Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Roman Polański - Warum dieser Rückhalt einiger Menschen?
Turbostaat
29.09.2009, 12:30
Hallo,
wie bestimmt der ein oder andere mitgekriegt haben wird wurde der Regisseur Roman Polański (http://www.imdb.com/name/nm0000591/) (u.a. Der Pianist, Oscarpreisträger) vor ~ 2 Tagen in der Schweiz festgenommen und sitzt momentan in Auslieferungshaft, da er in die USA abgeschoben werden soll.
Hintergrund: Im Jahr 1977 hat er ein 13 jähriges Mädchen im Haus seines Freundes Jack Nicholson unter Alkohol und Drogen gesetzt und dieses dann sexuell mißbraucht und vergewaltigt - was er auch zugegeben hat.
Als klar wurde das er angeklagt werden sollte, flüchtete er vor den Strafverfolgungsbehörden ins Ausland.
(Genaueres und detaillierter beschrieben (http://de.wikipedia.org/wiki/Roman_Pola%C5%84ski#Vorwurf_der_Vergewaltigung_und_Flucht))
Nach der, in meinen Augen berechtigten, Festnahme Polańskis wird Kritik laut, unter anderem von Staatsmännern wie dem französischen Kulturminister Frédéric Mitterrand, Radosław Sikorski, der polnische Außenminister fordert Straferlass für Polański.
Auch diverse Hollywoodstars (und Möchtergernstars) hängen sich aus dem Fenster und fordern die Freiheit von Polański, darunter Harrison Ford, Fanny Ardant, Monica Bellucci, Debra Winger, Costa-Gavras, Wong Kar-Wai, und haben eine Petition für die Freilassung unterschrieben.
Auch, in meinen Augen höchstpeinlich, fordern "Kinder" wie Wilson Gonzalez (http://de.wikipedia.org/wiki/Wilson_Gonzalez_Ochsenknecht) und Jimi Blue (http://de.wikipedia.org/wiki/Jimi_Blue) Ochsenknecht samt Emilia Schüle (http://de.wikipedia.org/wiki/Emilia_Sch%C3%BCle) die Freilassung dieses Herren.
Ebenso will die Ehefrau Polańskis andere Hollywoodgrößen auffordern gegen die Festnahem zu demonstrieren.
Auch wenn das damalige Opfer ihrem Peiniger verziehen haben soll, ist und bleibt es weiterhin ein Verbrechen.
Ich frage mich wieso jemand, nur weil er Oscarpreisträger ist, nicht bestraft werden sollte? Weshalb setzen sich Menschen für die Freilassung eines Vergewaltigers ein.
Ich bezweifel das Herr Ford oder Frau Bellucci die Freilassung fordern würden, wenn es ihre Kinder seien. Oder das unsere Ochsenknecht Brüder für die Freilassung wären, wären sie die Opfer.
Ich kann es absolut nicht nachvollziehen weshalb solche Forderungen überhaupt laut werden können. Das entzieht sich meiner menschlichen Logik und Ethik.
[Chefkoch]
29.09.2009, 12:35
Ich kann es absolut nicht nachvollziehen weshalb solche Forderungen überhaupt laut werden können. Das entzieht sich meiner menschlichen Logik und Ethik.
Das unterschreibe ich!
...vor dem Gesetz sind alle gleich!
Justin_Sane
29.09.2009, 12:48
Es ist peinlich, WIE das ganze zusammengekommen ist! Über das OB muss man hingegen nicht diskutieren...da stimme ich euch zu!
Die USA hat 2005 einen Internationalen Haftbefehl für Polanski rausgegeben - Polanski besitzt bekanntermaßen in Gstaad ein Ferienhaus. Es wäre für die Schweiz also ein Leichtes gewesen, ihn dort über einen Zeitraum von 4 Jahren zu "besuchen"!
Wieso also erst jetzt?
Man vermutet ja, es soll die USA quasi sanft über die Verhandlungen im Rechtsstreit über die hinterzogenen Steuermillionen stimmen.
Uns sry...das erinnert in diesem Moment an politische Willkür!
Tja...aber damit hat die Schweiz ja im Moment selbst zu kämpfen (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,646905,00.html)! ;)
Turbostaat
29.09.2009, 12:58
Wieso "Wie"? Was meinst du damit, wenn ich dich richtig verstehe dann mein Standpunkt.
Der internationale Haftbefehl gilt seit dem Jahr 2005, in dem Auslieferungsabkommen zwischen den USA und der Schweiz steht drin das die Verjährung nach dem Recht des ersuchten Staates kein Hinderungsgrund ist, sprich die Gesetze der USA angewandt werden - und dort ist dieses Verbrechen nicht verjährt wie in der Schweiz.
Und der feine Herr hat sich seit 2005 offenbar schon zwei Festnahmen entzogen, da er wohl in irgendeiner Form davon Wind bekommen hat.
Und ob er nun auf dem Weg zu der Preisverleihung zu seinem Lebenswerk oder was anderem ist zählt nicht. Sollen die Strafverfolgungsbehörden ernsthaft warten bis die Preisverleihung zu Ende ist und er sich wieder absetzen kann? Das wäre dann wohl Strafvereitelung im Amt.
Falls ich dich jetzt nicht verstanden haben sollte erkläre es nochmal. ;)
Justin_Sane
29.09.2009, 13:01
Es ist peinlich, dass die Schweiz quasi Polanski als Mittel dazu benutzt, sich erkenntlich gegenüber den USA zu zeigen!
Wieso passiert das erst jetzt nach der grossen Steuerdiskussion in der Schweiz? Die Verhaftung hätte schon ganz leicht 4 Jahre lang stattfinden können !Da muss man nur 1 und 1 zusammen zählen!
Nochmal...das erinnert stark an politische Willkür und das kann's beim besten Willen nicht sein!
Turbostaat
29.09.2009, 13:07
Ich habe gelesen das Polański sich bisher jedes mal der Festnahme entziehen konnte und daher nicht festgenommen werden konnte.
Aber in meinen Augen ist es so oder so ein Skandal. Der Mensch wird seit min. 4 Jahren mit internationalen Strafbefehl verfolgt und keiner hat sich darum bemüht diesen auch zu vollstrecken. Er war ja nicht nur in der Schweiz unterwegs, sondern auch in anderen Ländern, in denen er sich offenbar frei bwegen konnte.
Haudrauff
29.09.2009, 13:11
Sein Opfer Samantha Geimer (heute 45) forderte vor einigen Monaten, die Strafakte Polanski zu schließen. Warum schützte das Polanski nicht vor seiner Verhaftung?
US-Strafverteidiger Simon Glickman (43): „Polanski hat sie vor den Aussagen außergerichtlich entschädigt. Er hat Geld gezahlt, sein Gewissen vielleicht beruhigt. Dadurch seine Schuld aber nochmals eingestanden. Vielleicht hat er die Behörden so noch einmal motiviert zu beweisen, dass es keinen Promi-Bonus gibt.“
Hm, das könnte natürlich das "warum gerade jetzt?" erklären.
Ich habe aber zu diesem Fall 2 völlig unterschiedliche Meinungen.
1. Natürlich war es ein Verbrechen, er hat es auch eingestanden und muß deshalb bestraft werden.
2. Was für einen Sinn macht es einen 76jährigen nach über 32 Jahren noch, für 25- 50 Jahre lang in den Knast zu stecken? Ich sehe eine Gefängnisstrafe immer als eine Möglichkeit der Resozialisation. In diesem Fall halte ich es deshalb für nicht nötig. Polanski hat sich längst als wertvolles Mitglied unsere Gesellschaft bewiesen. Ich halte also eine Gefängnissstrafe für nicht angebracht. Von Sozialstunden die der Gemeinschaft zu gute kommt haben alle Beteiligten und nicht Beteiligten wesentlich mehr nutzen.
Aber es kann ja nicht sein, dass man sich nur lange genug "verstecken" muss um dann einer Haftstrafe zu entgehen weil es sich quasi nicht mehr lohnt. Dann kann man auch direkt alle Verfahren gegen NS Verbrecher einstellen (Stichwort Demjanjuk).
Polanski hat sich eines der schändlichsten Verbrechen schuldig gemacht (er hat ja gestanden) und dafür gehört er hinter Gittern. Wie und warum er gerade jetzt verhaftet wurde ist meiner Meinung nach absolut zweitrangig.
Die politischen Spielchen zwischen der USA und der Schweiz mal außen vor gelassen, kann ich auch nicht so ganz verstehen, wieso sich soviele Menschen für ihn einsetzen. Verstehen die Leute denn nicht, dass man für ein Verbrechen büßen muss, ob es jetzt 3 oder 30 Jahre zurückliegt?
Der Sinn ist doch Abschreckung und keine Willkür zu zeigen. Selbst wenn ein Vergewaltiger sich die Absolution vom Opfer geholt hat, dann ein sozialer Mensch wird und jedes Jahr für karikative Zwecke spendet - er muss verurteilt werden!
Wenn wir das anders machen, kommen wir in Teufels Küche. Was machen wir sonst beim nächsten Mörder, der nach 20 Jahren gefasst wird oder mit Menschen, die nicht so beliebt sind?
[...]oder mit Menschen, die nicht so beliebt sind?
wo so was hinführt sieht man ja gerade auch in München... da werden einfach mal "vorsorglich" zwei junge Männer verhaftet (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,651810,00.html) die sich nichts haben zu Schulden kommen lassen und es interessiert kaum jemanden.
Ja, so eine Form von Diskriminierung ist schon hart. Aber mit Polanski ist es ja eher im Gegenteil.
Haudrauff
29.09.2009, 13:32
@lufkin
Ein Demjanjuk und alle anderen NS Schergen werden aber nicht wegen Vergewaltigung angeklagt. Dieser Vergleich ist absolut unangebracht und steht nicht im geringsten in irgendeiner Verbindung zu dem Fall Polanski.
Und gewiss habe ich keine Straffreiheit gefordert. Les bitte nochmal Punkt 1 und 2 genau durch. Die Sozialprognose für Polanski spricht für sich. Das ist auch kein Promibonus. Jeder der sich der Gesellschaft wiederholt verdient gemacht hat, kann sich vor Gericht eine milde Strafe erhoffen.
Das will ich die auch nicht unterstellen... ich will nur andeuten das Alter oder Verdienste nicht vor einer Strafverfolgung schützen dürfen, niemals, egal um welche Verbrechen es geht!
Und mit einer Bewährung oder gar Sozialstunden wie du es vorschlägst kann so ein Verbrechen nicht abgetan werden, völlig egal wie alt Polanski ist oder was er geleistet hat. .
Natürlich ist die Vergewaltigung eines Kindes nicht mit dem Mord an Millionen Menschen zu vergleichen aber es ist natürlich ebenso schändlich und gehört mit voller Härte bestraft.
[Stephan]
29.09.2009, 13:48
Das ganze Zetern ist lächerlich. Wie kann man einem Mann den Rücken stärken und seine Freilassung verlangen, wenn er es fertig gebracht hat, ein 13-jähriges Mädchen zu betäuben und sexuell zu misshandeln. Einfach unvorstellbar.
Der Vorwurf ist ungeheuerlich und erst recht die Tatsache, dass er es zugegeben hat.
Für mich gehört er hinter Gitter, Polanski hin oder her. Und die Leute, die nun nach einer Entlastung Polanskis rufen, sollte man gesellschaftlich isolieren. Sowas kann und darf man nicht unterstützen.
Justin_Sane
29.09.2009, 13:58
Ufff....ich glaub keiner hier bestreitet iwie, dass Polanski nicht bestraft gehört!
Nur WIE die Schweiz das gehandhabt hat ist...dubios! Die US-Ermittler haben auch alles andere als souverän agiert! Ein fader Beigeschmak meinerseits bleibt bestehen!
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,651931,00.html
@Stephan
Das er es zugegeben, hat empfinde ich nicht als ungeheuerlich...eher im Gegenteil! Es nötigt gewissen Respekt ab, zu so etwas zu stehen! Auch wenn es komisch klingen mag!
Und wie willst du Unterstützer seitens Polanski "gesellschaftlich isolieren"? Wir leben hier immer noch in einer Demokratie, wo freie Meinungsäusserung ein hohes gesallschaftliches Gut ist! Von daher ist deine Aussage völliger Quatsch wenn du genau das unterbinden willst! :freak
Haudrauff
29.09.2009, 14:14
Interessante Erklärung zum deutschen Starfrecht *klick* (http://www.selbsthilfe-missbrauch.de/hilfe/gesetze/d_verjaehrung.htm)
Bei uns wäre die Tat mit dem 38. Geburtstag der Frau verjährt (20 Jahre nach der Volljährigkeit). In den USA gilt anscheinend eine längere Frist oder es gibt gar keine.
Ich finde allerdings auch wie der Fall gehandhabt wurde ist lächerlich. Polanski ist schlieslich nicht untergetaucht. Warum also gerade jetzt? Da steckt bestimmt irgendein mediengeiler, übereifriger Staatsanwalt dahinder.
Von daher finde ich, verhaften und verurteilen ja, eine Gefängnissstrafe nein. Es gibt andere, in diesem Fall sinnvollere Möglichkeiten zum strafmaß.
[Stephan]
29.09.2009, 14:17
Das Schuldeingeständnis ist imho eine Gewissensfrage und ein Politikum, um als aufrichtiger und reuevoller Täter aufzutreten.
Aber als Promi eine Lanze für einen Kinderschänder zu brechen ist oberkrass. Demokratie mag eine feine Sache sein und mit ihr auch das Recht auf freie Meinungsäisserung, aber wenn es um so ein schweres Delikt geht, kann ich dafür kein Verständnis aufbringen. Irgendwann reglementiert nämlich auch in einer Demoktarie das Recht die freie Meinungsäusserung.
Gestern habe ich in den Nachrichten ein Interview mit einem Schweizer Passanten gesehen der meine (sinngemäß): "Ich schäme mich dafür ein Schweizer zu sein wenn bei uns ein Mann für eine kleine Jugendsünde eingesperrt wird der Millionen Menschen gute Unterhaltung geliefert hat."
Diese Äusserung ist mMn eine absolute Frechheit, denn auch wenn das Opfer dem Täter vergeben hat ist eine solche Tat einfach abschäulich und sollte mit aller Härte verfolgt werden. Vor dem Recht sind alle Menschen gleich, bzw. sollten es sein. Egal wie berühnt oder "toll" jemand ist.
Justin_Sane
29.09.2009, 14:25
@stephan
Na das zeigt ja dann doch irgendwo, dass sein Gewissen zu funktionieren scheint! ;)
Und nochmal und nochmal und nochmal...der Grossteil der Leute ist schockiert oder zumindest erstaunt über die Art und Weise ob des Vorgehen der Schweiz. Nicht mehr und auch nicht weniger! Damit hat sich die Schweiz zweifelsohne selbst einen Bärendienst erwiesen! Momentan ist Polanski nämlich nichts anderes als ein Bauernopfer! :rolleyes
Bei uns wäre die Tat mit dem 38. Geburtstag der Frau verjährt (20 Jahre nach der Volljährigkeit). In den USA gilt anscheinend eine längere Frist oder es gibt gar keine.
In der Tat verjährt das in den USA nicht.
Und ich fände es auch richtig, wenn bei uns solche Verbrechen nicht irgendwann verjähren würden. Die Folgeschäden werden ein Leben lang da sein.
Und ich stimme zu, dass die Verhaftung richtig war.
Auch wenn das Opfer es nicht will, aber ein Verbrechen bleibt ein Verbrechen.
Ich stimme Turbostaat ganz klar zu. Finde es eigentlich auch total lächerlich, warum sich so viele Leute für ihn einsetzen, obwohl sie ihn wahrscheinlich nich einmal kennen und einfach ein bisschen Publicity erhalten wollen.
