Kiyoshi Saruwatari, der von sich behauptet den ein oder anderen Kontakt zu Nintendo zu haben, berichtet in seinem Blog, dass Nintendos Spielekonsole Wii mit Linux-Betriebssystem ausgeliefert würde. Unter anderem Anwendungssoftware wie der Browser Opera soll unter Linux laufen, die Spiele hingegen nicht.
Nintendo habe sich zwecks Kosteneinsparung für diesen Schritt entschieden. Die grafische Benutzeroberfläche habe Nintendo selbst gestaltet, so dass Linux „nur“ als Unterbau fungiere. Kunden werden jedoch nicht in der Lage sein, eigene Software auf dem Wii auszuführen. Denn ähnlich wie TiVo, einem Hersteller für Festplatten-Set-Top-Boxen, habe Nintendo dafür gesorgt, dass nur mit einem bestimmten kryptografischen Schlüssel signierter Code ausgeführt wird – diesen Schlüssel würde Nintendo unter Verschluss halten.
Sollte dies der Wahrheit entsprechen, könnte die Diskussion um Version 3 der Lizenz GPL weiter angeheizt werden. Unter der GPL (Version 2) wird eine Vielzahl der freien Software, darunter auch der Linux-Kernel, veröffentlicht. Die GPL gestattet jedermann die Verwendung des Programms, verlangt dabei jedoch unter anderem, dass jegliche Modifikationen am Quelltext offengelegt werden. Dieser Verpflichtung müsste Nintendo nachkommen.
Der Kunde hätte somit zwar Zugriff auf den Quelltext und könnte diesen modifizieren und erweitern, jedoch letztendlich doch nicht ausführen, da Nintendo nur das Ausführen von signiertem Programmcode ermöglicht. Dies verstößt – so kurios es klingen mag – nicht gegen die GPL. Zwar wird solch eine Firmenpolitik als ethisch fragwürdig angesehen und widerspricht den Absichten der GPL, verstößt jedoch nicht gegen deren Forderungen.
Dieser Umstand soll mit Version 3 der GPL – aktuell im Entwurfsstadium – bekämpft werden. Diese verlangt die Offenlegung jeglicher Schlüssel, die zum Ausführen des Programmcodes notwendig sind:
Linus Torvalds und 30 andere Entwickler des Linux-Kernels haben sich vor wenigen Wochen jedoch gegen die GPL v3 ausgesprochen: