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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Doping: "Wir kämpfen doch mit Müsli gegen Atombomben."



Tod
24.08.2004, 16:38
Oben genannter Satz ist von Riedels Trainer Karlheinz Steinmetz.

Kann es sein, daß unsere Sportler oft derart unterlegen sind? Manche Ergebnisse bei Olympia und anderen Sportereignissen sind liegen derart über denen anderer Sportler, daß man sich durchaus fragen darf: "Geht das mit rechten Dingen zu?"
In den USA, der ehemaligen Sowjetunion und China gibt es kaum Dopingkontrollen, weil die nationalen Verbände weitestgehend selbst bestimmen, wie sie die Kontrollen durchführen.
Liegt die vergleichsweise geringe Ausbeute an Erfolgen an fehlendem Training und mangelnder Unterstützung durch den Staat? Reichen Bundeswehr und einfache Vereine nicht?

Was meint Ihr dazu?

Interessante Artikel zu diesem Thema: http://www.sport1.de/coremedia/generator/www.sport1.de/Sportarten/Olympia2004/Berichte/Doping/oly_20dop_20anklage_20gegen_20andere_20mel.html
http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,314762,00.html

Gonzo71
24.08.2004, 16:59
naja, ich finds schon ziemlich krass wie die Chinesen bei dieser Olympiade abräumen, ob das mit rechten dingen zu geht, grade in so einem Staat ;) :rolleyes

wahrscheinlich sind wir Deutschen zu dumm zum dopen oder schlichtweg zu schlecht :p

was ich aber eher nicht glaube, ich denke die Deutschen Athleten trainieren genauso viel wie die anderen auch
der eine hat halt auch mehr Talent und Können, der andere weniger ;)

Morgoth
24.08.2004, 17:07
1.) Chinesen, Amerikaner und Russen haben ein viel größeres Reservoir, aus dem sie Talente schöpfen können
2.) In den 3 Ländern gehört gezielte Förderung in den Schulen zum Alltag; in den USA sind Matches zwischen Highschool-Footballteams oder Leichtathletikmeisterschaften ein Ereignis, hier gibt es ab und zu mal Schulmeisterschaften im Fussball (Zuschauer: 0, hab ich selbst oft genug mitgemacht) und Bundesjugendspiele (*hüstel*)
3.) dort wird, wie in letzter Zeit häufig zu vernehmen war, wirklich gedopt

Gruß
Morgoth

Gonzo71
24.08.2004, 17:11
zu 1 und 2 stimmt genau, unseren Schulsport, falls man ihn überhaupt so nennen darf/kann, kann man getrost in die Tonne treten

zu 3 richtig, wird ja teilweise sogar öffentlich zugegeben, das während dem Training zumindest gedopet wird

es darf halt nur nix wärend den Wettkämpfen gefunden werden, das ist der Trick an der sache ;)

guillome
24.08.2004, 17:18
ich denke das der spitzensport total "verdopt" ist. ich gehe sogar so weit zu sagen, dass absoluter spitzensport auf weltniveau (kraftsportarten) ohne doping über jahre nicht möglich ist. jedoch muss man sport unterscheiden ich beziehe mich hier nur auf kraftsportarten, ich glaube kaum das ein springreiter oder ein schütze dopt ;)
der unterschied ist einfach nur der, dass manche nationen eben immer neue wege gehen und substanzen erfinden, welche bei einem heutigen doping test nicht nachgewiesen werden können.
habe in diesen tagen auf sport1 gelesen, dass sogar carl lewis gedopt war. das hat man nachträglich in den letzten monaten anhand einer alten probe nachgewiesen. diese substanz konnte vor 10-20 jahren kein dopingtest nachweisen.

Morgoth
24.08.2004, 17:25
Hinweise auf Doping sind:
- der Sportler ist plötzlich auf Spitzenniveau, 1 Jahr vorher noch nicht
- der Sportler kann sein Leistungsniveau über sehr lange Zeit beibehalten

Es sind aber keine Beweise, es gibt immer wieder Ausnahmekönner. Aber wenn aus manchen Ländern immer wieder neue nachrücken, dann ist das doch sehr seltsam. Vor allem die Olympiasiege der US-Amerikaner in der Leichtathletik (größtenteils neue Gesichter) sind mit gemischten Gefühlen zu betrachten, nach dem Dopingskandal der letzten Wochen.