Vergleichbar ist es mit dem hingerichteten Kinderbuchautor(Name fällt mir jezt nicht ein), wo hunderte, wenn nicht tausende Menschen sich für diesen eingesetzt haben nur weil sie seine Kindergeschichten automatisch mit einem guten Charakter und Unschuld assozieren. Es ist aber auch zu nennen das er sich scheinbar(wer weiß ob er sich wirklich geändert hat) geändert hat indem er sicher gegen Gewalt engagiert hat.
Edit:
http://www.focus.de/politik/ausland/begnadigt-ihn-arnie_aid_102411.html
Simple Man
29.09.2009, 17:46
Ich dachte eine Bestrafung hat auch etwas damit zu tun um über seine Tat nachzudenken, diese nicht mehr zu wiederholen oder gegen andere Gesetze zu verstoßen.
Kann jemand einen Link posten warum Straftaten verjähren können? Würde mir gerne die Argumentation anschauen.
Ich vermute mal weil die Behörden sich einfach nur den Stress ersparen wollen den Fall komplett neu aufrollen zu müssen?
68Marcus69
29.09.2009, 19:06
Wie würdet ihr entscheiden, wenn ihr es aus diesem Blickwinkel seht?
Ich finde so einfach, wie einige das hier abtun, ist es wohl doch nicht, oder?
Eine Strafe wird ja aus folgenden Gründen ausgesprochen:
1. Sicherheit gewährleisten
2. Abschreckung (potentieller anderer Straftäter)
3. Sühne (Wiederherstellung der Gerechtigkeit)
In dem Fall Roman Polański kann man den Punkt
1 völlig vernachlässigen, da er die Tat einmalig vor dreißig Jahren begangen hat. Man kann davon ausgehen, wenn man sein weiteres Leben betrachtet, dass er keine Gefahr für die Gesellschaft darstellt.
2 als einzigen Punkt zu einer Verurteilung herbeiziehen. Allerdings mit einem faden Beigeschmack, da
1. Frankreich und Polen, in den beiden Ländern lebte er in den letzten 30 Jahren, ihn nie angeklagt hatten oder ihn der USA überstellt haben.
2. In vielen Ländern der Tatbestand bereits verjährt wäre. Die USA liegt mit ihren Strafmaßen ohnehin noch im Mittelalter, wie man u.a. an der Todesstrafe erkennen kann.
3 als erfüllt ansehen, da das Opfer, Samantha Geimer, die Tat als abgebüßt ansieht.
Weiter stellen sich jetzt folgende Fragen:
Wird jetzt eigentlich Roman Polański bestraft, oder die Gesellschaft?
Ist es der USA wirklich wert, sich wegen einer in vielen Ländern bereits verjährten Straftat, sich eventuell ein kulturelles Eigentor zu schiessen?
Zur Schweiz:
Sie hat lediglich ihre Verträge mit den USA eingehalten und deren Strafrecht respektiert.
Alles andere ist im Moment Spekulation.
walter09
29.09.2009, 19:09
er hat als 43jähriger ne 13jährige mit alk und dope abgefüllt und im whirlpool zum sex gezwungen?! öh nö, keinerlei mitleid meinerseits, soll er dafür gradestehn, anstatt sich mit geld freizukaufen :)
Haudrauff
29.09.2009, 19:44
Kann jemand einen Link posten warum Straftaten verjähren können? Würde mir gerne die Argumentation anschauen.
Unser strafrecht basiert auf Abschreckung und nicht auf Rache und Genugtuung.
Alle Strafen sollen also den Täter erziehen. Dies geht aber nur, wenn der Täter noch einen Bezug zu seiner Tat hat. Ansonsten bringt eine Strafe nichts. Nach 20 Jahren hat ein Täter aber in der Regel keinerlei Bezug mehr zur eigentlichen Tat.
Ausnahme ist da natürlich Mord. Mord hat in fast allen Strafrechten der Erde den höchsten Stellenwert, da dies ein verbrechen gegen das Leben selbst ist.
Auch wird nach 20 Jahren eine rechtsgültige Beweisaufnahme so gut wie nicht machbar sein. Weder Opfer noch Täter können da keine detailierten Aussagen mehr machen. Und kein Richter kann ohne Beweise irgendein Urteil sprechen.
Aus diesem Grunde gibts es je nach schwere der Verbrechen, unterschiedlich lange verjährungsfristen.
Bumbelbee
29.09.2009, 19:54
68MArkus69
Ich glaube ich höre nicht richtig! In was für einer Welt lebe ich eigentlich wenn hier schon Leute in meinem Lieblingsforum Kinderfi... in schutz nehmen?
Für mich ist es das abartigste Verbrechen das es gibt! Und ich habe kein Mitleid noch sonst irgendwas, dieser Kerl soll dafür Bluten!
Und hätte der Kerl Eier in der Hose, würde er Buse tun und freiwillig einfahren! Aber nein er hat Geld und meint er kann sich alles erlauben und sich täglich Viagra reinpfeifen und mit Nutten vergnügen!
In was für einer Welt leben wir! Der Steuerbetrüger muss einfahren und der Kinderfi... wird laufen gelassen!
Und es spielt keine Rolle wie lange das her ist! Ein Mensch der zu sowas fähig ist, hat für mich sein Recht auf leben und alles andere Verwirkt!
Sorry @ Moderatoren für die schroffen Worte, aber bei sowas geht mir der Hut hoch!
Haudrauff
29.09.2009, 20:07
Ein Mensch der zu sowas fähig ist, hat für mich sein Recht auf leben und alles andere Verwirkt!
Ich übersetzte das mal:
Alle Andersdenkenden an die Wand. Wer sich außerhalb der Norm bewegt *peng,peng,peng*
@Bumbelbee
Schreibst du aus Deutschland oder aus Ruanda?
Stehen Künstler über dem Gesetz?
Zahlreiche Politiker und Prominente setzen sich für den inhaftierten Filmemacher Roman Polanski ein -
http://www.taz.de/1/leben/koepfe/artikel/1/stehen-kuenstler-ueber-dem-gesetz/
Vor dem Gesetz sollten alle gleich sein. PUNKT
Turbostaat
29.09.2009, 22:02
Wieso dürfen die beiden Ochsenknechtbrüder so eine gequirlte Sch.... öffentlich von sich geben? Warum? (http://www.bild.de/BILD/unterhaltung/leute/2009/09/29/roman-polanski/warum-kaempfen-stars-fuer-maedchen-vergewaltiger.html)
Wir haben Gerichte, damit genau solche Fälle nicht passieren, nämlich Willkür in der Justiz. Früher durften Adelige einen Sklaven töten, aber wenn der Sklave einmal die Tochter des Herren angefasst hat, war Ende.
Daran sieht man doch ganz gut, dass wir immer dann parteisch sind, wenn der Täter uns grundsätzlich sympathisch vorkommt. Das Gegenteil gibt's natürlich. Es gibt Berichte darüber, dass es in den USA einen Zusammenhang zwischen der Hautfarbe und der Härte der Strafe gibt: Je dunkler ein Farbiger war, desto eher bekam er die Höchststrafe/Todesstrafe. Das gibt es noch heute.
Deswegen haben wir ein Rechtssystem, dem Geschlecht, Rasse oder künstlerische Leistung egal ist. Jene, die dieses wichtige System durch diesen Aufruf aufweichen wollen, sollten sich vor Augen führen, warum wir überhaupt eingeführt haben.
@Turbostaat
Naja, die Beiden sind jetzt nicht unbedingt ein Maßstab und clever sieht anders aus.:D
Ich empfinde es als erschreckend, dass bisher nicht möglich war, den Mann zu verhaften. Irgendwie hat er es geschafft 30 !! Jahre durch die Gegend zu gondeln und nichts passiert. Aus welchem Grund auch immer die Schweizer jetzt zugegriffen haben, es war richtig.
Traurig sind die Menschen die versuchen, solch eine Tat zu relativieren. Ich kann eigentlich nur den Kopf schütteln, wenn ich die Reaktionen aus der "Kunstwelt" lese.
MFG
Haudrauff
29.09.2009, 22:23
Irgendwie hat er es geschafft 30 !! Jahre durch die Gegend zu gondeln und nichts passiert.
Ich glaube mehr es war nicht sein eigener Verdienst der Verhaftung zu entgehen als vielmehr die Unfähigkeit der amerikanischen Behörden, die ja scheinbar jeder Zeit über die ganzen letzten 30 Jahre solch eine Aktion starten hätten können.
Das sich dann die Frage nach dem Warum, in jeder Beziehung stellt, halte ich für durchaus legetim.
Ändert natürlich nichts an der Schuldfrage.
Und die zwei Ochsenknecht-Knaben sollten ganz, ganz still sein. Soweit ich weiß sind die ziemlich hipp in der jungen Bevölkerung. Und die Gefahr ist groß das eben jene Teenies in negativer Weise beeinflußt werden.
walter09
29.09.2009, 22:53
@turbo
boah, musste dieser link wirklich sein?! :freak
..man kann eigentlich nur mutmassen, wie die reaktionen ausgefallen wären, wenn der böse gw bush noch der us-präsi wäre. dann würden die amerika-hasser so richtig aufdrehn, verschwörungstheorieen allerorten, naja
Ich finds eher putzig wie die Ochsenknechtbrüder versuchen zu argumentieren. "Er ist 75 und ja äh stirbt bald..." oder "ja äh das Opfer hat Geld gekriegt", ich bin mal gespannt wie die zwei jungen Männer das in 10-15 Jahren sehen wenn sie selber Kinder haben.
Vergehen an Kinder ist eine der schlimmsten vorstellbaren Verbrechen und gehört auf jeden Fall bestraft. Etwas merkwürdig finde ich bei der ganze Geschichte, dass Polanski ja sogar einen Oskar bekommen hat. Er kann von mir aus 27 Waisenhäuser eröffnen und persönlich die Welt retten, aber erst hat ein Mensch seine Strafe abzusitzen bevor er Reue und Buße tun sollte. Wurde der Haftbefehl die ganzen Jahre über vergessen, oder wie kommt sowas zustande? Und warum taucht er dann erst jetzt wieder auf und nicht schon bei der Hintergrundrecherche für den Oskar?
Ps: Was hat der Uwe bloss gegen seine Kinder gehabt, um ihnen diese Namen zu geben?
In Polen wird doch jetzt ein Gesetz verabschiedet, wonach Pädophilen die chemische Kastration droht.
Ich finde es von den Medien eine Schweinerei, dass auf nahezu allen Sendern zu hören war, dass er ein Mädchen vergewaltigt haben soll. Es ist doch unbestritten, dass diese grausame Tat geschehen ist, warum wird dann immer so getan, als ob er unschuldig wäre? Es ist schon traurig, was in dieser Gesellschaft für Dinge passieren, bei denen sich niemand ernsthaft den Kopf zerbricht.
68Marcus69
30.09.2009, 02:39
Es geht hierbei nicht alleine um Sympathie, Hass, Neid oder Vergeltung, die sicherlich bei einigen in Vordergrund steht.
Die USA hat über mehr als ein viertel Jahrhundert Interpol aussen vor gelassen. Warum?
Man könnte fast glauben sie wollten seiner Karriere nicht im Weg stehen!
Frankreich ist schon sehr lange Bündnispartner der USA - hat ihn und seine Familie eingebürgert. Warum?
Weil er Jude ist und dadurch ohnehin schon immer verfolgt wurde und auch gelitten hat?
Samantha Geimer sieht die Tat als abgebüßt an. - Einerseits hat sie eine Entschuldigung eine und Entschädigung bekommen, andererseits hat sich Polański in einigen Ländern über mehr als 30 Jahre selbst ausgesperrt.
Jetzt aber soll sie sich wieder ihrer Demütigung erinnern und präziese Aussagen machen - was wohl kaum möglich sein wird, da sie ja der Meinung ist, die Schuld sei getilgt.
Die USA wird nicht gerade in der Welt geschätzt für ihr Strafgesetz. Weder der Gesetze selbst, noch ihrer ausführenden Richter! Daher könnte das ganze auch schon wieder zur absoluten Lachnummer werden.
Ein Beispiel: Es wird das kalifornische Recht von 1977 angewendet, wenn es zur Verhandlung kommt.
Ich könnte noch einige andere Punkte nennen die sehr viel Brisanz enthalten.
Meine Meinung:
Man hätte ihn gar nicht mehr festnehmen sollen und die ganze Sache auf sich beruhen lassen sollen, denn hier wird kein faires Urteil gefällt, höchstens eine abscheuliche Show geboten. Hätte er 2003 keinen Oskar bekommen, wäre das Thema auch in den USA wohl nicht mehr aufgenommen worden.
Durch die besonderen Umstände des Falles kommen einige Gesellschaften zu Schaden, aber sie werden dennoch nicht die Fehler der Vergangenheit korrigieren. Wahrscheinlich wird es hier und da sogar noch zu Konflikten kommen, sei es auf politischer, kultureller oder anderer gesellschaftlicher Ebene.
Mit anderen Worten, diese Aktion nützt niemandem etwas.
Hier profitieren nur die Medien und die, die in den Medien positiv gehandelt werden.
DerWitwenmacher
30.09.2009, 08:06
...Es wird das kalifornische Recht von 1977 angewendet...
Ich weiss nicht was daran verwerflich sein soll.
Die Tat geschah nunmal 1977 und da muss nunmal nach den damaligen Gesetzen verhandelt und geurteilt werden. Würde man bei uns auch so machen.
Ob das ein fairer Prozess oder ob mit ihm ein Exempel statuiert wird, lässt sich schwer sagen.
Jedenfalls denke ich er kannte das Risiko.
Aber vielleicht wird das Strafmaß abgemildet wenn er das hier (http://www.heise.de/tp/blogs/6/146021) freiwillig durchführt.
Ich finde prinzipiell auch, dass Polanski bestraft werden sollte. Nur die Tatsache, dass er ein bekannter Künstler ist, sollte nichts an der Strafverfolgung ändern.
Dass er erst jetzt festgenommen wurde ist zwar seltsam, aber es gibt schon einige Gründe, dass es beispielsweise jetzt ausgerechnet in der Schweiz passiert ist.
Lesenswert ist diesbezüglich beispielsweise ein Artikel bei Spiegel online (http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,651781,00.html)
Dort steht unter Anderem:
Es gibt allerdings gute Gründe dafür, dass der Zugriff nun in der Schweiz erfolgte. Das Auslieferungsabkommen zwischen der Eidgenossenschaft und den USA enthält keine Klausel, die sich in vergleichbaren Vereinbarungen mit anderen Staaten findet. Diese besagt, dass es nur dann zu einer Auslieferung kommt, wenn die Tat des Beschuldigten in dem Land, das ausliefern soll, noch nicht verjährt ist. In dem Abkommen mit den USA wird jedoch nur auf die Verjährung nach amerikanischem Recht abgestellt.
In der Causa Polanski ein entscheidender Punkt: Im Gegensatz zu den meisten europäischen Staaten verjährt in den USA Kindesmissbrauch nicht
Mache hier, z.B. Bumblebee, sollten sich auch noch mal folgenden Link zur Strafzwecktheorie (http://de.wikipedia.org/wiki/Straftheorie) zu Gemüte führen. So einfach, wie manche hier tun ist es aus straftheoretischer Sicht nämlich nicht. Und das sollte ja auch immer im Vordergrund stehen: "Was will man mit der Strafe bezwecken?"
Jana Türlich
30.09.2009, 13:45
Man könnte fast glauben sie wollten seiner Karriere nicht im Weg stehen!
Wer ist hier "sie"? Vielleicht war seine Lobby damals einflußreicher als heute, wer weiß?
Die USA wird nicht gerade in der Welt geschätzt für ihr Strafgesetz. Weder der Gesetze selbst, noch ihrer ausführenden Richter! Daher könnte das ganze auch schon wieder zur absoluten Lachnummer werden.
Hat hier ein Mensch ein Verbrechen begangen oder nicht?
Von daher frage ich mich, von welcher Relevanz die o.g. Aussage ist?
Dem Verständnis und der Logik die hier von Einigen an den Tag gelegt wird, kann ich beim besten Willen nicht folgen.
