Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gewerkschaften fordern 8% mehr
Ihr habt vielleicht schon mitbekommen, dass jetzt wieder die große Lohndiskussion der Gewerkschaften und Arbeitgeber ansteht.
Zugleich dominiert ein Thema zur Zeit die Medien und das ist das abflauende Wirtschaftswachstum.
Ein paar Zahlen:
Einbruch (http://www.stern.de/wirtschaft/unternehmen/unternehmen/:November-Daten-Deutsche-Exporte/650902.html) der Exporte um 10,6% im November 08 ggü. Oktober 08 (erwartet wurden -2,8%).
Rückgang (http://www.stern.de/wirtschaft/unternehmen/unternehmen/:Autokrise-Deutscher-Pkw-Export/650680.html) der PKW-Exporte im Dez 08 um 22%, Produktionsdrosselung um 22%.
Aktuell liegt die Arbeitslosenquote bei 7,1% (Vorjahr 8,1%). Es hat im Dez 08 einen deutlich höheren Anstieg (http://www.stern.de/wirtschaft/arbeit-karriere/arbeit/:Arbeitsmarkt-Das-Ende-Job-Booms/650564.html) als im Vorjahr gegeben.
News dieser Art gibt es noch viele. Wirtschaftlicher Abschwung wird häufiger und schneller erwähnt, als wenn wir einen Aufschwung mitkriegen. Einige sagen daher sogar, dass es in den letzten Jahren gar keinen Boom gab.
Nichtsdestotrotz fällt mir da die diese (http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,600055,00.html) Nachricht auf. Achim Meerkamp (verhandelt für ver.di) ignoriert die Vorzeichen und fordert 8% mehr Lohn. Ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich reagiere da völlig unverständlich drauf. Bevor das mit der ganzen Krise losging, habe ich öfter etwas von Forderungen gehört, wo Vertreter der AN eine Gewinnbeteiligung an den Unternehmen fordern. Das ist jetzt natürlich kein Thema mehr.
Nur, warum reagiert die Gewerkschaft so? Oder besser gesagt, warum fordern die Gewerkschaftsführer solche Summen? Ist das etwa Verhandlungstaktik, Realitätsverlust oder geht es da um den eigenen Arbeitsplatz, wenn Meerkamp zu wenig verlangt?
Ich dachte immer, dass Politik, Arbeitgeber und Arbeitnehmer (bzw. die Gewerkschaften) Hand in Hand solche Krisen überwältigen sollten, indem jeder etwas zurückhaltender ist und darauf vertraut, nicht über den Tisch gezogen zu werden.
Vielleicht schreibt ihr einfach eure Meinungen, wie ihr die "Gier" der Gewerkschaften in guten, wie auch in schlechten Zeiten findet.
Ford_Fairlane
08.01.2009, 11:29
Ich sehe da keine Gier der Gewerkschaften, erstmal ist das eine Zahl die zu verhandeln ist. Ausserdem ist es in der Regel so das die von dir angesprochenen Parteien Krisen nicht gemeinsam bewältigen, in der Regel wird der breiten Masse dabei das meiste abverlangt. Ich habe in den letzten Jahren noch nie gehört das AG oder die Politik grossartig auf etwas verzichtet haben...
Soetwas wie soziale Verantwortung oder Beteiligung an Gewinnen ist zumindest bei vielen AG eher ungern gesehen....ebenso wie sich für das gemachte zu verantworten, machen Manager (AG) und Politiker auch nicht so gerne, das wird meist auch auf dem Rücken der AN ausgetragen.
Es wäre allerdings super wenn man Krisen gemeinsam angehen würde....
Rollensatz
08.01.2009, 11:29
8% sind völlig überzogen - da kommen am ende 1,5% und eine Einmalzahlung von ein paar hundert € bei rum - und das ist auch gut so.
Kenne die Speditionsbranche sehr gut und die kämpfen zurzeit nur noch ums nackte Überleben - und wenn diese Branche "erkrankt" ist geht es sehr vielen anderen Branche ebenfalls sehr schlecht denn die Speditionsbrache beliefert letztlich sehr viele Unternehmen.
DugDanger
08.01.2009, 11:29
die aktuellen Forderungen zeigen warum die deutschen gewerkschaften immer schwächer werden. Sie vertreten die Arbeitnehmer interessen nicht, sondern Schwächen den wirtschaftsstandort und provozieren Massen entlassungen.
Das Ammenmärchen vom riesigen unternehmer Gewinn, der nur gerechter verteilt werden müsse ist - bezogen auf Mittelstand- falsch.
Ich halte diese Vorderung für Taktik, da sie mit weniger rechnen müssen.
Schön wäre es wenn erstmal das Lohndumping abgeschafft würde.
DolcheVita
08.01.2009, 11:40
Naja.
Betriebe, die im Tarivverbund sind, betreiben (meistens) kein Lohndumping (die Bahn hat ausgezeichnete Löhne für entschprechende Tätigkeiten)
Aber Betriebe die zu klein sind und sich an Tarivveträge halten müssen, betreiben solches. Sind aber von diesen Abschlüssen nicht betroffen und machen weiter wie bisher...
Nicht dass es den einen besser ginge als den anderen, aber bei Großbetrieben wie der Bahn oder beispeilsweise Automobilherstellern von Lohndumping zu reden ist etwas vermessen!
botskiller
08.01.2009, 11:40
Das Ammenmärchen vom riesigen unternehmer Gewinn, der nur gerechter verteilt werden müsse ist - bezogen auf Mittelstand- falsch.
Versteh leider nicht genau was du meinst, könntest du das bitte nochmal etwas genauer erklären? Danke!
Ich vergass zu sagen das ich Kleinbetriebe meinte...
DolcheVita
08.01.2009, 11:43
Die soweiso von etwaigen Tarivabschlüssen nicht betroffen sind...
Aber du hast schon recht, da kommt nix Gutes bei rum, wenn man arbeitet, aber nicht mehr oder gar weniger in der Tasche hat als ein ALG2-Empfänger!
Richtig, den dadurch wird die Wirtschaft im nachhinein auch geschwächt.
Zum Thema: 8% als VHB finde ich für den Anfang o.k.
Das ist doch wie auf dem türkischen Basar. Der Verkäufer verlangt erstmal Unsummen um sich dann in langen und zähen Verhandlungen einem vernünftigen Wert anzunähern. Immer das gleiche.
Wenn man die Belegschaft befragt ergibt sich immer ein Bild. Den Leuten ist es lieber ihren Arbeitsplatz zu behalten als diesen für ein paar Prozent Lohnerhöhung zu riskieren.
mfg
CoolHandLuke
08.01.2009, 12:21
Weniger wäre unrealistisch und unglaubwürdig als Verhandlungseinstieg gewesen. Allerdings stellt sich die interessante Frage, wieviel am Ende - nach den Verhandlungen - rauskommen wird. Wahrscheinlich wird es max. die Inflationsrate abdecken, Wirtschafts- und Finanzkrise sei dank.
