Hab den Artikel gerade durchgelesen ...
Sicher einige Ansätze sind darin richtig und gut formuliert, aber alles in allem würde ich eher sagen, dass auch dieser Artikel nur eine weitere Form blinden Antiamerikanismuses ist. Wenn auch auf einem hohen sprachlichen Niveau.
Generell stören mich Begriffe wie "Imperium" (ein wirklich objektiver Autor würde nie ein solches Wort benutzen um die USA zu beschreiben) und "libanonisierung" (was er damit meint, darauf geht der Autor gar nicht ein und es sicher auch kein Begriff, der jeden geläufig sein sollte).
aber weder hatte er nähere Kontakte zu Netzwerken des Terrors noch war er in Proliferation verwickelt oder gar im Besitz von Massenvernichtungswaffen.
Es gibt weder Beweise dafür, noch dagegen. Diese Aussage ist genau so falsch wie die der USA ("Es gab/gibt Massenvernichtungswaffen und Kontakte zur El Kaida"). Es fehlt hier das Wort vermutlich!
Aber in einigen Jahrzehnten wird man sich vielleicht noch einmal den "Katechon" Saddam zurückwünschen.
Völliger Schwachsinn. Saddam hat das Volk unterdrückt, hat zehn- wenn nicht sogar hundertausende von Menschen getötet/töten lassen. Kein normal denkender Mensch würde sich so einen Diktator zurück wünschen.
und so der Region Stabilität, Ruhe und Sicherheit gegeben hat.
Was ist bitte Ruhig daran, dass Shiiten und Kurden tag für tag Angst haben mussten von Saddams Handlangern verschleppt zu werden, denkst du die haben sich sicher gefühlt?
Statt ihn gewaltsam aus dem Amt zu jagen, Chaos zu stiften und den Irak dadurch zu "libanonisieren", wäre es besser gewesen, den politisch-wirtschaftlichen Druck auf ihn zu erhöhen und ihn auf diese Weise durch sein eigenes Volk zu Fall zu bringen.
Dies wurde nach Desert Storm versucht. Das Ergebnis war, dass Saddam es so oder so immer wieder geschafft hat an Geld zu kommen. Das Volk nagte am Hungertuch. So ging es zehn Jahre und trozdem ist es nie zu einer ernstzunhemenden Revolte gekommen.
Außerdem: Man male sich mal aus in was für einem Bludbad eine solche Revolte geendet hätte ... Das Irakische Volk hätte den Republikanischen Garden sicher nicht so einen vernichtenden Schlag versetzen können wie die Militärmacht der USA. Es hätte tausende von Opfern gegeben und der Konflikt hätte sich sicher über Jahre hinweg fortgesetzt. Hinterher wäre dann der Streit darum los gegangen, wer die Macht im Land bekommt: Kurden, Shiiten, ... Auch hier wäre es vermutlich zu einem Bürgerkrieg gekommen, da das sabile Element fehlen würde.
Und trotz aller Schönfärberei ist man auch in Afghanistan keinen Schritt weiter gekommen.
Was erwartet der Autor? Das innerhalb von zwei Jahren ein Land, welches jahrzentelang durch den Krieg geprägt wurde komplett befriedet wird?
Zunächst als sie die Wut des Mobs der Straße unterschätzte und ihn bei all seinen Plünderungen, Brandschatzungen und Gewaltorgien gewähren ließ; sodann, als sie jedes Gespür für die Kultur des Landes vermissen ließ, Häuser und Türen auftrat und in die Gemächer der Frauen eindrang; ferner als sie glaubte, auch dem Irak eine von Exilanten gebildete Regierung aufs Auge drücken und dem Land eine von abendländischen Prinzipien und Werten diktierte Verfassung verordnen zu können.
Erst wirft er den USA vor nichts getan zu haben. Und dann machen sie etwas und dann wird ihnen das wieder vorgeworfen ?!
Die gebildete Regierung war von anfang an als Übergangsregierung definiert. Solch ein Schritt ist fast immer nach einem Krieg notwendig um das Machtvakuum sofort aufzufüllen. Eine Wahl lässt sich wohl kaum innerhalb von ein paar Wochen nach einem Krieg durchführen.
Es musste eine vorgeschriebene Regierung geben!
Das nur ein paar Beispiele als Begründung für meine Meinung über den Text.