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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Die SPD in der Antikommunismusfalle der Konservativen ?


extasy
24.01.2008, 13:03
Ich hatte gestern in diesem Beitrag http://www.computerbase.de/forum/showthread.php?t=371006 versucht aufzuzeigen wie unregecht im Grunde der Antikommunismus hier in Deutschland ist. Leider wurde er schon nach drei Stunden geschlossen so das ich darauf aufbauend hier nochmal einen Neuanfang versuchen möchte.

Der Wahlkampf in Hessen zeigt meiner Meinung sehr gut auf wie leicht die SPD sich in die Antimommunismusfalle der CDU bringen lässt. Mal ganz davon abgesehen das Die Linke beileibe keine Kommunistische Partei ist zeigen Äußerrungen von SPD Offiziellen über "ehemalige DKP Funktionäre in der Linkspartei" das diese Argumente auch in der SPD auf fruchtbaren Boden fällt. Wenn man jedoch das Wort "ehemalig" anwendet dann sollte man es Menschen doch auch zugestehen sich politisch gewandelt zu haben, ganz so wie man dieses gerade von konservativer Seite "ehemaligen" Nazis in der CDU zugestanden hatte. Hier hatte man wenig Probleme damit selbst hohe Funktionsträger des Naziregimes in bedeutende Positionen zu integrieren.

Aber auch wenn man unterstellt das diese ehemaligen Kommunisten noch immer Kommunisten sind so kann man doch sagen na und, sind sie deswegen keine Demokraten ? Was ist an der "Diktatur des Proletariats" weniger Demokratisch an der derzeit faktisch bestehenden Diktatur des Kapitals ? Warum setzt sich die SPD diesem Rechtfertigungs und Abgrenzungsdruck der künstlich von konservativer Seite aufgebaut wird aus ?

Um eines klarzustellen, ich bin kein Kommunist sondern Sozialist, jedoch schäme ich mich nicht der kommunistischen Genossen in der Linken (nicht die Partei, sondern der Linken insgesamt). Wie ich in meinem anderen geschlossenen Beitrag ausgeführt hatte, halte ich die Kommunisten für einen wichtigen Bestandteil in der demokratischen Kultur und den derzeit betriebene Antikommunismus für höchst unredlich. Andere Länder haben da ein viel entspanteres Verhältniss zu Kommunisten. Der größte Gewerkschaftsverband Frakreichs z.B. ist Kommunistisch. Ich würde mir sehr wünschen wenn man zu der Sachlichkeit in der Auseinandersetzung mit dem Kommunismus kommen würde wie im Ausland. Man kann sicherlich über Kommunistische Standpunkte steiten, der Antikommunismus alter Tager jedoch ist dabei absolut kontraproduktiv und dient in erster Linie den Konservativen die damit in die Linke einen Keil treiben können und es der SPD schwer macht mit linken Parteien neben ihr zusammenzuarbeiten.

So, nun hoffe ich auf eine Diskussion zur Sache, ohne die üblichen unsachlichen Grabenkämpfe die dabei sehr schnell ausgetragen werden.

keshkau
24.01.2008, 14:08
Mal ganz davon abgesehen das Die Linke beileibe keine Kommunistische Partei ist
Ebenso wenig ist sie vollkommen "unkommunistisch". Dazu einige Beispiele:

Die DKP-Zeitung rühmte sich im Juni 2007 damit, mit Sarah Wagenknecht ein prominentes Parteimitglied der LINKEN (und meines Wissens Vorstandsmitglied und Europaabgeordnete) als Unterzeichnerin für ein Volksbegehren gegen Privatisierung gewonnen zu haben.

Auf glasnost.de philosophierte Sarah Wagenknecht über Stalin mit folgenden Worten:
Nicht zu leugnen ist, daß Stalins Politik - in ihrer Ausrichtung, ihren Zielen und wohl auch in ihrer Herangehensweise - als prinzipientreue Fortführung der Leninschen gelten kann. ... Welche Handlungsspielräume die Situation im damaligen Rußland bot, muß angesichts der konkret historischen Bedingungen untersucht werden. Eine solche Analyse wird vermutlich zu dem Schluß gelangen, daß weder in Bucharins Lösungsansatz noch in dem Trotzkis (um nur zwei prägnante Beispiele zu nennen) eine realisierbare Alternative zur Stalinschen Linie vorlag.
Quelle: http://www.glasnost.de/pol/wagen.html

In der Ruhrgebietsstadt Essen hat "Die Linke" zusammen mit der DKP und der AUF eine Ratsfraktion gebildet.

Der ´Kommunismus-Vorwurf" ist schon deshalb nicht ganz von der Hand zu weisen, weil es innerhalb der Partei der Linken eine "Kommunistische Plattform" gibt. http://die-linke.de/partei/zusammenschluesse/kommunistische_plattform_der_partei_die_linke/

Für mich heißt das: Wer "Die Linke" wählt, wählt zugleich den "linken" Parteiflügel mit, der sich mehr oder weniger offen zu kommunistischen Zielen bekennt.

extasy
24.01.2008, 14:17
Aber das ist es doch was ich sagen will. Warum soll unsere partielle Zusammenarbeit mit Kommunisten schlimm sein ? Der Kommunismus an sich ist nicht böse, auch wenn in seinem Namen schreckliches Unrecht geschehen ist und auch noch geschieht. Niemand kommt heute auf die Idee die CDU als Christliche Partei für die Inquisition und der Kriege die im Namen des Christentums geführt wurden verantwortlich zu machen.

Kommunisten haben meiner Meinung nach einen festen Platz in der Linken Bewegung insgesammt. Jegliche Spaltungsbemühungen hierbei nutzen in erster linie unseren gemeinsamen politischen Gegner, nämlich den Konservativen und den Reaktionären.

keshkau
24.01.2008, 14:29
Der Punkt ist nicht, dass Kommunismus an sich "schlimm" ist, sondern dass er von der ganz überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung als Alternative abgelehnt wird. Das hat weniger etwas mit der Vergangenheit zu tun, sondern mit:

- der Überzeugung, dass es den "neuen Menschen" nicht geben kann (Eigennutz statt Gemeinnutz)
- der Gefahr des Machtmissbrauchs (es gibt bisher kein auch nur halbwegs funktionierendes Gegenbeispiel)
- der Einsicht vieler (nicht aller) Menschen, dass man mit dem Kapitalismus bisher sehr gut gefahren ist
- usw.


Der gestrige Thread ist meiner Meinung nach übrigens nicht zu Unrecht geschlossen worden. Wie HappyMutant bereits schrieb, war bereits der Einstieg nicht ganz so prickelnd, den Rest haben dann die übrigen Diskutanten besorgt. So schnell kann es gehen. - Vielleicht hat jemand daraus gelernt und reißt sich zumindest dieses Mal etwas zusammen, bevor er seinen Kommentar in die Tastatur hackt.

Im Eingangsbeitrag heißt es, dass die SPD für die Antikommunismus-Kampagne der CDU anfällig sei. Doch man kann das auch anders sehen. Die CDU warnt vor einer Koalition aus Rot und Rot (SDP und Linke). Die SPD wiederum versucht, sich diesen Schuh nicht anzuziehen und sich gegenüber der Linken abzugrenzen (bzw.die Linke politisch auszugrenzen). Der Grund dafür ist - seitens der SPD -, dass die Wähler nicht den Eindruck gewinnen sollen, es sei gleichgültig, ob man nun die SPD oder Die Linke wählt. Denn so nahe, wie es die CDU propagiert, stehen sich die beiden Parteien nicht (auch wenn die Linke das nicht wahrhaben will). - Auch der Vergleich bezüglich CDU und Inquisition, den man ja nicht allzu ernst nehmen sollte, ist ein Schlag ins Wasser: Der Unterschied ist ganz einfach der, dass ein Mann wie Gregor Gysi ganz konkret seit 1967 Mitglied der SED war. Er hat das SED-Regime also mitgetragen, wogegen man niemanden mehr in der CDU für die Inquisition zur Rechenschaft ziehen kann. Aber das nur so am Rande.

