Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Was ist an unseren (Haupt-)Schulen los?
Das Thema Bildung steht derzeit mal wieder hoch im Kurs: Deutschland brauche mehr Akademiker und lebenslanges Lernen ist ohnehin der Grundstein für den privaten, sozialen und beruflichen Erfolg. Doch vorab gilt es, erst einmal die Schullaufbahn erfolgreich zu absolvieren. Und dort lauern auch schon die Probleme.
Da dreht sich munter die Spirale der Gewalt (1) und ohne Mediation/Streitschlichtung (2) kommt kaum noch eine Schule aus. „Etwa fünf Prozent der Jugendlichen an Hauptschulen sind extrem aggressiv und quälen regelmäßig Mitschüler.“ (3) In manchen Schulen ist Schulabsentismus (4) ein vermehrt auftretendes Problem (Schulschwänzen, Schulverweigerung). Dieser wiederum leistet einer hohen Abbrecherquote (5) Vorschub, die z. B. an den Hauptschulen in Ludwigshafen 16 % beträgt. Mancherorts sind die Rahmenbedingungen (7, 8) alles andere als optimal, weil es aufgrund der Zusammensetzung der Schüler massiv an grundlegenden Deutschkenntnissen mangelt. Und die Lehrer leiden mit (9), was sie nicht unbedingt zu besseren Pädagogen macht. Nicht selten müssen Verträge (10) mit Eltern und/oder Schülern abgeschlossen werden, damit die Kinder nicht ohne Frühstück zur Schule geschickt werden oder damit regelmäßig Hausausgaben gemacht werden.
Erschreckend liest sich auch die Bilanz von Bochumer Hauptschullehrern. Hier ein Auszug aus dieser aufschlussreichen Quelle (6):
Als schulpolitischer "Reparaturbetrieb" überfordert, ist aus der ursprünglich gedachten Hauptschule eine Randschule geworden.
Da ist es nur konsequent, dass die Ergebnisse der Lernstandserhebungen in erschreckender Weise die Defizite der Hauptschülerinnen und Hauptschüler deutlich gemacht haben:
Wenn von 100 Schülern eines Jahrgangs nur noch 7 zur Hauptschule gehen und diese in jeglicher Hinsicht (in Bezug auf Intelligenz, psychische Gesundheit, Leistungsvermögen, Arbeits- und Sozialverhalten) "durchsiebt" worden sind, dann erscheint es schon fast zynisch, wenn sich diese mit den Besten ihres Jahrgangs messen lassen müssen.
1. http://www.spiegel.de/schulspiegel/0,1518,347930,00.html
2. http://lbs.hh.schule.de/themen/gewalt/hamburg/streitschlichtung.pdf
3. http://www.spiegel.de/schulspiegel/0,1518,408835,00.html
4. http://www.wolfsburg.de/imperia/md/content/jugendamt/eb/absentismus.pdf
5. http://www.ludwigshafen.de/fileadmin/user_upload/leben_in_lu/soziales/krimirat/arbeitskreise/schulabsentismus_in_ludwigshafen.pdf
6. http://www.waz.de/waz/waz.politik.startseite_107381.php
7. http://www.spiegel.de/schulspiegel/0,1518,342504,00.html
8. http://www.spiegel.de/spiegelspecial/0,1518,317061,00.html
9. http://www.br-online.de/wissen-bildung/thema/zukunftjugend/ursachen.xml
10. http://www.taz.de/index.php?id=archiv&dig=2007/02/20/a0079
Ich denke, dass es sich hier um ein "Politikum" handelt, weshalb ich dieses Unterforum gewählt habe. Wie seht ihr das? Wie kann das Schulsystem gerettet werden, damit es seinen Aufgaben gerecht werden kann?
Damocles' Sword
22.06.2007, 11:01
Nun, ich denke die Ursachen der Probleme liegen im privaten Bereich,die (Haupt-)Schulen sind davon nur besonders betroffen. Die Probleme im privaten Bereich sind äußerst vielschichtig,sie alle aufzuzählen dürfte hier den Platz sprengen...
Ein Lösungsansatz wäre m.E. :
1.) Maximal 15-18 pro Klasse,wobei "Problemkinder" sofort dauerhaft entfernt werden können
2.) In Härtefällen (Rütli-Schule in Berlin u.s.w.) mind. 1 Wachmann pro Klasse
3.) Totales Handyverbot (wurde teilweise schon umgesetzt)
4.) Taschenkontrolle am Schuleingang,damit meine ich bereits das Schulgelände,nicht die Eingangstür
5.) Eine richtige Pausenaufsicht. Schon zu meiner Schulzeit (war auf einem Gymnasium,wo man Schlägereien nur vom Hörensagen kannte) waren die Lehrer in den Pausen nirgends zu sehen...
6.) Ggf. Einführung von Schuluniformen,um den Neidfaktor auszuschalten. Ja,den gab's zu meiner Zeit auch schon... ;)
Das Problem liegt im Leben des Kindes wesentlich früher, nämlich im Alter bis zu 6 Jahren. Kinder aus sozial schwächeren Familien schicken ihre Kinder wesentlich seltener in den Kindergarten, als dies Familien mit höherem Bildungsstand tun. (als Beispiel). Ebenso findet in den sozial schwachen Familien weniger Förderung statt.
Grundlegende Fähigkeiten sind nicht vorhanden. Der Lebensweg dieser Kinder ist oft vorgezeichnet. Oben genannte Maßnahmen sind eigentlich nur sinnvoll, die Umwelt zu schützen. Die Kinder werden isoliert und kommen aus dem Kreislauf der Armut nicht hinaus.
Wir müssen die Frühförderung ernster nehmen. Auch die neuesten Maßnahmen, mehr Krippenplätze zu schaffen ist halbherzig, weil die Anzahl niemandem nützt, wenn die Qualität nicht stimmt.
Ebenso müsste die Ausbildung von Erziehern und Lehrern verändert werden aber das ist ein Prozess nicht von Monaten sondern von Jahren. Schweden macht es vor - warum machen wir es nicht nach?
Eigentlich reicht hierfür ein Wort: Erziehung. Die Kinder können doch gar nichts dafür. Das Elternhaus ist maßgeblich am Verhalten und Benehmen schuld. Wie die Eltern so die Kinder.
Das ganze hängt auch sehr stark mit unserem Ausländerproblem zusammen das definitiv in Deutschland vorhanden ist. Ich bin absolut nicht rechts aber realist. Damit haben relativ viele Dinge zu tun. Integration, Starthilfe ect. muss mehr von der politischen Seite kommen. Leider hat man aber auch oft den Eindruck manche wollen sich gar nicht Integrieren und wo kein wille ist...
Vielleicht weil in Schweden das Sozialsystem funktioniert.. in Deutschland ist gehörig was schiefgegangen in den letzten Jahren.
Wenn wir schwedische Verhältnisse einführen wollen, dann bitte auch die schwedischen Steuern.. Wen kann man dafür begeistern? O___o Mich jedenfalls nicht.
kabe1brand
22.06.2007, 11:29
- bekannter macht sein sozpäd praktikum in ner schule, bei der hausaufgabenbetreuung wollen die dem ins gesicht spucken.
- mitbewohnerin macht sozpäd praktikum mit kindern/jugendlichen, die erziehungshilfe bekommen. die spucken zwar nicht, aber sind auch übelst stressig zum teil.
problem liegt meistens nicht an den kindern, sondern die eltern versagen. nur wenige kinder haben wirklich verhaltensstörungen wie ads oder sind besonders aggressiv. die erziehung bei den anderen schlägt da fehl. ein 16-17 jähriger bekommt auch kaum noch erziehungsbeistandschaft oder ähnliches, da denkt sich das jugendamt 1-2 jahre noch dann isser erwachsen dann müssen wir nicht mehr zahlen.
ältere lehrer haben meist kaum bis schlechte pädagogische kenntnisse.
zu unterscheiden ist aber der standort der schule, berlin rütli als extremes beispiel (obwohl niemand ne ahnung hat was da los ist, kam halt in den medien) und ne hauptschule aufm dorf mit 3000 einwohnern ist nicht zu vergleichen.
einerseits fremdsprachige schüler, deren eltern schon nicht "integriert" (was ist integration?) wurden, andererseits verwahrlosung weil die eltern die kinder aufgegeben haben oder alkoholabhängig sind oder viel zu jung und unselbstständig. bei vielen eltern von "auffälligen" kindern ist das interesse am kind auch nicht so groß wie es sein sollte um dem kind eine stabile lebenswelt zu bieten.
dazu kommt dass ein schulpsychologe bzw schulsozialarbeiter im schnitt an die 4000 jugendlichen zu betreuen hat (wovon natürlich nicht alle bedürftig sind).
die probleme sind so vielschichtig dass hier nur sehr schwer sachlich diskutiert werden kann, weil die meisten recht wenig ahnung über empirische daten haben!
schuluniformen tragen natürlich ein bisschen dazu bei, dass es besser läuft, die anderen hier genannten vorschläge sind größtenteils nicht realisierbar.
kontrollen an eingängen ist teuer, nützen meiner meinung nach relativ wenig weil ich kenne genug leute die drogen und waffen im unterricht in der tasche hatten, zudem wird halt einfach vor der schule gedealt und es entzieht sich jeglicher kontrolle.
kleinere klassen hört sich gut an, wer finanziert aber die doppelte anzahl an lehrern ?
totales handyverbot ist zwar nicht schlecht auf den ersten blick aber relativ weltfremd eine moderne technik zu verbannen. hat man früher aus oder ist es einem schlecht hat man keine möglichkeit eltern anzurufen. sozusagen leiden viele darunter weil ein paar idioten damit scheiße bauen.
sehr gute und v.a. positive effekte ergaben tests an schulen, die deutsch als einzigste sprache auf dem schulgelände erlauben. das ergab überall nachweislich weniger gewalt und besseren notenschnitt in der gesamtbetrachtung.
könnte hier ganze romane schreiben aber paar denkanstöße hier reichen erstmal ;)
edit: die rettung des systems hängt stark mit prävention zusammen. das dumme an prävention ist, dass man sie nur schwer überprüfen kann (wäre das mit/ohne prävention auch passiert?) ob sie erfolgreich ist oder nicht. deswegen wird da auch verhältnißmäig sehr wenig geld ausgegeben, da kein direkter nutzen spürbar und v.a. nicht messbar ist!
andererseits kommt noch hinzu, dass sich nicht jeder (kidner wie eltern) helfen lässt.
zitat: "man kann einen esel zum brunnen tragen, aber saufen muss er selbst."
edit2: was hat ein wachmann bitteschön mit pädagogik zu tun ? man kann damit probleme unterdrücken, aber die ursachen für die probleme werden damit nicht weniger.
Der Brunnen sollte etwas enthalten, was jedes Kinder mag ;-) Sprich: Die Neugier ist jedem Kind mitgegeben und wir als Erzieher und Eltern müssen diese wachhalten und immer wieder ansprechen mit einer attraktiven Umgebung. :)
Allgemein zur Schulsituation ist meine Meinung, das man zum einen Schuluniformen einführen sollte, die Grundschule 1 Jahr früher anfängt (dafür aber spielerischer) und 8 Schuljahre hat (keine zu frühe Selektion). Inhaltlich sollte zumindest ein Fach Medienkompetenz von der ersten Klasse an gelehrt werden und jeden Tag Schulsport (naja so ähnlich wie in Asien). Jetzt könnte man noch erwähnen, das man Ganztagsschulen mit passenden Angeboten ausweiten muss.
Das jetztt einmal unabhängig von der Frage der Finanzierung.
farquaharson
22.06.2007, 12:09
totales handyverbot ist zwar nicht schlecht auf den ersten blick aber relativ weltfremd eine moderne technik zu verbannen. hat man früher aus oder ist es einem schlecht hat man keine möglichkeit eltern anzurufen. sozusagen leiden viele darunter weil ein paar idioten damit scheiße bauen.
Ich weiß jetzt nicht wie alt Du bist, aber ich schätze Dich mal gut so 10 Jahre jünger ein als ich (30) bin.
Ich war von 1983-1996 Schüler. Damals gab es noch gar keine Handys. Wenn einem schlecht wurde oder man früher Schulaus hatte, ist man entweder mit dem Bus heim gefahren, mit dem Fahhrad, zu Fuß, ist ins Sekretariat gegangen und hat die Sekretärin gebeten zuhause anzurufen oder einfach gewartet bis man abgeholt wurde.
Bzw man ist mit 3 Groschen/Telefonkarte zur nächsten Telefonzelle oder an den Fernsprecher im Schulgebäude gegangen und hat von dort telefoniert.
Sorry, mir fällt also wirklich kein einziger Grund ein warum ich unbedingt ein Handy in der Schule brauche.
Doch ja - um Videos für youtube zu drehen!
mit einer attraktiven umgebung.
da fängts doch schon an.
guck dir an was für ziele die kids da haben auf diesen schulen: in 99% der fälle gar keine.
wie willst du bei so jemandem interesse für irgendetwas wecken, was auf vollkommenes desinteresse stößt.
ich habs schon mehrfach in diesem forenteil geschrieben, und ich schreib es gern nocheinmal; da wird noch ein ziemlicher scheiss den hügel runtergerollt kommen. das bisher waren alles nur die krümel vor den dickeren brocken.
zu meiner schulzeit gabs so ein verhalten überhaupt nicht. nichtmal ansatzweise. da waren zwar auch alle mehr oder minder ebenso genervt vom trockenen leblosen starren schulsystem wie heute, aber das gewaltpotenzial war doch deutlich geringer. heutzutage bewaffnen die sich ja schon aus selbstverteidigungsgründen. und das ist mitlerweile glaub ich standard in großstädten.
und wer niemanden kennt und auffällt hat eh komplett verschissen und kann froh sein wenn ihm nichts passiert.
das klingt wie schwarzmalerei, aber wer sich mal umsieht an den problemherden, wirds mit eigenen augen irgendwann sehen.
und abgesehen davon;
das schulsystem müsste komplett reformiert werden.
a) kann es nicht angehen das in jedem bundesland ein anderer bildungsstandard herrscht und man quasi bei nem umzug von einer region in die nächste von 100 auf 0 fällt.
und b) ist das ganze einfach nicht mehr zeitgemäß.
die politik fordert mehr akademiker, aber tritt das schulsystem mit füßen und lässt es links liegen. es sollte viel individueller gestaltbar sein auf die persönlichen interessen des einzelnen abgestimmt. denn wenn wir mal ehrlich sind, braucht man den großteil den man in der schule lernt doch im späteren leben nicht einmal. was soll beispielsweise jemand der irgendwo als lagerist endet mit irgendwelchen binomischen formeln oder so nem blödsinn?
oder einer der sich für kunst interessiert sich mit naturwissenschaften rumplagen müssen und aufgrunddessen vielleicht komplett die schullaufbahn verkacken, weils sich dann auch auf die noten auswirkt. dazu dann noch das vielen schulen einfach die kohle fehlt um zeitgemäß eingerichtet zu sein.
und da hab ich noch nichteinmal die probleme die von haus aus mitgebracht werden miteinbezogen.
fertig is der salat. fehlt nur noch der quark der politik als dressing.
ältere lehrer haben meist kaum bis schlechte pädagogische kenntnisse.
na das ist ja mal ein Satz. :p
Also ich selbst habe schon zu meiner Zeit in der Hauptschule (1974 - 1983) bemerkt, dass die Qualität des Unterrichtes bei der alten Garde der Lehrer um längen besser war als bei den Lehrer der 68er Studenten mit ihren anti-authoritären Erziehungsmodellen. Gerade was Durchsetzungsvermögen anbelangt. Wenn ein Lehrer mir damals eine geschmiert hat und ich hätte das zuhause erzählt, hätte ich gleich noch eine geschmiert bekommen.
Heute habe ich zwei Kinder in der Schule. Eines auf dem Gymnasium und eines in der Grundschule. Und siehe da, als mein Sohn vor etwas über einem Monat von der zweiten Klasse in die erste Klasse zurückversetzt wurde, klappten auf einmal all die Dinge die vorher nicht klappten. Der Lehrer den er von der ersten bis zur zweiten Klasse hatte ist ca. 35, seine jetzige Lehrerin eine die ich schon zu meiner Zeit in der Hauptschule hatte. ;)
CrazyIwan
22.06.2007, 12:29
Das einzig wahre was man wirklich machen kann, ist die Hauptschule als solches abschaffen. Kinder, die die Hauptschule besuchen erhalten, Abschluß mit oder ohne Quali, eine Fahrkarte ins nichts. Es ist sinnloseste Ausbildungserfindung in Deutschland überhaupt. Die Schule muss mindesten ab Realschule beginnen. Was kann man schon mit Quali machen? Wer wird dich einstellen mit so einem Witzabschluß? Meiner Meinung nach, sind schlechte Leistungen in Hauptschulen auf eine völlige Unterfordung zurückzuführen. Die Kinder merken es ja, daß man sie einfach für Dumm hält wenn sie Hauptschule besuchen. Abgesehn davon, kommt schon... Bruchrechnungen in der neunten Klasse anfangen?
Es muss sich was ändern. Kinder müssen spüren das sie eine Zukunft haben und nicht als Dreck der Gesellschaft mit einem "Für den A... Abschluß" abgestellt werden. Erst dann wird sich was ändern. Und auch die Lehrer sollten besser ausgebildet werden. Die sind entweder Blind oder einfach nur faul. (Die Aussage nicht gleich pauschal nehmen bitte ;) )
Das Problem ist auch bei den Politikern bekannt und ich denke auch da gibt es genug Lösungsansätze, nur will keiner irgendwas bezahlen. Das Land schiebt es auf den Bund, der Bund auf das Land, die beide zusammen auf die Komune, alle haben kein Geld und somit wird auch nichts draus. Traurig aber wahr. Und die meisten Politiker scheinen numnmal nicht weiter denken zu können wie ihre Amtszeit.
Wie sagte JFK mal so schön... "Wer an der Bildung spart, spart an der Zukunft für uns alle!"
@CrazIwan
Ich bin als Befürworter der Gesamtschule zwar auch gegen das dreigliedrige Schulsystem, aber deine Logik erschließt sich mir nicht, wenn du forderst, die Hauptschule ersatzlos zu streichen. Auf welche Weise willst du die unterschiedlichen Leistungsstufen, die es ja nun einmal gibt, stattdessen abbilden? Ein Abschlußzeugnis, auf dem Realschule steht, ohne daß die Schüler die entsprechende Qualifikation erbracht haben, würde über kurz oder lang ebenfalls in seinem "Ansehen" bei der Berufswahl einer Inflation unterliegen. Also würde das auf Dauer als reine Schönfärberei an einer Qualitätsverbesserung des Schulsystems überhaupt nichts bewirken können.
Man könnte sich auch sowas überlegen, wie, den ersten Abschluss (ähnliche dem jetzigen Hauptschulabschluss) gibt es dann nach 8 Jahren Grundschule + 2 Jahre praktischere Ausbildung, einen anderen nach 10 schulische Ausbildung (Realschule) und den letzten mit 12 Jahren als Studienvorbereitung.
Die Zahlen sind jetzt nur mal als Beispiel gedacht und man muss schauen, was es dann überhaupt für Angebote für die Schüler geben kann.
@fandre
deine Idee entspricht in Grundsatz dem Modell der Gesamtschule, das in Hamburg leider sukzessive durch den Senat anderer politischer Färbung zurückgeführt wird.
Was mir so vollständig auf den Keks geht, ist die einfältige Betrachtungsweise der Politik, mit der junge Menschen in vorgegebene Schubladen gepreßt werden.
Weshalb soll es ausgeschlossen sein, daß ein auf bestimmten Gebieten schwacher Schüler in seinen starken Fächern nicht das Maximum an Förderung erhält. Dazu scheint mir das Modell der Gesamtschule zur Zeit des am Besten geeignete zu sein. Aber vielleicht gibt es ja noch bessere Ideen, wenn man sich von der bisherigen "Katalogisierung" von Menschen lösen könnte.
Jägermeister_84
22.06.2007, 13:10
@MacII
bin deiner Meinung, Abschaffung der Hauptschule würde nichts bringen! Würde eher sogar nachteile haben, da dann die Hauptschüler in der Realschule rumsitzen und noch mehr Schüler schlecht werden.
Ich denke es sollte härter gegen solche kaoten vorgegangen werden. Schmeißt sie doch von der Schule und packt sie ruhig mal in ein erziehungsheim. Am besten weit weg von ihren andern "Muchelfreunden" dann fühlen sie sich nicht mehr so toll!
Wer zu viel Scheiße macht und mit Waffen in die Schule kommt muss halt mal Sozialstunden schieben! Wird denen sicherlich nicht schlecht tun. Außerdem mehr Sport damit sie sich austoben können. Ruhig jeden Tag mal 1-2 Stunden schulsport. Auch wenn jeden Tag nur fussball gespielt wird, hauptsache sie bewegen sich mal.
Man muss dagegen arbeiten, was die Eltern falsch machen. Wenn ich so Typen sehe die mit 16 nicht mal nen ordentlichen deutschen Satz raus bringen obwohl sie wahrscheinlich seit Jahren in deutschland leben merkt man direkt was die für ein Umfeld haben.
Außländer die wiederholt scheiße bauen können auch ruhig mal abgeschoben werden, oder auch mal ins Jugendheim!
Ich habe nichts gegen Ausländer (habe mehrere ausländische Freunde) aber es ist nun mal leider so das die Mehrheit derer die scheiße bauen und andere Leute auf der Straße anpöbeln keine deutschen sind. Und solche leute sollten ordentlich bestraft werden, bis sie lernen sich wie normale Menschen zu verhalten (das gleiche gilt in der Schule). Das gilt für deutsche und Ausländer! und die drohende Abschiebung ist bei Ausländern sicherlich die wirksamste Maßnahme! Man kann ja auch vorher noch andere Dinge machen, wie Sozialstunden etc.
Das Frauenbild von manchen kotzt mich sowieso manchmal an! Wer in deutschland lebt, hat auch die deutschen Rechte zu akzeptieren und dazu gehört auch die Freiheit der Frau sowie dass die Frau nicht das Lustobjekt der Männer ist.
Und hier sollten die Eltern auch mehr in die Pflicht genommen werden, dass sie sich um ihre kümmern! am besten wäre wahrscheinlich ein Führerschein zum Kinderkriegen. Obwohl dann wäre Deutschland wohl bald ausgestorben!
@MaxII
Ich stimme dir da zu.
Meiner Ansicht nach sollten die Gesamtschulen aber zusätzlich zum Grundangebot (gemeinsamer Unterricht) noch Förderkurse für schwächere, als auch bessere Schüler im Angebot haben. Was auch an vielen Schulen fehlt ist ein Mediationsangebot und Kurse zu Stress- und Konfliktbewältigung. Es gibt ja ein paar Schulen, die das anbieten.
Ist noch die Frage, wie man das alles finanzieren soll.
CrazyIwan
22.06.2007, 13:16
@CrazIwan
Ich bin als Befürworter der Gesamtschule zwar auch gegen das dreigliedrige Schulsystem, aber deine Logik erschließt sich mir nicht, wenn du forderst, die Hauptschule ersatzlos zu streichen. Auf welche Weise willst du die unterschiedlichen Leistungsstufen, die es ja nun einmal gibt, stattdessen abbilden? Ein Abschlußzeugnis, auf dem Realschule steht, ohne daß die Schüler die entsprechende Qualifikation erbracht haben, würde über kurz oder lang ebenfalls in seinem "Ansehen" bei der Berufswahl einer Inflation unterliegen. Also würde das auf Dauer als reine Schönfärberei an einer Qualitätsverbesserung des Schulsystems überhaupt nichts bewirken können.
Natürlich müssen die Schüler das Leistungniveu der Realschule bringen, sonst nützt es ja nichts. Aber die "Aussortierung" auf drei Schultypen ist schlichtweg falsch. Gymnasium und Realschule ist das maximum. Mehr darf es nicht geben. Wenn überhaupt. Bestes Beispiel das sowas funktioniert, war der Ostblock. Tut mir leid, aber da ist westen Meilen weit hinterher. Beispiel Sowjet Union: Nur ein Schultyp genannt Mittelschule, 10 Klassen, Leistungsniveu identisch mit 13 Klassen Abitur hier (!). Jedes Jahr, angefangen ab 3en Schulklasse, Prüfungen um in den nächsten Jahr aufzusteigen. Wobei bei guten Noten konnte der jeweiliger Fachlehrer den Schüler von der Prüfungen befreien. Durchfallsquote fast gleich Null. Es war eine Schande sitzenzubleiben und in der Schule gab ein Supergau wenn es mehr als ein Schüler waren. Wenn man die Schule nach 8 Klassen verlassen hat, konnte man nicht an die Uni, die Entscheidung war aber freiwillig. Nach 10 Klassen zu Uni oder Fachhochschule. Ich kannte sogar Strassenkehrer die ein Doktortitel besassen. Naja, zumindest mussten sie irgendwann die Strassenkehren, da Staat Ende der 80er pleite war. Danke Gorbi, aber es ist ein anderes Thema. In der DDR funktionierte es auch sehr gut.
Wie glaubst du fühlen sich die Kinder die eine Hauptschule besuchen? Ich war auf einen, war die schlimmste Schulzeit meines Lebens. Bin mir vorgekommen wie ein Depp als wir in den 9en Klassen einen Diktat schreiben mussten. Interessanterweise hab ich keine Quali bekommen, wegen einem Punkt, dafür hab ich aber Mittlere Reife und Abitur (keine Fachabi sondern Allg.) danach gemacht. Und jetzt studiere ich. Tja... Was sagt es uns? Das die Hauptschule nur ein Ziel erreicht, ihre Schüler an Rand der Gesellschaft zu schieben. Natürlich nicht alle, aber immer mehr und öffter. Dazu schau die Verteilung der Ausländer auf dt. Schulsystem. Fällt was auf? Die meisten sitzen in der Hauptschule. Das ist einfach erniedrigend. Mit Gesamtschule bzw. zwei Schulsystemen würden sich diese Kinder mehr in die Gesellschaft integriert fühlen.
bitfunker
22.06.2007, 13:29
1. Woher das Verhalten der Schüler kommt, ist klar und auch schon erwähnt worden: Sie bringen es von zu Hause mit und in der Schule schaukelt sich das dann hoch. So weit, so klar.
Das wird dann eben noch unterstütz durch Perspektivlosigkeit, Umfeld, ...
2. Das Problem der Hauptschule ist das Problem des Schulsystems:
Die verschiedenen Stufen sind nach unten durchgereicht worden.
Ohne jemanden beleidigen zu wollen: Das Niveau der heutigen Hauptschule entspricht dem einer Sonderschule für Lernbeeinträchtigte von vor 10 Jahren - wenn überhaupt. Die Realschule ging vor wenigen Jahren als gute HS durch, auch die Gymnasien haben verloren.
Letzendlich muss man die HS in dem Sinne wirklich abschaffen und quasi auf das Gynmasium eins obendrauf setzten, um der Lage gerecht zu werden. Oder eben Gesamtschulen, wobei das auch kein Allheilmittel ist.
Das dreigliedrige Schulsystem hatte durchaus seinen Sinn, und eigentlich hat es den heute auch noch.
Hauptschüler -> Ausbildung in Handwerk / Industrieberufen
Realschüler -> Ausbildung im Kaufmännischen / Verwaltungsbereich
Abiturienten -> Studium
Soweit so gut.
Natürlich muss die Hauptschule den Anforderungen gerecht werden damit eine Ausbildung auch stattfinden kann. Es nutzt aber auch nicht viel, wenn in den Ausbildungsberufen heutzutage immer mehr irrrelevante Ansprüche eine Rolle spielen.
Während meiner ersten Ausbildung zum Stahlbauschlosser 83-86 waren einige Dinge in der theoretischen Prüfung welche 8 Jahre vorher Bestandteil der Meisterprüfung waren. Ich habe ja nichts dagegen, dass man diverse Sachen für die Allgemeinbildung lehrt, aber dass man vollkommen am Berufsbild vorbei hochtrabende Dinge prüfungsreleant lehrt um die Ausbildung zum Meister / Techniker zu verkürzen kann es ja wohl auch nicht sein.
Man möge mir bitte einen Schlosser auf dieser Welt zeigen der die Tragfähigkeit einer Stahlbrücke ausrechnet oder ausrechnet ob die verwendeten Schrauben auch die Mindestabscherfestigkeit / Mindestzugfestigkeit besitzen.
Es ist also kein Wunder das immer mehr Hauptschüler heutzutage keine Lehrstelle mehr bekommen. Selbst ein Bäcker oder Koch ist ja schon fast ein voll ausgebildeter Lebensmittelchemiker. :rolleyes
@CrazyIwan
mit deiner genaueren Darlegung deiner Gedanken kann ich jetzt natürlich wesentlich mehr anfangen. Und siehe da: Wir liegen in der Richtung auf einer Linie, was das Aufbrechen des starren dreigliedrigen Schulsystem anbelangt. Die Frage ist natürlich wie ein optimales Modell aussehen muß. Als wesentliche Merkmale müßte auch das einfließen, was fandre fordert.
@fandre
Die Frage der Finanzierbarkeit würde ich nach guter Organisationsmanier erst einmal völlig außer Acht lassen, um bei der Suche nach dem Optimum nicht von vornherein die berühmte Schere im Kopf zu haben. Einschränkungen bei einer eventuellen Umsetzung gibt es dann immer noch zur Genüge, auch finanzielle.
Wintermute
22.06.2007, 13:45
@Tiu:
Das Wissen der Welt wächst aber auch. Und somit die Anforderungen. Es war früher auch einfacher einen Eselskarren zu bauen als heute eine S-Klasse. So pauschalisiert festlegen kann man das auch wieder nicht.
Für mehr als 90% aller Ausbildungsberufe kannst du das definitiv.
Nur weil sich der Stahlbauschlosser heute Fertigungsmechaniker Fachrichtung Schiff und Brückenbau nennt, man die Lehrzeit um 6 Monate verlängert hat, hat dieser Beruf heute keine anderen Aufgaben als vor 50 jahren. Und nur weil sich div. Gesetze in der Verwaltung oder im kaufmännischen Sektor ändern bzw. die Schreibmaschine und Ablage durch ein EDV-Programm ersetz wurden, bleiben die wesentlichen Aufgaben immer noch die gleichen.
@Tiu
man erwartet heute von Berufstätigen ein flexibles Umgehen mit sich ändernden Anforderungen. Die Festlegung in Kategorien, wie du es jetzt für das dreigliedrige Schulsystem beschrieben hast, erwartet, daß für die Kinder bereits frühzeitig eine Richtungsentscheidung auf die spätere Berufswahl getroffen wird. Das kann es doch nicht sein, oder?
CrazyIwan
22.06.2007, 13:58
Das dreigliedrige Schulsystem hatte durchaus seinen Sinn, und eigentlich hat es den heute auch noch.
Hauptschüler -> Ausbildung in Handwerk / Industrieberufen
Realschüler -> Ausbildung im Kaufmännischen / Verwaltungsbereich
Abiturienten -> Studium
Die Frage ist nur, hat es wirklich einen Sinn aufzuteilen? Gibt es nicht Abiturienten die in der Indusitrie arbeiten oder als Handwerker? Gibt es nicht Realschüler die Studium angefangen haben? Natürlich gibts die! Und behindert mehr Ausbildung einen Handwerker bei der Arbeit, nur weil seine allg. Bildung höher ist? Wohl kaum. Also wozu die Aufteilung?
Ich denke mal so, wenn ein Staat nicht für die gute Ausbildung sorgen kann, ist es ein Armutszeugnis. Mit Hauptschule kann es dt. Staat definitiv nicht. Wenn wir Gewalt und Unfähigkeit verhindern wollen, müssen wir auch gute Möglichkeit für die Bildung errichten. Denn wie man im russischen schön sagt: "Gelehrtheit ist Licht, und Ungelehrtheit ist die Dunkelheit"
@ MacII
Was heißt denn Richtungsentscheidung? Die wird und muss doch ohnehin getroffen werden, egal welche Schulformen auch geboren werden. Aus jemandem der heute mit ach und krach die Hauptschule meistert wirst du keinen Ingenieur machen. Auch heute hast du doch zahllose möglichkeiten zur schulischen und beruflichen Weiterbildung.
So ganz verstehe ich nicht auf was du da so hinauswillst.
@ CrazyIwan
Im deutschen heißt das, was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. :D
Es bleibt sich doch gehopt wie getoppt. Ob nun einen, zwei oder dreigliedrig.
Zudem, man kann auch hier nicht die Modelle anderer Länder so nahtlos als Vergleich heranziehen. Wieviele Länder haben ein duales Ausbildungssystem? ;)
CrazyIwan
22.06.2007, 14:11
@CrazyIwan
@fandre
Die Frage der Finanzierbarkeit würde ich nach guter Organisationsmanier erst einmal völlig außer Acht lassen, um bei der Suche nach dem Optimum nicht von vornherein die berühmte Schere im Kopf zu haben. Einschränkungen bei einer eventuellen Umsetzung gibt es dann immer noch zur Genüge, auch finanzielle.