Ein dreizehn jähriges Mädchen zu vergewaltigen, ist nun mal ein Verbrechen. Das dieses Verbrechen bereits 30 Jahre zurückliegt, ändert nichts an der Tatsache, daß es stattgefunden hat. Die Argumentation man solle diese Tat jetzt deshalb nicht verfolgen, weil sie eine einmalige (unbewiesen, Spekulation) Tat gewesen ist und sich der Täter 30 Jahre lang als wertvolles (zweifelhaft, für mich z.B. ist ein Bäcker, also ein Mensch der die Grundbedüfnisse des Volkes befriedigt, wichtiger als ein "Pausenclown") Mitglied der Gesellschaft erwiesen hat, empfinde ich als einfach nur grotesk. Dieser Logik folgend, könnte man die Strafverfolgung aller Ersttäter aussetzen. Jeder kann sich ausmalen wie viele Ersttäter es dann geben wird, die mit ihrer - wie auch immer gearteten - Beute für den Rest ihres Lebens brave und wertvolle Menschen bleiben (können).
Eine Einstellung der Strafverfolgung erhielt nur dann meine Zustimmung, wenn der Täter bis heute unbekannt geblieben wäre und das Opfer einer Einstellung zustimmen würde.
Viele Grüße
68Marcus69
30.09.2009, 15:21
@DerWitwenmacher
Man ändert nicht Gesetze, weil sie vorher Fehlerfrei waren, oder?
Wie kann man jetzt also wieder in die Steinzeit zurück gehen?
@Jana Türlich
Kann es sein, dass du aber auch gar keine Ahnung hast was alles im Vorfeld abgelaufen ist? (http://www.derbund.ch/schweiz/dossier/der-fall-polanski/Polanski-und-der-Richter-Gnadenlos/story/26963152) Da wäre jeder geflohen und nicht mehr zurückgekehrt, wenn er denn die Möglichkeit dazu gehabt hätte.
Unter dem Punkt "Vorwurf der Vergewaltigung und Flucht" (http://de.wikipedia.org/wiki/Roman_Polański) siehst du die Erklährung, warum er überhaupt geflohen ist. Er hatte sich doch der Sache gestellt.
Kann es auch sein, dass du nicht die geringste Ahnung vom Strafrecht der USA hast? Die Amerikanischen Richter selbst wissen um die Stellung ihrer Strafgeichte in der Welt. (http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,378302,00.html) - siehe Text unten.
Das er geflohen ist macht im auch kaum jemand zum Vorwurf, jeder Verbrecher hat das Recht zu fliehen (http://de.wikipedia.org/wiki/Flucht#Rechtsstatus)(darum ist z.B. die Flucht aus einem Gefängnis in Dt. auch nicht strafbar).
Aber alle Umstände des Verfahrens, des Richters, des Alters von Polanski und Fall ändernd nichts aber auch gar nichts daran, dass Polanski zugegeben hat ein 13 jähriges Mädchen unter Drogen gesetzt und vergewaltigt zu haben... und dafür gehört er in den Knast!
@lufkin Ganz so einfach ist das nicht.
Sieht man selbst von seinem Sternchenbonus ab.. die ganze Sache ist etwas verzwickter als beim Vergewaltiger, der ein junges Mädchen in sein Auto lockt und da vergewaltigt.
1. Wie 68Marcus69 schon geschrieben hat.. die eigentlichen Motive für Strafe sind nicht mehr vorhanden. Das mag für den Nichtjuristen komisch klingen, aber wenn wir schon auf, vor dem Gesetz sind alle gleich pochen, dann müssen wir auch diese Seite des GEsetzes beachten.
2. Auch wenn in den USA jedweder Sex mit Minderjährigen als Vergewaltigung gilt. Wir sollten trotzdem mal darüber nachdenken, ob ein 13 jähriges Mädchen auf der Suche nach Ruhm nicht auch etwas "Schuld" trägt und nicht eine völlige passive Rolle als Opfer darstellt.
3. Wie schon oben erwähnt.. und auch Samantha Geimer (das Opfer) hat dies selbst gesagt, Polanski hätte keinen fairen Prozess bekommen.
4. Wer garantiert uns, dass die Nacht so abgelaufen ist? Also mit den Champagnern und den Drogen. Nur weil Polanski ein GEständnis abgelegt hat?
Da darf man ein paar Punkte nicht vergessen. Polanski hatte einen Deal mit dem Richter geschlossen für sein Geständnis. Es gab glaube ich auch einen Deal mit dem Opfer. Das Opfer wurde von den Medien als Lolita ausgeschlachtet.. Polanskis Geständnis hat auch ihr genützt.
Ich finde die Sachlage ist genau so gegeben wie bei einem Vergewaltiger, der ein Mädchen in sein Auto lockt und sich da an ihr vergeht.
Ein 13 jähriges Mädchen kann sich vor dir nackig ausziehen und auf deinem Schoß Hoppe Reiter spielen, wer da schwach wird gehört mit aller Härte des Gesetzes bestraft. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob sie zu Polanski aufgesehen hat oder ihm Avancen, sie war 13 Herrje. Polanski hat zugegeben, mit dem Mädchen geschlafen zu haben, ob einvernehmlich oder nicht ist da für die Grundschuld doch gar nicht mal so relevant. Lediglich bei der Festsetzung der Schwere der Schuld, kommen dann noch so "Kleinigkeiten" dazu wie Vergewaltigung, Betäubung usw usf.
Ob er einen fairen Prozeß bekommen hätte oder nicht, das kann ich nicht beurteilen. Ich kenne weder den Richter noch den Staatsanwalt und post mortem wird ja dann gerne mal hier und da etwas nachgeschönert, um das Ganze noch etwas auszubauschen für die Medien. Ob das hier auch der Fall war? Wer von uns kann das schon sagen.
Das er ein Geständnis abgelegt hat war doch auch seine große Chance, erst mal in Behandlung zu kommen. Hätte er das nicht getan, wäre auch keine Möglichkeit zur Flucht gewesen, wenn ich das richtig lese.
dOM89DoM
30.09.2009, 19:08
Einige Hollywood-Grössen meinen sie könnten Lobbying für ein Mitglied ihrer "ehrenwerten Gesellschaft" betreiben. Erreichen werden sie bei den Schweizer Justizbehörden nichts. Das EJPD wird sich eher dem politischen Druck der USA beugen als demjenigen einiger Filmdarsteller.
Was glauben die Damen und Herren eigentlich? Sie können sich durch ihre Tätigkeit als Schauspieler und Filmschaffende ihren Bekanntheitsgrad ausnutzen und Polanksi vor seiner Strafe bewahren (falls denn etwas passiert!)?! Das ist einfach arrogant und anmassend gegenüber der Gesellschaft, die sie für ihre Tätigkeit fürstlich entlohnt.
Was den Zeitpunkt der Verhaftung betrifft wundere ich mich. Unsere EJPD-Vorsteherin - sprich Justizministerin - begründete die jetzige Festnahme damit, dass man erst bei diesem Aufenthalt vorgängig gewusst habe dass Polanski in die Schweiz komme. Die Begründung tönt etwas fadenscheinig. Die Schweizer Polizei hat noch ganz andere Möglichkeiten. Es scheint also ob man hierzulande nicht ernsthaft daran gearbeitet hat und einen speziellen Input für die Aktion bekommen hat. Wofür und von wem kann man spekulieren. Eventuell soll das eine Gegenleistung für politische Unterstützung sein die man im Falle Qadhafi erwartet - der meint seine Zöglinge seien ebenfalls gefeit gegen jegliche Rechtssysteme.
68Marcus69
30.09.2009, 19:23
@bela_
Kann das sein, dass du dich erst gar nicht mit den Geschehnissen, die dort abgelaufen sind, auseinander setzen willst?
Ein Star gilt zu verurteilen, dafür braucht man keine Gesetze, "Hängt ihn" - der bloße Neid quillt hier nur so aus den einzelnen Antworten.
Dies ist nunmal ein Sonderfall, wenn ihr euch in die ganze Thematik einlesen würdet, wüsstet ihr auch warum.
Hier sollte man höchstens das "Willkür- Rechtsystem" der USA verurteilen, die haben schliesslich zu alldem geführt. Jetzt kommt bloß nicht wieder mit der Leier "Verschwörungstheorie", ich kann auch nichts dafür, das der Staat USA sich nach dem Ende des Bürgerkriegs 1865 nicht mehr entscheidend weiterentwickelt hat.
Wer ist hier neidisch auf Roman Polanski? Ich will nicht in seiner Haut stecken und neidisch, weil er mit einer 13 Jährigen geschlafen hat?
Viel schlimmer ist doch, dass er verteidigt wird, weil er ein "Star" ist.
Natürlich verdient auch Roman Polanski einen fairen Prozess, wobei der Hergang des Verbrechens Zweifel lässt, ob man ihm dieses faire Verfahren wirklich gönnt. Sicherlich hat der Staatsanwalt dafür gesorgt, dass Polanski fliehen kann, aber im Nachhinein wird viel erzählt. Warum der Anwalt nicht ausgetauscht wurde, ist schon fragwürdig. Ich bin allerdings dafür, dass Roman Polanski ein erneutes Verfahren bekommt. Nichtsdestotrotz muss man auch die Einwände des Opfers einbeziehen. Nach diesem langen Zeitraum ist es sicher eine Qual. Die Festnahme von Polanski hätte viel früher erfolgen müssen. Zudem die Familie des Opfers jetzt darüber informiert wird.
wiesel201
30.09.2009, 20:27
Hier sollte man höchstens das "Willkür- Rechtsystem" der USA verurteilen, die haben schliesslich zu alldem geführt.
Stimmt. Polanski wurde nach gültigen Gesetzen angeklagt. Wenn das keine Willkür ist... :rolleyes
DerWitwenmacher
30.09.2009, 20:58
Wie kann man jetzt also wieder in die Steinzeit zurück gehen?
"Ironie on: Na, dann aber bitte nicht wundern, wenn demnächst ein Bußgeldbescheid wegen zu schnellen fahren bei dir einflattert. Die Verjährung wurde nämlich abgeschafft. Und alle die damals nicht zahlen musste, weil sie in Flensburg nicht schnell genug waren müssen heute berappen, natürlich mit Zinsen. Ironie off" :D :rolleyes
Man ändert nicht Gesetze, weil sie vorher Fehlerfrei waren, oder?
Wenn Du wüsstest wieviele Gesetzesänderungen ein Griff in die Kloschüssel sind.
Ich weiss zwar nicht wie man es in Kalifornien handhabt, aber in einigen Bundesstaaten ist das Strafmaß bei "Kindesvergewaltigung" höher als früher.
Beispiel Florida: 18 jähriger übt den gemeinsam willentlichen Geschlechtsakt mit seiner Freundin (17) aus. Früher keine Problem.
Heute: Anklage, Verurteilung, Knast. Danach lebenslanger Eintrag in die "Kinderschänderliste" für jeden einsehbar :freak
Mit der Auflage: Jeder Wohnortwechsel ist zu melden für Liste; An Schulen, Kindergärten und Spielplätze darf sich bis zu einer bestimmten Entfernung nicht genähert werden.
Lebenslang versteht sich.
Leben verbockt und das für einmal Sex.
Es ist schon bedenklich, wie in einigen Kreisen ("Promis" Richtung TV, Film u.ä.) die Thematiken Dorgenkonsum und unübliches Sexualverhalten Richtung Lebensqualität und notfalls Kavaliersdelikt angesehen werden.
Zum konkreten Thema: wir müssen hier mal etwas Englisch lernen. Es steht der Vorwurf des "statutory rape" im Raum. Nur daher das Wort Vergewaltigung. In den USA kann kein Minderjähriger rechtskräftig dem Geschlechtsakt zustimmen. Was in Deutschland ggf. als "einvernehmlich" betitelt wird, gibt es in den USA per Definition schlicht nicht (was ich persönlich nicht so unpraktisch finde). Als dem Herrn P. das klar wurde, das er eben nicht zB mit einer Geldstrafe, Ausgleich, Vergleich o.ä. davon kommen würde, ist er halt getürmt. Frankreich und Polen liefern grundsätzlich keine eigenen Staatsbürger aus.
Unterm Strich bekommt der mehr Publicity als dem zusteht, m.M..
@68Marcus69
Ich weiss nicht ob du Kinder hast, ich habe zwei. Das hat meine Sicht auf solche Dinger stark verändert und ich habe da eine Null Toleranz Politik gegenüber jedermann, ob Bettler oder Oskargewinner.
Es ist schon sehr anmaßend in einem Land wegen einer so schweren Straftat gesucht zu werden und seinen doch sehr medienwirksamen Job dann im Ausland fortzusetzen. Das sich das eines Tages an ihm rächen würde, ist da nur gerecht in meinen Augen. Das es so lange gedauert hat ist bedauerlich und hat definitiv einen Faden Beigeschmack, da stimme ich der 'Pro Polanksi' Fraktion zu. Ändert aber in meinen Augen nichts daran, dass diese Tat nicht ungesühnt bleiben sollte.
Und ich werfe die Frage in den Raum, "Ist es wirklich ein Sonderfall?" Will irgend ein Staatsanwalt sich seine goldenen Sporen verdienen? Oder bekommen wir nur einfach von den anderen Aktionen wenig mit, die sich in der Welt der Justizia abspielen, weil keine Berühmtheit beteiligt ist?
68Marcus69
30.09.2009, 23:02
@wiesel201
Nein Roman Polański wurde, von dem damaligen Richter (Lawrence Rittenband) vorverurteilt und das schon vor dem Prozess "Der Richter hatte von Anfang an gesagt, er wolle ihn für 100 Jahre in den Knast stecken.“ (Aussage des Opfers, Samantha Geimer). Danach wurden mehrere Absprachen mit der Staatsanwaltschaft geführt. Wie in einer Show fragte der Richter Prozessbesucher welch ein Urteil sie fällen würden, obwohl der Prozess noch gar nicht begonnen hatte.
Der Prozess sollte auch gar nicht stattfinden, da die Anwälte von Polański und der Klägerin (Mutter des Opfers) einen Deal ausgehandelt hatten, um dem Opfer (Samantha Geimer) den Prozess zu ersparen. Daher wurde der Anklagepunkt "Vergewaltigung" fallen gelassen, zumal er schwer zu beweisen gewesen wäre, aber eine ausführliche Befragungen des Opfers veranlasst hätte. Dazu sollte Polański den Tatbestand "Geschlechtsverkehrs mit einer Minderjährigen" gestehen, was er auch tat.
Als aber der Richter bemerkte, dass ihm seine Show weggenommen wird, erkannte er den Deal nicht an.
Er bemerkte zudem öffentlich "er wolle Polanski für den Rest seines Lebens wegschließen"
Polanskis Anwälte haben erklärt, es habe damals Kommunikationsmängel und Fehlverhalten seitens der Justiz gegeben. Dies habe eine Dokumentation ( Wanted and Desired (2008) von Marina Zenovich) über Polanski enthüllt. Der Fall sei „ein klassisches Beispiel, wie unser Rechtssystem missbraucht und die Rechte eines Angeklagten mit Füßen getreten werden können“, hieß es in einer Mitteilung der Anwälte Chad Hummel und Brad Dalton.
@lufkin
Verwaltigung, Sodomie, Perversion und Abgabe von Drogen an Minderjährige lautet die Anklage. Mitlerweile ist die Flucht noch himzu gekommen.
"Geschlechtsverkehrs mit einer Minderjährigen" hat Polański gestanden, nicht die Vergewaltigung, etc. .
@Combine
Viel schlimmer ist doch, dass er verteidigt wird, weil er ein "Star" ist. - deswegen vielleicht der Neid?
..., wobei der Hergang des Verbrechens Zweifel lässt, ob man ihm dieses faire Verfahren wirklich gönnt. - Willkür? Hass? Neid?
Sicherlich hat der Staatsanwalt dafür gesorgt, dass Polanski fliehen kann, aber im Nachhinein wird viel erzählt. - Spekulation?