Übrigens: auch Pferde lassen sich dopen, ich meine da gab es sogar in Sydney einen Fall.

Gruß
Morgoth

Orca
24.08.2004, 17:29
Ich glaube auch dass es heute ohne Doping gar nicht mehr geht. Besonders was den Spitzensport auf so hohem Niveau wie an den Olympischen-Spielen oder auch an einer WM angeht. Es gibt sicher auch noch Sportarten welche ohne Doping auskommen. z.Bsp. Reiten, Schiessen, Wasserballet usw.

Gonzo71
24.08.2004, 17:30
jo, Du kannst das Pferd Dopen und einem Schützen könnte man vieleicht was verabreichen das er einen niedrigen Puls hat und dadurch wenig zittert, ruhiger ist u.s.w.

Orca
24.08.2004, 17:37
jo, Du kannst das Pferd Dopen und einem Schützen könnte man vieleicht was verabreichen das er einen niedrigen Puls hat und dadurch wenig zittert, ruhiger ist u.s.w.
Ja das ist schon richtig Gonzo. Gedopte Pferde hats ja schon gegeben. Aber Schützen?
Edit: Wie sieht es denn mit den Alpin-Skirennfahrern aus? Sind dort Dopingfälle bekannt?

linkser
24.08.2004, 17:51
also ich kann mich an keinen fall aus dem alpinrennsport erinnern, aber von vorteil wäre es da sicherlich auch, ein bisschen epo für die bessere kondition...

das blöde an dem doping ist eigentlich, dass dadurch sogar die leistungen anderer sportler, die auf legalem weg sich in die weltspitze gekämpft haben, ins zwielicht gerät. man kann sich bei keiner leistung mehr sicher sein, dass sie mit legalen mitteln erreicht wurde.

das china deutlich mehr medaillen holt liegt wohl auch daran, dass man unter 1 Milliarde menschen einfach mehr talente finden kann als unter 80 Millionen. und das der staat da richtig hintersteht und richtige drillcamps aufbaut.
wenn der staat nicht viel für den sport tut, kann man auch unter ganz ganz vielen menschen nur wenig talente finden und fördern, schließlich hat indien meines wissens nach noch keine einzige medaille geholt.

Morgoth
24.08.2004, 18:17
Das hat auch was mit der Kultur zu tun, unter den fast 1 Mrd. Menschen in Indien sind nur wenige Mio. gesellschaftlich dazu befähigt, Leistungssport zu betreiben (Kastenwesen).

Dopingkontrollen müssten endlich die Regel werden und nicht die Ausnahme mit Stichproben (wobei die Gewinner ja immer getestet werden wenn ich nicht irre). Die nationalen Verbände müssen dazu gezwungen werden, bei ihren Sportlern regelmäßig Kontrollen durchzuführen und darüber detaillierte Berichte abzugeben. Tut der Verband das nicht, gibts eben kein Ticket nach Olympia.

Du hast auch Recht, die ehrlichen Sportler sind dabei die Verlierer:
erstmal gewinnen sie nicht die Sportart an sich, wenn dann nur am grünen Tisch, und wenn sie sie doch gewinnen, wird die Leistung gleich in Frage gestellt weil keiner mehr weiß was eigentlich geschossen wird.

Gruß
Morgoth

Tod
24.08.2004, 18:20
Bei uns ist eben so, daß die Vereine selbst alle stemmen müssen und höchstens mal ne kleine Förderhilfe erwarten können. Von der Bundeswehr mal abgesehen.

Klar, 1 Milliarde Menschen und richtige Kaderschmieden, da ist der Erfolg vorprogrammiert, zumindest teilweise. Ich weiß nicht, ob man da China als Ganzes sehen darf, denn der Großteil der Bevölkerung lebt, soweit ich weiß, auf dem Land ohne den größten Kontakt zum Sport.