Die Ausbildung der Lehrer muss auch auf jeden Fall verbessert werden. Die Desinteresse ist bei den Lehrer leider sehr groß. Wie immer ist es keine Pauschalaussage, trifft aber aus meinen Erfahrungen oft zu. Man kann nicht immer alles auf Eltern schieben, wenn das Kind in der Schule ist, ist Lehrer in gewissen Maßen sein Erziehungberechtigter. Und so muss er sich auch verhalten. Leistungsschwächere Schüler sind ja nicht dümmer, oft haben sie entweder Konzentrationsstörungen oder täumen gerne vor sich hin. Es ist auch nichts schlimmes, bedarf es aber näheren Auseinandersetzung für den Lehrer, d.h. der Lehrer muss sich die Zeit nehmen um die Schüler die nicht mitkommen zu kümmern. Oft begnügt man sich damit die Eltern zu rufen und sagen "Ihr Kind ist Faul, oder spielt zu viel Computer, also machen sie was dagegen". Ich kenne aber auch ganz harte Fällen, wo Lehrer einen Legastenieschüler mit Absicht schlechter macht und ihn nie lobt wenn er was richtig gemacht hat. Natürlich eine Ausnahme, aber das zeigt die schlechte Ausbildung und nicht das Gefühl unterrichten zu wollen.
@ MacII
Was heißt denn Richtungsentscheidung? Die wird und muss doch ohnehin getroffen werden, egal welche Schulformen auch geboren werden. Aus jemandem der heute mit ach und krach die Hauptschule meistert wirst du keinen Ingenieur machen. Auch heute hast du doch zahllose möglichkeiten zur schulischen und beruflichen Weiterbildung.
So ganz verstehe ich nicht auf was du da so hinauswillst.
Wie gesagt, ich habe mein Quali nicht bestanden, habe aber allg. Abitur und studierte 6 Jahre lang an der LMU Japanisch und studiere jetzt seit einem Jahr Game Design. Hmm, also vielleicht kann man doch von einem ohne Quali was machen?
Was die Weiterbildung angeht, wozu denn so komplitziert wenn man es gleich richtig machen kann? Von Anfang an also. Ich bin auch der Meinung das Gesamtschule besser wäre, zur Not Dualsystem.
bitfunker
22.06.2007, 14:20
Aha, mal wieder die Lehrer...
Klar, ist ja sowas von logisch, was die Eltern verbocken und versäumen, sollen gefälligst die Pauker als Staatsdiener richten. Da machst du es dir wohl ein wenig zu einfach.
Wenn man Schulen spricht, nennt man das Bildungs wesen, nicht Erziehungswesen. Sichelich haben Lehrer auch einen Erziehungsauftrag, doch Kern des Jobs ist nunmal die Vermittlung von Bildung und Wissen.
Und wenn wirs mal ganz direkt ausdrücken wollen: Wenn du nervlich eh am Ende bist und dir deine Schüler andauern auf der Nase herumtanzen, hast du nunmal keinen "Bock" auf Unterricht. Gerade in Hauptschulen ist das ja schon lange kein Unterrichten mehr, sondern eher eine 45-Minutenschlacht...
mammelucke
22.06.2007, 14:22
Ich persönlich halte das heutige schulsystem für zu unflexibel. Ich habe vor 2 wochen die zehnte Klasse der Realschule abgeschlossen.
Meine Leistungen sind ab der achten Klasse stark angestiegen jedoch hatte ich nie die möglichkeit noch das Gymnasium zu besuchen. Es war einfach nicht möglich. So habe ich jetz die Zehnte Klasse als Stufenbester abgeschlossen aber was bringt mir das wenn ich hätte auf dem gymnasium besser werden können, ich wäre vielleicht nicht stufenbester aber meine persönliche leistng hätte gesteigert werden können.
PS:Ich habe häufig erlebt das junge Lehrer mit den Schülern überfordert waren. Dies könnte vielleicht auf ein Problem bei der Ausbildung der Lehrer hindeuten.
CrazyIwan
22.06.2007, 14:27
Aha, mal wieder die Lehrer...
Klar, ist ja sowas von logisch, was die Eltern verbocken und versäumen, sollen gefälligst die Pauker als Staatsdiener richten. Da machst du es dir wohl ein wenig zu einfach.
Wenn man Schulen spricht, nennt man das Bildungs wesen, nicht eRziehungswesen. Sichelich haben Lehrer auch einen Erziehungsauftrag, doch Kern des Jobs ist nunmal die Vermittlung von BBildung und Wissen.
Klar, ist ja logisch, was die Schule und Lehrer verbocken und versäumen, sollen gefälligst die Eltern richten.
Wie gu siehst, dein Sarkasmus kann man auch wunderbar umdrehn ;)
Aber ich hatte nicht vor Schuldzuweisungen auszusprechen, jeder von den erwähnten Parteien trägt zur Bildung und Erziehung des Kindes bei. Dennoch, wenn das Kind in der Schule ist, ist es Aufgabe des Lehres sich um ihn ansprechend zu Sorgen. Und ja, sehr gut gesagt Bildungswesen, genau da happerts ja manchmal. Wenn ein Lehrer schlechte Leistung des Schülers als Unfähigkeit und Faulheit seitens Schüler sieht, sollte er sich mal fragen ob es nicht an seinen eigenen schlechten Lehrleistung liegt.
Ich persönlich halte das heutige schulsystem für zu unflexibel. Ich habe vor 2 wochen die zehnte Klasse der Realschule abgeschlossen.
Meine Leistungen sind ab der achten Klasse stark angestiegen jedoch hatte ich nie die möglichkeit noch das Gymnasium zu besuchen. Es war einfach nicht möglich. So habe ich jetz die Zehnte Klasse als Stufenbester abgeschlossen aber was bringt mir das wenn ich hätte auf dem gymnasium besser werden können, ich wäre vielleicht nicht stufenbester aber meine persönliche leistng hätte gesteigert werden können.
Oh, danke für dieses Thema! Sehr gut gesagt! Ich muss auch aus persönlicher Erfahrung sagen, mit dem steigendem Alter, steigt auch die Interesse am Lernen. Aber leider schon viel zu spät.
Das ist wie Fluch, man hat ab 20+ mehr Lust zu lernen, aber es gelingt nicht mehr so gut wie mit 10 :D
Und das ist auch ein Problem vom dt. Schulsystem, die Bewegung zwischen z.B. Realschule und Gymnasium ist beschrenkt und bietet wenig Möglichkeiten. Aus Erfahrung kann ich dir nur raten, geh in eine Privatschule und mach externes Abi (falls Fachabi nicht ausreicht). Man kann es natürlich ohne Privatschule machen, ist jedoch um einiges komplitzierter.
Wer Kinder in die Welt setzt soll ich sich auch entsprechend drum kümmern oder es sein lassen!
@CrazyIwan es gibt mit Sicherheit einige Lehrer die nicht ganz korrekt ihrem Beruf nachgehen aber ich finde die Erziehung sollte immernoch hauptsächlich bei den Eltern liegen, denn dort verbringen die Kinder in jungen und wichtigen Jahren auch den überwiegenden Teil Ihres Lebens oder besser gesagt sollten.
Will es auch nicht abstreiten. Natürlich tragen die Eltern eine große Verantwortung und müssen sich am meisten um die Erziehung sorgen. Mir gehts ja nur um die Zeit in der Schule ;)
Da sitzen die Eltern selten dabei, dazu müssen sie ja auch nicht unterrichten :D
mammelucke
22.06.2007, 14:38
Naja ich habe ja die möglichkeit jetzt von der Realschule auf das Gymnasium zu wechseln und dort das Abitur zu bekommen diese möglichkeit nehme ich auch war. Aber man hätte halt auch früher wechseln können.
Meine Leistungen sind ab der achten Klasse stark angestiegen jedoch hatte ich nie die möglichkeit noch das Gymnasium zu besuchen. Es war einfach nicht möglich.
Und was zum Henker hindert dich JETZT daran das Fachabitur zu machen? :freak
CrazyIwan
22.06.2007, 14:46
Ich will jetzt wirklich nix gegen Ausländer sagen, ich bin selbst einer und mein halber Freundeskreis besteht aus alen möglichen Leuten.
Es sollte einfach in deutschland Türken Verboten werden soviele Kinder zu haben. Das ist dohch wirklich nicht normal. Wenn man hier schreiben dürfte was man will dann wüsste ich schon was hier dann abgehen würde.
Wenn ich mir die Schulen so angucke, auch Grundschule, und sehe das von 20 Kindern vielleicht 5 deutsch dann denke ich mir doch das hier irgendwas falsch läuft, oder?
Es soll sich keiner angegriffen fühlern und vorallem ihr Mods und Admins nur weil ich schreibe was ihr und einige hier denkt verwarnt mich nicht. Das ist nicht böse gemeint das ist alles Realität!
Man kann ein Ausländer sein und gegen anderen Ausländer sein, das hast du hier wunderbar bewiesen. Zu viele Kinder... Unglaublich, sowas primitives habe ich lange nicht gesehn. Mehr kann man und darf dazu echt nicht sagen.
BHKcerox
22.06.2007, 14:49
Ich bin echt schockiert von dem was mache hier so ablassen.
@Tiu: Hab ich des richtig verstanden das für dich alle Kinder wo auf die Hauptspule gegen Dumm sind und kein Chancen haben sein Ingenieur zu machen?
In BW wird in er 4 Klasse entschieden wer die auf eine Höhere Schule geht und wer nicht. Da sind die Kinder teilweise noch 9 Jahre alt... Vielen können da noch nicht mal alleine entscheiden das sie im Restaurant essen wollen.
Ich finde das das erst in der 6-7 Klasse entschieden werten sollte auf welche weiteren Schulen die Kinder gehen sollten.
Das schlimme ist auch das nicht immer die besten auf das Gymnasium kommen sondern die wo aus einem Akademisches Elternhaus stammen. Kinder die Sozial schwächer gestellte Eltern haben aber evtl. Intelligenter sind haben oft keine Chancen aufs Gymnasium versetz zu werden.
Das ist das eigentliche Schlimme.
mammelucke
22.06.2007, 14:52
Und was zum Henker hindert dich JETZT daran das Fachabitur zu machen? :freak
gar nichts aber ich mache nun das allg. abitur. Aber es geht einfach nur daum, dass ich wahrscheinlich hätte besser gefördert werden können.
In BW wird in er 4 Klasse entschieden wer die auf eine Höhere Schule geht und wer nicht. Da sind die Kinder teilweise noch 9 Jahre alt...
Selbst in diesem Alter gibt es schon enorme Leistungsunterschiede zwischen den Kindern. Selbst zu meiner Zeit gab es die auch schon :D. Meint ihr nicht dass diese sich gegenseitig "ausbremsen" ? Ich finde unser System wirklich nicht so schlecht es kommt halt einfach auf die Erziehung an und das Menschen eine unterschiedliche Intelligenz haben ist einfach fakt.
@Tiu: Hab ich des richtig verstanden das für dich alle Kinder wo auf die Hauptspule gegen Dumm sind und kein Chancen haben sein Ingenieur zu machen?
Anscheinend hast du mich nicht richtig verstanden. :rolleyes
Auf Seite 1 habe ich selbst geschrieben von 1974 - 1983 die Hauptschule besucht zu haben und nun sowas.
Außerdem behaupte ich nicht pauschal das ein ehemaliger Hauptschüler kein Ingenieur werden kann, sondern das jemand dessen Intelligenz für nicht mehr ausreicht kein Ingenieur werden kann, zumindest solange wir nicht die Anforderungen an einen Ingenieur herabsetzen, so verständlicher? Es soll ja Kinder gegeben haben die auf einer Sonderschule gelandet sind und später trotzdem studiert haben.
Schlimmer wird es woanders.
Mein Sohn ist bsw. Legastheniker.
Es kostet mich jährlich ca. 2.000,- Euro ihn fördern zu lassen. Geld das mir keine staatliche Institution oder Krankenkasse erstattet. Tja, und was machen Leute mit Harz IV oder sehr schwachem Einkommen?
Es ist sicherlich Fakt und daran zweifel ich auch kein bisschen das sich Menschen unterschiedlich entwickeln. Es stellt sich für mich hierbei nur die Frage ab wann oder in welchem Alter soll man Kinder anfangen gezielt zu fördern ? In BW gibt es doch auch z.B. noch die Regel das während der 5 und 6 Klasse ohne viel Aufwand die Schulart noch gewechselt werden kann vorausgesetzt die Noten stimmen. Dazu haben wir in Deutschland ja auch etliche Fort-/Weiterbildungsmaßnahmen.
Tunguska
22.06.2007, 15:20
Wie gesagt, ich habe mein Quali nicht bestanden, habe aber allg. Abitur und studierte 6 Jahre lang ...
Das Problem ist nicht das Schulsystem, sondern die Motivation der Schüler. Ich kenne auch selbst mehrere, die es "über Umwege" zu einem deutlich besseren Abschluß geschafft haben.
Und jeder von ihnen hat zugegeben, dass es daran lag, dass sie während ihrer "ersten" Schulzeit keine Lust auf die Schule hatten bzw. ihre Interessen woanders lagen und das Bewußtsein für einen besseren Abschluß mit besseren Berufsmöglichkeiten erst kam, als das Thema Beruf akut wurde.
Die mangelnden Leitbilder (Eltern) bzw. falschen Idole (aus der Film- und Musikszene) tun ihr Übriges, um eine gesunde Entwicklung (was immer das auch heißen mag, wenn unsere Bundesbildungsministerin das sagt) nachhaltig zu stören.
"Zucht und Ordnung" - zwei Begriffe, die schon zu meiner Schulzeit (vor mehr als 20 Jahren) zu den Geschichten aus längst vergangenen Tagen gehörten, sind heutzutage so weit in den negativen Bereich abgerutscht, dass jeder, der sich dieser Begriffe bedient, gleich ins rechte Lager abgeschoben oder als ewig Gestriger mit mangelnder Sozialkompetenz abgestempelt wird. Doch antiautoritäre oder jeglich fehlende Erziehung (manchmal werden diese beiden Begriffe gerne zusammengeworfen) hat eben auch Konsequenzen für eine Gesellschaft, in der der mögliche Freiraum für den Einzelnen allein schon aufgrund der geografischen Enge (das Gegenbeispiel Skandinavien wurde weiter oben genannt) und der sozialen Abhängigkeit stark eingeschränkt ist.
Man kann über die letzten 30 Jahre der Entwicklung der Jugend in Deutschland (vor allem im schulischen Bereich) sehr gut erkennen, wozu das Fordern von immer mehr Freiheiten (und deren Gewährung) und die Verringerung von Pflichten geführt hat. Dabei will ich hier keineswegs eine Verherrlichung früherer Zeiten beschwören - und dennoch habe ich zumindest das Gefühl, dass die Veränderung bei den wenigen positiven Entwicklungen mehr negative Punkte hervorgebracht hat (wie wir alle aus den Medien erfahren können).
Vor allem der fehlende Respekt, die nicht mehr vorhandene Angst vor Konsequenzen bzw. das fehlende Bewußtsein, für sein Handeln die Verantwortung zu tragen, die Gleichgültigkeit in Bezug auf seine Umwelt (Angriffe auf Mitschüler, Lehrer, soziale Randgruppen) sowie die immer stärker zunehmende Unfähigkeit der "Aufsichtsorgane" (Eltern, Lehrer, der Staat in Form von Justiz und Polizei) - wobei Unfähigkeit nicht nur das Wollen, sondern auch das Können und vor allem Dürfen meint - sind die Merkmale der "denkwürdigen" Entwicklung unserer Geschellschaft. Das Schulsystem spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle, denn auch Gesamtschulen können sich von den sozialen Mißständen nicht freisprechen und sind vor allem bei dem hohen Potential an krimmineller Energie weder ein Heilmittel noch eine Möglichkeit der Eindämmung oder der Umkehr dieses Prozesses.
Die USA waren Deutschland, bezogen auf die Entwicklung der Gesellschaft, immer einige Jahre bis Jahrzehnte voraus (wobei hier noch einmal ganz klar aufgezeigt werden soll, dass diese Aussage wertfrei ist und keinesfalls "voraus sein" mit "besser sein" verwechselt werden sollte), d.h., vor allem die gesellschaftlichen Probleme (Integration von Ausländern, Entwicklung der Jugend, absinkender Bildungsstand etc.) in ihrem bis dahin nicht gekannten Ausmaß findet man zeitversetzt dann auch hier. Mögen die Ursachen auch unterschiedlicher Natur und nicht immer vergleichbar sein, so zeigen uns die meist hilflosen Versuche in den USA, dass es nicht ausreicht, Polizei in die Schulen zu stellen, Bootcamps aus dem Boden zu stampfen und überall Verbote auszusprechen - es zeigt sich aber auch, dass eine Beibehaltung der laschen Einstellung bzw. eine weitere Abschwächung der Einflußnahme auf die Entwicklung der Jugend eine noch stärkere Teilung der Gesellschaft und das "Chaos" nach sich ziehen wird.
"Null Tolleranz" kann nur der erste Schritt sein, um Schlimmeres zu verhindern - ein Patent zur Lösung des Problems wird es nicht geben, da immer Meinungsverschiedenheiten darüber bestehen werden, was der Jungend noch gut tut und was ihr schadet. Das Bildungssystem der ehemaligen Sowjetunion bzw. der ehemaligen DDR als Paradebeispiel für hervorragende Bildungsentwicklung heranzuziehen, halte ich für mehr als bedenklich, zumal bei der oberflächlichen Betrachtung anscheinend die idiologische Intention der jeweiligen Staaten außer acht gelassen wurde.
unser schulsystem muss dringend erneuert und reformiert werden. allerdings ist es damit nicht getan. die schüler müssten sich auch entsprechend ändern. an vielen schulen legen einige schüler ein extrem asoziales benehmen an den tag. bei meiner kleinen schwester ist es völlig normal das viele schüler einfach die hausaufgaben verweigern oder gar nicht mehr kommen. wenn sie dann mal kommen stören sie nur den unterricht. ein schüler bei uns wurde von einem anderen so lange mit dem kopf gegen den schrank geschlagen bis er ohnmächtig geworden ist (das stimmt wirklich und ist nicht meiner fantasie entsprungen). ein anderer hat einer lehrerin (die kommt aus einem osteuropäischen land, glaube ungarn) "ausländer raus" mitten im unterricht zugebrüllt. andere schwätzen die ganze zeit im unterricht und machen einen riesenaufstand, wenn der lehrer sie zum nachsitzen verdonnert. gegen so ein asoziales verhalten sollte man viel rigoroser vorgehen. störer ohne wenn und aber aus dem unterricht werfen und extremere fälle von der schule schmeißen und in ein arbeitslager in sibirien schicken ;-) außerdem müssten, vor allem jüngere schüler, wieder lernen was respekt ist. früher als ich klein war haben wir von den größeren ab und zu ein auf die fresse bekommen, wenn wir den dumm gekommen sind. heute legen sich die kleinen plagen selbst mit den lehrern an und machen sich auch nichts aus drohungen.
man sollte zwar keine diktatur an den schulen einführen, aber die verhaltensregeln sollten eingehalten werden und wer diese nicht einhällt muss mit konsequenzen rechnen!
@Miniami schon mal was davon gehört, das Gewalt Gegengewalt erzeugt. Sibirien macht jedenfalls nichts besser.
Sicher muss sich ne Menge ändern. Die Erhöhung der Anzahl der Lehrer pro Sule bei gleichzeitiger Verkleinerung der Klassenstärken wäre zum Beispiel mal ne Maßnahme.
Die Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule war wohl auch schon mal besser, vielleicht zu subjektiv von mir ich bin in der DDR und auf dem Dorf in die Schule gegangen, da hat der Vater noch mit dem Klassenlehrer Bier getrunken...
Fakt ist das in der heutigen leistungsorientierten Gesellschaft die Schwachen hinten runter fallen.
OMaOle
... und extremere fälle von der schule schmeißen und in ein arbeitslager in sibirien schicken ;-)
An Extremismus steht du offensichtlich den von dir genannten Störern in Nichts nach. :rolleyes
@all
Ich bitte darum, auf diesen Gedanken von Miniami nicht einzugehen. Der Thread hat es auf Grund der bisherigen guten Diskussion nicht verdient, geshreddert zu werden.
ObServer88
22.06.2007, 15:48
Es gibt tatsächlich viele Schüler, die man am liebsten in Zwangsjacke und zugeklebten Mund in der Schule sehen würde. Aber schlussendlich kann man bei diesen Fällen, die wirklich nichts aus ihrem Leben machen wollen (sozusagen langsamen Suizid betreiben) nicht viel tun. So etwas wird es vermehrt geben weil die Leistungsbereitschaft in der gesamten Bevölkerung sinkt, desto besser es ihr geht. Eigentlich absehbare Folgen in einer Gesellschaft wie der unsrigen. Es müsste wesentlich massiver gegen Leistungsverweigerer und Kriminelle vorgegangen werden um eine Veränderung zu erzielen.
[QUOTE=Tiu;2924865]Hauptschüler -> Ausbildung in Handwerk / Industrieberufen
Realschüler -> Ausbildung im Kaufmännischen / Verwaltungsbereich
Abiturienten -> Studium
Soweit so gut.
Natürlich muss die Hauptschule den Anforderungen gerecht werden damit eine Ausbildung auch stattfinden kann. Es nutzt aber auch nicht viel, wenn in den Ausbildungsberufen heutzutage immer mehr irrrelevante Ansprüche eine Rolle spielen.
Interessante Meinung, wo bekommt den ein Hauptschulabgänger noch einen Ausbildungsplatz im Handwerk?
Ich hab das Drama gerade mit meinem Sohn durch, der sich mit Realschulabschluss auch für Ausbildungsplätze mit Anforderung Hauptschule beworben hat.
Und was soll ich sagen bei 164 Absagen fragt man sich schon was wollen die Unternehmen eigentlich?
Ohne Beziehung und einer gehörigen Portion Glück hätter er bis jetzt noch keinen Ausbildungsplatz, da stimmt doch was grobes nicht.
OMaOle
@MacII und OMaOle
das ich das nur als scherz gemeint habe ist bei euch nicht ganz angekommen oder? entweder ihr nehmt alles viel zu ernst oder bei euch ist nicht einmal die spur von humor, sarkasmus oder zynismus vorhanden!
Natürlich stimmt da viele nicht.
Aber schau dir auch einmal die Zahlen an wieviele Abiturienten eine gewöhnliche Ausbildung machen um das als Studienvorbereitung zu nutzen. Bloß wem hat es dann effektiv genutzt? Haupt- und Realschülern werden die Ausbildungsplätze gestohlen und der Abiturient geht studieren und dem Lehrbetrieb fehlen hinterher die Fachkräfte.
Humor ist das einzige was mich noch aufrecht hält, aber das Thema ist einfach zu ernst um darüber solche Witze zu machen.
@Tiu da gebe ich Dir völlig recht, genau das habe ich gemeint.
Tunguska
22.06.2007, 16:02
Ich hab das Drama gerade mit meinem Sohn durch, der sich mit Realschulabschluss auch für Ausbildungsplätze mit Anforderung Hauptschule beworben hat.
Und was soll ich sagen bei 164 Absagen fragt man sich schon was wollen die Unternehmen eigentlich?
Als Universitätsabsolvent bekommt man auch keinen Job als Gabelstaplerfahrer. Wenn eine Firma eine Lehrstelle für Hauptschulabschluß ausschreibt, macht es ja auch Sinn, jemanden mit einem solchen Abschluß einzustellen. Wenn die Firma eine solche Konsequenz aufweist, finde ich das lobenswert. So bleibt weniger Wind in den Segeln von denen, die behaupten, Hauptschulabschluß sei gleichbedeutend mit Hartz4.
An Extremismus steht du offensichtlich den von dir genannten Störern in Nichts nach.
Seine Ausdrucksweise ist extrem ... Das Totschweigen der Problemfälle aber genauso. Wer sind denn die Helden in einer Klasse? Es sind diejenigen, die sich danebenbenehmen, die Gewalt ausüben, andere unterdrücken etc. Und wie ich vorher schon geschrieben habe, brauchen die USA kein Sibirien - sie haben ihre eigene Bootcamps in der Wüste. Und möglicherweise finden wir soetwas auch bald bei uns.
@OMaOle
Ja das sehe ich ähnlich. Nicht nur die Schulen sind schuld dran sondern auch die Betriebe die Ausbilden.
Bei mir vor 10 Jahren war das schon so. Ich hab mit nem recht ordentlichen Realschulabschluss auch keinen Job gefunden, weil teilweise für Kaufmann für Bürokommunikation Anforderungen verlangt waren die nur ein Studienabrecher haben kann. Hallo!? Was soll das? Neben den ubertriebenen Anforderungen kenne ich es in meinem Bekanntenkreis das einer ne Lehrstelle bekommen hat mit mittelmäßigem Hauptschulabschluss (als Großhandelskaufmann) weil seine Mutter die Sekretärin des Personalchefs war. Insgesamt gab über 200 Bewerbungen. Man braucht also entweder ein Zeugnis vom Gymnasium mit Durchschnitt 1 oder Beziehungen sonst hat man von vorneherein schon die Arschkarte. Meine Schwester hatte nen Realschulabschluss mit 1,8 und bekam auch insgesamt knapp 30 Absagen bevor sie was bekommen hat.
Da läuft nicht nur in unserem Schulsystem was falsch sondern auch in den Ausbildungsbetrieben!
ObServer88
22.06.2007, 16:11
@OMaOle:
Ich denke so ab ca. 2010 wird sich der demografische Wandel schon bemerkbar machen. (viele Renteneintritte/Pensionierungen). Die Chancen auf Ausbildungs- und Arbeitsplätze werden dann immer stärker werden. Hab mir erst letztens ne aktuelle Vorlage fürn Verwaltungsausschuss angesehn, in welcher das in verschiedenen Statistiken und Pyramiden deutlich wird.
Ich habe nicht gesagt das Hauptschulabschluss gleichbedeutend mit Hartz 4 sei, mein Sohn lernt inzwischen mit einigen Realschülern die solche Ausbildungsplätze bekommen haben bei Firmen die Ihn vorher abgelehnt haben. Ergo ein Hauptschüler hat den Platz nicht bekommen.
Was ich eigentlich will ist, dass die Aufteilung von Tiu zwar gut gemeint ist in der Realität abersieht es ganz anders aus.
@ObServer88 dann hab ich ja noch Hoffnung für meine Tochter, die wäre dann 2010 dran
mag sein das ich mich immer etwas direkt und extrem ausdrücke, aber im grunde sage ich nur was viele denken. keine tolleranz gegenüber störern. klingt extrem, aber diplomatie funktioniert nicht immer. gewalt (nicht körperliche) ist auch eine lösung, sollte aber nie die erste sein!
ich gebe 10tacle recht. ohne kontakte geht heute nichts mehr. ich habe mich für 5 betriebe als azubi beworben und habe nur absagen bekommen. mein notendurchschnitt liegt bei 2,1. dagegen haben letztes jahr einige hauptschüler, deren IQ man mit einem toast vergleichen kann, eine ausbildungsstelle bekommen. woran lags? der vater kennt den chef von... oder irgendein verwandter arbeitet da. die chancen eine ausbildungsstelle zu bekommen sind heute sehr gering geworden. viele denken dann "warum soll ich mich überhaupt anstrengen, wenn ich sowieso nichts nach der schule machen kann?" das trägt zum leistungsverfall vieler schüler bei.
CrazyIwan
22.06.2007, 16:33
Das Bildungssystem der ehemaligen Sowjetunion bzw. der ehemaligen DDR als Paradebeispiel für hervorragende Bildungsentwicklung heranzuziehen, halte ich für mehr als bedenklich, zumal bei der oberflächlichen Betrachtung anscheinend die idiologische Intention der jeweiligen Staaten außer acht gelassen wurde.
Entschuldige, aber warst du auf einer Schule in der Sowjet Union? Nein? Dann was weisst du über idiologischen Intention dort? Tut mir leid, wenn es einwenig barsch klingt, aber wenn die Leute meinen zu glauben sie wüssten was im Ostblock wirklich vor sich ging, da kriege ich so leicht unangenehmes pochen an meinen Schlagadern. Glaub mir, in der Schule hatte man was besseres zu unterichten als "tolle Kommunismus gegen bösartigen Kapitalisten" Kram. Sowas glaub ich habe ich nie dort gehört. Und wenn so sowas vorkamm dann erst in der 10en Klasse im Fach Geschichte der Sowjet Union (ja, das war ein Fach für sich, wie sinnvoll). Dennoch, wer keine Ahnung hat sollte nicht unbedingt von Ideologie reden, nur weil ein Reporter von ARD oder ZDF oder anderem Sender vor Jahren irgendwas daher geplappert hat.
Was ich eigentlich will ist, dass die Aufteilung von Tiu zwar gut gemeint ist in der Realität abersieht es ganz anders aus.
Das ganze liese sich aber auch wieder richten.
Meiner Meinung nach sind dafür 3 Faktoren wichtig
1.) Das geforderte Leistungsniveau ist auf allen 3 Schulformen definitiv gefallen. Und das muss sich wieder ändern. Auch wenn es dann heißt es gibt weniger Abiturienten und / oder weniger Realschüler. Es muss mehr gefordert werden bei gleichzeitiger Anhebung der Förderung
2.) Die Ausbildungsinhalte der Lehrberufe sollten sich auf das jeweils spezifische Berufsbild konzentrieren und nicht vollgestopft werden mit Inhalten die selbst einem Meister / Techniker / Fachwirt zur Ehre gereichen.
3.) Es müssen spezielle Angebote für Abiturienten her, damit diese nicht unnötigerweise auf den klassischen Ausbildungsmarkt drängen, wovon Haupt- und Realschüler ausschließlich abhängig sind.
Damocles' Sword
22.06.2007, 16:41
@Kabe1brand
Danke,auf das Thema Kosten habe ich gewartet...
Nun,unser Kleiner (10) geht derzeit in die Grundschule,und auch dort sind Prügeleien auf der Tagesordnung :freak . Wir würden sofort 50-100 € mtl. springen lassen um seine Sicherheit auf dem Schulhof zu gewährleisten. Ob andere Eltern das Geld haben interessiert nicht, denn wo ein Kind ist,da ist auch Kindergeld,welches man zwangsweise direkt von der KGK an die Schule überweisen könnte. Müssen die Eltern von sozialschwachen Kindern halt mal ein paar Jahre auf ihr Handy verzichten ! Nein,das ist kein Vorurteil,sondern praktische Erfahrung !
Tiu und Co mögen in der Sache Recht haben,geht aber am Thema absolut vorbei. Denn Klein-Mohammed und Klein-Youssuf interessiert ihre Zukunft kein Stück. Die wollen in der Schule die Kings sein und haben Spaß daran die schwächeren abzuziehen.
Unser Kind will in erster Linie Sicherheit,und keine geänderte (vorprogrammierte) Schullaufbahn ! Wenn's was kostet - meinetwegen !
Gibt aber auch genug Klein-Dieters und Klein-Herberts die nicht besser sein. Es ist kein Ausländerproblem sondern eine Frage da wo sie herkommen (Wohngegend)
hallo leute, ich hab jetzt mal eine frage als außenstehender, sprich als österreicher
ich hab mir jetzt gut 80% des threads durchgelesen, find ihn auch sehr interessant - meine frage ist zum einen die:
hab ich das richtig verstanden, dass es bei euch das system
hauptschule - realschule - gymnasium gibt - wenn ja, ist man intelligenzmäßig "gezwungen" in jene schule zu gehen die mir entspricht oder ist es wirklich nur eine standortfrage (was näher ist bzw. was am besten in der nähe ist wird genommen)?
wenn ich das richtig verstanden habe, verheißt eine hauptschule für weitere ambitionen nichts gutes und die realschule öffnet ev. tore durch die manche durchgehen wo leute mit gymnasiumabschluss sowieso schon durch sind (bildlich gesehen)
ich verstehe das eigentlich nicht wirklich, in österreich haben wir hauptschulen und gymnasien, also sowohl als auch - es gibt bei uns höchstens die meinung, dass das gymnasium etwas besser in der ausbildung ist, aber die bildung stimmt im idealfall dort und da - so als beispiel: in meiner klasse (ich bin jetzt 18 und hab so eben maturiert/abituriert) gibt es 4 ausgezeichnete erfolge bei der matura - darunter auch ich - wie alle sind aus der hauptschule und die gymnasiasten sind in meiner klasse nicht wenig. bei uns sehe ich den vorteil, das die grundausbildung (hauptschule, gymnasium) eigentlich keinen unterschied macht, bei euch in deutschland bin ich quasi schon abgestempelt wenn ich in die hauptschule gehe.
wie schaut es da eigentlich mit zukunftsaussichten für die einzelnen schulzweige aus? welcher zweig verbaut eigentlich welche chancen? (eigentlich pervers das schule auch was verbauen kann).
sorry, passt nicht ganz zum thema aber mich würde das als außenstehender mal interessieren (weil ich da letzten schone eine interessante unterhaltung mit einer freundin aus bayern hatte)
fg
@Tiu dem kann ich so durchaus zustimmen es kommt nur darauf an das auch den Ausbildungsbetrieben zu verklickern.
@picolo
Theoretisch kann man nach der 9. Klasse der Hauptschule auch auf eine Realschule wechseln und dort die 10. Klasse machen und theoretisch kann man dann auch ins Gymnasium wechseln und dort sein Abitur machen, allerdings ist das Leistungsnivau zwischen den Schulen zu extrem geworden, das es selbst für einen sehr guten Hauptschüler fast unmöglich ist auch nur ans Abitur zu denken.
Alternativ bleibt dann nur noch der "Zweiter Bildungsweg" das man das Abitur (oder einen anderen höheren Schulabschluss) per Abendschule oder an einem Kolleg nachmacht. Dies dauert aber meines Wissens dann nochmal 2 Jahre und muss glaub auch selber finanziert werden!?
