AMD Athlon 5350 im Test : Der 8-Watt-Selbstbau-PC

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AMD Athlon 5350 im Test: Der 8-Watt-Selbstbau-PC

Fast genau elf Monate nach der Vorstellung der „Jaguar“-Architektur in Form der beiden Produkte „Temash“ und „Kabini“ für Notebooks erreicht die Architektur den Desktop-PC. Insgesamt vier Modelle sollen mit den wiederbelebten Bezeichnungen Athlon und Sempron als Preisbrecher mit ebenso günstigen Mainboards die neue Einsteigerplattform von AMD bilden.

Als Schlagworte in der Vermarktung dienen neben dem Einstiegspreis von 31 US-Dollar die maximal vier CPU-Kerne sowie die Radeon-Grafik. Auch stichelt AMD gegen Intel, wenn es um die Aufrüstbarkeit geht: Denn während AMDs Neulinge mit Sockel FS1b problemlos austauschbar sind, sind die selbstgewählten Konkurrenzprodukte der Intel „Bay Trail“-Serie fest mit dem Mainboard verlötet. AMD betont, dass die neue AM1-Plattform in Zukunft stetig neue Modelle spendiert bekommen soll und der besagte Vorteil so vollends ausgespielt werden wird.

Wir werfen heute einen Blick auf das Flaggschiff der neuen Serie, den Athlon 5350. Dieser wird auf einer Mini-ITX-Platine mit dem neuen Sockel FS1b platziert und darf dort zeigen, wozu die gesamte AM1-Plattform imstande ist.

Parallel zum Test hat uns die Quality Embedded Design UG & Co. KG mit zwei Mini-PCs auf Basis von Intels „Bay Trail“ versorgt – in einem Gehäuse gepaart mit 75-Watt-Netzteil, das wir für den Vergleich auch bei AMDs „Kabini“ nutzen. Damit wird sich AMDs Ansage von einer Leistungsaufnahme „um die 30 Watt“ noch deutlich unterbieten lassen.

Effiziente „Jaguar“-Architektur

AMD schuf „Jaguar“, um auch ein kleines, günstiges aber gleichzeitig flexibles Produkt im Portfolio anbieten zu können.

Zuvor gab es auf der einen Seite das klassische große CPU-Modul-Design, das bei den angestammten Prozessoren von AMD derzeit in dritter Generation zum Einsatz kommt. Dieses Hoch-Frequenz-Design spielt die Karten beim Prozessor erst mit Taktraten (weit) jenseits der 3 GHz aus. Wird es auf/unter 3 GHz gedrückt und im Einsteigermarkt dann auch noch als Ein-Moduler verkauft, wird es langsam und zugleich zu energiehungrig. Auf der anderen Seite wusste „Bobcat“ als wenig komplexe APU ebenso wenig zu überzeugen.

Hier setzt „Jaguar“ an. Befreit von vielen in dem Segment weniger wichtigen Elementen wurde ein Chip entwickelt, der bis zu vier CPU-Kerne mit einem gemeinsam genutzten, 2 MByte großen L2-Cache auf der Fläche eines einzigen „Steamroller“-Moduls mit „zwei Kernen“ mit ebenfalls 2 MByte L2-Cache unterbringt. „Jaguar“ basiert dabei auf dem Vorgänger „Bobcat“, welches im Gesamtpaket optimiert, um Schwachstellen bereinigt und um sinnvolle Neuerungen erweitert wurde.

So übernahm AMD einige Bauteile der großen CPUs wie die Unterstützung von AES und AVX, SSE-Instruktionen fehlen „Jaguar“ im Gegensatz zum Vorgänger auch nicht mehr. „Jaguar“ ist am Ende näher an „Kaveri“ als an „Bobcat“ angesiedelt.

AMDs „Jaguar“-Architektur

Vier Modelle zum Start

Vier Varianten wird AMD zum Start der Desktop-Serie in den Markt entlassen. Drei der vier Modelle setzen auf vier Kerne. Im Fall des Sempron 3850 takten die aber nur noch bei 1,3 GHz Takt.

„Kabini“-APUs für Desktop-PCs
Modell Kerne CPU-Takt L2 Grafik* GPU-Takt DDR3L TDP Preis**
Athlon 5350 4 2,05 GHz 2 MB HD 8400 600 MHz 1600 25 W 44,94 €
Athlon 5150 4 1,60 GHz 2 MB HD 8400 600 MHz 1600 25 W 37,99 €
Sempron 3850 4 1,30 GHz 2 MB HD 8280 450 MHz 1600 25 W 30,44 €
Sempron 2650 2 1,45 GHz 1 MB HD 8240 400 MHz 1333 25 W 26,05 €
* laut AMD alle vier Modelle identisch „Radeon R3“
** Preisvergleich, Stand: 14.04.2014

Offiziell hat sich AMD bei der Bezeichnung der Grafiklösung für „Radeon R3“ entschieden – ohne zusätzliches Kürzel, ohne zusätzliche Ziffern. Dadurch entsteht der Anschein, dass alle Lösungen gleich schnell sind. Ob das in der Realität aufgrund weiterer Einflussfaktoren wie die Anzahl der CPU-Kerne, der Takt und das dünne Single-Channel-Speicherinterface der Fall ist, bleibt zu klären. Auf dem Papier trennen die schnellste Grafikeinheit 200 MHz oder 50 Prozent mehr Takt von der langsamsten.

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