DugDanger
08.01.2009, 12:38
@ bootskiller
Es läuft doch meistens so. Die Gewerkschaften fordern mehr Lohn. Sie begründen diese Forderungen damit, dass die Unternehmen jährlich genug "Gewinnreserven" haben, die, aus gerechtigkeitsgründen in größerem Maase auf die Belegschaft verteilt werden soll --> Lohnforderung (Lohnsteigerungen).
Bei manchen DAX Unternehmen und bei manchen Mittelständischen Unternehmen mag diese Forderung gerechtfertigt sein, aber eine Vielzahl der Mittelständischen Unternehmen wirtschaftet an der Null Gewinn Grenze. Eine Lohnerhöhung würde hier zu Insolvenz führen.
Holzfilli
08.01.2009, 12:46
Hi,
höhere Löhne könnten ein Teil des Auswegs aus der Krise sein. Höhere Löhne => mehr Geld in den Privathaushalten => mehr Konsum => mehr Produktion => Aufschwung (oder wenigstens kein Abschwung)...
zumindest theoretisch ist das so... in der Realität ist das natürlich nicht so einfach, weil andere Faktoren auch noch eine Rolle spielen...
Gruß, Filli
Im Aufschwung heiß es immer das dieser durch hohe Lohnforderungen nicht gefärdet werden darf, und im Abschwung wird dieses natürlich erst Recht abgelehnt von den Arbeitgebern.
So oder so, ein richtiger Zeitpunkt ist bei den Arbeitgerbern also nie vorhanden. Arbeitger erhoffen natürlich hohe Löhne wegen der Kaufkraft, aber nur bei den Anderen. Im eigenen Betrieb jedoch kann der Lohn nicht tief genug sein. Das ist leider die perverse Logik in der Marktwirtschaft
sollen sie lieber 50% weniger löhne fordern? wer nichts in der tasche hat kann auch nichts ausgeben, also ist eine lohnerhöhnung vlt. garnicht so falsch. wie man diese realisiert ist viel mehr die frage. zb durch senkunde der abgaben. wodurch betriebe keine zusätzliche belastung hätten.
Ford_Fairlane
08.01.2009, 15:35
vielleicht sind ja auch eher die hohen Steuern das Problem und nicht die 8%...jeder will und soll gerecht entlohnt werden für seine Tätigkeit. Leider ist es nur so das die einen zu gut bezahlt werden und viele andere zu schlecht. Wenn wir also weniger Abgaben zahlen müssten, deutlich weniger nicht 1-2 %, wäre das natürlich noch besser, oder wenn wir etwas von der staatlichen Rente hätten und nicht soviel dazu sparen müssten das wären alles Faktoren die Lohnforderungen senken könnten, aber die Entwicklung ist eben eine andere.
U2Freak999
08.01.2009, 15:44
Ich halte so eine Forderung für unverantwortlich. Es ist an der Zeit, das der Staat endlich handelt und den Bürger bei der Abgabenlast deutlich entlastet (blöd gesagt), vor allem den "kleinen Mann". Die Betriebe zu Zwingen in dieser schweren Zeit mehr Lohn zu zahlen, halte ich immo für den total falschen Weg, zumal es dann überwiegend wieder die kleinen Betriebe belastet. Der Staat muß handeln - und zwar sofort.
Mein Vorschlag: Die Mwst. wieder runter auf 16%. Mwst. auf Lebensmittel runter auf 4,5%. Letztere würde vor alllem auch den Hartz-IV Empfängern helfen.
Ford_Fairlane
08.01.2009, 16:12
Kindergelderhöhungen nicht für jeden, die "Besserverdiener" brauchen das nicht.
Mein Vorschlag: Die Mwst. wieder runter auf 16%. Mwst. auf Lebensmittel runter auf 4,5%. Letztere würde vor alllem auch den Hartz-IV Empfängern helfen.
damit noch weniger geld in die kassen kommt? warum nicht den hartzempfängern mehr geld bezahlen? alle anderen würden weiterhin die steuern bezahen und somit auch dem staat geld bringen.
alle reichen bezahen dann übrigens auch weniger steuer... m.e. nicht sehr produktiv.
U2Freak999
08.01.2009, 16:58
Niedrigere Mwst. bedeutet ja auch günstigere Preis. Daraus folgt, es wird mehr konsumiert. Daraus folgt, der Staat hat mehr Steuereinnahmen.;)
Adam_Smith
08.01.2009, 20:49
Ein Trugschluss ...
Wenn ich 1000€ verkonsumiere und dabei 19% Umsatzsteuer/Mehrwertsteuer bezahle, dann bleiben letzten Endes 190€ für den Staat.
Wenn ich 1000€ verkonsumiere und dabei 4,5% Umsatzsteuer bezahle, dann bleiben dem Staat letztens Endes 45€.
Wie viele Waren nun im Warenkorb liegen ist dabei irrelevant.
Mehr Konsum durch geringere Umsatzsteuer bringt also dem Staat direkt erstmal nichts. Die Ankurbelung des Konsums bringt natürlich noch andere Vorteile mit sich von denen der Staat dann indirekt profitieren kann.
Doch dabei müssen wir uns natürlich fragen ob diese Ankurbelung des Konsums uns Deutschen wirklich soo viel was bringt. Denn ein Großteil der typischen Konsumgüter wird nicht in Deutschland produziert. Durch die Subvention des Konsums subventioiert man eben auch Arbeitsplätze in China und Co.
Apollons Axle
08.01.2009, 22:28
Doch dabei müssen wir uns natürlich fragen ob diese Ankurbelung des Konsums uns Deutschen wirklich soo viel was bringt. Denn ein Großteil der typischen Konsumgüter wird nicht in Deutschland produziert. Durch die Subvention des Konsums subventioiert man eben auch Arbeitsplätze in China und Co.
Wobei man bedenken muss, dass Deutschland vor allem Investitionsgüter herstellt, speziell der Maschinenbau. Und diese benötigen die Chinesen, um die Konsumgüter für die westliche Welt herzustellen. Und die Investionsbranche spürt als erstes die Krise. Wenn kein Wachstum, sondern sogar ein Schrumpfen erwartet wird/eintritt, wird auch nicht investiert. Musse das schmerzlich am eigenen Leib spüren. Wo ich meine Diplomarbeit begonnen habe, waren noch "blühende Landschaften" und mir wurde eine Stelle zugesagt. Am Ende die Diplomarbeit mit sehr gut abgeschlossen aber leider keine Übernahme möglich, da drastische Auftragseinbrüche.
Was produziert eigentlich Deutschland überhaupt für nennenswerte Konsumgüter außer Autos? Bei den anderen EU-Staaten siehts afaik ähnlich aus. Fast der ganze "Konsumkrempel" wird in Asien gefertigt.
smacked2
09.01.2009, 00:43
Doch dabei müssen wir uns natürlich fragen ob diese Ankurbelung des Konsums uns Deutschen wirklich soo viel was bringt. Denn ein Großteil der typischen Konsumgüter wird nicht in Deutschland produziert. Durch die Subvention des Konsums subventioiert man eben auch Arbeitsplätze in China und Co.