Damocles' Sword
22.06.2007, 17:09
Gibt aber auch genug Klein-Dieters und Klein-Herberts die nicht besser sein. Es ist kein Ausländerproblem sondern eine Frage da wo sie herkommen (Wohngegend)
Wo du und ich herkommen vielleicht nicht, aber in z.B. Berlin sieht das ganz anders aus.Der Araber haut nicht den Araber,sondern den Albaner oder Türken - oder eben den Deutschen.
Es gibt in Großstädten Klassen wo nicht mal mehr ein Deutscher drin ist... seltsamerweise sind das meist die Schulen/Schüler welche wegen irgendwelchen kriminellen Machenschaften/Taten in den Medien (http://www.stern.de/politik/panorama/:L%FCbeck-Eine-Bluttat-Anlass/548367.html) auftauchen... Im Link waren es 2 Russland-Deutsche.
Wie dem auch sei,du hast Recht. Nur dass das an den Vornamen nicht viel ändert... ;)
Escobar0x
22.06.2007, 17:14
Ich erweitere die Diskussionsrunde mal, um einen weiteren Schüler ;).
Erst einmal finde ich, dass die meisten Recht haben, die das Deutsche Schulsystem in seiner jetzigen Form kritisieren. Ich halte auch nicht sonderlich viel von einer Aufgliederung der Kinder nach der 4ten Klasse. Ich kenne einige Schüler aus meiner Stufe (12.), die bereits einmal sitzen geblieben sind und jetzt einen 12,0 Schnitt in ihrem Zeugnis haben.
Da ich auf einem reinen Oberstufengymi bin, gibt es bei uns Schüler mit ganz verschiedenen Schullaufbahnen. Einige wurden nach der 4ten in die Realschule gesteckt und waren dort die ganze Zeit unterfordert. Ins Gymnasium kamen sie erst nach dem Abschluss der 10. Klasse, wodurch sie einiges auf die meisten Gymnasiasten aufzuholen hatten.
Die Einstufung der Kinder erfolgt doch leider meist durch Lehrer und deren Eltern. Wenn ich mich an meine Grundschulzeiten erinnere, kann ich mich glaub ich noch gut daran erinnern, wie alle Kinder aus ausländischen Familien von vorneherein in Real- und Hauptschulen gesteckt wurden, obwohl sie mir rel. intelligent vorkamen.
Der Grund für die Gewaltbereitschaft der heutigen Jugend hängt für mich zum größten Teil mit der Erziehung zusammen. Sorry, aber bei mir in der Nähe gibt es Wohnsiedlungen, in denen wirklich zu 90% nur Italiener oder z.b. Türken wohnen. Anstatt die Kinder von klein auf zu integrieren, werden sie in ihrer "Muttersprache" aufgezogen. Ein Kind, dass bis zu seinem 5 Lebensjahr nur italienisch gelernt hat, wird eben in der Schule gnadenlos versagen. Das Gymnasium zu erreichen bleibt dann wohl meistens mehr eine reine Utopie. Diese Kinder tuen mir einfach nur leid. Aber was soll man machen? Den Eltern vorwerfen, dass sie ihre Kinder schlecht erziehen?! Das wäre meiner Meinung nach auch falsch, da ausländische Erwachsene auch meist größere Probleme haben in Deutschland einen Job zu finden (beruht nur auf eigenen Erfahrungen etc., also bitte nicht alles was ich sage auf die Goldwaage legen ;)).
Um einmal den weiteren stereotypischen Lebenslauf zu erläutern, nehme ich mal das Beispiel eines türkischen Kindes. Es lernt größtenteils nur türkisch. Da seine Eltern ihm keinen alzu großen Luxus bieten können, vertrösten sie ihn meistens mit Computer und Konsolenspielen, eben Dinge, die andere Kinder in diesem alter noch nicht haben (=> alle Ausländer aus meiner Grundschule hatten eine PS oder eine Nintendo 64 Konsole, obwohl deren Familien wesentlich weniger Geld hatten, als z.b. meine Familie. Erst heute verstehe ich, warum ich nicht so etwas besitzen durfte). Die Spiele die dort gespielt wurden, waren meist auch nicht wirklich Jugendfrei ;). So nun kommt das Kind in die Grundschule. In manchen Städten, wie z.b. Berlin kommt es teilweise zu Klassen, in denen nur die Minderheit Deutsch als Muttersprache haben. Die Förderung dieser Kinder bleibt also meist auf der Strecke. Nun kommt das Kind in die 4te Klasse, wird in die Haupt oder Realschule gestopft. Die Jugendlichen verlieren teilweise völlig aus den Augen, was Bildung in dieser Welt eigentlich bedeutet. Stattdessen stürzen sie sich auf irgendwelche Ideale, die weiß Gott nicht, dazu führen, dass sie als Erwachsene in der Gesellschaft akzeptiert werden bzw. einen Job finden.
Das ist jetzt wie schon gesagt, alles vollkommen verallgemeinert und so einfach wie möglich gehalten, aber ich glaub man versteht, was ich damit sagen will. Ich denke es ist extrem wichtig, dass es wirklich für jedes Kind einen kostenlosen Kindergartenplatz gibt. Die Grundschule sollte so spielerische wie möglich gestaltet werden und vor allem Teamsportarten sollte viel mehr Bedeutung zugemessen werden. 3mal die Woche Schulsport schadet jawohl niemanden (also nicht Sport ist Mord ;) ).
Das deutsche Schulsystem müsste auch flexibler werden. Ich sehe zumindestens keinen Sinn darin, warum ich mich noch mit Musik, Kunst (bzw. Darstellendes Spiel) oder z.b. Reli herumquälen muss und worin liegt bitte der Sinn, dass man in der 11 bzw 12 Klasse in Geschichte nochmal den gleichen Stoff wie in der 5-10 Klasse macht und dies teilweise noch oberflächlicher, da für tiefgreifendere Unterrichtsstunden keine Zeit bleibt (Hessen)? Das ist doch irgendwie paradox.
Ich als Linker bin natürlich gegen das drei gegliederte Schulsystem was einmalig ist in der Welt. Staaten mit einem Gesamtschulssystem, also eine Schulform in der man alle Abschlüsse erhalten kann, schneiden viel besser bei Pisa ab.
Die Aussortierung "schlechter" Schüler in eine Schulform provoziert doch gerade zu die Probleme die wir zur Zeit haben. Außerdem ermöglicht es den Lehrern unbequeme Schüler die nicht mitkommen, anstatt zu fördern, besser "Abzuschulen" das macht halt weniger Arbeit.
Die Gesamtschule ist außerdem auch eine Schulform die von Eltern stark nachgefragt wird, wie man hier bei uns in Düsseldorf sieht. Aufgrund der starken Nachfrage bei gleichzeitig begrenzen Angebot jedoch haben längst nicht alle Schüler die Möglichkeit eine Gesamtschule zu besuchen. Die ignorante, ideologisch geprägte Haltung der CDU gegen die Gesamtschule hier in NRW vermeidet es das hier dem Elternwunsch rechnung getragen wird.
Ich frage mich schon, was denn der gravierende Unterschied der Gesamtschule zu dem jetzigen dreigliedrigen Schulsystem ist. Im grundegenommen ist es doch das gleiche bloß eingepackt in eine Schule.
Weiter frage ich mich, wie es jemandem möglich sein soll, der nach der 8. oder 9. Klasse sagt, ich möchte jetzt auf den Pfad der Realschule oder gar des Gymnasiums. Wie holt da der Hauptschüler das fehlen der 2. Fremdsprache wieder auf, dass für Gymnasiasten / Realschüler in der 6. Klasse begonnen hat? :freak
Damocles' Sword
23.06.2007, 12:39
@ Tiu
Ich denke nicht dass ein Hauptschüler das Pensum des Gymnasiums überhaupt schaffen kann, völlig unabhängig von der 2. Fremdsprache (bei mir war es Latein). Zwischen diesen beiden Schulformen liegen nicht nur Welten,es sind Universen (ich kenne beide) .
MfG
Klar, aber es betrifft den Hauptschüler der zur Mittleren Reife gelangen will auf der Gesamtschule ja ebenso. In der Realschule kommt ja ab der 6. Klasse i.d.R. französisch hinzu. Was also ist denn dann noch der Vorteil der Gesamtschule? Ein Wechsel ist so oder anders mit erheblichen schwierigkeiten verbunden.
mammelucke
23.06.2007, 14:57
Auf der Realschule kommt in der 6. Klasse Französisch dazu? Da erzählt ihr mir aber was neues.... und ich war nun 6 jahre auf einer realschule.
Aber wer braucht heutzutage eigentlich noch Französisch?
Also zumindest hier in Hessen wird (sorry) ab Jahrgangsstufe 7 eine zweite Fremdsprache oder ein anderes (was??) Wahlpflichtfach fällig.
Ist also egal ob es sich dabei nu um eine zweite Fremdsprache oder ein anderes Pflichtfach handelt. Es geht um das "wie" bei dem Aufholen eines ehem. Hauptschülers. Und eben daqrin sehe ich keinen Unterschied zwischen dem jetzigen Schulsystem und dem einer Gesamtschule.
Zumal es ohne Schwierigkeiten möglich ist im Anschluß an die Hauptschule die Fachschulreife zu erlangen oder am Berufsgymnasium die Fachhochschulreife.
mammelucke
23.06.2007, 15:06
Ja ok dann stimmt das auch mit meinen Erfahrungen überein.
@Tiu, in RLP genauso und spätestens hier muss man sich quasi selber entschieden haben will ich später mal Abi machen auf dem Gymnasium oder lass ich es bleiben. Ansonsten ist das aufsteigen im Schulsystem theoretisch zwar möglich aber wie gesagt in der Praxis nahezu unmöglich. :(
Es ist aber vorallem auch ein Problem was in den Köpfen steckt. Die Eltern wollen ja immer das Beste für ihr Kind, wollen nicht das es zu früh abgestempelt wird. Dadurch passiert es aber ebenso, das viele Eltern ihre Kinder unbedingt auf die höhere Schule (meist Gymnasium) schicken wollen, wenn es die Noten noch irgendwie mitmachen. Für die einen mag es Glück sein, weil ein Talent oder Interesse erst nach der 4. Klasse hervortritt, aber oft überfordert es die Kinder später.
So kam bspw. bei uns in der 7. Klasse ein Mädchen von der Realschule ins Gymnasium und mit der Zeit fiel sie immer öfter mit Desinteresse, Ablehnung bei Aufrufen und allg. stören durch plappern u.ä. auf. Naja, wegen der ganzen Cliquenbildung breitete sich dieses Verhalten nach einer Weile auf die ganze Gruppe aus und schlug sich so auch in deren Noten nieder. Später, als sie auch psychisch etwas down war, kam dann heraus das sie ihre Eltern quasi "gezwungen" haben die Schule zu wechseln.
Was will ich damit sagen? Zum einen das das momentane System nichtmal das ist, was es sein soll, weil nicht gerecht eingestuft wird (Leistungstests sind ja weitesgehend verboten). Zum anderen unterstützen Gesellschaft und Eltern durch die Panikmache noch das System, dem sie eigentlich entgehen wollen.
Daher bin ich auch für eine spätere Aufteilung der Schüler. Und dann ist es eigentlich abhängig vom Denken, wie man sich entscheiden soll: Entweder hält man die (vermeintlich) Schlechteren von den Besseren fern, damit sie die nicht runterziehen (wobei es ja eigentlich das soziale Verhalten ist, was soetwas verursacht - und vllt. haben Eltern auch vor so Gruftiszenen etc. Angst?) oder man muss sehr viel dafür tun damit alle gern zur Schule gehen, eigentlich als Hobby, die angeblich Schlechteren aufholen und die besseren Schüler nicht runtergezogen werden, sondern sich ihre (vornehmlich sozialen) Kompetenzen erweitern - was wahrscheinlich auch deren Achtung im späteren Leben anheben würde, anstatt als leitende Obermotze abgestempelt zu werden.
Um dem weit befürworteten herumdoktern entgegen zu kommen, könnte man wahrscheinlich gut wie folgt ansetzen:
Kindergärten und Vorschulen für alle verfügbar und kostenlos bis kostengünstig machen. Kinder mit Immigrationshintergrund durch Freizeitangebote "ködern" und sie so ziemlich wahrscheinlich gut integrieren. Einen gewissen Wettbewerb zwischen Schulen zulassen, sowie Zusammenarbeit mit Firmen deutlich steigern, was sich auch in Lehrplänen niederschlagen sollte. Wichtig wäre auch die Schulen nicht so herunterkommen zu lassen, das würde der meist geringen Ausstattung zumindest teilweise entgegenwirken, weil es die Stimmung deutlich hebt.
Wahrscheinlich löst die Demografie ein Problem sogar fast unbemerkt, es gibt nämlich kaum noch Lehramtsstudenten die Richtung Real-/Hauptschule lernen, aber einen riesigen Überhang Richtung Gymnasium. Hier in Thüringen waren die Zahlen glaube ich 9 mal soviele für Gym wie für Realschule, obwohl es ja eigentlich mehr Realschulen gibt. Hängt sicherlich damit zusammen, das viele Angst vor den Realschulklassen haben. Und dieses von Großbritannien übergeschwappte Lehrermobbing ins Internet stellen entschärft solch eine Lage sicherlich auch nicht.
In meinem Leben habe ich aber festgestellt, das alle meine Lehrer sich viel Zeit für die Schüler nahmen, auch außerhalb ihrer eigentlichen Arbeitszeit und so sind wir oft zusammen mit ihnen bowlen, schwimmen oder picknicken gegangen. Insofern kann ich nicht gänzlich nachvollziehen (in Fällen wo die Eltern nicht völlig stursinnig erscheinen) warum so häufig Lehrer so negativ dargestellt werden. Klar machen sie auch Fehler und es gibt schwarze Schafe, aber im Ganzen... Eventuell müsste man ja zwischen Klassen springen können, weil die Leistung mit dem Lehrer schon stark schwanken kann, liegt halt an dem Wie etwas unterrichtet wird, aber vielleicht auch einer gewissen Seelenverwandtschaft, wer weiß. Vielleicht kann man über soetwas ja mal nachdenken eh man gleich die Schule wechseln müsste.
DragonIce
25.06.2007, 12:33
Ich als Linker bin natürlich gegen das drei gegliederte Schulsystem
Die Aussortierung "schlechter" Schüler in eine Schulform provoziert doch gerade zu die Probleme die wir zur Zeit haben.
Vollkommen korrekt.
Jedoch steht auch die Erziehung ganz Vorne.
Wenn man einen Schüler nimmt, der ständig nur Streiterein, Schlägerein u.Ä. anfängt, kann davon ausgehen, dass dies zu Hause keine Nachfolgen hat.
Bei Ausländern kommen schlechte oder nicht wahrgenommene Integrationsmöglichkeiten hinzu.
Ich störe mich jedes mal wieder an Ausländern, die sich wie der "König von Deutschland" benehmen, jedoch kein Wort deutsch sprechen geschweige mal sozial(er) handeln.
Kompetenzen der Lehrer sind ebenfalls in Frage zu stellen. Wenn man z.B. auf Referendare trifft, welche einen Lehrer ersetzen sollen, jedoch kaum bis garkeine Erfahrung haben, läuft etwas schief - Diese Erfahrung sammel ich gerade selber. Lehrer sollten was ihre Kompetenzen angeht, ständig fortgebildet werden. Sollte man halt mal die Schule für eien Woche schließen und einen vernünftigen Lehrgang starten. Um den Ausfall zu "bereinigen" kann man sinnbefreite Feiertage mal streichen oder es werden mal Urlaubstage geopfert.
Meiner Meinung nach ist aber auch die "Alles Scheiße, aus mir wird sowieso nichts"-Haltung ein großes Problem. Man muss nur mal darauf achten, wie in letzter Zeit die Anzahl der sog. Emo's gewachsen ist. Wenn man Schüler (nun unabhängig der Schule) sieht, welche sich im Alter von 13 Jahren die Arme ritzen, weiß man eigentlich was los ist.
Wer da auch als Lehrer sowie Elternteil keine entsprechenden Maßnahmen einleitet ist fehl am Platze. Auch wenn die Lehrer keinen Ersatz der Eltern darstellen sollte sowas zur Ansprache gebracht werde von denen, da sie die Kinder ja etwas anders und teilweise auch öfter als die Eltern erleben ;)
Ich als Linker bin natürlich gegen das drei gegliederte Schulsystem was einmalig ist in der Welt.
Natürlich bist du als Linker eher dafür, allen eine mittelmäßige Bildung zu bieten als jedem die Bildung, die er geistig bewältigen kann und will. Diese Vereinheitlichung führt dann aber zwangsläufig dazu, dass sich jeder an das schwächste Glied in der Kette anpassen muss, der Bildungserfolg einer heterogenen Gruppe also sehr viel geringer ist, als die Einzelerfolge möglichst homogener Gruppen. Und neben dem Leistungsdefiziten nehmen mit sinkender Schulform ja leider auch Gewaltbereitschaft und soziale Probleme zu. Ich bezweifle stark, dass sich diese Probleme in Luft auflösen, nur weil man mit Gymnasiasten zusammen zur Schule geht.
Spinnt man diese Idee weiter und weitet das auf die Universitäten aus (schafft also die Hochschulzugangsberechtigung und öffnet die Universitäten für jeden, der es sich zutraut), wird es auch hier schnell Probleme geben, weil ehemalige Hauptschüler das enorme Arbeitspensum einfach nicht bewältigen wollen/können. Und dann stellt sich auch dort die Gretchenfrage: Bieten wir den Befähigten eine exzellente Ausbildung oder schrauben das Anspruchsniveau soweit zurück, dass jeder der irgendwie möchte, nach 3 Jahren einen Hochschulabschluss in der Hand hält.
Dann haben wir nämlich das, was wir am wenigsten Brauchen, eine Bildungsinflation. Und spätestens auf dem Arbeitsmarkt (wo man eben nichts geschenkt bekommt und jeder Mitleid mit einem hat) zeigt sich dann eben doch, wer für höherqualifizierte Jobs geeignet ist und wer nur aufgrund des "sozialen Bildungssystems" und nicht auf Grund seiner Leistung(sfähigkeit) soweit gekommen ist.
Auch die Sozialisten werden irgendwann verstehen, dass jede Gesellschaft ihre Eliten braucht und man faktische Unterschiede (egal in welchem Bereich) nicht per Gesetz verbieten kann. ;)
Ich weiß, dass es einen bedauerlichen Zusammenhang zwischen dem Einkommen der Eltern und dem Bildungsgrad der Kinder gibt, aber jetzt so zu tun, als ob es keine Chancengleichheit gäbe, ist wirklich Unsinn. Wer sein Kind, egal welche Ausbildung er selbst genossen hat, unterstützt und es nicht bewusst oder unbewusst in die "Tradition der Arbeiterfamilie" zwingen möchte, tut ihm etwas gutes und wird irgendwann stolz darauf sein, seinen Nachkommen ein finanziell selbstständigeres Leben als das eigene ermöglicht zu haben.
Schaut euch mal an, wie viele heutige Top-Manager aus Arbeiterfamilien kommen.
Eine weiteres Problem sehe ich in der mangelnden Einflussnahme der Lehrer. Die haben kaum noch Einfluss auf die Erziehung und müssen bei jeder direkteren Gangart (damit meine ich nicht den Rohrstock) um ihren Job bangen. Also was tuen sie, nix, sind fast nur noch Marionetten.
Ich kenne es von Ostzeiten anders. Da haben die Schulen bzw. Lehrer aktiv Hausbesuche gemacht und auch den letzten Schüler und dessen Eltern herangezogen und durchgebracht. Heutige Lehrer müssen sich stattdessen jedes Wort überlegen.
Dieses 3-gliedrige Schulsystem gabs sinnvollerweise natürlich nicht. Sondern entweder Realschule (POS) oder gleich von vornherein Hilfsschule/ Sonderschule mit besseren Voraussetzungen für tatsächlich Behinderte. Alle dazwischen wurden soweit wie möglich durchgebracht, was ihrer späteren Laufbahn eher zugute kam. Später konnte man sich dann - je nach Abschluss 10. Kl. - für die EOS entscheiden.
Also ich bin aus dem Westen und zu meiner Zeit hatten wir auch noch engagierte Lehrer, da gab es einfach mal nen Anruf und wurde berichtet was der Sohn/die Tochter im Unterricht sich wieder geleistet hat.
Früher gab es dann saures von den Eltern, war bei mir auch 2mal der Fall und damals fand ich es echt zum kotzen, es hat aber gewirkt und Rückblickend find ich das auch absolut okay.
Heute würden die Eltern wohl erstmal den Lehrer zusammensche**en was das soll, und dann sagen das sie schon alles im Griff haben.
Vor 10-15 Jahren gab es auch schon Schlägereien und krumme Dinger in der Schule, aber unsere "Generation" hatte noch Respekt vor dem Alter und vor allem vor den Eltern, ich denke das fehlt heute fast völlig. [EDIt] Oder ist zumindest geringer geworden.
Wintermute
25.06.2007, 13:39
Wo fehlt das völlig?
Ich lauf sehr vielen "normalen", respektvollen und netten Menschen zwischen 12 und 18 über den Weg. Das ist doch sehr übertrieben.
DragonIce
25.06.2007, 13:41
@ Tentacle -- Das ist auch in der Realität so.
Bestes Beispiel stammt von meinem Chemielehrer. Der hatte mal einen Schüler gefragt ob er Legastheniker sei, weil er ziemlich viele Rechtschreibfehler u.Ä. machte. Darauf hin rief der Vater bei Ihm an, was im einfiele seinen Sohn dermaßen zu beleidigen.
Da überlegt sich jeder Lehrer es 2mal ob er irgendwo anruft.
Und eure Krummen Dinger wurd wohl nicht mit Waffengewalt ausgeführt... Und Respekt gibts auch nicht mehr. Zu meinen jungen Zeiten wurde man von den "Großen" kopfüber ins Klo gesteckt wenn man die angemacht hat. Heute kriegste 'nen Tadel wenn du den dann nur schief anguckst ;)
Ich lauf sehr vielen "normalen", respektvollen und netten Menschen zwischen 12 und 18 über den Weg.
Ich hab leider schon mehr negative als positive Erfahrung gemacht, schön zu sehen das es bei dir anders ist!
Wo soll denn der Respekt ggü. den Lehrern auch noch herkommen, wenn letztere nur eingeschränkte Marionetten sind, die eben kaum noch Einfluss und gewisse Freiheiten haben?
Das wissen doch die entprechenden Gören ganz genau und nutzen es natürlich voll aus.
Hier muss sich dringend was ändern. Naja ich halte sowieso nix von antiautoritärer Erziehung.
Sieht man ja, wer nun tatsächlich die Autorität in den Schulen hat, wer wen erzieht. ;)
Nun das A und O ist es das sich der Lehrer durchsetzen kann, meiner Meinung nach muessen die Lehrer wieder mehr Recht bekommen dahin gehend auch mal schaerfere Sitten auszuueben, was ja heute gaenzlich nicht mehr drin ist.
Ich kann mich noch an meine Schulzeit zu Beginn der Realschule erinnern, wo wir noch bei den alten Lehrern (ueberwiegend aus der DDR Zeit) gehabt hatten, der Unterricht war disziplinisch im Vergleich zu jetzt wesentlich straffer, aber dafuer war es ruhig und alle Schueler hatten sich vornehmlich benommen.
Ja heute koennen sich die Goeren und "moechtegern Checker" benehmen wie der Kampfhunde im Turnier ... :rolleyes
Was ich fuer mich persoenlich am wuenschenswerten halte ist, das Bildung nicht mehr Bundeslandsache sein soll, es DARF einfach nicht sein das es in einem Staat, Ausbildung und Bildung von Bundeslaendern gibt, die in anderen Bundeslaendern innerhalb des Staates nicht anerkannt werden (Netzwerkassistent und Baden Wuerttemberg sowie Bayern z.B. - dort wird Netzwerkassistent nicht anerkannt, ist aber inhaltlich das selbe wie der hauptsaechlich in Bayern und Baden Wuerttemberg nur vertretene Fachinformtiker) - das erinnert mich an der Barriere wie es beim Fuerstentum vom alten Deutschland der Fall war, was fuer ein toller Staat!
Es ist doch sowie unerhoert das es solch unterschiede zwischen den einzelnen Bundeslaendern gibt, mit diesem System kann aus Deutschland in punkto Pisa und co einfach nichts werden denn das fungiert doch wie eine Barriere!
Ich persoenlich halte es fuer wichtig, den Schuelern zu Beginn beizubringen, das man fuer sich selbst lernt und das ihre Interesse und die Schule fuer ihre Zukunft lebenswichtig ist! Es ist wichtig in der Grundschule jedes Kind ordentlich zu foerdern, dabei sollte es Pflicht werden, das die Kinder Nachmittags Gruppenaktivitaeten ausueben, dabei sollten Erzieher Wert darauf legen ebenfalls die Kinder auf das vorzubereiten was ihnen in Zukunft droht. Ebenfalls wichtig ist fuer mich, wenn die Schueler erst einmal verstanden haben, das sie fuer sich lernen und es von essentieller Bedeutung fuer ihre Zukunft ist, das auch der Lern und Tun Druck von ihnen genommen wird! Es sollte dann nicht mehr Finger erhobend auf Hausaufgaben gepocht werden oder auf Unterschrift der Eltern geachtet werden, sondern sollte auf Freiwiliger Basis beruhen - entweder der Schueler hat es verstanden, oder nicht - wenn nicht selbst Schuld und diese wuerde ich dann auch abstempeln in einen niedrigeren Bildungssystem (Auffangbecken fuer nicht Erziehbare nenn ich das) und moegliche Sozialleistungen kuerzen - denn wenn man nach Jahren noch immer nicht verstanden hat, das in unserer heutigen Gesellschaft Eigeninitiative, Selbstverantwortung und große Interesse an heute geltenden Grundmechanismen (ich sag nur mal BWL) nicht wichtig ist, ist nicht zu helfen.
Ich gehoere genau zu der Gattung die in dem starren Bildungssystem der Realschule sein Potential nicht entfalten konnte, mit dem Gym waere es sicherlich noch schlimmer gewesen. Mitterweile weiß ich das die Lehrer mir nicht die Interesse eingepfercht haben und das zu viel Druck ausgeuebt wurde. Ich war nur ein mittelmaeßiger Schueler!
Um fast 2 Noten besser wurde es in der Berufsfachschule - der Druck war auf einmal Weg, die Lehrer vermittelten ploetzlich einem ein Bild der Interesse und der Eigenverantwortung. Aber auch entscheidend war das nun wirklich mehr fuer die Arbeitswelt unterrichtet wurde.
Faecher in denen ich in der Realschule schlecht war (Mathe und Physik) wurden in der Berufsfachschule ploetzlich bei mir Faecher in denen ich mit zu den Spitzenschuelern gehoerte, dabei war der Inhalt im Vergleich zur Realschule schwieriger - trotz der Schwierigkeit konnte ich mich durch den entfallenen Druck und der geringeren Stoerrigkeit entfalten.
Das alles sind natuerlich meine persoenlichen Erfahrungen und Meinungen! ;)
Schlimm finde ich auch diese Schubladenschieberei schon in der 4. Klasse (Grundschule). In einem solchen System wäre ich wahrscheinlich auf der Hauptschule gelandet, denn bis zur 4. war ich damals ein ziemlicher Raubauke in der Schule/ ausserhalb der Schule mit häufigen Fachlehrertadeln. Gut eigentlich warens eher harmlose Sachen, doch DDR war nunmal extrem disziplinarischer, sowohl im Unterrricht, als auch ausserunterrichtlich. Hat mir aber nicht geschadet, im Gegenteil. Das erkennt man natürlich meist erst im Nachhinein. ^^
Das änderte sich dann jedenfalls schlagartig durch Umzug und folglich Schulwechsel und ich wurde zum sehr guten Schüler.
Will damit sagen, in der 4. Klasse kann man eigentlich noch überhaupt nichts entscheiden und voraussagen, weder Eltern, noch Lehrer, noch aktuelle Zeugnisse.
Hauptschule gehört meiner Meinung nach abgeschafft. Und diese Länderkompetenz soweiso. Bin auch für ein bundesweit einheitliches Schulsystem. Schule ist Bundessache, keine Ländersache! Diese elende Kleinstaaterei nervt manchmal echt. Würde sogar etliche Bundesländer zusammenlegen. Spart nicht nur Kosten und Zeit.
Leider wird ja hier eher das Gegenteil von Vereinheitlichung gefördert. Deutschland war schonmal weiter. :(
Bin auch für ein bundesweit einheitliches Schulsystem. Schule ist Bundessache, keine Ländersache!
Da stimme ich dir absolut zu, es kann nicht sein das man in einem Bundesland ne höhere Ausbildung braucht um zu studieren als in einem anderen, es kann auch nicht sein das ein Abitur in Bundesland a, mehr zählt als ein Abitur in Bundesland b, und und und.
Will damit sagen, in der 4. Klasse kann man eigentlich noch überhaupt nichts entscheiden und voraussagen, weder Eltern, noch Lehrer, noch aktuelle Zeugnisse.
Und ab wann kann man das bitte?
Irgendwo ist immer ein Schnittpunkt bzw. eine Grenze. Und egal wo du sie auch ansetzen wirst, es wird immer wen geben der sich daran stört. Was wäre nach der 5. oder 6. Klasse anders? :freak
Wenn ich sehe das meine Tochter in der 5. Klasse Gymnasium bereits mehr Deutsch Grammatik hinter sich hat als so mancher Hauptschüler nach der 9. Klasse, frage ich mich schon was eine Verschiebung bringen soll ohne das auch gleich das Niveau wieder herabgesetzt wird, weil ansonsten wieder zuviele auf der Strecke bleiben würden.
Hauptschule gehört meiner Meinung nach abgeschafft.
Ach, und durch was ersetzen wir es dann?
Schrauben wir dann die Leistungen hoch auf Realschulniveau oder senken wir es auf Hauptschulniveau oder treffen wir uns in der Mitte? :freak
@ 10tacle
Wen interessiert das Abiturzeugnis noch nach dem Studium?
Jägermeister_84
26.06.2007, 11:03
zum Thema bessere Lehrer:
ich kenne da einen Fall, da wurde im Lehrerkollegium diskutier ob man nicht bei offener Tür unterrichten kann. Dies wäre ein offeneres Klima und nicht so eingesperrt im Raum. Fast alle Lehrer waren dagegen.
Im gleichen Lehrerkreis wurde darüber diskutiert, dass irgendwelche Leute von der Schulbehörde Unterrichtsbesuche machen und hinterher die Schule ein allgemeines Bewertungsprofiel ihres Unterrichts bekommt (ohne Nennung von Lehrernamen)
Wieder fand die Mehrheit dies scheiße. Und warum?
Die Lehre die damit ein Problem haben sind meiner Meinung nach fall oder unfähig. Wenn sie ordentlichen und guten Unterricht machen würde, wieso sollten sie dann da was gegen haben?
Viele Lehrer machen seit Jahren jedes Jahr das gleiche mit den Schüler. Wahrscheinlich verwenden manche nicht mal eine Minute Zuhause um überhaupt den Unterricht vorzubereiten. Teilweise werden seit Jahren die gleichen alten Arbeitsblätter verteilt. Nix mit Fortbildung für sich selber! In der freien Berufswelt wäre jeder Arbeitnehmer schon längst gekündigt worden. Und auch die Überwachung der Arbeit ist hier normal, wieso soll dann nicht auch mal ein Lehrer beurteilt werden wie er arbeitet.
Das gleiche gilt für Bewertungsbögen für die Lehrer. kaum ein Lehrer will, dass die Schüler ihnen Noten geben. Wieso nicht? Sowas sollten sie doch als verbesserungsvorschläge sehen und demnach ihren Unterricht anpassen. selbst an meiner FH werden die Profs von ihren Studenten am Ende des Semesters bewertet. (ob sie dadurch besser werden weiß ich aber nicht :D )
Daher würde ich es gut finden, wenn Lehrer leistungsbezogen bezahlt würden.
Außerdem sind die Schüler für viele Lehrer nur eine Note auf dem Papier ohne sich mal mit den Schülern zu beschäftigen und zu gucken wieso er z.B. nicht aufzeigt. Ist er vielleicht schüchtern? dann sollte ich ihn zwischendurch mal dran nehmen. Nein, bei denen geht das anders. Du zeigst nicht auf? OK bekommst du ne Note schlecht auf dem Zeugnis.
Oder Fälle wo der Schüler aufzeigt und was falsches sagt kommt dann vom Lehrer der Spruch:"Hallo, das ist ja wohl total falsch"
Das kann man ja wohl auch anders sagen! Kein wunder dass viele Schüler bei so einem Lehrer nicht aufzeigen. Viele haben nämlich Angst etwas falsches zu sagen. Wenn ich dann auch noch befürchten muss so nen Spruch zu hören, dann würd ich auch nicht mehr aufzeigen.
Die Förderalismuskonferenz hat dem deutschen Bildungssystem einen Bärendienst erwiesen. In einem Land wie Deutschland sollte es einheitliche Bildungsstandards geben.
Eine Einteilung in Leistungsstufen halte ich für sinnvoll. Ob dies nun in der 4., 5. oder 7. Klasse passiert ist dabei unerheblich.
Dabei finde ich es jedoch wichtig, dass die Durchlässigkeit in beide Richtungen bestehen bleibt. Somit ermöglicht man auch "Spätzündern" das Abitur.
Weshalb Hauptschulen ihren vormals guten Ruf eingebüsst haben und auf das Niveau von Sonderschulen gesunken sind ist nicht so einfach zu erklären.
