click-smilie.de/sammlung/waffen/waffen030.gif

Sondern wenn jmd. im Krankenhaus liegt man weiß er leidet nur noch und es sind nur noch Maßnahmen damit er seinen Liebenden und Angehörigen am Leben bleibt (er aber keine oder nur geringe Überlebenschancen hat) Er selbst aber leidet und will nur noch sterben.

Befürwortet ihr sowas, oder doch nicht?

Blutschlumpf
02.08.2002, 10:04
Original erstellt von SmartGirl
was mich echt mal interessieren würde:
(das ich auf dieses Thema komme, liegt wohl an dem anderen Thread mit der Unsterblichkeit.)


Oder das liegt daran, dass du zu viel "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" guckst :D

Zum Thema:
Ich bin dafür. Jeder sollte selber entscheiden, wann und wie er sterben will.
Wenn ich mit Krebs im Endstadium im Krankenhaus liegen würde, dann würde ich auch nicht mit Drogen vollgepumpt im Krankenhaus sterben wollen, sondern vorher selbst wegtreten.

FreeLiner_GX
02.08.2002, 10:54
Ich finde, das Sterbehilfe nicht so toll ist.
Man sollte erst alles ausprobieren, irgendwelche "beta"
Medikamente, oder neue Verfahren, meistens sind die
Angehörigen von schwer kranken einfach zu faul.
Man sollte versuchen, den Kranken die schönen Seiten
des Lebens zu zeigen.

Natürlich ist es schwierig, einem 16 Jährigen Kreuzschnittgelähmten irgendwie das Leben schön zu machen,
aber man muss es verdammt noch mal probieren.

Wenn ihr in nem Unfall kreuzschnittgelähmt werden würdet,
würdet ihr dann sterben wollen ? Mit 16 ?
Würdet ihr nicht wollen, dass für euch ein anderer jeden Tag
ein bischen auf Computerbase rummsurft und ihr nebenbei zuschaut ? Das ihr neue Spiele sehen könnt, nicht spielen, aber eben sehen ? Oder in der Sonne liegen ?

Natürlich sind alle Fälle von Sterbehilfe extrem unterschiedlich,
und somit kann man um himmelswillen keine Faustregeln oder allegemeine Gesetze aufstellen. Mag sein das es Fälle gibt in denen es gemacht werden sollte.
Etwa wenn der Betroffene nach ewig langer Zeit (2-3 Monate) immer noch sterben will, obwohl alles versucht wurde.

-=D3viL|Hunt3r=-
02.08.2002, 11:35
Original erstellt von DaChef
...
Man sollte erst alles ausprobieren, irgendwelche "beta"
Medikamente, oder neue Verfahren, ausprobieren.
....


also man sollte echt diese noch nicht fertigentwickelten Medikamente an diesen Leuten ausprobieren so kann man weiterforschen und bald kann man was dagegen tun.

niz
02.08.2002, 11:58
Ist jemand nur noch bettlegig und es gibt keine Aussicht auf irgendeine lebenswürdigere Besserung, dann halte ich Sterbehilfe für sinnvoll. Jemand, der sich wünscht endlich zu sterben, tut es nicht, weil er sich wichtig machen o.ä., sondern weil er sein Ehlend endlich hinter sich lassen will. Aus meiner Zivizeit (mann das ist schon ne lange Zeit her) habe ich diesen Standpunkt für sinnvoll entdeckt.

Wer einfach nicht mehr leben möchte und keine Aussicht auf Heilung vorhanden ist, der hat das Recht über sein eigenes Leben zu entscheiden! Bei geistig umnachteten ist das natürlich was anderes, aber Leute, die noch voll dabei sind, sollten mit Ihrem letzten Wunsch respektiert werden.

-=|Daywalker|=-
02.08.2002, 12:51
Original erstellt von DunkelAngst
Wer einfach nicht mehr leben möchte und keine Aussicht auf Heilung vorhanden ist, der hat das Recht über sein eigenes Leben zu entscheiden! Bei geistig umnachteten ist das natürlich was anderes, aber Leute, die noch voll dabei sind, sollten mit Ihrem letzten Wunsch respektiert werden.

Bessere Worte fallen auch mir nicht ein. Kann dir also nur zustimmen. :)

mfg,
wauwau

deltafox
02.08.2002, 13:05
@DaChef
wer nach einem Unfall im Rollie sitzt und jemandem anderes über die Schulter sehen möchte, der denkt nicht ans sterben. Und irgend welche Beta-tests sind auch sehr Risiko behaftetet.


___________________________________

Ich meine auch, das das jeder für sich entscheiden muß.
Sterbehilfe wäre ja auch nur bei den Personen gegeben, die das nicht mehr alleine schaffen.

Ike
02.08.2002, 13:12
Original erstellt von wauwau


Bessere Worte fallen auch mir nicht ein. Kann dir also nur zustimmen. :)

mfg,
wauwau

Wo ich mich wiederum nur anschliessen kann...

Sir_Sascha
02.08.2002, 13:20
also ich finde, daß es sehr individuell gehandhabt werden sollte. Schon garnicht einfach so und dann was das... denn das Leben selbst ist dafür einfach eine Runde zu kostbar. Sollte es aber ebend nicht gehen... denke da an div. Endstadien von Multikistidingsbum.. da ebend wo man nur noch am Husten ist und keine Luft mehr bekommt (kam mal eine Reportage über ein Mädchen im TV welches ebend auch diese Krankheit hatte... die Reoprtage ging solange wie sie noch lebete). Zurzer Sinn... wenn das dann so oder änlich wäre , dann sollte der Betroffene selbst enscheiden können... denn ersticken... das finde ich ist ein schrcklicher Tot.... oder?

FreeLiner_GX
02.08.2002, 14:23
Aber Problem ist doch auch der Missbrauch der Sterbehilfe.
Wenn man einer Person lange genug einredet, dass ihr Leben
scheiße ist und sie beeinflusst, will sie irgendwann sterben.

"Wer einfach nicht mehr leben möchte und keine Aussicht auf Heilung vorhanden ist, der hat das Recht über sein eigenes Leben zu entscheiden! Bei geistig umnachteten ist das natürlich was anderes, aber Leute, die noch voll dabei sind, sollten mit Ihrem letzten Wunsch respektiert werden."

Hat er prinzipiell schon, aber die Gefahr das er falsch entscheidet ist hoch, deswegen muss alles versucht werden, um ihm eine Perspektive aufzuzeigen.
Vor allem wenn man erst seit kurzem mit der Behinderung lebt,
könnte es sein das man voreilig entscheidet.

Fry
02.08.2002, 14:26
Ich würde es für eine gute Idee halten. Warum sollte man einem Menschen leiden sehen ohne das er noch was vom Leben hat ausser Schmerzen usw.

mtn
02.08.2002, 14:42
Also ich finde es in einigen Fällen schon gut wenn man Sterbehilfe
erlauben würde.

Wenn Leute schon gehirntot im Koma liegen, es keinerlei
Möglichkeit gibt sie zurückzuholen, ja warum müssen solche
armen Leute noch jahrelang künstlich am Leben gehalten werden?

Oder wenn jemand unheilbar krank ist, dabei starke Schmerzen
hat und nur noch vor sich hinsiecht und gar nicht mehr leben
will, warum soll man dem nicht diesen letzten vernünftigen
Wunsch erfüllen.

Bei den ganzen Diskussionen um das Thema reden die
Politiker immer nur davon das Leben geschützt werden muss,
an das würdelose Leben was viele Kranke und Alte in irgendwelchen
Pflegeheimen oder Krankenhäusern verbringen müssen
denkt mal wieder keiner.

InFakT
02.08.2002, 15:41
Ich habe einen Menschen, an dem mir sehr viel lag, über Jahre
sterben sehen müssen. Die Qualen sind nicht beschreibbar,
am schlimmsten waren aber die Ärzte, die immer wieder
Hoffnung machten, obwohl es keine gab. Nur um die Krankheit
an diesem Menschen zu studieren und immerwieder irgendwelche
Experimente auszuprobieren, die dann doch nicht halfen.
Dieser Mensch hatte mehrfach um Sterbehilfe gebeten, aber die
Ärzte wollten sich die Chance die Krankheit weiter zu erforschen
nicht ungenutzt lassen.

Einerseits ist es zu verstehen, die Ärzte wollen die Krankheit
bekämpfen und nutzen dazu jede Gelegenheit.
Anderer seits wünscht sich, glaube ich zumindest, jeder, das
es nicht an einem geliebten Menschen getan wird.

Ich bin für die Sterbehilfe!!!

InFakt

Kwuteg
02.08.2002, 17:59
"...und bin ich dem Tode geweiht, so gebt mir mein Schwert und laßt mich auf dem Schlachtfeld sterben."

Wenn ich noch in der Lage bin, so etwas für mich zu entscheiden, so werde ich wahrscheinlich obiges Zitat ausleben. :evillol

Simon
02.08.2002, 18:14
Original erstellt von IkeAyanami
Wo ich mich wiederum nur anschliessen kann...