Ich bin allerdings dafür, dass Roman Polanski ein erneutes Verfahren bekommt. Nichtsdestotrotz muss man auch die Einwände des Opfers einbeziehen. Nach diesem langen Zeitraum ist es sicher eine Qual. Die Festnahme von Polanski hätte viel früher erfolgen müssen.
Ich auch, aber ein faires, das die Umstände seiner Flucht, die Einschränkungen seiner 32 Jahre Lebenszeit nach der Flucht und die Haltung des Opfers mit einbezieht. Schliesslich hat er dennoch nach einer Einigung mit dem Opfer gesucht und auch durchgeführt. Er ist also nicht komplett geflohen. Er ist nur der Willkür eines Richters ausgewichen.
Am liebsten wäre mir aber gewesen, man hätte den ganzen Unsinn eingestellt. Der politische, kulturelle und gesellschaftliche Schaden, der jetzt entsteht, ist die gesamte Sache nicht wert.
@bela_
In Deutschland wäre es schon verjährt, hast du schon dagegen geklagt?
Hier in der Schweiz wurde die Verjährung für "Kindesmissbrauch" noch letztes Jahr aufgehoben, daher auch wohl erst jetzt der Eingriff der Schweiz, siehe Verträge mit den USA die, die Regelung in der Schweiz mit einbezieht. Vorher war der Tatbestand nämlich verjährt.
Nach diesem langen Zeitraum ist es sicher eine Qual. Die Festnahme von Polanski hätte viel früher erfolgen müssen. Zudem die Familie des Opfers jetzt darüber informiert wird.
Eeeeeeeeeeeeeeeeeeh.. das Opfer hat Polanski schon längst öffentlich verziehen und sich für eine Einstellung des Verfahrens eingesetzt.
Ebenso hat die werte Dame auch angeprangert, dass Polanski keinen fairen Prozess bekommt.
Die Frau hat mit dem Kapitel abgeschlossen. Ginge es nur um das Opfer, dann hätte man Polanski in Ruhe lassen müssen.. weil sie jetzt wieder im Rampenlicht steht, was sie definitiv nicht will.
Jana Türlich
01.10.2009, 01:02
Ein Star gilt zu verurteilen, dafür braucht man keine Gesetze, "Hängt ihn" - der bloße Neid quillt hier nur so aus den einzelnen Antworten.
Jetzt mach aber mal halblang, ja!
Kann es sein, daß Du nicht akzeptieren willst oder kannst, das es den Leuten hier im Thread einzig darum geht, einem Verbrecher den Prozess zu machen? Nicht mehr und nicht weniger. Ganz gleich, was man von der US-Amerikanischen Justiz auch halten mag, sie hat - um es mal salopp zu sagen - "den Krieg nicht gewollt"; auch der besagte Richter nicht. Es war dieser Mensch der Regeln gebrochen hat - aber diese Tatsache scheint für Dich ohne Bedeutung zu sein.
Stattdessen wirfst Du hier so vielen Leuten Unkenntnis vor, kennst Du denn alle Fakten? Weißt Du welchen Grund der Richter für seine vermeintliche Voreingenommenheit hatte? Bist Du bei den Verhandlungen, bei dem "Deal" wie man so schön sagt, dabei gewesen? Weißt Du, wie sich Herr P. dort aufgeführt hat um seine Ziele zu erreichen? Weißt Du nicht! Genau wie wir alle es nicht wissen. Es spielt auch keine Rolle, denn es ändert absolut nichts an dem Verbrechen.
Wenn Du Deine eigenen Quellen ernst nehmen würdest (sofern man das überhaupt kann, denn sie sind eher nichtssagend), sollte Dir folgendes nicht entgangen sein: "In ihrer Dokumentation Roman Polanski: Wanted and Desired (2008)[9] zeigt die Regisseurin Marina Zenovich die mögliche Voreingenommenheit von Richter und Staatsanwalt gegenüber Polański auf." Junge, Junge, ganz großes Kino - mehr aber auch nicht.
Und gegen einen voreingenommenen Richter kann man selbst in den USA etwas unternehmen, denke ich.
Btw. Du kritisierst so vehement das Rechtssystem der USA, und da vertrete ich sogar eine ähnliche Meinung wie Du, aber das dieses System ("Willkür-Rechtssystem wie Du es nennst) dem Herrn P. gestattet um seine Verbrechen zu feilschen, findest Du dann doch wieder in Ordnung?:rolleyes
Ist es nicht eher so, daß Du hier derjenige bist, der der Willkür Tür und Tor öffnen möchte?
Übrigens wurde das amerikanische Rechtssystem nicht eigens für den Herrn P. erfunden. Das gibts schon länger und gilt für alle Amerikaner.
Ist es denn so abwegig was LeChris andeutete:
Als dem Herrn P. das klar wurde, das er eben nicht zB mit einer Geldstrafe, Ausgleich, Vergleich o.ä. davon kommen würde, ist er halt getürmt.
Er hat sich gestellt und zu seiner Tat gestanden? Sicher, aber nur solange er dachte, er hätte die Fäden in der Hand und könnte die Bedingungen diktieren - auch eine Möglichkeit, nicht wahr?
Ebenso hat die werte Dame auch angeprangert, dass Polanski keinen fairen Prozess bekommt.
Und weil "die werte Dame" allwissend ist, wird ihre Meinung auf ewig und für alle sichtbar in Stein gemeißelt.:rolleyes
Viele Grüße
68Marcus69
01.10.2009, 02:27
@Jana Türlich
Aber du weisst es? :king
Er hat sich gestellt und zu seiner Tat gestanden? Sicher, aber nur solange er dachte, er hätte die Fäden in der Hand und könnte die Bedingungen diktieren - auch eine Möglichkeit, nicht wahr? - Der Deal wurde von der Klägerin vorgeschlagen. :freak
Und weil "die werte Dame" allwissend ist, wird ihre Meinung auf ewig und für alle sichtbar in Stein gemeißelt. - Sie war dabei, schon vergessen :freak2
Du weisst gar nichts, Fakten interessieren dich nicht, kein Wunder, dass du dich auf das "Hängt ihn" angesprochen fühlst. In deinen Augen sind alle, die jetzt die Sache moderat angehen wohl gleich "Komplizen" oder "Mittäter".
Er soll einen wirklich fairen Prozess bekommen, den er aber in den USA nicht bekommen wird, schon gar nicht in Kalifornien.
Ich klinke mich hier aus, meine Meinung zu dem Thema kennt ihr!
Und weil "die werte Dame" allwissend ist, wird ihre Meinung auf ewig und für alle sichtbar in Stein gemeißelt.:rolleyes
Viele Grüße
Wenn du einfach weniger sarkastische Scheiße von dir geben würdest und darauf achtest, was ich schreibe und auf was ich antworte, hättest du gemerkt, dass alles was in dem einen Post von mir steht nur dazu gedacht ist zu unterstreichen, dass kein Leiden vom Opfer mehr existiert.
Mehr will ich nicht sagen.
Es ist völlig egal ob die Frau die Wahrheit sagt oder nicht.. sie hat ihm verziehen und setzt sich dafür ein, dass der Prozess eingestellt wird.
Übrigens scheinst du auch gerne Fakten zu verdrehen. Polanski hat sicherlich nicht gedacht er könnte Bedingungen diktieren. Das geht nämlich auch gar nicht. Er hat nen Deal abgeschlossen. Geeständnis für die geringeren Vergehen und dafür 90 Tage Haft in Psychatrie. Hier kann man evtl. anprangern, dass ein Non-Star diesen Deal niemals erhalten hätte. DA stimme ich zu.. aber Fakt ist, dass kein Richter sich von einem Polanski etwas vorschreiben lassen muss.
Und genau dieser Richter, der mit Polanski den Deal abgeschlossen hat, hat ihn platzen lassen und wollte dann doch wieder ne lange Haftstrafe für Polanski. Wobei das hier, afaik im Prinzip legitim war.. unfair, aber legal. Und dann hat sich Polanski eben abgesetzt..
Helios co.
01.10.2009, 15:05
Ich bezweifle ehrlich gesagt, dass sich die Schweiz für irgednetwas bei irgendwen bedanken muss, und dann erst recht nicht mit so einer Lächerlichkeit. Die USA allein haben sicherlich nicht alle Steueroasen schließen können. Soviel Einfluss haben sie schon lange nicht mehr.
Lächerlich ist das Ganze nicht wegen der Straftat, die ist nun wirklich ein starkes Stück, aber zwischenstaatlich ist dies ein Witz. Hätte es die medienwirksame Fürsprache nicht gegeben, würde kein Hahn danach krähen.
Ehrlich gesagt vermute ich, dass die schweizer Behörden dieser Rummel sogar überrascht hat.
Jana Türlich
01.10.2009, 18:50
@ 68Marcus69
So, so, der Deal wurde also von der Klägerin vorgeschlagen. Dann zitiere ich eben mal kurz aus einer Quelle, die Du selber angegeben hast: "Polanski wurde der Vergewaltigung einer Minderjährigen unter Benutzung von Drogen, Perversion und Unzucht (mit Minderjährigen) und des Verteilens von kontrollierten Substanzen an eine Unter-14-Jährige beschuldigt, die Vorwürfe wurden jedoch wegen seiner Bitte um Einigung fallen gelassen."
Fakten interessieren mich nicht? Mit welchen Fakten, die von Bedeutung wären, wartest Du denn auf? Deine Fakten setzen sich zusammen aus Unterstellungen, einseitigen Meinungen und Hörensagen. Der Umstand, daß das Opfer, Frau Samantha Geimer, wie Du sagst "dabei gewesen ist", ändert nichts daran, daß es sich bei Ihrer Beurteilung des Prozessverlaufs lediglich um ihre Meinung handelt.
Meinungen sind keine Fakten, auch wenn Du das scheinbar gerne so hättest. Fakt ist, es gibt hier ein Opfer und einen Täter. Einen Täter der bis heute nicht für seine Tat zur Rechenschaft gezogen wurde.
@ Jace
Wow, fühlst Du Dich jetzt besser?
Wenn, Zitat: "alles was in dem einen Post von mir steht nur dazu gedacht ist zu unterstreichen, dass kein Leiden vom Opfer mehr existiert", dann erkläre doch bitte mal was dieser Satz hier:"Ebenso hat die werte Dame auch angeprangert, dass Polanski keinen fairen Prozess bekommt." in diesem Post zu suchen hat. Dieser Satz hat wohl eher nichts mit Deiner Intention, die Du mir hier unterjubeln willst, zu tun - oder kannst Du mir erklären, an welcher Stelle genau sich dieser Satz auf das Leid des Opfers bezieht? Hättest Du meinen Sarkasmus verstanden, hättest Du bemerkt, daß es mir lediglich darum ging darauf hinzuweisen, das hier wohl offensichtlich die Meinung eines Menschen dazu mißbraucht wird, aus dieser Meinung einen Fakt, eine Tatsache zu schaffen.
Woher wisst ihr eigentlich alle so genau, daß der Herr P. keinen fairen Prozess zu erwarten hat/hatte?
Fakten habe ich im Übrigen auch keine verdreht! Wenn Du Dich weniger aufregen, Dich dafür mehr an Deine eigenen Ratschläge halten würdest und darauf achten würdest, was ich geschrieben habe, wäre Dir sicher aufgefallen, daß ich hier nichts zum Fakt erklärt habe, sondern lediglich eine Möglichkeit in den Raum gestellt habe. Es ging dabei darum, der hier im Thread geäußerten Meinung, Herr P. hätte sich schließlich gestellt und somit zu seiner Tat gestanden, etwas entgegen zu setzen.
Zunächst einmal werden in den USA im allgemeinen die sog. "Deals" nicht mit dem Richter, sondern zwischen Staatsanwaltschaft und Verteidigung ausgehandelt - der Richter hat somit mit dem Deal gar nichts zu tun. Das der Herr Polanski dem Richter nichts vorschreiben kann, bedarf keiner Erwähnung. Trotzdem, und das habe ich als mögliche Betrachtungsweise in den Raum gestellt, hat bzw. wollte der Herr P. hier evtl. nach seinen Regeln spielen: Entweder ich bekomme meinen Deal, das heißt, ich bekomme eine lächerlich geringe Strafe für das was mir vorgeworfen wird, oder ich mache den "langen Schuh". Dies waren offensichtlich die Optionen, die er für sich selbst festgelegt hat. Und wie die Geschichte bewiesen hat, hat er gemacht was er wollte - ob er einem Richter etwas vorschreiben darf oder nicht.
Lesen wir doch mal täglich die Zeitung... mit einer 13-14 jährigen rumspielen, ohne sie zu verletzen oder umzubringen bringt einen NICHT ins Gefängnis, bzw. max 6 Monate - 2 Jahre und ein paar Jahre bedingt.
Wäre sie z.B schon 14 gewesen in Österreich oder Deutschland, dann wäre die Sache ohnehin nicht mehr strafbar.
In "Last Boy Scout" hatte Bruce Willis auch eine bedingte Strafe bekommen, für rumspielen mit einer 15 jährigen... wer beim Anfangsdialog wo er besoffen im Auto liegt aufgepasst hat.
:)
Ihr verlangt abartig hohe Strafen für etwas, das eigentlich beinahe unter Kavaliersdelikt fällt.
Ein anderer Herr hat seine Frau abgestochen, im Zivilprozess ordentlich Geld abgedrückt und geht ansonsten Gefängnisfrei aus, OJ Simson, sein Name.
Das sehe ich allerdings etwas anders. Schließlich war der Geschlechtsverkehr nicht einvernehmlich. Sollte sexueller Missbrauch ein Kavaliersdelikt sein, dann können wir uns auf etwas gefasst machen.
Natürlich sieht die Sache anders aus, wenn ein 16-Jähriger mit seiner 13-Jährigen Freundin schläft. Nur liegt die Situation im Fall Roman Polanski etwas anders.
Stelle dir doch einfach mal vor, dass du eine 10-jährige Tochter hast und ein erwachsener Mensch (vom Alter her jedenfalls) fällt über diese her. Ich glaube nicht, dass du als Vater so denkst, deshalb gehe ich davon aus, dass ich dich falsch verstanden habe.
@wiesel201
In Deutschland wäre es schon verjährt, hast du schon dagegen geklagt?
Hier in der Schweiz wurde die Verjährung für "Kindesmissbrauch" noch letztes Jahr aufgehoben, daher auch wohl erst jetzt der Eingriff der Schweiz, siehe Verträge mit den USA die, die Regelung in der Schweiz mit einbezieht. Vorher war der Tatbestand nämlich verjährt.
„Zwar wäre in Deutschland die Tat verjährt“, so erklärt es Oberstaatsanwalt Axel Stahl, „aber diesen Einwand könnten wir nicht geltend machen“. Denn nach Artikel 9 des Auslieferungsvertrages zwischen Deutschland und den USA von 1979 gelte das Recht des ersuchenden Staates. Lawblog (http://www.lawblog.de/index.php/archives/2009/10/01/polanski-hatte-auch-in-d-einen-schweren-stand/)
@Marius
OJ wurde doch freigesprochen im Strafprozeß, sonst wäre er für lange Zeit eingewandert. Geld hat er im Zivilprozeß gezahlt, das sind Äpfel und Birnen :)
Haudrauff
01.10.2009, 21:56
Ich frage mich warum läßt eine Mutter ihre 13 jährige Tochter alleine mit jemanden weggehen um Fotos zu machen?
FlauschigesPony
02.10.2009, 02:53
Ich bewerte den Fall und den Sinn der Gefängnisstrafe ähnlich wie Marcus oder Jace.
Gleichzeitig kann ich den Hass der anderen Vorposter hier gegenüber Polanski nicht wirklich nachvollziehen. Das einzig brauchbare Argument, das des öfteren genannt worden ist, dass man durch die Inhaftierung seine eigenen oder fremde Kinder bzw Jugendliche schützen könnte, was aber nach einer solch langen Zeit meines Wissens extrem unwahrscheinlich sein sollte.