Der von Dir gezogene Vergleich mit der Mitgliedschaft ehemaliger Nazis iin der CDU ist im Übrigen nicht so ganz angebracht, weil die ehemaligen Nazis sich als CDU-Mitglieder nicht länger zur Nazi-Ideologie bekannt haben. Bei einem Teil der Mitglieder der Linken sieht das im Moment anders aus: Sie sympathisieren weiterhin offen mit dem Kommunismus bzw. verfolgen aktiv kommunistische Ziele.

extasy
24.01.2008, 14:52
Für mich sind nicht objektive Gründe für den derzeitigen Antikommunismus der haupsächliche Grund, sondern die von Konservativen bewusst bediente Angstmache aus der frühzeit des kalten Krieges dagegen.

Auch finde die lange Zeit kritiklose Haltung der DKP gegenüber dem DDR System als sehr schädlich. Eine Hypotek die heutige Kommunisten noch lange werden abtragen müssen. Trotz alledem sind es gerade immer Kommunisten gewesen die hervorragendes im Kampf um Menschenrechte und gegen den Faschismus geleistet haben. An ihre Leistungen denke ich zu aller erst wenn ich an Kommunisten denke. Während die SPD Führung zu anfang des ersten weltkrieges den "Burgfrieden" ausrief war es Karl Liebknecht der sich der Zustimmung der Kriegskredite verweigerte. Wie Recht er mit seiner haltung hatte sollte ich dann im Verlauf dieses unseglichen Völkermordens herausstellen. Hat es ihm die Sozialdemokratie jemals gedankt ? Nein, im Gegenteil: Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht werden auch heute noch als die Schmuddelkinder der SPD betrachtet. Von der zweifelhaften Rolle die die damalige SPD Führung um Ebert bei der Ermordung dieser beiden herausragenden Persönlichkeiten spielte mal ganz abgesehen. Ich finde schon das es hier Parallelen mit der heutigen Haltung der SPD zu Kommunisten gibt.

Ach ja, so schlimm kann es um das Image des Sozialismus nicht bestellt sein wenn fast die Hälfte der Bevölkerung den Sozialismus als im Grunde gut, jedoch falsch umgesetzt sieht.

keshkau
24.01.2008, 15:01
Um sich für Menschenrechte einzusetzen, braucht man kein Kommunist zu sein. Aber heute ist die Ausgangssituation natürlich eine ganz andere als gegen Ende der Weimarer Republik, keine Frage. Doch man könnte heute sogar auf Angela Merkel verweisen (China, Empfang des Dalai Lamas, Guantanamo-Kritik).

Mich wundert, dass sich Die Linke nicht mehr Mühe gibt, mit ihrem linksradikalen Parteiflügel aufzuräumen. Vielileicht denkt man im Hinterkopf, jede Stimme zu brauchen. Aber wenn es eine echte Abkehr von der SED zu einer Partei des "demokratischen Sozialismus" gegeben hat, dann müssten eigentlich auch alte Zöpfe konsequent abgeschnitten werden. Dazu würde meiner Ansicht nach gehören, dass eine unsachliche Verklärung der DDR-Verhältnisse nicht in Betracht kommt und dass man derartige Anhänger vor die Tür setzt. Das würde viel zur Glaubwürdigkeit der Linkspartei beitragen. Aber so können sie sich noch lange mit dem kommunistischen Schmuddel-Image herumschlagen.

extasy
24.01.2008, 15:09
@keskau
Sicherlich muss man kein Kommunist sein um sich für das Menschrecht einzusetzten. Hier in Deutschland jedoch wird so getan als ob z.B. der antifaschistische Kampf nur von Christen und Sozialdemokraten geführt wurde. Die Verdienste der Kommunisten jedoch werden verschwiegen.

Übrigens wundert es mich wie du die Redlichkeit der geistigen Abkehr vom Kommunismus bei einigen Mitgliedern in unseren Reihen anzweifelst, die Abkehr ehemaliger Nazis von ihrer Vergagenheit in der CDU jedoch offenbar über jeden Zweifel erhaben siehst.

Das wir eine Kommunistische Plattform haben ist der Pluralität unserer Partei geschuldet die Heimat aller linker Strömungen sein will.

JulesBärle
24.01.2008, 15:16
Salut,

mit Verlaub, dein Threadtitel entbehrt nicht einer gewissen Komik.
Aber wenn es denn gestattet ist

Für mich sind nicht objektive Gründe für den derzeitigen Antikommunismus der haupsächliche Grund, sondern die von Konservativen bewusst bediente Angstmache aus der frühzeit des kalten Krieges dagegen.

sind für dich geschätzte 80 Mio. Tote ein oder kein objektiver Grund, um Antikommunist zu sein? Oder lehnst du es aus Gründen der Systemraison ab, derartige Bedeutungslosigkeiten in deine Überlegungen einfließen zu lassen. Frei nach dem Motto: wo gehobelt wird …


Wie Recht er mit seiner haltung hatte sollte ich dann im Verlauf dieses unseglichen Völkermordens herausstellen.

Hier stimme ich dir zu, 40 Mio. Tote alleine von Stalin kann man schon als unsäglichen Völkermord bezeichnen, dazu am eigenen Volk. Das hat nicht mal Hitler oder Mao geschafft und das waren bei Gott keine Waisenknaben auf dem Gebiet.

keshkau
24.01.2008, 15:20
Schon in der Schule lernen die Kinder, dass die Kommunisten so ziemlich als Erste von den Verfolgungen durch die Nazis betroffen waren. Da wird nirgendwo etwas totgeschwiegen. Auch während des Zweiten Weltkrieges wurde die Propaganda nie müde, das Horrorszenario des Bolschewismus an die Wand zu malen.

Wie es um die Gesinnung ehemaliger NS-Mitglieder in der CDU konket bestellt ist, kann ich gar nicht sagen. Ich weiß aber, dass es in der Linken einerseits "geläuterte" Ex-Kommunisten gibt, aber eben auch solche, die sich weiterhin dem Kommunismus verschrieben haben. Keine Ahnung, warum die nicht Mitglied in der DKP sind. Vielleicht liegt es daran, dass sie in der Linken auf einen größeren politischen Einfluss hoffen.

Was würdest Du sagen, wenn eine Partei vom Schlage der NPD so argumentieren würde wie Du: "Die Neonazis (oder besser: Rechtsradikalen) in unserer Partei sind der Pluralität der rechtskonservativ-nationalen Stromungen geschuldet." Ich bin mir sicher, das würde einen Aufschrei auslösen. Ähnlich verhält es sich in Bezug auf Die Linke im konservativen Lager, zumindest bei denjenigen, für die der Kommunismus ein rotes Tuch ist.


Was ist an der "Diktatur des Proletariats" weniger demokratisch als an der derzeit faktischen Diktatur des Kapitals?
Das kann ich Dir sagen. Es ist nicht das Kapital, das regiert, sondern Menschen, die über Kapital verfügen. Aber selbst das ist nur eine Ideologie, Denn in Deutschland gehen die Menschen an die Wahlurnen und nicht die Maschinen oder die Girokonten.