Du hast es dir ja sehr einfach gemacht. ;)

Aber auch mir fällt dazu nichts mehr passendes ein, in meinen Augen wurde schon genug gesagt und ich schließe mich der Mehrheit an und bin damit FÜR DIE STERBEHILFE !!!

Es macht einfach keinen Sinn ein "Toten" nicht von seinen Qualen zu befreien.

mfg Tweaki4k

Kwuteg
02.08.2002, 18:25
@Tweaki
Das Problem (und der Grund für die Strittigkeit der Frage) ist die Definition von "tot".
Ist ein Hirntoter wirklich tot? Wissenschaftlich betrachtet wird er niemals wieder denken, damit wäre der Fall im Grunde einfach.
Aber es gibt auch noch einen religiös-spirituellen Standpunkt, der den Menschen nicht auf sein Gehirn beschränkt. Lassen wir die konservativen Christen mal außen vor, die sind mir sowieso etwas zu fanatisch. Dann bleibt immer noch ein Rest Ungewißheit, ob dieser Hirntote nicht vielleicht doch noch irgendwie, irgendwo am Leben ist.
Ich selbst bin für Sterbehilfe (in sehr engem Rahmen), aber dieser berechtigte Zweifel soll auch nicht unerwähnt bleiben.

Nick
02.08.2002, 18:31
im prinzip gebe ich euch recht, ich habe einige erfahrungen im pflegerischen bereich gesammelt und dort einige menschen erlebt, die lieber sterben wollten als weiterleben.
nur gibt es eine problematik:
wer soll aktiv sterbehilfe leisten? nicht nur dass moralische und religiöse gründe für viele dagegen sprechen, auch die tatsache, einen menschen tatsächlich dann "umzubringen" dürfte eine nicht leicht zu überwindende hürde sein.
und dafür eine "maschine" einzustetzen klingt für mich einfach nur pervers...

lordZ
02.08.2002, 21:12
@all

Anfangs hat es mich ein wenig gewundert, was für Threads so auf Forumbase herumgeistern, aber ich muss sagen, dass eure Posts wirklich sehr interessant sind, da können sich die Politiker, Ärzte, Mesner & Pfarrer und anderes mal ne Scheibe abschneiden!

Mein Beitrag: Wie schon oft genug zu lesen war, ist es schwer ein generelles "Ja" für Sterbehilfe auszusprechen, da Patienten oft nicht mehr in der Lage sind, eine brauchbare Entscheidung bekanntzugeben, aber ein generelles Verbot ist sicher falsch! Ich möchte auch noch loswerden, dass das mit den religiösen Aspekten wirklich zum kotzen ist - gerade heutzutage müssten doch díe zuständigen soweit sein, solche Grundsätze zu ändern...

Kwuteg
02.08.2002, 23:16
Religion, oder sagen wir lieber Spiritualität, gehört zum Leben. Kein Mensch kommt ohne eine gewisse Spiritualität aus, auch wenn er (sie) die nicht als solche erkennt. Alle Fragen rein wissenschaftlich beantworten zu wollen, ist eine sehr gefühlskalte Lebenseinstellung. Das bedeutet nicht, daß man einige Dinge blind glauben muß. Es bedeutet aber, daß man nicht allem im Leben, besonders nicht dem Tod, allein mit dem Verstand begegnen sollte.

FreeLiner_GX
03.08.2002, 08:33
Dann frag mal in nem deutschen standart Altenheim rumm,
da wär blühendes Geschäfft für Sterbehilfe. (s. Harald Junke)

nein, ich bin 95% der Fälle gegen sterbehilfe.

SchinziLord
03.08.2002, 12:08
Ich gebe euch allen Recht.
Allerdings ist es, wenn der Patient nicht mehr selbst entscheiden kann, für die Angehörigen schwer, eine moralisch richtige Entscheidung zu treffen.
Es gibt nur eine Möglichkeit:
Jeder sollte zu Lebzeiten bei vollem Bewusstsein regeln, ob er künstlich ernährt/beatmet werden will.

Aber ihr habt die aktive Sterbehilfe mit Maschinen etc. angesprochen:
Es gibt allerdings auch noch eine passive, vielleicht sogar unbewusste.
Zur Zeit bin ich im mobilen Pflegedienst tätig (als Zivi), also ich fahre zu den Patienten und pflege sie.
Ich hatte noch die Ehre einen Patienten 2 Wochen pflegen zu dürfen, ehe er im Alter von 81 Jahren verstorben ist.
Dieser Mann (seit 9 Jahren bettlägrig, seit 2 Jahren beide Beine amputiert) hat wiederholte mal zu mir bzw. zu der Schwester gesagt, dass er nicht mehr leben will, dass er einfach nicht mehr mag.
Diesem Mann wurde von seiner Ehefrau (75 J.) Nahrung eingeflößt, obwohl er eigentlich gar nicht mehr essen wollte, aber seine Frau ihn natürlich nicht sterben lassen konnte.
So bekam er eine Lungenentzündung (Nahrung gelang in die Luftröhre), und er ist nach der Einlieferung ins Krankenhaus verstorben.
Jetzt klagten die Ärzte an, warum man ihn nicht einfach zu Hause sterben lassen konnte.
Jetzt soll sich jeder sein eigenes Bild von der Sterbehilfe machen.
Aber meiner Meinung nach bewegt man sich da in einer Grauzone, einer Vermischung von moralischen, ethnischen und gesetzlichen Aspekten, die nur durch eine schriftliche und klare Beurkundung seitens des Patienten zu Lebzeiten vorgebeugt werden kann.

SmartGirl
06.08.2002, 15:51
Original erstellt von SchinziLord
Ich gebe euch allen Recht.....Es gibt nur eine Möglichkeit:
Jeder sollte zu Lebzeiten bei vollem Bewusstsein regeln, ob er künstlich ernährt/beatmet werden will....

Auch hier kann ich Dir nur vollkommen Recht geben.
Ganz Deiner Meinung! :D

Schenemene
06.08.2002, 16:05
Ich bin ganz klar für die Sterbehilfe.

Loopo
06.08.2002, 16:56
bei körperlichen Umständen sollte Sterbehilfe erlaubt sein, nicht bei Depressionen etc.

GnumbSkull
06.08.2002, 17:19
Ich bin auch eher für die Sterbehilfe.
Ich glaube nicht, das irgendein Arzt oder wer auch immer das
Recht haben darf, zu entscheiden, ob ich weiterlebe oder nicht.
Niemand, ausser mir selbst, kann beurteilen, welche Qualen und Schmerzen ich zu Ertragen in der Lage bin, oder ob mein Leben mir noch lebenswert erscheint.
Niemand sollte mich gegen meinen Willen "gewaltsam" am Leben halten dürfen, nur weil es technisch machbar ist. Für meine Rechtsauffassung ist das ganz klar Körperverletzung.
Und so wie ich für mein Leben selbst verantwortlich bin und verantwortlich gemacht werde, möchte ich doch auch die Entscheidung über mein Ableben selbst tragen dürfen.
Mit welchem Recht nimmt sich jemand (z.B. der Staat) heraus, mich in der Entscheidung über meinen Tot zu bevormunden, der mich mein Leben lang für alle meine Handlungen verantwortlich macht? ....

....also Pro-Sterbehilfe, aber entsprechende Gesetze, Regularien und Kontrollmechanismen gegen Mißbrauch etc. müssten natürlich sein.

Mal ganz von der ethischen Diskussion abgesehen, bin ich sicher, daß durch aktive Sterbehilfe Millarden im Gesundheitswesen eingespart werden könnten, wenn nicht jeder Mensch bis an die Grenze des technisch machbaren am Leben gehalten würde, obwohl er/sie vielleicht seit Jahren Qualen leidet und wirklich nur noch sterben will.
Ich denke auch hier hätten unsere Herrn Wahlkampfkasper ein Themengebiet, das dringend angegangen werden sollte, aber leider ist das wohl nicht Imageträchtig genug :(

ansonsten.... @smartie:
geiles Thema, hast mich mal richtig zum Nachdenken angeregt ;)

mfg der Gnumb :skull

Sir_Sascha
06.08.2002, 20:58
Nun stellt sich mir aber hier auch die Frage, was ist mit dem Missbrauch der Sterbehilfe? Ich denke da nur an die Organe die evtl. noch gut zu gebrauchen wären...und daß diese auch recht knapp sind ist ja allgemein bekannt. Da sollte man dann aber auch mal drüber nachdenken....

SmartGirl
07.08.2002, 14:57
Original erstellt von Sir_Sascha
....Ich denke da nur an die Organe die evtl. noch gut zu gebrauchen wären....

Ganz ehrlich, ich wollte nicht das ich nach meinem Ableben "ausgeschlachtet" werde...sonst gibts haue ;) :hammer

Aber auch das fällt unter Menschenrecht finde ich und man sollte es respektieren wenn ein Mensch es wünscht nicht als Organspendezentrum ausgenutzt zu werden.





Original erstellt von GnumbSkull
....geiles Thema, hast mich mal richtig zum Nachdenken angeregt.....


Keine Ursache,...gern geschehen...man sollte hier ab und an auch nicht den Ernst des Lebens vergessen. ;)

Daria
09.08.2002, 11:06
"Never give in. Never. Never. Never. Never" - Sir Winston Churchill.

