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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Warum sind alle autoritären Herrscher so verblendet?


[focusbiker]
23.04.2004, 14:50
New stuff to discuss! :D

Servus!

Eine Frage, die ich mir schon seit geraumer stelle, ist, warum sämtliche autoritären Herrscher so absolut verblendet sind. Man kann sich ja manchmal gar nicht vorstellen, dass die selbst glauben, was die von sich geben. Ich meine, von der Gewalt mal ganz abgesehen, die sie anrichten, scheint es bei Diktatoren doch irgendwie eine geistige Blockade zu geben.

Hier mal einige Beispiele:
1. Adolf Hitler hat wenige Tage vor seinem Selbstmord noch in seinem Bunker gesessen, der Krieg war absolut verloren, Berlin schon umstellt und weitestgehend zerstört, da könnte man sich ja denken, dass er resigniert. Was macht der? Er sitzt da, begutachtet ein paar architektonische Modelle und plant diese munter weiter, da man ja nach dem "Endsieg" ordentlich viele Ruhmeshallen benötigt.

2. Saddam Hussein hat kürzlich, bereits in der Haft sitzend, felsenfest darauf bestanden, dass er der Präsident des Iraks ist und auch so behandelt werden will.

3. Kim jong Il hat trotz der bekanntlich humanitären schlechten Lage in seinem Land sämtliche Hilfe vom IRK abgelehnt und war der Meinung, sein Land wäre selbst in der Lage sich zu helfen. (Mit Holzsuppe :confused)

Da gibt es noch dutzende andere Beispiele für solch eine Verblendung, gerad im Bezug aufs dritte Reich....

Wie kann man so verblendet sein, sich so lange was vormachen, bis man es selbst glaubt oder machen die sich gar nix vor und handeln aus absoluter Überzeugung?

Blutschlumpf
23.04.2004, 15:08
2. Saddam Hussein hat kürzlich, bereits in der Haft sitzend, felsenfest darauf bestanden, dass er der Präsident des Iraks ist und auch so behandelt werden will.


Nur weil eine feindliche gesinnte "Supermacht" sein Land grundlos angegriffen und unterworfen hat, heißt das nicht, dass er nicht mehr Präsident ist. ;)

-Tob-
23.04.2004, 15:09
Interessantes Thema. :)
Also ich denke ganz spontan das alle Diktatoren einfach total von sich, ihrem Land und ihrem Volk überzeugt sind. Von sich selber sicher am meisten. Denn wenn ein Diktator nicht 100% von sich und seinen Leistungen überzeugt wäre, glaube ich nicht das er ein Land beherschen könnte!? Außerdem sind doch alle ein bisschen größen wahnsinnig, so sehe ich das jeden falls.
Ich könnte mir auch vorstellen das sie es einfach nicht verkraften, das sie es nicht geschafft haben oder das sie versagt haben und deswegen einfach ein stück weit durchdrehen.


gruss Tob

Wintermute
23.04.2004, 15:46
Man beginnt eine Diktatur auf Kontrolle und Unterdrückung aufzubauen. Dann verbreitet man Lügen und Wohlstands-fantasien unterm Volk und versucht sich selbst zu einer gottgleichen Figur aufzuschwingen. Je länger das von statten geht, desto mehr beginnt man seine eigenen Lügen und Fantasien zu glauben und als Realität anzusehen.
Adolf Hitler predigte ewig von der Deutschen Superrasse, unbezwingbar. Das sich das nach 500 Reden so im Gehirn festsetzt das man es schon selber glaubt ist imho kein Wunder.

Das ist meine Auslegung der Sache.

Simple Man
23.04.2004, 16:48
Manche Herrscher rennen mit Scheuklappen durch die Welt. Und wenn es keine Opposition und Angst um die Herrscheft gibt, dann lässt man auch alles schleifen.

Is doch viel leichter seine propagandamaschinerie zu finanzieren als sich wirklich um ernste probleme kümmern.

Tod
27.05.2004, 18:58
Die autoritären, absolutistischen usw Herrscher werden irgendwann Paranoiker. Das war bei Stalin so, bei Saddam usw. Sie glauben, nur mit immer mehr Gewalt und Unterdrückung "ihr" Volk beherrschen und kontrollieren zu können. Dabei geht ihnen natürlich jeder Sinn für Realität verloren. Sie sind am meisten mit sich selbst beschäftigt und hoffen, nicht vot ihrem natürlichen Ende vergiftet zu werden.