Und warum eine "Diktatur des Proletariats" nicht so ganz demokratisch sein kann, verrät schon der Titel. Zum Beispiel sehe ich Enteignungen nicht unbedingt als legitimes politisches Mittel an.

JulesBärle
24.01.2008, 15:29
Salut,

feine Argumentation.

Egal unter welchen politischen Deckmäntelchen oder unter Zuhilfenahme beknackter Parolen Millionen Leute für so einen Scheiß umgebracht wurden, es ist und bleibt verabscheuungswürdig. Deshalb bin ich Antikommunist, Antinazi, Antisozialist und Antimaoist. Reihenfolge frei nach Belieben.

keshkau
24.01.2008, 15:37
JulesBärle spielt damit nicht zuletzt auf einen Aspekt an, der häufiger in der Diskussion auftaucht und der gerade im linken politischen Lager regelmäßig Eruptionen auflöst: Es geht um die "Gleichsetzung" von Rot und Braun, gegen den sich die politsch Linken mit Händen und Füßen wehren.

Diese "Gleichsetzung" bezieht sich allerdings in keiner Weise auf die poliische Zielsetzungen, die ja bekanntlich vollkommen entgegengesetzt sind, sondern auf die in der Vergangenheit anzutreffende "Ähnlichkeit" in den Methoden, mit denen politische Feinde/Gegner bekämpft wurden. - In dieser Hinsicht hatten nämlich Opfer der Nazi-Diktatur (unter ihnen die Kommunisten) ebenso wenig zu lachen wie die Opfer einer angeblich "kommunistischen" Regierung unter Stalin, Mao usw.

Auch deshalb ruft es bei vielen Menschen Kopfschütten hervor, wenn ein Mitglied der Linkspartei zu dem Ergebnis kommt, die Politik Stalins sei "alternativlos" gewesen (siehe oben).

extasy
24.01.2008, 16:02
@keskau
Das Gregor Gysi in der SED war unterminiert doch nicht seine Glaubwürdigkeit. Es gibt auch sicherlich viele ehemnalige SED Mitglieder in der heutigen CDU, SPD, FDP oder den Grünen. Ganz abgesehen das Gregor Gysi niemals eine überragende leitende Rolle in der SED gespielt hatte ist er letzdendlich seinen Idealen treu geblieben. Im Gegensatz gewisser Wendehälse die sich nicht zu Unrecht eine politische Karriere in den etablierten Parteien versprochen haben.

Auch wehre ich mich die DDR als per se schlecht zu brandbarken. Sie war ein legitimes Gegengewicht zum kapitalistischen Westdeutschland und an so manchen Leistungen der damaligen DDR könnte sich das heutige Deutschland ein Beispiel nehmen. Zu nennen ist die vorblildliche Kinderbetreuung und auch das Schulsystem. Diese Positiven Beispiele können natürlich nicht vor den eklatenten Verfehlungen in diesem Regieme ablenken, sollten aber trotzdem erwähnt werden.

keshkau
24.01.2008, 16:09
Warum betreibst Du denn jetzt diese wenig hilfreiche Geschichtsverklärung?

Ganz abgesehen das Gregor Gysi niemals eine überragende leitende Rolle in der SED gespielt hatte ...

Wikipedia sagt da etwas anders:
Den Parteivorsitz der PDS hatte er bis zum 31. Januar 1993 inne. Danach wirkte er zunächst als stellvertretender Parteivorsitzender, dann als Mitglied im Parteivorstand weiter mit, bis er im Januar 1997 endgültig aus dem Parteivorstand ausschied.

Auch wehre ich mich die DDR als per se schlecht zu brandbarken.
Gute Kinderbetreuung (weil Frauen als Arbeitskräfte gebraucht wurden und weil man die Kinder so von klein auf im Sinne der Partei-Ideologie erziehen konnte) und ein vernünftiges Schulsystem entschuldigen die DDR nicht und machen sie keineswegs human.

http://www.movie.de/filme/dlda/
http://de.wikipedia.org/wiki/Berliner_Mauer
http://www.ai-aktionsnetz-heilberufe.de/texte/texte/sammelband_2000/Morawe.pdf
usw.

extasy
24.01.2008, 16:15
Natürlich machen die guten Beispiele der DDR diese nicht sogleich zum Hort der Menschenrechte, jedoch kann sie auch nicht mit dem Naziregime verglichen werden. Das Naziregime war von Grund auf Verbrecherisch, wie die ganze Naziideologie Verbrecherisch ist. In sofern hinkt auch den Vergleich der CDU einem imaginären "NPD Flügel" in dieser. Faschismus ist keine Meinung sondern ein Verbrechen, dieses sollte man sich immer vor Augen führen.

keshkau
24.01.2008, 16:22
Wie aus der Pistole geschossen :D

Aber zugegeben, der NPD-Vergleich war nicht so durchschlagend. Bleiben wir also bei Deiner Feststellung im Sinne von Eva Herman: "Es war nicht alles schlecht damals." :)

Aber es war auch nicht gut genug, um heute als (verklärtes) Vorbild zu dienen, so wie man es von Teilen der kommunistischen Basis manchmal hört.

Letzten Endes sehe ich aber keine "Antikommunismusfalle" für die SPD. Die SPD ist nicht kommunistisch und sie will sich nicht in diese Ecke drängen lassen. Du sagst dagegen, dass die Pluralität der linken Strömungen es rechtfertigen, dass es in der LINKEN eine kommunistische Plattform gibt.

Dann darf man sich aber auch nicht wundern, wenn Leute aus der CDU oder aus der SPD mit dem Finger darauf zeigen und sagen: "Schaut mal da, Kommunisten!"

extasy
24.01.2008, 16:34
Die Konservativen können doch machen was sie wollen. Denen kann ich nicht verüblen Antikommunisten zu sein, dafür sind es halt Konservative, also Leute die an Überkommenden und Alten festhalten. Da sind fortschrittliche Kräfte natürlich das was für den Teufel das Weihwasser ist.

Schlimm ist aber das die vermeindlich "Linke" SPD da mitmacht und wie im Eingang beschrieben in die Kommunismusfalle tappt wo sie nur schwer herauskommt. Es ist doch geradezu wiedernatürlich die linken Mehrheiten nicht zu nutzen nur weil es den einen oder andren Kommunisten bei uns gibt. Wie ernst ist es denn der SPD mit ihren angeblich neu endeckten Sozialistischen Wurzeln ?

Zu befürchten ist eh dass das "linke" Image was sich die SPD auf ihrem letzten Parteitag angelegt hat nur vorgeschoben ist um uns die Wähler abzujagen. Die SPD sehnt sich nach den alten Zeiten zurück in dem sie sich als alleinige "linke Volkspartei" ohne Konkourrenz von Links sehen konnte. Völlig unverdient wie ich meine angesichts der Zeit in der Schröder die SPD in den neoliberalen Kurs gelenkt hatte. Uns kann man daher nicht vorwerfen wenn wir die Positionen besetzten die die SPD durch Schröder verlassen hat. Das es eines linken Korrektivs neben der SPD bedrarf sieht man daran das man uns in der Zeit als wir nur zwei Abgeortnete im Bundestag hatten von Seiten der SPD mit der Forderung um einen Mindeslohn verhöhnt hatte. Heute jedoch, nach unserern Erfolgen tut die SPD so als ob es schon immer ihre Forderung war.