So halte ich es mit allem im Leben; auch mit der Sterbehilfe - Ich würde niemals Sterbehilfe befürworten. Du darfst versagen aber du darfst niemals aufgeben. Für mich wäre Sterbehilfe eine Kapitulation vor - zugegebenermaßen manchmal schier unüberwindbaren - Problemen. Und das ist etwas was nie zulassen würde.

Den Punkt mit dem Mißbrauch sehe ich auch extrem kritisch, da sich da wahre Abgründe an Schlupflöchern für subversive Elemente auftun. Und die alle zu stopfen dürfte mehr als schwierig werden.

Starwolf

qwertus
16.10.2005, 20:42
Guten Abend allerseits..
Ich hab zu dem Sterbehilfe vor geraumer Zeit einen Bericht im Spiegel Online gelesen und den jetzt nochmal rausgesucht.
Ich finde dieser sollte gelesen werden und jeder sollte sich ein eigenes Urteil darüber bilden:
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,376949,00.html

Simon
16.10.2005, 20:45
OMG.

Der Thread ist über 3 Jahre alt. Muss man neuerdings denn alles ausbuddeln?
:rolleyes

mfg Simon

qwertus
16.10.2005, 20:48
Aber ist es nicht besser einen Menschen ,der Qualen leidet und nur noch durch Machinen am leben gehalten wird, die Machinen abzustellen und ihn lieber sterben zu lassen.
Ich denke unser Leben wird durch die Medizin so verlängert aber muss das Leben noch verlängert werden, wenn es dem Menschen dadurch schlechter geht als wenn man ihn "einfach" sterben lassen würde.
Also ich denke mit der Sterbehilfe ist das so ne Sache.Man sollte die Menschen sterben lassen, denen es schlechter geht wenn sie noch Leben als wenn sie sterben würden.
Aber das ist wieder eine Aulegungssache.
Und ich möchte nicht der Mensch sein der sowas entscheidet wann es Sterbehilfe war und wann nicht.


Heisst es wenn ein Thread älter wird das er nicht mehr aktuell ist?
Außerdem hab ich den Artiekl erst letztens gefunden, was für die Aktuellität dieses Themas spricht ;)

phil.
16.10.2005, 20:51
qwertus, der Umgang mit der Suchfunktion in Ehren, dennoch geht es darum nicht jeden
Thread noch einmal kommentieren zu müssen.
Siehe hier (http://www.computerbase.de/forum/showthread.php?t=850).

Und wenn wir dabei sind. Regeln bitte ansehen.
z. B. die Abschnitte Doppelposts und Zitieren.

FreddyMercury
16.10.2005, 22:26
Mmmmh da ich in einem Krankenhaus arbeite, bekomme ihc natürlich die Breite Seite mit. Von der Intensiv bis zur Urologie hin zum Überall im Haus eigentlich.

Das was ich da so selber sehe, da denke ich mir schon, diese Person sollte man sterben lassen oder Sterbehilfe leisten, obwohl ich persönlich selber dagegen bin. Ich weiss ist ein Wiederspruch in sich selber

F!o
16.10.2005, 22:31
Ich kann zwar nicht wie Harrold sagen dass ich so Intensiv damit Konfrontiert bin, und ich gebe auch zu dass ich in der Praxis wohl auch etwas anders Reagieren würde, aber ich denke jeder Mensch sollte im Krankheitsfall frei entscheiden dürfen wann er stirbt.

Und dass Argument was ich gelesen habe man sollte alles Probieren (Stichwort Unerpropte Verfahren bzw. Medizin) zieht bei mir nicht wirklich.

Ich würde nicht wollen dass ich Versuchskaninchen spiele und sich mein Tod noch hinauszögert.

th3o
17.10.2005, 07:29
natürlich würde ich keine sterbehilfe befürworten bei leuten die das vorher nicht abgesegnet haben.
aber ich sage: wenn ich geistig total weg sein würde, mein körper nur noch auf sparflamme rennt und ich total menschenunwürdig wie ein stück am leben-erhaltenes fleich rumliege....dann verdammt nochmal will ich endlich weg sein...und dann will ich dass sterbehilfe durch ärzte angewandt werden darf.
und das hat absolut nichts mit irgendeinem "aufgeben" zu tun...das ist einfach nur der wunsch sich nicht mehr der menschenunwürdigen lächerlichkeit sabbernd, delirierend etc preiszugeben...das hat man nicht verdient.

Mavado
10.11.2005, 18:21
Naja obwohls nun schoh wieder äter is will ich auch was dazu geben.

Sterbe hilfe ist was gutes falls es legal sein würde. Weil die menschen, wie mein Opa bzw Onkel die beide nun tot sind auch sterben wollten.

Aber nein sie haben beide am leben behalten und mein Onkel, bei ihm wahren alle organe kaputt bis auf das herz, magen und bauchspeicheldrüse. Sonnst alles. er lag wochenlang im Künstlichen Koma und haben ihn dann mal rausgeholt und er kannte niemanden von uns NIEMANDEN! Er sagte den Ärzten das sie es abstellen sollen und er gerne sterben möchte. Aber sie habs nicht getahen. Meine Tante dann zum Krankenhaus und total terror gemacht und sie haben endlich Ja gesagt, da sie endlich in ihren dummen kopf es bekommen haben, das er eh nicht mehr Leben wird. Also wurde machinen ausgemacht und er dürfte in ruhe und ehre sterben.

z.B in Amerika wo diese eine Geistig behinderte auf wirklich gut deutsch gegsagt, 2 wochen Land Gequällt und Getötet wurde. Muss es so sagen weils aus meinen augen stimmt is eine sauerei! Sie hätten sie dann eher eine Spritze oder Überdosis geben sollen von Betäubungen aber sie wurde ja sozusagen AUSGETROCKNET!

KL0k
10.11.2005, 19:08
"Never give in. Never. Never. Never. Never" - Sir Winston Churchill.

So halte ich es mit allem im Leben; auch mit der Sterbehilfe - Ich würde niemals Sterbehilfe befürworten. Du darfst versagen aber du darfst niemals aufgeben. Für mich wäre Sterbehilfe eine Kapitulation vor - zugegebenermaßen manchmal schier unüberwindbaren - Problemen. Und das ist etwas was nie zulassen würde.


dem kann ich mich kommentarlos anschliessen.

Maud
15.11.2005, 08:04
Ich würde es auch gerne der höheren Macht überlassen, den Zeitpunkt mein Leben zu beenden. Einfach in würde Sterben dürfen, Ich denke Das die Allerletzte endscheidung von dieser Macht getroffen wirt.

L.G. Maud

Bass
15.11.2005, 08:23
jedes pferd wird erschossen weil es grosses aua hat,
jeder hund wird eingeschläfert.

und ich soll am leben erhalten werden nur damit die kranken -kassen und
religiösen freaks ihr geld kassieren?

wenn ich da liege angeschossen wie ein hero und
dürchlöchert von mööörder granaten und es steht fest ich werde sterben.

es gibt nur ein um die schmerzen zu stopen der sichere tod. tja dann gib ihm.

ok ob es harakiri sein soll :rolleyes des isch wieder was anderes wa?

aber es soll ja anfängerkurse geben dafür.:lol

Ich bin (für)die Sterbehilfe

aber es sollte schon etwas sein wo es auch richtig angewendet wird,
zB. nicht wenn sich ne boyband auflösst und
ein 8 jähriges mädchen in die kamera knatscht mein leben hat keinen sinn mehr.
da natürlich nicht ne:p

kein mensch der welt würde leben wollen,
wenn er gelähmt ab hals nacht unten im bett liegt,
habe mal eine gesehen der war 12 jahre im bett gelegen alda nie will so leben.
oder wenn es unerträgliche schmerzen,
sind die nur mit medikamenten gemildert werden,
da kannste direckt koks nehmen.

nix ende aus Sterbehilfe ist ok.
aber wehe ich krieg raus ich hätte überlebt :freak

PS. ich würde mir aber genre selber aussuchen wie ich sterbe.
hehehe das währe geil wenn ich das naja ...

so ich geh jetzt erst einmal einkaufen,
bummeln, kohle ausgeben, klamotten und so ... ich werds überleben

Maud
16.11.2005, 23:09
Man darf aber nicht vergessen das diese sehr Organisiert sein müsste. Und nur unter der Aufsicht einige Spezielle Fach Medieziener vorgenommen werden darf. Sonst könnte diese Hilfe angewendet werde auch wen man sie vielleicht nicht will. Wie schon öfters in Altersheimen geschehen.Wenn diese Möglichkeiten bestünden ist offensichtlich, dann stünden der zum töten Tür und Tor offen.
Also so einfach ist diese etdscheidung auch für den Gesetzgeber nicht.
Ich habe da was zu diesem tehma gefunden.