Durchhalten, bis einen der Schnitter holt...

Odium
30.05.2004, 01:10
Wow, anscheinend sind Dikatoren ja wirklich alle etwas Bala-Bala :D

Nein, wer in der Lage ist, ein Land mehrere Jahre unter Kontrolle zu halten, ist wahrscheinlich alles, aber nicht dumm oder größenwahnsinnig. Es ist auch eine Leistung, ein Land gegen seine Einwohner mehrere Jahrzehnte lang stabil zu führen (siehe Irak, Kuba).

Wir wurden alle demokratisch erzogen. Manche Aktionen dieser Oberchefs erscheinen daher in der westlichen Welt immer etwas suspekt. Doch wichtig bei einer Diktatur oder Tyrannei ist es, die Souveränität über den Staat klar zu stellen: Nein liebes Volk, hier wird nicht geteilt - ich bin der Chef und das bleibt so.
Daher muss auch der Eindruck erweckt werden, dass diese Diktatoren immer den Überblick haben, alles wissen, die Kontrolle inne haben und sie einzig und allein in der Lage sind, den Staat zu führen.
Das hat erstmal gar nichts damit zu tun, wie diese Menschen wirklich sind. Sein und Schein sind der Politik doch immer schon zwei grundsätzlich verschiedene Aspekte gewesen.

Hussein war darauf bedacht, dass er sich immer noch als Präsident des Iraks zu erkennen gibt, weil er früher oder später vor dem Kriegsgericht Aussagen machen muss. Er darf niemals behaupten, 'rechtmäßig' gestürzt worden zu sein.
Jong Il muss sich vor seiner Partei verantworten. Dazu gehört auch, dass der Kapitalismus immer noch offiziell ein Feindbild darstellt und das Land in seinem Kommunismus generell erstmal unabhängig und stark erscheinen muss. Das ist nur ein Seitenaspekt, aber der Mann leidet sicherlich nicht unter Realitätsverlusten ;)

Ich halte Diktatoren im übrigen für bessere Menschenführer als Demokraten. Immerhin ist es ungleich schwerer sich in einem Land ohne echten Rechtsstaat, Freiheiten und Garantien gegen Nebenbuhler zu behaupten als in einer Demokratie - insofern ist es unwahrscheinlich, dass Diktatoren i.d.R. psychisch krank sind. Im Gegenteil: Wer mit Rebellen in seinem Land leben muss, weil er die Bevölkerung ausblutet, muss jeden Tag damit rechnen, dass ein Militärputsch oder Anschlag passiert. Diktatoren müssen immer sehr genau wissen, "wie" sich das Land fühlt. Charisma und Überzeugskraft ist auch notwendig, um den engsten Beraterkreis loyal zu binden.
Wer als Sohn / Tochter eines Diktators verblendet ist, wird nicht mehr lange an der Macht sein.

Tod
30.05.2004, 08:04
Nein, wer in der Lage ist, ein Land mehrere Jahre unter Kontrolle zu halten, ist wahrscheinlich alles, aber nicht dumm oder größenwahnsinnig. Es ist auch eine Leistung, ein Land gegen seine Einwohner mehrere Jahrzehnte lang stabil zu führen (siehe Irak, Kuba).

Ich halte Diktatoren im übrigen für bessere Menschenführer als Demokraten. Immerhin ist es ungleich schwerer sich in einem Land ohne echten Rechtsstaat, Freiheiten und Garantien gegen Nebenbuhler zu behaupten als in einer Demokratie - insofern ist es unwahrscheinlich, dass Diktatoren i.d.R. psychisch krank sind. Im Gegenteil: Wer mit Rebellen in seinem Land leben muss, weil er die Bevölkerung ausblutet, muss jeden Tag damit rechnen, dass ein Militärputsch oder Anschlag passiert. Diktatoren müssen immer sehr genau wissen, "wie" sich das Land fühlt. Charisma und Überzeugskraft ist auch notwendig, um den engsten Beraterkreis loyal zu binden.
Wer als Sohn / Tochter eines Diktators verblendet ist, wird nicht mehr lange an der Macht sein.