Und natürlich war nicht alles Schlecht in der DDR. Jedoch hat diese Einsicht im Zusammenhang mit der DDR eine ganz andere Bedeutung als mit Hermans Bezug auf die Nazizeit. Die Väter der DDR hatten bestimmt eine aufrechte Gesinnung als sie die DDR gründeten, bei den Nazis waren es jedoch verbrecherische Ziele von Verbrechern ausgeführt und geplant.

keshkau
24.01.2008, 17:06
Du beschreibst lediglich einen Wunschtraum, der innerhalb der Partei Die Linke gepflegt wird. Dabei schwingt folgende Überlegung mit: "Wir Linke gehören doch alle irgendwie zusammen. Wir haben gemeinsame Wurzeln und einen gemeinsamen politischen Gegner, nämlich die Konservativen, die Neoliberalen usw."

Die Möglichkeit der Abkehr von der Vergangenheit, die Du ehemaligen SED-Mitgliedern zubilligst, muss auch für die ehemals vielleicht "revolutionäre" SPD gelten dürfen. Wenn man es sich genauer anschaut, dann gab es schon früher politsche Strömungen links von der SPD. Die USPD spaltete sich 1914 von der SPD ab und 1919/1920 bildete die SPD eine Regierungskoalition mit der DDP (Deutsche Demokratische Partei). Schon damals gab es keinen Schulterschluss mit Kommunisten, auch wenn man später mit den Nazis einen gemeinsamen Feind hatte, den es zu bekämpfen galt.

Ich halte es auch nicht für legitim, die Konservativen als rückständig und allein die Linken als fortschrittlich zu bezeichnen. Jede politische Grundüberzeugung (Konservatismus, Liberalismus, Sozialismus) hat ihre Berechtigung. Und auch die verschiedenen Wirtschaftspolitiken, die zur Auswahl stehen (z. B. Privatisierung versus Verstaatlichung), sind nicht von Grund auf gut oder schlecht, sondern lediglich verschiedene Optionen.

Es ist darüber hinaus die alleinige Angelegenheit der SPD, wie sie sich positioniert. Je nach politischer Führung und politischer Großwetterlage gibt es Ausschläge in die eine oder andere Richtung. So gab es die Politik unter Schröder, zuvor aber hatte auch mal Oskar Lafontaine das Sagen. Und nun droht Die Linke mit Stimmenfang, sodass sich die SPD als Alternative zu ihr positioniert. Daran ist nichts auszusetzen, außer natürlich von der LINKEN, die sich dadurch auf den Schlips getreten fühlt.

Mir schient es so, als ob Die Linke stets davon ausginge, dass die SPD eine urlinke Partei sei. Dabei gibt es in der SPD ebenso Mitglieder, die ebenso gut ein Parteibuch der CDU haben könnten. In der politischen Mitte sind die Übergänge bekanntlich fließend, wodurch ein Heiner Geißler einen Frank Müntefering locker links überholen könnte. - Ähnlich macht es auch Die Linke. Natürlich fischt sie im Wasser der SPD. Irgenwo müssen die Stimmen schließlich herkommen.

Um noch einmal den Nebenkriegsschauplatz DDR aufzugreifen: Was hilft den Bürgern des Landes die "aufrechte Gesinnung" der Gründungsväter, wenn sich der Alltag lediglich durch Gängelung, Einsperrung, Bevormundung usw. äußert. - Drauf "geschissen", würde ich sagen. Da wird einem das sog. West-Fernsehen verboten, man darf seine Verwandten in der Bundesrepublik nicht besuchen, mit offener Kritik am politischen System riskiert man seinen Studienplatz oder seine berufliche Karriere usw. - Aber lassen wir das.

extasy
24.01.2008, 17:43
@keskau
Na ja wer sich hier auf den Schlips getreten fühlt sieht man in der Auseinandersetzung der SPD mit uns. Die SPD glaubt allen ernstes nach der Schröderzeit sich heute als "sozial" präsentieren zu können. Vieles was heute zu sozialen Verwerfungen führt haben wir der Gesetzgebung aus der Zeit der Schröderschen SPD zu verdanken: HartzIV, zulassung der Hedge Fonds, zulassung des Verkaufs von Immobilienkrediten (gab es vor einer Woche einen sehr interessanten Beitrag im TV dazu) , lockerung der Leiharbeitsbestimungen usw usw. Und dieses hatte letztendlich den Niedergang der SPD in den letzten Jahren verursacht.

Festzuhalten ist dass das wir ganz bestimmt nicht zu verantworten haben. Wir sind uns hier treu geblieben.

Sei es wie es sei, die SPD hätte es in der Hand anstatt auf den Antikommunismus Zug aufzuspringen die linke Mehrheit zur Durchsetzung ihrer (vorgegebenen ?) Ziele zu nutzen. An uns liegt es da sicherlich nicht das sie es bisher nicht gemacht hat, auch wenn es von ihr immer so dargestellt wird. Bin wirklich gespannt wielange sich die SPD diese Abgrenzung zu uns noch wird leisten können wenn wir tatsächlich in Hessen in den Landtag einziehen. Ich hoffe sehr das dann die antikommunistische Keule dann endlich sachlicher Auseinandersetzung weicht.

Nochmal DDR: Klar gebe ich die da vollkommen Recht in deiner Argumentation was nützen die besten Gesinnungen wenn es praktisch keine wirkung hat. Ich wollte aber hier auf die grundsärtzliche Unvergleichbarkeit der DDR mit der Nazizeit hinweisen

e-ding
24.01.2008, 18:13
@extasy

Es lassen sich durchaus eine Reihe von Parallelen des Nazisystems mit der DDR ziehen. Wenn ich an die morgentlichen Fahnenapelle an der polytechnischen Oberschule denke und die ständige Erinnerung an den Klassenfeind oder die paramilitärische Ausbildung (GST) fällt auf, dass bestimmte Methoden durchaus auch in der DDR beliebt waren. Ein anderes Deckmäntelchen aber das gleiche Ziel: Gleichschaltung.

MFG

-oSi-
24.01.2008, 18:23
Dennoch kann man diese Systeme nicht miteinander vergleichen.
Parallelen kann man hier und dort sehen...
...wird man immer sehen. Vorallem sieht man welche dort, wo man welche sehen will.
Totalitär waren beide. Gewisse Grundprizipien lassen sie gleich aussehen.

Zur Schule in der DDR
Die Schüler waren beim verlassen der Schule klüger.
Heute sieht es anders aus.



Wenn sich die SPD von der CDU in diese "Falle" treiben läßt, so ist die SPD selber Schuld.
Es ist Politik. Da frage ich mich, wo die Gegenargumente seitens der SPD bleiben.
Politiker sind doch sonst immer so einfallsreich.


Abgesehen davon ist heute eigentlich keine Partei es wert gewählt zu werden.
CDU und SPD haben es im jetzigen System nicht richtig geschafft. Die Linke würde es mit dem ihren auch nicht schaffen.
Nur leider gibt es keine Alternative, die es schaffen würde.
Also bleibt nur die Wahl zwischen Pest und Cholera.

keshkau
24.01.2008, 19:54
Wer Interesse hat, kann sich ja mal ein Flugblatt durchlesen, dass auf dem Frankurter Parteitag der LINKEN verteilt wurde. Spannend ist das vor allem, wenn man auch den Kommentar dazu (Link 2) liest.

http://achtermai.blogsport.de/2007/01/21/auseinandersetzung-mit-der-linkspartei-in-frankfurt/

http://geprueftesargument.blogsport.de/?p=10

OMaOle
25.01.2008, 10:51
Jegliche Nationale Einstellung wird vollkommen zu recht tabuisiert und deswegen ist es auch vollkommen OK, dass die CDU dazu gezwungen wird sich massiv von Parteien wie der NPD abzugrenzen und daher auch keine Themen diskutieren darf die ggf. von NPD Wählern mit wohlwollen aufgefasst werden könnten.