Das Leistungsniveau der Abgänger scheint jedenfalls nicht mehr ausreichend für einfache Jobs zu sein.
Logisch ist jedoch, dass keine Schulform in der Lage ist, Erziehungsdefizite im Elternhaus auszugleichen. Die Frage stellt sich für mich eher so: "Was ist mit unserer Erziehung los?"
Wenn Werte, Ziele oder einfach nur Sprache (von Kunst oder Kultur ganz zu schweigen) nicht vermittelt werden, was soll denn da noch passieren?
Dann führt der Weg halt ins "Auffangbecken". Die Hauptschule kann schlicht und einfach, unter diesen Vorraussetzungen ihren Bildungsauftrag nicht erfüllen.
MFG
Logisch ist jedoch, dass keine Schulform in der Lage ist, Erziehungsdefizite im Elternhaus auszugleichen. Die Frage stellt sich für mich eher so: "Was ist mit unserer Erziehung los?"
Nur, hier hast du die Rechnung ohne den Wirt gemacht, auch wenn du recht hast.
Wir haben ja nicht nur einen stetigen Wertewandel in unserer Gesellschaft, sondern auch einen gesellschaftlichen Wandel.
War die Rolle der Frau bis vor wenigen Jahrzehnten maßgeblich klar definiert und reichte i.d.R. das Einkommen des Mannes aus um eine Familie ernähren zu können, laufen die Dinge heute anders.
In vielen fällen müssen 1,5 - 2 Einkommen her um die Familie zu ernähren und Miete bzw. das Häuschen zu bezahlen. Daher wird der Ruf nach Vollzeitbetreuung durch Eltern für Kindergärten und Schulen immer lauter.
Wo findetet denn dann aber noch Erziehung statt? Sicherlich nicht mehr zuhause und in der Familie.
Aber sollten Kindergärten und Schulen die ja als Betreuungs- und Bildungseinrichtung gedacht waren nun auch noch das Defizit der Erziehung ausgleichen? Und "wie" sollte das bewerkstelligt werden?
Machen wir also demnächst wieder die Töchterschulen und Kadettenanstalten wieder auf? :freak
@Tiu
Mit dem Werte- und Gesellschaftswandel hast Du natürlich Recht.
Es gab vor kurzem auf SpOn (die exakte Quelle habe ich leider nicht mehr) einen kurzen Artikel über Entwicklungsmöglichkeiten von Menschen verschiedener "Schichten".
In einer britischen Studie wurden Kinder von 3 Jahren untersucht und dabei nachgewiesen, dass die Kinder aus "bildungsfernen Schichten" im Vergleich zu Nachklommen von Akademikern, bereits bis zu einem Jahr Rückstand zu diesen hatten. In dem Zusasmmenhang kam auch der Begriff "wertefreie Erziehung" auf.
Hier stellt sich die Frage, ob eine staatliche Betreuungseinrichtung nicht besser gewesen wäre. Ersetzen kann sie die Erziehung im Elternhaus natürlich nicht.
Bei diesem Thema ist zu differenzieren. Die Hauptschulen völlig losgelöst vom gesamten Bildungssystem zu sehen bringt dabei wenig Erkenntnis. Eigentlich muss man die Diskussion, um den von Dir beschriebenen Werte- und Gesellschftswandel ergänzen.
Die Schuld bei nur einer Institution oder Gruppe, ganz beliebt sind hier die Lehrer, zu suchen trifft bei weitem nicht den Kern.
MFG
Und ab wann kann man das bitte?
In der 10. Klasse denke können das der doch gereiftere Schüler selber und dessen Zeugnisse entscheiden und er seinen weiteren Karriereweg frei bestimmen. In der 4. Klasse kann/ darf man nicht wirklich verhängissvolle Urteile über das Kind fällen.
Ach, und durch was ersetzen wir es dann?
Schrauben wir dann die Leistungen hoch auf Realschulniveau oder senken wir es auf Hauptschulniveau oder treffen wir uns in der Mitte? :freak
Ersteres. Realschule wenigstens wie bisher. Und wie ich schrieb alternativ Hilfs-/ Sonderschule, für tatsächlich geistig- oder körperlich stark behinderte, die eben gesonderte Betreuung benötigen.
Ein Hauptschüler kann auch die Realschule bewältigen, mit einem einflussreichen und gut ausbildeten Pädagogen-Netzwerk inkl. ausserunterichtlicher Betreuung/ Organisation und Freizeitgestaltung. Dies fehlt ja hier leider und wird unfähigen, egoistischen oder gar desinteressierten Eltern überlassen. Da kann man sich aufregen wie man will, es geht am Ende vorallem um die Zukunft des Kindes und nicht irgendwelchen elternlichen Interessen, Machtgehaben und Allüren. Ein Kind ist ein freier Mensch und nicht Eigentum der Eltern.
Wenn ich sehe das zb. muslimische Mädchen aus Schwimmunterricht und Klassenfahrten ausgeschlossen werden können, könnt ich kotzen. Freiheit ist gut, aber zuviel ist schlecht, schlecht für das Kind. Da brauchen wir uns auch nicht noch wundern. Jeder sollte uneingeschränkt gleiche Chancen für seine Entwicklung und Zukunft bekommen. Im Notfall auch per Gesetzeszwang, wie eben die Schulpflicht ansich ja auch schon. Weder Geld, noch familäre Zustände dürfen darauf negativen Einfluss nehmen können.
Hauptschule ist nix halbes und nix ganzes. Es bleibt ein schlechter Kompromiss und nichtsnutzende Zeitverschwendung.
Hochgebildete Wunderkinder können ja weiterhin ihre "Hochgebildeten-Schule" oder Sonderschule besuchen, da sie weder im Gym noch in der Realschule ausgelastet und gefördert wären, dies stellt dann den Gegenpol - das andere Extrem zu Hilfsschule dar. Überflüssigerweise haben wir dies ja alles hier extra noch. :freak
Und ich sag mal so, in der DDR hat die "Realschule" (POS) erwiesenermaßen den allerwenigsten geschadet, eher im Gegenteil, seinen Facharbeiter hat noch jeder geschafft und wer mehr wollte ging dann anschliessend noch 2-3 Jahre auf die EOS fürs Abitur.
Die wenigsten sind dumm geboren, werden eher dumm "gemacht".
In der 10. Klasse denke können das der doch gereiftere Schüler selber und dessen Zeugnisse entscheiden und er seinen weiteren Karriereweg frei bestimmen. In der 4. Klasse kann/ darf man nicht wirklich verhängissvolle Urteile über das Kind fällen.
Was ist daran verhängnissvoll?
Also, da es mehr als genügend Kinder gibt, welche die Realschule bzw. das Gymnasium schaffen, kann daran wohl nicht viel verhängnissvoll sein. Zudem hat JEDER Jugendliche die Möglichkeit nach der 9. Klasse Hauptschule bzw. 10. Klasse Realschule seinen weiteren Werdegang mit zu bestimmen. Mittlere Reife (Fachschulreife) oder Abitur (Fachabitur) können NAHTLOS errreicht werden. Wo also ist das Problem? :freak
Ein Hauptschüler kann auch die Realschule bewältigen, mit einem einflussreichen und gut ausbildeten Pädagogen-Netzwerk inkl. ausserunterichtlicher Betreuung/ Organisation und Freizeitgestaltung.
Sicher, "kann" er das, dass kann er aber auch heute im hiesigen Schulsystem erreichen wenn "er will"!
Machen wir uns doch nichts vor, dass große Scheitern hat zu oft seine Ursachen im eigenen Verhalten der Jugendlichen. Mit 15-18 ist man froh die Schule hinter sich gebracht zu haben (egal wie) und wieviele haben da noch "bock" eine höhere Schule zu besuchen oder den vermasselten Schulabschluß nachzuholen? Wieviele werden zu Problemen in der Pupertät? Das betrifft nicht nur Jugendliche aus sozial schwachen Familien!
Kinder und Jugendliche von 8 - 17 Uhr zu kasernieren ist sicherlich nicht die richtige Antwort auf die Probleme.
Wintermute
27.06.2007, 13:53
Ich war 2 Jahre lang zwischen 8:30 und 16:00 "kaserniert. In dieser Zeit hatte ich den wenigsten Schulstreß und die besten Noten (keine Hausaufgaben, viele Übungsstunden). Natürlich nur eine persönliche Erfahrung und nicht übertragbar.
Klar Wintermute, doch wer Vormittags im Unterricht nicht aufpasst wird es auch am Nachmittag nicht tun, und wer so schon nicht lernt oder die Hausaufgaben macht, der macht sie auch anders nicht. Alles eine Frage der persönlichen Einstellung und des Willen.
Man kann nun einmal niemanden zu seinem Glück zwingen. ;)
@Tiu
Sicher liegen die Probleme noch an vielen anderen Stellen. Doch wie oft muss ich das Barmen hören, unser Bildungsweg sei international betrachtet viel zu lange und folglich der tatsächliche Berufseinstieg sehr spät. (und dann meist auch noch unterdurchschnittlich -> PISA ^^)
Ein Schüler auf der Hauptschule hat bei möglicherweise späteren Weiterbildungsinteressen ungleich mehr nachzuholen mit weitaus höherem Aufwand und Zeit, als einer der höheren Bildungseinrichtungen. Nur wie so oft holt einem später Pflicht und Alltag ein.
So und wenn man sich anschaut, WAS auf den Hauptschulen dazu noch an Schülern (Herkunft, Umfeld) so zusammengewürfelt wurde und WIE diese selbst dort am Ende abschneiden, dann fragt man sich schon nach dem Sinn.
Doch was soll denn dort auch gross gesellschaftlich nutzbringendes herauskommen?
Auf der Hauptschule lernt man sicher vieles, aber nicht unbedingt ausreichendes für das spätere Berufsleben, von gewissen Formen, Werten, Regeln ganz schweigen.
Diese Erkenntnis kommt vllt. - wenn überhaupt - danach, allerdings dann leider oft zu spät, zig Ausbildungsjahre unnütz verschwendet, für nichts und wiedernichts. Es gibt eben Altersgruppen, wo der Mensch noch formbarer und aufnahmefähiger ist. Bei nem "alten" kannste da kaum noch was bewegen oder gar ändern. Der ist in seinen Ansichten gefestigt oder bereits "versaut" oder sonst was wirkt dann negativ beeinträchtigend ein.
Wieviele reale Chancen und Perspektiven hat man denn als Hauptschüler auf dem Arbeitsmarkt? Viele können ja nicht mal einfachste Grundrechenarten.
Ich kenne da schon einige, welche entweder verkommener und/oder resignierter abgingen, als noch zur damaligen Einschulung.
Und falls jetzt wieder jemand mit der dt. Sprache nicht mächtigen Ausländerkindern kommt: Integration hat schon VOR der Einschulung (Vorschule oder per Vorbereitungsjahr) zu erfolgen oder verpflichtend ausserunterrichtlich, falls späterer Zuzug. Das gilt übrigens nicht nur für Ausländerkinder, auch manchen dt. Kindern hätte eine geeignete Vorschule durchaus gut getan. Möglichst gleiche Voraussetzungen zum Einschulungszeitpunkt für ALLE sollte das Ziel sein.
Dann könnte man sich den Shice mit der Grundschule und zunehmenden Zweiklassenbildung sparen. Denn eine wirkliche geistige oder körperliche Behinderung und somit tatsächliche Nichteignung erkennt man meist sehr früh. Alles andere ist Kokolores.
Man kann nun einmal niemanden zu seinem Glück zwingen.
Doch das kann man, wenn man wollte, genug Vorschläge wurden ja nun genannt, Erfahrungen vorgetragen.
Aber man will ja nicht, wir sind ja schliesslich freie Bürger. Frage mich, warum wir da überhaupt hier eine Schulpflicht haben. Ist doch alles (Selbst-) Heuchelei und eine Pseudodebatte, mal ehrlich. :freak
Man kann nun einmal niemanden zu seinem Glück zwingen. ;)
Verlangt ja auch niemand. Nur die Einstellung "die Gesellschaft ist schuld" ist in diesem Kontext dann unangebracht. ;)
DragonIce
27.06.2007, 17:30
@ Relict -- Wie willst du denn jemanden zu seinem Glück zwingen?
Schier unmöglich. Kannst ja niemandem vorschreiben was er zu verstehen hat und was nicht.
Manches kann man nämlich und manches nicht.
Mehr als anbieten und hoffen das es angenommen wird, geht nicht.
Nur die Einstellung "die Gesellschaft ist schuld" ist in diesem Kontext dann unangebracht. ;)
Und wo steht das in diesem Kontext? :freak
@ Relict
Man kann den Schulformen keine Schuld geben.
Es ist doch wurst, wieviele Schulformen wir haben, ob nun eine oder zehn, es werden immer Abstufungen und Wertigkeiten darin geschaffen.
Wir steigen zuspät ins Berufsleben ein? :freak
Na Holla die Waldfee.
Ein Hauptschüler geht mit 15/16 ab, ein Realschüler mit 16/17 und ein Gymnasiast mit 18/19/20.
Also, ein Hauptschüler beginnt seine Berufsausbildung mit bestens 15 Jahren. Hast du Dir das Jugendarbeitsschutzgesetz einmal durchgelesen? Also die klassische Berufsausbildung beginnt sicherlich nicht zu spät und wer am "Dualen Ausbildungssystem" festhalten will, kann auch nicht behaupten das diese zu lange dauert.
Was das Studium angeht, dazu kann ich leider nichts sagen.
Letzendlich muss man die HS in dem Sinne wirklich abschaffen und quasi auf das Gynmasium eins obendrauf setzten, um der Lage gerecht zu werden. Oder eben Gesamtschulen, wobei das auch kein Allheilmittel ist.
Was soll das bringen außer einer Namensänderung? Dann geht doch weiterhin die gleiche Klientel gemeinsam in die Schule, nur dass die Hauptschüler nun Realschüler, die Realschüler nun Gymnasiasten und die Gymnasiasten... ja wie eigentlich... heißen?
Und wo steht das in diesem Kontext? :freak
War nicht auf dich bezogen, sondern vielmehr eine allgemeine Feststellung. Es wird immer die Schule für alles verantwortlich gemacht und es wird so getan, als ob das dreigliederige Schulsystem den Zweck hätte, die Chancengleichheit aufzuheben und soziale Selektion zu betreiben. Dabei selektieren sich die meisten Hauptschüler selbst durch mangelnde Leistungsbereitschaft und asoziales Umfeld (ja, auch in "bildungsfernen Schichten" geht es teilweise noch gesittet zu, so dass das Kind aufs Gymnasium gehen darf, kann und möchte). Chancen gibt es genug in Deutschland, aber wir können nicht anfangen, mit falsch verstandener Sozialpolitik den Bildungsstandort Deutschland zu gefährden, in dem wir alle Schüler ungeachtet ihrer Leistungsfähigkeit und -bereitschaft zusammen in eine Schule stecken, nur weil das irgendwie "fairer" wäre...
Rasemann
27.06.2007, 18:18
Die Klassengröße ist egal.
Früher lernten die Kinder ordentlich, mit 50 Kindern in der Klasse.
Der fehlende Respekt vor dem Lehrenden ist, meiner Ansicht nach, die Hauptursache.
Die antiautoritäre Erziehung ist mitschuld.
Die "Kinder(15-20)" schauen blöder drein als ein Twingo, wenn sie der CHEF in ihrer ersten Arbeitsstelle anschnauzt und sie parieren MÜSSEN.
Oder sich eine andere Arbeit suchen dürfen, wenn ihnen was nicht passt.
Demokratie und streichel, streichel haben in der Erziehung/Schule nur bedingt etwas verloren.
Sehe das bei meiner 2 1/2 jährigen Tochter... ohne beinhartes agieren(jetzt wird geschlafen und schluß AUS!) meinerseits verarscht mich die bereits nach Strich und Faden!(Noch eine Geschichte, fernsehen, Flascherl, noch ein Buch,...)
Wie ist das dann erst mit 15, wenn man da keine Grenze anbietet?
Die Supernanny lässt grüßen.
Früher, in den 1980er Jahren, bekam man mitunter zuhause auch noch eine Watschen wenn man erzählt hat, der Lehrer habe einem eine Kopfnuß verpasst, verdienter weise!
Erst danach war es von interesse was denn gewesen sei.
Heute rennen die Eltern zur Polizei und zeigen den Lehrer an...
Oder die "Kinder" verpassen dem wehrlosen Lehrer eine Kopfnuß wenn IHNEN was nicht passt...
@tiu
Ein Hauptschüler geht mit 15/16 ab, ein Realschüler mit 16/17 und ein Gymnasiast mit 18/19/20.
Ja und hat er danach schon ne Lehrstelle oder gar nen vernünftigen Berufsabschluss? Ausserdem bezog sich meine Aussage eher auf die angesprochenen ach so tollen späteren Weiterbildungsmöglichkeiten. Ein Hauptschüler, der mit 15 / 16 das Glück hat, eine Lehre anzutreten, hat dennoch eine schlechtere Zukunftsperspektive, auch wenn er JETZT aufgewacht ist.
Ich halte nix von irgendwas anbieten, abwarten und hoffen, dass sich was tut oder der Schüler noch zur Vernunft kommt. In einer Hauptschule wird man das wohl seltener, vllt. sogar das Gegenteil. Was eigentlich nicht das Ziel unserer Bildungspolitik sein sollte.
Falsche Charaktereigenschaft, falsche Fresse, egoistische Eltern, misslungene Sozial-/Bildungs-/ Familienpolitik -> ab auf die Hauptschule, schlechten Tag (und folgende Jahre) erwischt. :freak
Faule oder verkommene Schüler (und auch Eltern) brauchen nen kräftigen Tritt in den A.... mit gesetzlichem Rückenhalt. Nebenher eine umfangreiche ausserunterichtliche Betreuung und Freizeitgestaltung. Da hat der Schüler eben weniger private Freizeit, geht weniger kiffen, zocken und abhängen oder gar bei dem elternlichen Betrieb mitarbeiten. Im Nachinein wird man aber dankbar sein.
Trenne Intelligenz und charakterliche Eigenschaften sowieso voneinander. Das eine darf nicht vom anderen abhängig gemacht werden.
Und das sage ich, der früher Noten für Betragen, Fleiß, Ordnung und Mitarbeit bekommen hat, die durchaus in den Abschluss einflossen. Ging aber ganz gut. Dank sowieso strafferer Schule (nicht Lernstoff) :)
Notorische Störenfriede flogen mit Direktorentadel irgendwann von der Schule in eine andere, bis sies irgendwann geschnallt haben (mussten). Die noch härteren Fälle kamen dann ne Zeit lang ins Erziehungsheim (heutzutage nennt man sowas in etwa Boot-Camp)
Nur heutzutage, wo den Schülern sowieso nix grossartig droht, harmloses Jugendstrafrecht mit Bewährung oder Sozialstunden winkt, Eltern mächtig und Pädagogen/Erzieher schwach und lasch sind, braucht man sich ja bei den Zuständen auf den Hauptschulen wirklich nicht noch wundern. Sowas kommt von sowas.
Wintermute
27.06.2007, 20:37
Früher, in den 1980er Jahren, bekam man mitunter zuhause auch noch eine Watschen wenn man erzählt hat, der Lehrer habe einem eine Kopfnuß verpasst, verdienter weise!
Nee, zum Glück nicht. Wenn ich daheim erzählt hätte, das der Lehrer mit eine "gewatscht" hat, wäre der Kerl nicht mehr glücklich geworden. Mein Dad hätte dem zurecht die Eier bis zum Horizont gezogen. :lol Sowas ist, wenn überhaupt, Elternsache.
Und die Klassengröße ist nicht egal. 50 Mann im Flohzirkus sind schwerer im Griff zu behalten als 20. Je größer die Horde wird, desto mehr Eigendynamik.
Simpler Grundsatz von Menschenmassen und deren Beeinflußbarkeit. Weiterhin wird man nicht so leicht übersehen, steht also öfters im Blickfeld. Und das "früher" alles besser war vom Lernen her, wage ich zu bezweifeln. Der Stoff ist komplexer geworden.
Wir hatten genug Lehrer die ihre Autorität ohne Probleme durch reines Auftreten durchgesetzt haben. Manche schaffen das, manche nicht. Gestern wie heute. Bei meinem Schwesterchen halten die alle auch schön ihre Backen, machen ihr aber Geburtstagsgeschenke. Die ist streng und beliebt. Es geht. Und liegt nicht immer nur an den Schülern. (Wobei die gute Dame auch ihr Bootcamp am BVJ hatte, da sind so ein paar Haupt- und Realschüler ja ein Witz dagegen, egal was sie tun).
@Tiu:
Ich habe nie Hausaufgaben gemacht. Bis auf diese 2 Jahre. Vormittags Doppelblöcke mit Theorie und Übungen, Nachmittags die Übungen vertieft. Da hat man sogar mich für motivieren können. Heim konnte man ja nicht und faul rumhängen, selbstmotivation ist in jungen Jahren sehr schwer. Ich habe sie erst im Studium gelernt.
@Wintermute
Das mit der Klassenstärke sehe ich genauso. Umso weniger, umso besser. Was nicht heissen soll Privatlehrer. ;) Aber anderes Thema. Und unsere Hauptschulklassen sind ja nicht unbedingt zu voll, sondern unvorteilhaft bestückt. ^^
Und ich zumindest schiebe die Hauptschuld nicht auf die Schüler. Dazu sind es ja schliesslich noch Kinder, die gefördert, aber auch gefordert werden wollen und keine gestandenen Erwachsenen. Nur hier macht man nichts in der Richtung und verschleiert das politische und gesellschaftliche Versagen noch unter dem Deckmäntelchen "Freiheit und Selbstbestimmung" und redet und redet, auch übermorgen noch.
Nachtrag:
Das Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) ist ein Schultyp in Bayern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Baden-Württemberg, das der Berufsgrundschule in anderen Bundesländern entspricht. Es wurde für leistungsschwächere Schüler erdacht, die nicht imstande sind, nach der Beendigung oder dem Abbruch der Schule aufgrund der wirtschaftlichen Lage einen Ausbildungsplatz zu finden bzw. aufgrund persönlicher Defizite eine Berufsausbildung zu beginnen.
Die Schüler können durch das BVJ ihre Berufsschulpflicht erfüllen und gleichzeitig unter Umständen den Hauptschulabschluss erwerben. Im BVJ wird berufliches Grundwissen in einem oder mehreren Berufsfeldern vermittelt und dient somit auch der beruflichen Orientierung, neben der Erweiterung der Allgemeinbildung und dem Erwerb von grundlegenden Schlüsselqualifikationen die zu einer (verbesserten) Ausbildungsreife führen sollen.
Lässt tief blicken, dass wir überhaupt eine solche Institution brauchen, die nötige Voraussetzungen für eine Berufsausbildung im Nachhinein vermittelt, welche bereits in der Schule erledigt werden könnten. :freak
Ja und hat er danach schon ne Lehrstelle oder gar nen vernünftigen Berufsabschluss?
Wer hat denn in anderen Ländern zwischen 15 und 18 einen QUALIFIZIERTEN Berufsabschluss? :freak
In den USA vielleicht. Da reicht es aus 6 Monate als Automechaniker gearbeitet zu haben, die Reifen voll Luft zu pumpen und nen Ölfilter wechseln zu können um sich Automechaniker zu nennen.
Was sollte man auch mit unter 18 jährigen wollen die einen Berufsabschluß haben, wenn sie gem. Jugendarbeitsschutzgesetz eh nicht voll einsatzfähig sind?
@Tui
Hast Du denn mit 18 als ehem. (Haupt-) Schüler bereits oder überhaupt einen qualifizierten und zukunftsträchtigen Berufsabschluss und kannst sofort voll loslegen, stehst dem Arbeitsmarkt zur freien Verfügung? Ja ich weiß schon welchem Markt man da und in Zukunft zur Verfügung steht.
Schau doch die Realität an. Bei Studenten noch schlimmer. Jeder Hinz studiert, zum Übel noch die 0815 Geschichten wie BWL & co. Folge, Die Unis sind in solchen Bereichen total überlaufen mit all den bekannten Konsequenzen, während untenrum die Abgänger teils nicht mal über Grundwissen und Allgemeinbildung verfügen und nebenher benötigte Studiengänge an Unterbesetzung mangeln, so dass wir schon nach ausl. Fachkräften schreien müssen. Da ist doch mächtig was im argen.
Also was "mich" betrifft, ja.
Ich hatte mit 18 einen qualifizierten Berufsabschluß (Stahlbauschlosser), hatte direkt nach der Hauptschule eine Ausbildung mit 15 angefangen.
Wie gesagt, zu Studien kann ich mich nicht äußern, da ich keins habe.
Aber auch hier kann ich nur sagen, selbst dran Schuld wenn man BWL / VWL studiert und schon vorher keine Nachfrage danach bestand. Da studierende i.d.R. 18 und älter sind sollten sie schon wissen was sie tun und warum sie es tun.
Das war eher allgemien gemeint, aber auch gut. :)
Doch wenn alle alles was SIE wollen studieren und wieder abbrechen können bis zum get-no, egal ob überlaufen, dann mangelt es nunmal an vielen anderen Ausbildungsberufen, die durchaus auch ohne Studiengang anspruchsvoll sein können und wirtschaftlich begehrt sind. Ein derzeitiger Hauptschüler kommt für bestimmte Ausbildungsberufe eher seltener infrage, hat weniger Chancen oder es alternativ eben schwerer und das nur, weil er auf die Hauptschule gegangen und somit oft unnötig versauert ist, sein wirkliches Potenzial nie richtig entwickeln konnte.
Womit ich gleich nochnmal auf die BVJ zurückkommen will:
Warum einfach, wenns auch umständlich geht. Nur nicht an bestehenden Systemen und Gegebenheiten kratzen. Stattdessen lieber weitere hinzufügen. :freak
Bleibt die Frage offen, warum Schüler überhaupt die Schule abbrechen können und nichts dagegen unternommen wurde, bzw. es überhaupt erst soweit kommen musste. Was lernt man eigentlich heutzutage in der (Haupt-) Schule? Was für einen Zweck hat die überhaupt noch. Und wozu macht man denn eine Lehre, wenn nicht zum Ausbilden für einen Berufseinstieg?
Wieso wurden persönliche Defizite nicht schon in Schulzeiten ausgebügelt? In 10 Jahren keine Zeit dazu, aber jetzt innerhalb eines Jahres in Hau-Ruck-Aktion solls auf einmal funktionieren? Komisch.
Oder ist es doch eher ein Überbrückungsjahr, weil die Ausbildungsplätze knapp sind aufgrund Versagens der Systeme?
Wo wir mal wieder bei übler Flickschusterei sind und die Ursachen der Probleme mit keinem Deut angegangen werden.
SO werden wir auch noch die nächsten Jahrzehnte in PISA die hinteren Plätze belegen. Einfach nur peinlich.
Wintermute
27.06.2007, 22:21
In meinen Augen ist das BVJ eher ein Abstellgleis. Das fängt schon damit an, völlig unvorbereitete Lehrer darauf loszulassen. Würde man wirklich was bewirken wollen, müsste dort völlig anders als in "normalen" Schulen an die Kids herangegangen werden.
Das was uns beide trennt Relict, scheint im wesentlichen zu sein, dass wir versuchen das Pferd von der jeweils anderen Seite aufzuzäumen. :D
Ich finde nicht das dass System schlecht ist, sondern das es Faktoren gibt die das System schlecht machen.
Aber diese Faktoren habe ich ja bereits ein paar Seiten vorher genannt.
@ Wintermute
Das sind keine Kids mehr, dass sind Jugendliche :D
Wintermute
27.06.2007, 22:34
Ich nenne sie mal so. ;) Aber ja, du hast recht.
Nightmare89
27.06.2007, 23:20
Also ich finde das schulsystem ist schuld!!
Ich war selbst auf einer hauptschule die nicht ohne war!
Was ich beobachten konnte war ein hoher anteil an ausländergewalt(nicht rassistich gemeint sondern Tatsache)
andauernd war da eine gruppe die ständig schlägerreien provoziert hatte und das einzige was unternommen wurde war mitteilung an die eltern denen es scheinbar egal war was ihre söhne so treiben.
Jetzt bin ich auf einer Handelsschule im selben ort und da läuft alles perfekt Keine schlägerreien und unterricht ist auch möglich.
Das liegt an den etwas strengeren regeln. 3x tadel = klassen konferenz 1. klassenkonferenz abmahnung 2. klassenkonferenz direkter ausschluss
Auf der hauptschule kann man sich viel zu viel erlauben bis es da mal zu einer konferenz kommt muss man sich schon einiges geleistet haben.
Die sogenannte Strafe ist eigendlich eine belohnung man bekommt 1 oder 2 wochen schulausschluss
Mir ist es ein rätsel warum die es nicht schaffen ordnung auf den hauptschulen zu schaffen.
Währe doch garkein problem etwas härter vorzugehen bei den bestrafungen.
Aber dazu ist deutschland ja leider nicht in der lage.
Das was uns beide trennt Relict, scheint im wesentlichen zu sein, dass wir versuchen das Pferd von der jeweils anderen Seite aufzuzäumen.
Hmm naja fast. Denn in etlichen Dingen sind wir ja grundsätzlich einer Meinung, es muss sich was ändern an unseren Schulen. Ich will halt nur noch nen Schritt weiter gehen, das Schulsystem völlig überarbeiten - Hauptschulen und Realschulen zu einer "Realschule" zusammenlegen, die aktuelle Regelung in der Grundschule abschaffen.
Damit wären sogar 2 Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Willkür von Eltern und Lehrern in der Entscheidungsgewalt für die Schulzuteilung, zb. bzgl. sozialer Herkunft und momentaner Situation usw..
Und natürlich schnellere und verbesserte Bildungschancen für alle und folglich bessere Perspektiven für Person, aber auch Arbeitsmarkt und Wirtschaft, indem die Schulzeit eben auch durch ausserunterrichtliche Maßnahmen wesentlich effizienter ausgeschöpft wird und sich spätere Schadensbegrenzung (zb. BVJ) erübrigt. Es darf einfach nicht mehr passieren, dass Schulabgänger "fehlgebildet" bzw. nicht viel gebildeter die Schule verlassen, als sie hineingekommen sind.
Das Schulsystem sollte deutschlandweit vereinheitlicht werden und der Lernstoff praxisnäher am späteren Werdegang liegen. Es nützt weder dem Schüler, noch der Gesellschaft und Wirtschaft, wenn der Abgänger zwar die Antike und anderen praxisfernen theoretischen Stoff hoch und runterbeten kann, aber stattdessen die einfachsten Grundlagen wie zb. schon Rechnen, Sprache in Wort und Schrift, logisches Denkvermögen und Allgemeinbildung nur unzulänglich beherrscht.
Zudem sollte man den Pädagogen endlich (wieder) mehr Rechte bzw. Einflussnahme zubilligen, gewisse Entscheidungsgewalten sogar über die der Eltern stellen, den Lehrer nicht weiterhin nur als quasi Rezitator und Moderator von Lernstoff abstellen, sondern eine erzieherische Funktion (wie eben die der Eltern) hinzufügen, die Schulen quasi auf mindestens Jugendamtniveau (-"gewalt") heben.
Zudem die freie Selbstbestimmung von Studienfächern etwas einschränken, so dass eben nicht jedermann alles studieren kann wie er ausdauernd genug, liquid und lustig ist, sondern die Anzahl der Teilnehmer fachübergreifend nicht nur nach einer Art "numerus clausus", sondern auch je nach Auslastung schlicht begrenzt ist.
Studiengebühren gehören stattdessen wieder abgeschaft. Denn sie sind der völlig falsche Ansatz diese Ziele zu erreichen, staatliche Bildung muss leistungsabhängig und zweckdienlich sein, nicht kapitalabhängig.
Leider würde das alles ab einem gewissen Grad schnell mit bestimmten Grundrechten kollidieren. Deshalb glaube ich weniger, das sich hier diesbezg. da gross was ändern wird.
In den Schulen werden auch weiterhin nur zusätzliche Angebote offeriert werden, wer diese allerdings - aus welchen Gründen oder Grundrechten auch immer - nicht annehmen will, hat auch weiterhin nichts zu befürchten, ausser seinen entsprechenden Abschluss. Nur schadet man damit nicht nur sich selber, sondern auch der Gesellschaft.
Die Hauptlast an Kontrolle und Erziehung wird weiterhin den Eltern überlassen. Solange wie diese nicht gerade straffällig werden, wird es auch kein Jugendamt scheren und die Kinder verkommen im ungünstigen Falle eben weiterhin. Wayne. :freak
Die Sozialkassen werden später belastet, der Arbeitsmarkt schreit einerseits weiterhin nach qualifizierten Fachkräften (nun schon aus dem Ausland) und andereseits kann er sich vor Überangebot nicht retten. Folge: Lohndumping, Arbeitslosigkeit, Kriminalität, Abwanderung.
Wintermute
28.06.2007, 13:49
Numerus Clausus ist total daneben. Ich hab ein 3er Abi und nen 2er Bachelor. ;)
Ich würde anders selektieren. Durch persönliche Gespräche z.B. (bei uns in der FH) oder einen kleinen Test wie hier in TÜ für Politikwissenschaften. Das bringt mehr als eine starre Note die nix aussagt.