Äh... war da eben der Ironie-Modus an?
Das ist doch wohl nicht Dein Ernst. War Hitler etwa ein guter Menschenführer? Wenn überhaupt, dann sind diese Leute erstmal gute MenschenVERführer.
Hast Du Dich egentlich mal etwas eingehender mit den Personen befaßt, die Du oben genannt hast und wie die in den jeweiligen Staaten gewütet haben?

Saddam hat zB mal ein ganzes Stadtviertel anzünden lassen, nur weil einer ne Schreibmaschine hatte.

Stalin hat über Jahrzehnte hinweg blind Millionen von der Straße greifen und umbringen lassen, um sich der Angst seines Volkes sicher zu sein.

Castro und Saddam sind Schüler dieser Praktiken. Und von Hitler solltest Du langsam wissen, daß der gehörig einen an der Waffel hatte.
Ebenso Stalin, der ist zum Schluß nur noch in seiner Moskowiter Datschka gesessen und hat vor leuter Todesangst keinen mehr zu sich gelassen.

Die Despoten wissen immer sehr genau, wie sich das Volk fühlt, weil sie es unterdrücken. Außerdem haben solche Leute oft weniger Charisma als sie es verstehen, daß die Menschen sie fürchten.

Hitler hatte am Anfang Charisma und er verstand es sicherlich, die Regungen des Volkes für sich zu nutzen. Das passiert doch aber immer nur zu Beginn einer solchen Machtübernahmen. Danach gibt es sowas fast nicht mehr,

Und "stabil" sind diese Länder nur, weil sie derart unterdrückt, daß sich nichts beswegen kann: Jim Jong Il; Nord-Korea ist derart am Boden... was bitte funktioniert da?

Mann, jetzt müßte ich über jede oben genannte Person erstmal referieren, aber dazu bin ich jetzt noch zu müd.
Aber mal ehrlich, das kannst Du nicht ernst meinen oder Du hast Dich ein wenig falsch ausgedrückt...

Odium
30.05.2004, 11:17
Hmm, ich wollte keine Sympathien ausdrücken sondern nur deutlich machen, dass diese Leute nicht einfach über den Kamm zu ziehen sind und unter die Schublade "Wahnsinn / Realitätsverlust" abzulegen sind.
Aber wir können gerne drüber diskutieren ;)

Ja, vielleicht wäre Menschenverführer eine bessere Bezeichnung, aber dennoch kann man nicht sagen, dass nur einen von ihnen nicht genau wusste, was um ihn herum passierte.
Und ja, ich weiß auch, wie einige Diktatoren gewütet haben, aber darum gehts ja hier nicht.

Über Nord-Koreas wirtschaftliche Lage kann man streiten. Es gibt jedoch auch Beispiele, dass autoritär geführte Staaten "politisch" stabil sind / waren. Soweit ich weiß, gab es im Irak keine Rebellenangriffe.
Ich wollte bloß beispielhaft erklären, dass man gerade die bekannten Diktatoren schlecht irgendwo als bescheuert abtun kann, weil man dann in Erklärungsschwierigkeiten kommt, wie sie fertig bringen, so ein Land unter Kontrolle zu halten, ok? ;)

Der Daedalus
30.05.2004, 19:28
Es geht hier doch nicht unbedingt um Intelligenz im eigentlichen Sinne ...
Das Verhalten vieler Diktatoren spiegelt vielleicht nicht unbedingt ein hohes Maß an Intelligenz wieder, aber die Frage um die es eigentlich geht ist die, warum sie so verblendet sind. Das hat nicht unbedingt mit Intelligenz zu tun.

Nehmen wir Hitler:
Er war, was Kriegsfragen anging (Gott sei Dank) ein Idiot, dass muss man einfach zu sagen.
Sein Befehl Salingrad auf jeden Fall zu halten war idiotie auf höchstem Niveau. Ob das jetzt unbedingt ein Zeichen dafür ist, dass er einen niedrigen IQ hatte, vermag ich nicht zu sagen. Es war dumm, aber ein resultat seiner total verblendeten Anschauung. "Ein Deutscher Soldat weicht nicht vor dem Fein zurück, bla, bla, bla."
Und Stalingrad ist nur ein Beispiel für die Dummheit Hitlers, was Kriegsfragen anging.

