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Test: Intel Pentium 4 mit 3,2 GHz und HyperThreading

von Thomas Hübner

Vorwort

Im Wettrennen um den schnellsten Rechenknecht im Arbeits- oder Kinderzimmer gehen die ewigen Kontrahenten Intel und AMD in die nächste Runde und ein Ende des Wettkampfes scheint so schnell nicht in Sicht zu sein. Doch das Rennen ist langweilig geworden und entsprechend licht sind die Publikumsreihen gefüllt - die aktuellen Läufer sind mittlerweile beinahe Greise des Halbleitergeschäftes und stoßen allmählich an ihre physikalischen Grenzen. Die Architekturen sind alt geworden. Doch heute, am 23. Juni, einem denkwürdigen Datum, ist es voller als sonst im Stadium - denn der Fanblock der Athlon-Architektur ist voll besetzt! Der Grund? Heute vor genau vier Jahren [1] ging AMD mit eben dieser Architektur an den Start und hat seitdem den Staffelstab an kontinuierlich schnellere Läufer übergeben. Anlässlich dieser Feierlichkeiten hat auch Intel ein Präsentpäckchen geschnürt - der letzte Pentium 4 mit Northwood-Kern und der inzwischen beinahe drei Jahre alten Architektur übernimmt mit einem Takt von 3,2 GHz den Stab, um ihn in ein paar Monaten glamourös der nächste Generation zu übergeben.

Intel Pentium 4 3,2 GHz Intel Pentium 4 3,2 GHz von unten Intel Pentium 4 3,2 GHz mit neuem Boxed-Kühler


So heißt es vorerst also Intel Pentium 4 3,2 GHz gegen AMD Athlon XP 3200+. Ein Vergleich, der nur unfair sein kann, nachdem bereits der Pentium 4 3,0 GHz dem Athlon-Rechner gehörig eingeheizt hat. Mit einer Modellnummer von 3200+ suggeriert ein damit ausgestatteter Computer dem Käufer zweifelsohne die Leistung des neuen Pentium 4 zu besitzen - ein Patt ist jedoch fast auszuschließen. Zu verschiedenen sind die Architekturen. Während sich der neue Pentium 4 mit realen 3,2 GHz brüsten kann, die in der heutigen Zeit zugegeben vielleicht nicht mehr so viel Wert sind wie noch vor ein paar Jahren, muss sich der schnellste Athlon XP mit 1 GHz weniger begnügen. Leistungsparität für die beiden Kontrahenten kann da fast schon ausgeschlossen werden - und dennoch wird der Athlon XP ob des 30 Prozent niedrigeren Prozessortaktes mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht um diesen Prozentsatz langsamere Runden laufen. Oder doch? Wir haben Intels neuem Läufer auf den Zahn gefühlt.

Intel Pentium 4 3,2 GHz und Athlon XP 3200+ Intel Pentium 4 3,2 GHz und Athlon XP 3200+

Lesezeichen

Da es möglich ist, dass in diesem Artikel auf bestehendes Wissen aus älteren Prozessortests zurückgegriffen wird, ist es für alle, die etwas "mehr" wissen möchten, keinesfalls verkehrt, auch einen Blick in unsere älteren Berichte (Ausschnitt) zu werfen.

Wer darüber hinaus noch an der Prozessoren-Geschichte von AMD und Intel interessiert ist, wird an den Artikeln „Intels Prozessor History - Der Weg vom Intel 4004 bis zum Pentium 4 [9]“ und „AMD Prozessor History - Ein Überblick vom K5 bis zum Athlon XP [10]“ seine wahre Freude haben.

Übersicht

Für alle Freunde der schnörkellosen Theorie wollen wir, bevor es ans Eingemachte geht, nochmals einen Blick auf die Eckdaten der Kontrahenten werfen.