Warum darf eine Partei(nicht nur die CDU, das betrifft alle) keine Themen der NPD diskutieren?

Haben die ultrarechten schon wieder so viel Macht, das sie ganze Themenkomplexe für sich allein reservieren können?

Ich glaube hier liegt ein Problem vor das von den Medien ausgeht, die sich genau so verhalten und damit den NPD-Anhängern in die Karten spielen.


Zur SPD nur soviel, natürlich will sie sich von den Linken abgrenzen, genau wie von den Nazi s, geschickt stellt sie das nicht an, sonst kämen solche Themen und Gedanken wie hier gar nicht erst auf.
Das die SPD sich nun deshalb in einer Falle befindet sehe ich nicht.

-oSi-
25.01.2008, 11:28
Die SPD hat in den letzten Jahren ihre soziale Domäne verlassen und ist in Richtung CDU abgedriftet.
Beide unterscheiden sich fast nur noch vom Namen her.

Die Linke setzt jetzt dort an, wo die SPD mal war.
Da die SPD so langsam mitbekommen hat, dass der Wechsel in Richtung CDU nicht das Wahre ist und sie sich wieder klar von der CDU unterscheiden wollen,
prallen jetzt die Themengebiete der SPD und Der.Linken aufeinander.

Beide behandeln die gleichen Themen. Zwar nicht alle, aber so einige.

Da sehen dann einige Parellelen, wo eigentlich keine sind.
Wenn sich die SPD in diese Position drängen läßt, so ist sie selber Schuld.
Das kommt von der Politik der letzten Jahre.

Die eigene linke Wählerschaft wurde vernachlässigt. Teile davon sind mit Lafontaine abgewandert.
Dazu der Mitgliederschwund und das Chaos an der Spitze.
Die SPD weiss wohl selbst nicht genau, wo sie hin will.

Das wird jetzt ausgenutzt.

HappyMutant
25.01.2008, 17:38
Offensichtlich war der Sinn nicht über den Kommunismus an sich zu debattieren, denn das haben die üblichen Verdächtigen ja nun in so ziemlich jedem in diese Richtung gehenden Thread getan. Und ich sehe nun wahrhaft keine neuen Argumente hier. Ihr etwa? Der Kommunismus in Deutschland und seine Wahrnehmung, war immerhin auf Seite eins das vorwiegende Thema und auch extasy konnte sich soweit daran halten.

Es ist uns ehrlich gesagt auch absolut nicht recht, jedesmal Threads zu schließen bevor sie an diesen Punkt kommen, aber wenn wir sie mal wie hier offen lassen, dann sieht man ja was dabei rauskommt. Und natürlich wird der Sinn eines Threads auch von der Eröffnung bestimmt, aber er wird eben auch entscheidend mitgestaltet von den anderen Beteiligten.

Es ist manchmal schon tragisch wie sich eine Seite über die jeweils andere beschwert, um dann ebenfalls in exakt die Beißreflexe zu verfallen die gerade für jede sachbezogene Diskussion tödlich sind.

Edit: So und in der Hoffnung, wenigstens einmal auch ein Thema mit kritischem theoretischem Hintergrund halbwegs anständig über die Bühne zu bringen, habe ich die entsprechende altbekannte Diskussion versenkt und mache hier unter Vorbehalt wieder auf.

OMaOle
25.01.2008, 23:12
Ich denke schon, dass die SPD weiß wohin sie will, nur nicht wie.
Sie muss sich von der CDU unterscheiden, obwohl die zu lösenden Probleme die gleichen sind.
Sie darf sich nicht mit den rechten und nicht mit den linken einlassen, das ist schwierig, zumal die Presse ja nur auf eine unbedachte Äußerung wartet.

Wer nun eine politische Auseinandersetzung mit den Gegner sucht muss sich natürlich auch auf dessen Themen einlassen, ich kann nicht erkennen wo da eine Antikommunismus Falle lauert es sei den die Medien erfinden eine, dass allerdings ist sehr wahrscheinlich.

Adam_Smith
25.01.2008, 23:48
Was ist eigentlich dieser Antikommunismus von dem wir hier schreiben?

Nicht einmal das ist näher erläutert. Ja die SPD will sich klar vom ganz linken Spektrum der gerade noch als demokratisch zu bezeichnenden Kräfte in diesem Land distanzieren. Eine Notwendigkeit die in der Form erst durch das Aufkommen der Linken.PDS notwendig wurde, da man die alte PDS lediglich in den neuen Bundesländern als ernstzunehmende Partei werten konnte.

Wo ist dies nun Antikommunistisch?

Die Äußerungen der SPD im Hinblick auf die Vergangenheit einiger Linke Mitglieder ist durchaus legitim, da die Äußerungen eben dieses Teils der PDS nicht darauf hindeutet, dass man viel von der Ideologie abgelegt hat die nun mal eindeutig Verfassungswidrig ist. Zwar wird diese Ideologie von der Linken etwas unterdrückt, da man sich ja demokratisch geben muss, aber da sind sie dennoch und es gibt in meinen Augen keinerlei Einsicht. Anders als z.B. bei einem Filbinger der sich nach der NS Zeit durchaus für die Demokratie stark gemacht hat.

Eine klare Distanzierung der Linken zu den Gäultaten vergagener kommunistischer Regime sowie den Taten der RAF fehlt unterdes. Statt dessen versucht man immer wieder den Spagat zwischen den radikalen Kräften auf der einen Seite (auch die Linke fischt gerne mal im Pool der gewaltbereiten linksradikalen nach dem ein oder anderen Wähler) und den demokratischen Kräften auf der anderen Seite.

Und genau daher will die SPD versuchen sich ganz klar von den Teilen der Linken zu distanzieren die radikalen Kräften dann doch nicht so abgeneigt sind wie es sich eigentlich für eine demokratische Partei gehören müsste. Natürlich auch in der Hoffnung, dass man einen Teil der Wählerschaft zurück gewinnt die man vielleicht mal an die Linke verloren hat.

Unterdes spielt natürlich auch die Regierungsverantwortung eine Rolle. Wer Teil der Regierung ist, muss auch praktisch Handeln und denken. Zwar kann man zur Wahl mal wieder die ewig gleichen Versprechen auspacken aber nach der Wahl ist dann schnell Schluss mit Forderungen nach einen früheren Renteneinstieg, nach mehr Geld für alle, mehr Hartz IV und weniger Steuern, ...

Dies z.B. ist eine Lehre die die Linke scheinbar erst noch lernen muss, wobei man sieht, dass sie dort wo sie Teil der Regierung ist durchaus schon anfängt viel der alten Ideologie über Bord zu werfen.

Also was konkret ist für dich Antikommunismus?
Ist es nur die Abneigung gegen kommunistisches Gedankengut? Wenn dem so ist, was ist in einem demokratischen Land so schlimm daran, wenn viele Menschen eine Abneigung gegen diese Ideologie haben?

keshkau
25.01.2008, 23:49
Als vorgestern oder so die Diskussionsrunde der Wahlkämpfer im Hessischen Rundfunk lief, konnte man erkennen, wie das mit der Falle gemeint ist. Von Seiten der SPD und der Grünen wurde das CDU-Plakat "Ypsilanti, Al-Wazir und die Kommunisten stoppen" (im Zusammenhang mit der Debatte um "Ausländer"-Kriminalität) gebrandmarkt. Der Vorwurf lautete, dass man die Namen der beiden Spitzenkandidaten nicht in dieser Form plakatiert hätte, wenn es sich um deutsche Namen gehandelt hätte.