Bei den Amis werden ja nun immer mehr Fälle bekannt. Mensch! Als ich noch Leichtathletik gemacht hab in der schulzeit, war Carl Lewis mein absoluter Held! und jetzt ist klar, daß das auch alles erschwindelt war. in den USA verweigert mal unangemeldete Test oder auch häufige Tests. Und wenn ich mir den einen oder anderen Kurzstrecken-Sprinter von denen anschaue... soviel Bizeps kriegst Du von Laufen nicht. Die sehen ja aus wie Ben Johnson zu seinen besten Doping-Zeiten. Aber bei denen kann man vll noch sagen, daß das generell ziemlich durchtranierte Typen sind, aber daß die einfach so der Reihe nach alle unter 9.9 laufen... das ist echt schnell!

stummerwinter
24.08.2004, 18:25
Anbei mal zwei Kommentare:

- Die Venus-Schwestern (Tennis) sollten sich mal einer Doping-Kontrolle unterziehen, verweigerten diese (warum auch immer ;) ), Konsequenzen hatte dies keine für Sie (war ein Artikel im Spiegel, bin mir da aber nicht ganz sicher, auf jeden fall in einem "renomierten" Blatt)

- Im Radsport gibt es jede Menge Dopingkontrollen, nutzen aber nichts. Prominenstes Beispiel: David Millar, Zeitfahrweltmeister 2003 in Kanada, er gab sogar zu, damals EPO benutzt zu haben, nachgewiesen wurde es nicht. Hierzu gibt es Verschleierungsmittel!

Ich denke auch, daß in wohl (fast) allen Sportarten es Doping gibt, die Frage ist nur, wie stark es ausgeprägt ist.

Tod
25.08.2004, 16:44
Es gab bei Olympia übrigens alleine im Gewichtheben bereits 10 Dopingfälle!
http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/15/0,1872,2184751,00.html

Würde mich interessieren, wie viele es insgesamt sind. Das ist doch lächerlich und hat mit fairem Sport überhaupt nichts mehr zu tun!


Edit:
Hier (http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/21/0,1872,2184533,00.html) steht, es waren bisher zwölf... ich dachte, es seien schon mehr.

[focusbiker]
25.08.2004, 17:52
Bei diesen olympischen Spielen ist so einiges lächerlich, nicht nur das Thema Doping! Langsam kann man sich fragen, was aus dem Satz "Möge der beste gewinnen!" geworden ist.... leidiges Thema

Hab ihr im aktuellen SPIEGEL die Geschichte von Ioannis Psarellis, seines Zeichens Dopingkontrolleur in Griechenland, gelesen? Hier mal ein paar Auszüge:


Er ist der einzige im internationalen Auftrag tätige griechische Dopingfahnder. Vor zweieinhalb Jahren begann der studierte Chemiker für die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) in seinem Land Betrüger zu jagen. Ohne zu ahnen, was das für ihn bedeuten würde.

[...]

Das es einen Interessenkonflikt geben würde zwischen Psarellis und den Mächtigen des Sports, war unvermeidba. Der eine stritt für sauber Wettbewerbe, die anderen für ihr Ansehen und das ihres Landes.

[...]

Im Juni 2002 wollte Psarellis zusammen mit einem ausländischen Kollegen und zwei Assistentinnen eine Speerwerferin kontrollieren. Sie trainiert im Olympiastaion von Athen. Als sie die Fahnder entdeckte, floh sie in ihre Wohnung, die im Olympiapark lag. Sie schloss siech ein, ging nicht ans Telefon. Psarellies wartete die ganze Nahct vor der Tür. Als er am nöchsten Morgen wieder lläutete, öffnete die Mitbewohnerin, eine Gewichtheberin. Die Speewerferin war verschwunden.

[...]

"Ich war naiv", sagt Psarellis. "Ich habe unterschätzt, we sehr sich die Interessen von Ärzten, Trainern, Politikern und Journalisten gleichen." In Griechenland könne "ein Athlet machen, was er will, damit er eine Medaille gewinnt. Er habe sich "das falsche Land ausgesucht, um Dopingfahnder zu sein."