Sicher die Art, wie er an die Macht gekommen ist zeigt schon, dass er nicht dumm war. Aber es gehört auch nicht sonderlich viel dazu in einer Zeit, in der es dem Land schlecht geht, ein paar Vorurteile zu schüren und sich eine Gruppe Schuldiger zu suchen.
Leute wie Hitler sind allein deswegen erfolgreich gewesen, weil sie Wege gegangen sind, die ein normaler Politiker aus moralischen Gründen niemals einschlagen würde.
Das er es verstanden hat die Juden als Sündenbock hin zu stellen und die Leute mit Hilfe seiner Aussagen über die Versailler Verträge auf seine Seite zu ziehen hat nicht unbedingt was mit Intelligenz zu tun. Jeder könnte auf diese Art und Weise Menschen hinter sich scharen...

Um jetzt wieder auf die eigentliche Frage zurück zu kommen:
Hilter ist das beste Beispiel dafür, wie ein Herrscher Opfer seiner eigenen Überzeugung werden kann. Wäre er nich so verblendet gewesen und hätte auch mal wirklich den Rat derer, die sich wesentlich besser mit Kriegsführung auskennen als er, angenommen so hätten Deutschland vielleicht sogar als Sieger Darstehen können.
Um das mal klar zu stellen: Ich bin froh, dass es nicht so gekommen ist.

Es gibt jedoch auch Beispiele, dass autoritär geführte Staaten "politisch" stabil sind / waren. Soweit ich weiß, gab es im Irak keine Rebellenangriffe.

Wenn ich jedem, der mir mal in die Quere kommt mit dem Tod drohen würde, so würde es auch sicher keine Menschen geben, die das Wort gegen mich erheben...
Vielleicht Stabil, aber zeugt das von Intelligenz, sicher nicht!
Der Schlägertyp in der Schule braucht meist auch kaum Leute zu fürchten, aber intelligent ist er trozdem noch lange nicht...

Über Nord-Koreas wirtschaftliche Lage kann man streiten.

Öhm ... für mich ist da alles klar. Das Land ist quasi bankrott ... Es ist nicht in der Lage mit einer Katastrophe wie dem Bahnunglück selber fertig zu werden ...
Da gibt es wohl kaum Diskussionsbedarf ...



Mir fällt gerade was ein ...

Schauen wir mal in die römische Geschichte. Wie viele Fälle gab es da in denen von Kaisern berichtet wird, die durch die Macht wahnsinnig geworden sind? Wobei das römische Kaiserprinzip damals nicht mal wirklich authoritär war, der Senat hatte schon sehr viel Mitbestimmung ...

olly3052
30.05.2004, 23:12
Hmm, ich wollte keine Sympathien ausdrücken sondern nur deutlich machen, Über Nord-Koreas wirtschaftliche Lage kann man streiten. Es gibt jedoch auch Beispiele, dass autoritär geführte Staaten "politisch" stabil sind / waren. Soweit ich weiß, gab es im Irak keine Rebellenangriffe.
Ich wollte bloß beispielhaft erklären, dass man gerade die bekannten Diktatoren schlecht irgendwo als bescheuert abtun kann, weil man dann in Erklärungsschwierigkeiten kommt, wie sie fertig bringen, so ein Land unter Kontrolle zu halten, ok? ;)

Meinst Du das wirklich ernst?

Nordkorea ist bankrott.
Die Menschen leben schlechter, als Bauern im Mittelalter.

Zu Saddam kann ich nur schreiben:

Ich glaube nicht, was ich hier manchmal lesen muß.

Zu Deinem letzten Satz:

Um ein Land mit Terror, Angst und brutalsten Mitteln in Schach zu halten, deutet keineswegs auf den IQ eines Menschen hin.
Es zeigt nur, zu was das Tier Mensch fähig ist!

Gruß

olly3052

Tiguar
30.05.2004, 23:46
Es gibt einen weiteren Aspekt, der hier noch nicht angesprochen wurde. Die Verblendung autoritärer Herrscher hat imho auch immer - ich kenne kein Gegenbeispiel - damit zu tun, dass diese in Scheinwelten leben. Umgeben von einer Schar von Speichelleckern und Jasagern, werden die tatsächlichen Probleme von diesen ferngehalten.

Ein paar Beispiele:

Passend zum gerade laufenden Der Soldat James Ryan, hat die deutsche Heeresleitung über Stunden nicht auf die Invasion in der Normandie reagiert, weil sich niemand getraut hat, Hitler zu wecken.

