Internet Explorer 7 jetzt auch für Raubkopierer

Simon Knappe
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Fast unbemerkt hat Microsoft am heutigen Tage eine aktualisierte Fassung ihres Internet Explorer 7 zum Download bereitgestellt. Zu den wichtigsten Änderungen gehört der Wegfall der „Windows Genuine Advantage“-Prüfung, welche bei der alten Version die Installation auf einer raubkopierten Version von Windows XP verhindert hat.

Somit ist die Installation und die Nutzung von Microsofts Standard-Browser nun auch für vermeintliche Raubkopierer möglich. Zu den weiteren Veränderungen in der Version 7.0.5730.13 gegenüber der Version 7.0.5730.11 gehören neue Anleitungen in der Online-Tour sowie ein neues MSI-Installations-Paket, das Administratoren eine vereinfachte Verteilung in größeren Netzwerk-Umgebungen ermöglichen soll. Kommt ein Active-Directory zum Einsatz, können die Pakete sogar per Gruppenrichtlinie an die einzelnen Clients gezielt verteilt werden. Des Weiteren wurde die Menü-Bar angepasst, welche mit der neuen Version standardmäßig sichtbar gemacht wurde. Letztere Änderungen betreffen jedoch lediglich die Windows XP-Version, Besitzer von Windows Vista sind nicht betroffen.

Über die genauen Gründe für diesen Schritt kann zwar nur spekuliert werden, jedoch findet sich im offiziellen Internet Explorer 7 Blog im MSDN ein Passus wieder, der zeigt, dass sich Microsoft anscheinend über die eigene Verantwortung für die Sicherheit von Windows-Systemen im Klaren ist und deshalb allen Benutzern – sei es raubkopierte Software oder nicht – den Zugang zum aktuellen Internet Explorer freigegeben hat.

Als weiterer Grund könnte der Marktanteil des Internet Explorer 7.0 herangeführt werden. Jener ist in erster Linie durch den Verkauf von Microsofts Windows Vista angekurbelt worden. Dieser stagniert jedoch, so dass der Anteil des Internet Explorer 6 auf einem hohen Level verweilt. Auf ComputerBase erfolgen 13 Prozent der Seitenaufrufe mit Version 6 von Microsofts Browser und 20 Prozent mit der aktuellen Version 7. Viele Besitzer von illegalen Windows-XP-Kopien wurden nicht zuletzt durch die Angst erwischt zu werden oder der „Windows Genuine Advantage“-Prüfung von einem Upgrade auf die Version 7.0 abgehalten. Auch das könnte der ohnehin überlegenen Konkurrenz in Gestalt von Firefox und Opera den Weg zum Erfolg geebnet haben.

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