Das sagt doch wohl alles. Es kann doch nicht sein, dass Sportler immer vor Dopingkontrollen wegrennen können. Warum wird, um von vornherein einen Interessenkonflikt zu vermeiden, nicht in jedem Land ein ausländischer Kontrolleur eingesetzt?

Morgoth
25.08.2004, 18:13
Eine nicht angetretene Dopingkontrolle gilt inzwischen als positiv. Das wärs also gewesen für die Speerwerferin.

Schlimm sind die Zustände aber trotzdem.

Gruß
Morgoth

Lümmel
25.08.2004, 19:21
Liegt die vergleichsweise geringe Ausbeute an Erfolgen an fehlendem Training und mangelnder Unterstützung durch den Staat?

Sry , aber bei 4 Millionen Arbeitslosen und zunehmendem Abbau soz. Leistungen , hat der Staat glaube ich wichtigere Probleme , als den SPort zu unterstützen.

Und das ein Haufen "Wohlstandssportler" , die das "Wasser nicht greifen können" oder in "zu welligem Wasser " nicht schwimmen können , nicht inter. erfolgreich sein können , wundert mich nicht.

Diese Erfolglosigkeit zieht sich auffälligerweise durch alle körperlich intensiven Sportarten ( Vor allem Leichtathletik ), komischerweise aber nicht durch
" Sportarten " wie SChiessen auf die laufende Scheibe oder Reiten etc.
Was für mich die Wohlstandsthese verstärkt:
Die KIds haben einfach keinen Bock , sich so zu quälen , wie zB ein kenianischer 10000meter Läufer , was ich durchaus verstehen kann , aber dann ist man halt auch nicht Weltspitze.

Doping kann den Unterschied dann evt. noch verstärken , aber alles auf Doping zu schieben , ist wie zu behaupten , die Luft durch die der Diskus geflogen ist wäre zu "wellig" ( ja , das hat mich beeindruckt! @ wellig ) gewesen!

Tod
25.08.2004, 19:55
@ Lümmel
So einfach kann man es sich nicht machen! Erfolgreiche Sportler schaffen immer auch Arbeitsplätze! Frag mal bei verschiedenen Unternehmen nach, wie die aufgrund eines Boris Becker gewachsen sind!

UNd was die körperlich anstrengenden Sportarten angeht: In Mannschaftssportarten können wir fast überall mithalten. Im Rudern sind wir eine Bank und im Gewichtheben und in den Kampfsportarten sind wir auch nicht schlecht. Einzig die Leichtathleten sind deutlich unterrepräsentiert und bei den Schwimmern kommt hoffentlich was Brauchbares nach. In den Vereinen und in der Sportföderung der Bundeswehr wird hervorragende Arbeit geleistet. Aber leider kämpfen wir eben wegen des Dopings oft gegen Windmühlen.

Ich denke aber auch, daß mehr getan werden könnte auf seiten des Staates. Denn Bundesjugendspiele oder ein Sportfest reichen eben nicht ganz. Eine Schulsportförderung empände ich als sehr gut, denn hierbei wird in Zukunft und Jugend investiert. Und das ist nie verkehrt!

Edit:
Hab hier noch einen Bericht... es ist kaum zu fassen. http://www.sport1.de/coremedia/generator/www.sport1.de/Sportarten/Olympia2004/Berichte/Doping/oly_20dop_20update_20fazekas_202508_20mel.html

linkser
25.08.2004, 21:07
hmm diese Fani Halkia aus den 400m hürden halte ich auch für gedopt.

vorher noch nie weltspitze gewesen, im letzten jahr zeiten jenseits der 56sec. und jetzt schafft sie es unter 53sec. und vor 2 monaten schaffte sie es das erste mal unter 54sec. ich kann mir nicht vorstellen, dass man so schnell seine leistung so stark steigern kann.

guillome
26.08.2004, 11:36
hier ein super artikel über die usa und doping
http://www.sueddeutsche.de/sport/weitere/special/649/33616/index.html/sport/weitere/artikel/953/37916/article.html

FreddyMercury
26.08.2004, 18:17
Tja.

Wenn alles ohne Doping gehen würde, könnten sogar wir an der Olympiade teilnehmen, mit dem entsprechenden Training. Davon bin ich fest überzeugt.