In der DDR wurden Straßen und Häuserfronten entlang der Fahrtroute von Honecker und Co. renoviert - Potemkinsche Dörfer in Reinkultur.

In allen Diktatoren werden routinemäßig Jubelfeiern abgehalten, die den einzigen Kontakt des Herrschers mit der Bevölkerung darstellen. Selbst wenn sich die Herrscher für ihr Volk interessieren würden, so müßten sie doch den Eindruck gewinnen, als sei alles in allerbester Ordnung.

Das soll jetzt keine Entschuldigung für Diktatoren sein, versteht mich bitte nicht falsch. Also kein Wenn das der Führer wüßte ... oder ähnliches. Ich meine das im Sinne eines ergänzenden Verstärkers für die ohnehin vorhandene Paranoia und den bestehenden Größenwahn diktatorischer Herrscher. Ein Teufelskreis, der im System begründet liegt, denn kein aufrechter und kritischer Mensch hat die Chance, in die Nähe des Diktators zu kommen, um dort Klartext zu reden. Sofern er überhaupt lange genug in Freiheit ist oder lebt. Kein Regime kann so schlimm sein, als das es keine Profiteure hätte, und diese sammeln sich am Brennpunkt der Macht, niemand anders.

Ciao, Tiguar

bitfunker
31.05.2004, 00:58
Ich halte Diktatoren im übrigen für bessere Menschenführer als Demokraten. 1. (Vorsorglich) Nein, ich habe Dir kein neg. Karma gegeben, da ich noch hoffe, dass dir einfach die Worte ausgegangen sind, um dass, was du sagen wolltest, so auszudrücken, dass man es "richtig" versteht.
2. Hilfe! Lies bitte deinen Post nochmal durch und überlege dir, welche Aussage damit vermittelt wird! Stehen lassen kann man das imho so nicht!

Shadow86
31.05.2004, 01:01
Ich halte Diktatoren im übrigen für bessere Menschenführer als Demokraten.


Dazu fallen mir die Worte des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. ein! :)


Gegen Demokraten helfen nur Soldaten! :D

steveh
01.06.2004, 00:06
Da gibt es 2 Möglichkeiten:

die einen sind noch "normal im Kopf" wenn sie die Herrschaft erlangen, und diese "steigt ihnen dann zu Kopfe" und sie werden im Amt hirn-krank
(Robespierre, Nicolae Ceaucescu)

die anderen sind schon "verblendet" oder verrückt bevor sie die diktatorische Herrschaft übernehmen
(Adolf Schickelgruber, Josef Dschugaschwili, Jean-Bedel Bokassa, Mobutu Sese Seku)

Für beide Kategorien gibt es noch viele andere Beispiele, ich habe aber bei der Aufzählung bewusst einen historischen "Mindest-Abstand" von 10 Jahren beachtet, und auf lebende Personen verzichtet.

Und die Namen sind die Geburtsnamen, keine von den Betroffenen selbst angenommenen "Künstlernamen" wie z.b "Conducator" oder "Stalin".

Cyberbernd
10.06.2004, 19:37
Hi

Einen großen Diktator habt ihr vergessen !

Nicht richtig gewählt sondern "anerkannt"

Handelt ohne Sinn und Verstand.

Hat mehr Zivilisten auf dem Gewissen als Saddam !

Aber ich will mal nicht auf den Bush klopfen..............

Gruß Cyberbernd

Der Daedalus
10.06.2004, 20:11
Dummer, unqualifizierter kommentar.

Schau dir an wie man einen authoritären Herrscher und ein authoritäres Regime definiert und dann kannst du wieder kommen ...

Cyberbernd
11.06.2004, 11:31
Hi

Andere Meinungen als die eigene werden Unterdrückt.........

Das Fernsehen gehört der eigenen "Kaste".........
Plus Extreme Meinungsmache im TV........

Unbequeme Nachrichten werden erst garnicht gesendet..........

Moderatoren die mal kritischer sind werden gefeuert..........
Hexenjagt auf Regime Gegner......................

FOLTER IM Staatsauftrag !

Passt alles für die USA !

Oder liege ich hier völlig Falsch ?

klär mich auf du doller hochtoleranter Mensch ! :rolleyes

Gruß Cyberbernd

Der Daedalus
11.06.2004, 11:59
Ok wenn du es denn so willst ...