Also ich komme auch von einer Hauptschule *schäm*
Und ich kenne das garnicht was hier geschrieben wird oder was auch damals in den Nachrichten kam, sowas gab es bei uns nicht.Sicherlich gab es die eine oder andere kleine schlägerei mal aber das waren ausnahmen vieleicht in einem Jahr ca. 3 schlägereien mehr nicht.Wobei ich sagen muss das ich von meinen alten Lehren gehört habe das jetzt inzischen viel schlimmer geworden ist ich hatte es schon gemerkt als ich im 10en war und du "neuen" 5er die hatten mal keinen Respekt,als ich und meine freunde im 5 waren hatte wir noch echte "angst" vor den 10ern und so aber heutzutage ist der respekt weg und das ist das problem !Und denke ich haben die Eltern die erziehung verschlafen !
@Wintermute
Darum sprach ich ja auch von einer Art "numerus clausus" und nicht DEM. ;)
So tief in die Details wollte ich damit garnicht gehen, nur die grobe Richtung.
Von mir aus daher meinetwegen auch über Aufnahmetests. Hauptsache es passierte überhaupt mal was dergleichen.
@WhiteHats
Hauptschüler sein ist doch keine Schande, die Schuld trägt wer ganz anders.
Aber mal ne Frage, glaubst Du so im Nachhinein, Du hättest auch die Realschule gepackt?
Ja denke ich. ich habe einen sehr guten 10b (Fachoberschulreife) Abschluss.Aber es war die "angst" da auf einer Realschule abzurutschen... wie es ein paar freunden passiert ist plötzlich traf man sich auf der hauptschule wieder.Naja das sing ist ja man sagt ich kome von einer Hauptschule und ab dahin wird man nur noch blöd angeguckt ob der abschluss gut oder schlecht will keiner wissen und für Hauptschüler ist es mal richtig schwer einen Azubi platz zu finden ich habe mit mehr glück als verstand einen gefunden ... das aller schlimmst war für mich hätte ich jetzt die stelle nicht bekommen ich were durch das komlpette "deutsche system" gerutscht keiner fühlte sich verantwortlich ...
Fu Manchu
28.06.2007, 22:42
Die Hauptschule scheint wirklich zu prägen. Meine Freundin hat die Hauptschule gemacht und das lässt sie nicht los bzw. betont sie immer wieder - wie ein Trauma.
Nach der Hauptschule hat sie aber eine weiterführende staatliche Fachoberschule besucht und abgeschlossen und danach hat sie studiert und mit 1,0 abgeschlossen.
Aber wenn es im Gespräch darum geht welche Schule man besucht hat kommt immer wieder "ich bin Hauptschüler". Ich muss ihr dann sagen das sie studiert hat und eigentlich zur Bildungselite des Landes gehört, aber die Hauptschule kommt immer wieder durch. Muss wirklich fies und prägend gewesen sein.
es wird viel zu viel auf die schulen abgewälzt
das problem liegt ganz wo anders, nämlich bei den eltern
die hälfte der eltern scheint überhaupt keinen funken ahnung von erziehung zu haben
die kinder werden vor dem fernseher oder ps geparkt damit man seine ruhe hat
agressives verhalten oder schlechtes benehmen ist einzig allein auf eine schlechte erziehung zurück zu führen
vor ein paar jahren, hab ich so ein verhalten nicht erlebt, mittlererweile wird einem ja schlecht wenn man sieht wie sich viele kinder benehmen
das einzige was man dem schulsystem vorwerfen kann ist, ist das es zu lasch ist
das gymnasium ist doch der reinste witz
mit 2 5en kann man noch weiterkommen
dann gibts hier wider nachprüfungen und sonderregelungen
das ist doch alles schwachsinn. mehr als eine 5 -> wiederholen
mir kann keiner erzählen das irgendwer wegen dummheit die schule nicht schafft
der grund ist doch eindeutig faulheit(kenn ich doch selber), aber warum sollte man auch was tun wenn man so das abi hinterher geschmissen bekommt?
@fu manchu
warum ist sie denn auf eine hauptschule gegangen wenn sie so intelligent ist?
Ja, wollt grad sagen, gibt zum Glück noch mehr wie genug anständige junge Menschen. Tut mir auch bissel leid für die das die da auch immer gleich abgestempelt werden.
Erziehung ist ein gutes Stichwort, aber es ist ja anscheinend immer öfter der Fall das Mami und Papi arbeiten müssen um alles bezahlen zu können und das dann die Erziehung zu kurz kommt ist ja auch irgendwo klar. Die Eltern sind zwar einerseits Schuld, andererseits zwing sie die Gesellschaft in diese Lage. Das Problem nur auf eine Instanz zu schieben ist in meinen Augen falsch, wir könnten an alles was verbessern, die Schule, die Erziehung, die Gesellschaft allgemein, nur leider scheint sich das eher immer weiter ins Gegenteil zu verändern, da nutzt dann auch das beste Schulsystem nichts mehr.
Das ist echt schon hammer das alle wirklich alle Hauptschüler auf gut deutsch gesagt als drecks bezeichnet werden.Es gibt viele sehr viele die kommen von einer Hautpschule und arbeiten sich ganz nach oben machen abi, studieren ... aber das wird immer gerne übersehen und vieleicht ist auch das ein grund warum die "Haupt" Schüler so sind wie sie inzwischen sind sie haben keine zukunft mehr,manchen wird schon in der 6. gesagt "du brauchst hier den unterricht doch nicht mitmachen um zum Sozialamt zugehen brauchst du keinen abschluss"solche sätze kommen von LEHREN !Dieser angebliche "dem zeige ich es jetzt" effekt dritt nicht mehr ein !.....
Fu Manchu
30.06.2007, 23:34
...@fu manchu
warum ist sie denn auf eine hauptschule gegangen wenn sie so intelligent ist?
Zu der damaligen Zeit, als die Schüler eingeteilt wurden, war sie schlecht. Hinzu kommt das sie aus einem ausländischen Elternhaus kommt - und das in D. auch danach gefiltert wird ist leider Realität.
Die Hauptschule hat sie recht gut abgeschlossen und die weiterführende Schule auch.
Wenn ich daran denke wie mies ich in der 5. Klasse war, wäre ich auch auf die Hauptschule gekommen. Zum Glück gab es in der DDR das 10 Klassen System für alle. In der 10. war ich wieder gut und zweitbester meiner Klasse. So kann es kommen.
Nun kann man in der heutigen Zeit das Schulsystem nicht mehr mit dem der DDR vergleichen, damals wurden die meisten noch von den Lehrern an die Hand genommen und schwache Schüler mehr gefördert wegen des "Lernauftrages der Partei".
Heute stehen die Schüler eher alleine da, vor allem dann wenn die Eltern ihnen nicht helfen können oder wollen.
Wer durch s Rost fällt hat halt Pech gehabt in einer Leistungsgesellschaft(furchtbares Wort) schlimm genug aber eben Realität und die scheinen die Verantwortlichen zumindest gegenwärtig nicht sehen zu wollen aber jammern das nicht genug hochqualifizierte Fachkräfte vorhanden sind. Echt zum heulen manchmal, aber das hilft ja auch nichts.
OMaOle
Nun kann man in der heutigen Zeit das Schulsystem nicht mehr mit dem der DDR vergleichen...
Heute stehen die Schüler eher alleine da, vor allem dann wenn die Eltern ihnen nicht helfen können oder wollen.
Siehst Du das etwa als Fortschritt an? Also ich bin überzeugt die DDR hätte bei einer damaligen PISA Stude wesentlich besser abgeschnitten, nur gab es da noch keine bzw. auf der falschen Seite. ^^
Mir ging es genauso wie Fu, ich wäre wie schonmal gesagt in der 5. wahrscheinlich auch auf die Hauptschule gekommen. Ich wurde auch erst in der 7. zum Einsenschüler.
Hätte keiner in der DDR ernsthaftes und beharrliches Interesse gezeigt und mein (noch) schlummerndes Potenzial nicht erkannt/falsch eingeschätzt, das System dies negativ begünstigt, ich wäre glatt durchs Raster gerutscht.
Meine Mutter ging Vollzeit (3 Schichten) arbeiten, seit ich 3 war. (Vater gabs das schon net mehr ^^)
Es ging, auch dank besserer, organsierter Betreuungs- und Freizeitmöglichkeiten - auch nach der Schule. Ich hatte keine Entzugserscheinungen und bin auch nicht verkommen oder verblödet, ich hatte Spass mit gleichaltrigen und fühlte mich auch nicht eingeengt, im Gegenteil. Ich musste deshalb dennoch auch nie in irgend ein Heim oder Wochenkrippe/ -Schule etc.
Meine Mutter hat es dadurch auch einfacher gehabt, sowohl kosten-, als auch zeittechnisch. Das Schulsystem gab ihr die Sicherheit und Gewissheit während ihrer Abwesenheit auf gesicherte Betreuung. Sie hat sich trotzallem immernoch viel Zeit genommen. WAr keine Rabenmutter.
Das kann man natürlich nur schlecht nachvollziehen, wenns mans nie anders kennengelernt hat/ gewohnt war, mache deswegen auch keinem Ex-Wessi einen Vorwurf. ;)
Wenn die Eltern heutzutage versagen, dann muss eben - wenigstens vorläufig (Schadensbegrenzung) - der Staat (Bildungssystem) diese Aufgabe übernehmen.
Und nicht wie aktuell warten, rumzedern oder nur freundlich appellieren, bis die Gnädigen sich möglicherweise mal dazu herablassen.
Ich denke er will mehr Kinder, sie sind ihm doch soo wichtig? Was nun? Sollen die sich selber machen und erziehen?
Zeitgleich sollten daher entsprechende Rahmenbedingungen für alle Seiten geschaffen werden.
Woran es mangelt wurde hier ja schon öfters erläutert. Getan werden muss nur endlich mal was und nicht nur von einer Amtsperiode zur nächsten rübergerettet oder per 5-Minuten-Demokratie von Volkesseiten aus agiert werden. Das reicht eben nicht.
Oh Relict, tut mir leid wenn Du das falsch verstanden hast, ich bin selbst in der DDR in die Schule gegangen und fand das System besser als jetzt. So wollte ich das auch verstanden wissen.
MfG
OMaOle
Nee war auch nicht auf Dich bezogen, eher allgemein. Habe nur ein paar Aussagen als Einstieg für meinen Beitrag gemopst. Sprich deinen ersten Satz nochmal ausführlicher verdeutlicht, nicht das er gar von anderen falsch verstanden wird.
War nicht alles in/ aus der DDR falsch und schlecht. Doch ausser das grüne Ampelmännchen und den Abbiegerpfeil wurde uns ja alles vom Westen komplett ohne Widerrede und Nachzudenken übergestülpt. Zu dieser Wendezeit hatte auch die damalige BRD alle Chancen der Welt, auch ihr System zu überdenken und für den neu entstandenen Einheitsstaat zu reformieren. :D
Da habe ich aber ganz schön viel verpasst! Ich fange mal mit einem Aspekt an, der recht früh in die Diskussion eingebracht wurde: Schuluniformen
Eine Schuluniform, die auf Länder- oder Bundesebene für alle Schüler identisch ist, würde ich als langweilig empfinden. Aus Sicht der primär betroffenen Jugendlichen sehe ich einerseits den Wunsch nach Zugehörigkeit zu einer Gruppe, wozu Uniformen einen Beitrag leisten könnten. Andererseits entwickelt sich gerade während der Pubertät ein Streben nach Abgrenzung und Individualität, was beispielsweise zur Cliquenbildung führt (Gothic-Anhänger, Hip-Hopper, Junghexen, Raver usw.). In diesen Cliquen wiederum spielt gruppenspezifische Kleidung eine wichtige Rolle.
Wenn die Schule mittags schließt und die Schüler nach Hause gehen, um zu essen und um Hausaufgaben zu machen, dann beginnt ihre Freizeit, in der sie ihre Uniformen mitunter ablegen. Sollte es jedoch zum flächendeckenden Ausbau von Ganztagsschulen kommen, dann stecken die Kids von morgens bis abends in ihren Schulklamotten. Für die oben genannten Cliquen wäre das weniger attraktiv, was die Akzeptanz der Uniformen beeinträchtigen könnte.
Wenn überhaupt, könnte ich mir die Einführung von Schulkleidung vorstellen. Das wäre eine breitere Kollektion mit dem Logo der Schule in bestimmten Grundfarben, bestehend aus Shirts, Pullis und mitunter auch Hosen und Jacken. Interessant sind die Vorteile, die auf www.schulkleidung.de genannt werden:
Vorteile für Schüler:
- Schulkleidung fördert den Zusammenhalt der Klasse
- Man fühlt sich sicher im Team
- Es gibt keinen Neid und keine Missgunst
- Viel oder wenig Geld spielt keine Rolle
- Man muss morgens nicht lange im Schrank wühlen
- Man braucht keine Angst haben beklaut zu werden
Vorteile für Eltern:
- Schulkleidung ist wesentlich günstiger, als teure Markenkleidung
- Das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit wird gestärkt
- Ausgrenzungen durch Markenzwang fallen weg
- Das Sozialverhalten, auch außerhalb der Schule, bessert sich
Vorteile für Lehrer:
- Zu aufreizende Kleidung der Schüler lenkt Lehrer nicht vom Unterrichten ab
- Neuzugänge werden schneller in die Klasse integriert
- Das Zusammengehörigkeitsgefühl dr Schüler wird gestärkt
- Die Erziehung zu Konsumbewusstsein wird Teil des Schulprogramms
Ich blicke etwas überrascht auf die positiven Erfahrungen, die man in Deutschland teilweise schon mit Schulkleidung gemacht hat. Die Effekte der besseren Identifikation mit der Schule und das stärkere Gefühl der Zusammengehörigkeit will ich gar nicht bestreiten. Allerdings glaube ich nicht, dass sich Probleme wie Neid oder soziale Ausgrenzung damit beseitigen lassen. Denn anders als bei kompletten Uniformen (vgl. Soldaten) beschränkt sich die Schulkleidung auf wenige Aspekte der Gesamtbekleidung. Die Schüler tragen ihren Markenkult deshalb einfach auf einem anderen Niveau aus, entweder über die nicht standardisierte Jeans oder über Jacken. Und wenn diese ebenfalls zur Schulkleidung gehören, dann bleiben immer noch Schuhe, Halstücher, Gürtel, Uhren, Schmuck und Schultaschen. – Das ist wie im Job, wo der Abteilungsleiter auf den ersten Blick auch nur ein Büro hat wie jeder andere auch. Doch seines ist etwas größer, es hat die schönere Aussicht, das hochwertigere Mobiliar, die größeren Pflanzen und ein Originalgemälde an der Wand.
Ich frage mich jetzt zwar bisserl, wie Du jetzt bei deisem Thema auf Kleidung kommst, aber ok.
Also Schulkleidung, nicht Uniform würde ich auch begrüßen. Es sollte ein guter Kompromiss ggü. der Ganztags-/ Ganzkörperuniform sein.
Obwohl es mich ein bisschen an die gelegentlich zu tragenden Pionier- und FDJ-Hemden der DDR erinnert, wenn auch beim aktuellen Vorschlag nur auf die Schule selber und nicht hinterstehende übergeordnete Organisation. ^^
Und an alle Nörgler: Auch Schuljahre sind keine Herrenjahre. ;)
Nur sowas wie Schulkleidung kann immer nur einen weiteren Aspekt zur Verbesserung in den Schulen darstellen. Es kann hilfreich unterstützen. Die Grundprobleme und wirklichen Ursachen löst es jedoch keinesfalls. Die liegen weitaus tiefer.
@Relict
Ich habe den Thread unmittelbar vor meinem Urlaub gestartet. Und Damocles' Sword hat in seinem ersten Beitrag dann u. a. die Schulkleidung angesprochen. Nun muss ich mich erst einmal langsam durch den Thread arbeiten.
Wie bereits angesprochen wurde, können die Lehrer nichts dafür, wenn die Kinder ohne Lust, Respekt, Motivation, Hausaufgaben und Frühstück zur Schule kommen. Trotzdem genügt es nicht, mit den Achseln zu zucken. Selbst an der Rütli-Schule, die ich eingangs absichtlich nicht erwähnt hatte, konnte innerhalb eines Jahres viel erreicht werden. Allerdings geschah das zuvor nicht ohne den öffentlichen Druck. Die drei Sozialarbeiter arbeiten dort erst seit Mai 2006: http://www.ruetli-oberschule.de/downloads/schulprogrammentwurf.pdf
@Keshkau
Nein das Lehrer persönlich was dafür könnten sagte ich ja auch nicht, aber die Kleidung kann auch nichts dafür. ;)
Das Schulprogramm ist angesichts der dort aufgeführten extremen Probleme sicher positiv zu bewerten und auch dringend angebracht. Schlimm genug, dass es überhaupt soweit kommen kann, Schüler sogar schon Psychologen und Sozialarbeiter brauchen. Erschreckende Dimensionen tuen sich da auf.
Die sozialen und bildungspolitischen Probleme und Defizite wird/ kann es aber auch nicht lösen. Aber immerhin ein Schritt in die richtige Richtung. Nun sollten noch die Kompetenzen und folglich Zuständigkeiten des Lehrpersonals erweitert werden.
Das alleine bringt aber auch nichts, wenn die gesetzlichen Grundlagen dafür nicht geschaffen/ freigegeben werden. Und jetzt kommt der Hauptpunkt wo es bislang hapert/ scheitert.
Da sind wir schon beim Kern der Sache. Der Staat erwartet von den Bürgern, dass sie mehr Kinder in die Welt setzen, um der sich abzeichnenden Vergreisung in Deutschland mit all ihren negativen Folgen vorzubeugen. Im Gegenzug sollten die Bürger erwarten dürfen, dass der Staat durch die Schulen die Erziehung begleitet.
Ganz düster sieht es in den Problembezirken unserer Republik aus: hoher Anteil an Arbeitslosen und Sozialhilfeempfängern, teilweise extrem hoher Anteil an Migranten, übermäßige Kriminalität, zahllose zerrüttete Familienverhältnisse, Drogenkonsum, Perspektivlosigkeit, Gewalt usw.
Jetzt stelle ich mir eine (deutsche) Mutter vor, die mit ihrem Kind in so einem Bezirk wohnt, entweder weil sie schon dort geboren wurde oder weil sie aus finanziellen Gründen dorthin gezogen ist. Wenn sie ihr etwas unterdurchschnittlich begabtes Kind nicht auf die entfernt gelegene Real-/Gesamtschule schickt, sondern auf die dortige Hauptschule, dann sind dem Kind de facto doch alle Entwicklungsmöglichkeiten genommen. Denn es gibt nur wenig Aussicht auf guten Unterricht und damit keine Perspektive, z. B. später einen höheren Schulabschluss nachzuholen, weil das Leistungsgefälle einfach zu hoch ist.
In ländlichen Gebieten und privilegierten Vorort-Gemeinden mag die Situation völlig anders sein. Dort machen einige Hauptschüler ihren qualifizierten Abschluss und besuchen anschließend die Höhere Handelsschule oder machen Abitur. Diese Option sollte theoretisch allen Hauptschülern offenstehen, die sich in der Schule ins Zeug legen. Nur sind wir leider davon meilenweit entfernt.
Ein relativ neues Steckenpferd ist die Sprachprüfung für Vierjährige im Kindergarten, die aber nur diejenigen erreicht, die einen Kindergarten besuchen, was natürlich ein Problem ist. Und selbst im Kindergarten setzt die Auslese sein, wenn man so will. In den sozialen Brennpunkten besuchen die Kinder die städtischen Kindergärten, die jedes Kind aufnehmen müssen. Entsprechend hoch ist z. B. der Anteil der Migrantenkinder mit schlechten Deutschkenntnissen. Die Strategie der deutschen Eltern besteht darin, ihre Kinder in einem evangelischen oder katholischen Kindergarten anzumelden. Pech für alle Eltern, deren Kind nicht getauft ist. So bleibt man schön unter sich.
...die aber nur diejenigen erreicht, die einen Kindergarten besuchen
Und genau hier stelle ich mehr eben etwas mehr "gesetzliche Pflichtveranstaltung" vor.
Nicht den Kindergartenbesuch, aber eine intervallartige staatliche Kontrolle bei denjenigen, die dies eben nicht tun und ggf. natürlich auch eine daraus folgende Konsequenz für Pflichtnachhilfe. Auch das Jugendamt könnte viel konsequenter agieren.
Das ganze könnte man auch auf die Schule erweitern. Bereitstellen von ausserunterrichtlichen Freizeit-, Betreuungs-, und Bildungsangeboten und ständiges Bitten an Eltern und Kinder diese auch wahrzunehmen sind ja gut und schön.
Aber wir sehen doch, dass sie nichts bewirken bzw. kaum wahrgenommen werden. Klar, der Druck fehlt. Zu überzeugen ist sowieso kaum einer., da haben meist andere familiäre Probleme Vorrang.
Das diese Einrichtungen nur unzureichend vorhanden sind, ist ein weiterer grosser Missstand, aber damit allein ists eben auch lange nicht getan.
Der nächste Punkt ist Kosten der Eltern: Es kann nicht sein, das zb. Kinder von Hartz-IV Familien vom Schulessen ausgeschlossen sind, weil es sich die Eltern nicht leisten können bzw. dadurch eine - irgendwo auch nachvollziehbare - Sparmöglichkeit sehen.
Genauso bei finanzieller Belastung für Klassenfahrten und Freizeitaktivitäten. Diesen Kindern schadet dieser soziale Ausschluss/ das zunehmende Schichtgefälle extrem.
Jedes Kind sollte auch an Aktivitäten seiner Klasse gleichermaßen teilnehmen können, ja müssen, auch zb. muslimische Mädchen. Wir leben hier schliesslich in Deutschland und da gibt es eben nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten!
Das ist mir alles noch viel zu stark auf "Wünsch-Dir-Was" ausgelegt. Die Eltern bestimmen so gut wie alles was und wie läuft. Doch wenn sie etwas nicht interessiert, fühlt sich folglich auch kein anderer zuständig.
Und so geht eins ins andere. Nur unsere aktuelle Gesetzeslage, diese unvorteilhaften Länderkompetenzen im Bildungssektor, veraltetes Schulsystem, Lobbyismus und Sozialabbau an jeder Ecke be- und verhindern nunmal spürbare Reformen. Die Probleme, aber auch Vorschläge für Lösungen sind schliesslich nicht neu, sondern seit langem bekannt.
Die derzeitige Lage ist aufgrund dieser Misstände weiterhin nur elende Flickschusterei zum Trost. Halbheiten als Almosen, auf das es zwar anders, aber doch genauso weitergeht. ^^
Tequila sunrise
03.07.2007, 23:49
also wir sind 27 in unserer Klasse, das ist - im vergleich zu anderen Klassen - einigermaßen wenig. Ich bin aber auf jeden Fall für die Trennung nach der 4. Klasse und dafür, dass der Lehrer und nicht die Eltern bestimmen, wo die Leute hinmüssen.
Wir haben bei uns ein paar Leute mit einer 0bock Einstellung und die halten die Klasse auf, diese Leute wären auf der Realschule um einiges besser aufgehoben. Gymnasium sollte schon eine gewisse Motivation und Bereitschaft zum selbstständigen Arbeiten vorraussetzen.
Die Hauptschule ist bestimmt nicht mehr zeitgemäß, aber gibt es gute Alternativen? Man kann schließlich nicht alle Leute auf eine Schule stecken, das gäbe Konflikte, da sich einige langweilen und andere nicht mitkommen.
Aber falls da etwas geändert wird, kann es mir sowieso egal sein, da ich 2010 mein Abi mache und danach nichts mehr mit schulischen Themen zutun haben werde ;)
Man kann schließlich nicht alle Leute auf eine Schule stecken, das gäbe Konflikte, da sich einige langweilen und andere nicht mitkommen.
Komisch, dass es in der DDR ohne Konflikte, Hauptschule und 4.Klassen-Trennung 40 Jahre wunderbar ging. 99,9% haben die Realschule letztendlich bestanden. Wer nicht mitkam oder zu faul war ist sitzengeblieben, wurde im schlimmsten Falle versetzt und wurde nebenschulisch gefördert. Aufgehalten wurde niemand, langweilig wurde es selten. Teils sogar nicht nur von den Pädagogen, sondern oft auch von den "besseren" Schülern. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass selbst ich noch vor der Abschlussprüfung 10. Klasse Nachhilfeunterricht gegeben habe, aber auch in früheren Klassenstufen.
ALLE kamen durch. Klassenstärke war durchschnittlich (eher höchstens) 25 Schüler. Waren es mehr, wurde irgendwann gesplittet, wie bei mir. (zum Schluss ~14 auf 3 Klassen) Auch brauchten wir sehr selten durch die Botanik in andere Schulen zu reisen, um bestimmte Fächer besuchen zu können.
Genügend Lehrpersonal vorausgesetzt. Wo wir wieder bei den Kernproblemen sind.
Fu Manchu
04.07.2007, 10:53
also wir sind 27 in unserer Klasse, das ist - im vergleich zu anderen Klassen - einigermaßen wenig. ...
Wenig? Wir waren in der DDR-Gesamtschule max. 25 Leute.
...Wir haben bei uns ein paar Leute mit einer 0bock Einstellung und die halten die Klasse auf, diese Leute wären auf der Realschule um einiges besser aufgehoben. Gymnasium sollte schon eine gewisse Motivation und Bereitschaft zum selbstständigen Arbeiten vorraussetzen.
Es geht ja auch nicht darum wer auf das Gymnasium kommt, sondern ab wann getrennt wird. Die Trennung Gymnasium-Gesamtschule sollte nach der10. Klasse erfolgen, aber nicht nach der 5. Das ist das Thema (und nat. Hauptschule).
Und es klappte wunderbar bei uns in der Schule. Die schlechten haben die guten Schüler keineswegs aufgehalten - die standen nur sich selber im Weg. Das ist ein Märchen das schlechte Schüler die guten aufhalten. Was aufhält sind störende Schüler, aber die gibt es auch unter den guten Leuten.
...Die Hauptschule ist bestimmt nicht mehr zeitgemäß, aber gibt es gute Alternativen? Man kann schließlich nicht alle Leute auf eine Schule stecken, das gäbe Konflikte, da sich einige langweilen und andere nicht mitkommen.
Doch, es gibt eine gute Alternative. Die Gesamtschule, am besten als Ganztagesschule aufgebaut, so das die Kinder z.B. bis 16 Uhr in der Schule unter Aufsicht stehen, Hausarbeiten machen und nicht vorm TV hängen.
...Aber falls da etwas geändert wird, kann es mir sowieso egal sein, da ich 2010 mein Abi mache und danach nichts mehr mit schulischen Themen zutun haben werde ;)
Soweit zum Thema Null-Bock und Gymnaisum. Du denkst zu kurzfristig. Oder was sollen deine Kinder später machen? Was ist wenn sie in der 4. Klasse nicht so gut sind und der Lehrer entscheidet? Wirst du dann nicht kämpfen? Soll im Kindesalter schon über das ges. Leben entschieden werden? Oder wärst du dann für eine faire Chance um zu sehen wie das Kind in der 10. Klasse lernt? Denkst du nicht auch so weit als das es hier um die gesamte Gesellschaft geht und um das gesamte Land? Willst du später für die entstandenen Schäden arbeiten müssen?
Als Gymnasiast solltest du weiter denken als nur bis zu deiner eigenen Nasenspitze.
Als Gymnasiast solltest du weiter denken als nur bis zu deiner eigenen Nasenspitze.
Das kann man sogar schon von einem Hauptschüler erwarten. :)
Meiner Ansicht nach gehen sowieso zu viele aufs Gymnasium. Scheinbar ist der Lernstoff noch zu lasch bzw. der Weg zu einfach. :evillol
Abi ist doch schon zum Massenprodukt verkommen.
Nee bin auf jedenfall für Gesamtschule bis zur 10. Hat nicht nur für die Kinder Vorteile.
Und noch was geht derzeit langsam unter und zwar die Anzahl der Schulen. So was gab s zu unserer Zeit nicht, wenn ich nur sehe wie viele Kinder heute mit dem Bus zur Schule fahren müssen und wie lange sie dann am Tag noch unterwegs sind wird mir schlecht. Da haben s ja manche Pendler besser und die stöhnen schon.
Bei uns im Ort (ca.2000 E) wurde die Grundschule geschlossen(zu wenig Erstklässler) und gleichzeitig die Kindertagesstätte erweitert weil sie aus allen Nähten platzt. Ist aber auch kein Wunder bei zwei verschiedenen Entscheidungsträgern die beide nur Ihren Bereich sehen und nicht in der Lage sind über den Tellerrand zu blicken.
OMaOle
Ja klar im Bildungssektor wird sich ja auch totgespart und Kosten auf die andere Seite abgewälzt. Auch in der Grossstadt schliessen zig Schulen.
Das Schulen schliessen liegt nicht nur an Nachwuchsproblemen, sondern auch am Lehrkräftemangel (besser gesagt "Einstellungsstopp"). Dann werden eben mal 30 und mehr Kinder wie Schlachtvieh in 1 Klasse gepfercht, nur um Personal und Betriebskosten zu sparen. Bildung im Bann der Finanzökonomen. Kein Wunder das die Qualität darunter leidet, wenn Kostensenkung Priorität gewinnt.
Sollten sie lieber mal die Bildungshoheit auf Bundesebene verlegen. Das spart sicher viel mehr Kosten und noch dazu Bürokratie. Das bereitgestellte und gesparte Geld wäre bei den ausübenden Bildungsstätten sicher besser angelegt.
Fu Manchu
04.07.2007, 16:26
Das kann man sogar schon von einem Hauptschüler erwarten. :)
....
Völlig korrekt. Umso unverständlicher solche Sichtweisen von Abiturienten ;).
Tequila sunrise
04.07.2007, 17:27
zum Thema Null-Bock und Gymnaisum. Du denkst zu kurzfristig. Oder was sollen deine Kinder später machen? Was ist wenn sie in der 4. Klasse nicht so gut sind und der Lehrer entscheidet? Wirst du dann nicht kämpfen? Soll im Kindesalter schon über das ges. Leben entschieden werden? Oder wärst du dann für eine faire Chance um zu sehen wie das Kind in der 10. Klasse lernt? Denkst du nicht auch so weit als das es hier um die gesamte Gesellschaft geht und um das gesamte Land? Willst du später für die entstandenen Schäden arbeiten müssen?
Als Gymnasiast solltest du weiter denken als nur bis zu deiner eigenen Nasenspitze.
Wenn ich später Kinder haben würde (konjunktiv irrealis) dann würden sie entweder so gut und motiviert sein, dass der Lehrer sie aufs Gymnasium schickt oder sie würden einen guten Realschulabschluss machen. Hätte ich kein Problem mit!
Wie gesagt, wenn alle zusammen 10 Jahre lang zusammenhocken, dann hält das nur auf. Ganztagsschulen sind nur dann notwendig für Kinder, die es selber nicht auf die Reihe bringen. Ich kenne Leute, die nie Lernen (wollen/können), Andere können sich ohne Probleme zuhause hinsetzen und eine Stunde am Stück pauken!
Außerdem denke ich - im Gegensatz zu vielen Anderen Gymnasiasten - sehr weit vorraus!
btw: ab der 10./11. klasse hat man sowieso meistens bis 15.15 Unterricht, die halbe Stunde Betreuung danach würde es auch nicht mehr bringen!
Meiner Ansicht nach gehen sowieso zu viele aufs Gymnasium. Scheinbar ist der Lernstoff noch zu lasch bzw. der Weg zu einfach. :evillol
Abi ist doch schon zum Massenprodukt verkommen.
ganz deiner Meinung, 50% aller Gymnasiasten gehören nicht dorthin!
Sentenza
04.07.2007, 17:38
Das kann man sogar schon von einem Hauptschüler erwarten. :)
Meiner Ansicht nach gehen sowieso zu viele aufs Gymnasium. Scheinbar ist der Lernstoff noch zu lasch bzw. der Weg zu einfach. :evillol
Abi ist doch schon zum Massenprodukt verkommen.
Meiner Ansicht nach ist das Problem der Ruf der Hauptschule, der immer schlechter wird.
Vor 30 Jahren stand man mit einem Hauptschulabschluss ganz vernünftig da; die Berufsausbildung konnte beginnen.
Dadurch, dass heute der Ausländeranteil an den meisten Hauptschulen ziemlich hoch ist, setzen die Spießer dieses Landes alles daran, dass ihr holdes Einzelkind nicht auf dieser Schule landet.
Dadurch wird der Ausländeranteil noch höher, Integration wird immer schwieriger und der Ruf der Hauptschulen immer schlechter. Ich finde, man tut diesen Schulen gehörig Unrecht.
Das ganze Problem sehe ich an dieser Stelle im dreigliedrigen Schulsystem.
Es ist schon in einer gewissen Hinsicht deppert, 10-jährige Kinder beurteilen und klassifizieren zu wollen.
Diese haben aufgrund ihres Alters auch wenig Ahnung von dem, was da um sie abgeht; die Bewerbung an der Schule erledigt die Mamma, da kann ja schon nichts schiefgehen.
Und wie diese eingestellt ist, das habe ich ja schon erwähnt...
wenn alle zusammen 10 Jahre lang zusammenhocken, dann hält das nur auf.
Wieso das? Störenfriede halten auf, nicht das Zusammenhocken. Ich sehe das als Feature, nicht als Bug.
So entstehen beste Klassenkollektive und Freundschaften. Vom intervallartigem "Klassenhuschen" sicher nicht. ;)
1 Stunde Pauken ist ja wohl das Mindeste. Aber scheinbar ist der Lernstoff doch zu lasch. ;)
Wems nicht gerade zufällt, der muss halt mehr tun, klar. Und wer zu faul und widerspenstig ist, wirds am Jahresende präsentiert bekommen. Um dies vorab zu minimieren, gibt es genügend Möglichkeiten, wie ja schon zahlreich hier genannt.