Die Prozessoren im Überblick
MerkmalePentium 4CeleronAthlon XPAthlon XP
Kern NorthwoodNorthwood-128Thoroughbred "A/B"Barton
Frontside-Bus400 MHz QDR
533 MHz QDR
800 MHz QDR
400 MHz QDR266 MHz DDR
333 MHz DDR
333 MHz DDR
400 MHz DDR
Fertigung0,13µm0,13µm0,13µm0,13µm
SockelSockel 478Sockel 478Sockel ASockel A
Taktrate o.
Modellnummer
400 MHz QDR
1600 MHz A
1800 MHz A
2000 MHz A
2200 MHz
2400 MHz
2500 MHz
2600 MHz

533 MHz QDR
2266 MHz
2400 MHz B
2533 MHz
2666 MHz
2800 MHz
3066 MHz HT

800 MHz QDR
2400 MHz C HT
2600 MHz C HT
2800 MHz C HT
3000 MHz HT
3200 MHz HT

HT: Hyper-Threading
400 MHz QDR
2000 MHz
2100 MHz
2200 MHz
2300 MHz
2400 MHz
266 MHz DDR
1800+
1900+
2000+
2100+
2200+
2400+
2600+

333 MHz DDR
2600+
2700+
2800+

333 MHz DDR
2500+
2800+
3000+

400 MHz DDR
3000+
3200+
Transistoren55 Millionenunbekannt37,5 Millionen54,3 Millionen
DIE-Size146mm² (nB0 Step)
131mm² (nC1 Step)
131mm² (nD1 Step)
unbekannt80 mm² ("A")
84 mm² ("B")
101 mm²
L1-Execution-Cache 12.000 µ-Ops12.000 µ-Ops64 kB64 kB
L1-Daten-Cache8 KB8 KB64 kB64 kB
L1-TaktCPU-TaktCPU-TaktCPU-TaktCPU-Takt
L2-Cache512kB128kB256kB512kB
L2-Anbindung256 Bit256 Bit64 Bit64 Bit
L2-Cache-TaktCPU-TaktCPU-TaktCPU-TaktCPU-Takt
L2-ModusL1 inclusiveL1 inclusiveL1 exclusiveL1 exclusive
HW Data PrefetchingJaJaJaJa
VCore1,475V
1,500V
1,525V
1,550V
1,475V
1,500V
1,525V
1,50V
1,60V
1,65V
1,65V
BefehlssätzeMMX
SSE / SSE2
MMX
SSE / SSE2
MMX / 3DNow!
3DNow!+ / SSE
MMX / 3DNow!
3DNow!+ / SSE
Temperatur DiodeJaJaJaJa
Multiprozessor-fähigNeinNeinNeinNein
CPU-Architektur20-stufige Pipeline20-stufige Pipeline 15-stufige (FPU)
10-stufige (ALU)
Pipeline
15-stufige (FPU)
10-stufige (ALU)
Pipeline

Intel Pentium 4 3,2 GHz Intel Pentium 4 3,2 GHz von unten Intel Pentium 4 3,2 GHz mit neuem Boxed-Kühler

Mit dem neuen 3,2 GHz Pentium 4 hebt Prozessorhersteller Intel nach über einem halben Jahr Pause seit der Vorstellung des 3,066 GHz schnellen Pentium 4 den Takt seiner Boliden wieder deutlich an. Wie unsere stetigen Leser sicherlich wissen, war der Chiphersteller in diesen zwei Quartalen jedoch nicht tatenlos. Mit den neuen Chipsätzen i875P [11] und i865PE [12] und den hierzu passenden Pentium 4 Prozessoren mit einem auf effektiv 800 MHz (real 200 MHz) beschleunigten Fronside-Bus konnte trotz des um 66 MHz auf 3,00 GHz leicht gesenkten Prozessortaktes ein klares "Mehr" an Performance geboten werden. Doch ob 3,20 GHz oder 3,00 GHz - unter der Haube sind die Unterschiede hinter der Taktfassade verschwindend gering. Die Architektur selbst hat sich seit dem ersten 1,5 GHz Pentium 4 nicht mehr grundlegend geändert.