[focusbiker]
26.08.2004, 18:23
Mit entsprechendem Training ja! Das ist doch das, was einen Sportler auszeichnet oder bin ich da falsch informiert, dass Sportler hin und wieder trainieren? :D

Hab hier übrigens noch einen interessanten Artikel:
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,314601,00.html

Yess
26.08.2004, 18:38
Hi,

Doping ist und bleibt ein Thema. Diese Leistungsexplosionen einzelner Sportler/innen ist nur mit Hilfsmitteln möglich.
Deutschland ist wohl mit die Nation, die am genauesten prüft, ob Doping im Spiel ist.
Andere Nationen machen da kaum etwas, was mit unserem System vergleichbar wäre. Unsere Sportler gehe ich mal von aus-sind sauber-.
Kein Wunder, daß die Erfolge hinter so manchen Erwartungen zurückbleiben. Aber mir ist es lieber so, als wenn man mit unlauteren Mitteln Erfolge einheimst.
Das sich Menschen für sowas überhaupt hergeben ist mir unbegreiflich. Das kann doch für den Körper nicht gut sein auf Dauer.
Alles nur wegen dem bißchen Edelmetall? Oh, klar der finanzielle Aspekt ist ja auch noch da. Wer gewinnt, egal wie, bei dem stehen die Sponsoren Spalier. Ein Teufelskreis.
Aufgrund des Dopings ist mir die Freude am zusehen vergangen. Es macht keinen Spaß mehr, diesen hochgezüchteten Sportlern zuzusehen. Auf Dauer geht der Schuß also nach hinten los. Das Interessen wird sinken, die Zuschauerzahlen werden sinken, die Sponsoren klinken sich nach und nach aus usw.
Vielleicht ist das die Chance, daß der Sport wieder auf seine Grundidee reduziert wird. Wär doch nicht schlecht :)

stummerwinter
26.08.2004, 18:39
@Harrold: das glaub ich eben nicht, die, welche jetzt vorne sind, wären dies auch ohne, nur der Abstand zu uns "Normalsterblichen" wäre geringer...

Ich geh mal davon aus, daß gerade die Leute an der Spitze eine ähnliche medizinische Betreuung haben... ;)

Gonzo71
26.08.2004, 19:37
Doping in den USA:
ein Arbeitskollege hat einen Freund der 3-4 Jahre in Amerika zu Schule (High School) ging, dort war er im Soccer und Football Team, doch er packte das nicht so ganz mit beiden Sportarten und beschloss sich auf Football zu konzentrieren
und schon am 3-4 Tag wurde im gesagt wenn er mithalten will wird er nicht drum rum kommen, gewisse Mittel zu nehmen, die hatten jeden Tag 3-4 Stunden Ausdauer-Krafttraining
jedenfalls ging er als normal gebauter Jugendlicher nach Amerika und jetzt hat er nen Stirnacken und Oberarmmuckis wie andere Leute Schenkel haben :eek:

gedopet und Aufbaumittelchen werden also schon in High School und College bewusst verabreicht, sehr bedenklich

Tod
27.08.2004, 16:38
@ Gonzo
Das ist wirklich erschreckend. Wenn das schon mit den Kids gemacht wird, ist es umso verantwortungsloser, weil man denen im Wachstum richtig was kaputt machen kann.

Ich hab hier noch eine kuriose Story gefunden: http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,315344,00.html

stummerwinter
27.08.2004, 17:34
Anbei mal ein kleines Beispiel, was mir wiederfahren ist. Zunächst zur Info, ich fahre seit 1995 aktiv Amateur-Radrennen. Hatte zwar von 2000 - 2003 aufgehört, aber nie den Kontakt zur "Szene" verloren.

So viel zur Vorgeschichte, im Jahr 2002 hab ich mir dann mal eine großes Blutbild bei einem Arzt machen lassen, der auch mit uns trainiert und auch Leistungstest durchführt. Dachte mir halt, daß ich nicht mehr der Jüngste bin (damals 32 - :lol ).
Bin halt wieder zu ihm hin, Ergebnisse durchgesprochen, wg Mangelerscheinungen und soweiter. Interesant war, ich hatte einen Hämatokritwert von 46 %.