Eventuell könnten hier einige Leute sogar noch etwas von dem Opfer, dem das sicherlich wesentlich schwerer gefallen ist, lernen und einem Menschen, der einmal etwas sehr schlimmes getan hat, nach 30 Jahren auch vergeben?
Kann es sein, daß Du nicht akzeptieren willst oder kannst, das es den Leuten hier im Thread einzig darum geht, einem Verbrecher den Prozess zu machen
Wenn man in diesem Satz das Wort Prozess, was sich so rechtsstaatlich und unvoreingenommen anhört, noch durch Lynchjustiz ersetzen würde, wäre das in der Tat eine vorzügliche Zusammenfassung dieses Themas
Es geht, denke ich, eher um das Phänomen, dass es offenbar eine große Lobby und Fürsprecher gegenüber P. gibt. Das ergibt insgesamt eine gewisse Legitimation, sollte diese Lobby Erfolg haben. Das ist schon bedenklich. Abseits von seinen Anwälten und plötzlich wieder motivierte Ankläger in den USA sollten alle anderen doch eher eine neutrale Haltung annehmen. Wie so oft: gibt es keine andere Schlagzeile? Was macht der Reis in China?
Nun kennt niemand die Hintergründe von Roman Polanski. Ich habe den Eindruck, dass er schon von Anfang an wusste, dass er sich dort irgendwie herausschleichen kann. Nach dem Motto: Mein Geld wird mich retten. Vielleicht hat er von dem Opfer dann noch erfahren, dass die Eltern in ärmlichen Verhältnissen wohnen.
Die USA hat es verpasst den Prozess auf neue Beine, sprich Richter und Staatsanwalt, zu stellen.
Natürlich sind solche Umstände auch nicht hilfreich:
http://www.zeit.de/newsticker/2009/10/2/iptc-hfk-20091002-21-22572108xml
Das Opfer sagte vor eingien Jahren noch etwas anders aus. Besonders der letzte Absatz passt zum Thema hier:
http://www.naanoo.com/live/samantha-geimer-roman-polanski-nahm-meine-unschuld-gniprenews
@jana Türlich
Ganz im Gegenteil... weil ich nicht fassen kann, wie du meinst, meinen Post besser zu beurteilen können als ich.:rolleyes
nochmal.. den fairen oder unfairen prozess hab ich in dem Post gar nicht gemeint.
Und ja.. der Satz mit "Ebenso hat die werte Dame auch angeprangert, dass Polanski keinen fairen Prozess bekommt." war auch nicht auf den Prozess bezogen, sondern auf die Tatsache, dass sie ihren Frieden gefunden hatte um zu Unterstreichen, dass kein Leiden mehr existiert. Oder zumindest eine Aufrollung von dem Ganzen mehr Leiden verursachen würde.
Das utnerstreicht doch auch der ARtikel von Combine.. Da spricht sie noch sehr kritisch über Polanski.. aber sagt auch schon aus, dass der Medienzirkus schlimmer als die Vergewaltigung war.
Dass Polanski kein fairer Prozess erwartet hab ich übrigens nie gesagt. Ich habe nur gesagt, Geimer hat dies behauptet und dass es irgendwo unfair vom Richter war, seine Meinung so schnell zu ändern.
"Er hat sich gestellt und zu seiner Tat gestanden? Sicher, aber nur solange er dachte, er hätte die Fäden in der Hand und könnte die Bedingungen diktieren - auch eine Möglichkeit, nicht wahr?"
Wenn das nicht mal als Fakt dargestellt wird. Du machst eine Aussage und nirgendwo ist ersichtlich, dass es nur deine Meinung ist.
Ganz abgesehen davon, dass du auch nicht preisgibst, wieso du auf so ne Meinung kommst. Du präsentierst das doch eindeutig als Fakt.
Entweder ich bekomme meinen Deal, das heißt, ich bekomme eine lächerlich geringe Strafe für das was mir vorgeworfen wird, oder ich mache den "langen Schuh".
Was ist ein langer Schuh? Scherereien? Wenn ja, dann:
Damit hast du natürlich Recht.. Aber meine Güte. Wo ist da das Problem? Jeder in der Situation hätte versucht nen Deal zu machen um eine geringe Strafe zu erhalten.. und wäre der Staatsanwalt darauf eingegangen und hätte die größeren Anklagepunkte fallen gelassen wäre alles absolut legitim abgelaufen. Und die andere Alternative wäre ein langer Rechtsstreit gewesen.. den jeder in Kauf genommen hätte um nicht in den Knast zu kommen.
Du wirst damit Polanski ja quasi vor, nicht lale Möglichkeiten auszuschöpfen, nicht im Knast zu landen. Sollte er lieber einfach gestehen und sich die Höchststrafe abholen?
Guck dir doch mal bitte den zweiten Link an, den ich oben angegeben habe.
Ich bin der Meinung, nachdem das Opfer Roman Polanski so geschildert hat wie in dem Link angegeben, dass er schon während der Tat gedacht hat, dass er davonkommen wird.
(...)Er ist ein sehr arroganter, selbstgefälliger, grauenhafter alter Mann.
Quelle:http://www.naanoo.com/live/samantha-geimer-roman-polanski-nahm-meine-unschuld-gniprenews
Bei der Diskussion sollte man darauf aufpassen Roman Polanski nicht als Opfer darzustellen, auch wenn es in dem Prozess Ungereimtheiten gab.
Den Satz hab ich gelesen.. ich finde aber nicht, dass deine Deutung so stimmt.. Frage mich auch warum du bei selbstgefällig und arrogant darauf schließt, dass er dachte er kommt ungeschoren davon.
Wobei das durchaus sein kann. Wir reden hier immerhin über einen Starregisseur aus Hollywood und dann war das noch in den 70ern.. solche Leute haben sich einiges geleistet, weil das System Hollywood sie beschützt hat.. aber von deinem Link sehe ich keinerlei Hinweis darauf.
Ich habe Polanski auch nie als Opfer dargestellt. Dass er sich sexuell an Geimer vergangen hat ist wohl unbestritten und damit ein Verbrechen.. Mir geht es nur um den Prozess und die Strafe.
Haudrauff
02.10.2009, 15:59
Man, man, man, man, man!
So eine Aussage von anno dazumals hat keinen besonders großen Wert. Diese kann mit dem Beginn der Verhandlung widerrufen werden. Einzig und allein die aktuellen Aussagen bei der anstehenden Verhandlung haben Gewicht. Und wie gewichtig die nach 30 Jahren noch sein werden, das werden wir ja bald erfahren.
Ich finde, dieser Prozess kämft von Anfang damit zu einem Schauspiel zu verkommen.
wiesel201
03.10.2009, 02:15
@wiesel201
Nein Roman Polański wurde, von dem damaligen Richter (Lawrence Rittenband) vorverurteilt und das schon vor dem Prozess "Der Richter hatte von Anfang an gesagt, er wolle ihn für 100 Jahre in den Knast stecken.“ (Aussage des Opfers, Samantha Geimer).
Fällt Dir eigentlich auf, dass selbst Du das Opfer als Opfer bezeichnest? "Opfer" ist im Strafrecht ein eindeutiger Begriff... ;)
Ich habe Polanski auch nie als Opfer dargestellt. Dass er sich sexuell an Geimer vergangen hat ist wohl unbestritten und damit ein Verbrechen.. Mir geht es nur um den Prozess und die Strafe.
Richtig. Aber die Strafe muss er auch bekommen (sie ist ja mangels Prozess auch noch längst nicht festgelegt). Es kann nicht sein, dass er von der US-Justiz in 2009 einfordert, endlich den Prozess mal eben ad acta zu legen, wenn er selbst zwar die Eier hatte, ein Kind zu vögeln (sorry für die drastische Wortwahl), aber nicht die Eier für einen anständigen Gerichtsprozess hatte.
Haudrauff
03.10.2009, 14:29
Zu dem Sinn und Zweck einer Bestrafung hab ich mal folgendes gefunden (http://209.85.129.132/search?q=cache:z6t6QxRA6PgJ:web.droit.univ-metz.fr/langues/allemand/cours_mag/diaporamas/stgb2.ppt+deutsches+recht+vorbeugen+strafe+rache&cd=5&hl=de&ct=clnk&gl=de&client=firefox-a). Allerdings bezieht es sich auf deutschem Recht.
eins Vorweg: Ich fordere nicht eine generelle Strafffreiheit für P oder möchte die Tat verharmlosen. Ich beziehe klare Stellung gegenüber zu dem verkorksten, antiquierten Rechtssystem der USA. Ich finde ein Prozess nach über 30 Jahren macht in vielen Punkten einfach keinen Sinn.
Funktionen der Strafen
Man unterscheidet drei Zwecke, worauf gezielt wird.
Vergeltung
Abschreckung
Besserung und Wiedergutmachung
Zurück
Vergeltung :
Die Strafe soll Vergeltung, Ausgleich – Kompensation - für die verletzte Rechtsordnung sein.
Die Bestrafung soll die „Gerechtigkeit” wieder herstellen, sie ist „Sühne” = „Versöhnung” auch des Täters mit der Allgemeinheit, mit der Gemeinschaft.
Man möchte hiermit auf eine schlechte Tat mit einer ähnlichen Tat reagieren, d.h. mit Rache, Vergeltung üben
Wenn dies allerdings der einzige Zweck der Strafe wäre, dann müsste sie immer möglichst genau der Straftat entsprechen wie in dem Sprichwort „Auge um Auge, Zahn um Zahn”.
Vergeltung ist wohl im diesem Falle nicht möglich.
Abschreckung :
die Strafe soll auch Abschreckung für alle sein, ein gesetzliches Verbot zu übertreten.
Mit anderen Worten soll die Strafe jemanden durch Androhen oder Zeigen von etwas Negativem dazu bringen, eine meist beabsichtigte Handlung nicht auszuführen.
So soll die Strafe jemanden durch hohe Strafen vom Stehlen abschrecken
Schon wieder : wäre dies der Hauptzweck, dann müssten Strafen möglichst hart sein und möglichst für alle sichtbar vollzogen werden, was immer seltener der Fall ist.
==>Die drei Zwecke
Abschreckung ist speziell in dieser Thematik schon von höherer Bedeutung. Durch den Weltweiten Medienrummel kann man diesem Argument wohl auch nicht absprechen.
Besserung und Wiedergutmachung
Die Strafe soll Besserung und Umkehr des Täters ermöglichen – d.h. in sein Gegenteil verändern
Die Strafe soll auch die Wiedergutmachung der Rechtsverletzung ermöglichen.
Der Bestrafte soll dadurch wieder voll in die Gesellschaft eingegliedert ("resozialisiert") werden.
Bei diesem Strafzweck kommt es nicht auf die Schwere der Verfehlung an.
Viele Punkte treffen bei dem Fall P. schon mal nicht zu.
Besserung? Muß man feststellen inwieweit Herr P. heute noch seinen pädophilien Neigungen nachgeht. Da aber nur der Fall von vor 30 Jahren zur anklage steht, ist dem wohl nicht so. Wiedergutmachung könnte man ggf abhaken, da die Wiedergutmachung einzig allein dem Opfer gegenüber gilt. Dieses hat jedoch schon mehrmals auf diese Verzichtet bzw wünscht ausdrücklich keine weitere. Eine Wiedergutmachung wurde anscheinend in Form einer Zahlung von P. an das Opfer geleistet.
Der Punkt "Wiedergutmachung der Rechtsverletzung" spricht dagegen klar für einen Prozess. In den USA ist die Strafe nicht verjährt (in den meisten Ländern der EU allerdings schon) und muß deshalb geahndet werden.
Der Strafzweck der Resozialisierung ist nicht von belang. P. hat in diesem Sektor offensichtlich nichts aufzuholen.
Also wenn ich mir die Sache selbst zusammen Reime, dann spricht vieles für ein Verfahren. Allerdings spricht sehr weniges für eine Strafe. Die geforderten 25-50 Jahre die man in der Presse lesen kann, haben für mich ehr den Charakter einer "mittelalterlichen Strafpraxis" dem das moderne Strafrecht (Erziehungs- oder Resozialisierungstrafrecht) gegenüber steht.
PS:
Ich hab jetzt mal nur ein paar Punkte aufgezählt. Natürlich umreißt diese wenigen Punkte nicht dem gesamten Sinn und Zweck einer Bestrafung. (ich bin schlicht weg zu faul die ganzen Punkte hier aufzuführen, kann ja jeder hier (http://209.85.129.132/search?q=cache:z6t6QxRA6PgJ:web.droit.univ-metz.fr/langues/allemand/cours_mag/diaporamas/stgb2.ppt+deutsches+recht+vorbeugen+strafe+rache&cd=5&hl=de&ct=clnk&gl=de&client=firefox-a) selbst nachlesen und Schlüsse draus ziehen)
Und ich möchte noch klarstellen: Ich sehe bei jedem Verbrechen zwei Opfer. Denn niemand begeht eine Straftat aus Langeweile. Selbst wenn es scheinbar aus Langeweile geschieht, steckt doch mehr dahinter. Solche nicht begründeten Aussagen wie "Für immer wegsperren" halte ich für völlig fehl am Platz. Egal bei welcher Art von Verbrechen.
Gewiss ist "Lebenslänglich" oft von Nöten. Eine generelle, pauschale Forderung nach irgendwelchen Strafen im Vorfeld entzieht sich aber jeglichen sachlichen Diskussion.
PSS: Auch noch interessant (http://www.erkenntnis.org/forum/showthread.php?t=3764)
Was wäre in einem Land geschehen, wo die Strafe schon verjährt wäre? Stände Roman Polanski dann als Täter dar, welcher für sein Verbrechen lediglich eine Geldstrafe zahlen musste (welche vllt. auch nie ausgezahlt wurde)? Ich denke, dass (nahezu) jeder Mensch aus moralischen Gründen gegen eine Geldzahlung ist. Der von dir genannte Punkt der Abschreckung sollte, auch in Betracht der Unterstützer von Roman Polanski, eine starke Gewichtung bekommen. Im Moment erscheint der Fall für die eine Seite als unberechtigte Anschuldigung gegen Roman Polanski, auf der anderen Seite sind jene Leute, die bei einer fehlenden Verurteilung von Roman Polanski den Glauben in die Justiz verlieren.
Noch ein interessanter Nachtrag, wonach Roman Polanski wahrscheinlich nie Geld gezahlt hat. Erschreckend ist aber auch, was einer der Psychiater sagt: Bei dem Vergehen handelte es sich um einen isolierten Fall des vorübergehenden Verlusts des Urteilsvermögens in einer intimen, kreativen Arbeitssituation (...)..
http://www.sueddeutsche.de/panorama/484/489866/text/
Als Außenstehender wird der Fall immer mysteriöser. Das Opfer wird schon einen Grund haben, dass das Verfahren eingestellt werden soll. Ich könnte mir vorstellen, dass Samantha Geimer lieber das Geld nimmt und das Kapitel abschließen möchte. Verstehen kann man diese These sicher, aber das sind nur Mutmaßungen. Eine Abwägung zwischen den Interessen des Opfers und den Interessen der Personen, welche eine Verurteilung von Roman Polanski anstreben, scheint schwierig zu sein.
Würdet ihr die Position des Opfers ("Vergessen" der Tat) oder eine gerechte Verurteilung(von Haudrauff genannte Abschreckung für diese Tat) vertreten?
FlauschigesPony
05.10.2009, 07:23
Ich bezweifle, dass eine Gefängnisstrafe und eine Verurteilung eine Abschreckung für andere Pädophile darstellen würde, da es sich bei ihnen offensichtlich um Triebtäter handelt. Deshalb ist es ihnen im Moment der Tat es auch vollkommen egal, ob danach für sie ein längerer Gefängnisaufenthalt folgt. Eine Besserung der Kontrolle über ihren Sexualtrieb ist bei einer Gefängnisstrafe auch nicht gegeben, wodurch viele dieser Menschen sofort wieder straffällig werden, gleich nachdem sie wieder aus der Haft entlassen worden sind.
