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Redewendungen und deren Ursprung

Beckenbauer

Lieutenant
Registriert
Feb. 2003
Beiträge
538
Hi!
Hab mir gedacht , das könnte ganz witzig werden , wenn einige eine Redewendung und deren Ursprung hierrein posten :)

Ich mach mal den Anfang und zwar :

"Der hat wohl die Arschkarte gezogen".

Und zwar kommt das aus dem Fernsehen,Fussball um genau zu sein.
Damals, als es noch Schwarz-Weiss Fernsehen gab, hatten die Schiedsrichter die gelben Karten in der Brusttasche und die Roten Karten (Arschkarten) in der Arschtasche. So wussten die Zuschauer immer, wann jemand vom Platz flog :D
Daher also die Arschkarte , die nun wirklich nichts gutes bedeutet =)
 
hehe, das gefällt mir :daumen:

Da beisst die Maus keinen Faden ab

Die Redewendung steht wohl in Zusammenhang mit der hlg. Gertrud von Nivelles, die im Mittelalter vor allem zur Abwehr von Ratten- und Mäuseplagen angerufen wurde.
Der Tag der hlg. Gertrud, der 17. März, ist ein wichtiger Tag des bäuerlichen Kalenders, es ist der Beginn des Frühlings, an diesem Tag werden die Winterarbeiten eingestellt und man beginnt mit Feldbestellung und Gartenarbeit.
Wenn am Gertrudentag noch gesponnen wird, so behauptete man, werde der Flachs von den Mäusen zerfressen, oder der Faden abgebissen.

Die heilige Gertrude wurde oft mit ein oder mehreren Mäusen abgebildet, die an ihrer Spindel hinaufklettern.

Die Redewendung war wahrscheinlich schon vor 1400 gebräuchlich.


Von Pontius bis Pilatus laufen

bedeutet "erfolglos von einem zum anderen laufen".
Die Redensart existiert nicht nur in Deutschland, sondern auch in Frankreich und den Niederlanden und ist seit 1704 literarisch belegt.
Den Ursprung hat sie in der biblischen Ostergeschichte Jesus wurde von Pilatus zu Herodes und zurück geschickt.
In ländlichen Passionsspielen waren auf der Bühne das Haus von P. Pilatus auf der einen, der Palst von Herodes auf der anderen Seite.
Das Hin und Her wurde dabei sehr deutlich.
In manchen Regionen (z.B. in Dänemark) sagt man übrigens auch "einen von Herodes zu Pilatus schicken.
 
Zuletzt bearbeitet:
Geil, hier ein paar von mir: :D

Verflixt und zugenäht
Verdammt und zugenäht ist eine Steigerung des einfachen Fluches verdammt, verflucht, verflixt etc. Die Erweiterung stammt aus dem Schluss eines Studentenliedes: "...da hab ich meinen Hosenlatz verflucht und zugenäht".

Eine andere Deutung ist, dass der Ausruf "Verflucht und zugenäht!" dann gebraucht wurde, wenn beim studentischen Fechten einer der Paukanten einen schweren Schmiss erhielt, der sofort genäht werden musste.

Ach du grüne Neune
Da gibt es eine halbwegs wahrscheinliche Deutung: Das Berliner Vergnügungslokal "Coventgarden" in der Blumenstraße 9 hatte einen Eingang am "Grünen Weg".

Nach 1852 wandelte sich das Lokal zum billigen Tanzcaf³, in dem es ständig zu Handgreiflichkeiten kam. "Die grüne Neune" wurde also eine volkstümliche Benennung des berüchtigten Lokals.


Jemandem die Schau stehlen
Dieser Ausdruck kommt aus der Welt des Theaters. Wer sich auf der Bühne durch übermäßigen Einsatz so in den Vordergrund spielt, dass er einem anderen den Applaus raubt, stiehlt ihm die Schau.

Im englischen Sprachaum sagt man auch "to steal someone's show".