Probleme der Sterbehilfe
Die Sterbehilfe steht im Spannungsfeld zwischen Recht und Autonomie, zwischen Gesetz und Selbstbestimmung, zwischen staatlichem Anspruch und individuellen Persönlichkeitsrechten, zwischen Strafrecht und Notwehr beziehungsweise Nothilfe, zwischen Medizin und Behandlungsabbruch. Die Abgrenzung von aktiver zur passiven StH oder auch der indirekten StH ist im Einzelfall schwierig, wobei zu beachten ist, dass die indirekte fast nie, die passive manchmal und die aktive Sterbehilfe fast immer (zumindest in Deutschland) strafbar ist. Auch ist die Abgrenzung der Hilfe beim Suizid zur Sterbehilfe schwierig, wobei die Frage der "Handlungsvollmacht" und "Handlungsherrschaft" bei Entschluss, Beschaffung von Mitteln und der Art der Ausführung und gegebenenfalls der persönlichen Anwesenheit eines Sterbebegleiters wichtig sind.
Quelle Das Sterbe forum

L.G. Maud

aLuckyGuy
17.11.2005, 09:02
Ein ganz klares Ja für die Sterbehilfe. Ich finde die Selbstbestimmung über den eigenen Körper gehört zu den wichtigsten Menschenrechten überhaupt. Niemand sollte das Recht haben zu bestimmen ob ein anderer Mensch einen jahre- oder gar jahrzehntelangen Leiden unter unwürdigsten Bedingunen und mit grossen Schmerzen ausgesetzt ist.

Jeden Tier wird dieses Recht zugestanden, weshalb macht man beim Mensch eine Ausnahme?

Maud
17.11.2005, 17:17
Vieleicht weil dan möglicherweise Sterbehilfe auch dan geleistet würde wen sie nicht verlangt wirt aus weiß Gott welchen Gründen.
Auch ich möchte die Sterbehilfe in Anschpruch nähmen könen, nur wie gesagt unter der Aufsicht kompotenten Ärzten. Obwol ich daran Glaube das darüber auch eine höhere Macht bestimmt.

L. G. Maud

MKatrix
18.11.2005, 09:39
finde auch es ist mein leben ! man hat n recht auf leben aber nicht wirklich auf sterben !

andr_gin
21.11.2005, 21:50
Kein Mensch hat das Recht einem anderen zu verbieten, dass er stirbt. Trotzdem bin ich nicht wirklich viel Sterbehilfe, weil das Missbrauchspotenzial eben sehr hoch ist und alte, kranke Leute in vielen Fällen auch geistig nicht mehr wirklich fit sind. Ich denke, dass wenn sich jemand umbringen will, dann sollte er dies auch selbst tun. Beihilfe zum Selbstmord z.B. indem man jemandem ein Messer besorgt würde ich sofort legalisieren, sofern derjenige sich dann auch wirklich selbst die Pulsadern aufschneidet. Wenn jemand todkrank im Bett liegt und sowieso nicht mehr gesund wird, dann kann ich es sehr gut verstehen, wenn sich dieser das Leben nehmen will. Ich würde es sogar schon viel früher tun, bevor ich in der Situation bin, dass ich nicht mehr für mich selbst sorgen kann, da ich auf keinen Fall von anderen dauerhaft abhängig sein will.

Klue
21.11.2005, 22:01
ich bin für die sterbehilfe, denn wenn jemand sterben will sollte man es ihm nicht verwehren.
ich beziehe mich dabei jetzt auf kranke menschen, z.b. aids oder unheilbarer krebs oder auch alte menschen, die halt ihr leben verkürzen wollen und nich mit 80 oder 85 jahren in einem pflegeheim dahinzuvegetieren.

KL0k
21.11.2005, 22:37
hm, sterbehilfe ist nichts weiter als der versuch einen (selbst-)mord ethisch zu rechtfertigen.
und das kann man meiner meinung nach nicht. ich hab früher ähnlich gedacht, das es besser wäre, wenn jemand zu sehr leidet. (hab halt den verlorenen kampf von jemandem mit nem nicht operierbaren hirntumor live mitbekommen, täglich, mehr oder weniger bis zum abtreten)
da dachte ich ähnlich wie n paar hier, das es vielleicht besser wäre. aber wenn ich mir überleg wie schnell manchmal fortschritte in der medizin und wissenschaft kommen, nur mal als beispiel..
ich finds einfach falsch. ich bin aber auch so n typ der nem pferd oder nem anderen tier nich den gnadenschuss verpassen könnte, selbst wenn ich wüsste das es wohl daneben geht beim versuch das wieder grade zu biegen, würd ichs dennoch versuchen..
und ich verstehs mitlerweile auch nich mehr wie man sowas befürworten kann.
wie geht der spruch noch "wer kämpft kann verlieren, wer nich kämpft hat schon verloren"..

th3o
22.11.2005, 12:12
@klok

dein spruch am ende ist schon richtig aber mal eine gegenfrage: wer bist "du" in dem fall, dass du jemandem vorschreibst dass er doch bitten noch zu kämpfen hätte? warum kann sich die person das nicht selbst aussuchen? bevormundest du etwa einen todkranken?

KL0k
22.11.2005, 13:16
hm, nein, ich würde sicherlich keinen bevormunden wollen oder ihm vorschreiben wollen wie er was zu handlen hat.. ich würd ihm nur versuchen klar zu machen das es sich lohnt dafür zu kämpfen weiter zu leben, die schönen momente nochmal aufzeigen, was er/sie/es dann damit macht bleibt selbst überlassen.. ich mein, jeder oder jeder zweite durchlebt mal scheisse, auf deutsch gesagt, manche mehr als recht, manche weniger.. ich hab ja auch schon mehr mist hinter mir als für ein leben eigentlich verträglich is, aber ich würde niemals aufgeben. ich kann natürlich von keinem verlangen das ers genauso sieht, aber wenn manche menschen so sehr für das eintreten würden woran sie glauben wie sie zeit aufwenden fürs jammern und aufgeben, würde glaub ich die welt n bisschen anders aussehen... zumindest hier...

PS: hoff du verstehst was ich mein, weiß nich wie ichs anders ausdrücken könnte. :)

aLuckyGuy
22.11.2005, 13:57
Na ja, aber man stelle sich mal folgendes vor. Da ist ein Mensch im Alter von 70 Jahren der ein erfülltes und glückliches Leben hatte. Man kann doch nicht allen Enstes von ihm verlangen das er noch 10 weitere Jahre Qualen erleiden soll obwohl "die Natur" das Lebensende schon längst festgelegt hat.

Sicherlich ist es ein sehr heikles Thema aber von vornherein alles komplett abzulehnen bringt nach meiner Meinung mehr Schaden für die Menschen als Nutzen.

olly3052
22.11.2005, 19:19
Aus der Erfahrung heraus, die ich gerade mitmache:

Nichtoperabler Tumor drückt auf Dein Rückenmark.
Durch einen Schlaganfall kannst Du nicht mehr sprechen.
Gegen die Schmerzen erhälst Du Morphiumdevirate.

Konsequenz:

Du bist unheilbar krank, gelähmt, hast einen Katheter und trotz Medikamente Schmerzen, kannst Deiner Umwelt nichts mehr mitteilen.

@KL0K,
schreib mir, für was dieser Mensch kämpft, kämpfen soll, außer gegen seine unerträgliche Traurigkeit!


Gruß

olly3052

KL0k
22.11.2005, 19:30
hmm... da fällt mir nur ein satz zu ein... die hoffnung stirbt zuletzt.:(
ich weiss das das ein thema is an dem sich die geister scheiden.. ich weiss auch das das alles nicht leicht is.. aber ich könnte dann nicht einfach die geräte abschalten, in der hoffnung das die irgendwann ne lösung dafür finden..
nenn mich von mir aus naiv, blind, dumm oder sonstwas, aber ich könnts einfach nich..

Justin_Sane
22.11.2005, 19:35
Nach meiner Zeit als Zivi in der Heidelberger Kopfklinik ( Neurochirugie) ist meine Meinung zu dem Thema:

PRO STERBEHILFE!!

pan!C
23.06.2006, 14:57
Hallo Boardies

Ich wollte schon ein neues Thread eröffnen, weil ich heute damit konfrontiert worden bin, (nicht direkt Sterbehilfe, sondern mit dem Tod vor Augen Krebs im Endstadium, doch als ich die SuFu nutzte bin ich hier drauf gestossen.

Heute (gerade ebend) habe ich erfahren das meine Tante Krebs im Endststadium hat :(
Ebenfalls habe ich erfahren das sie überhaupt an so einer Krankheit leidet.Sie hat es immer verheimlicht in der Familie, lediglich mein Onkel und die beiden (zum Glück schon erwachsenen Kinder) waren eingeweiht.
Ich sass gerade bei meiner Mutter um bei einem Kaffee den kommenden Urlaub zu planen als meine Mutter einen Anruf von ihrem Bruder (halt meinem besagten Onkel) bekam.
Er war fix und fertig, nur am weinen und sagte andauernd sie will gehen, sie kann nicht mehr und möchte endlich erlöst werden.
Sie hat die Ärtzte angebettelt, bitte lassen sie mich gehen.
Leute ich kann euch sagen mir ging es echt beschiessen, bzw. das tut es immer noch, als ich das gerade erfahren habe, da ist mir alles vergangen auch der anstehende Urlaub.