Eben deshalb gehören meiner Meinung nach pädophile Straftäter nicht ins Gefängnis, sondern in die Forensik, wo man ihnen hilft ihre Triebe zu lindern und unter Kontrolle zu halten und zwar so lange bis sichergestellt ist, dass sie für niemanden mehr eine Bedrohung darstellen werden.
Auch sinnvoll wäre eine psychatrische Betreuung für Pädophile noch vor ihrer ersten Tat, damit überhaupt nicht erst ein Kind missbraucht wird.
Haudrauff
05.10.2009, 09:05
Bei dem Vergehen handelte es sich um einen isolierten Fall des vorübergehenden Verlusts des Urteilsvermögens in einer intimen, kreativen Arbeitssituation (...).
Ich hatte sofort Zweifel an der Geschichte als ich erfuhr das Polanski alleine mit einem 13 Jähriges Mädchen für Fotoaufnahmen in eine Villa fuhr. Die Mutter stimmte dem ganzen auch noch im Vorfeld zu. Welche Mutter läßt ihr 13 jähriges Kind alleine mit einem Erwachsenen für irgendwelche Fotoaufnahmen unbeaufsichtigt mitgehen?
Ich vermute, hier gibts es noch einige Fakten die im Intresse der beteiligten nicht an die öffentlichkeit kommen sollen.
Eben deshalb gehören meiner Meinung nach pädophile Straftäter nicht ins Gefängnis....
Auch wenn ich ein Sexualdelikt als absolutes No-Go empfinde, so bin ich doch gegen eine Gefängnissstrafe im klassischen Sinn.
Wie kann man jemanden ins Gefängniss stecken wenn dieser im Prinzip nur seinen (krankheitsbedingten?) Gefühlen und Instinkten folgt? Bei solchen Menschen läuft einiges aus dem Ruder was sich nicht einfach mit 2 oder mehr Jahren Knast therapieren läßt.
Gibt genügend dokumentierte Fälle von geisteskranken Brandstiftern und Serienmördern, möchtest du die auch nur in psychiatrische Behandlung geben? Am Ende wären die Gefängnisse leer, weil jeder Dieb auf einmal ein zwanghafter Kleptomane ist und und und..
Es wäre sicherlich wünschenswert, wenn man in den Justizvollzugsanstalten mehr Betreuung hätte, aber das kostet Geld. Und das wird lieber stimmenfördernder an den Wähler gebracht, die Unterbringung kostet uns eh schon ein Vermögen.
Möglicherweise hat der Fakt, dass Polanski erst jetzt verhaftet wurde auch damit zu tun:
Ex-Justizminister Blocher hätte Polanski vor der Verhaftung gewarnt (http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/dossier/der-fall-polanski/Blocher-haette-Polanski-gewarnt-Und-der-Mais-waere-uns-erspart-geblieben/story/22326504)..
Dafür spricht auch das (http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Bundesamt-fuer-Justiz-musste-Polanskis-Chaletkauf-absegnen/story/24316673)
In der Schweiz muss jeder Immobilienkauf eines Ausländers vom Bundesamt für Justiz abgesegnet werden (sog. Lex Koller). 2006 kaufte Polanski ein Chalet in Gstaad.
Weshalb hat die Schweiz da nicht eingegriffen?
Der Zeitpunkt ist schon ein bisschen seltsam.. Denn man hätte Polanski schon während dem ganzen letzten Jahr (seither ist Vergewaltigung unverjährbar) verhaften können.
Aber im Steuerstreit mit den USA ist natürlich das Ass Polanski im Ärmel ein Vorteil..
Was jedoch klar ist, dass Justizministerin Widmer-Schlumpf absolut richtig gehandelt hat, denn mittlerweile hat auch Frankreich eingesehen, dass Polanski - nur weil er ein erfolgreicher Regisseur ist - keine Sonderbehandlung verdient..
Auch wenn es dreissig Jahre her ist und das Opfer ihm verziehen hat, kann man hier einfach nicht beide Augen zudrücken. Denn wäre Polanski kein Promi, wäre er schon längst im Gefängnis!
Haudrauff
05.10.2009, 11:23
Gibt genügend dokumentierte Fälle von geisteskranken Brandstiftern und Serienmördern, möchtest du die auch nur in psychiatrische Behandlung geben?
Erstmal ist ein nachgewiesener "geisteskranker" Schuldunfähig und kommt nicht in Haft. Dafür gibt es die geschlossene Psyiatrie . <-- da gibts auch Gitter an den Fenstern, aber statt Justizbeamten laufen eben Ärtze und Schwestern rum
Des weiteren bin ich mir bewußt, dass meine Forderung letzten Endes nicht finanzierbar ist. Aber was bringt es Serientäter für ein Vergehen einzusperren, wenn sie sobald sie draußen sind die nächste Straftat begehen?
Also wozu den Hintern abwischen, wird doch sowieso wieder schmutzig.
Man sollte einfach mal öfter Fragen, warum der Hinter schmutzig wird. Dann wäre es in den Gefingnissen evtuell nicht mehr so voll.
Denn wäre Polanski kein Promi, wäre er schon längst im Gefängnis!
Er ist bereits im Gefängniss. Aber auch ein Otto-Normal-Bürger hat keine abweichenden Auslieferunghaft-Zeiten. Diese Einspruchfristen gelten für jederman, dass hat nichts mit dem Promistatus zu tun.
Bei deinen restlichen Posting kann ich aber zustimmen, hab das teilweise schon vorher irgendwo gelesen. Der ganze Fall ist einfach seltsam. Ich glaube aber nicht wirklich das die wahren Hintergründe irgendwie aufdeckbar wären.
Ich meinte es so, dass er, wenn er kein Promi wäre, nicht 30 Jahre auf freiem Fuss durch die Welt gereist wäre.
Touché. Aber das Problem ist doch, dass für jedes vorgelegte Gutachten bei einem Serienmörder gerade in den USA drei Gutachten auftauchen, die ihn für zurechnungsfähig halten. Es gibt da einige Memoiren von Leuten, die auf ihre Spritze oder den Stuhl warten (oder es bereits hinter sich haben) und darüber ein Liedchen singen könnten.
Die erste Frage, die in diesem Fall gestellt wird geht aber nicht um den Hintern oder Ursachenforschung sondern darum, wie man andere vor deinem Gesäß schützen kann - um bei deinem Beispiel zu bleiben.
@Xeldon
Kannst du da mal etwas genauer werden wie Polanski als Druckmittel/Sahnehäubchen herhalten kann beim Steuerstreit? Hört sich für mich sehr weit hergeholt an, aber ich lasse mich da auch gerne eines besseren belehren.
Es geht ja darum, dass die UBS Kundendaten an die amerikanische Regierung ausliefern soll.
Diese (reichen) Kunden haben in den USA Steuern hinterzogen.
Die Amis wollen diese Kunden nun anklagen, das können sie jedoch nicht weil Leute, die Steuern hinterziehen, in der Schweiz durch das Bankgeheimnis geschützt werden.
Denn im Unterschied zu den USA wird in der Schweiz zwischen Steuerhinterziehung und Steuerbetrug unterschieden:
Der Unterschied zwischen Steuerhinterziehung und Steuerbetrug fusst im Konzept der Selbstdeklaration und dient dem Schutz der Bürger. Macht er bei der Selbstdeklaration von Einkommen und Vermögen Fehler, vergisst er zum Beispiel etwas anzugeben, lässt sich das als Steuerhinterziehung klassifizieren. Im Gegensatz zu anderen Staaten ist das in der Schweiz kein strafrechtliches Delikt. Das heisst nicht, dass Steuerhinterziehung ein Kavaliersdelikt ist; tatsächlich ahnden die Behörden Steuerhinterziehung mit Bussen bis zu einem Mehrfachen des hinterzogenen Betrages. Noch einen Schritt weiter gehen die Massnahmen beim Steuerbetrug. Denn hier wird ja absichtlich etwas vertuscht, zum Beispiel durch ein gefälschtes Dokument. Steuerbetrug ist ein strafrechtlich relevantes Delikt und wird mit einem Strafverfahren verfolgt.
Nur im Falle eines vorliegenden Steuerbetrugs dürfen die USA an die Kundendaten heran.
Wenn jetzt also Kunden, die früher nur wegen dem Bankgeheimnis ihr Geld in der Schweiz angelegt haben, ihr Geld plötzlich abziehen, hat die UBS ein Problem.
Die UBS hing bis vor kurzem eh am Staatstropf und schlechte Papiere wurden der UBS von der Nationalbank abgekauft.
Dies alles unter der Begründnung, die UBS sei "too big to fail", also zu gross um unterzugehen.
Der Finanzsektor erwirtschaftet in der Schweiz 14 % des BIP und beschäftigt knapp 6% aller Beschäftigten. Zudem werden etwa 10% der Steuern von Finanzinstituten bezahlt.
Wenn jetzt das Bankgeheimnis fällt, werden Neuanleger auf die Cayman Islands oder ähnliche ausweichen und bisherige Kunden werden ihr Geld abziehen...
Das wirkt sich dann auch in der Staatskasse aus.
Insofern könnte hier Polanski helfen, dass die Schweizer so ihre im Moment etwas angespannten Beziehungen zu den USA entlasten könnten.
Denn im Moment sagt Washington der Schweiz, was sie machen müssen, damit die Schweizer Banken weiterhin in den USA operieren dürfen.
P.S: Es ist möglicherweise wirklich etwas weit hergeholt, aber nun ja, vielleicht ist es ja so..
FlauschigesPony
05.10.2009, 15:31
Des weiteren bin ich mir bewußt, dass meine Forderung letzten Endes nicht finanzierbar ist
Naja man muss bei der Kostenbillanz auch berücksichtigen, dass man zwar direkt nach der Verurteilung etwas höhere Kosten durch die zusätzliche Betreuung hat, jedoch dadurch, dass die Täter nicht mehr rückfällig werden, über einen längeren Zeitraum gesehen sogar noch Geld sparen könnte. In wie weit sich soetwas rechnen würde, müsste man wohl erst in einer Studie untersuchen. Gleichzeitig würden jedoch diese Mehrausgaben letztendlich auch der Vermeidung von Opfern zu Gute kommen, da man diese Menschen auf Grund der Verhältnismässigkeit der Strafe nicht für immer wegesperren kann.
Am gestrigen Dienstag erschien auf welt.de ein sehr seltsames Interview mit Roman Polanski, welches 1978 kurz nach seiner Flucht durchgeführt wurde:
http://www.welt.de/kultur/article4792119/Roman-Polanski-Alle-wollen-kleine-Maedchen-f.html
Ich zitiere den Text nicht, die Gründe kann sich jeder beim Durchlesen der Titelzeile herleiten.
MountWalker
15.10.2009, 17:19
Wenn man mal der Frau zuhört, die damals das Mädchen war, versteht man vielleicht den Rückhalt besser und muss sich weniger aufregen. (kurzfassung: sie fordert freispruch)
Das ist grundsätzlich auch zu befürworten, wenn das Opfer die Sache vergessen möchte. Allerdings ist diese Tat kein Kavaliersdelikt und Roman Polanski wirkt auf mich so, als ob er die Tat nicht bereut, geschweige denn sich ernsthaft entschuldigt will. Schon allein aus diesem Grund würde ich die Sache nicht ruhen lassen.
Natürlich sind die Wünsche des Opfers zu respektieren, aber Roman Polanski sollte in meinen Augen nicht ungestraft davon kommen. Er hat anscheinend nicht einmal die versprochene Geldstrafe bezahlt.
Das Interview auf weltonline trägt auch nicht dazu bei seinen Ruf zu verbessern.
MountWalker
16.10.2009, 16:57
Wie hieß nochmal der Junge aus Ülzen, der in der Türkei vor Gericht stand? Bei dem wars auch eine 13 jährige...
chancaine
16.10.2009, 17:10
Meinst Du diesen Marco ?
Die beiden Fälle sind nicht miteinander zu vergleichen. Zudem hat "Marco" nicht den Eindruck erweckt, dass die Tat vorsätzlich passiert ist. Ein Beweis, dass der Vorfall wie von dem Mädchen geschildert, stattgefunden hat, ist nie aufgetucht, jedenfalls wüsste ich nichts.
Focus (14.10.2009):
„Emma“ veröffentlicht in ihrer neuen Ausgabe Auszüge aus dem Original-Vernehmungsprotokoll der 13-jährigen aus dem Jahr 1977. Dem Text ist den Angaben zufolge zu entnehmen, dass Polanski sein Opfer gezielt und heimtückisch in eine Falle lockte, obwohl das Mädchen immer wieder flehte, sie gehen zu lassen. Sie habe sogar vorgeschoben, sie leide unter Asthma und müsste sofort nach Hause.
Quelle: http://www.focus.de/panorama/vermischtes/fall-polanski-schwarzer-prangert-doppelmoral-an_aid_444910.html
Sollte die Aussage richtig sein, dann zeigt sich hier wiedereinmal Roman Polanski in leibhaftiger Form.
Marco und Polanski kann man nicht vergleichen.
Marco war selber noch ein halbes Kind. Der Kerl tut mir auch wahnsinnig Leid.
Mit Polanski hab ich kein Mitleid.. Trotzdem bleibe ich bei meiner Meinung. Eine harte Haftstrafe ist evtl. nicht mehr angebracht .
Mike Lowrey
17.10.2009, 00:09
Was mir schwer fällt bei der ganzen Diskussion ist zu definieren, was der Zweck einer Gefängnisstrafe ist.
Soll es Strafe sein? -> macht wenig Sinn, je nach psychischer Verfassung des Gefangenen, ist es zwar unbequem aber keine Strafe
Soll es Sicherheit bieten? -> macht nach 30 Jahren ohne Zwischenfall keinen Sinn
Soll es eine Art der Rache für das Opfer bieten? -> Das Opfer hat kein Interesse an weiterer Verfolgung
Ich bin nicht dafür das einzelne vor dem Gesetz besser dastehen als andere, aber ich bin auch dafür das eine Verurteilung einen Sinn hat.
Dies hat nichts mit dem Status Polanskis zutun sondern mit meiner grundsätzlichen Vorstellungen des Rechtsstaats.
Also zumindest meines Wissens nach, wurde die Todesstrafe abgeschafft, weil Ziel die Resozialisierung sein soll, ich denke das hat Polanski geschafft, er gibt kein Opfer was die Tat ahnden will und es gibt keinen Sinn ihn einzusperren weil keine Gefahr ausgeht.
Was viel interessanter ist, ist die Frage wieso das "Opfer" keine Vergeltung will - dies ist zumindest nach meinem Wissen eher ungewöhnlich.
chancaine
17.10.2009, 01:28
Naja, ich denke mal ändern an der Tat können sie eh nix aber irgendwas tun wollen se schon. Also muss eine Gefängnisstrafe her, egal ob man den Täter zur Einsicht bringt damit oder nicht. Ich meine, Experten sagen ja schon lange, dass die Idee der Resozialisierung bei den meisten Straftätern nicht funktioniert.
Rache ist meiner Meinung nach das einzig legitime Mittel und auch irgendwie logisch, weil des dem menschlichen Wunsch nach Gerechtigkeit am näcshten kommt.
Wenn jemand mein Kind tötet, dann muss er auch getötet werden, damit mir und meiner Familie Gerechtigkeit widerfährt. Warum soll er nach 30 Jahren aus dem Knast rauskommen dürfen und ein neues Leben beginnen? Mein totes Kind hat auch keine Chance auf einen Neubeginn.
Das ist nicht ganz so krass meine persönliche Einstellung, aber die Ansicht von vielen Menschen. Es nennt sich ius talionis und kommt aus dem jüdischen Gedankengut / Kulturraum ursprünglich. Allerdings gibt es viele Kulturen in der Welt, wo einem Täter das gleiche angetan wird, was er getan hat, um ein Gleichgewicht wieder herzustellen.