Das ist der springende Punkt
Diese Redewendung ist auf Aristoteles zurückzuführen. Er spricht in einem seiner Bücher davon, dass sich im Weißen des Eies das Herz des werdenden Vogels "als ein Blutfleck" anzeige; dieses Zeichen hüpfe und springe. In einer übersetzung wurde das Ganze dann mit "quod punctum salit..." als "springender Punkt" wiedergegeben.

Der weiß wo der Barthel den Most holt
Als einst in Leipzig durch gutgehende Geschäfte zur Messezeit der Most ausging, wusste der Wirt Barthel Rat: Er fuhr zu seinem Bruder, der im nahen Meißen ein Weingut besaß, und beschaffte Nachschub. Jemand, der den Durchblick hat, weiß heute noch wo der Barthel den Most holt.

Dazu gibt es allerdings noch eine authentischere Erklärung: Most leitet sich vom hebräischen "maoth" = "Münze" ab (daher stammt übrigens auch unser "Moos"); Barthel ist eine Ableitung vom Gaunerwort "barsel" für Brecheisen. Wer weiß wo das Brecheisen die Knete holt, ist wahrscheinlich nicht auf Weinverkauf angewiesen.

Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben
Das hat Gorbatschow so nicht gesagt.

Im russischen Original heißt es bei wörtlicher übersetzung, dass es "gefährlich für denjenigen wird, der nicht auf das Leben reagiert".
 
"blau machen"

Kommt aus der Farbherstellung (wie man es fast erraten könnte ;) ).
Um die Farbe blau herzustellen bedurfte es viel Zeit. Zwischen den Arbeitsvorgängen gab es lange Ruhezeiten.

(Hab ich mal bei der Sendung mit der Maus gesehen :baby_alt: )
 
wer zu erst kommt, malt zuerst !


Ich glaub das ergibt sich von selber ! :daumen:
 
lasgo schrieb:
(Hab ich mal bei der Sendung mit der Maus gesehen :baby_alt: )
Sendung mit der Maus ruled, genauso wie Löwenzahn. :daumen:
Da kann man immer noch was lernen, immer. :)



In der Kreide stehen
Hat man früher beim Wirt anschreiben lassen, so hat dieser Notizen auf einer Tafel gemacht, die Schulden standen also "in Kreide".
 
Zuletzt bearbeitet:
"Gib nicht deinen Senf dazu"

Also das Sprichwort kommt aus der Zeit als Senf ein sehr teures Gewürz nur für sehr reiche Leute war!Plötzlich kam es zu einer Überschwemmung von Senf in Europa ( woher weiss ich nicht *g*...vllt aus Indien oder weiss der Kuckuck woher) und dann haben alle Wirte egal zu welchem Gericht nen bissl Senf dazugetan und schon wars nen Topgericht für das sie den dreifachen Preis nehmen konnten...

Und wirklich zu jedem Gericht...egal wie eklich es war^^
 
Zuletzt bearbeitet:
Wanted schrieb:
wer zu erst kommt, malt zuerst !


Ich glaub das ergibt sich von selber ! :daumen:

Denn Sinn versteht jeder, aber woher kommt es.
Und es heißt mahlt zuerst und nicht malt, weil: LINK
 
Hals- und Beinbruch
Ist nicht die Grußformel der Orthopäden, sondern stammt aus dem Hebräischen und lautet im Original: "hazlóche un bróche" (hazlachá = Glück; b'rache = Segen). Ziemlich unspektakulär eigentlich, oder.
 
Etwas auf dem Kasten haben

Früher in der Schule, als es noch keine Tonister gab, hatten alle Schüler/innen einen Holzkasten zum umhängen um darin Schieferntafel und Kreide zu transportieren.
Ihr kennt das bestimmt, wenn heutzutage jemand eine Hausaufgabe o.ä. besonders gut gemacht hat, bekommt er dafür ein Sternchen in's Heft geklebt. Da es aber früher weder Klebesternchen noch Hefte gab, bekam der Schüler vom Lehrer eine Verzierung auf seinen Holzkasten gemalt. So konnte man, wenn jemand besonders gut in der Schule war, dies sofort daran erkennen, wieviele Verzierungen er "auf dem Kasten hat".
 