Und stell Dir vor, Du bist klein und von 6:00 Uhr bis 17:00 Uhr in der Schule/ Hort, bis deine Eltern von der Arbeit kommen.
Soo außergewöhnlich und untragbar finde ich das nicht. Besser in kostenloser, pädagogisch betreuter "Vor- und Nachschule", als allein zuhaus vergammeln. Das schadet auch keinem schlauen Wunderkind. Der soziale Aspekt an der Geschichte ist essentiell.
Da würden sich sicher mehr pot. Eltern für ein Kind entscheiden. Bei der aktuellen Lage, wo man am Ende mit Kind quasi noch auf sich allein gestellt und bestraft ist, auch weiterhin eher nicht.
Meiner Ansicht nach ist das Problem der Ruf der Hauptschule, der immer schlechter wird.
Es ist doch klar, dass bei einem zum Massenprodukt degradierten Abi, auch der Rattenschwanz Real- und Hauptschule degradiert wird, zumindest in den Köpfen.
Hauptschule ist überflüssig. Und ein Realschulabschluss wäre wieder mehr wert, wenn das Abitur seinen einstigen Stellenwert zurückerhalten würde. Auch die Unis wären wieder entschlackt und begehbar. :D
Die verstärkte Ausländerrate an den Hauptschulen, vorallem in Brennpunkten, ist ein weiteres neuzeitliches, hausgemachtes Problem. DAS liegt vorallem an fehlender Integration, sprich Parallelgesellschaft/ Stadtteile und am Vorhandensein gewisser Kompetenzen/Rechte, welche Eltern für ihre Zwecke nutzen können, andere tuns/dürfens ja kaum. Naja die Probleme sind bekannt.
Weiterhin natürlich wie an mangelnder Vorschule und ähnlichen Betreuungseinrichtungen, welche die Grundlagen für einen erfolgreichen Schuleinstieg vermitteln müssten. Schulbegleitend natürlich auch entsprechende Einrichtungen, um das Niveau nicht weiter absinken zu lassen. Fehlen diese natürlich, wird es auch weiterhin diese Ghettoisierung - auch an den Schulen geben.
Es ist für mich sowieso ein Armutszeugnis, wenn durchschnittliche Verdiener schon freiwillig - trotz hoher Kosten - die Kinder an die Privatschule schicken. Das darf nicht das Ziel von staatlicher Bildung für alle sein.
10-jährige Kinder zu beurteilen und zu klassifizieren halte ich genauso für bedeppert.
Wenn sie bis dahin nicht schon total verblödet waren, werden sies mit 10 Jahren sicher auch nicht mehr werden/sein. Überhaupt. Lasst doch die Zeugnisse des durch ordentliche Schulausbildung gereiften Jugendlichen (10. Klässler) entscheiden und diesem auch seine eigene Entscheidung. Welche übrigens wesentlich näher am folgenden Werdegang liegt.
In der 4. Klasse wusste ich noch nicht wirklich, was ich werden wollte, außer Feuerwehrmann, Chirurg oder Polizist. Und auch nicht ob ich überhaupt Abi machen oder Studieren wollte. Umstände und Meinungen ändern sich nunmal in 6 Jahren, gerade in diesem Alter. :)
Mein Problem besteht darin, dass ich mir nicht so richtig ausmalen kann, wie eine Lösung aussehen soll. Wenn man vor einer miserablen Hauptschule steht, die man für nicht reformierbar hält, dann kann man die Schule schließen und die Schüler auf eine bestehende Schule oder auf eine neue Schule verteilen. Beides ist nicht so einfach.
Im Regelfall wird in der Umgebung keine Schule mit ausreichend leeren Räumen zur Verfügung stehen. Falls doch, könnte man die Klassenverbände 1:1 umsiedeln. Aber was soll das bringen? Alternativ könnte man die Hauptschulklassen aufteilen und die Schüler grüppchenweise verteilen. Aber wohin, wenn z. B. nicht genügend Gesamtschulen vorhanden sind, welche die Schüler aufnehmen? Man kann auch nicht einfach fünf Schüler in die eine Klasse stecken und fünf weitere in eine andere, weil die Klassen im Regelfall jetzt schon voll sind. Oder man geht hin und zerschlägt die bestehenden Klassenverbände an anderen Schulen: Zehn Schüler wechseln in eine neue Schule mit den umgesiedelten Problem-Hauptschülern, dafür kommen zehn Hauptschüler in die Klasse hinein. Welche Eltern, Schüler (und Lehrer) machen da wohl mit? Was bleibt noch? Man könnte der Hauptschule einen neuen Anstrich verpassen und sie in eine Gesamtschule umdefinieren. Die Wirksamkeit dieser Maßnahme darf jedoch angezweifelt werden.
Das Beispiel zeigt, dass man vermutlich viel grundlegender reformieren muss. Solange sich Schulen in Problemvierteln befinden, die fast ausschließlich von Kindern aus diesen Vierteln besucht werden, wird sich nur wenig ändern. Hier braucht man eine kräftige Durchmischung, die allerdings in Anbetracht bereits bestehender „Ghettos“ illusorisch erscheint.
Und selbst wenn es gelänge: Dann bleibt immer noch die Diskrepanz, dass im jetzigen Teilzeit-Schulsystem die einen Kinder am Nachmittag (hoffentlich) ihre Hausaufgaben machen, während andere zum Koranunterricht geschickt werden (http://www.zeit.de/2006/39/Imame_2?page=1), wo oft das genaue Gegenteil von Integration gelehrt wird.
@Keshkau
Naja das Problem mit der Aufteilung, bestünde weniger, wenn genügend Personal und Kapazitäten zur Verfügung stehen würden.
Als Übergangslösung böte sich tatsächlich eine weitere neue Klasse, vorhandene in mehrere aufsplitten inkl. starker Durchmischung usw an. Langfristig würde es ja dann garnicht mehr soweit kommen mit Massenumsetzungen.
Die Schulgebäude zu schliessen ist eher Blödsinn. Die Gebäude können schliesslich nix dafür, warum neue bauen.
Nein aus mehreren Schulen auch hierhinein umverteilen oder bei aktuellem Mehrbedarf ne Kindereinrichtung draus machen. Wenn die Entscheidunggewalt für die jeweilige Schule beim Schulpersonal läge, und wenig bei den Eltern sähe ich da auch kaum Hürden. Klar werden am Anfang einige rumkeifern, sich echauffieren und Freiheitsentzug und Recht auf Selbstbestimmung schreien. Aber wenn es die Lage erfordert und keine Wahl besteht, werden auch diese sich zähneknirschend fügen oder umziehen müssen, um dann wiedre vor selben Wahl zu stehen. :D
Bildung auf Bundesebene wäre dafür übrigens auch von Vorteil
Dann bleibt immer noch die Diskrepanz, dass im jetzigen Teilzeit-Schulsystem die einen Kinder am Nachmittag (hoffentlich) ihre Hausaufgaben machen, während andere zum Koranunterricht geschickt werden (http://www.zeit.de/2006/39/Imame_2?page=1), wo oft das genaue Gegenteil von Integration gelehrt wird.
Ja diese Diskrepanz wird man nie ganz beseitigen können. Durchsetzungsstarke Kontrollinstanzen für die eher gehenden Kinder wären von Vorteil, der verbleibende Rest ist ja betreut und kontrolliert. :)
Der Koranunterricht müsste in die gleiche Schule wandern, als Wahlfach/ Alternativfach (ggf. auch nach der Schule) unter deutscher Leitung/ Aufsicht. Alles andere strafrechtlich verfolgt -> illegal.
Auch Eltern muslimischer Mädchen dürfen nicht mehr Klassenfahrten und sonstigen kollektiven Unternehmungen entgegen stehen/bestimmen können. Wer kein Geld dazu hat -> Staat, Wer kein Essensgeld für warme Mittagsmahlzeit hat -> Staat
Gleichmachung ist in diesen Fällen besser als Individualisierung und Schichtenförderung. Für religöse Extrawürste ist auch später noch Zeit.
Zu hart? Nunja. Gestreichelt genug haben wir bisher -> Erfolg = 0
Überall will der Staat die Grundrechte einschneiden, sich einmischen, bestimmen.
Und da wo es mal wirklich drauf ankäme gerade nicht? Sehr merkwürdig.
Fu Manchu
04.07.2007, 20:43
Wenn ich später Kinder haben würde (konjunktiv irrealis) dann würden sie entweder so gut und motiviert sein, dass der Lehrer sie aufs Gymnasium schickt oder sie würden einen guten Realschulabschluss machen. Hätte ich kein Problem mit!
Muhahaha, klar kannst du schon sehen wie deine Kinder später mal sein werden :D Wer weiß in welcher Stadt/Gegend du mal leben wirst (Verdienst-/Jobabhängig) und welchen schulischen Kontakt deine Kinder mal haben werden (nicht un unterschätzen) und wie die Lehrer motiviert sein werden. Das alles kannst du jetzt noch nicht wissen. Genau deshalb muss die Entwicklung jetzt gelenkt werden. Du kannst alleine später wenig tun. ODer die Kids an Privatschulen schicken und den guten Abschluss "kaufen".
Wie gesagt, wenn alle zusammen 10 Jahre lang zusammenhocken, dann hält das nur auf. Ganztagsschulen sind nur dann notwendig für Kinder, die es selber nicht auf die Reihe bringen.
Totale Fehleinschätzung. Der 10. Jahre-Klassenverband ist das beste was einem an der Schule passieren kann. Und Ganztagesschulen sind unabh. davon, ob jemand gut lernen kann oder nicht, immer sinnvoll. Es geht ja auch nicht nur ums lernen, sondern um die Aufsicht. Warum trotteln denn so viele Kids ab Mittag in der Stadt herum?
Und das zu Hause lernen wird ja nicht abgeschafft.
btw: ab der 10./11. klasse hat man sowieso meistens bis 15.15 Unterricht, die halbe Stunde Betreuung danach würde es auch nicht mehr bringen!...
Wer spricht denn von Ganztagesbetreung in der 10./11.? Es geht um die Klassen von 1. bis 4. und am besten bis 10. Das am Gymnasium wenig Zeit bleibt ist klar.
Mitdenken bitte, du Gymnasiast ;).
...Zu hart? Nunja. Gestreichelt genug haben wir bisher -> Erfolg = 0
Überall will der Staat die Grundrechte einschneiden, sich einmischen, bestimmen.
Und da wo es mal wirklich drauf ankäme gerade nicht? Sehr merkwürdig.
Ich will dir nicht dauernd zustimmen müssen :)
ODer die Kids an Privatschulen schicken und den guten Abschluss "kaufen".
Einen Abschluss kann man dort nicht kaufen, man kann aber zumindest davon ausgehen, dass es dort noch gesittet zugeht, das soziale Umfeld intakt ist und die Eltern dafür sorgen, dass ihr Kind sich auch anstrengt, wenn sie schon dafür bezahlen.
Tequila sunrise
04.07.2007, 23:08
würde ich auch mal sagen, außerdem finde ich, dass es jeder selbst bestimmen sollte, ob er nachmittags ind er Schule betreut (lernen/werden) will. Wer es nicht tut und auch zuhause nicht arbeitet, wird mit schlechten Noten bestraft!
Außerdem werde ich immer so hingestellt, als hätte ich weder Ahnung noch würde ich mitdenken! Ich gehe selber noch zur Schule und sehe die Situationen jeden Tag, erinnere mich auch noch an Situationen in der Grundschule und wohne (zu meinem Leidwesen) sehr nah an einer Hauptschule, also etwas Ahnung habe ich schon!
Fu Manchu
04.07.2007, 23:42
Einen Abschluss kann man dort nicht kaufen,...
Was glaubst du warum kaufen in " " steht?
Klar kann ma nden guten Abschluss nicht direkt kaufen, aber man kann die günstigen und passenden Rahmenbedingungen kaufen, diegute Lernumgebung, die guten Lehrer, die Ausstattung und die Materialien. All das kann man mit der Wahl einer Privatschule beeinflussen.
...also etwas Ahnung habe ich schon!!!
Das ist auch richtig, aber deine Bemerkungen zeigten aber auch, das dir alles halbwegs egal ist sobald du raus aus dem System bist. Und ist das nicht ein Fehler? Wer sonst als die junge Generation soll sich darum kümmern das ihre eigenen Zukunft und ihrer Kinder gesichert und stabil ist?
Zu sagen "...kann es mir sowieso egal sein, da ich 2010 mein Abi mache und danach nichts mehr mit schulischen Themen zutun haben werde..." ist der völlig falsche Weg.
Du machst also in 3 Jahren Abi, heißt, du bist jetzt 15 oder 16?
Tequila sunrise
04.07.2007, 23:49
16 bin ich, wir haben noch kein G8! Ja ich bin zwar in 3 Jahren raus, aber deshalb ist es mir jetzt nicht völlig egal. Aber das bisherige System muss eine Evolution, keine Revolution erfahren!
Ein anderer interessanter Gedanke wäre vielleicht das Freizeitangebot, Arbeitsgruppen und ähnliches von Seiten der Schulen massiv aufzustocken. In Frankreich und den USA gibt es davon reichlich und so holt man die Kinder relativ gut von der Straße weg und unterstützt so auch Eltern mit Arbeit.
Man muss den Staat ja auch mal für den Bürger attracktiv machen und nicht nur für Investoren, dann bleiben die Akademiker auch mal im eigenen Land und würden sich vielleicht auch dazu hingeben Kinder in die Welt zu setzen.
überflüssiges Zitat entfernt.
Wenn du mal nach dem Abi an Uni denkst oder ne Ausbildung suchst wirst du bereits dann durchaus anders denken. Wenn man sich nurmal TV Total Umfragen anschaut, wo keiner weiß wer Kanzler ist, man aber alles über Autos und Komasaufen weis, und viele kaum einen Satz ohne Fehler sprechen oder gar schreiben können, fragt man sich schon was mit der Jugend los ist.
Wir sollten wohl mal ne Umfrage anhängen, aber ich würde schätzen 8 zu 2 wären für eine Revolution, allein schon dem Förderalismus wegen.
Fu Manchu
04.07.2007, 23:59
...Aber das bisherige System muss eine Evolution, keine Revolution erfahren!
meine Vorschläge:
- eine (1) Schulbehörde in Deutschland, nicht mehr Ländersache und 16 Behörden
- ein (1) Rahmen-Lehrplan für alle Bundesländer >> regionale/relegiöse Interessen in Wahlfächern
- ein Abitur-/Realabschluss für alle Bundesländer >> Vergleichbarkeit und gleiche Chancen
- Gesamtschule 1. - 10. Klasse
- Gymnasium 11. - 12. (oder 13. egal)
Ich würde eher eine Revolution bevorzugen, um auch der aktuellen und der jetzt nachkommenden Generation eine Chance zu bieten. Vor allem könnte man das rel. schnell umsetzen wenn es denn wirklich gewollt wäre.
Die Evolution die bisher lief hat ja nichts gebracht.
Tequila sunrise
05.07.2007, 00:07
die vergangene Evolution war einfach schlecht! schlecht geplant und schlecht durchgeführt. Früher hatten wir Freistunden, wenn etwas ausgefallen ist, wir konnten nahc Hause gehen oder uns irgendwo entspannen (z.B. bei der Pizzeria um die Ecke). Jetzt haben wir die Unterrichtsgarantie +, Freistunden werden zu Arbeitsstunden. Dort kommt ein lehrer, der uns betreuen soll (!), die meisten machen das so, ein Satz am Anfang der Stunde: "Seid ruhig und macht was sinnvolles", das war's.
Also brauchen wir eine gut gepante, durchdachte Revolution/Evolution.
Fu Manchu
05.07.2007, 00:14
...Früher hatten wir Freistunden, wenn etwas ausgefallen ist, wir konnten nahc Hause gehen oder uns irgendwo entspannen (z.B. bei der Pizzeria um die Ecke). Jetzt haben wir die Unterrichtsgarantie +, Freistunden werden zu Arbeitsstunden. ....ein Satz am Anfang der Stunde: "Seid ruhig und macht was sinnvolles", das war's.
Ich finde das eigentlich gut. Früher konnten die Schüler in die Pizzeria (oder auf der Straße herumhängen), heute müssen sie in der Schule bleiben. Da sehe ich eigentlich einen Fortschritt.
Und "Seit ruhig und macht was sinnvolles" - ist doch ok. Das sollte bei Gymnasiasten auch ohne Aufsicht klappen.
"Seid ruhig und macht was sinnvolles"
Wenn ich von manchen hören muss, dass sie sogar im Unterricht ungestraft essen und ungefragt quatschen oder sonst was unterrichtsfernes dürfen, dann frage ich mich, ob die am Stammtisch in der Kneipe sitzen oder in einer Schule. :freak
Viel zu locker und lasch alles. Es müssten wohl doch wieder Noten für Disziplin, Mitarbeit, Ordnung und Fleiss eingeführt werden, welche in den Zeugnisdurchschnitt gleichermaßen einfliessen und somit Versetzungsgefahr bedeuten können.
Überspitzt gesagt braucht keiner ne zwar intelligente, aber kriminelle und faule Schlampe. :p
PS:
Nee ganz so ernst meinte ich das nicht. Nur die Richtung. Sprich zb. ne 5 oder 6 in diesen Punkten müssten schon ernsthafte Konsequenzen nach sich ziehen. Ich denke sowas animiert, spätestens nach der Zwangsversetzung in andere Schulen oder Wiederholen des Schuljahres. ;)
Schule sollte nicht nur reine Bildung sein, sondern auch Erziehung. Für mich gehört beides untrennbar zusammen.
Fu Manchu
05.07.2007, 10:10
...Es müssten wohl doch wieder Noten für Disziplin, Mitarbeit, Ordnung und Fleiss eingeführt werden, welche in den Zeugnisdurchschnitt gleichermaßen einfliessen und somit Versetzungsgefahr bedeuten können. ....
Man, die habe ich schon früher gehasst :D.
Das halte ich persönlich aber für falsch, weil zu viel subjektiver Einfluss der Lehrer in die Noten einfliessen kann, es gibt ja keine für außenstehende nachvollziehbare Bewertungsgrundlage. Klausuren kann man ggf. prüfen, aber diese Noten stehen einfach so im Raum und werden aus dem Bauch heraus von Lehrern vergeben.
@Fu
Ja ich sehs ja grundsätzlich ähnlich. Doch man kann dies ja nach gewissen verankerten Richtlinien vergeben, eben um Willkür auszuschliessen -> Natürlich auch eine Widerspruchsmöglichkeit.
Ich meine in der Realität war es auch in der DDR damit kein wirklich grosses Ding.
Wer da zb. ne 5 in Disziplin bekommen hat, hatte schon einiges auf dem Kerbholz, Rumprügeln, Lehrer beleidigen, Unterricht extrem stören, ständig negatives Auffallen usw. usf. -> Folge nach zahlreichen Klassen-/Fachlehrertadeln nun das höchste, Direktorentadel mit anschliessendem Flug von der Schule. :) Das hat bei vielen bereits gewirkt, andernfalls ab in eine Sonderschule/ Boot Camp.
Mitarbeit im Unterricht und an sonstigen gemeinsamen Aktivitäten kann man auch recht gut bestimmen. Fleiss und Ordnung genauso, wer zb. dauernd keine Hausaufgaben macht, unvorbereitet zum Unterricht erscheint, nur nen verdrecktes oder verkitzeltes Pamphlet abgibt oder ständig benötigte Unterrichtsutensilien aus welchen Gründen auch immer vergisst.
Früher gabs dafür ne Ohrfeige oder den Rohrstock, heute eben Benotungen. :)
Wie gesagt, es sollte nur die grobe Richtung andeuten, die Ausgestaltung dessen lasse ich da völlig frei. Aber ohne spürbare Konsequenzen wird man solche Probleme nie beseitigen, auch nicht mit 10000 neuen Sozialarbeitern und sonst alles beim alten.
Natürlich müssen dafür grundlegende Rahmenbedingungen, nicht nur im Bildungssektor geschaffen werden.
doch da so gut wie nichts von allem hier im Thread aufgeführten Vorschlägen bereits vorhanden ist, kann es nur auf sehr grosse Reformen an vielen Stellen hinauslaufen.
Und dies bezweifle ich eben, dass es hier jemals noch nur annähernd so kommt. Viel zu festgefahren und verfahren das ganze System.
Die Flickschusterei mit Hoffnung auf Besserung (irgendwann) wird weitergehen. Hier haben eben mal wieder viel zu viele Leute Einfluss und das Sagen, dazu meist die basisfernen Falschen.
Solange man den Fleiss nur so wie von dir beschrieben bewertet ist es ok, sind ja Dinge die eigentlich selbstverständlich sein sollten. Aber wenn es so wie die Mitarbeit in eine völlig abstruse Richtung geht bin ich dagegen. Ich war z.B. sehr gut in Mathe, Geo, habe mich auch für Geschichte zumindest großteils interessiert, Grammatik ging noch aber als es dann um deutsche Schriftsteller, Bücher usw. ging hab ich genauso abgeschaltet wie als mir die Ansichten meiner letzten Ethiklehrerin sehr abstrus vorkamen, oder ich in Französisch mit Lehrerwechsel von 1 auf 2-3 wohl auch wegen Methodenwechsel gefallen bin. Wenn das Interesse oder Hintergrundwissen fehlt, weil man sich lieber mit anderen Themen (in der Freizeit) beschäftigt, dann darf man das doch nicht bestrafen!
In Ethik führte das dazu das ich mich zwar immer meldete (und scheinbar mitarbeitete - hab zumindest nicht Karten gespielt), aber immer mit der begründeten Hoffnung das eh die diskussionsstarken Schüler drangenommen werden. Einzig mein Physiklehrer hatte ein vernünftiges System: Er gab jedes Halbjahr eine Note für Mitarbeit u.ä. mit limitierten 1en (ca. 5 Stk. bei 18 Schülern) und sonst 2 oder 3. Positiv flossen auch häufig falsche Versuche nach Antworten ein, ist sogar für die Klasse nützlich weil Fehler ja helfen. Der Clou aber war das wenn man der Einschätzung nicht zustimmte, man es ebenso öffentlich äußern konnte und er die Note dann dem Schüler entsprechend änderte. Passiert ist dies in über 15 Jahren nur einmal und der Schüler ließ sich von 2 auf 3 setzen.
Wichtig wäre eigentlich in allen Schulen, das einfach Fairness, Respekt und Verständnis mit einem quäntchen Hilfsbereitschaft in den Unterricht aber auch in die zwischenmenschlichen Beziehungen (zurück)fließt.
Die Redakteure des ARD-Magazins Panorama lesen hier offensichtlich mit und greifen am heutigen Donnerstag (21:45 Uhr) das Thema auf:
http://www.tvspielfilm.de/programm/tagesprogramm?sendungs_id=10959079
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Zur Sendung: Der Panorama-Text zum ersten Filmbeitrag: „Das ist ein Lehrer. Das ist seine Schulklasse und das soll Unterricht sein. Alle reden durcheinander, ein Schüler läuft mit einer brennenden Zigarette durch den Klassenraum. Ein Video, gefilmt an einer Berufsschule im Ruhrgebiet. Der Lehrer – geradezu teilnahmslos vor der Tafel (Anmerkung: Er sitzt auf seinem Stuhl mit dem Rücken zur Tafel, die Hände hinter dem Kopf verschränkt.). Wir haben diese Szenen der zuständigen Beamtin in der Schulbehörde vorgespielt. Es sei eine Klasse mit Problemschülern und das Ganze kurz vor der Pause, versucht Monika Appler (Regierungs-Schuldirektorin Münster) die Ausschnitte zu erklären. Sie ist geschockt. Trotzdem kann sie dem Chaos noch etwas Gutes abgewinnen:"
Was mich übrigens positiv berührt hat bei diesem Video, dass die Schüler doch noch etwas so was haben wie Respekt vor dem Lehrer. Sie sind in der Klasse geblieben, sie sind nicht weggelaufen. Sie haben durchaus ihre Plätze eingehalten. Sie haben zwar durcheinander geredet, aber sie haben sich ihm zugewandt.
Einem solchen Lehrer werfe ich Totalversagen vor. Wer so etwas einreißen lässt, hat seinen Beruf verfehlt. Der Lehrer hätte jeden Störenfried einzeln vor die Tür setzen und nicht notfalls allein eine schöne Stunde im Klassenraum machen können. Aber so wie im Film geht es wahrlich nicht.
Fu Manchu
05.07.2007, 23:37
...Einem solchen Lehrer werfe ich Totalversagen vor. Wer so etwas einreißen lässt, hat seinen Beruf verfehlt. Der Lehrer hätte jeden Störenfried einzeln vor die Tür setzen und nicht notfalls allein eine schöne Stunde im Klassenraum machen können. Aber so wie im Film geht es wahrlich nicht.
Halte ich für zu einfach gedacht: vor allem Problemklassen sind nicht in den Griff zu kriegen.
Und "vor die Tür setzen" ich leider nicht möglich, aus rechtlichen Gründen. Die Lehrer sind während der Unterrichtszeit aufsichtsverpflichtet. Wenn der Schüler draußen was anstellt - oder schlimmer, wenn ihm was passiert, er krank umfällt oder was raucht/trinkt und dadurch zu schaden kommt (besoffen die Treppe runterfällt), dann haftet der Lehrer wegen Verletzung der Aufsichtspflicht. Mag selten vorkommen, aber was wenn - wer wird das Risiko aufsich nehmen?
Und Beruf verfehlt, wie soll man das sagen?! - kann man sich beim Wunsch Lehrer zu werden die Schule, die Klasse oder die Umgebung aussuchen? Ich finde den Job als Lehrer eigentlich nicht übel - in der richtigen Schule mit den richtigen Leuten.
Die Lehrer sind keine Aufseher oder Drill-Seargents oder knallharte Typen die sich gegen pöbelnde, teils betrunkene/bekiffte und zum Teil bewaffnete Jugendliche durchsetzen müssen in überfüllten Klassen - das steht in keiner Lehrer-Stellenbeschreibung. Lehrer sind keine Prügelknaben die die Fehler der Eltern, Familie und der Gesellschaft ausbaden müssen. Von daher finde ich die Aussage "Einem solchen Lehrer werfe ich Totalversagen vor ... Beruf verfehlt" falsch. Lehrer sollen den Schülern Wissen und Werte vermitteln, aber nicht die Verhaltensdefizite, welche die Schüler aus ihrer Erziehung und Umgebung mitbringen, ausbügeln. Nicht umsonst hat der Lehrerberuf eine so hohe Quote an Frühpensionären.
Das "vor die Tür setzen" muss nicht heißen, dass man die Schüler auf den Flur stellt. Es gibt immer Lehrer mit Freistunden. Dorthin kann man die Kids auch abschieben, sodass sie beaufsichtigt sind.
Da ich selbst einmal Schüler war, weiß ich natürlich, dass es verschiedene Lehrertypen gibt. Ich hatte z. B. ein Jahr lang einen Spanischkurs mit nur sechs Leuten. In dieser Zeit haben wir weniger gelernt als der Parallelkurs, der mit 15-20 Schülern besetzt war, weil wir ständig mit der Lehrerin diskutiert haben. - Es gibt auch Lehrer, die über eine natürliche Autorität verfügen. Wenn die zur Ruhe rufen, dann ist es still in der Klasse.
In der Sendung sprach der Berliner Schulsenator von einer "schwierigen pädagogischen Aufgabe". Aber das sind in meinen Augen Ausflüchte. Wenn ich eine ruhige und lernwillige Klasse habe, brauche ich als Lehrer kaum Pädagogik. Bei der Pädagogik geht es doch gerade darum, mit schwierigen Fällen fertigzuwerden. Stattdessen wird kapituliert.
Neben fehlenden Zukunftsperspektiven wurde als Ursache für die allgegenwärtige Unruhe auch der Mangel an Regeln genannt. Als Lehrer kann man vielleicht keine Zukunft bieten, aber ein Regelwerk, das den Umgang miteinander regelt, sollte doch drin sein.
Wenn ich einem einzelnen Lehrer schon kein Versagen vorwerfen darf, dann beschuldige ich den gesamten Schulapparat. Das Rütli-Beispiel hat nämlich deutlich gemacht, wie seit gut einem Jahr mit entsprechenden Maßnahmen eine spürbare Verbesserung der Zustände erreicht werden konnte. Wenn Lehrer an anderen Schulen nicht zu diesen Maßnahmen greifen und sich auch nicht für deren Einsatz stark machen, dann frage ich mich, was für eine Berufsauffassung sie haben und ob sie als Pädagogen überhaupt noch tragbar sind.
Wie kann ein gestandener Mann oder eine gestandene Frau im Alter von z. B. 30 Jahren und mit einem akademischen Abschluss in der Tasche sich von 25 pubertierenden Kids auf der Nase herumtanzen lassen? Schließlich soll doch vor der Klasse ein Vorbild stehen und kein Häufchen Elend, das man als Schüler bemitleidet.
Ich habe die Panorama Sendung auch gesehen, wie immer. :)
Ja wovon rede ich denn die ganze Zeit, rechtliche Lage, Erziehungsaspekt oder weiterhin nur Streicheleinheiten? :rolleyes Das gesamte Lehrerkollektiv inkl. dieser Regierungs-Schuldirektorin haben total versagt bzw. versagen ja auch weiterhin, da sie es nicht einsehen.
Das schlimmste ist aber, das diese Person auch noch das ganze herunterspielt. Ich konnte diese Äusserungen garnicht fassen und wusste nicht ob ich heulen oder lachen sollte. Einfach untragbar.
Wenn man als Lehrer nicht alleine Herr der Lage wird, dann holt man sich wenigstens weitere sofortige Unterstützung und lehnt sich nicht zurück. Was ist denn das für ne Einstellung und Auffassung von Pädagogik? Kasper, Rezitator?
Hier fehlt mal ein richtiger Knall bzw. härtere Maßnahmen, desweiteren muss es drastische Konsequenzen hageln.
Soweit dürfte es niemals kommen, nichtmal annähernd, dafür gibt es keine Entschuldigung und Ausreden.
PS:
@RicmanX
Mitarbeit bedeutet auch am Unterrichtsgeschehen aufmerksam, konzentriert teilzunehmen und nicht abzuschalten oder sich währenddessen mit anderen Dingen beschäftigen. Auch wenn einem ein Fach oder Thema mal weniger liegt/ interessiert (was häufiger vorkommen kann^^), kann man sich aber doch wenigstens Mühe geben und dies auch so herüberbringen. Mitarbeit besagt nicht, das man das Thema beherrschen muss. Eher in Richtung pers. Einstellung zum prinzipiellen Unterrichtsgeschehen, Lernbereitschaft, Anstand und Respekt.
Tequila sunrise
06.07.2007, 11:13
Mitarbeit bedeutet auch am Unterrichtsgeschehen aufmerksam, konzentriert teilzunehmen und nicht abzuschalten oder sich währenddessen mit anderen Dingen beschäftigen. Auch wenn einem ein Fach oder Thema mal weniger liegt/ interessiert (was häufiger vorkommen kann^^), kann man sich aber doch wenigstens Mühe geben und dies auch so herüberbringen. Mitarbeit besagt nicht, das man das Thema beherrschen muss. Eher in Richtung pers. Einstellung zum prinzipiellen Unterrichtsgeschehen, Lernbereitschaft, Anstand und Respekt.
ja das machen nur leider die wenigsten und das Schlimmste daran ist, dass die Lehrer trotzdem keine Fünfer sondern höchstens mal ne vier geben, aus irgendwelchen schleierhaften Gründen. Würden sie Fünfer geben, dann wären sie Schüler auch gezwungen engagiert mitzuarbeiten, denn keiner will sitzenbleiben.
@Tequila sunrise
Tja der Haken ist, so ein Modell gibt es hier nichtmal im Ansatz, im Gegenteil es wurde ja abgeschafft. (na gut in groben Zügen nach viel öffentlichem Wind an der Rütli-Schule^^)
Es zählen nur Fachnoten (sprich reine Bildung), Bildung stupide am Fliessband, als reines Mittel zum Zweck ohne Drumherum. Jeder ist (fühlt sich auch nur) für sich selbst verantwortlich. Alles andere ist hier irrelevant, was ja auch der Panorama-Bericht drastisch zeigte, wenn auch mit Extrembeispiel. Aber nur solche Beispiele scheinen hier noch irgendwo anzukommen, hoffentlich. Und selbst diese werden wieder zerredet werden, leider. Alle keifern, aber niemand fühlt sich zustandig, will die Herausforderung und Verantwortung übernehmen. Man klebt wohl zu fest am eigenen Stuhl oder hat gerade andere Interessen.
Nun, ich denke die Ursachen der Probleme liegen im privaten Bereich,die (Haupt-)Schulen sind davon nur besonders betroffen. Die Probleme im privaten Bereich sind äußerst vielschichtig,sie alle aufzuzählen dürfte hier den Platz sprengen...
Ein Lösungsansatz wäre m.E. :
1.) Maximal 15-18 pro Klasse,wobei "Problemkinder" sofort dauerhaft entfernt werden können
2.) In Härtefällen (Rütli-Schule in Berlin u.s.w.) mind. 1 Wachmann pro Klasse
3.) Totales Handyverbot (wurde teilweise schon umgesetzt)
4.) Taschenkontrolle am Schuleingang,damit meine ich bereits das Schulgelände,nicht die Eingangstür
5.) Eine richtige Pausenaufsicht. Schon zu meiner Schulzeit (war auf einem Gymnasium,wo man Schlägereien nur vom Hörensagen kannte) waren die Lehrer in den Pausen nirgends zu sehen...