Den Polanski kann man natürlich nicht staatlich angeordnet vergewaltigen - obwohl das vielleicht etwas hätte und Typen wie er es dann wohl mal checken würden ;-)
68Marcus69
17.10.2009, 01:47
Wer die gesamte Geschichte kennt, redet nicht so leichtsinnig daher.
Ich habe mir die Dokumentation von Mariana Zenovich "Roman Polanski : Wanted and desired" angeschaut und weiss nicht mehr wie ich urteilen soll!
Man kann Roman Polanski eigentlich keinen Vorwurf machen, er hat sich nach der Tat gestellt, hat sich bis zum "Schluss" an die Regeln gehalten und ist nur "geflohen" weil er kein Gerichtsurteil bekommen hätte sondern eine "Hinrichtung" durch ein nicht urteilsfähiges Gericht.
Wenn man sich dieses Desaster anschaut, fragt man sich, wie bescheuert die USA sein muss, diese Geschichte noch nach über 30 Jahren wieder aufzurollen, es ist wirklich peinlich. Man denkt man wäre im Mittelalter wieder angekommen.
Seht euch die Dokumentation an, gute Englischkenntnisse werden allerdings vorrausgesetzt, da der deutsche Untertitel nicht wirklich alles übersetzt. Ihr werdet staunen, wie die Geschichte wirklich war und entsetzt sein über manche Personen und der Presse (besonders der europäischen), die alle auf dieses "Ende" hingewirkt haben.
Eigentlich wäre Roman Polanski wegen "Sex mit einer Minderjährigen" zu 90 Tagen Gefängnis (wovon er bereits 42 Tage abgesessen hat) verurteilt worden, eventuell hätte er noch weitere 6 Monate auf Bewährung bekommen. Eine Ausweisung aus der USA stand auch noch im Raum.
Allerdings schwenkte der Richter auf einmal um und wollte ihn plötzlich, auf drängen des Gerichtsdieners und der Presse, ihm Lebenslänglich geben. Was laut kalifornischem Gesetz gar nicht möglich war. Es wäre daraufhin ohnehin zu weiteren Verhandlungen gekommen. In der Zeit hätte Roman Polanski aber die unrechtmäßige Strafe weiter absitzen müssen.
Man sollte sich fragen, warum selbst der Staatsanwalt und der Anwalt des Opfers sich mit dem Verteidiger zusammentaten und gegen diesen Richter beschwerde einreichten, übrigens mit Erfolg!
Da er die Hälfte seiner Strafe, die er bekommen hatte, bereits abgesessen hatte, sich aus der USA, genötigt, selbst ausgewiesen hat, die Bewährungsstrafe ebenfalls hinter sich hätte, meinen eben viele Leute, er habe seine Schuld abgetragen. Zumal er sich aussergerichtlich ende der 90er Jahre mit dem Opfer geeinigt hat.
Trotzdem der Richter mit Erfolg "degradiert" wurde, bleibt jetzt sein Urteil noch immer bestehen, für mich nicht verständlich.
Man könnte sich jetzt fragen:
Warum hat die USA das Urteil nicht verworfen, Roman Polanski zurück auf die Anklagebank zitiert und den Prozess unter Ausschluß der Öffentlichkeit ordentlich zuende gebracht?
Dadurch, dass das Urteil nicht angefochten werden konnte, da Roman Polanski sich nicht mehr in die USA wagte, das Urteil aber nicht aufgehoben wurde, ist es letztendlich zu diesem "Theater" mutiert.
Dass Roman Polanski generell flüchten wollte kann man ihm auch nicht unterstellen, da er nach dem Hafturlaub nach den 42 Tagen wieder aus Europa zurückgekommen war und sich weiter der Verhandlung seiner endgültigen Strafe stellte!
Aber leider kann man nicht alle Geschehnisse und Einflüsse hier auflisten, die zu dem Desaster beigetragen haben.
Die europäische Presse machten aus dem Opfer eine Täterin, wollten sogar Beweise ihres Sexlebens besitzen. Gleichzeitig wurde Roman Polanski zum Monster erkohren.
Die Mutter des Opfers spielt auch eine nicht ganz saubere Rolle. Dazu kommt der Gerichtsdiener, der den Richter stark beeinflusste. Ein Richter der nach Ruhm lechtzte, etc., etc.
Eigentlich gab es letztenendlich nur Verlierer auf allen Seiten, zwei davon sollen jetzt weiter verlieren, das Opfer und der Täter.
Ist das Gerechtigkeit oder nur "Hollywood"?
MountWalker
17.10.2009, 10:14
@ marco
Es geht nicht so sehr um die Genauigkeiten des Fals, sondern allgemein darum, wie die meisten Menschen darauf regieren. In den meisten Fällen kommt da immer:
...
Marco war selber noch ein halbes Kind. ...Und ich finde es eben sehr fragwürdig, wenn man sagt, dass eine 13 jährige durch einen 15 jährigen verführt werden darf, durch einen 30 jährigen aber nicht - das ist Doppelmoral, entweder eine 13 jährige darf verführt werden oder nicht - ich finde es richtg, dass man sich mit dem Thema Verführung minderjähriger befasst, dann aber auch offen und ehrlich und in allen Fällen, dh. dass eben auch der türkische Gerichtsprozess gegen Marco aus Ülzen korrekt gewesen ist. Ich habe letztenendes damit aufzeigen wollen, dass Herr Polanski eben nicht stärker bedauert wird, als andere - Marco aus Ülzen ist keine VIP und dennoch wurde er von 90% der Deutschen bereits bedauert, bevor irgendjemand wissen konnte, ob es nicht doch Beweise dafür gebe, die seine Schuld bewiesen hätten - da wurde sofort gegen die türkische Justiz gewettert.
FlauschigesPony
17.10.2009, 12:57
Ich wäre auch mit dem Wort "verführen" in diesem Zusammenhang extrem vorsichtig, da es sich so anhört, als ob sich bei einer einvernehmlichen Geschlechtlichen Beziehung eine Person ein Opfer wäre.
Denn die geschlechtliche Reife von Jugendlichen bzw Kindern findet nicht, wie der Gesetzgeber es durch das Schutzalter "vorgesehen" hat, am oder nach dem vierzehnten Geburtstag statt, sondern schwankt je nach Geschlecht, genetischer Disposition und Ernährungsweise grob zwischen dem 11 und 16 Lebensjahr, währrenddessen auch bei Kindern das aktive geschlechtliche Interesse am anderen Geschlecht entwickelt.
chancaine
17.10.2009, 14:41
Tja, das Thema hat eben viele Facetten.
Allerdings rede ich nicht "so leichtsinnig daher", wie es mit 68Marcus69 unterstellt.
Ich habe beschrieben, wie die Gesellschaft sich Strafe bzw. den Sinn von Gefängnis
vorstellt. Der eigentliche Fall spielt hier überhaupt keine Rolle.
Ich glaube auch, dass das alleinige Ansehen einer Doku über diese Geschichte keinen
zum Erleuchteten macht, denn erstens kann ein Film auch nicht alle Details zeigen bzw.
klären und zweitens haben die Medien nicht immer recht ;-)
Wer weiß denn, zu welchem Zweck die Doku gedreht wurde und von wem das Ganze
finanziell unterstützt wurde? Das hat nichts mit Paranoia sondern mit gesundem Menschen-
verstand zu tun. Man sollte längst nicht alles glauben, was im TV ausgestrahlt wird.
Eines ist aber klar: Der Fakt, dass ein Erwachsener mit einer Minderjährigen geschlafen hat.
Das ist in fast jedem Land der Welt verboten, wer es trotzdem tut, weiß, dass er sich strafbar
macht und sollte nicht rumheulen, wenn er sich zur Verantwortung ziehen muss.
Auch 30 Jahre nach der Tat ist es immernoch nicht in Ordnung die gesellschaftlichen Regeln
missachtet zu haben.
Die Frage, ob der Sex einvernehmlich war, spielt hierbei übrigens keine Rolle, da es eine formale
Straftat ist!
Die Menschen urteilen zwar häufig zu schnell, die Demonstranten gegen Polanski als eine Art
Hexenverfolger zu bezeichnen geht aber entschieden zu weit. Es geht den Meisten wohl eher
darum, dass auch für Promis die Gesetze gelten müssen.
Wer sich aus einem laufenden Verfahren entfernt und der Gerichtsbarkeit entzieht, hat immer etwas
zu verbergen und / oder nimmt es in kauf, das es als Schuldeingeständnis gewertet wird.
FlauschigesPony
17.10.2009, 15:11
Dein letzter Post ist jedoch wieder voller Leichtsinnigkeiten und Halbwahrheiten:
Ersteinmal ist es nicht strafbar als Erwachsener mit einer Minderjährigen zu schlafen, sondern mit einem Menschen, der das Schutzalter, also das Alter bei dem man dem Geschlechtsverkehr zustimmen kann, noch nicht erreicht hat. Dieses schwankt global gesehen neben wenigen Ausreissern zwischen dem 12. und 18. Lebensjahr, also wäre es an sich nicht einmal in allen Ländern eine Straftat gewesen.
Denn es ist sehr problematisch, wie in meinem obigen Post geschrieben eine genaue Grenze zu ziehen, ab wann man ein Kind bzw einen Jugendlichen als geschlechtlich vollwertig betrachten kann.
Des Weiteren möchte ich noch erwähnen, dass ich es höchst fragwürdig finde eine solche Verurteilung gutzuheissen, wenn das zu Grunde liegende Recht kein Naturrecht, sondern positives Recht ist, wie in diesem Fall des freiwilligen Geschlechtverkehrs.
Demnach müsstest du beispielshaft auch in Ordnung finden, dass es Länder gibt in denen Homosexuelle oder "Paarungen" zwischen Unverheirateten bestraft werden, da es dort gegen das geltende positive Recht verstösst. Ich vermute einfach mal, dass du das nicht in Ordnung findest . . . .
Denn bei einvernehmlichen Geschlechtsverkehr bzw Partnerschaften haben beide ihre Beziehung freiwillig gewählt, um dadurch glücklich zu sein bzw zu werden. Woher nimmt sich nun die Allgemeinheit das Recht die Partnerschaft der Verliebten zu kritisieren, sie auseinanderzureissen und einen der beiden zu bestrafen, um gesellschaftlichen Moralvorstellungen zu bewahren?
Eben deshalb finde ich eine Bestrafung in diesen Fällen äusserst fragwürdig.
chancaine
17.10.2009, 16:26
Das ist doch nicht wahr! Ich habe weder leichtsinnig noch unwissend, sondern auf Basis meiner Meinung geschrieben. Wir sind nicht im Juristenforum, sondern bei Computerbase!
Passt sie Dir nicht, so sage es frei heraus und benutze kein abwertendes Wort wie Leichtsinnigkeit, denn wer zu diesem Thema schreibt, sagt seine Meinung alles andere als leichtsinnig oder unreflektiert!!!
Logischerweise ist die Altersgrenze von 14 Jahren gemeint, soviel sollte mittlerweile doch wohl klar sein in dieser Diskussion!
Dann haben weiters Ressentiments gegen Homosexuelle mit dem Thema ebenfalls nichts zu tun und Unterstellungen dazu ignoriere ich einfach mal, auch wenn es mir schwer fällt.
Desweiteren ist es Blödsinn, dass jeder über sein Sexualleben selbst entscheiden können sollte, der noch nicht die nötige seelische Reife und die geistige Entwicklung hinter sich hat um es zu entscheiden, wie Du scheinbar forderst. Denn dass jemand mit elf Jahren schon sexuell entwickelt ist, deutet nicht auf ein eigenverantwortliches Verhalten hin, sonst gäbe es nicht so viele Minderjährigen-Schwangerschaften. Wo ist da die Reife und das Verantwortungsbewusstsein geblieben? Oder war es etwa noch nicht vorhanden?!? ;-)
Zur sexuellen Selbstbestimmung gehört eine gewisse Reife, die zwar individuell verschieden sein kann, erfahrungsgemäß aber nunmal um das 14.Lebensjahr anfängt einzusetzen.
Anfängt=es ist ein Prozess, der noch eine ganze Weile dauert.
Bei Jungs etwas später, bei Mädchen etwas früher. Auch das ist ja allgemein bekannt. Dass es Ausnahmen geben wird, sagt das Wort Ausnahme dann ja schon.
Meinst Du allen Ernstes, dass ein Schulkind von elf Jahren selbst über sich entscheiden kann in sexuellem Sinne?!? Das kann und will ich nicht von Dir annehmen.
Wenn es gewisse Gesetze gibt, die auch in unser aller Namen geschaffen wurden, dann hält man sich daran. Fertig! Nenn es spießig oder konservativ, das ist mir herzlich egal.
Wir leben schon in einem sehr freien Land, wo sich die Mehrheit doch viele Freiheiten erlauben kann.
Irgendwo muss es aber Grenzen geben, sonst würde die gesamte gesellschaftliche Ordnung in Chaos und Anarchie enden.
Und da ist EIN Aspekt der gesellschaftlichen Kultur eben, dass man machen kann, was man will, wenn man volljährig ist. Natürlich gibt es bei der sexuellen Selbstbestimmung verschiedene auch national unterschiedliche Altersgrenzen, nicht nur die von 14 und 18 Jahren, das ist mir auch klar - soviel zu Halbwahrheiten ;-)
Noch eins zum Umgang in Foren:
Höflichkeit und Respekt den Meinungen anderer gegenüber sollten zum medialen Einmaleins eines Users gehören, bei aller Liebe zu Diskussionen! Dazu gehört auch, dass man mir gefälligst (nicht bitte!!!) keinen Homosexuellenhass vorzuwerfen hat oder unterstellt, dass ich gewissen Verurteilungen gutheißen würde.
Das geht entschieden zu weit!
Zitat: "Ich habe weder leichtsinnig noch unwissend, sondern auf Basis meiner Meinung geschrieben"
Wenn das kein Argument ist... Jeder ist frei seine Meinung auf Basis seiner Meinung zu gründen. Was anderes ist das Meinen nicht!
Zitat: "Zur sexuellen Selbstbestimmung gehört eine gewisse Reife, die zwar individuell verschieden sein kann, erfahrungsgemäß aber nunmal um das 14.Lebensjahr anfängt einzusetzen."
Das Meinen weißt aber über Sex, Reife und Selbstbestimmung eine Menge. Bei der Zahlen hört sogar auf , Meinen zu sein, und wird Genauigkeit: erfahrungsgemäß (wessen Erfahrung?) um 14. Lebensjahr. Aber bestimmt nicht um 13. Lebensjahr.
Und der Sex ist eine schmutzige Sache, nicht wahr?
Ich vermute, jemand steht hier auf Zehenspitzen, um größer zu erscheinen...
FlauschigesPony
17.10.2009, 19:21
Ääähm, nein ich befürchte du hast meinen letzten Post komplett nicht verstanden . . .
Da es sich hier um eine Diskussionsforum handelt, sollte man hier nicht nur schreiben, dass die Meinung seines gegenüber einem nicht "passt". Aber man sollte konstruktive Kritik üben und schreiben, weshalb sie einem nicht passt, was ich in meinem Post getan habe, da nur dadurch eine fruchtbare Diskussion entstehen kann. Wenn du dich durch das Wort "leichtsinnig" beleidigt gefühlt hast so entschuldige ich mich dafür, es war nicht meine Absicht.
Wir mögen uns hier zwar auch nicht in einem Juristenforum befinden, jedoch sollte man, wenn es um juristische Themen geht, nicht alle Begriffe durcheinanderwerfen. Denn wenn man andersweitig definierte Begriffe, wie in diesem Fall Minderjährigkeit, falsch verwendet, so kann es zu Missverständnissen mit seinem Diskussionspartner kommen. Denn dieser wird dann entweder das Wort in seiner ursprünglichen Bedeutung verwenden, wodurch die Gesamtaussage falsch wird, oder er wird die Fehlverwendung bemerken. Beide Fälle jedoch bewirken, dass dein Diskussionpartner unter Umständen deine Meinung als leichtsinnig betrachtet, da er glaubt sie basiere auf Unwissenheit oder Halbwahrheiten.