@ Topic

Ich bin absolut dafür, wenn ein Mensch, wie jetzt gerade meine Tante, Krebs im Endstadium hat, der nicht mehr heilbar ist, Sterbehilfe zu leisten.
Sie sollte dann sozusagen passiv sein.Man sollte diesem Menschen dann die Möglichkeit geben einen Saft, oder Tabletten einzunehmen die man ihm an das Bett stellt, das der Mensch es selbstständig und im voll Besitzt seiner geistigen Kräfte einnehmen kann.

anubix2
25.06.2006, 08:33
Ich finde, das Sterbehilfe nicht so toll ist.
Man sollte erst alles ausprobieren, irgendwelche "beta"
Medikamente, oder neue Verfahren, meistens sind die
Angehörigen von schwer kranken einfach zu faul.
Man sollte versuchen, den Kranken die schönen Seiten
des Lebens zu zeigen.

Das Thema ist sehr heikel weil (wie auch bei Abtreibungen) zusätzlich zur soziale Komponente, die Argumentation der Christlichen-Kirche gibt.
Nach dieser das töten eines Menschen (aus welchen Gründen auch immer) eine Sünde ist. Sollange die Kirche eine dermasen große Macht auf die Politik hat, wird sich an der Gesetzgebung nicht ändern. .... aber zurück zum Thema.

Sterbehilfe ... Ja ich bin dafür ... aber eben auch nur wenn alles Ausprobiert wurde, und dem betroffenen das Leben nicht mehr Lebenswert gemacht werden kann. Also wenn der Tod eine Erlösung wäre. Alles andere ist Folter.
Natürlich muss verhindert werden das eine Sterbehilfe missbraucht wird. (durch "faule Angehörige" // Ärze die gepfuscht haben, aus Grunden der Kosteneinsparung im Gesundsheitswesen, oder weil der betroffene ein Fan vom FC Bayern ist).
Dies könnte aber durch ein unabhängiges Kremium entschieden werden, z.b. 20 Ärzte aus unterschiedlichen Gengenden Deutschlands die unabhängig voneinander bestimmt werden und über den Gesundheitszustand urteilen, dazu ein paar Psychologen die eine entscheidung über die psychische Belastung des Patienten abgeben usw. ... wie das aussehen könnte müsste diskutiert werden ... aber es geht.

Also wenn ich bei einem Unfall beide Beine, Arme, meine Augen und mein Gehör verliere und nur noch über tropfer ernährt werden kann ... also keinen Kontakt mehr zu meiner Umwelt habe, möchte ich nicht im "Dunkeln" vor mir her vegetieren .... da hoffe ich drauf das einer meiner Angehörigen die Mord-Anklage auf sich nimmt und mich erlöst.

MKatrix
25.06.2006, 11:12
man hat das recht auf leben aber nicht das recht auf sterben.. das finde ich bißchen unmenschlich

ich halte selbst von der bibel und der kirche nichts

abtreibung finde ich auch ok jeder sollte das mit sich tuen was er meint ..sofern es jemanden nicht schadet

Andy4
25.06.2006, 14:50
@pan!C: Mein Beileid. Was werdet ihr jetzt tun? Werdet ihr dort hin fahren?

@topic: Sterbehilfe, ist nicht etisch. Richtig, aber warum auch nicht? Ich sehe meine Oma immer noch vor mir und muss drüber nachdenken, warum sie sich letzten Endes noch so sehr quelen musste. Nichts essen, nichts trinken und dann jede Nacht Krämpfe. Sterbehilfe kann schon was positives haben. Weil genau dieses Dinge dem Menschen erspart bleiben können. Es gibt viele, die deswegen in die Schweiz reisen, um die Sterbehilfe dort durchzuführen.

Allerdings hat das auch alles seine Schattenseiten: Man wurde sozusagen abgezockt und zahlte 7.000-10.000 Euro, damit die Sterbehilfe durchgeführt wird. Dann brauchte man natürlich auch noch ein psychologisches Atest. Und man musste von einem Psychologen zum anderen gehen, bis einer schließlich zugestimmt hat. Aber wenn ich so an die Ersparnisse denke, die manche Menschen hierdurch verloren habe, ist das wirklich eine traurige Tatsache.

Es ist, wie pan!C schon gesagt hat: Ich will nicht mehr, ich kann nicht mehr, aber leider liegt hier gerade das Problem. Die Beurteilung des Außenstehenden ist hier mal so: Ich will nicht, dass du gehst und andere werden wiederum sagen: Man muss dir helfen. Es ist eben doch ein heikles Thema. Wenn ich die Entscheidung treffen müsste: Ich wüsste es nicht.

Gruß Andy

FerbX
25.06.2006, 19:51
Ich geben mein klares JA für die Sterbehilfe. Da soll sich die Kirche mal schön raushalten. Denn ist es nicht so, dass die Würde des Menschen unantastbar ist? Ist es etwa menschenwürdiger, elend und langsam zu "verrecken" indem man einen Körper durch Medikamente und Operationen total zerstört nur um zu sagen, man hat versucht eine unheilbare Krankheit zu heilen? Oder ist es würdiger, den Menschen angenehm und vielleicht sogar auf einem verhältnismäßig "schönen" Weg sterben zu lassen?

Leon
26.06.2006, 02:39
Ich finde, das Sterbehilfe nicht so toll ist.
Man sollte erst alles ausprobieren, irgendwelche "beta"
Medikamente, oder neue Verfahren, meistens sind die
Angehörigen von schwer kranken einfach zu faul.
Man sollte versuchen, den Kranken die schönen Seiten
des Lebens zu zeigen.

Natürlich ist es schwierig, einem 16 Jährigen Kreuzschnittgelähmten irgendwie das Leben schön zu machen,
aber man muss es verdammt noch mal probieren.

Wenn ihr in nem Unfall kreuzschnittgelähmt werden würdet,
würdet ihr dann sterben wollen ? Mit 16 ?
Würdet ihr nicht wollen, dass für euch ein anderer jeden Tag
ein bischen auf Computerbase rummsurft und ihr nebenbei zuschaut ? Das ihr neue Spiele sehen könnt, nicht spielen, aber eben sehen ? Oder in der Sonne liegen ?

Natürlich sind alle Fälle von Sterbehilfe extrem unterschiedlich,
und somit kann man um himmelswillen keine Faustregeln oder allegemeine Gesetze aufstellen. Mag sein das es Fälle gibt in denen es gemacht werden sollte.
Etwa wenn der Betroffene nach ewig langer Zeit (2-3 Monate) immer noch sterben will, obwohl alles versucht wurde.

1. Heißt es Querschnittlähmung und nicht Kreuzschnittlähmung.
2. Geht es nicht darum, etwas auszuprobieren, sondern einen Tod geweihtem zu ermöglichen würdevoll zu sterben und gegebenenfalls dabei zu helfen, in welcher Form sei jetzt mal dahin gestellt.
3. Es geht auch nicht um Leute die sterben wollen, weil sie gerade Lust dazu haben, sondern weil sie leiden und aufgrund Ihrer Krankheit sowieso sterben müssen.

Es geht auch nicht um den 16 jährigen der Querschnittgelähmt ist. Der stirbt ja nicht.

Mich würde interessieren, wei alt Du bist, wahrscheinlich hast Du noch keinerlei Erfahrungen gesammelt mit Menschen die Tod krank sind. Dann würdest Du so einen naive Aussage nicht treffen. ICH arbeite im Rettungsdienst und sehe tagtäglich genung Leid.

Ich persönlich habe diesbezüglich bereits vorgesorgt. Sollte mir etwas passieren, dürfen KEINERLEI LEBENSVERLÄNGERTE MAßNAHMEN durchgeführt werden. Ich habe schlich keine Lust als sabberndes willenloses Lebewesen irgendwo in einem Pflegeheim verrotten.

Gehe in ein Altenheim und schau Dir die Menschen an, die durch einen Schlaganfall mit offenen Druckstellen (Dekubitus) den ganzen Tag im Bett liegen und per Magensonde künstlich ernährt werden, nichts mehr von der Umwelt mitbekommen. Dann reden wir nochmal weiter. Jeder MEnsch hat das Recht selber zu entscheiden, was er in den letzten Tagen seines Lebens machen möchte.

@Anubix2

So einen Unfall, wie Du Ihn beschreibst, überlebt man nicht, dass kann ich Dir versprechen.

Arbeitslos
26.06.2006, 06:23
Schwieriges Thema,aber ist es nicht so,das jeder sein Kreuz zu tragen hat?
In diesem Sinne würde ich persönlich keine leisten.

Mein Kreuz wäre es den geliebten Verwandten/Bekanten leiden zu sehen bis zum bitteren Ende.

Mein Vater hatte Lungenkrebs und ist elendlich verreckt.