In unserem Zusammenhang ist jedoch die Nennung des Begriffs "Kommunisten" relevant. Die CDU setzt im Wahlkampf DIE LINKE mit Kommunisten gleich, was natürlich quatsch ist, weil die Kommunistische Plattform nur einen Teil der Linken ausmacht.

Die SPD hält dem entgegen, dass sie sich ausdrücklich gegen eine Zusammenarbeit mit der Partei Die Linke ausgesprochen hat und dass Roland Koch sich schlichtweg weigert, die zur Kenntnis zu nehmen. Ich halte diese Form der Auseinandersetzung (hier speziell von Seiten der CDU) für unredlich. Denn wenn Roland Koch etwas beteuert, dann will er erst genommen werden. Aber wenn Frau Ypsilanti etwas versichert, dann heißt es nur: "Das glaube ich ihnen nicht."

Ist das nun eine Antikommunismusfalle, die dort zuschnappt? Ich kann das ehrlich gesagt gar nicht für voll nehmen. In meinen Augen macht sich der Angreifer Koch mit dieser Polemik ein wenig lächerlich.

Von daher kann ich der SPD gar keine Empfehlung aussprechen, wie sie damit umgehen soll. Es wird wohl Wähler geben, die sich von Koch eingchüchtern lassen und schließlich (vielleicht sogar gegen ihre sozialdemokratische Grundüberzeugung) gegen die angeblichen "Kommunisten-Freunde" stimmen werden. Aber wie soll man diesen Leuten noch helfen, wenn sie auch diese platte Polemtik hereinfallen?

Das hat doch nichts mehr mit seriöser Politik und mit dem Austausch von sachlichen Argumenten zu tun. Das ist einfach nur arm.

Adam_Smith
26.01.2008, 00:07
Ein Zustand der sich ja leider durch die gesamte politische Landschaft zieht.

Natürlich hebt der politische Gegner die negativen Aspekte einer Partei hervor über die Art mag man sicherlich streiten. Da aber die Linke ein Auffangbecken für ein breites Spektrum an linken Ideologien (vom "demokratischen Sozialismus" bis hin zum knallharten Kommunismus in Stalin Manier) ist wird eben dieser negative Aspekt hervor gerufen, da man so meint beim Wähler Punkten zu können.

Ich finde es im übrigen gut, dass sich die beiden Parteien die eher dem rechten politischen Spektrum zuzuordnen sind (FDP und CDU) wenigstens deutlich distanzieren. Anders als die SPD die bereit ist mit eigentlich jeder anderen Partei eine Koalition einzugehen. Dies zeigt mir, dass man selbst scheinbar nicht zu wissen scheint wohin man eigentlich will, denn es kann unmöglich sein, dass man als Partei auf der einen Seite mit der Linken eine Schnittmenge sieht die ausreichend groß genug ist für eine Koalition und auf der anderen Seite auch bereit wäre mit der FDP eine derartige Koalition zu bilden.

Die Hessische SPD macht aber genau dies. Sie wäre zu allem bereit um an die Macht zu kommen, dies verhalten wird mir als Wähler zumindest suggeriert. Soll ich das gut finden? Ich finde nicht.

Und ich muss sagen, dass ich für meinen Teil nicht bereit bin eine Partei zu wählen die bereit ist mit der Linken zu koalieren. Die mangelnde Distanzierung der Partei zum Terror der RAF ist ein Grund dafür (und hier brauchen wir nicht von einem kleinen Teil der Partei zu sprechen). Die Bekennung zum "demokratischen Sozialismus" ist in meinen Augen eine Lachnummer da ich nicht glauben kann, dass sich Sozialismus und Demokratie jemals vereinen lassen.
Und die Trennung zwischen Sozialismus und Kommunismus bekamen auch schon vor der CDU die wenigsten Menschen hin...

Zweifelsohne ein populistischer, inhaltloser Slogan den die CDU da gewählt hat. Doch was will man erwarten? Es gibt doch eh schon lange kaum noch Parteien die mit echten Inhalten kämpfen. Die SPD und die Linken machen da auch keine Ausnahme.

extasy
26.01.2008, 23:51
Mit Antikommunismusfalle meine ich das es der SPD mit dem Totschlagargument der Konservativen schwer bis unmöglich gemacht werden soll sich Mehrheiten eben mit unserer Partei Die Linke zu suchen, nach dem Motto die SPD geht mit den bösen Kommunisten zusammen. Und indem die SPD nicht müde wird dieses zu dementieren behindert sie sich aber nur selbst in ihren Optionen und der politische Gegner freut sich.

Noch ist ja nicht ausgemacht ob Die Linke in die Landtage von Hessen und/oder Niedersachsen kommt. Aber selbst wenn nicht, so wird sie sich nicht zurücklehen können und hoffen das dieses immer so bleiben wird. Die Linke hat, so glaube ich, die Parteienlandschaft geändert und man muss mit ihr rechnen. Diese Partei immer außen vor lassen zu wollen bedeutet doch das es nur noch die Möglichkeit der großen Koalition für die SPD gibt. Was das bedeutet sehen wir ja wohl zur Zeit. Es kann doch nicht angehen das die SPD diesen Eiertanz mit den Konservativen weiter mit macht ob wohl Die Linke in weiten Teilen mit den Forderungen der SPD konform geht.

In der letzten Woche sah ich Nachts eine Diskussionsrunde bei Phoenix und Wolfgang Gehard von der FDP meinte süffisant das es doch schon garnicht mehr auszuhalten ist wie sich die SPD um eine offizielle Zusammenarbeit mit den Linken rumdrückt und rumeiert da die beiden sich doch in den entscheidenen Punkten eigentlich einig währen. Nun, ich gebe der FDP ja nicht gerne Recht aber da hatte er meine volle Zustimmung. Petra Pau die neben ihm saß nickte ebenfalls zustimmend. :D Übrigens schon komisch anzusehen wie Gerhard und Pau so durchaus respekvoll nebeneinandersaßen. So schlimm scheint die persönliche Abneigung gegeneinander doch garnicht zu sein.

@Adam_Smith
du fragst was daran schlimm ist warum Menschen eine Abneigung gegen diese (Kommunistische) Ideologie haben. Grundsätzlich ist es nicht schlimm eine andere Meinung zu haben, Abneigungen werden aber auch oft regelrecht gemacht und eingeimpft. Die wenigsten die gegen "Kommunismus" sind wissen überhaupt was der Kommunismus überhaupt aussagt. Gerade gegen den Kommunismus herrscht sehr viel Irrationalität und Vorurteile wie gegen keine andere Weltanschuung. Auch herrschen natürlich sehr unvorteilhafte Bilder totalitärer sogenannter "Kommunistischer Staaten in den Köpfen vor, die aber mit dem Kommunismus von Karl Marx und Friedrich Engels garnichts zu tun haben.

Adam_Smith
27.01.2008, 00:12
Es mag Menschen geben die politischen Disput und persönliches Verhältnis zueinander in vortrefflicher Weise trennen können. Ein Beispiel gaben uns wohl die Altkanzler Kohl und Brandt.

In welcher Falle soll sich die SPD befinden? Bestenfalls eine Falle in die sie sich selbst hinein manövriert weil sie es einfach nicht schafft sich auf breiter Front geschlossen zu einem bestimmten Thema aufzustellen. Wer seine politischen Freunde in einem Spektrum sucht das bei der FDP anfängt und bei der Linken aufhört (und da bei leibe nicht im "rechten" Flügel der Linken) muss sich nicht wundern, wenn er für alle Seiten angreifbar wird.