Somit basiert auch der neue Pentium 4 auf Netburst-Architektur, die mit folgenden Grundelementen umrissen werden kann.

Da alle diese Punkte bereits in einem älteren Artikel ausgiebig behandelt wurden, möchten wir an dieser Stelle nicht noch einmal näher darauf eingehen.

Der letzte "Northwood"

Das soll es also gewesen sein. Mit dem 3,20 GHz Pentium 4 geht der letzte Prozessor aus dem Hause Intel an den Start, welcher auf dem in 0,13 µm gefertigten "Northwood"-Kern basiert und bei insgesamt 18 Prozessoren zum Einsatz kam. Als unser Report "Intels Prozessor History - Der Weg vom Intel 4004 bis zum Pentium 4 [8]" verfasst wurde, war der Northwood-Kern gerade erst geboren und dabei hatte Intel bereits zu diesem Zeitpunkt seit mehr als 30 Jahren Mikroprozessoren gefertigt. Das Prozessorgeschäft ist schnelllebig geworden - während zwischen 80386 mit 16 MHz am 17. Oktober 1985 und dem Modell mit 20 MHz deutlich mehr als ein Jahr vergingen - letzterer erschien erst am 16. Februar 1987 - hat man heutzutage einen ganz anderen Produktzyklus zu bewältigen, wie die folgende Tabelle eindrucksvoll unter Beweis stellt:

Pentium 4 Prozessoren im Überblick
BezeichnungFrontside-BusVorstellung
Willamette, 0,18µm, 12.000 µ-Ops + 8 kB L1 + 256kB L2 Cache
Pentium 4 1,40 GHz 400 MHz (100 MHz QDR)20.11.2000
Pentium 4 1,50 GHz 400 MHz (100 MHz QDR)20.11.2000
Pentium 4 1,60 GHz 400 MHz (100 MHz QDR)02.07.2001
Pentium 4 1,70 GHz 400 MHz (100 MHz QDR)23.04.2001
Pentium 4 1,80 GHz 400 MHz (100 MHz QDR)02.07.2001
Pentium 4 1,90 GHz 400 MHz (100 MHz QDR)27.08.2001
Pentium 4 2,00 GHz 400 MHz (100 MHz QDR)27.08.2001
Northwood, 0,13µm, 12.000 µ-Ops + 8 kB L1 + 512kB L2 Cache
Pentium 4 1,60 GHz 400 MHz (100 MHz QDR)unbekannt
Pentium 4 1,80 GHz 400 MHz (100 MHz QDR)unbekannt
Pentium 4 2,00 GHz 400 MHz (100 MHz QDR)07.01.2002
Pentium 4 2,20 GHz 400 MHz (100 MHz QDR)07.01.2002
Pentium 4 2,40 GHz 400 MHz (100 MHz QDR)02.04.2002
Pentium 4 2,50 GHz 400 MHz (100 MHz QDR)26.08.2002
Pentium 4 2,60 GHz 400 MHz (100 MHz QDR)26.08.2002
Northwood, 0,13µm, 12.000 µ-Ops + 8 kB L1 + 512kB L2 Cache
Pentium 4 2,26 GHz 533 MHz (133 MHz QDR)06.05.2002
Pentium 4 2,40 GHz 533 MHz (133 MHz QDR)06.05.2002
Pentium 4 2,53 GHz 533 MHz (133 MHz QDR)06.05.2002
Pentium 4 2,66 GHz 533 MHz (133 MHz QDR)26.08.2002
Pentium 4 2,80 GHz 533 MHz (133 MHz QDR)26.08.2002
Northwood, 0,13µm, HT, 12.000 µ-Ops + 8 kB L1 + 512kB L2 Cache
Pentium 4 3,06 GHz 533 MHz (133 MHz QDR)14.11.2002
Northwood, 0,13µm, HT, 12.000 µ-Ops + 8 kB L1 + 512kB L2 Cache
Pentium 4 2,40 GHz 800 MHz (200 MHz QDR)21.04.2003
Pentium 4 2,60 GHz 800 MHz (200 MHz QDR)21.04.2003
Pentium 4 2,80 GHz 800 MHz (200 MHz QDR)21.04.2003
Pentium 4 3,00 GHz 800 MHz (200 MHz QDR)14.04.2003
Pentium 4 3,20 GHz800 MHz (200 MHz QDR)23.05.2003