Ein authoritäres System zeichnet sich vor allem durch sein Verhalten dem eigenen Volk gegenüber aus. Ausenpolitische Verhaltensweisen sind dabei außer acht zu lassen. Nicht jeder authoritäre Herrscher hat ein bedürfnis seinen Einflussbereich zu erweitern (bsp. Castro) und nicht jedes Land, welches ein großes Expansionsbedürfnis hat ist authoritär geführt (Beispiel Rom, Israel in seinen Anfängen).

Also müssen bei der Frage, ob die USA authoritär regiert werden, den Irak (ich denke mal, auf den spielst du an) ausser Acht gelassen werden.

Aber jetzt zum Punkt:

Andere Meinungen als die eigene werden Unterdrückt.........

Also bei den ganzen Demos in den USA, z.B. die gegen den Irak Krieg, sind keine Panzer aufgekreutzt, die die Menge platt gewalzt haben ... Auch hab ich keine Polizeimassen gesehen, die die Demos gewaltsam beendet haben.
Sag mir bitte, was du da genau für ein Ergeignis meinst.

Das Fernsehen gehört der eigenen "Kaste".........
Plus Extreme Meinungsmache im TV........

Genau deshalb haben als erstes US Medien über die Folterskandale berichtet. Weil sie total unter der Kontrolle Bushs stehen. Und die ganzen Berichte gegen den Irak Krieg, gegen die Behandlung der Gefangenen in Guantanamo ...
Der Bush hat die Medien echt gut unter Kontrolle ...

Moderatoren die mal kritischer sind werden gefeuert..........
Hexenjagt auf Regime Gegner......................

Welches Regime?
Welche Hexenjagd? Wo sind denn die Gefängnisse, in denen massenhaft Oppositionelle gefangen gehalten werden?

Warum darf sich Kerry überhaupt für die Wahl aufstellen lassen? Warum gibt es überhaupt Wahlen (die nicht gefaket sind)? Das dürfte es doch alles in einem authoritärem Staat nicht geben.

FOLTER IM Staatsauftrag !

Die Folter im Irak meist du sicherlich ... mal ganz abgesehen davon, dass die Frage ob das ganze in der Form von Bush befohlen wurde noch nicht beantwortet ist:
Siehe oben.
Folter gegen das eigene Volk (oppositionelle) würde ich gelten lassen, aber nicht die Folter in einem Fremden Land an Kriegsgegnern.



Hoffe ich konnte deinen Horizont ein bisschen erweitern! Obwohl ich mich langsam frage, warum ich solche Äußerungen wie die deinigen überhaupt noch kommentiere.

Gehörorgasmus
12.06.2004, 15:01
Nur weil eine feindliche gesinnte "Supermacht" sein Land grundlos angegriffen und unterworfen hat, heißt das nicht, dass er nicht mehr Präsident ist. ;)
Sehe ich genauso nur die Amis nicht die sind so dumm die denken bestimmt George Bush ist der Präsident !

Frag mal die mehrheit der Iraker sie werden zwar Saddam hassen, aber bin mir sicher der typ ist denen lieber als der Bush

Der Daedalus
12.06.2004, 15:21
Diese Diskussion gehört hier nicht hin!

Ich könnte dir jetzt hier haufenweise Quellen um die Ohren hauen, welche das Gegenteil belegen, aber das wäre OT.

Also poste nächstes mal solche Aussagen in einen passenden Beitrag und sei still, wenn du nichts zum Thema zu sagen hast.

Gehörorgasmus
12.06.2004, 15:37
!

Ich könnte dir jetzt hier haufenweise Quellen um die Ohren hauen, welche das Gegenteil belegen, aber das wäre OT.

.