Ach ja, der gute alte Standortnationalismus :freak
Aber mal abgesehen von der Frage wem denn der Konsum nun nützt, ist es sicherlich unstrittig das ein paar Euronen mehr in der Tasche so manchem Rentnern, Alleinerziehenden oder HartzIV-Empfängern sicherlich dabei helfen würde etwas besser über die Runden zu kommen.
Dumm nur das bei den ganzen "Konjunkturpaketen" größtenteils an diesen Bevölkerungsgruppen vorbeigeplant wird und sie so vorraussichtlich am Ende mal wieder leer ausgehen werden. Und die Gewerkschaften werden in dem allgemeinen Getöse von Lohnzurückhaltung und Krise sicherlich auch klein beigeben und sich mit wenig oder garnix zufriedengeben.
Adam_Smith
09.01.2009, 17:51
Standortnationalismus
Wenn man nur die richtige Vokabel benutzt wird natürlich aus jedem Gedanken gleich ein verwerflicher ... :rolleyes
Es ist wohl durchaus legitim zu fordern, dass Subventionen (welche schließlich wir als Bürger bezahlen müssen) auch dort ankommen wo sie unserer Volkswirtschaft etwas nutzen. Das hat dann wohl, wenn du schon ein negativ vorbelastetes Wort nutzen willst, eher etwas mit Egoismus denn mit Nationalismus zu tun.
Aber mal abgesehen von der Frage wem denn der Konsum nun nützt, ist es sicherlich unstrittig das ein paar Euronen mehr in der Tasche so manchem Rentnern, Alleinerziehenden oder HartzIV-Empfängern sicherlich dabei helfen würde etwas besser über die Runden zu kommen.
Es sollte nicht vergessen werden, dass für alles, was man z.B. Rentnern und Hartz IV Empfängern in die Tasche gibt auch die arbeitenden Bürger irgendwie aufkommen müssen. Selbst wenn man dafür neue Schulden macht, sind dies letzten Endes Schulden des Steuerzahlers.
Des weiteren sollte man auf genau prüfen ob das Mehr an Geld auch wirklich "verkonsumiert" wird oder vielleicht nicht doch auf irgendwelchen Sparkonten landet. Der Deutsche Durchschnittsbürger hat eine sehr hohe Sparquote.
Ich finde daher den Ansatz der Jobsicherung wichtiger. Das bedeutet Bürgschaften auch für den Mittelstand um die momentane Kreditklemme überbrücken zu können und Investitionen, die letzten Endes Jobs generieren oder erhalten.
Den Bürgern einfach nur mehr Geld in die Tasche zu geben wäre sicher ein populärer Akt, aber nicht zwangsläufig der, der uns am besten durch die Krise bringt.
U2Freak999
10.01.2009, 14:06
Des weiteren sollte man auf genau prüfen ob das Mehr an Geld auch wirklich "verkonsumiert" wird oder vielleicht nicht doch auf irgendwelchen Sparkonten landet. Der Deutsche Durchschnittsbürger hat eine sehr hohe Sparquote.
Die Sparquote basiert wohl eher noch aus besseren Zeiten.
Wer kann denn heute noch Geld beiseite packen, bei den hohen Energiekosten? Bei mir gehen 60% meines Nettoeinkommes für Miete, Strom und Heizung drauf. Bleiben mir 40%. Davon habe ich noch kein Telefon und Monatsticket für den Bus bezahlt. Zum reinem Überleben bleiben mir mtl. im Moment gerade mal 300€. Das ist verdammt schwer, damit auszukommen. Ich frage mich z. Zt. weshalb ich mir das eigentlich noch antue. Ich gehe den ganzen Tag arbeiten aber richtig leben kann ich trotzdem nicht.:( Eine Mwst. Senkung würde mir sicherlich erstmal weiterhelfen, wieder etwas besser leben zu können. Ich hoffe, dass wenn der Winter vorbei ist, es wieder besser bezahlte Arbeit für mich gibt.
smacked2
10.01.2009, 17:13
Es sollte nicht vergessen werden, dass für alles, was man z.B. Rentnern und Hartz IV Empfängern in die Tasche gibt auch die arbeitenden Bürger irgendwie aufkommen müssen. Selbst wenn man dafür neue Schulden macht, sind dies letzten Endes Schulden des Steuerzahlers.
Tja so ist das halt in einem "Sozialstaat". Schon mal was von Solidarität gehört?
Den Bürgern einfach nur mehr Geld in die Tasche zu geben wäre sicher ein populärer Akt, aber nicht zwangsläufig der, der uns am besten durch die Krise bringt.
Den Reichen immer noch mehr zu geben und sie mit Steuergeschenken zu verwöhnen wird "uns" aber sicherlich auch nicht durch die Krise bringen.
Aber egal. Diese ganzen "Konjunkturprogramme" sind eh nur ein rumkurieren am Symptom weil der Fehler nicht im System liegt sondern das System ist. Und weil im Kapitalismus nicht sein kann was nicht sein darf werden wohl noch etliche weitere Konjunkturprogramme wirkungslos verpuffen und weiter Banken teilverstaatlicht...
Adam_Smith
10.01.2009, 17:53
Tja so ist das halt in einem "Sozialstaat". Schon mal was von Solidarität gehört?
Ja da war mal so was ...
Also Spaß bei Seite ... ich bin froh, dass wir in einem Sozialstaat leben und würde ihn auch nicht missen wollen. Es sollte aber mit der (aufgezwungenen) Solidarität auch irgendwo seine Grenzen haben. Und vor allem muss die Politik auch ein Auge dafür haben wie viel man den arbeitenden Bürgern für diese Solidarität aus der Tasche ziehen darf ohne sie unangemessen stark zu belasten.
Den Reichen immer noch mehr zu geben und sie mit Steuergeschenken zu verwöhnen wird "uns" aber sicherlich auch nicht durch die Krise bringen.
Das fordert ja auch keiner. Oder hast du jetzt ernsthaft eine Stimme gehört die z.B. die Senkung des Spitzensteuersatzes gefordert hat?
@Graf Zahl:
Ich hab nur Zahlen bis 2007. Da kann man aber erwähnen, dass die Zahl von 2000 an steigend war. Für 2008 wurde eine leicht sinkende Sparquote erwartet.