BlackSavage
26.06.2006, 07:16
Ich bin gegen Sterbehilfe.
Es ist einfach zu komplex, um zu sagen, ja oder nein.
wo soll das hinführen? wo ist wieder die berühmte grenze? wann ist jemand so krank, das er "sterben darf"?
und warum will ich jemand gesundem, der mit seinem leben absolut nicht mehr klarkommt und sich umbringen will das verbieten?
wo fängt die grenze an und wo hört sie auf?
ich kann das oft für viele angehörige verstehen (aus eigener erfahrung). aber wie hier bereits gesagt. man kann damit auch missbrauch betreiben. der alte stinkreiche mann liegt im krankenhaus, und seine geldgeile familie redet auf ihn ein.
oder ein verzweifelter motorradfahrer nach einem unfall. der ist am ende und will nur noch sterben. darf er oder nicht? wenn ja warum darf er? oder nein? warum darf er dann nicht?
es gibt keine klare linie, wem man es erlaubt und wem nicht.

allerdings bin ich auch dagegen, jemanden wie ein versuchskaninchen zu behandeln und stets mit irgendwelchen medikamenten vollzustopfen. :(

-oSi-
26.06.2006, 08:34
@pan!C: Auch von mir; Mein Beileid.

---
...ICH arbeite im Rettungsdienst und sehe tagtäglich genung Leid.

Ich persönlich habe diesbezüglich bereits vorgesorgt. Sollte mir etwas passieren, dürfen KEINERLEI LEBENSVERLÄNGERTE MAßNAHMEN durchgeführt werden...
hmm...
Wenn du schon im Rettungsdienst arbeitest, dann müsstest wissen, dass dir deine Maßnahme nicht viel nützen wird.
Sie wird höchstwahrscheinlich ignoriert werden !
Solche Vorsorgemaßnahmen sind in DE so gut wie nutzlos. Gibt zig Fälle.
Hatte eine Reportage zu diesem Thema gesehen.
Da schüttelt man mit dem Kopf, muss aber auch überlegen, was den Ärzten das Leben schwer macht.

Der Knackpunkt in Deutschland und allgemein ist der Hippokratische Eid, den jeder Arzt schwört.

Auszug Hippokratisacher Eid:
Meine Verordnungen werde ich treffen zu Nutz und Frommen der Kranken, nach bestem Vermögen und Urteil; ich werde sie bewahren vor Schaden und Willkürlichem. Ich werde niemandem, auch nicht auf seine Bitte hin, ein tödliches Gift verabreichen oder auch nur dazu raten.


Die Erhaltung und Wiederherstellung der Gesundheit meiner Patienten soll oberstes Gesetz meines Handelns sein.
...
Ich werde jedem Menschenleben von der Empfängnis an Ehrfurcht entgegenbringen und selbst unter Bedrohung meine ärztliche Kunst nicht in Widerspruch zu den Geboten der Menschlichkeit anwenden.

Von der Original Version gibt es mehrere Übersetzungen
Sinngemäß bringt dieser Eid jeden Arzt in einen Gewissenskonflikt.
Er darf keine Sterbehilfe leisten, darf aber auch kein Leid zufügen.

---
Ich persönlich bin für Sterbehilfe. Jedoch nur unter bestimmten Vorrausetzungen !
Nach einem Unfall oder einer Krankheit möchte ich auch nicht dahin vegetieren.
Da möchte ich auch Erlösung haben.
Nur was nützt mir das, wenn meine Bitte nicht erhört wird / erhört werden darf ?

Ich war zum Glück noch nicht in so einer Situation, wie so mancher hier.
Hoffe das tritt niemals ein oder dauert noch sehr lange.

BlackSavage
26.06.2006, 10:01
es ist einfach, glaubt es mir, zu sagen, "wenn ich in der situation bin, will ich nicht mehr leben."

ihr glaubt gar nicht, WIE sehr man sich an sein leben krallt, sollte es einmal soweit sein. niemand hier würde sein leben einfach so "wegschmeissen". ich weiß wovon ich rede.

ihr würdet euch das in gedanken vielleicht vornehmen, sollte es aber soweit sein, wird es in 90% der fälle anders aussehen.

Leon
01.07.2006, 14:22
@-osi-

Das ist so nicht ganz richtig! Ich habe eine Patienverfügung und die ist Notariell beglaubigt.

Das ist keine Wischiwaschi Erklärung, sondern etwas handfestes. Darin steht exakt, was gemacht werden darf und was nicht und unter welchen Vorraussetzungen.

Wenn ich als Rettungsassistent zu einem Patienten mit einem Herz-Kreislauf Stillstand komme, der eine Patienverfügung hat, in der steht, dass er im Falle eines Kreislaufstillstandes, bei dem es zu erwarten ist, dass ein hypoxischer Hirnschaden nicht auszuschließen ist bzw. eingetreten ist, KEINE Reanimation zu erfolgen hat, werde ich den Teufel tun, dann damit anzufangen!

Im übrigen denken anscheinend immer noch viele, dass so eine Reanimation immer gut ausgeht. Dem ist nicht so, primär erfolgreiche Reanimationen (Patient wird mit einem funktionierenden Kreislauf, aber mit schwerem oder nicht reversiblen Hirnschaden in's KH eingeliefert) liegen prozentual gesehen bei ca. 2-3 Prozent. Primär UND SEKUNDÄR erfolgreiche Reanimationen (funktionierender Kreislauf, keine oder vernachlässigbare Hirnschädigungen und einen Lebenserwartung von bis zu 25 Jahren) liegen bei unter 1 Prozent.

China
01.07.2006, 14:58
Also seitdem ich meine Großeltern beide bis zur letzten Minute gepflegt habe,
muss ich sagen, dass ich doch für Sterbehilfe bin. Meine Oma ist zuerst gestorben
an den Folgen ihrer langjährigen Demenz. Auf ihre letzten Tage war die Gute nur
noch Müde und eines Tages als ich nach Hause kam von der Arbeit, stand meine Ma
bei meine Großeltern unten in der Tür mit verheulten Augen....:(

Das war aber ein Tod der nicht träge und ziehend war.

Mein Opa hingegen wollte schon lange nicht mehr.
Durch grauen Star, Krebs und Blindheit geprägt, versagte trotz täglichen Bewegungsübungen
sein Kraft. Zum Schluss haben wir ein Pflegebett beantragt um es einfacher zu haben.
Die letzten 14 Tagen waren grauenhaft...
Er erkannte uns nur noch ab und zu, er ass und trank sehr wenig, weil er sich zu oft
verschluckte und nahm dadurch immer weniger Nahrung zu sich.
Einen Tag lang war er dann noch sehr fit und sprach ein letztes Mal verständlich mit uns.
Und dann 4 Tage später wars endlich vorbei. Er hatte auch an seinen letzten guten Tag
auch selbst gesagt das es sehr bald vorbei und das er da froh drüber wäre.

Es ist verdammt hart sowas zu hören.....

Aber letzten Endes hatte er es dann geschafft und wir waren froh das er nicht mehr leiden
musste. Und eben dieses Leiden hätte ich ihn gerne erspart. Aufgrund seines Zustandes
hat er wohl selber nich mehr viel mitbekommen in den letzten Tagen. Darum ist es natürlich
fragwürdig ob er da wirklich gelitten hat, oder ob er rein gar nix mehr mitbekommen hat.

Aber wenn ich bedenke wie ein Zumute sein muss in seinem Zustand...
Zu 90% Blind, keine Kraft mehr, einen riesigen Tumor hinter den Augen(!) der jede Minute
einen Hirnschlag verursachen kann, die Frau ist auch tot und hat ihn die letzten Jahre
mit ihrer Demenz viel Kraft gekostet, nur noch im Bett vor sich hinvegetieren und auf "den"
Tag warten.... ich glaub da hat keiner von uns Lust drauf!

In solchen Umständen bin ich ganz klar dafür.
Also für Fälle wo man das wie ihn diesen auch nachvollziehen kann und es selbst von
Hausarzt bestätigt würde.
Und wer für mich da kein Verständnis hat, sollte sowas evt. auch mal durchmachen...
Ich war auch dagegen. Und habs mir mir doch anders überlegt. Und normaler Weise
muss man mich schwer "beeindrucken" und überreden damit ich meine Meinung ändere.

Eine generelle Erlaubnis könnte dagegen aber zu leichtfertig benutzt werden.
Nur eine Ausnahmereglung wäre wahrscheinlich auch nicht gern gesehen.
Da würde es wahrscheinlich wieder den nächsten Zoff geben... besonders bei den
Regeln nach denen dann man entscheiden müsste...:freak

Elendiges Thema das....