"Jemanden schmieren" (also bestechen)

Dieser Ausdruck kommt aus der Zeit als es noch keine Eisenbahn als Verkehrsmittel gab und die Menschen nur mit der Postkutsche,
teilweise tagelang, von A nach B reisten. Da diese Kutschen keine Federung oder Reifen hatten, war die Fahrt oft unerträglich unbequem und laut.
Also gingen einige wolhabende Reisende hin, gaben dem Kutscher etwas Geld und dieser konnte davon dann Schmierfett kaufen, um die Achsen, Lager usw.
einzufetten (zu schmieren), wodurch die Reise etwas angenehmer wurde.

Quelle: Fr 27.08 01:45 (Bayern 3) Faszination Wissen: "Schusters Rappen - Reiselust und Reisefrust" Deutschland 2003
 
lasgo schrieb:
"blau machen"

Kommt aus der Farbherstellung (wie man es fast erraten könnte ;) ).
Um die Farbe blau herzustellen bedurfte es viel Zeit. Zwischen den Arbeitsvorgängen gab es lange Ruhezeiten.

(Hab ich mal bei der Sendung mit der Maus gesehen :baby_alt: )
Kommt das nicht woanders her? Nicht das Herstellen der Farbe hat so lange gedauert, sondern das Einfärben der Kleidung! Nachdem die Klamotten gefärbt wurden mußte diese ja nun mal lange trocknen, dadurch ergaben sich gewisse Wartezeiten=Ruhezeiten. Daher blau machen!

Edit(h):
Oh! Das war wohl auch nicht ganz richtig! :rolleyes:
"Dieser Spruch stammt aus einer Zeit, in der Stoffe nur mit natürlichen Farben gefärbt wurden. Sollten nun blaue Stoffe
entstehen, mussten sie mit Indigo gefärbt werden. Dazu musste die Indigolösung mit einem bestimmten pH-Wert
angerührt werden. Um diesen pH-Wert zu erreichen, wurde die Farbe mit Urin angereichert. Um die dazu erforderlichen
Mengen Urin zu erhalten, mussten (oder besser: durften) die Färber große Mengen Alkohol trinken. Das hatte jedoch den
Nebeneffekt, dass an diesen Tagen nichts mehr geschafft wurde als Indigoblau anzurühren. Die Färber machten
tatsächlich "blau"."
 
Zuletzt bearbeitet:
wer kann mir den ursprung folgender redewendung sagen:
etwas "von der pieke auf" lernen
 
Keine Redewendung aber ein Begriff,

einem Schlitzohr traut man nicht.

Das Wort Schlitzohr stammt aus dem Mittelalter!

Und zwar von den Zimmermännern.

Ist die Gesellenprüfung bestanden worden,

so gabs einen dicken großen Ohring als Annerkennung.

So ausgestattet konnte man nun auf Reisen gehen

und als kompetenter Geselle verstanden werden.

Nur, wenn irgendwelche krummen Dinger passiert sind

bzw. die Zeche beim Wirt geprellt worden ist und er dabei erwischt wurde,

ist Ihm der Ohring ala Methoden,

der damals noch unbekannten Russischen Mafia rausgerissen worden.

Daher wusste das Volk,

der Handwerker ist ein Betrüger oder einfach ein Schlitzohr:D

Quelle: Mein ehemaliger Technik Lehrer a alter Schwoab!
 
sich verfranzen (verlaufen / verirren)
Der Ausdruck stammt aus der Fliegerei zu Zeiten des WK1.
Traditionell wurde der Pilot "Emil" und der Navigator "Franz" genannt.
Wenn man sich nun verflogen hatte (GPS und ordentliche Flugkarten gabs noch nich :)) hatte man sich demzufolge verfranzt.
 
danke @ intruder netter link
 
Zuletzt bearbeitet:
hallo.............ich schon wieder...........
weiss jemand, woher der ausdruck "schwerenöter" kommt?
lg
heidi
 
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