Hinweis: ein zu hoher Wert kann durch EPO-Einnahme zustande kommen. Hämatokritwert gibt den Anteil der roten Blutkörperchen an, je mehr, um so mehr Sauerstoff kann transportiert werden, das Blut wird aber auch dickflüssiger. "Normale" Menschen haben so zw 38 % - 48 %.

Da damls die Antidopingspezialisten nicht in der Lage waren, künstliches EPO direkt nachzuweisen, ist man dazu übergegangen einen Grenzwert von 50 % Festzulegen, um ein Gesundheitsrisiko für Sportler auszuschließen, adersherum, mit 49,9 % war man nicht gedopet!

Der Arzt meinte damals ganz trocken: Wenn wir jetzt 6 Wochen eine "EPO-Kur" machen, hätte ich anschließend einen Wert von 49 %! :eek:

Noch was dazu: beim Giro D'Italia 1999, als Pantani wg zu hohem Hämatokrit-Wert (ca 52 %) disqualifiziert wurde, gab man die Ergebnisse der ersten 10 Fahrer bekannt: 1 x 42 % / 1 x 52 % (Pantani) / 8 x 48,5 % - 49,5 % -> Hallo, alles klar...;)

Tod
29.08.2004, 20:19
Doping-Fall Nummer 22 bei Olympia: Der Ungar bekam vom IOC den Hammerwurf-Sieg aberkannt
22!

http://www.sport1.de/coremedia/generator/www.sport1.de/Sportarten/Olympia2004/Berichte/Doping/oly_20dop_20adrian_20annus_202908_20mel.html

Unglaublich! Also wenn da in den nächsten Jahren nix radikales passiert, schaue ich keinen Einzelsport mehr. Ich laß mich doch nicht veräppeln!

privacy
30.08.2004, 09:46
naja die Olympiade zeigt mal wieder nur die Spitze des Eisberges. Schau dir alleine mal die neue 400m Hürden Olympiasiegerin an sie hat sich in einem Jahr um 4 Sekunden in ihrer Bestzeit gesteigert. So nebenbei sie trainiert im gleichen Team wie Kennteris und Thanou ;) Naja aber die Funktionäre und Verbände verschliessen mal wieder die Augen (auch weil sie meist voll mit in der Szene drinhängen) und verschärfen nur oberflächlich die Dopingkontrollen. Alleine die Geschehnisse rund um das griechische Team sollten ausreichen um ihnen die Olympischen Spiele nicht mehr so schnell zukommen zu lassen. So wie es aussieht war es dort ein vom Staat gefördertes System, an der Spitze die beiden Olympiasieger von Sydney Kennteris und Thanou.
In den nächsten Jahren wird sich das Geschehen wohl kaum ändern. Alleine die Geldzugewinne in den populären Sportarten durch einen Olympiasieg sind enorm und bieten immer einen "Anreiz" zu dopen. Sicher ist dies moralisch und rechtlich nicht verantwortbar, aber der Versuch zu betrügen wird immer bleiben. Wie hat Carl Lewis so schön im ZDF gesagt, es ist eben eine Frage des Charakters ob man sich mit Dopingmitteln vollstopft (oder stopfen lässt) oder ob man eben clean bleibt und versucht durch neue Methoden im Training und einfach allgemein hartes Training nach oben zu kommen.
Hoffen wir das es in den nächsten Jahren noch mehr Kontrollen wie jetzt gibt, nur mit jedem neu aufgedeckten systematischen Doping wächst auch das Misstrauen in den Sport und ich kann es niemandem verübeln der die hochgepushten 100m Entscheidungen nicht mehr Ernst nehmen kann.

mfg

Tod
30.08.2004, 10:17
Also soweit ich weiß, soll Carl Lewis auch gedopt haben...
Diese Leistungssprünge sind total bekloppt, das erreicht man niemals in einem Jahr. Ich hab früher selbst Leichtathletik gemacht und bin die 100m gelaufen. Lewis und Johnson waren meine Idole... nach Seoul war ziemlich desillusioniert.