Alle 25 Mitglieder der Netburst-Architektur-Familie sind innerhalb von weniger als drei Jahren erscheinen, wobei neben dem Takt selbst auch die Größe des L2-Cache verdoppelt werden konnte. Wie mag die Entwicklung nur weiter gehen? Vor 25 Jahren waren wir noch bei 20 MHz, jetzt sind wir bei 3200 MHz - was werden die nächsten zwei Dekaden bringen? 10 GHz, 20 GHz oder gar 100 GHz Prozessoren? Eine Prognose ist hier sicherlich mehr als schwierig. Ende des Jahres wird Intel mit dem "Prescott" einen neuen Prozessorkern vorstellen, der ebenfalls auf der Netburst-Architektur basieren wird, aber neben einem höheren Takt auch viele weitere Neuerungen bieten wird. Die Zukunft wird de facto interessiert werden, zumal auch die Konkurrenz nicht nur Däumchen drehen wird.

Der neue Boxed Kühler

Damit der neue Pentium 4 auch im Sommer einen kühlen Kopf bewahrt, hat Intel mit diesem Prozessor das Kühlerdesign leicht modifiziert. Das neue Intel Referenz-Design besteht hierbei aus radial zu einem massiven Kupferkern angeordneten Lamellen. Aufgrund des besseren Wärmeleitkoeffizienten von Kupfer wird die Wärme schneller vom Heat-Spreader des Pentium 4 abgeführt und anschließend über die Kühlrippen verteilt. Ein darüberliegender Lüfter sorgt für genügend Frischluft. Allerdings war dieser Referenzkühler, der in dieser Form von EKL und Sunon angeboten wird, alles andere als leise. Erst bei 50 Prozent der ursprunglichen Lüfterdrehzahl war ein einigermaßen angenehmes Arbeiten möglich.

v.l.n.r: Pentium 4 Boxed Kühler bis einschl. 2,8 GHz - Pentium 4 Boxed Kühler ab 3,0 GHz (Modell A) v.l.n.r: Pentium 4 Boxed Kühler bis einschl. 2,8 GHz - Pentium 4 Boxed Kühler ab 3,0 GHz (Modell A) Pentium 4 Boxed Kühler ab 3,0 GHz (Modell A) v.l.n.r: Alter Pentium 4 Boxed Kühler - Pentium 4 Referenzkühler - Pentium 4 Boxed Kühler ab 3,0 GHz (Modell A) v.l.n.r: Alter Pentium 4 Boxed Kühler - Pentium 4 Referenzkühler - Pentium 4 Boxed Kühler ab 3,0 GHz (Modell A)
Intel Pentium 4 3,2 GHz Boxed Kühler (Modell B) Intel Pentium 4 3,2 GHz Boxed Kühler (Modell B) Intel Pentium 4 3,2 GHz Boxed Kühler von unten (Modell B) Intel Pentium 4 3,2 GHz Boxed Kühler von unten (Modell B)
Intel Pentium 4 3,2 GHz Boxed Kühler Modell B (o.l.) - Intel Pentium 4 über 3,00 GHz Referenz Kühler (o.r.) - Athlon XP 3200+ Referenzkühler (u.m.) Intel Pentium 4 3,2 GHz Boxed Kühler Modell B (o.l.) - Intel Pentium 4 über 3,00 GHz Referenz Kühler (o.r.) - Athlon XP 3200+ Referenzkühler (u.m.)

Vermutlich legt Intel gerade deshalb seinen Boxed-Prozessoren andere Kühler bei. Aktuell gilt es her zwei Modelle zu unterscheiden, welche nur aus großer Entfernung betrachtet eine große Ähnlichkeit besitzen.