Ebenso könnte man die Frage stellen: "Die SPD in der Antineoliberalismus Falle der Linken?"

Ist doch vollkommen legitim, dass die Linke immer wieder den Neoliberalismus an den Pranger stellt und jede Partei bzw. jeden Politiker die/der irgendwie Entscheidungen im Sinne der Marktwirtschaft als Neoliberalisten beschimpft. Doch wie soll dies eine Falle sein?

Über den inhaltlichen Wert der Vorwürfe kann man sich in beiden Fällen natürlich streiten und man kann sich auch fragen ob derartige Slogans, die eben in allen politischen Lagern ausgerufen werden, wirklich sachdienlich sind.

Doch Fakt bleibt, dass einzig und allein die SPD schuld an ihrer Misere ist.

Die Probleme sind weder von den "Konservativen" gemacht noch von der "Linken". Dass sie von allen Seiten derart an sich rumzerren lässt ist einzig und allein ihre Schuld. Würde sie versuchen sich klar zu positionieren, dann hätten wir all diese Probleme nicht.

Denn würde die SPD zu den von ihr unter Schröder angestoßenen Reformen stehen, dann dürfte sie nicht auch nur einen Gedanken an eine Koalition mit der Linken verschwenden, denn diese Verteufelt diese Reformen ja nahezu in Gänze als Neoliberales Machwerk.
Auf der anderen Seite müsste die SPD sofort ihre Koalition mit der CDU aufkündigen, wenn sie sich von diesem Reformen abwenden und wieder dem eher Linken Spektrum zuwenden möchte.

Doch die SPD versucht den Spagat zu schaffen und scheitert dabei kläglich.

Das ist der Kern des Problems und nicht irgendwelche populistischen Wahlplakate eines Herrn Koch.

extasy
27.01.2008, 00:21
Na, das mit der "Antikommunismusfalle" war übrigens eine Wortschöpfung von mir als ich von einem bürgerlichen "Extremismusexperten" (Namen weiß ich leider nicht mehr) von der "Antifaschismusfalle" der PDS oder Die Linke gehört hatte. Dieser "Experte" stellte die kühne These auf das die demokratischen Parteien nicht in die "Antifaschismusfalle" der Linken tappen sollen da diese dann zu sehr in die Mitte rückt. Man braucht also die NPD um die Linke zu bekämpfen. Ich glaube das hatten wir schonmal in Deutschland.

Ihr seht, Fallen gibt es offenbar genug in die man geraten kann. :evillol

Adam_Smith
27.01.2008, 09:16
Ich glaub da hast du etwas falsch verstanden ...

Der Experte meinte sicher nicht, dass man die NPD bräuchte um die Linke zu bekämpfen.

Es ist viel mehr so, dass eben der selbe Mechanismus den du beschreibst auch mit Themen die eher dem rechten Spektrum zuzuordnen kann ebenso betreiben kann. Und jetzt sind wir aber leider an dem Punkt wo wir uns doch über die unterschiedliche Warnehmung von nationalem umd sozialistischem Gedankengut in unserem Land unterhalten musst. Nun aber weil du, als Threadersteller, dieses Thema eingebracht hast.

Du schriebst ja selbst immer wieder, dass jegliches nationales (wohlgemerkt meinst du nicht nationalistisches) Gedankengut als schlecht zu brandmarken sei. Und genau dieses Mechanismus bedient sich die Linke. Wenn eine Frau Hermann einen dummen Vergleich anstellt, wird sie auf einmal zur Rassistin oder Nationalistin. Wenn ein Roland Koch "kriminelle Ausländer raus" ruft, dann wird auch er zum Rassist und es wird darauf angespielt, wie rechts doch teile der CDU seien. Und wenn man eine Diskussion über die Leitkultur und ihrem Zweck anstoßen will, dann wird dies zum nationalistischen Gedankengut stilisiert.

Die Linke bedient sich also genau der selben Mechanismen die du selbst der Konservativen vorwirfst. Sie pauschalisiert, zieht Vergleiche die eher schlecht gewählt sind und versucht immer wieder politische Themen totzumachen indem man sich die Abneigung der breiten Masse gegenüber dem Nationalismus zu nutze macht.

Somit werden bestimmte Themen, die in einer demokratischen Kultur durchaus angesprochen werden dürften, tabuisiert und die "rechten" Parteien des politischen Spektrums dürfen sich ihrer nicht annehmen ohne Gefahr zu laufen in eine Ecke gestellt zu werden mit der undemokratischen NPD. Damit rückt die CDU zwangsläufig in die Mitte, da sie nicht rechts sein darf. Wobei rechts zu sein, im politischen Sinne, nicht zwangsläufig etwas schlechtes oder verwerfliches ist.

Nun frage ich mich wie diese Diskussion weiter gehen soll?
Du selbst gingst mit deinen letzten Beitragen immer weniger auf die Aussagen der Diskussionsteilnehmer ein und hast den Thread selbst in eine Bahn gelenkt in der wir zwangsläufig wieder die ewig selbe Diskussion über Natialiosmus und Sozialismus führen müssten.

extasy
27.01.2008, 13:22
Na ja, die Frage war ja warum der Antikommunismus in Deutschland so stark ist wie er ist. Eine Antwort kann da auch eine recht interessante Dokumentation sein die ebenfalls bei Phoenix lief. Unter dem Namen "Deutschland made in USA" wurde berichtet wie der Amerikanische CIA massiv in Deutschland Parteien und Gewerkschaften auf einen Antikommunistischen kurs geleitet hatte. Dabei floss auch reichlich Geld. Jede Organisation die sich gegen den Kommunismus aussprach wurde von der CIA unterstützt. Selbst links Intellektuelle Kreise die sich als "demokratische Linke" kritisch mit dem Ostblock auseinandersetzten.

Ich glaube schon das dieses auch durchaus mitgeholfen hat das Deutschland so stark gegen den Kommunismus positioniert ist. Die KPD hatte zwar in den 40/50er Jahren einen recht starken Einfluss, auch Kommunisten waren bei der Schaffung des Grundgesetztes beteidigt, nach dem Verbot der KPD jedoch konnte sich der Kommunismus nie wieder richtig etablieren hier in Deutschland. Die in den 60er neu gegründete DKP schaffte es nie, trotz massiver finanzieller Hilfe durch die DDR, richtig Fuß zu fassen hier. Ihr Einfluss war mehr indirekter Natur über Bündnisse wie z.B. in der Friedensbewegung.

Ganz im Gegensatz zum europähischen Ausland wo Kommunistische Parteien, z.B. in Frankreich und Italien, immer verankert und auch akzeptiert waren.

Adam_Smith
27.01.2008, 14:05
Oh die große CIA Verschwörung hat natürlich den "Antikommunismus" nach Deutschland gebracht ...