6.) Ggf. Einführung von Schuluniformen,um den Neidfaktor auszuschalten. Ja,den gab's zu meiner Zeit auch schon... ;)
ich finde deine punkte sehr gut
also besonders das mit der schuluniform ist ein wichtiger punkt, der schon starke abhilfe schaffen könnte.
man sollte auch stark darüber nachdenken ob die schulform "hauptschule" überhaupt noch sinn macht.
gymnasium, realschule und gesamtschule würde völlig reichen.
die leute die dann zu dumm für die realschule sind und eine gesamtschule besuchen müssten werden dann von den anderen hoffentlich hochgezogen.
Gymnasium, realschule und gesamtschule würde völlig reichen.
...
die leute die dann zu dumm für die realschule sind und eine gesamtschule besuchen müssten werden dann von den anderen hoffentlich hochgezogen.
Da hast Du irgendwas nicht ganz verstanden. :)
Die Gesamtschule enthält bzw. ist die Realschule. Sie ist keine zusätzliche Einrichtung.
Das Gymnasium könnte im Prinzip auch/ oder sogar die gleiche Gesamtschule sein, wenn wir fast alles beim alten beliesen.
Oder eben auch erst nach der 10. Klasse "Realschule" überhaupt beginnen, diese darauf aufbauend fortsetzen. Der eine entscheidet (bzw. seine Leistungen) sich dann eben für eine Lehre zum Facharbeiter, ein anderer fürs Abitur und das anschliessend wiederum darauf aufbauende Studium. Der Rest bliebe wie gehabt Volkshochschule/ Abendschule usw. soll ja schliesslich niemanden ein Bildungsweg verwährt bleiben, Chancengleichheit.
Das "Gesamt" an der Sache besagt lediglich etwas über den Betreuungumfang und die Zeiten. Und das es eben alle bis zur 10. Klasse die gleiche Schule/ Schulform besuchen ohne diese jetzige 3-Schulen-Unterteilung in der 4. Klasse.
Leute die von vornherein starke geistige Defizite aufzuweisen haben, kämen in eine Sonderschule/ Hilfsschule mit speziellem Personal und Lehrplan, analog zb. einer Behindertenwerkstatt.
Der widerwillige Rest geht ne Zeit ins Boot-Camp, um dann nach guter Führung wieder in den normalen Schulalltag (Real oder Gym) zurückzukehren.
Edit:
Sorry, jetzt bin ich selber ganz durcheinander gekommen. ^^
@ Relict, genau so soll es ja sein das wir alle durcheinander kommen und am Ende alles so bleibt wie es jetzt ist.
Das von Seiten der verantwortlichen Stellen nichts geändert werden soll, wahrscheinlich schon aus Bequemlichkeitsgründen, hat die Sendung gezeigt wo durch "positives Denken" alles herunter gespielt und schön geredet wird.
Ich denke schon das das System der DDR so schlecht nicht war, und Schulen für lernschwache oder hochbegabte Kinder gabs auch da.
Da müsste aber eine ganze Nation Umdenken und das geschieht sicher nicht, eher blühen die Hackstöcke.
OMaOle
@OMaOle
Jepp, so sehe ich das eben auch.
Wenn überhaupt mal grössere Reformen, dann wird es wohl eher auf dieses General-Privatisierungsmodell für Schulen (ähnlich "Klein-Holland") und somit Konkurrenzkampf hinauslaufen. Wen wunderts? Man will sich schliesslich auch individuell abgrenzen, daher wohl nix DDR-System, aus Prinzip schon nicht. ;)
Doch bei dem Privatmodell bin ich skeptisch. Nun, Schulen sind ansich ja kein wirklich direkt ertragreiches Gewerbe. Staatliche Bildung sollte dies auch nicht beinhalten, sondern Bildungsqualität überall für jedermann zu gleichen Konditionen uneingeschränkt bereitstellen. Leistung, nicht individuelle Finanzkraft sollten da im Vordergrund stehen.
Auch jetzt bekommen staatliche Schulen ihre zugeteilten finanziellen Mittel. Und auch jetzt schon wählen Eltern oft die Schule aus oder zahlen an Privatschulen sogar teils horrende Summen, zunehmend einfach aus Not und Mangel an Alternativen unfreiwillig freiwillig.
Doch was soll denn durch Privatisierung an weiterem Wettbewerb groß entstehen, wenn der Staat in seine privatisierten Schulen finanziell und bestimmend eingreift? Wer zahlt, stellt nunmal auch Bedingungen und Forderungen.
Woher soll denn überhaupt vom Staat auf einmal das Mehr an Geldern herkommen, wenn kaum die aktuellen Mittel zur Grundversorgung im aktuellen Bildungssektor reichen? Daran mangelt es doch, nicht am fehlenden Wettbewerb und folglich Privatisierung. Wettbewerb bzw Qualitätserhalt- und Kontrolle kann auch anders stattfinden, ohne Privatisierung. Ich sehe da überwiegend nur Nachteile. Hier macht man es sich etwas zu einfach.
Oder will man es den Leuten das Geld aus der Tasche ziehen? Haben wir ja leider schon an den Unis. Soll das etwa ein Fortschritt für unsere Gesellschaft und den Sozialstaat sein?
Jedenfalls am Ende setzen sich dann doch wieder die "besseren" Schulen in besseren Lagen durch. Die haben aber auch keine unbegrenzten Kapazitäten. Wohingegen andere Schulen in schwierigen Brennpunkten mit Überkapazitäten und ganz anderen Problemen zu kämpfen haben. Oder aus Wettbewerbs- oder Finanzgründen (Leerstand) die Qualität nicht halten könnten und gar wieder schließen? Das Chaos möchte ich mir garnicht ausmalen.
Das Ende der Geschichte läuft dann wieder auf viele nachwievor bestehende Probleme hinaus und noch dazu weiterhin auf Zweiklassenbildung, die man ja ursächlich hoffentlich eindämmen wollte?
Die grundlegenden Probleme würden auch damit keinesfalls beseitigt. Da bedarf es zuvor noch vieler, ganz anderer Hebel. Da wäre es erstmal angebracht das Überflüssige (zb. Hauptschulen) abzuschaffen und sich alsbald an die Arbeit - Bildungspolitik auf Bundesebene legen, rechtliche Änderungen bzw. Kompetenzneuverteilungen, Verstärkung des erzieherischen Aspektes, Lehrplan, Kapazitätenerhöhung, Schulordnung usw. zu machen. Hatten wir hier ja schon alles aufgeführt. Privatisierung kann man bedenkenlos ganz hinten anstellen. Es gibt momentan dringlicheres.
homer092
18.07.2007, 14:56
so, dann geb ich auch mal meinen Senf dazu. Ich habe jetzt nicht alle eure Beiträge gelesen, war mir zu viel, aber den Anfang und einige weiter habe ich überflogen.
Meiner Meinung nach läuft im Deutschen Schulsystem einiges falsch. Von der 6. bis zur 8. Klasse war ich ein relativ schlechter Hauptschüler. Wir waren zweitweise 34 Leute in der Klasse, ein Großteil davon hatte einfach keinen Bock auf Schule und hat so durch stören im Unterricht die gesamte Klasse vom Lernen abgehalten. Daher denke ich sollte man Klassen so zusammensetzen, dass die die keinen Bock haben in einer Klasse landen und die die lernen wollen in andere Klassen kommen.
Außerdem sollte man die Größe der Klassen verkleinern. Zur Zeit Besuche ich eine Schule für Blinde und Sehbehinderte und wir haben Klassenstärken von 6 bis 12 Schülern je Klasse. In solchen Klassen ist das Klima wesentlich
Z.B. beim Thema Hausaufgaben. In einer Klasse mit 34 Leuten keine Hausaufgaben zu machen ist nicht schlimm, da es bei uns so war das mindestens 10 weitere sie nicht hatten und es keinen Lehrer gejuckt hat. Bei 10 Leuten in einer Klasse wie bei mir im Moment traut sich kaum einer mal ohne Hausis zu kommen weil er genau weiß wie peinlich das wird wenn man als einziger keine Hausis hat.
Außerdem kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass man ziemlich schnell untergeht in großen Klassen. wenn man nicht mitkommt, sich nicht mündlich beteiligt usw. interessiert das keinen Lehrer und man geht einfach unter. In kleinen Klassen passiert sowas garantiert nicht.
Ich denke mit diesem Punkt würde man schon viel verbessern. Es gibt da natürlich noch viele andere Scahen, aber ein Großteil hängt davon meiner Meinung nach auch an den Lehrern die zu wenig durchgreifen und den Unterricht oft zu locker sehen.
wieso sollte das jemandem peinlich sein?
das wird die genauso wenig interessieren wenn da noch weniger als 10 inner klasse wären..
mich hats früher bei maximal 16-18 leuten inner klasse schon nich gestört und ich hab im prinzip nie welche gemacht, nur für arbeiten gelernt maximal, aber das wars. meiner meinung nach sind hausaufgaben eh für den arsch, denn das ist nichts weiter als sich das was man gelernt hat immer und immer wieder durch wiederholungen zu verinnerlichen. aber wenn einer den stoff eh schon nich kapiert hat, bringts auch nich irgendwelche hausaufgaben zu machen. und an dem punkt geben sich die probleme die klinke in die hand, denn die kiddies haben da nichma bock zu und die lehrer könnens ihnen nich vermitteln, was aber auch kein wunder is, da man da lauter zeugs eingeprügelt kriegt was man nie im leben braucht. oder will mir einer erzählen das er die ganzen geometrieformeln wie die binomische etc brauch wenner irgendwo als lagerist ode kfz-schrauber endet.
das komplette schulsystem gehört reformiert und an die individualität des einzelnen angepasst. und nicht andersrum. das ist nichts anderes als engstirnig. und abgesehen davon, lernen soll spaß machen, denn sonst ändert sich eh nie was.
Soll das deutsche Schulsystem denn Millionen ungelernte Lagerarbeiter und KFZ Freaks und bzw. (der Rest) Versager hervorbringen? Es gibt tatsächlich viele Schüler die schon heute unterfordert sind, leider werden fast nur die gefördert, die in allem überragend sind und nicht auch welche, die in 1-3 Fächern überdurchschnittlich sind.
Hausaufgaben sind dazu da es zu verinnerlichen, ja. Aber auch wenn man es noch nicht (so gut) kann es zu verbessern, es von anderen Standpunkten zu lernen. Genau da sollten auch Eltern helfen oder ältere Geschwister, die zusammen die Hausaufgaben machen und durch ihren Austausch beide was lernen. Das setzt da an wo der Lehrer aufhört - der ist auch nur ein Mensch und kann nur 2-3 Herangehensweisen abdecken (wenn er sich engagiert), liegt in seinem Lebensweg welche das sind, wenn diese aber nicht zum eigenen Stil passen, um es zu verstehen, so gibt es eben Nachhilfe, oder Freunde etc.
Aber sich nicht mal zu bemühen es wenigstens zu versuchen, sondern einfach zu behaupten man könne es nicht und werde es auch nie können, ist einfach nur schwach. Vielleicht auch ein Grund warum einige dieser Schüler sich auch in anderen Lebensbereichen eher lautstark hervortuen!?
Wenn man im Lehrer aber schon zu Beginn einen Feind sehen will, wie in der Schule meist auch, dann kann der man dem Lehrer wohl kaum einen Vorwurf machen. Ich fand es jedenfalls immer cool wie locker die Lehrer bei Ausflügen, Klassenfahrten oder auch bei freiwilligen Aktivitäten abends immer waren - selbst die sonst so strengen.
> Soll das deutsche Schulsystem denn Millionen ungelernte Lagerarbeiter und KFZ Freaks und
> bzw. (der Rest) Versager hervorbringen? Es gibt tatsächlich viele Schüler die schon heute
> unterfordert sind, leider werden fast nur die gefördert, die in allem überragend sind und
> nicht auch welche, die in 1-3 Fächern überdurchschnittlich sind.
so wie du das schreibst klingt es fast so als bräuchte man diese berufe nicht und man wäre ein totalversager wenn man so einen job ausübt.. zumindest wirkt es so wie du es geschrieben hast n bisschen.
und unterfordert.. ich weiss nich.. ich bin vonner hauptschule, aber aus ner andern generation, und da wars schon ziemlich chaotisch, weil der stoff so dermaßen trocken war das wir uns zu tode gelangweilt haben und anfingen scheisse zu labern und zu bauen..
und wenn man sich heutzutage ansieht das nichtmal "deutsche" richtig ihr eigene muttersprache können, geschweige denn fehlerfrei irgendwas lesen, sagt mit das nicht grade das die unterfordert sind.
> Aber sich nicht mal zu bemühen es wenigstens zu versuchen, sondern einfach zu
> behaupten man könne es nicht und werde es auch nie können, ist einfach nur schwach.
> Vielleicht auch ein Grund warum einige dieser Schüler sich auch in anderen
> Lebensbereichen eher lautstark hervortuen!?
das is auch so n punkt.. ich glaub du kommst aus ner ganz andern schicht und kannst das überhaupt nich nachvollziehen.. da spielt immernoch der druck des umfelds ne rolle.. wenn man schwächen zeigt, ist man angreifbar (schönes resultat unserer ellbogen gesellschaft!)und wer will das schon sein, man will ja nicht sein gesicht verlieren, man blockt einfach ab und sagt "kann ich nich, fertig", und wenn alle andern das auch nich machen, warum soll man sich dann die blöße geben? das sorgt allenfalls für gelächter.
und unter solchen vorraussetzungen isses überhaupt nicht möglich, bzw. wird nicht in betracht gezogen. und das geht dann hand in hand mit meinen oben genannten ideen, das man das schulsystem lockern sollte und individueller gestaltbar.
im moment ist das schulsystem doch für viele ne "lästige pflicht wo einen andere zu zwingen", wobei sie im hinterkopf schon seit kindesbeinen stehen haben "aus mir wird doch später eh nichts, wozu anstrengen?, komm hier eh nich weg oder raus (vielleicht will ich das auch gar nich etc.)" etc etc etc..
wenn du diese denkstrukturen erstmal so mitbekommst, merkst du auch das das problem ganz woanders liegt ^^
und da hilft dann so eine idee wie "mit den eltern zusammen hausaufgaben machen" auch nichts.. die kriegen doch heutzutage sachen beigebracht die erwachsene überhaupt nich blicken.. und das schon bei grundschulaufgaben.. haben wir doch alle schön bei RTL sehen können, wo kinder gegen erwachsene angetreten sind, wie blamabel da erwachsene abgeschnitten haben.. und die sollen dann irgendwem was beibringen? die müssten dann doch erstmal selber nochmal die schulbank drücken, damit sie die aufgaben überhaupt begreifen.
Jetzt frag dich mal warum die Gymnasien so schlecht geworden sind, seit der Pisa Studie haben die Lehrer der Hauptschulen druck von oben bekommen und lassen ihre Schüler die nicht so schlecht sind oder Mittelmäßig den A Abschluss machen damit sie auf ein Gymnasium kommen um dort ihr Abi zu machen. Du kannst aus Sch... kein Gold machen (ok Bohlen schon). Die Schüler die nicht so gut sind und von einer Hauptschule kommen, kommen niemals an den Leistungstand eines Gymnasiasten, der seit 5 Jahren ein Bildungsniveu aufweist, heran das ist nunmal fakt. Ich habe schon oft erlebt wie aus ner 5 ne 4 wurde und diese zur Eintrittskarte für ein Gymnasium geworden ist. Und das ist nicht nur unfair sondern eine riesen sauerei, wenn man bedenkt das ein unqualifizierter und sozial unfähiger Mensch in eine Gemeinschaft kommt und den Klassenschnitt und die Arbeitsmoral der Gymnasiasten auf eine neue Nullebene bringt.
Die Hauptschulen sollten weiter bestehen der Staat sollte bei der Erziehung von schweren Fällen maßgeblich und streng eingreifen (Kommunistische Art ich weiß aber anders funzt es ja nicht mehr)
Strafen sollten generell sowohl in der Schule als auch draußen strenger ausfallen
Leherer müssen qualifizierten Nachschulungsunterricht in Sachen Pädagogik nehmen
Mehr Geld in Bildung anstatt in Politk stecken
Mal abgesehen davon, das Du sicher Realschüler und keine Hauptschüler meinst, bin ich doch der Meinung das die keine Sch... sind die in die Oberklasse der über intelligenten Gymnasiasten einbrechen wollen. Und wenn wir schon dabei sind, nicht alle Gymnasiasten sind Gold auch wenn sie glänzen.
Der Realschüler hat es sicher schwerer, sich im Gymi zurechtzufinden als jemand der dort schon länger lernt, dafür weiß der Realschüler aber genau was er will und für das Niveau des Unterrichtes ist er wohl auch nicht das alleinige Kriterium. Da gibt es noch Mitschüler , Lehrer und nicht zu vergessen die örtlichen Gegebenheiten die auch nicht immer vom besten sind.
In den anderen Punkten gebe ich Dir durchaus Recht.
OMaOle
nene ich meine Hauptschüler die könne nach der 10 ten Klasse zu einem Gymnasium wechseln natürlich gebe ich dir Recht das nicht alle so sind es gibt natürlich auch schwarze Schafe in den Gymnasien und natürlich gibt es auch anständige Hauptschüler nur das Problem ist das es die mehrheit ist. DEr überwiegende Teil der Hauptschüler sind halt in einem Pfuhl der Erziehungslosigkeit, Perspektivlosigkeit und manchmal der Gewalt aufgewachsen und um diese Elemente sollte man sich näher beschäftigen. Die die es wollen schaffen es auch und das sollte auch gefördert werden das ist wie ein zwei Frontenkrieg und man muss sich um alles gleichzeitig beschäftigen...
BessenOlli
21.07.2007, 07:49
Jaja, das Schulsystem. Ich habe wirklich so meine Probleme damit, mich da festzulegen, was für ein System gut oder besser wäre.
Nehmen wir mal das kanadische System. Schneidet ja immer wieder sehr gut ab. Die haben recht lange Grundschule, glaube 6-7 Jahre je nach Staat. Sitzen bleiben kann man soweit ich mich erinnere sogar erst ab der 10. Klasse.
Nun finde ich dieses System auf dem Papier, genauso wie Gesamtschulen, zu kommunistisch. Ich war auf dem Gymnasium ehrlich froh, dass wir im Gegensatz selbst zur Realschule gegenüber nie Probleme mit Gewalt oder so hatten. Jedenfalls nicht mehr seit ca. der 7.-8. Klasse, weil ab da diese Leute runter waren.
Andererseits habe ich persönlich sehr negative Erfahrungen mit unserem System des "sitzen bleibens" gemacht. Obwohl das erst ab der 10. Klasse war, also in Kanada womöglich auch nicht viel besser gelaufen wäre. Ein knappes halbes Jahr nach dem rätselhaften Tod meines Vaters mit einer Plastiktüte über dem Kopf zwei Tage vor einem Termin beim Notar bezüglich Testament, der offiziell ohne genauere Obduktion als Sex-Unfall angesehen wurde, bin ich zum ersten mal sitzen geblieben. Das hat mir geschadet, weil ich zu dieser Zeit ohnehin psychisch durch den ganzen Mist in der Familie (Zoff vor Gericht mit der russischen neuen Frau meines nun toten Vaters, plötzlich tauchten dubiose Darlehen von irgendwelchen russischen Verwandten auf und es hieß, vom saftigen Manager-Gehalt meines Vaters seien keine Ersparnisse da) ziemlich angeschlagen war. Habe mich in der Zeit sehr zurückgezogen, in die neue Stufe konnte ich mich daher nur bedingt integrieren. Das wurde von den tollen Pädagogen unserer Schule dann so gedeutet, dass ich nicht motiviert sei. Ich wurde dann also auch noch von mehreren Lehrern angefeindet, eine Referendarin hat sogar in der Parallelklasse auf einem Ausflug offen getönt, ich sei ein Ignorant und "gehöre abgeschossen" (schönen Gruß an K. T****, die heute meines Wissens nach in Bayern lehrt). Am Ende musste ich dann auch noch die 11. Klasse wiederholen. In die neue Stufe habe ich mich dann fast gar nicht mehr integriert, habe mich aber immerhin noch bis in die 13 gequält, bis ich die Schule dann geschmissen habe, da ich immer depressiver wurde.
(Anm: Ich hatte schriftlich nie wirklich Probleme, mir hat lediglich das Mündliche alles versaut, da ich in der Phase aus genannten Gründen sehr in mich gekehrt war)
Tja, das sind meine Erfahrungen. Also so wie es jetzt ist, ist es Mist.
Es müsste eine viel bessere Betreuung geben, kompetentere Lehrer und den Unterricht sollte man viel interessanter gestalten. Warum gibt es nicht z.B. wöchentliche Vorträge von Leuten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Industrie in den Aulas - zumindest an Gymnasien?
Ich weiss noch genau als wir einmal so einen Tag hatten, wo jemand bei uns in der Klasse einen Vortrag über seine Arbeit als Chef einer Werbeagentur gehalten hat. Das war einfach klasse, wie der das rüber bringen konnte. Als der Gong nach 45min. los ging hat nicht einer den Raum verlassen. Und als der Typ nach ca. einer Stunde fertig erzählt hatte hat es noch ein paar Minuten gedauert, bis die Leute den Raum verlassen haben. Das war wirklich beeindruckend. Daher sollte man sowas mal (viel) öfters machen.
Ich finde die an der verteilung auf haupt real und gymi nach der grund schule sollte verbessert werden. es kann ja nicht sein das die hauptschule nurnoch aus ausländern und lehrnbehinderten besteht. vor 50 jahren war jeder 2 in der hauptschule. warum ist das heute so anderst?
und in meiner grundschul klasse warden von 19 vll 5 fürs gymi empholen und 10 leute die für real empholen wurdne gingen dann mit mir auf gymi (ich meine viel davon haben jetzt bessere noten als ich xD) aber inteligenz ist halt was anderes
Dauntless3523
27.07.2007, 19:01
Naja heute schicken viele Eltern Kinder mit Realschulempfehlung aufs Gym. und mit Hauptschulempfehlung auf die Realschule. Mithilfe von Nachhilfe und lange Nächten mit Lernen schaffen es ja auch einige auf diesen Schulen ohne Empfehlung. Aber viele Eltern können sich keine Nachhilfe für ihre Kinder leisten und lassen diese dann auf die Hauptschule gehen. Dadurch sinkt, wie ich finde doch auch ein bisschen das niveau der anderen Schulformen.
Ja und gerade weil die Hauptschule heute diese Klischee hat, versuchen denke ich mal die meisten Eltern, ihre Kinder mindestens auf die Realschule zu schicken.
Lost_Byte
02.09.2007, 17:36
Zur Zeit besteht das Schulsystem ja, wie jeer weiß aus Gymnasium, Realschle und Hauptschule (natürlich gibt es auch Randerscheinungen, wie Waldorfschulen, Gesamtschulen oder Hochbegabtenschulen, die aber ebenfalls einen der Abschlüsse ausstellen).
Was haltet ihr von der derzeitigen Regelung? Wie würdet ihr es machen? Warum meint ihr das?
Für den Fall der Hauptschulen haben wir hier neulich festgestellt, dass sie in ihrer derzeitigen Form wohl keine Zukunft haben. Zwar gibt es Hauptschulen, die ganz ordentlich funktionieren, aber gerade in Großstädten sind die Zustände oftmals kaum noch haltbar.
http://www.computerbase.de/forum/showthread.php?t=297085
Die Ursachen für die Missstände liegen aber nicht an dem Titel "Hauptschule", sondern an der Klientel, die dorthin abgeschoben wird.
Lost_Byte
02.09.2007, 19:03
Aber sollte man deshalb die Hauptschule abschaffen und die Kinder mit in die Realschule schicken?
Ich finde nciht, da dadurch die durchschnittliche Leistung in den Realschulen abnehmen würde, da die Leistungsdifferenzen noch größer würden und gute Schüler durch schlechte ausgebremst würden. Ntürlich gibt es auch an Hauptschulen intelligente und an Realschulen dumme Kinder, aber ich gehe jetzt mal von der Mehrheit aus.
Beispiel 1: Berlin-Reinickendorf
246.100 Einwohner
Bevölkerungsdichte (Einw. pro Quadrat-km): 2.751
Ausländeranteil 8,9 Prozent
Ausländeranteil an allgemein bildenden Schulen: 11 Prozent
Sozialhilfeeempfänger pro 1.000 Einwohner: 76
Wohngeldempfänger je 1.000 Privathaushalte: 127
Mittleres monatliches Haushaltseinkokmmen: 1.700 Euro
Beispiel 2: Berlin Mitte
320.700 Einwohner
Bevölkerungsdichte (Einw. pro Quadrat-km): 8.125
Ausländeranteil 27,1 Prozent
Ausländeranteil an allgemein bildenden Schulen: 39,2 Prozent
Sozialhilfeeempfänger pro 1.000 Einwohner: 132
Wohngeldempfänger je 1.000 Privathaushalte: 179
Mittleres monatliches Haushaltseinkokmmen: 1.275 Euro
Die Ausgangssituation ist für die Schüler in Berlin Mitte ungleich schlechter als für die in Berlin Reinickendorf. Was das konkret bedeutet, veranschaulicht ein Artikel des CVJM Ludwigsburg. Am Beispiel der Justinus-Kerner-Hauptschule wird erläutert, welchen Schwierigkeiten die Schüler im Einzugsbereich dieser Schule konkret ausgesetzt sind.
http://www.cvjm-ludwigsburg.de/index.php?id=47
- Sprachprobleme der Migrantenjugendlichen und daraus resultierender schulischer Misserfolg
- unterdurchschnittliche Einkommen (Arbeitslosigkeit, Sucht, Gewalt)
- viele Kinder bleiben sich weitgehend selbst überlassen
- Innenstadtlage schränkt Freizeit- und Bewegungsmöglichkeiten ein
- Langeweile fördert auffälliges Verhalten (Diebstähle, Pöbeleien)
- höhere Anfälligkeit für Drogen
Ich würde daraus schließen, dass sich die jeweiligen gesellschaftlichen Zustände lediglich in den schulischen Verhältnissen widerspiegeln. Eine Schule kann nicht gesunden, solange ihr Umfeld todkrank ist.
Obwohl für diesen Thread ein anderer Titel gewählt wurde, ist die Thematik - und wie auch schon die bisherigen Beiträge eindeutig zeigen - dem schon vorhandenen Thread http://www.computerbase.de/forum/showthread.php?t=297085 zuzuordnen.
Ich habe daher diesen Thread dem schon Bestehenden angefügt.
Sentenza
02.09.2007, 21:34
Das dreigliedrige Schulsystem ist höchst unsozial und ungerecht.
Die NRW-SPD hat auf ihrem Landesparteitag letzte Woche in ihrem Bildungsprogramm festgesetzt, eine Reform dessen anzustreben. Die Alternative heißt Gemeinschaftsschule.
Mehr dazu ->hier (http://www.bestebildung.de/.net/QKPTDPGCPGKTVPGYDGYVDT/themen/13246/207753.html).
Das komplette Bildungsprogramm ist hier (http://www.nrwspd.de/db/docs/doc_15717_2007829151222.pdf) zu finden.
Zwei Drittel der deutschen Schüler schaffen mindestens den Realschulabschluss, während 60 Prozent der ausländischen Schüler höchstens den Hauptschulabschluss erreichen. (Gerundete) Prozentzahlen für die Schulabschlüsse deutscher und ausländischer Schüler:
10 / 20 ohne Hauptschulabschluss
25 / 40 mit Hauptschulabschluss
40 / 30 mit Realschulabschluss
25 / 10 mit Fachhochschulreife bzw. Abitur
Es geht natürlich nicht um den Vergleich zwischen Deutschen und Ausländern, aber ich muss halt die Zahlen nehmen, die ich finde.
Wenn ich mir jeweils 1.000 Schüler in Berlin Reinickendorf und in Bezirk Mitte vorstelle, dann beträgt das Verhältnis der deutschen zu den ausländischen Schülern in Reinickendorf statistisch 890 : 110 und in Berlin Mitte 608 : 392. Für die nachfolgenden Berechnungen setze ich beschönigend voraus, dass die Verteilung auf die Schulformen in beiden Bezirken identisch ist und oben angegebenen Werten entspricht.
Ich betrachte nachfolgend die Schüler, die den Hauptschulabschluss bzw. keinen Hauptschulabschluss erreichen. Rechnerisch müssten das in Reinickendorf 312 deutsche und 66 ausländische Schüler sein. In Berlin Mitte käme man statistisch auf 213 deutsche und 235 ausländische Schüler.
Die Realität sieht bekanntlich anders aus (selbst wenn ich dazu kein Zahlenmaterial vorlegen kann), weil viele ausländische Schüler (und das gilt in gleicher Weise für sozial bzw. wirtschaftlich benachteiligte deutsche Schüler) wegen schlechter Rahmenbedingungen die schlechteren Karten haben.
Kleine Ergänzung, weil mir gerade danach ist:
In Reinickendorf (246.000 Einwohner) besuchen 8214 Schüler ein Gymnasium. Das sind knapp sechsmal so wie die 1.384 Hauptschüler dort. In Berlin Mitte (320.000 Einwohner) gibt es 6.888 Gymnasiasten (Schätzung, da ich nur von 10 der 11 Schulen die Schülerzahlen habe). Das sind lediglich 4,2-mal so viel wie die 1.628 Hauptschüler. – Während die durchschnittliche Anzahl der Schüler an den Hauptschulen vergleichbar groß ist (230 in Reinickendorf und 271 in Berlin Mitte), kommen die Gymnasien in Berlin Mitte nur auf 626 Schüler, die in Reinickendorf dagegen auf 1.027.
Lost_Byte
02.09.2007, 22:59
Es ist nichts neues, dass das soziale Millieu sich auch in der Bildung der Kinder wiederspiegelt.
Kinder mit intelligenten/gebildeten Eltern wachsen in einer Umgebung mit einem höheren Interlekt auf, als Kinder, die vor RTL2 gesetzt werden, um sie zu erziehen.
Des weiteren sind gebildete Leute meistens auch vermögend oder vermögender, als ungebildete (kann man auch aus der anderen Richtung sehen: Reiche sind oft gebildet), sodass deren Kinder besser gefördert werden können (Beispiel: Nachhilfe)
Das betrifft ja nicht nur die reine Schulbildung.
Kinder von reichen Eltern sind meistens selbstsicherer, extrovertierter und ein größeres Allgemeinwissen und bessere Manieren. Alles weitere Faktoren die sich positiv auf die Schule und spätere Laufbahn auswirken.
Naja.. Manieren.. heutzutage, wo reiche verzogene Rotzgören sich durch die Weltgeschichte saufen.. den Punkt nehm ich mal zurück. ;D
Und selbst wenn dieses Problem schon bekannt ist.. lange kein Grund es einfach so hinzunehmen.
Lost_Byte
03.09.2007, 15:18
Manieren auch heutzutage. Es ist ein enormer Unterschied, ob man mit dem Hauptschulbus oder dem Gymnasiumsbus mitfährt.
Im Hauptschulbus bespucken sich die Kinder tlw. gegenseitig, Schägereien (im kleineren Maße) sind auch nicht selten,... Einmal wurde der Hauptschulbus sogar Raziamäßig durchsucht und es wurden mehrere Kinder (also unter 14) mit Graß erwischt.
So was ist im Gymnasialbus noch nicht passiert...
Und das alle sin einer ländlichen Gegend. Ich will also nicht wissen, wie es in Großstädten aussieht.
Ich will also nicht wissen, wie es in Großstädten aussieht.
Guten Morgen: Da wird auch im Gymnasialbus gekifft. :lol
Ich denke auch das man das nicht verallgemeinern kann, Gymnasiasten sind keine besseren Menschen nur weil sie sich für intelligenter halten als andere.
mosquito87
03.09.2007, 16:33
Das vielleicht nicht (kommt halt auch immer drauf an, wie man "bessere Menschen" definiert)- im Grundprinzip (wenn man mal den Durchschnitt nimmt) wird H€553 aber Recht haben.
Gymnasiasten haben aber im Schnitt eher die Eltern die sich um die Kinder kümmern.. und dazu gehört unter anderem auch der Drogenkonsum..
Meiner Meinung nach hat es sich aber ein wenig verschoben. Früher war es ein absolutes Unding wenn Kinder wohlsituierter Eltern irgendwas angestellt haben. Heute sieht man sowas und denkt sich nur: jaja.. reiche verzogene Mistbälger.. und mehr nicht. Die Grenzen verwischen schon ein wenig.. dass im Schnitt, die Kinder von Mittelschichtsfamilien und aufwärts immer noch die besseren Manieren sind, wollte ich nicht bezweifeln.
Umgang formt nun mal den Menschen. Sowohl Haupt-und Realschüler, als auch Gymnasiasten können schlechten haben. Genauso wie guten. Es ist auch nicht nur eine Sache des sozialen Umfeldes, sondern auch eine Charaktersache.
Dennoch liegt das Problem hauptsächlich in der Konzentration, dem Schulsystem, den Perspektiven und den damit verbunden schlechten Ausgestaltungen. Keine ausreichenden und betreuten Freizeitangebote, zuwenig Einflussmöglichkeiten der Lehrer, zuviel bei den (auch ignoranten, unfähigen) Eltern und laschen oder versagenden Jugendämtern.
Hatten wir aber hier alles schon durch.