Sloane
01.07.2006, 18:55
Es ist sehr traurig all diese Schicksale lesen zu müssen, dennoch muss ich sagen, dass ich eindeutig gegen die Sterbehilfe bin.
Sicherlich ist es eine Große Belastung für die Kranken, als auch für deren Pfleger, bzw. Angehörige, doch hier geht es um weit mehr als um Einzelschicksale.
Die Zulassung der Sterbehilfe hätte eine enorme politische und soziale Tragweite.
Hier geht schließlich um die Tötung eines Menschen, das darf auf keinen Fall unter dem Deckmantel eines bequemen Euphemismus verschleiert werden.
Wir würden auf lange Sicht hin viele unserer Werte und Prinzipien verlieren, die uns als Menschen definieren. Davon ist wohl der wichtigste der Hippokratische Eid der Ärzte.
Jeder Arzt muss einen Eid ablegen, dass er seine Fähigkeiten nur und wirklich nur zur Erhaltung des Lebens einsetzt. Würde man die Sterbehilfe hier zulassen würden wir gleichzeitig den Hippokratischen Eid für immer ablegen. Unser Gesundheitsystem würde nicht mehr einzig und allein das Wohl des Patienten im Interesse haben, nein, der Arzt würde die Macht bekommen über leben und Tod zu entscheiden.
Doch wer darf getötet werden und wer nicht? Wer setzt die Grenze? Heute reden wir über Sterbehilfe für die Totkranken, Morgen vielleicht schon über die Tötung der Alten und was ist Übermorgen? Jedesmal wenn wir weitergehen sinkt unsere moralische Hemmschwelle und irgendwann heißt es dann: "Sollen wir die geistig oder körperlich Behinderten töten?"
Der Mensch hätte in einer solchen Gesellschaft seinen Wert verloren.
Im Grundgesetz heißt es: "Die Würde des Menschen ist unantastbar." Die ist unser wichtigstes Gesetz, die wichtigste Regel nach der wir unser Denken und Handeln zu richten haben. Stirbt der erste Mensch mit staatlicher Genehmigung, wird beim ersten Totkranken die Sterbehilfe angewandt, verlieren wir unweigerlich einen Teil dieser obersten all unserer Regeln.

-oSi-
01.07.2006, 23:30
@Leon:
Anscheinend ist das doch eine Wischiwaschi Erklärung.
Warum liegen wohl zig Leute, die ebenfalls eine haben, seit Wochen, Monaten oder Jahren im Koma oder sind jetzt körperlich und/oder geistig behindert...?
Obwohl es ein notariell beglaubigtes Dokument (Patienverfügung) gibt, das solche lebenserhaltenden oder -verlängernde Maßnahmen nicht geben soll, wird es dennoch ignoriert.

Und selbst wenn du so einen Patienten bei deinen Einsätzen antreffen solltest, so wird er dieses (wichtige) Dokument nicht um den "Hals" (schön sichtbar) tragen.

Mal eine Frage an dich:
Du sagst, du bist Rettungsassistent.
Bist du Arzt ?
Darfst du diese Entscheidung überhaupt fällen ?
Rechtl. belangt werden kannst du dafür m.E. in De nicht, falls du in dem Fall doch helfen solltest.

Cystofix
02.07.2006, 05:49
Moin,

ohne den Fred ganz gelesen zu haben ( is ja auch noch früh ) - ich habe es in der Praxis ( Intensivstation ) oft erlebt, dass die Verfügungen eingehalten werden...sofern sie wirklich ausdrücklich formuliert sind. In diesem Fall ist das, was Leon gemacht hat - nämlich sich ne notariell beglaubigte Verfügung anzulegen - eine sehr weise Entscheidung, wenn man möchte, dass seine Interessen gewahrt werden.

Und der Hyppokratische Eid mag mit diesen individuellen Entscheidungen der Pat. kollidieren, liegt jedoch gegenüber einer guten Verfügung deutlich auf Platz 2.


Gruss Cys

-oSi-
02.07.2006, 11:21
Na wenn die Verfügungen eingehalten wurde, dann ist es natürlich für die Betroffenen gut.
Aber wenn eine Befolgung abhängig von der Formulierung ist, dann ist es richtig schwer die passenden Worte zu finden.
Gut das es Anwälte und Notare gibt. Die können bestimmt behilflich sein. ;)

Nur habe ich immer noch das Gefühl, dass diese doch ignoriert werden würde, selbst wenn ich eine hätte.
Habe in die Ärzteschaft dahin so recht kein Vertrauen.

Dr. Wuah
02.07.2006, 11:47
Ich denke wenn die Patientenverfügung auch Notariell beglaubigt ist, ist es normalerweiße so, dass auch keine weiteren Maßnahmen mehr ergriffen werden. Es gibt sicher immer irgendwelche Ärtzt die darauf keine Rücksicht nehmen, aber normalerweiße wird das dann auch eingehalten.

hardwärevreag
02.07.2006, 15:46
Ich bin generell dafür, dass jeder selbst entscheiden kann, was jemand mit seinem Leben macht.

Eigentlich stellen sich für die Betroffenen doch nur einige Fragen:
1. Glaube ich daran, dass es für mich noch eine Möglichkeit zur Besserung meines Lebens gibt?
2. Kann ich das Leben so noch ertragen?
3. Gibt es Personen für die es sich lohnt weiter zu leben (nicht nur einseitig gemeint)
4. (Wenn ich eh bald nichts mehr von mir "merke", also nicht mehr selbstbestimmt bin, warum lebe ich dann noch?)

Aber der Nachteil ist natürlich das der Tod nicht mehr rückgängig gemacht werden kann.

Im Übrigen muss meiner Meinung die Initiative vom Betroffenen ausgehen und nicht von der Umgebung! Man darf niemandem seinen Tod empfehlen!
Es kann eigentlich nicht angehen, dass Angehörige über diese Frage entscheiden, im schlimmsten Fall stehlen sie ein Leben!

So weit jedenfalls meine Meinung...
hardwärevreag

CuddleBear
02.07.2006, 17:49
Also ich bin eigentlich gegen Sterbehilfe.
Wenn ich mir so einige Beiträge durchlese, kann ich durch aus nachvollziehen dass einige für eine Sterbehilfe sind, aber man sollte sich über die Konsequenzen klar werden. Was wäre wenn Sterbehilfe legalisiert wär?
Ich denke dann würden einige von der Sterbehilfe Gebrauch machen, obwohl sie es gar nicht wollen. Warum?
Weil die 80 Jährige Oma mit ansehen muss wie ihre arbeitslosen Kinder oder Enkel kaum noch Geld für sich haben, die Oma jeden Tag pflegen müssen, nie in den Urlaub fahren, es immer nur Ärger gibt wer wann wo was macht, da immer einer bei der Oma sein muss, etc... Wenn es in einer Gesellschaft "normal" ist, dass Sterbehilfe erlaubt ist, dann würde die Oma evtl. um Sterbehilfe bitten, oder viel schlimmer: manch Aussenstehender würde es gar erwarten.
Es ist nur ein Beispiel, aber ich denke es gibt viele andere mögliche Situationen.
Einige Menschen würden trotz ihrer Krankheit noch gerne sehen, wie ihre Enkelkinder aufwachsen, andere wiederrum sind die Schmerzen leid, jeder ist anders. Daher wird es nie die richtige Entscheidung geben. Egal ob Sterbehilfe erlaubt ist oder nicht, beides wird Nachteile mit sich ziehen.
Aber für mich persönlich ist ein Leben zu erhalten die richtige Entscheidung; sei es nun Todesstrafe oder Sterbehilfe, kein Mensch hat das Recht einem anderen Menschen das Leben zu nehmen, oder gar die Entscheidung zu fälllen, wer leben darf oder wer nicht.

Sloane
02.07.2006, 18:45
Und der Hyppokratische Eid mag mit diesen individuellen Entscheidungen der Pat. kollidieren, liegt jedoch gegenüber einer guten Verfügung deutlich auf Platz 2.


Gruss Cys
Sowas kann und werde ich nicht tollierieren. Der Hippokratische Eid ist das unumstößliche Grundgerüst unseres Gesundheitssystems. Sollte der Eid jemals außer Kraft gesetzt werden, so ist dies ein Verlust unserer Menschlichkeit.
Aber du scheinst dich nicht sehr Mit dem Thema auszukennen. Es geht um Sterbehilfe, nicht um Abschaltung Lebensverlängernder Maßnahmen.

Leon
03.07.2006, 00:34
@osi

Nein, ich bin kein Arzt. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass ich eine Patienverfügung, die in Lebzeiten per Notar beglaubigt habe, akzeptieren muss. Tue ich das nicht, mache ich mich strafbar.

Das gilt nicht für eine privat verfasse Patienverfügung. Hier muss ich bis zum Eintreffen des Notarztes mit der Reanimation beginnen, über den Abbruch der in 98 Prozent der Fälle recht schnell passiert, entscheidet der Arzt.

Auch, wenn es eine Verfügung gibt, diese aber nicht zur Einsicht vorgelegt wird oder werden kann, muss ich mit der Reanimation beginnen, das ist klar.

Deswegen, sollte jeder ab einem für sich sinnvollen Zeitpunkt, mit einem Notar, der sich in diesem Gebiet auskennt, eine Patienverfügung zulegen. Sinnvoll ist es auch dieses mit den nahen Angehörigen und dem Partner zu besprechen. Es gibt in diesen Stresssituationen immer gerangel.

BlackSavage
03.07.2006, 00:55
Eigentlich stellen sich für die Betroffenen doch nur einige Fragen:
1. Glaube ich daran, dass es für mich noch eine Möglichkeit zur Besserung meines Lebens gibt?
2. Kann ich das Leben so noch ertragen?
3. Gibt es Personen für die es sich lohnt weiter zu leben (nicht nur einseitig gemeint)
4. (Wenn ich eh bald nichts mehr von mir "merke", also nicht mehr selbstbestimmt bin, warum lebe ich dann noch?)