Beim ersten Boxed-Kühler, der erstmalig den 3,06 GHz Pentium 4 kühlen durfte, kommt im Vergleich zum alten voll aus Aluminium bestehenden Boxed-Kühler für Prozessoren bis einschließlich 2,8 GHz eine Kombination aus Kupfer-Grundplatte und deutlich feineren Aluminium-Kühlrippen zum Einsatz. Insgesamt hat sich die Oberfläche der Kühlrippen nahezu verdoppelt. Eine Eigenschaft, die der Neue mit dem alten Boxed-Kühler übrigens noch teilt, ist die Laufruhe des Lüfters. Insofern gibt es hier trotz der gestiegenen Verlustleistung keine negative Entwicklung zu beobachten. Schon beim ersten Betrachten fällt auf, dass es sich hierbei nicht um Billig-Ware handeln kann.

Mit dem 3,20 GHz Pentium 4 erreichte uns nun ein neuer Boxed-Kühler, der alles in allem lange nicht so edel drein blickt, wie das Modell, welches wir erstmalig mit dem 3,06 GHz Pentium 4 begutachten konnte. Die massive Kupfergrundplatte musste einem Zylinder aus Kupfer weichen. Auch die Anzahl der Lamellen und somit die Oberfläche des Kühlers insgesamt hat sich reduziert. Dies senkt vielleicht die Produktionskosten, doch die Kühlleistung kann so nur durch höhere Lüfterdrehzahlen erreicht werden. Im Vergleich zum alternativen Kupfer-Boxed-Kühler macht das neue Modell subjektiv betrachtet mehr Lärm in einem recht unangenehmen Frequenzbereich.

Der Neue mit Hyper-Threading

Durch die HyperThreading-Technologie, die beim 3,0C GHz Pentium 4 nun ein zweites Mal im Bereich der Desktop-Prozessoren von Intel aktiviert wurde, ist der Prozessor nun in der Lage, auf zwei virtuellen Prozessoren effektiv zwei Aufgaben (Threads) parallel zu bearbeiten. Als Betriebssystem ist hierbei Windows XP Professional oder Home Edition sowie Windows 2000 oder Linux ab Kernel-Version 2.4.18 geeignet. Da wir uns an dieser Stelle nicht in den Tiefen der komplizierten Prozessor-Theorie verlieren wollen, soll eine kleine Grafik an dieser Stelle verdeutlichen, wie bei ein- und demselben Prozessortakt ohne Hyper-Threading ein bzw. mit Hyper-Threading zwei Threads verarbeitet werden. Näheres HyperThreading gibt es in unserem Grundlagen-Artikel über HyperThreading [19].

HyperThreading

Beide CPUs haben dieselbe Aufgabe: Thread 1 (blau) und Thread 2 (ocker) sollen berechnet werden. Während eine CPU ohne Hyper-Threading in der angegebenen Anzahl an Arbeitschritten nur einen Thread abarbeiten kann, ist der Prozessor mit Hyper-Threading in der Lage, einen zweiten Thread durch die von Thread 1 nicht ausgelasteten Bauteile der CPU zu jagen. Beide Threads werden (in diesem optimalen) Beispiel somit exakt genauso schnell berechnet, wie der erste auf dem herkömmlichen Prozessor.

In der Theorie scheint HyperThreading also die Technologie zu sein, die die Leistung in ungeahnte Höhen treiben könnte, doch in der Realität sieht es derzeit etwas anders aus. Es steht hierbei außer Frage, dass HyperThreading in der Praxis etwas bringen kann - dies haben wir bereits in unserem Artikel "Intel Pentium 4 im Hyperthreading Spezial - Benchmarks über die pure Theorie hinaus [20]" verdeutlichen können. Insbesondere beim Multitasking kann ein HyperThreading-Prozessor seine Stärken ausspielen. Ist dagegen nur eine Anwendung aktiv, sind neue Geschwindigkeitsrekorde nicht immer vorprogrammiert. Dafür gibt es derzeit einfach noch zu viele Anwendungen am Markt, die nicht sinnvoll in mehrere Threads zerlegt werden können. Bei neuen Projekten ist HyperThreading-Support dagegen immer häufiger auf der "ToDo-List" zu finden.