Dann mach mal! ich könnte dir haufweise Quellen um die Ohren hauen wo das belegt ist was ich sage , die Mehrheit der iraker wünschen sich mittlerweile Saddam lieber da als von den amerikansichen Feinden kontrolliert zu werden!
Oder warum denkst du das täglich nen Dutzend Amis dort unten in die Luft gesprengt werden? Bestimmt nicht weil sie beliebt sind

Blutschlumpf
12.06.2004, 15:42
Ich bezweifle, dass man die Toten/Tag als Indikator nehmen kann wie beliebt die Amis da sind.
Wenn Saddam nur 2 % der Bevölkerung als fanatische Anhänger hat, dann wird da noch lange relativ viel Blut fließen.

olly3052
12.06.2004, 16:03
Das mag alles sein. Würdet ihr jetzt bitte wieder zum topic kommen! :rolleyes

Gruß

olly3052

Odium
19.06.2004, 22:20
Schade ist irgendwie nur, dass man beim Stichwort Diktatur fast ausschließlich an Hitler, Hussein und Co. denkt. Im vergessenen Kontinent ist noch längst nicht alles demokratisiert. In Somalia herrscht nach der Intervention der Amerikaner immer noch pure Anarchie, was ist aus dem Krieg im Kongo geworden?
Dikatoren mögen ja verblendet sein, aber ich glaube nicht, dass wir den Anspruch erheben können, ihnen immer auf die Finger zu klopfen.

Der Daedalus
20.06.2004, 10:37
Schade ist irgendwie nur, dass man beim Stichwort Diktatur fast ausschließlich an Hitler, Hussein und Co. denkt. Im vergessenen Kontinent ist noch längst nicht alles demokratisiert. In Somalia herrscht nach der Intervention der Amerikaner immer noch pure Anarchie, was ist aus dem Krieg im Kongo geworden?
Dikatoren mögen ja verblendet sein, aber ich glaube nicht, dass wir den Anspruch erheben können, ihnen immer auf die Finger zu klopfen.

Heißt das, man sollte das eine Übel durch ein anderes ersetzen?
Für mich sieht das so aus:
Ein autoritärer Herrscher setzt sich (meistens) über den Willen seines Volkes hinweg, unterdrückt sie und benutzt einen riesen Machtapparat um alles und jedem im Staat unter Kontrolle zu halten. Dazu kommt meist noch ein hohes Maß an Gewalt gegen das eigene Volk.
Vielleicht gibt es ein oder zwei Ausnahmen ...
Hitler, Hussein und Co. sind nun mal gute Beispiele für einen autoritären Herrscher. Erstens ist es noch nicht so lange her, dass sie geherscht haben und zweitens erfüllen sie so ziemlich jeden Punkt den es braucht um jemanden so bezeichnen zu können.

Das die Zustände im Kongo, in Somalia und in vielen anderen Ländern auf der Welt sicher auch alles andere als gut sind, bestreitet hier ja keiner. Aber was willst du machen? Willst du die Anarchie durch ein Terroregime ersetzen?
Oder sollen die USA in jedes Land wo Menschenrechte massiv verletzt werden einmaschieren? Ich höre dann schon wieder die Stimmen jener, die so gerne auf alles was die USA machen Fluchen ...

Anarchie (zumindest in diesem gewaltätigem Sinne wie in den von dir oben beschriebenen Beispielen) ist sicher schlimm. Aber ein Terrorregieme ist ebenso schlimm. Man darf das eine nicht verteidigen, weil es vielleicht noch einen Zustand gibt der schlimmer ist.
Du verteidigst ja auch nicht einen Schläger, nur weil es auch Leute gibt, die morden. Beides schlimm und beides sollte verurteilt werden.

Gottvater
21.06.2004, 23:38
']New stuff to discuss! :D

Servus!

Eine Frage, die ich mir schon seit geraumer stelle, ist, warum sämtliche autoritären Herrscher so absolut verblendet sind. Man kann sich ja manchmal gar nicht vorstellen, dass die selbst glauben, was die von sich geben. Ich meine, von der Gewalt mal ganz abgesehen, die sie anrichten, scheint es bei Diktatoren doch irgendwie eine geistige Blockade zu geben.

Hier mal einige Beispiele:
1. Adolf Hitler hat wenige Tage vor seinem Selbstmord noch in seinem Bunker gesessen, der Krieg war absolut verloren, Berlin schon umstellt und weitestgehend zerstört, da könnte man sich ja denken, dass er resigniert. Was macht der? Er sitzt da, begutachtet ein paar architektonische Modelle und plant diese munter weiter, da man ja nach dem "Endsieg" ordentlich viele Ruhmeshallen benötigt.

2. Saddam Hussein hat kürzlich, bereits in der Haft sitzend, felsenfest darauf bestanden, dass er der Präsident des Iraks ist und auch so behandelt werden will.

