Keine steigenden PC- und Tablet-Absätze durch Windows 8

Andreas Frischholz
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Der Start einer neuen Windows-Version geht normalerweise einher mit zunehmenden Verkäufen im PC-Markt. Bei Windows 8 scheint sich dieser Trend zumindest in Westeuropa nicht zu bestätigen, gegenüber Windows 7 fällt das neueste Microsoft-Betriebssystem zurück – und den Absatz von Windows-Geräten kurbelt es ebenfalls nicht an.

Die Marktbeobachter von Context berichten, dass Windows 8 in den Wochen nach dem Start am 25. Oktober – zumindest in Westeuropa – nicht den Verbreitungsgrad erreicht hat, auf den Windows 7 drei Jahre zuvor kam. Demnach wurde Windows 8 im November auf 52 Prozent aller Windows-Geräte mitgeliefert, Windows 7 kam seinerzeit auf 57 Prozent. Zwar wurden 68 Prozent der für Privatkunden konzipierten Windows-Geräte mit Windows 8 ausgeliefert, drei Prozentpunkte mehr als bei Windows 7 im November 2009, allerdings floppt Windows 8 im Business-Segment. Dort erreichte die neue Windows-Version lediglich acht Prozent, Windows 7 kam hingegen auf 31 Prozent.

Das wirkte sich auch auf den PC- und Tablet-Markt aus. Lediglich in der ersten Woche nach dem Start stieg der Absatz von Windows-Geräten um 3,2 Prozent, allerdings verzeichneten die Distributoren beim Verkauf von Windows-Geräten im gesamten Oktober ein Minus von 11,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der am Monatsende angesetzte Windows-8-Start wäre eine potentielle Erklärung für den zurückgehenden Absatz im Oktober, allerdings widersprechen die Zahlen von November dieser These: Im Vergleich zum November 2011 wurden 27,1 Prozent weniger Windows-Geräte ausgeliefert.

Eine naheliegende Erklärung dürften die – umstrittenen – Design-Entscheidungen von Microsoft sein, die Redmonder fokussierten sich mit Windows 8 stärker auf Tablets und PCs mit berührungsempfindlichen Bildschirmen. Allerdings fristet das neue Betriebssystem bislang in diesem Segment ein Nischendasein und auf herkömmlichen Geräten im Desktop- und Notebook-Bereich konnten sich Touchscreens bislang kaum durchsetzen. „Trotz der viel bejubelten Touchscreen-Fähigkeiten von Windows 8 waren bisher nur zwei Prozent der Windows-8-Notebooks, welche die europäischen Distributoren verkauften, mit einem Touchscreen versehen“, erklärt Context-Chef Jeremy Davies.

Dafür waren 77 Prozent aller im November verkauften Windows-8-Geräte Mainstream-Notebooks, während lediglich 14 Prozent der Desktops mit Windows 8 ausgestattet waren und bei den Tablets erreicht Windows 8 einen Anteil von lediglich drei Prozent. Das könnte aber auch an der mangelnden Verfügbarkeit von massentauglichen Windows-8-Tablets liegen, mutmaßen die Analysten von Context. Bislang sind erst wenige Modelle auf dem Markt und diese sind zumeist im höheren Preisbereich angesiedelt.

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