Es gilt allerdings zu beachten, dass die Sparquote auch die Rücklagen für eine private Altersvorsorge beinhaltet. Aufgrund der massiven Förderung eben jener Rücklagen durch den Staat ist es nicht verwunderlich, dass die Sparquote in den letzten Jahren gestiegen ist.
http://www.boersennotizbuch.de/die-sparquote-in-deutschland-ein-ueberblick.php
http://www.banktip.de/News/22221/Sparquote-in-Deutschland-weiter-hoch.html
U2Freak999
10.01.2009, 22:07
@Adam_Smith
Du meinst, wir leben in einen "Sozialstaat"? Nee, das ist lange vorbei, seit Hartz-IV. Wir leben inzwischen in einen Staat wo es Slkaverei gibt, damit meine ich die 1€ Jobs. Würde der Staat nicht diese 1€ zahlen, wäre es echte Sklaverei wie im Mittelalter. Sorry für OT, aber das mußte raus.:freak
Adam_Smith
10.01.2009, 22:38
Oha, na da muss ich mich wohl auf meinem Lohnzettel jedes Mal aufs neue vergucken, wenn ich sehe wie viel Geld ich für die Sozialleistungen unseres Staates abdrücken muss. Wenn ich dann noch sehe, dass mein Arbeitgeber nochmal die selbe Summe zahlt (was ja Geld ist was mein Arbeitsplatz kostet und somit meinen Verdienst indirekt auch schmälert) ...
Was ist denn das, wenn nicht Sozialleistungen?! Du wirst mich da sicher aufklären können.
U2Freak999
10.01.2009, 22:50
Du brauchst gar nicht versuchen, abzulenken.:freak Mir geht es nicht anders wir dir, wenn wohl auch nicht so extrem, wie ich es aus deinem Kommentar entnehme. Trotzdem darf niemand für nur 1€ die Stunde arbeiten müssen.
Adam_Smith
11.01.2009, 09:39
Doch, denn er bekommt vom Staat ja nicht nur die 1€ / Stunde sondern auch noch seine normalen Regelsätze. Ferner sind es meist etwas mehr als 1€ aber das nur am Rande.
Ich sehe das so:
Wir als Gemeinschaft zahlen in einen Topf aus dem ein Hartz IV Empfänger seine Regelleistungen bezieht.
Nun gibt es Jobs die auch von der Allgemeinheit gezahlt werden müssen und/oder für die es eigentlich gar keinen Kostenträger gibt, die allerdings der Allgemeinheit dienen. Ich denke da an Stellen bei Hilfsorganistationen (Tafel) oder auch das Müll aufsuchen in Stadtparks.
Es gibt Millionen arbeitsfähiger Menschen welche von der Allgemeinheit einen Grundbetrag bekommen. Bei einem Single kommt man schnell auf 600-700€ und zusätzlich noch den Kosten für Krankenkasse und Pflegeversicherung. Denn auch in diese Versicherungen zahlt die Allgemeinheit für diesen Hartz IV Empänger ein.
Wenn nun ein Hartz IV Empfänger einer Tätigkeit nachgeht für die es einen niedrigen direkten Studenlohn gibt ("1€ Job") und dieser Job der Allgemeinheit dient, so bekommt die Allgemeinheit etwas für die Gelder zurück die sie durch o.g. Leistungen erbringen muss.
Geht man nun von 120 Stunden / Monat aus die der Hartz IV Empfänger leistet, dann macht das immerhin insgesamt mindestens 6€ die er netto an Stundenlohn bekommt.
Da natürlich kaum jemand diese Stelle freiwillig annimmt ist ein gewisser Zwang in meinen Augen legitim, da es sich um eine Forderung handelt die die Allgemeinheit durchaus stellen kann und darf.
Der Sozialstaat zeichnet sich dadurch aus, dass die starken Leute für die schwachen Leute aufkommen und niemand aufgrund eines Handicaps oder auch nur der Tatsache, dass es keine Arbeit für ihn gibt, verhungern muss. Dieser Grundsatz wird durch o.g. Situation nicht verändert.
Wichtig ist bei den 1€ Jobs, dass es Jobs sind die der allgemeinheit dienen. Ferner sollten durch die 1€ Jobs keine regulären Arbeitsverhältnisse ersetzt werden. Das dieser Grundsatz nicht immer eingehalten wird gestehe ich ein.
Ford_Fairlane
11.01.2009, 10:00
Bei den 1€ Jobs geht es auch um mehr als nur der zuverdienst, viele von diesen Menschne sind kaum in der Lage regelmässig einer Tätigkeit nachzugehen und der 1€ Job bietet da Übungsmöglichkeiten und diese stehen im Vordergrund. Wird nur gerne übersehen. Klar wäre es schön wenn es mehr dafür gäbe, aber es gibt Leute die gehen jeden Tag arbeiten und haben kaum mehr, wäre also irgendwie ungerecht. Und der Sozialstaat sollte unbedingt erhalten bleiben, zur Zeit mangelt es aber leider ein wenig an dem sozialem, da ist sicher einiges zu verbessern.
pc-ambulanz
05.02.2009, 13:46
man darf natürlich auch nicht vergessen, dass 1,-€ vor allem auch das lohnniveau drücken.
zudem verdrängen diese jobs, auch wenn die öffentlichkeit es als einzelfälle darstellt, häufig reguläre jobs. das sehe ich bei meinem besten freund, der in einer pflegeanstalt tätig ist.
2 mitarbeiter, die in rente gegangen sind, wurden nicht etwa durch neue mitarbeiter ersetzt, sondern durch mehrere 1,- € jobber.
und noch was:
die meisten wissen das nicht, aber der träger der 1,- jobs erhält geld von der agentur für arbeit. dieser betrag liegt zwischen 300,- und 500,-. also höher als der zu zahlende lohn.
nur dadurch, dass eine einrichtung diese leute einstellt, macht es schon automatisch gewinn,
auch wenn die jobber nichts tun müssten. aber die verrichten ja auch noch arbeit.
zugegeben, zumeist nicht qualifizierte, aber dennoch benötigte arbeit.
in meinem beispiel konnten z.b. 2 arbeitsplätze weggespart werden, zzgl. gewinn aus der (in meinen augen) ausbeutung der 1,- jobber.
und dass ford-f. behauptet, diese leute müssten eine "übungstätigkeit" erhalten, da sie "kaum in der Lage [sind] regelmässig einer Tätigkeit nachzugehen", empfinde ich als unverschämt. es sind viele unter ihnen, gerade bei 50+ jährigen, die jahrzehnte gearbeitet haben. denen so etwas zu unterstellen, ist einfach in meinen augen verwerflich.
aber zu den gewerkschaften:
wenn sie hartz iv nicht zugelassen hätten, wären die verhandlungen einfacher, da so der lohndruck einfach sehr hoch ist. in hamburg hatte man sogar 1,- jobber gezwungen, den müll zu entfernen, um den streik der "müllmanner" zu brechen.
die gewerkschaften haben die letzten jahren einfach zu wenig gekämpft und so viele mitglieder verloren.
und gestalten wie hansen machen gewerkschaften nicht gerade beliebter.
Des weiteren sollte man auf genau prüfen ob das Mehr an Geld auch wirklich "verkonsumiert" wird oder vielleicht nicht doch auf irgendwelchen Sparkonten landet. Der Deutsche Durchschnittsbürger hat eine sehr hohe Sparquote.
Der Durchschnittsbürger hat vielleicht eine hohe Sparquote, dass Geld liegt aber im wesentlichen bei etwa 10-20% der Bevölkerung. Das heißt der Konsum wird angekurbelt.