3. Kim jong Il hat trotz der bekanntlich humanitären schlechten Lage in seinem Land sämtliche Hilfe vom IRK abgelehnt und war der Meinung, sein Land wäre selbst in der Lage sich zu helfen. (Mit Holzsuppe :confused)

Da gibt es noch dutzende andere Beispiele für solch eine Verblendung, gerad im Bezug aufs dritte Reich....

Wie kann man so verblendet sein, sich so lange was vormachen, bis man es selbst glaubt oder machen die sich gar nix vor und handeln aus absoluter Überzeugung?

Hast du schon mal was von " paranoider Schizophrenie " gehört ???

Das haben alle gemeinsam, die du da aufzählst !!!

[focusbiker]
22.06.2004, 08:53
Schade ist irgendwie nur, dass man beim Stichwort Diktatur fast ausschließlich an Hitler, Hussein und Co. denkt. Im vergessenen Kontinent ist noch längst nicht alles demokratisiert. In Somalia herrscht nach der Intervention der Amerikaner immer noch pure Anarchie, was ist aus dem Krieg im Kongo geworden?
Dikatoren mögen ja verblendet sein, aber ich glaube nicht, dass wir den Anspruch erheben können, ihnen immer auf die Finger zu klopfen.
Wo wären wir denn, wenn dir das nicht tun würden? Was wäre, wenn vor 60 Jahren dem Hitler nicht kräftig auf die Finger geklopft worden wäre? Würdest du dich wohler fühlen, wenn Nordkorea Atomwaffen hätte? Würdest du es ernsthaft tolerieren bzw. sagen, "haut dem nicht gleich auf die Finger", wenn ein Diktator sein Volk brutal unterdrückt?

Ich hoffe nicht!


Ich denke die Verblendung kommt im wesentlich daher, dass die Diktatoren unbedingt an der Macht bleiben wollen, alleine schon deswegen, weil sie Rache fürchten, falls sie gestürzt werden. Deshalb hat sich der Hitler ja nun mal auch umgebracht, weil er nicht so enden wollte wie Moussolini!
Durch dieses Streben an der Macht zu bleiben, werden sie dann mit der Zeit wirklich paranoid, mißtrauen jedem und haben dadurch keinen Blick für andere Sachen bzw. bilden sich ihre eigene, kleine Welt.... bzw. fangen auch langsam an zu glauben, was man dem Volk vorgegaukelt hat.

@Gottvater:
Sinnvoller Post! :rolleyes Erklär mir mal deine Aussage! Ich glaube nicht, dass Hitler, Hussein und Co. schizophren waren, paranoid ja!

Odium
22.06.2004, 10:58
Wir tuns eben nicht immer. Es geht ja um diese vergessenen Konflikte, von denen du und ich nichts wissen. Ich meine ja gerade jene Länder, die so weit weg liegen und von denen wir gar nichts mehr in den Nachrichten hören.
Auch Staaten, in denen eine Diktatur herrscht, werden von Hilfsorganisationen beliefert. Was meinst du ist geschehen, als Afghanistan und Irak in die Nachrichten kamen? Die Spenden für diese 'vergessen' Länder (z.B. Südamerika, Afrika) ebben langsam ab, aber das ist immer so.
Ich meinte ja nicht Hitler & Co, sondern eben all jene Dikatoren, die es verstehen, unauffälliger zu regieren als Hussein und Hitler. Das juckt heutzutage niemanden mehr, ob in Somalia jetzt eine Demokratie ist oder ob die da immer noch mit ihrer Kalashnikov rumrennen müssen. Das meinte ich.

Oder sollen die USA in jedes Land wo Menschenrechte massiv verletzt werden einmaschieren? Ich höre dann schon wieder die Stimmen jener, die so gerne auf alles was die USA machen Fluchen ...

Das würde ich zu gerne einfach bejahen, aber das wäre ja zu einfach. Wenn die Menschen das nicht aus Eigenantrieb zustande bringen, braucht man eben Hilfe von außen. Und ehrlich gesagt ist es mir dabei egal, ob dann Uncle Sam wieder den schwarzen Peter kriegt, denn die achselzuckende Mentalität von Aber was willst du machen? ist sicherlich auch keine Lösung.
Als Idealist vertrete ich eben immer noch die Meinung, dass wenn man einen Diktator stürzen kann, sie alle irgendwann fallen müssen.