Weisst du was dann los wäre? Jeder der mal ein schwerwiegenderes Problem hat, würde gleich auf Sterbehilfe bestehen. Willst du es ihm dann verwehren? Darf sich dann also jeder einfach so mit Erlaubnis "töten lassen"?
Du bist der Meinung nein? Gut dann sag mir, wo genau ist die Grenze? Wem "erlaubst" du zu sterben, und wem nicht?

Mr. Bolivia
03.07.2006, 05:22
Also wenn jemand wirklich sterben will, aber nicht in der Lage ist dies zumachen, dann finde ich das Ok, aber ich personlich koennte das nicht machen!

Nur der Gedanken an den Tot macht mir Angst und dies moechte ich meiden...

DerEineDa
03.07.2006, 06:26
Ich bin auch für die Sterbehilfe. Grund:

Ich bin seit einigen Monaten Zivi in einem Altenheim für schwerst demente Leute und auch für Pflegefälle. Nun, da sind einige, die nur noch leben, weil ihnen das Essen durch Schläuche verabreicht wird; die nicht ersticken, weil ihnen alle paar Stunden der Schleim aus dem Hals gesaugt wird, usw..

Diese Leute haben sich nicht ausgesucht weiter zu leben, bei vielen wird es sogar so sein, dass sie zwar körperlich noch leben, geistig allerdings nichts mehr wahrnehmen. Auf jeden Fall bemerke ich bei einigen wenigen keinerlei Reaktion auf mein handeln.

Dass diese Leute noch leben, liegt nur daran, dass sie mit allerlei künstlichem Schnickschnack am leben erhalten werden. Warum? Weil der Arzt weiter daran verdient und das in vielen Fällen sogar die Kinder so wollen, nicht selten aus dem offensichtlichen Grund, dass sie als Bevollmächtigte weiterhin die gar nicht mal so geringe Rente ihrer Eltern abgreifen können, solange diese am Leben sind.

Ich halte es für ethisch kaum haltbar, die Leute aus diesen Gründen zum Leben zu zwingen. Diese Leute leben solange, bis es kein Gerät mehr gibt, dass das nächste ausfallende Organ ersetzen kann.

edit:
yay, hab die 500 posts voll!

hardwärevreag
03.07.2006, 07:14
@black savage:

Ich glaube, dass in einer Gesellschaft, wo privates Eigentum gefördert, Eigenverantwortung selbstverständlich ist, auch die Verantwortung für sein Leben da sein sollte. Was ich damit meine ist, dass unsere an sich liberale Gesellschaft den Menschen die Möglichkeit geben sollte frei über ihr leben zu entscheiden

hardwärevreag

BlackSavage
03.07.2006, 10:03
Okay, das verstehe ich ja auch absolut. Aber bist du wirklich der Ansicht, JEDER sollte sein Leben beenden können/dürfen, wann immer er will?
Wenn nicht, würde ich gerne von einem "Pro Sterbehilfe" User wissen, wie man das handhaben möchte. Wem gibt man die Erlaubnis, und wem nicht, ohne dabei irgendwelche "Gleichheitsgrundsätze" zu verletzen.
Falls du doch der Meinung bist, daß JEDER jederzeit sein Leben beenden darf, bedarf es keiner weiteren Erklärung.

Wünsche einen geruhsamen Wochenanfang. :)

Leon
03.07.2006, 10:23
@BlackSavage

Ich glaube Du hast eine völlig falsche Vorstellung von dem was Sterbehilfe bedeutet. Ich habe es schonmal geschrieben, es geht hier nicht darum, das irgendjemand weil er gerade Lust hat, sein Leben beenden kann, sondern darum das unheilbar kranke, entscheiden dürfen ob Sie das alles noch wollen.

Ich fahre tagtäglich alte und junge Menschen in die Klinik. HAst DU schonal jemaden gesehen und vor allem gesprochen der zum Beispiel an Krebs leidet? Der jeden Tag sich mehrmals übergeben muss, weil er als Dauermedikation z.B. Morphium bekommt per Pumpe, der bei jeder Bewegung höllische schmerzen hat, weil die Metastasen die Knochen angreifen, jemand der nur noch permanet Luft über eine Sauerstoffmaske bekommt, weil die Lunge total kaputt ist? Ich könnte hier Erlebnisse schildern, die ich in den letzten 8 Jahren gesammelt habe, die jedem der gegen Sterbehilfe ist, eines besseren belehren würde.

FreddyMercury
03.07.2006, 11:55
Sterbehilfe ollte nur angewendet werden, wenn diejenige Person wirklich tod krank ist und auch nur den eindringlichen Wunsch dazu hat.

@Leon
Ich bin eigentlich auch gegen Sterbehilfe und das trotz nach einiger Zeit Intensivstation. Und ich habs endlich geschafft weiter da bleiben zu dürfen! Die Lebensverlängerte Maßnahmen kann ich dir aber nachvollziehen. Das möchte ich bei mir auch auf keinen Fall. Aber Sterbehilfe dann doch nicht.

Man könnte die Sterbehilfe dann auch je nachdem was der/die Patient(in) hat, auch direkt Organspende mit hinzufügen?
Und es sollte im Falle eine Legalisierung wirklcih extrem drauf aufgepasst werden, das damit kein Mißbrauch gemacht wird. Denn es wird bestimmt kein jahr lang dauern, bis dahin ein Organisiertes Verbrechen aufgebaut worden ist.

hardwärevreag
03.07.2006, 14:37
JEDER sollte das Recht haben, der bei vollm Bewusstsein ist...

... also keine durchgeknallten Teenager:D

hardwärevreag

China
03.07.2006, 15:10
Sterbehilfe ollte nur angewendet werden, wenn diejenige Person wirklich tod krank ist und auch nur den eindringlichen Wunsch dazu hat.


Genau so sehe ich das auch.
Ist nämlich echt scheisse wenn jemand Dir 3-4 Mal am Tag sagt das er sterben will....:freak
Nur kommt es da auch auf den geistigen Zustand an... ;)

Simple Man
11.07.2006, 23:51
Ein heikles Theme. Die Erhaltung des Lebens hat immer priorität, doch das Leben muss lebenswert sein. Leben heißt nicht nur 1h oder 1tag älter werden, da gehört schon mehr dazu.
Das ganze muss fein und genau durchdacht werden, wer, wie, wo und wann etwas durchführen kann. Nur weil der Opa sieht, dass er zur "Last" für eine arme Familie wird, ist das kein Argument sich von dem Leben zu verabschieden. Da sollten schon medizinische Gründe eine Rolle spielen.

Doch wenn jemand seinen pc neustarten möchte, dann sollte er das Recht dazu auch haben.

btw, wenn das so weiter geht mit der Bevölkerungsentwicklung werden wir ab 2025 alle Pensionisten, die schon 10 Jahre Pension bezogen haben, zu Soylent Green verarbeiten.

mega.family
23.07.2006, 01:31
@DerEineDa
Soso Zivi - also nicht ganz so freiwillig in der Branche.

Was wer von den dementen Leutchen noch mitbekommt ? - vieles weis man nicht !
Langzeitstudien fehlen.


Geil auf die Rente von Oma oder Opa ? - Frag mal in eurer Verwaltung nach was das kostet.
Ein Monat vollstationär in Gerontopsychatrischer Pflege macht locker an die 4500 Euronen.

Die Klientel der Rentner die Einkommen haben um diese Pflege zu löhnen und noch was für die Erbschleicher übrig zu lassen damit die damit einen drauf machen können, ist ziemlich dünn gesäät.

Es wird sie geben aber sie fallen in der Masse nicht auf.
Der überwiegende Teil wird Sozialhilfe für die Heimkosten kriegen.

@ alle

Sterbehilfe ?
Tja - ich fange gerade an mich mit Pro und Contra zu beschäftigen, da meine Mom Demenz hat. Globale Hirnatrophie.

Nüchern und mit Fakten betrachtet kann es nur eine Antwort geben : JA
Emotional und humanitär : NEIN !

Kann ich ein Leben beenden (lassen) welches mir das Leben gegeben hat ?
Müssen meine 5 Kinder dauernd alleine sein weil Oma krank ist und ich zu ihr muß ?
Für wen ist der Zustand schlimmer ?
Für den der drin steckt oder für den der das mitansehen muß und leidet wie ein Tier?
Man sieht die Rückentwicklung in Stadien die eher den Primaten zuzuordnen sind.
Ist das noch menschlich - menschenwürdig ?

Wie sagt man so schön .....

"Ich denke - also bin ich" ?

Ich denke, darüber muß ich noch mal nachdenken .......

Bratmaxe88
06.11.2007, 14:12
mal ne frage...

wie können die holländischen Ärzte (Holland = aktive Sterbehilfe erlaub)
ihr Handeln eig. mit ihrem Ärzteeid vereinbaren ?

hab da schon im inet nach gesucht (weil ich das für die Schule brauch) hab aber nicht brauchbares gefunden....:(

keshkau
06.11.2007, 14:49
In der Quelle unten heißt es lapidar: Die Niederlande verabschieden sich mit diesem Gesetz vom „Hippokratischen Eid“.

http://www.pbc.de/archiv-2005/SULI/2_01/sterbehilfe.htm