Ich habe ein Interview mit einem Schulleiter aus Berlin-Mitte gelesen. Dabei ging es um die Auswirkungen des Rütli-Skandals aus dem letzten Jahr. Der Schulleiter empfand es als Fortschritt, dass auch für seine Schule Sozialarbeiter eingestellt wurden. Er geht auch davon aus, dass ihm diese nicht so schnell wieder weggenommen werden.
Die Initiative Hamburgs, verstärkt Ganztagsschulen zu betreiben, unterstützte er ausdrücklich. Allerdings verwies er gleichzeitig darauf, dass die Genehmigungen für den Umbau der Schulen und die Bewilligung der Mittel einige Jahre benötigen dürften . - Bekanntlich ist Berlin reichlich abgebrannt.
Ihr versteift Euch zu sehr auf die Unterschiede zwischen Stadt und Land.
Durch die heutigen Kommunikationsmittel und Transportmöglichkeiten sind Stadt und Land aber weiter zusammengerückt, so dass die Unterschiede nicht mehr so zur Geltung kommen. Dafür sorgen nicht zuletzt die Medien insbesondere die Privaten die ja bekanntlich keine Möglichkeit auslassen sich mit Skandalen und anderen Horrornachrichten wichtig zu machen.
Natürlich sind solche Brennpunkte wie Berlin für uns Landeier nicht zu toppen, aber das wollen wir auch gar nicht. Was ich sagen will ist: das gemeine Landei gibt es nicht mehr und damit sind die Probleme überall.
Bei uns fahren zum Beispiel alle in einem Bus ob Hauptschule oder Gymi klappen tuts trotzdem nicht.
OMaOle
Ich glaube nicht so recht daran, dass es zwischen Großstädten und ländlichen Gebieten kaum Unterschiede gibt. Die unten angegebene PDF-Datei mit Zahlen und Infos aus Baden-Württemberg macht deutlich, dass in den Ballungsgebieten des Bundeslandes (Mannheim, Heidelberg, Heilbronn, Pforzheim, Ulm sowie der Großraum Stuttgart) erwartungsgemäß überproportional viele Ausländer leben, wogegen z. B. die Landstriche im Nordosten durchweg Ausländerquoten von unter acht Prozent aufweisen.
Ca. 85 Prozent der Ausländer, die aus Griechenland, Italien, Ex-Jugoslawien oder der Türkei stammen, leben schon seit mindestens acht Jahren in Deutschland. 40 Prozent der Ausländer leben sogar schon mindestens 20 Jahren hier. Eingebürgert wurden im Jahr 2004 lediglich zwei Prozent der berechtigen Ausländer (Mindestaufenthalt acht Jahre).
Leider trifft auch für Baden-Württemberg zu, was wir schon aus anderen Bundesländern kennen: Die Aussichten auf eine gute Schul- oder Berufsbildung sind für Ausländer gering. Das erkennt man daran, dass in BW nur 7 Prozent der Deutschen keinen beruflichen Abschluss besitzen, während 36 Prozent der Ausländer ohne Berufsabschluss bleiben.
Die Schüler, die z. B. die Hauptschulen in den Städten besuchen, kennen ihre Situation natürlich genau. Sie wissen von ihren älteren Geschwistern oder aus eigener Erfahrung, dass sie keinen Platz für ihr Schulpraktikum und erst recht keinen Ausbildungsplatz bekommen.
Die daraus resultierende Perspektivlosigkeit führt zu Resignation und schlägt sich im (schulischen) Alltag nieder.
http://www.statistik-portal.de/Veroeffentl/Statistik_AKTUELL/803405004.pdf
mithraldur
03.09.2007, 23:50
Deswegen kann ich auch nicht verstehen, warum es keine (oder gibt es in manchen Ländern schon so etwas in der Art?) Pflichtsprachkurse für Einwanderer gibt.
Das wäre ein einfacher und vermute ich mal effektiver Schritt gewesen, von dem der Staat am Schluss mehr bekäme als er reingesteckt hat...
Das hätte man eigentlich schon seit immer machen sollen, dann wär die Situation garnicht erst so hochgekocht: Ich habe mal irgendwo gelesen, dass teilweise die 2. oder 3. Generation von Ausländern schlechter integriert sein soll, als die erste. :rolleyes
Oder wie seht ihr das?
Als die Einwanderer in den 60er-Jahren nach Deutschland eingeladen wurden, da bekamen zumindest die Männer auf Anhieb einen Job. Deswegen hat man sie schließlich geholt. Und auch wenn z. B. die Frauen oft zu Hause blieben und kaum Deutsch sprachen, waren die Deutschkenntnisse der Männer und auch der Kinder (Schulbesuch) meist gut.
Eine konsequente Unterstützung durch Sprachkurse hätte uns sehr viele Probleme erspart. Andererseits wurden die ausländischen Schüler von heute doch fast alle in Deutschland geboren. Insofern sollten ausreichende Deutschkenntnisse eigentlich nicht das Problem sein - theoretisch jedenfalls.
Aber wie gesagt, wenn z. B. die Ehefrauen kaum Deutsch sprechen, dann wid auch in der Familie kein Deutsch gesprochen. Und wenn man z. B. als türkische Familie in einem Stadtteil lebt, wo Deutschkenntnisse nicht benötigt werden, um überleben zu können, dann brauchen wir uns nicht wundern, dass wir bereits in der Grundschule Probleme haben.
Brigitta
04.09.2007, 00:32
Reduziert hier doch bitte nicht das Problem auf den Ausländeranteil der Schüler. Es ist ein Teilaspekt der beachtet werden muß, ja. Nur er ist bei Weitem nicht die alleinige Ursache der Misere.
Die tieferen Ursachen liegen wohl in der Armut begründet, die im Regelfall aus schlechter Schul- bzw. Berufsbildung und/oder Arbeitslosigkeit resultiert. Und so kommt eines zum anderen. Wenn jemand kaum Geld hat, muss er auf den sozialen Wohnungsbau zurückgreifen oder sich zumindest eine preiswerte Wohnung suchen. Das Ergebnis kann man u. a. an der Mieterstruktur in den Plattenbauten ablesen: Überproportional viele Geringverdiener und Empfänger von staatlichen Transferleistungen.
Abgesehen vom Sprachproblem, das in gewisser Weise nun einmal ausländerspezifisch ist, kann man das bisher Gesagte zu großen Teilen ohnehin auf andere Betroffene übertragen. Daraufhin habe ich in #178 ausdrücklich hingewiesen. Ich verweise dafür gerne auf die psychologischen Auswirkungen von Arbeitslosigkeit, die zwar nicht für die Schüler unmittelbar gelten mögen, solange sie Schüler sind, aber wenn zwei oder drei Familienangehörige ohne Arbeit sind, dürften der Haussegen trotzdem schief hängen.
http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/PSYCHOLOGIEENTWICKLUNG/ArbeitslosigkeitJugend3.shtml
Dann darf man sich nicht wundern über Vernachlässigung, Aggression und auffälliges Verhalten. Das sind alles Probleme, die mit in die Schule gebracht werden.
Lost_Byte
04.09.2007, 20:19
Es liegt eben an der Struktur der Hauptschulen.
Heutzutage braucht man als Hauptschüler nicht mehr mit einer Lehrstelle rechnen und versinkt somit schon während der Schulzeit in Unlust.
Wenn man aber die Haupt und Realschulen in der Hinsicht verändern würde, dass man die beiden Schulformen nicht mehr leistungsmäßig trennt, sondern die Hauptschule für praktische Berufe und die Realschule für eine theoretische Ausbildung heranziehen würde, so entstünde ein völlig neues Bild von dem Millieu, das dazu führt, dass auch wieder Hauptschüler eingestellt werden.
Ich weiß nicht, ob eine solche Ausrichtung (die in der Praxis alles anders als abwegig ist) das Vertrauen in das Handwerk verbessern würde, also rein aus Kundensicht. Und wenn man argumentiert, dass die Azubis in manchen Handwerksberufen ohnehin eher von den Hauptschulen kommen, dann tröstet mich das auch nicht. Denn dann erinnere ich mich an den Dachdeckermeister, der zwar gene junge Leute einstellen würde, was allerdings daran scheitert, dass die Bewerber nicht in der Lage sind, die Zahlen 3 und 4 zu multiplizieren (leicht übertrieben, aber leider nur ganz leicht). Der Meister fragt sich dann, wie solche angehenden Dachdecker später einmal einem Kunden eine Dachbegrünung machen sollen, wenn sie schon an der Berechnung der Fläche scheitern.
Ich bleibe dabei, Hauptschulen sind überflüssig und gehören abgeschafft.
Mit ordentlichen und bundeseinheitlichen Lehrplänen, Lehrpersonal, wenig Unterrichtsaussfällen, Klassen nicht über 20 Schülern, flächendeckenden Freizeit- und nachschulischen Betreuungsangeboten und einer ordentlichen Vorschule, welche für Ausländer selbstverständlich auch deutsche Sprache beeinhaltet, schaffen die allermeisten (99%) nicht geistig (gesundheitlich) Behinderten auch die Realschule.
Das schlechte Schüler die guten angeblich mit herunterziehen bzw. ausbremsen würden, kann ich aus Erfahrung (DDR) überhaupt nicht bestätigen. Im Gegenteil. Die Guten Schüler und die Lehrer halfen den schlechteren, dem Stoff zu folgen (Nachhilfe), damit diese mit versetzt werden konnten. Lehrplan und -Ziel wurden immer erreicht!
Jeder schlechtere Schüler war dadurch enorm motiviert und engagiert, Anspruch und Klassenumfeld rissen ihn mit und bezogen ihn ein, grenzten ihn nicht aus.
In der Hauptschule hingegen fehlen Druck, Forderung/Ansporn und die Perspektive.
Weg damit! Dafür gibt es bereits Behindertenwerkstätten und Sonderschulen für stark Lernbehinderte. Alles andere ist nur eine Frage der Einstellung und die kann man formen.
Lost_Byte
05.09.2007, 10:12
Womit willst du denn die Schüler motivieren?
Du kannst denen nicht sagen, dass sie einen Job kriegen, wenn sie nur genug für die Schule machen! Das ging vielleicht in der DDR (da haben ja alle eienen Job bekommen), aber nicht in der heutigen Zeit, in der sich Abiturienten für Jobs bewerben, für die man gerade einemal einen Hauptschulabschluss braucht!
Man muss zwar die Hauptschule in ihrer derzeitigen Form auflösen, aber nicht gänzlich abschaffen.
Wenig Unterrichtsausfälle: Wie willst du das machen? Lehrern verbieten krank zu werden? In NRW gibt es bereits eine Regelung, die besagt, dass kein Unterricht ausfallen darf. Was wurde raus gemacht? Man wird abgehakt von einem anderen Lehrer und bekommt manchmal eine Aufgabe. Diese wird dann unter den Schülern aufgeteit und jeder macht nen bisschen, alle schreiben ab. Was bringt das?
nachschuluische Betreuung: Hier würden Hausaufgaben gemacht, und dann? Wer soll zusätzlichen Unterricht finanzieren? Die Schulen, deren Mittel immer weiter begrenzt werden? Die Kommunen, die großteils verschuldet sind? Die Länder, die großteils verschuldet sind? Der Staat, der auch verschuldet ist?
Klassen nicht über 20 Schüler: Wünschenswert, aber nicht finanzierbar.
Tja.. So gesehen ist alles eine reine Geldsache und man kann es nur aussitzen und auf bessere Wirtschaftslage hoffen.. willst du das sagen?
Lost_Byte
05.09.2007, 11:56
Nein.
Aber man muss was an der derzeitigen Lage allgemein ändern. Es wird nicht helfen, wenn man nur kleinere Klassen oder Nachmittagsunterricht eingeführt wird.
Vor 40 Jahren waren die Klassen viel größer und es herrschte trotzdem Disziplin. Das ist jetzt keine Aufforderung die Prügelstrafe wieder einzuführen, aber den Lehrern lässt man bei der Bestrafung viel zu wenig Spielraum. Was ist, wenn ein Kind einfach seine Strafarbeit nicht macht? Noch eine aufbrummen, die es danna uch nicht macht?
Was dann entweder in Nachsitzen (bringt irgendwie auch nix oder?) endet oder in Elterngesprächen bzw blauen Briefen. Jetzt kommen wir wieder zu den Eltern.
Da haben wir festgestellt, dass diese, vor allem in ärmlicheren Milieus, kaum Interesse und Engagement in der Schulbildung der Kinder zeigen.
Also neben wirtschaftlichen nun auch die gesellschaftlichen Probleme, die man nicht schnell ändern kann.. vllt auch gar nicht mehr.
@H€553
Also zuerst mal sollte man sich überlegen WAS man denn nun eigentlich will ?!
Bildung oder das was wir aktuell als solches verkaufen?
Das Bildung nicht billig ist, wissen alle genau und was dabei heraus kommt, wenn sie eben billig ist, auch.
Du kannst denen nicht sagen, dass sie einen Job kriegen, wenn sie nur genug für die Schule machen! Das ging vielleicht in der DDR (da haben ja alle eienen Job bekommen), aber nicht in der heutigen Zeit, in der sich Abiturienten für Jobs bewerben, für die man gerade einemal einen Hauptschulabschluss braucht!
Mit diesem Argument könnten wir eigentlich gleich alle Schulen und Unis schließen und uns gleich auf der ARGE melden. :rolleyes
So kann man nicht vorgehen. Klar bedarf es grundlegender Rahmenbedingungen, ausreichend Lehrstellen und Stellenangebote.
Wenig Unterrichtsausfälle: Wie willst du das machen? Lehrern verbieten krank zu werden?
Bei genügend gleichwertigem Lehrpersonal überhaupt kein Problem. Wenn natürlich von vornherein schon Lehrerknappheit durch Einstellungsstopps und Abbau besteht, braucht man sich nicht wundern, das es auch hier versagt.
nachschuluische Betreuung: Hier würden Hausaufgaben gemacht, und dann? Wer soll zusätzlichen Unterricht finanzieren?
Der Steuerzahler, der ja Bildung generell finanziert. ABER: Das Problem ist ja nicht fehlendes Geld für Bildung, das man Steuern dafür erhöhen müsste, sondern fehlende Bereitstellung der Gelder FÜR Bildung. Das ist ein Unterschied! Solange wie wir uns teure Auslandseinsätze, Politikerdiätenerhöhungen und Fehlinvestitionen/Steuerverschwendungen (Bund der Steuerzahler) leisten können/wollen, während unsere Kinder so langsam verblöden und verkommen, scheint es ja nicht so mau auszusehen.
Desweiteren meinte ich nicht Hausaufgaben, sondern Freizeitbetreuung und -Gestaltung für ältere und auch sowas wie Hort (ähnlich DDR oder anderen Ländern), also Ganztagsschulen für jüngere. Das bildet auch in Sachen Sozialität. Auch nachmittägliche Nachhilfestunden auf Unterrichtsniveau sind vorstellbar.
PS:
Und nochwas. Meiner Auffassung nach sind Bildung als auch Gesundheit Sachen, woran keinesfalls gespart werden darf!
Denn das ist nicht nur essentiell für Mensch und Gesellschaft, sondern hier ist auch jeder gleich und folglich auch gleich gut zu versorgen.
ihr scheint irgendwie dabei ausser acht zu lassen, das unsere frühreife jugend nicht mehr so ist wie die jugend vor 10-30 jahren, die quasi alles mitmacht was man ihr vorsetzt.
heute wird hinterfragt "wozu brauch ich den scheiss den ich hier lernen soll?" und so n programm auf so nem schwedischen modell, wird hier sicher nicht von erfolg gekrönt sein. dafür sind die schon viel zu rebellisch. denen müsste man eher auf ne "kumpel-vertrauensvolle-art" nahe bringen, das sie den kack da irgendwann brauchen könnten, und das schulsystem gehört individueller insgesamt.
Sehe ich genau andersherum. Finde das heutige Schulsystem eher viel zu lasch und kumpelhaft. Da fehlt mal wieder etwas mehr Strenge, Ordnung und Disziplin. Auch Schuljahre sind keine Herrenjahre und Schüler noch lange keine Erwachsenen, sondern sollens ja erst mal werden. Schliesslich sind wir nicht bei Wünsch-Dir-Was und Hätschel-Tätschel für Extrawürste und Mimöschen. ;)
Lehrer sind schon lange keine Autoritäts- und Respektspersonen mehr, sondern wurden zum Kasper und Rezitator von U-Stoff degradiert. Schüler haben nichts mehr gross zu befürchten, weil Pädagogen so gut wie keine Macht und Einfluss mehr auf sie oder die Familien haben. Ursache und Wirkung, kein Wunder also.
Wie Relict schon richtig beschrieb, geht es um den Stellenwert, den man den Themen Bildung und Schule einzuräumen bereit ist. Es fängt schon beim Kindergartenplatz an, der nicht kostenfrei zur Verfügung gestellt wird, sondern bezahlt werden muss. Das Gleiche erleben wir in den Schulen, wo die Beschaffung von Lernmitteln (Büchern) mittlerweile den Eltern überlassen wird.
In erster Linie ist das alles eine Kostenfrage. Es geht nicht an, dass man Klassen mit über 30 Schülern einrichtet, wenn sich darunter Schüler mit Lernschwierigkeiten befinden. Hier wäre Unterricht in Kleingruppen erforderlich. In Finnland hat man das längst erkannt. Dort haben (Grundschul-)Lehrer zudem ein deutlich besseres Standing als in Deutschland.
http://www.rosalux.de/cms/fileadmin/rls_uploads/pdfs/Projekte/2006/Rostock_Schule/Wernicke_Finnland.pdf
http://www.zeit.de/2004/51/C-Pisa-Finnland
An Vorbildern mangelt es sich, sondern an der Bereitschaft, diese Themen hoch genug aufzuhängen.
Das ist ja das schlimme. Was ist in diesem System denn nicht irgendwo eine Kostenfrage? Läuft doch am Ende immer wieder aufs gleiche (eben Kosten) hinaus, überall. Und man wird immer wieder irgend einen Vorwand finden um zu barmen. Die Gelder müssen einfach dafür bereitgestellt werden und an andere Stelle eingespart werden. Ich kenne da genug infrage kommende Stellen. ^^
Doch statt Steuergelder zur Abwechslung mal wirklich sinnvoll und gerecht zu investieren, debattiert und lobpreist man lieber über Privatisierung von Schulen, um die Kosten im wahren Kern anderen auferlegen zu können, nämlich den Eltern, und sich somit der Verantwortung ein weiteres Stück zu entziehen. Das ist nicht nur heuchlerisch und paradox, sondern geradezu pervers. :rolleyes
Unter Chancengleichheit versteht man hier: Wer genug Kohle hat ist schneller und besser fertig und der andere kanns ja dann später, wenn er die Kohle und auch die Zeit denn mal hat nachholen. Dumm nur, das man später meist ganz andere Verpflichtungen und Auslagen hat, als in jungen Jahren.
Das ist nicht nur Zeitverschwendung (nachholen heisst nicht automatisch aufholen), sondern schlicht Zweiklassenbildung.
Lost_Byte
05.09.2007, 19:47
ihr scheint irgendwie dabei ausser acht zu lassen, das unsere frühreife jugend nicht mehr so ist wie die jugend vor 10-30 jahren, die quasi alles mitmacht was man ihr vorsetzt.
da zeigt die Geschichte aber ein ganz anderes Bild:
Die 68-er Generation (ok. sind ca. 40 Jahre). Aber die waren rebellisch und haben in Deutschland viel bewegt.
Das rebellisch, von dem du hier aber sprichst kann man auch mit egozentrisch, stur, eingebildet, dreist,... umschreiben. Das ist keine rebellsiche Einstellung, die haben einfach kein Benehmen, weil in der Schule alles durchgelassen wird (Schneeball werfen: Schulordnung aabschreiben, jemand anderen schlagen: sich entschuldigen und Schulordnung abschreiben).
Ein zusätzliches Problem entsteht durch die soziale Verarmung und Vereinsamung, die durch das ständige Herumhocken vor Spielkonsolen und PC s zustande kommt. Vielen jungen Menschen fehlt ein Großteil an Bewegung und körperlicher Ausarbeitung, weil sprinten durch die Taste F oder wo auch immer sie liegt hervorgerufen wird. Mein Gott was sind wir vor 30 Jahren (doch schon so lange her) verdreckt und müde am Abend nach Hause gekommen. Da war aber auch ein Großteil der Aggressionen abgebaut und wir konnten nach gesundem Schlaf mit frischer Kraft in die Schule gehen.
OMaOle
Lost_Byte
06.09.2007, 15:49
@OmaOle
Vereinsamung vorm PC? Das ist wieder eine sehr subjektive Meinung. ich kenn genaug leute, die oft und lange vorm PC sitzen, aber trotzdem ein ausgeprätes Privatleben haben. Auch kann man über Computer mit anderen kommunizieren (Beispiel: Teamspeak, Skype, ICQ,...)
Natürlich ist das meine ganz subjektive Meinung, wie bei allen anderen auch.
Was ich sagen will ist die Tatsache das es zu einem Manko in der nonverbalen Kommunikation der Menschen untereinander kommt, nämlich dem Umgang untereinander von Angesicht zu Angesicht.
Auch dadurch ist das Miteinander in den Schulen gestört weil es zu wenig zum tragen kommt, man ist nicht mehr in der Lage miteinander zu reden, wenn der andere vor einem steht. Sind also wie in Schulen üblich ganze Gruppen von Menschen zusammen kommt es schnell zu Konflikten die schwer beherrschbar sind.
OMaOle
Lost_Byte
06.09.2007, 19:42
wobei aber die Frage besteht, ob Gymnasiasten, bei denen es erheblich weniger Auseinandersetzungen auf nonverbaler Weise gibt, als bei Hauptschülern, wirklich weniger Computer spielen.
Wenn dies nämlich nicht so sein sollte fällt deine Theorie (wobei es natürlich auch möglich ist, dass es nur einen evrstärkenden Effekt hat).
wenn Du unter nonverbaler Kommunkation nur körperlich Gewalt verstehst hast Du sicher recht, nur wäre das zu kurz gedacht.
Guckst Du: http://de.wikipedia.org/wiki/Nonverbale_Kommunikation
OMaOle
Na, ob die Kommunikationsformen das Problem sind?
Warum dauert es in vielen Klassen an einem Montagmorgen manchmal bis zum Beginn der ersten große Pause, bevor die Schüler zur Ruhe kommen. Selbst in Grundschulen ist es heute üblich, dass die Schüler in der ersten Stunde erst einmal erzählen sollen, was sie am Wochenende gemacht haben. Bei mehr als 25 Kindern pro Klasse vergeht da auch mehr als eine Stunde. Das bedeutet nichts anderes als Unterrichtsausfall.
Die Kinder kommen also völlig überdreht aus dem Wochenende zurück (z. B. geschiedene Eltern und Event-Weekend mit Papi gehabt oder Dauer-Videokonsum, Dauer-Zocken usw.). Und die Lehrer sind mit dieser Situation völlig überfordert, was ja auch kein Wunder ist.
Mit solchen Kleinigkeiten fängt es doch schon an.
Natürlich ist das nur ein Baustein, da sich die Kinder Heute in der Freizeit nicht mehr sehen, nichts miteinander zu tun haben, müssen sie das erlebte verarbeiten und zwar gemeinsam.
Das geht meist erst in der Schule, vorher sieht man sich nicht mehr und das sind die fehlenden zwischenmenschlichen Beziehungen die der Jugend fehlen und die irgendwie kompensiert werden müssen.
Sicher denke ich da auch noch zu einfach, bin schließlich kein Psychologe aber nur so kann ich s mir erklären.
OMaOle
Die Kinder kommen also völlig überdreht aus dem Wochenende zurück (z. B. geschiedene Eltern und Event-Weekend mit Papi gehabt oder Dauer-Videokonsum, Dauer-Zocken usw.). Und die Lehrer sind mit dieser Situation völlig überfordert, was ja auch kein Wunder ist.
Also so richtig kann ich es nicht nachvollziehen, worin da das Problem ggü. früher liegen soll?
Als ich zur Schule ging, gab es weder PC noch Handy. Unternehmungen/Ausflüge am Wochenende gabs allerdings genauso. Vllt. sogar mehr als heutzutage, wo man ja stattdessen vor dem PC, TV oder Handy mehr abhängt. Und zu erzählen am Montagmorgen gabs im Prinzip genausoviel Stoff.
Es gab nur einen Unterschied. Es hat den Lehrer während des Unterrichts schlicht nicht interessiert, hatte bei Störung des Unterrichts oder Unaufmerksamkeit stattdessen Tadel gehagelt. Und hier sind wir wieder beim Kernproblem: Die Lehrer können/dürfen sich nicht durchsetzen. Für den negativ auffälligen Schüler hat es keine oder keine unmittelbaren drastischen Konsequenzen (mehr) für sein Fehlverhalten. Es mangelt also in erster Linie an Disziplinierung und Ordnung. Die Lehrer/Schulen haben keine wirklichen Machtmittel bzw -Werkzeuge mehr. Damit meine ich selbstverständlich nicht den Rohrstock, den hatten sie bei mir auch nicht. Sie hatten dennoch Autorität und Respekt als Lehrer und konnten diesen in den meisten Fällen auch durchsetzen. Mit Mitteln wie zb. Benotung von Disiplin, Mitarbeit, Ordnung und Fleiß, was sich auf den Gesamtdurchschnitt auf dem Zeugnis auswirkte, im schlimmsten Falle mit Schulverweis oder Jugendheim. Aber es war auch so irgendwie mehr Zusammenhalt im Klassenkollektiv, Diszplin und Selbstreflexion vorhanden.
so richtig klar ist mir nicht, was heute anders ist und schief läuft? Probleme gab es früher auch, aber die lösten sich irgendwie reibungsloser und schneller. Wahrscheinlich weil an allen Stellen angesetzt wurde, Schule, Freizeit, Elternhaus. Es war alles irgendwie organisierter, alle miteinbezogen, keiner ausgegrenzt. Es wird wohl einfach viel zu locker in Schulen und Erziehung geworden sein.
Vllt. alles viel zu sehr auf Individualisierung ausgelegt?
Ich bin ja immernoch der Meinung, Heranwachsende brauchen eine starke autoritäre Führung mit Vorbildcharakter, keine antiautoritäre Erziehung (aktuell trifft es wohl "Betreuung" besser ^^) auf gleicher Augenhöhe und Ebene.
Heute Nacht sendet der SWR eine Dokumentation. Darin geht es zwar nicht um Hauptschulen, sondern um Grundschule in Hamburg-Veddel. Die im Begleittext beschriebenen Probleme machen deutlich, wie schwierig es sein kann, überhaupt vernünftigen Unterricht durchzuführen.
http://www.tvspielfilm.de/programm/tagesprogramm?sendungs_id=11728755
hoffentlich guckt das einer und berichtet darüber, ich muss nachts schlafen weil die Nacht um 04.30 Uhr endet.:mad
TheLastOttoman
29.11.2007, 10:06
Als die Einwanderer in den 60er-Jahren nach Deutschland eingeladen wurden, da bekamen zumindest die Männer auf Anhieb einen Job. Deswegen hat man sie schließlich geholt. Und auch wenn z. B. die Frauen oft zu Hause blieben und kaum Deutsch sprachen, waren die Deutschkenntnisse der Männer und auch der Kinder (Schulbesuch) meist gut.
Eine konsequente Unterstützung durch Sprachkurse hätte uns sehr viele Probleme erspart. Andererseits wurden die ausländischen Schüler von heute doch fast alle in Deutschland geboren. Insofern sollten ausreichende Deutschkenntnisse eigentlich nicht das Problem sein - theoretisch jedenfalls.
Aber wie gesagt, wenn z. B. die Ehefrauen kaum Deutsch sprechen, dann wid auch in der Familie kein Deutsch gesprochen. Und wenn man z. B. als türkische Familie in einem Stadtteil lebt, wo Deutschkenntnisse nicht benötigt werden, um überleben zu können, dann brauchen wir uns nicht wundern, dass wir bereits in der Grundschule Probleme haben.
Kann ich mich nur anschließen. Wobei es bei uns zum glück nicht der fall ist. Selbst die Schulen werden aufgeteilt. Wenns eine Schule ist wo es eh wenige Ausländer gibt hat der neue garkeine Chance reinzukommen. Kath.Kindergarten etc genauso.
Dein Zitat von mir trifft den Nagel auf den Kopf, was die Sendung angeht, die ich mir aufgezeichnet habe. Es ging primär um diese Schule Hauptschule hier http://www.abendblatt.de/daten/2006/04/08/551461.html sowie um eine Grundschule im Hamburger Stadtteil Veddel.
Bereits der erste Schultag stellte die Lehrer vor die allergrößten Probleme, weil einige der Erstklässler und auch die sie begleitenden Mütter manchmal so gut wie kein Deutsch sprachen. Ein Thema, das angesprochen wurde, war der Schwimmunterricht. Die Töchter möchten z. T. durchaus schwimmen, aber die muslimischen Väter verbieten es ihnen und verweisen auf den Koran. Die Lehrerin trifft sich mit dem islamischen Gemeindevorsteher, der ihr zu verstehen gibt, dass man zwar das deutsche Grundgesetz akzeptiere, aber dass Dinge wie die Schulordnung verhandelbar seien.
Manche muslimische Mädchen haben Probleme, an Klassenfahrten teilzunehmen. Die Lehrer laden die Eltern zum Sprechtag ein, aber kaum jemand kommt. Die Lehrer opfern ihre Freizeit, um die restlichen Eltern privat aufzusuchen und sie davon zu überzeugen, dass der Schulausflug zugleich Schule ist und damit unter die Schulpflicht fällt. Die Klassen haben jeweils 2-3 Lehrer. Aber der männliche Lehrer kann solche Hausbesuche nicht machen, weil ihn die Mutter der Schülerin mitunter nicht in die Wohnung lässt, da er ein Mann ist.
Nicht selten bedarf es eines Dolmetschers, um überhaupt mit den Elten reden zu können. Manchmal übernehmen die Schüler diese Aufgabe. Vielfältige Probleme lasten auf den Lehrern. Wenn z. B. den Eltern das Geld für die Klassenfahrt fehlt, können sie einen Antrag auf Zuschuss beim Sozialamt stellen. Aber wenn sie davon nichts wissen oder wenn sie aufgrund mangelnder Deutschkenntnisse die Anträge nicht ausfüllen können, sind wiederum die Lehrer gefragt.
In einer Klasse, die eingeschult wurde, kam lediglich ein Mädchen aus einer deutschstämmigen Familie. Andere Familien verlassen den Stadtteil, wenn ihre Kinder schulpflichtig werden. Die Infrastruktur der Gegend (Einzelhandel, Friseur usw.) ist fest in türkischer Hand. Die dort lebenden Menschen haben keinen Grund, die deutsche Sprache zu erlernen. Kurse werden angeboten, aber nicht von der Stadt bezahlt. Die Mütter haben nicht selten mehrere Kinder und ihnen fehlt dann schon mal die Zeit, regelmäßig die Kurse zu besuchen.
Die Lehrer beklagen, dass für eine effektive Integration mehr deutsche Schüler notwendig wären.
Diese Sendung legte ihren Schwerpunkt zwar auf die Integrationsproblematik. Aber man konnte gut sehen, wie schwierig es sein kann, unter diesen Bedingungen überhaupt noch vernünftig zu unterrichten. Wenn die Schüler dann die Hauptschule verlassen, dürften sich die schulischen Defizite aufgestaut haben und die Suche nach einem Ausbildungsplatz endet in der Sackgasse.
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Ich glaubte zuerst, mich verlesen zu haben. Nun planen die Kultusminister, die Hauptschulen bis 2015 von den internationalen Leistungstest in Mathematik und Englisch auszuschließen. Es werden wohl keine hoffnungsvollen Ergebnisse erwartet. Also kehrt man sie einfach unter den Tisch.
Vertraulich wandte sich IQB-Chef Olaf Köller an die Kultusminister: Über die Hälfte der Hauptschüler verfehle die Mindeststandards. Dass so viele Hauptschüler in Mathematik scheitern, zeigen einem internen KMK-Papier zufolge auch die Pisa-Ergebnisse und andere Untersuchungen - etwa jeder Vierte erreicht allenfalls Grundschulniveau. Rund 75 Prozent der Hauptschüler schaffen ersten Analysen zufolge auch nicht die geforderten Schreibleistungen im Fach Englisch.
http://www.computerbase.de/forum/showthread.php?t=297085&page=12
Timesless
14.11.2008, 01:31
Ich kann aus eigener Erfahrung sagen (war selbst Hauptschüler) die Probleme sind weit strukturiert ; Lehrer, Schüler, Lehrmittel.
Wenn ich mich jetzt so zurück erinnere denk fällt mir sofort ein, dass manche Lehrer den Eindruck vermittelten "och was solls, 6 von 10 Schülern finden eh keine Ausbildung".
@Timless,
wenn Du wirklich Hauptschüler warst dann wohl Klassenbester bei der Rechtschreibung. Da könnte sich mancher Oberstudierte hier im Forum mal ne Scheibe abschneiden ohne konkreter werden zu wollen.
Der Eindruck, den die Lehrer auf Dich gemacht haben war sicher nicht ganz richtig, wird allerdings nicht besser geworden sein. Wenn man bedenkt wie hoch der Altersdurchschnitt der Lehrer in Deutschland ist, da kann einem schon Schlecht werden.(mit 43Jahren jüngster Lehrer und 10 Jahre jünger als der nächst ältere) Vom Krankenstand will ich gar nicht reden.