Die Refinanzierung sollte dann über diese 20% bewerkstelligt werden. Denn wenn man als ausgleich Steuern erhöht, bzw. als Methode Steuern senkt bleibt es ein Nullsummenspiel.
Ich habe gelesen, wenn man alle Geldvermögen über 1 Mrd. Euro mit 12 % versteuert kämen etwas um die 40-75Mrd. raus. Treffen würde es nur 100 Personen, welche dann dennoch nicht an Armut sterben würden. So ähnlich soll es in Athen in der Antike gewesen sein. Die Starken kümmern sich um die Schwachen.
Adam_Smith
06.02.2009, 08:21
Was soll dieses ständige Prügeln auf Leute mit imens hohem Sparvermögen?!
Gäbe es diese Unsummen nicht, dann würde es ganz schlecht aussehen für Häuslebauer und Co.!
Und es ist doch falsch zu behaupten, dass diese Vermögen nicht besteuert werden würden! Das Kapital welches mit diesem Vermögen erwirtschaftet wird, wird natürlich besteuert.
Das angesparte Vermögen als solches mit 12 % zu besteuern ist natürlich Unsinn! Dann würde man effektiv durch das Sparen (auch solch hoher Summen) Geld verlieren, da die üblichen Renditen definitiv nicht über 12% liegen.
Also nehmen die Leute das Geld von der Bank, verkonsumieren es oder schaffen es ins Ausland. Mit allen daraus folgenden Konsequenzen (Zusammenbruch des heimischen Kreditmarktes).
@Topic:
Ist momentan nicht die Zeit, in der Unternehmen Milliardendividenden ausschütten?
Natürlich nur, weil es für vergangene Zeiträume ist.
Da kann ich die Forderungen der Gewerkschaften auch verstehen.
Eben, es ist für vergangene Zeiträume die Lohnerhöhungen aber sind für die Zukunft die nun wahrlich nicht rosig aussieht.
Vielleicht wäre es auch von Seiten der Gewerkschaften besser in den momentanen Zeiten etwas mehr Maßhaltigkeit an den Tag zu legen, denn wem nützen 8% mehr Lohn wenn er dann entlassen werden muss?
Was soll dieses ständige Prügeln auf Leute mit imens hohem Sparvermögen?!
Gäbe es diese Unsummen nicht, dann würde es ganz schlecht aussehen für Häuslebauer und Co.!
Und es ist doch falsch zu behaupten, dass diese Vermögen nicht besteuert werden würden!
Es geht immer um Verteilung von Vermögen. Ich habe es als eine Methode dargestellt, welche bei minimalen Schaden sehr viel Nutzen bringt.
Das Kapital welches mit diesem Vermögen erwirtschaftet wird
Kapital erwirtschaftet keine Vermögen. Geld arbeitet nicht.
Sparen (auch solch hoher Summen) Geld verlieren, da die üblichen Renditen definitiv nicht über 12% liegen.
Richtig und das würde bedeuten, dass einfaches Spargeld sozusagen schlecht werden würde. Bei über einer Milliarde finde ich das nicht weiter schlimm.
Also nehmen die Leute das Geld von der Bank, verkonsumieren es oder schaffen es ins Ausland. Mit allen daraus folgenden Konsequenzen (Zusammenbruch des heimischen Kreditmarktes).
Wenn sie es verkonsumieren ist es egal, da es dem Kreislauf wieder direkt zugeführt wird, was positiv ist. Wenn die Geldvermögen abgezogen werden sollten (was ich nicht glaube, da man die Menge erst mal investieren müsste) ist ja Platz für ausländische Investoren. somit würde gar nichts zusammenbrechen.
Das Vermögen wird nicht durch Aldi Brüder erwirtschaftet sondern immer durch ihre Arbeitnehmer, warum dann nicht etwas mehr zurückgeben um die Krise abzufedern?
Denn der Punkt ist doch auch, die hohen Geldvermögen haben die Finanzkrise ausgelöst, weil sie investiert werden wollten. Die Verluste zahlen all diejenigen die ihre Arbeit verlieren, bzw. über Steuern.
"Freiheit bedeutet Verantwortlichkeit. Das ist der Grund, weshalb die meisten Menschen sich vor ihr fürchten." George Bernard Shaw
Ein wahres Zitat. Genau vor der Verantwortung wird sich gescheut.
Adam_Smith
06.02.2009, 13:07
Es geht immer um Verteilung von Vermögen. Ich habe es als eine Methode dargestellt, welche bei minimalen Schaden sehr viel Nutzen bringt.
Willst du nicht lesen, oder was ist los? Der Schaden unter Umständen Imens!
Kapital erwirtschaftet keine Vermögen. Geld arbeitet nicht.
Das ist Unsinn!
In jedem Wirtschaftsunternehmen braucht es diverse Ressourcen. Neben der menschlichen Arbeit ist eben auch Geld eine wichtige Ressource die für eine Unternehmung unabdingbar ist.
Und man geht ein Wagnis (Unternehmung) eben in aller Regel nur dann ein, wenn sich an Ende eine Rendite dabei abzeichnet. Neben der Vermehrung der Arbeitsplätze bedeutet dies eben auch eine Vermehrung des eingesetzten Geldes.
Denkst du wir könnten heute allen Ernstes um Lohnsteigerungen von 8% diskutieren wenn diese Grundlage unseres Marktes keinen Bestand hätte? Wie sollten wohl diese ganzen Unternehmungen funktionieren bei denen Milliarden an Euro an Vorleistungen erbracht werden müssen bevor die Arbeit der Menschen überhaupt dazu führt, dass ein Gewinn möglich ist?
Richtig und das würde bedeuten, dass einfaches Spargeld sozusagen schlecht werden würde. Bei über einer Milliarde finde ich das nicht weiter schlimm.
Doch genau das ist es! Nichts ist wichtiger für eine stabile Volkswirtschaft als langfristig Investiertes Kapital. Wenn das Spargeld schnell "schlecht" werden würde, so wäre die einzige Alternative kurzfristdenken. D.h. kurzfristige Anlagen mit maximalem Hebel (Renditen deutlich über 12%) oder eben hemmungslober Konsum.
Letzten Endes führt doch genau das zu Krisen wie der heutigen. Woher soll dann noch das Geld für langfristige Kredite kommen?!
Wenn sie es verkonsumieren ist es egal, da es dem Kreislauf wieder direkt zugeführt wird, was positiv ist. Wenn die Geldvermögen abgezogen werden sollten (was ich nicht glaube, da man die Menge erst mal investieren müsste) ist ja Platz für ausländische Investoren. somit würde gar nichts zusammenbrechen.
Bist du wirklich bewandert in Wirtschaftsfragen? Welches Themenbezogene Fachwissen besitzt du?
Wenn ich diesen Absatz lese frage ich mich genau dies.
Nehmen wir ein praktisches Beispiel:
Eines der größten Projekte der Europäischen Wirtschaft in den letzten Jahren war der Start des A380 Programms von Airbus. Lassen wir die Probleme in Folge dieses Programms kurz außen vor und betrachten nur den Anfänglichen Projektplan.
Die Investitionssummen für dieses Projekt lagen bei ca. 12 Milliarden Euro. Durch das Projekt sollten tausende neuer Arbeitsplätze geschaffen (bzw. bestehende gesichert) werden. Der "Break-Even" (also der Punkt ab dem die Investitionen vollkommen wieder eingenommen wurden und der Flieger Gewinn einbringt) lag bei ca. 200 ausgelieferten Flugzeugen. Ausgehend von der geplanten Auslieferungszahl bedeutete dies einen Zeitraum von ca. 5 Jahren. Realistisch betrachtet macht ein solches Projekt immer erst nach deutlich mehr als 5 Jahren wirklich gute Gewinne.
Und nun sag mir bitte wie man solche Projekte noch stemmen soll, wenn alles Kapital lediglich kurzfristig angelegt bzw. am besten gleich verkonsumiert wird.
Anderes Beispiel:
Ein Wohnhaus für eine 4-köpfige Familie kostet irgendwas um 160.000€. Für die Familie bedeutet dies, dass sie einen Kredit aufnehmen muss. Die Laufzeit dieses Kredites liegt, realistisch betrachtet, bei deutlich über 25 Jahren. Die Zinsen liegen irgendwo bei 5-6%.
Wie soll diese Familie jemals einen Kredit bekommen, wenn niemand mehr Geld spart?!
Woher soll die Bank das Kapital nehmen welches sie dieser Familie für den Hausbau zur Verfügung stellt?
Das Vermögen wird nicht durch Aldi Brüder erwirtschaftet sondern immer durch ihre Arbeitnehmer, warum dann nicht etwas mehr zurückgeben um die Krise abzufedern?
Die Frage danach, wer nun letzten Endes das Kapital erwirtschaftet hat, ist wie die Frage nach dem Ei und dem Huhn. Keiner weis so genau was nun als erstes da war.
Hätten die Aldi Brüder nicht ihre Ressourcen in den Start der Unternehmung eingebracht, dann würde diese Kette heute nicht existieren. Und es gäbe keine Arbeitnehmer die ihren Anteil zum Erfolg der Kette beitragen könnten.
Denn der Punkt ist doch auch, die hohen Geldvermögen haben die Finanzkrise ausgelöst, weil sie investiert werden wollten.
Dieser Satz ist eine echte Verzerrung der Tatsachen.
Nicht die Existenz dieser Geldvermögen als solches hat die Finanzkrise ausgelöst. Es ist vielmehr die Tatsache, dass leider viele Anleger ausschließlich kurzfristige Gewinnmaximierung im Auge hatten. Es ging weniger um die langfristige Kapitalanlage mit moderaten Zinsätzen und minimalem Riskio sondern vielmehr um hochspekulative Geschäfte mit großem Hebel und einem enormen Risiko.
Und all deine Vorschläge fördern genau diesen Umstand. Sie fördern den dumpfen Konsum und hemmen langfristige Kapitalanlagen. Der Todesstoß für unser Wirtschaftssystem. Darüber braucht man, ein bisschen Fachkenntnis vorausgesetzt, eigentlich nicht zu diskutieren.
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Um einen Themenbezug herzustellen:
Welche Branchen sind es denn, die in Deutschland dafür sorgen, dass wir überhaupt an Lohnsteigerungen um 8% zu denken wagen?
Sind des die Branchen die durch ungehemmten Konsum gefördert werden würden? Nein, denn diese produzieren vielfach im Ausland.
Vielmehr sind es die Branchen bei denen Projekte auf Lange Sicht angelegt sind. Es sind Branchen bei denen die Lebensdauer eines Produktes eben deutlich über 2 Jahren liegt. Und genau aus diesem Grund wäre es vollkommen fatal genau diesen Branchen zu schaden indem man es noch schwerer macht an Geld in Form von Krediten zu kommen.
Eben, es ist für vergangene Zeiträume die Lohnerhöhungen aber sind für die Zukunft die nun wahrlich nicht rosig aussieht.
Nunja, aber wenn ich JETZT 20 Milliarden für VERGANGENE Zeiträume habe... warum investiere ich nicht das Geld für die ZUKUNFT?
Außerdem gab es auch nicht mehr Geld, als die Lage rosig aussah.
Teilweise nicht mal den Inflationsausgleich.
Adam_Smith
06.02.2009, 16:12
Ich bitte dich ...
Der Tarifabschluss der IG Metall im Jahr 2008 lag bei 4,2 %
Und im Jahr davor deutlich über 5%. Also von einer "kaum merklichen Erhöhung" kann da keine Rede sein.
Das ist Unsinn!
In jedem Wirtschaftsunternehmen braucht es diverse Ressourcen. Neben der menschlichen Arbeit ist eben auch Geld eine wichtige Ressource die für eine Unternehmung unabdingbar ist.
Und man geht ein Wagnis (Unternehmung) eben in aller Regel nur dann ein, wenn sich an Ende eine Rendite dabei abzeichnet. Neben der Vermehrung der Arbeitsplätze bedeutet dies eben auch eine Vermehrung des eingesetzten Geldes.
Das Geld wird aber nur von den Arbeitnehmern vermehrt. Denn sie schaffen die Werte. Das Geld arbeitet nicht, dass tun die Menschen. Die Differenz zwischen der Investition und den Einnahmen kriegt dann der Unternehmer als Risikoausgleich. Aber dennoch wurde es nicht von ihm erschaffen, sondern von anderen. Warum sollen diese Menschen nicht daran beteiligt werden, wenn sie ein vielfaches ihres Arbeitspreises erwirtschaften?
Doch genau das ist es! Nichts ist wichtiger für eine stabile Volkswirtschaft als langfristig Investiertes Kapital. Wenn das Spargeld schnell "schlecht" werden würde, so wäre die einzige Alternative kurzfristdenken. D.h. kurzfristige Anlagen mit maximalem Hebel (Renditen deutlich über 12%) oder eben hemmungslober Konsum.
Wenn es hemmungslosen Konsum gibt, steigen die Einnahmen der Unternehmen. Aus diesem Grund brauchen sie vielleicht keinen Kredit mehr. Außerdem zeigst du ein Problem auf, wenn 100 Menschen eine Volkswirtschaft kippen können ist es deiner Meinung nach noch ein gerechtes System?
Letzten Endes führt doch genau das zu Krisen wie der heutigen. Woher soll dann noch das Geld für langfristige Kredite kommen?!
Von den restlichen 99.999% der Bevölkerung zum Beispiel.
Woher soll die Bank das Kapital nehmen welches sie dieser Familie für den Hausbau zur Verfügung stellt?
Sie erschafft es genau wie jetzt auch. Das Geld, welches gespart wird verbleibt in der Bank. Es wird einfach neues Geld geschaffen, wie bisher auch.
Die Frage danach, wer nun letzten Endes das Kapital erwirtschaftet hat, ist wie die Frage nach dem Ei und dem Huhn.
Wenn du in der Mitte des Kreislauf anfängst stimmt das. Aber die Aldi Brüder haben ebenfalls am Anfang Werte geschaffen. Ausgehend von diesen lassen sie sie jetzt schaffen.
Dieser Satz ist eine echte Verzerrung der Tatsachen.
Nicht die Existenz dieser Geldvermögen als solches hat die Finanzkrise ausgelöst. Es ist vielmehr die Tatsache, dass leider viele Anleger ausschließlich kurzfristige Gewinnmaximierung im Auge hatten. Es ging weniger um die langfristige Kapitalanlage mit moderaten Zinsätzen und minimalem Riskio sondern vielmehr um hochspekulative Geschäfte mit großem Hebel und einem enormen Risiko.
Jein. Es ist schon richtig, dass die Renditemaximierung eine wichtige Rolle spielte bei der ganzen Geschichte. Aber ohne das immense Volumen an Geld, wäre die Krise keine Krise. Das Geldvolumen ist sozusagen die Skalierung des Ganzen.
Und all deine Vorschläge fördern genau diesen Umstand. Sie fördern den dumpfen Konsum und hemmen langfristige Kapitalanlagen. Der Todesstoß für unser Wirtschaftssystem. Darüber braucht man, ein bisschen Fachkenntnis vorausgesetzt, eigentlich nicht zu diskutieren.
Komisch ich dachte der Kapitalismus beruht auf dumpfen Konsum und nicht auf blindem Kredite aufnehmen.
DugDanger
09.02.2009, 12:03
Zitate chriwi
Warum sollen diese Menschen nicht daran beteiligt werden, wenn sie ein vielfaches ihres Arbeitspreises erwirtschaften
..und in schlechten Zeiten müssen die Arbeitnehmer komplett auf ihr Gehalt verzichten (wie der Unternehmer) und der Kündigungsschutz muss komplett gestrichen werden. Wer am Erfolg beteiligt werden will, muss auch den Misserfolg tragen.
Ich finde es auch unpassend hier immer die Super - Verdiener anzuführen. Die breite Masse der Mittelstandsunternehmer arbeitet an der Null Gewinn Grenze.
Wenn es hemmungslosen Konsum gibt, steigen die Einnahmen der Unternehmen. Aus diesem Grund brauchen sie vielleicht keinen Kredit mehr.
...du sagst es - vielleicht - .Vielleicht geben die Leute das Geld aus. Das Unternehmen muss aber Investieren, und das planbar und langfristig. Sonst gibts kein Unternehmen, keine Gewinne und keine Arbeitsplätze
..und in schlechten Zeiten müssen die Arbeitnehmer komplett auf ihr Gehalt verzichten (wie der Unternehmer) und der Kündigungsschutz muss komplett gestrichen werden. Wer am Erfolg beteiligt werden will, muss auch den Misserfolg tragen.
Ich finde es auch unpassend hier immer die Super - Verdiener anzuführen. Die breite Masse der Mittelstandsunternehmer arbeitet an der Null Gewinn Grenze.
Das muss dann allerdings auch für die Vorstandsetagen gelten. Genau die geben doch das Bild in Deutschland vor. Nicht der kleine 2 Mann Betrieb. Ich wage zu Behaupten, dass man dort keinen Kündigungsschutz braucht, weil es im Intresse der Unternehmer liegt die Leute zu behalten. Bei den großen Unternehmen sage ich klar nein. Indem man die Rechte der Arbeitnehmer immer weiter einschränkt erreicht man nur eines und zwar konsequente Lohnsenkungen.
...du sagst es - vielleicht - .Vielleicht geben die Leute das Geld aus. Das Unternehmen muss aber Investieren, und das planbar und langfristig. Sonst gibts kein Unternehmen, keine Gewinne und keine Arbeitsplätze
Geben sie es nicht aus können sie es sich leihen. Das Geld liegt dann statt bei 100 Personen bei 1Mio Personen. Ein Riesenunterschied
DugDanger
18.02.2009, 11:06
Indem man die Rechte der Arbeitnehmer immer weiter einschränkt erreicht man nur eines und zwar konsequente Lohnsenkungen....
und Einstellungsstops in schwierigen Zeiten.
Willst du die Arbeitnehmer nun konsequent am Unternehmens - Erfolg / Misserfolg beteiligen ja oder nein?
t-kay187
18.02.2009, 11:25
@chriwi:
Bist du ein Gewerkschafter, oder wieso redest du so einen Quatsch, von wegen Gewinnbeteiligung?
Das was Adam_Smith schreibt stimmt voll und ganz, ich glaube du hast keine Ahnung was VWL betrifft.
Geld ist und bleibt eine Resource.
Indem man die Rechte der Arbeitnehmer immer weiter einschränkt erreicht man nur eines und zwar konsequente Lohnsenkungen....
und Einstellungsstops in schwierigen Zeiten.
Willst du die Arbeitnehmer nun konsequent am Unternehmens - Erfolg / Misserfolg beteiligen ja oder nein?
Warum nicht? Wo war die Beteiligung an den gesteigerten Gewinnen der letzten Jahre? Ich sehe nur, dass Leute entlassen werden auch wenn die Gewinne gesteigert werden --> BMW.
Und eine Frage in die Runde. Wenn die Bezahlung aller im Unternehmen an den Erfolg gekoppelt sind warum kriegen Bankenmanager Bonuszahlungen im Moment? Manch Bank wäre ohne staatliche Garantien gar nichts mehr Wert. Wofür werden sie belohnt?
@chriwi:
Das was Adam_Smith schreibt stimmt voll und ganz, ich glaube du hast keine Ahnung was VWL betrifft.
Geld ist und bleibt eine Resource.
Geld ist alles, aber keine Resource. Keine Resource kann aus dem nichts geschaffen werden. Geld ist eine Art Schuldschein nichts weiter, ein Anspruch auf die Zukunft. Was die VWL betrifft. Ich verstehe sehr wohl, dass Geld fließen muss um eine Wirtschaft effektiv am laufen zu halten. Je mehr Geld pro Zyklus seinen Besitzer wechselt desto besser. Heißt also, wenn 1000 Euro Gehalt über umwegen wieder zu 100% zur Person zurückkommen und das 12 mal im Jahr wurden 12000 Euro erwirtschaftet, obwohl nur 1000 Euro im Umlauf sind. Liegt das Geld auf Konten rum wird der Durchlauf reduziert und das Wachstum gebremst. Schön zu sehen an der Binnenmarktschwäche der Bundesrepublik.
DugDanger
18.02.2009, 13:14
zitat chriwi
Ich sehe nur, dass Leute entlassen werden auch wenn die Gewinne gesteigert werden --> BMW
...dann siehst du nur einen kleinen Teil der Realität. Viele Unternehmen gehen pleite, Insolvenzen, Entlassungen. Andere Unternehmen arbeiten, wie gesagt an der Null Gewinn Grenze, die Arbeiter Gehälter zahlen sie trotzdem.
Auf de anderen Seite gibt es natürlich die von dir bechriebenen Fälle.
Naja die Problematik in er Diskussion mit dir liegt in diesem Zitat...Ich sehe nur...
Zitat chriwi
Keine Resource kann aus dem nichts geschaffen werden
Doppelte Verneinung, also ist es ein Ressource?
Sorry, will nicht kleinlich sein, aber die flapsigkeit in deiner Sprache entspricht der deiner Argumente.
pookpook
18.02.2009, 15:07
Aber diese Krise in D ist ein Hausgemachte Krise!
warum
Mit die Einführung von Hartz 4 hat man die Basis von Angebot und Angebot und Nachfrage zum Vorteil die Arbeitgeber gedreht.
Früher unter Sozialhilfe waren keine gezwungen sehr niedrige Lohn Jobs anzunehmen.
In eine Marktwirschaft bestimmt Angebot und Nachfrage.
Wenn keine eine bestimmte Job machen möchte müsste die Arbeitgeber MEHR zahlen.
Heute die ARGEs schicken die Menschen hin zum unterirdsche bezahlten Jobs dass du machen MUSS obwohl diese keine kann mit Familie seine Lebensunterhalt besteiten kann.
Über 2 millionen Menschen verdienen weniger als 5 Euro die Stunde.
Die CDU weigert es sich Mindestlohne zu beschliessen.
Durch die Absenkung die allgemeine Lohnniveaus ist viel Kaufkraft entzogen.
Die Staat hat draufgesetzt die Arbeitgeber alles zu tun um Export zu ermöglichen.
Nun kommt es zum Krise ist D sehr sehr HART betroffen.
Ausserdem 2 weitere sachen.Deregulierung von Leiharbeit(was in mein Augen sehr unsozial ist weil es ein Hungerlohn Branche ist) und die Abschaffung von Besteurung von Spekulationsgewinne von Unternehmer.
Quasi hat Rot-Grün unter Schröder mehr getan um diese Krise zu ermöglichen in 7 Jahren als Kohl in 16!
wegen die Superreichen.
die können nur 1 Mal essen,1 Mal sich Bekleiden usw.
16 Milliarden auf die Konto hilft diese Wirtschaft nicht-Eher duch die Reformen ab 1998(Abschaffung die Vermögensteuer von die CDU/FDP) hat zu eine risen ungleichheit geführt.
Seit 2000 ist die Vermögen/Einkommen die Obersten um 60% gestiegen.
Die Untere 10% um -6%(nach inflation).
Für Hartz 4 Empfänger seit 2004 nach Inflation sogar 12%
Auch eine Risen fehler hier in D.
OHNE KUNDEN KANN KEIN UNTERNEHMER WAS VERDIENEN!
Basis von Kapitalismus-ANGEBOT+NACHFRAGE!
Ohne Kunden keine Auftrage...
Ohne MOOS NIX LOS!
Kapital mut soll belohnt ABER Arbeit nicht bestraft wie hier in D Z.Z!
Naja die Problematik in er Diskussion mit dir liegt in diesem Zitat...Ich sehe nur...
Und unsere aktuelle Politik ist genau auf dieses "Ich sehe nur" ausgelegt. Viele der Unternehemssteuerreformen kommen doch nicht bei den Kleinunternehmen an. Ebenso die Lohnnebenkostensenkungen bringen den meisten kleinen Firmen faktisch nichts. Das sind ein paar Cent pro Arbeitsstunde. Bei den Großfirmen sind es Milliarden. Was kleine Firmen primär brauchen sind Aufträge. Die kriegen sie nur über Investitionen (Bürger, Staat, andere Unternehmen). Wenn die Politik aber lieber den Export- und Kapitalmarkt stärkt bleiben auf dem Binnenmarkt, wo solche Firmen meist arbeiten, genau solche Dinge aus. Durch Steuersenkungen bleiben auch die Investitionen des Staates aus und die Kaufkraft der Durchschnittsbevölkerung stagniert. Das alles, weil eine einseitige Politik für die "ich sehe nur" Firmen gemacht wird.
Keine Resource kann aus dem nichts geschaffen werden
Doppelte Verneinung, also ist es ein Ressource?
Sorry, will nicht kleinlich sein, aber die flapsigkeit in deiner Sprache entspricht der deiner Argumente.
Tut mir leid also mal einfach. Keine Resource (Materie, Gold) kann plötzlich aus dem Nichts (Null, Vakuum) hergezaubert werden, Geld schon. Frage wo ist die doppelte Verneinung? Geld ist ein menschliches Konstrukt, welches Dinge beschreibt. Dahinter stehen vielleicht Resourcen, welche Mittels Geld beschrieben werden können.
pookpook
18.02.2009, 15:37
Papier+Farbe mehr nicht.....
Schaue mal in Simbabwe nach(10,000,000,000 ZIM$=1 Leib Brot!)
http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/:Agenda-M%E4rklin-Der-gro%DFe-Eisenbahnraub/475799.html
Ein schönes Beispiel der nach Leistung bezahlten Manager.
@chriwi
Das hat aber damit nichts mit Mangement zu tun. Jetzt nicht alles über einen Kamm scheren.
Die Manager bei Märklin, eigentlich darf man die gar nicht so nennen, 'führen' das Unternehmen ja nicht sondern halten es notdürftig am Leben und lassen es ausbluten.
Es geht nur darum Gewinne abzuschöpfen, 'befreundeten' Firmen Aufträge zuzuschanzen und letztendlich das Unternehmen gewinnbringend an die nächste Heuschrecke zu verkaufen. Dann beginnt das Spiel von vorne. Das geht solange gut wie die Banken dafür Geld zu Verfügung stellen.
Da das nicht mehr der Fall ist fliegen die ganzen Konstruktionen zusammen.
Das schadet aber nur dem Unternehmen selber, die Heuschrecke hat sich längst eine goldene Nase verdient.
Obwohl man inzwischen auch schon Gerüchte hört nach denen Finanzinvestoren am Hungertuch nagen. ;)
@chriwi
Das hat aber damit nichts mit Mangement zu tun. Jetzt nicht alles über einen Kamm scheren.
Die Manager bei Märklin, eigentlich darf man die gar nicht so nennen, 'führen' das Unternehmen ja nicht sondern halten es notdürftig am Leben und lassen es ausbluten.
Es geht nur darum Gewinne abzuschöpfen, 'befreundeten' Firmen Aufträge zuzuschanzen und letztendlich das Unternehmen gewinnbringend an die nächste Heuschrecke zu verkaufen.
Ich gebe dir ja Recht, dass das mit der Führung einer Firma eigentlich nichts zu tun hat. Warum wurde dann durch die SPD genau das zugelassen? Man hatte die Besteuerung von Firmenverkäufen fallengelassen und einiges mehr um genau solche Übernahmen zu ermöglichen. Hinterher wird gejammert.