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30.08.2004, 10:33
Hab auch Leichtathletik gemacht und kann dir nur zustimmen. Ob Carl Lewis gedopt hat kann ich nicht zu 100% sagen, aber ich würde mal sagen es ist ganz sicher im Bereich des möglichen. Das die heutigen Sprinter nicht mehr sauber sind, sollte wohl jedem klar sein. Aber wie heisst es so schön "The show must go on!"

Tod
30.08.2004, 10:49
Ich meine: der ist damals als nahezu einziger unter 10 sek. gelaufen. Und heuer laufen angeblich gleich 5 Stück auf einmal unter 10... und haben Muskelberge, die man vom Sprinten nicht bekommt. Das stinkt!

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30.08.2004, 10:57
sicher stinkt es. Aber es interessiert keinen mehr wie sie zu den neuen Weltrekorden kommen. Das Fernsehen brauch immer wieder neues Futter und dazu gehören eben neue Rekorde. Und wie wären sie einfach zu erreichen als durch gezieltes Doping. Die Verbände, das Fernsehen sind doch voneinander abhängig. Deswegen werden auch die meisten Sachen einfach gedeckt. Und um den Schein zu wahren hat man dann die verschiedensten Dopingverfahren laufen. In Deutschland würde ich mal behaupten ist es nicht so schlimm in den meisten Sportarten. Aber man sieht eben auch das wir dort hinter den Bestzeiten/weiten meilenweit hinterherhinken. Sieht man ja an den Sprintern. Wenn man die vergleicht mit den Muskelbergen aus Amerika (USA etc) dann sehen unsere Jungs wie schmächtige Bübchen aus ;) Naja aber lieber bin ich sauber und lauf hinterher. Was kann sich Deutschland von einem der ersten Plätze auf dem Medaillenspiegel kaufen.... nichts! Wie dem auch sei ich schau weiter Sport. Jedoch meistens nur Tennis :) wo Doping zwar möglich ist , aber nicht den Ausschlag gibt über Erfolg oder Missefolg ( in 99% der Fälle )

mfg

Tod
30.08.2004, 11:21
In Deutschland haben wir das Glück (?), daß die Verbände selbst eigene starke Kontollen befürworten. Und das finde ich gut. Lieber ehrlich verlieren, als unehrlich gewinnen.

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30.08.2004, 11:24
Genau das. In den USA hat man ja erst wieder mitbekommen müssen wie der Verband seine eigenen Sportler schützt nur um nicht selbst die wichtigsten Zugpferde zu verlieren. Würden sie so konsequent sein wie in Deutschland, dann wäre Marion Jones beispielsweise schon lange nicht mehr auf der Laufbahn. Aber sie wird natürlich geschützt wo es nur geht :) Tja das Land der unbegrenzten Möglichkeiten eben :D

[Chefkoch]
30.08.2004, 11:28
In Deutschland haben wir das Glück (?), daß die Verbände selbst eigene starke Kontollen befürworten. Und das finde ich gut. Lieber ehrlich verlieren, als unehrlich gewinnen.


Exakt so ist es, allerdings muss man das der Presse erstmal ´klarmachen!
Die hauen zur Zeit nämlich richtig gut auf den DLV ein...

Die Story von Gonzo, bzgl. "Doping schon bei Jugendlichen" in den USA ist der Oberhammer -> die Sportler kennen das scheinbar nicht anders...bitter!

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30.08.2004, 11:35
naja nur bis das die Medien kapiert haben das wird noch ewig dauern und wenn ich ehrlich bin glaube ich auch nicht mehr daran dass sie irgendwann einsehen was für einen Schund sie in den meisten Fällen schreiben.
Jeder der sich ein bisl mit Sport auseinandergesetzt hat, weiss das man auch nach monatelangem Training an dem Tag X schlecht sein kann. Aber das verkauft sich eben schlecht, da hört sich doch "UNSERE VERSAGER KOMMEN HEIM" viel besser an... Armes Deutschland.