Ich wollte dir ebenfalls keinen Homosexuellenhass unterstellen, sondern mit Hilfe einer rhetorischen Frage dich dazu bringen, deine vielleicht doch undurchdachte Meinung, welche du im folgenden Zitat zum Ausdruck gebracht hast, zu überdenken:
Auch 30 Jahre nach der Tat ist es immernoch nicht in Ordnung die gesellschaftlichen Regeln
missachtet zu haben.
Die Frage, ob der Sex einvernehmlich war, spielt hierbei übrigens keine Rolle, da es eine formale
Straftat ist!!
Denn hieraus schloss ich, dass du eine Bestrafung einer jeden Tat gut heissen wirst, sofern sie gegen lokal geltendes Recht verstösst. Da du der Verurteilung von Homosexuellen in diversen Ländern jedoch abgeneigt bist, scheinst du hier zumindest temporär einen Fehler einzugestehen.
Wenn es gewisse Gesetze gibt, die auch in unser aller Namen geschaffen wurden, dann hält man sich daran. Fertig! Nenn es spießig oder konservativ, das ist mir herzlich egal.
Und hier den Fehler wieder abzustreiten.
Auch würde ich gerne wissen, weshalb und welche seelische Reife oder geistige Entwicklung man deiner Meinung nach genau brauchen sollte, um eine sexuelle Selbstbestimmung zu besitzen und einen anderen Menschen zu lieben zu dürfen. Ausserdem kommt hinzu, dass die Fortpflanzung beim Tier Mensch, noch sehr stark hormongesteurt ist, weshalb die Partnerwahl bzw das Fortpflanzungsverhalten der Menschen weitgehend unabhängig von seelischer Reife oder geistiger Entwicklung abläuft, von daher wäre das Vorhandensein dieser beiden Charaktereigenschaften sowieso egal.
Nur etwas so am Rande: Meine Eltern sind meines Wissens zusammen, seitdem meine Mutter 13 und mein Vater 18 war, mittlerweile seit 40 Jahren und beide immer noch glücklich, was nach deiner Meinung ebenfalls verboten gewesen wäre. Hätte man meinen Vater nun einsperren sollen?
Die Schwangerschaften unter Minderjährigen bzw von Minderjährigen im Schutzalter, deuten eher auf etwas anderes hin: Diese Menschen gehen gemäss ihrer sexuellen Entwicklung, ihren Geschlechtstrieb nach. Da man ihnen das nicht zugestehen will und ihnen deshalb auch die nötige Aufklärung verweigert, wissen sie nicht wie und ob man effektiv verhüten soll und werden ungewollt schwanger. Das sind Probleme, welche man durch freizügigere Einstellungen vermeiden könnte.
Des Weiteren sagte ich nicht, dass es keine Grenzen geben sollte, sondern dass die Grenze im Fall des Schutzalters keine klare Altersgrenze ist sondern nur extrem schwer bestimmt werden kann. Die 11-16 Jahre waren nur beispielhaft ein sehr grobes Intervall, mit dem ich hoffte alle Menschen abzudecken.
Und noch etwas, weshalb ich das Schutzalter kritisch betrachte: Während in Deutschland Fälle von Geschlechtsverkehr, welche sich am Rande des Schutzalters unter Jugendlichen abspielen, meist vom Gericht tolerant behandelt werden und es nicht zur Anklage kommt, ist es in den USA nicht so. Hier gab es bereits Fälle wo beispielshaft ein 19-Jähriger, nachdem er einvernehmlich mit einer 15-Jährigen geschlafen hat, mit der vollen Härte des Gesetzes wegen "statutory rape", wonach auch Kinderschänder bestraft werden, bestraft worden ist und den Rest seiner Jugend ins Gefängnis dürfte. Zusätzlich wurde er für das Rest seines Lebens in eine Kartei von Sexualstraftätern aufgenommen, wodurch jeder im Internet nachschauen konnte, wo er sich gerade aufhält. Ein starres Gesetz, das soetwas bewirkt, kann und will ich im Gegensatz zu dir einfach nicht gutheissen.
CHAOSMAYHEMSOAP
18.10.2009, 00:08
Im Jahr 1977 hat er ein 13 jähriges Mädchen im Haus seines Freundes Jack Nicholson unter Alkohol und Drogen gesetzt und dieses dann sexuell mißbraucht und vergewaltigt - was er auch zugegeben hat.
Falsch. Er hat nur zugegeben mit einer Minderjährigen Sex gehabt zu haben.
Als klar wurde das er angeklagt werden sollte, flüchtete er vor den Strafverfolgungsbehörden ins Ausland.
Auch falsch. Er hat sich gestellt, saß sogar 42 Tage im Knast und floh erst, als klar wurde, daß sich der Richter nicht an den Deal mit dem Staatsanwalt halten würde.
Ich frage mich wieso jemand, nur weil er Oscarpreisträger ist, nicht bestraft werden sollte?
Der Deal mit der Staatsanwaltschaft wäre wohl auf eine Bewährungs- und Geldstrafe hinausgelaufen (u.U. verbunden mit einem Einreiseverbot in die USA). Wieso will man ihn jetzt wegen Vergewaltigung anklagen? Weil das einen größeren Medienrummel verspricht?
Außerdem halte ich es nicht für ausgeschlossen, daß das Mädchen damals den Sex wollte; sich über eine berühmte Person nach oben zu schlafen ist in der Filmbranche nicht unüblich. Insofern gilt für mich: Aussage gegen Aussage.
Schließlich wurde Michael Jackson wegen ähnlichen Vorwürfen freigesprochen, nicht wahr?
Aber Polanski ist ja Ausländer, Pole, Jude und macht komische Fime (u.A. Rosemary's Baby) und darum ist er natürlich schuldig. :rolleyes
68Marcus69
18.10.2009, 03:52
@chancaine
"Allerdings rede ich nicht "so leichtsinnig daher", wie es mit 68Marcus69 unterstellt.
Ich habe beschrieben, wie die Gesellschaft sich Strafe bzw. den Sinn von Gefängnis
vorstellt."
Das war wohl eher deine Vorstellung! Sicher nicht die der Gesellschaft!
Ich habe geschrieben:
"Wer die gesamte Geschichte kennt, redet nicht so leichtsinnig daher."
Bezieht sich das auf das allgemeine Recht? Oder ist es eher eine Aussage zu dem Thema hier im Thread?
Nur weil ich nach deinen recht eigenartigen Kommentar in #90 geschrieben habe, heisst es nicht, dass ich dich meine! Aber scheinbar weisst du selber wie bescheuert einige Aussagen in #90 waren und hast dich daher angesprochen gefühlt.
Da du dich angesprochen fühlst, kann man also davon ausgehen, dass du die Geschichte nicht kennst!
Warum diskutierst du dann überhaupt mit?
Wie kann man treffende Aussagen machen, wenn man gar nicht weiss, worum es überhaupt geht?
Wie kann man eine Meinung zu etwas haben, das man gar nicht kennt?
Wenn du dir die Dokumentation mal anschauen würdest, und auch die Kritiken dazu, wüsstest du, dass Roman Polanski dort als Mensch nicht gerade gut wegkommt, sogar als Egozentrisch beschrieben wird.
Weiter dachte er in den ersten Tagen der Anklage sogar, er wäre komplett unschuldig, da er die amerikanischen Gesetze gar nicht kannte. Auch seine Beziehung mit der damals 15 jährigen Nastassja Kinski und andere Dinge werden erwähnt. Er ist sicher nicht das Vorzeigemodell eines Menschen.
Immerhin umfasst es alles vorhandene Bildmaterial aus der Zeit, samt aller öfentlichen Interviews und Reportagen. Dazu kommen die Interviews aller beteiligten Personen die direkt mit dem Fall zu tun hatten, mit Ausnahme der Mutter des Opfers.
Sei es der Polizist der ihn festnahm, der Gerichtsdiener, alle Anwälte, das Opfer, die Vertragspartner von Polanski, Reporter, der beste Freund von R. Polanski, einfach alle, die irgendwie direkt damit zu tun hatten.
"Wenn jemand mein Kind tötet, dann muss er auch getötet werden, damit mir und meiner Familie Gerechtigkeit widerfährt."
Soetwas nennt man nicht Gerechtigkeit, sondern Rache! Daher gibt es auch kaum noch Länder in der Welt, die die Todesstrafe praktizieren!
@CHAOSMAYHEMSOAP
Es gab ja eine Anklage, bevor der Deal zustande kam, die wird auch wieder neu aufgelegt.
Tiramisu
24.10.2009, 15:31
@68Marcus69:
Danke für Deine Darstellung. Das wirft wirklich ein ganz anderes Licht auf die ganze Sache!
Tuetensuppe
29.10.2009, 13:49
Ersteinmal ist es nicht strafbar als Erwachsener mit einer Minderjährigen zu schlafen, sondern mit einem Menschen, der das Schutzalter, also das Alter bei dem man dem Geschlechtsverkehr zustimmen kann, noch nicht erreicht hat. Dieses schwankt global gesehen neben wenigen Ausreissern zwischen dem 12. und 18. Lebensjahr, also wäre es an sich nicht einmal in allen Ländern eine Straftat gewesen.
.
Falsch. In Deutschland kommt es auf den Altersunterschied an. Wenn eine ab 25 jährige Person mit einer jugendlichen Person unter 16 jahren ins Bett geht, dann ist das strafbar ;-) (andererseits kann ein 17 jähriger mit einer 14 jährigen Hardcorepornos drehen, solange nix veröffentlicht wird)
Übrigens finde ich es richtig, daß eine Vergewaltung auch nach Jahrzehnten hart bestraft wird, denn es ist eines der schlimmsten Verbrechen, daß man einem Menschen antun kann. Mädchen, die in jungen Jahren vergewaltigt wurden, sind meist ihr ganzes Leben lang psychisch gestört.
Polanski ist ein übles Schwein, und da gibt es keinerlei Rechtfertigung.
CHAOSMAYHEMSOAP
30.10.2009, 00:17
Wurde sie denn vergewaltigt? Oder war es einvernehmlicher Sex?
Das Mädchen behauptet unter Drogen-/Alkoholeinfluß gestanden zu haben, die Presse spricht von einer Vergewaltigung und lt. Polanski wollte sie es.
=> Aussage gg. Aussage.
Ein Michael Jackson wurde bei gleicher Anschuldigung freigesprochen, weil man Unruhen bei den Afroamerikanern befürchtete, falls der Zombie verurteilt worden wäre.
Aber ein Ausländer, Pole und Jude muss natürlich schuldig sein, gell? :rolleyes
Wurde sie denn vergewaltigt? Oder war es einvernehmlicher Sex?
Das Mädchen behauptet unter Drogen-/Alkoholeinfluß gestanden zu haben, die Presse spricht von einer Vergewaltigung und lt. Polanski wollte sie es.
=> Aussage gg. Aussage.
:freak
Wo kommt Du den her?
Das Maedchen war 13 als er sich an ihr vergangen hat (Sie war also ein Kind/Minderjaehrig) , ein Erwachsener kann keinen einvernehmlichen Sex mit einem Kind haben(Auch wenn paedophile gerne sagen das es einvernehmlich war), das hat nix mit irgendeiner Nationalitaet oder gar Rassismus zu tun.
Und wenn es eine Chance gibt ihn dafuer zu belangen, dann sollen sie es tun (Auch wenn die Tat schon haette frueher Bestraft gehoerte.)
EDIT: Wer hat ihr die Drogen gegeben/eingefloesst?
wiesel201
30.10.2009, 10:32
Aber ein Ausländer, Pole und Jude muss natürlich schuldig sein, gell? :rolleyes
Ein dämlicheres Argument kann man ja nun wirklich nicht bringen. Da funktionieren wir einfach mal all die, welche Polanski nicht per se für unschuldig halten, zu Juden- und Polenhassern um. Geht´s noch?
Vielleicht Solltest Du Dir Deine Signatur erst mal selbst reinziehen.
Haudrauff
30.10.2009, 11:14
(andererseits kann ein 17 jähriger mit einer 14 jährigen Hardcorepornos drehen, solange nix veröffentlicht wird)
Möp! Setzen, 6.
Sobald eine sexuelle Handlung mit Minderjährigen auf Video gebannt ist, ist es per gesetzlicher Deffinition ein Kinderporno.
Ein 17jähriger kann eine 14Jährige po..en wie er will, Fotos und Filmchen drehen bleibt aber uns erwachsenen Vorbehalten.
Ich erinnere mich an den seltsam tragischen Fall (USA) wo ein minderjähriges Mädchen ihren gleichaltrigen Freund ein paar heiße Handyfotos zukommen lies. Er hätte sie aber besser behüten sollen. Denn er wurde wegen KiPo angeklagt und verurteilt.
Falsch. In Deutschland kommt es auf den Altersunterschied an. Wenn eine ab 25 jährige Person mit einer jugendlichen Person unter 16 jahren ins Bett geht, dann ist das strafbar ;-)
Nicht prinzipiell. ( vor 30 Jahren war das mal so ähnlich)
Falls es zu einer Anzeige kommt ist es aber möglich, dass das Gericht dem unter 16 Jährigen die Fähigkeit zur sexuellen Selbstbestimmung abspricht. Für den Beteiligten ab 21 Jahren dann nicht ganz gefahrlos.
welche Polanski nicht per se für unschuldig halten, zu Juden- und Polenhassern um. Geht´s noch?
In der Tat eine wunderliche Ansicht.
Wegen des Schutzalters war das Mädel zu dieser Zeit rechtlich jedenfalls nicht in der Lage der Handlung zuzustimmen.
Ob das aus moralischer Sicht für eine Schuld ausreicht ist eine andere Sache.
ein Erwachsener kann keinen einvernehmlichen Sex mit einem Kind haben
Was man als Kind betrachtet ist letztendlich eine "Geschmacksfrage".
In einigen Teilen dieser Welt ists <12, in einigen Staaten der USA kann aber auch eine 17-Jährige nicht selbst darüber bestimmen.
Die Einvernehmlichkeit ist durch den Einfluss der Drogen aber sowieso dahin . . .
MountWalker
31.10.2009, 19:45
...
Die Einvernehmlichkeit ist durch den Einfluss der Drogen aber sowieso dahin . . .Was aber nicht zwangsläufig das Wort Vergewaltigung rechtfertigen muss.
walter09
01.11.2009, 19:13
das ganze mal aus sicht der emma:
http://www.emma.de/alice_schwarzer_ueber_polanski_2009_60.html
MountWalker
02.11.2009, 13:10
"Gleiches Recht für Alle" ist tatsächlich ein hehrer Grundsatz, der auch im Fall von Polanski gelten muss. Daneben gibt es aber noch andere Basissätze zivilisierten Rechts, die nicht weniger gelten müssen. Der erste von ihnen lautet: "Im Zweifel für den Angeklagten". Diese Unschuldsvermutung herrscht im Fall Roman Polanski aber schon lange nicht mehr. Obwohl der Regisseur vor 32 Jahren wegen "statutory rape", korrekt übersetzt "Unzucht mit Minderjährigen" angeklagt wurde, und dies auch - allerdings nur als Teil einer Absprache zwischen den Prozessparteien, um den Fall schnell beizulegen - zugegeben hat, keineswegs aber wegen "Vergewaltigung", ist konsequent genau davon die Rede.
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31264/1.html
Emma ist eben auch nur eine Art Bildzeitung.
FlauschigesPony
09.11.2009, 04:08
Noch etwas interessantes:
http://freestudents.blogspot.com/2009/09/there-is-fury-and-and-sadness-inside.html
Beschäftigt sich mit der Schuldigsprechung wegen "Satatury Rape" bei einvernehmlichen GV in den USA, welcher allerdings selbst von Minderjährigen begangen worden ist. Der Text ist relativ "interessant" zu lesen, da man in etwa eine Vorstellung gewinnt, was mit Polanski passieren wird, auch wenn das Gericht ihn von den Drogenvorwürfen freispricht, sofern er deshalb unschuldig ist.