Ist der "Antikommunismus" etwa etwas schlechtes?

extasy
27.01.2008, 14:31
"Antikommunismus" ist sicherlich schon etwas schlechtes wenn dieser unreflektiert ist. Der Aspekt mit der CIA ist nicht auf meinem Misst gewachsen, sondern war in der Doku bei Phoenix ein Thema. Scheint mir aber auch recht plausibel und fundiert zu sein. Alle Dokumente die hier vorgebracht wurden sind im Amerikanischen Nationalrarchiv nachzulesen. Die Zeugen waren ehemalige Agenten des CIA, die offen ohne Anonymisierung von ihrem tun berichtet hatten.

keshkau
27.01.2008, 16:18
Mit Antikommunismusfalle meine ich das es der SPD mit dem Totschlagargument der Konservativen schwer bis unmöglich gemacht werden soll sich Mehrheiten eben mit unserer Partei Die Linke zu suchen ... Diese Partei immer außen vor lassen zu wollen bedeutet doch das es nur noch die Möglichkeit der großen Koalition für die SPD gibt.
Ich bleibe in diesem Punkt bei der Feststllung, dass der Koalitionswunsch in Form eines roten Bündnisses bisher nur von der LINKEN ausgeht. Die Linke sucht die Nähe in Form einer Koaliton mit der SPD, weil sich ihr sonst keine potenziellen Partner bieten. Aus dieser Perspektive heraus wird angenommen, die SPD müsse denselben Wunsch hegen, was aber offensichtlich nicht der Fall ist. - Sollten Die Linke mit ihrer Einschätzung richtig liegen, dass die (Grund-)Positionen zwischen beiden Parteien gar nicht so grundverschieden sind, dann hätte die SPD neben der Koalition noch die Möglichkeit, die nach links abgewanderten Wähler zurückzugewinnen und der Linkspartei den Kampf anzusagen. Das ist eine theoretische Option mehr als Du geschrieben hast.

Gerade gegen den Kommunismus herrscht sehr viel Irrationalität und Vorurteile
Das mag stimmen. Aber ich glaube, dass es anders herum nicht viel anders ist. Vor meinem inneren Augen erscheinen sog. "Antifa"-Gruppen, die gegen Gott und die Welt demonstrieren (z. B. am 9. Februar in Essen): Dort geht es im Rundumschlag gegen Faschismus, gegen Kapitalismus, gegen Rassismus, gegen Unterdrückung, gegen Ausbeutung usw. Da frage ich mich manchmal, ob alle anwesenden Demonstranten alle wissen, wogegen bzw. wofür sie eigentlich im Detail demonstrieren.

extasy
27.01.2008, 16:37
Natürlich ist der einzig mögliche Bündnisspartner für eine Regierungsbeteidigung die SPD, liegt doch auf der Hand. Konservative haben eine grundsetzliche Abneigung gegen alles Linke und Sozialistische. Schon alleine ein Geamtschulsystem wie es in fast allen Ländern gang und gäbe ist (gerade diesen mit guten Pisa Ergebnissen) wird ja als "sozialistische Gleichmacherei" dämonisiert.

Und, mein lieber keskau, auch die SPD Basis sieht es überwiegend ähnlich. Jedoch meint die SPD Führung noch immer dieses ignorieren zu können und "linke" Positionen alleine vertreten zu können. Glaubst Du im ernst das die immer so dick aufgetragene "Gegensätzlichkeit" zwischen der Linken und der SPD wirklich bis zur Basis herunter reicht ? Ich gehe mal davon aus das ich viel mehr Kontakt zu SPD Genossen habe als Du und ich kann dir verraten das die Basis ganz anders denkt als die SPD Oberen. Die unzähligen Gesprächen auf Stadtfesten und Veranstaltungen wo ich mit Genossen der SPD zusammenkomme haben mir gezeigt das die "Gegensätze" garnicht so tief sind wie immer getan wird.

Der linken Veranstaltungen gibt es nämlich vieler wo man sich zum Gedankenaustausch trifft. Auch das unterscheidet uns nämlich von konservativen Kreisen die es ja nicht so mit Demonstrationen haben. :evillol Das heißt natürlich nicht das es auch unter uns linken viele Dummköpfe gibt. Zu nennen währen da z.B. die sogenannten "Antideutschen" die allen ernstes das Terrorbombardement des "Bomber Harrys" als gut und richtig feiern weil es ja halt nur Nazideutschland getroffen hat. Über diese Vögel und deren Parolen ärger ich mich auch immer wieder.

keshkau
27.01.2008, 17:53
Ich werfe eine These in den Raum: Die SPD fährt eigentich ganz gut damit, wenn die CU gegen DIE LINKE wettert und die Mitglieder als Kommunisten bezeichnet. Denn das erleichtert es der SPD, sich gegenüber der Konkurrenz von links abzugrenzen: "Seht her, links von der SPD stehen die 'Kommunisten'. Die könnt ihr doch nicht ernsthaft wählen wollen. Also kommt alle rasch zurück in Mutters Schoß und wählt die SPD."

extasy
27.01.2008, 19:09
Das ist aber eine Taktik die nicht mehr länger ziehen wird. Letztendlich werden wir mittelfristig dazu kommen das sich die SPD und Die Linke annähern und sich ihrer gemeinsamen Wurzeln besinnt. Denn im Gegensatz zu Konservativen, die auf nur wenig Geschichte und Persönlichkiten zurückgreifen können, kann der demokratische Sozialismus auf eine lange Tradizion zurücksehen. Der Sozialismus ist halt eine wirkliche und sogar wissenschaftliche Weltanschuung. Das schweißt letztendlich zusammen, egal was die SPD Oberen vorgeben.

An dieser stelle freut es mich sehr das Frau Ypsilanti diesen Erfolg in Hessen herbeigebracht hat. Eine Frau die sich im offenen Gegensatz zu Schröder und seinen neoliberalen "Reformen" befunden hat, und die dann auch noch von diesem verhöhnt wurde. Eine späte Genugtuung für sie. Auch wenn wir eventuell nicht in Hessen einziehen werden, so hoffe ich doch sehr dass das Gewicht dieser sympatischen Frau in der SPD Führung zunehmen wird hin zu einer wirklich linken SPD.

keshkau
27.01.2008, 19:18
Zwar ist es noch zu früh, um das abschließend zu sagen. Aber das Beispiel Hessen zeigt womöglich, dass die SPD mit einer Kandidatin vom Schlage einer Frau Ypsilanti sehr wohl in der Lage ist, der LINKEN das Wasser abzugraben.

Meine Vermutung geht dahin, dass die Mehrheit diejenigen Wähler, die von der SPD zur LINKEN gewandert sind, auf Dauer keinen Spaß daran finden, wenn sie dauerhaft (in ihrem Bundesland) an der 5-Prozent-Hürde scheitern. Dann greift wieder mein Argument, dass die Leute "lieber gewinnen statt zu verlieren".

Man wird das in Zukunft abwarten müssen. Aber wenn die LINKE mehrmals nicht in die Landtage einziehen sollte, dann wird sie als Wahlalternative schnell an Attraktivität verlieren. Damit hätte die SPD ihr Ziel letztendlich doch noch erreicht und wäre quasi als Sieger aus der Kommunismus-Diskussion hervorgegangen.

extasy
27.01.2008, 19:25
Oh keshkau, das hatte man bei den Grünen damals auch immerwieder gesagt und was ist heute ?

Nein, ich empfinde das Abschneiden unserer Partei so oder so als sehr großen Erfolg, selbst wenn wir nich in Hessen einziehen sollten. Eventuell ist es taktisch gesehen auch nicht so schlecht damit in Hessen eine große Koalition mit der CDU erspart bleibt.

Auch wenn Frau Ypsilanti persönlich sicherlich mit uns keine so großen Probleme hat, so ist die von den SPD Oberen aufgedrückte Abgrenzung zu uns für Sie natürlich jetzt ein Hinderniss. Es braucht halt noch seine Zeit bis wir endlich zusammengehen können.

Aber ich glaube wir schweifen wieder ab. Man sollte hierzu ein eigenes Thema aufmachen. ;)