@Doping bei Jugendlichen

Das schlimmste was es gibt. Hier werden Körper schon in frühen Jahren kaputt gemacht durch meist viel zu hartes Training ergänzt mit Aufbaupräparaten. Aber wer soll es kontrollieren, ich seh da in den USA bis auf weiteres ziemlich schwarz...

Tod
30.08.2004, 12:06
@ Chefkoch u. dennis
Die Presse geht mir sowieso auf den Senkel: Da sitzen ein paar feiste, fette Idioten, die noch nie Leistungssport gemacht haben und bilden sich ein zu wissen, was Selbstmotivation und Kampf bedeutet.
Grade bei den Schwimmern. Mit der Berichterstattung während der Spiele tut man den armen Athleten keinen Gefallen. Aber so ist das immer bei uns: wenn sie am Boden liegen, drauftreten.

privacy
30.08.2004, 12:20
war schon immer so und wird auch nicht besser werden. Aber solange es Leute gibt die die Bild Zeitung, Sport Bild etc etc kaufen solange wird es diese Art von Berichterstattung auch geben. Auch die RTL Nachrichten gehen in diese Richtung. Wenn ich dann noch die Moderatoren im ZDF/ARD sehe die den Schwimmbundestrainer direkt nach dem Rennen nach den Erkentnissen fragen was doch falsch gemacht wurde und ob er denn schon wisse was am ganzen Training falsch war, dann frage ich mich schon wie die zu dem Job als Sportmoderator gekommen sind. Naja wir müssen wohl damit leben. Aber von denen lass ich mir den Spaß am Sport nicht verderben und ich freue mich immer wieder auf die Olympiade sei es auch nur wegen dem mitfiebern mit den Deutschen und den ganzen Randsportarten die endlich mal wieder im Fernsehen gezeigt werden.
Was Sport eigentlich bedeutet davon haben die Herrn in den Redaktionen meist eh keine Ahnung...

mfg

Morgoth
30.08.2004, 12:34
Manche Moderatoren haben schon Ahnung von Leistungssport, nur eben nicht von dem worüber sie berichten: wenn ich mich recht erinnere war Wolf-Dieter Poschmann mal Tennisspieler und Gerd Rubenbauer Eiskunstläufer. Die berichten dann über Fussball. Passt nicht wirklich.
Und ansonsten sind die ÖR auch nur noch Reste-Rampe der privaten Sender, Beckmann und Kerner, diese Dummschwätzer, sind die besten Beispiele.

Mich ärgert immer, dass unter Doping nicht nur die Zuschauer zu leiden haben, sondern vor allem die ehrlichen Sportler.
Stellt Euch mal vor: die ersten 4 beim 100m Finale würden sich nachträglich als gedopt herausstellen. Dann würden die Medaillen aberkannt werden und den richtigen Gewinnern zuerkannt werden.
Nur wer sind die richtigen Gewinner? Die 4, die ebenfalls im Finale mitgelaufen sind oder die 4, die in den Vorläufen gegen die 4 Sünder ausgeschieden sind?
Es müsste der komplette Wettkampf wiederholt werden, um ein korrektes Ergebnis zu erzielen.

Gruß
Morgoth

Tod
30.08.2004, 12:41
Da hast Du recht.
Ich finde das eine Riesensauerei. Und ich persönlich habe auch nix dagegen, wenn diesen Betrügern die Medallien auch nach 20 Jahren noch abgenommen werden. Denn Beschiß ist Beschiß und bleibt Beschiß.

EDIT:

Olympiasieger Tyler Hamilton ist offenbar als erstem Sportler in der Geschichte des Anti-Doping-Kampfes die Manipulation mit Fremdblut nachgewiesen worden.

Eine Blutprobe nach dem Erfolg des 33-jährigen Amerikaners in Diensten des Schweizer Rennstalls Phonak auf der achten Etappe der Spanien-Rundfahrt am 11. September erbrachte den Nachweis einer Transfusion zum Zwecke der Leistungssteigerung durch eine erhöhte Anzahl der roten Blutkörperchen.
http://www.sport1.de/coremedia/generator/www.sport1.de/Sportarten/Radsport/__Berichte/Doping/rad_20hamilton_20positiv_20getestet_202109_20mel.html
Sowas ist doch abartig!