Wie stark man letztendlich durch den Einsatz von HyperThreading profitiert bzw. an Performance einbüßt, wird allerdings nicht nur von Applikationen bestimmt. Auch das Betriebssystem spricht hier ein entscheidendes Wörtchen mit. Laut Intel wird HyperThreading erst mit Microsoft Windows XP unterstützt - tatsächlich kann jedoch auch Windows 2000 Professional mit zwei physischen oder auch logischen Prozessoren umgehen. Die Grundlagen sind also definitiv da, warum ist also für Intel nur Windows XP Trumpf? Dies haben auch wir uns gefragt, und ließen beide Betriebssystem aus Interesse gegeneinander antreten. Die Ergebnisse haben wir im Report "Hyper-Threading: Windows XP vs. Windows 2000 - Wie groß sind die Leistungsunterschiede? [21]" veröffentlich, in dem ganz klar hervorgeht, dass Windows 2000 insbesondere dann Probleme hat, wenn eine Nicht-HyperThreading-fähige Anwendung zum Einsatz kommt. Hier gibt es stellenweise erhebliche Leistungseinbrüche.

WinACE 2.11 - HyperThreading

Windows 2000 ohne HT
150
Windows XP mit HT
151
Windows XP ohne HT
151
Windows 2000 mit HT
179
Angaben in Sekunden

Quake 3 Arena - HyperThreading

 1024x768 Max Four:
Windows 2000 ohne HT
324,8
Windows XP mit HT
323,2
Windows XP ohne HT
322,7
Windows 2000 mit HT
302,3
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)

Aktives HyperThreading bei Anwendungen, die diese Technologie nicht voll unterstützten, führen in Windows 2000 zu einer leicht verminderten Performance. Mit einer HyperThreading fähigen CPU sollte man also ohne lange zu zögern auf Windows XP umsteigen.

Geringfügig höhere Leistungsaufnahme

Höhere Taktraten sind ja schön und gut, wenn da nur nicht das Problem mit der ebenfalls zunehmenden Leistungsaufnahme wäre. Denn was die Prozessoren an Strom durch ihre Schaltkreise laufen lassen, wird unweigerlich in Wärme umgewandelt. Wäre die Welt nicht schön, wenn es keine Verlustleistung (hervorgerufen durch den ohmschen Widerstand der Leitungen) gäbe? Leider sind wir noch nicht so weit und so müssen die Prozessor-Hersteller mit allen Mitteln verhindern, dass ihr nächster Bolide ein 100 Watt fressendes Monster wird. Wie sieht es mit dem neuen Produkt aus dem Hause Intel aus?

Leistungsaufnahme

Pentium 4 2,0A (Northwood )
52,4
Pentium 4 2,20 (Northwood)
55,1
Pentium 4 2,26 (Northwood)
58,0
Pentium 4 2,40 (Northwood)
59,8
Pentium 4 2,50 (Northwood)
61,0
Pentium 4 2,53 (Northwood)
61,5
Pentium 4 2,60 (Northwood)
62,6
Athlon XP 1600+ (Palomino)
62,8
Athlon XP 1700+ (Palomino)
64,0
Athlon XP 2400+ (Thoroughbred B)
65,3
Athlon XP 1800+ (Palomino)
66,0
Pentium 4 2,66 (Northwood)
66,1
Pentium 4 2,4C GHz (Northwood)
66,2
Athlon XP 2200+ (Thoroughbred A)
67,9
Athlon XP 1900+ (Palomino)
68,0
Athlon XP 2600+ (Thoroughbred B)
68,3
Athlon XP 2700+ (Thoroughbred B)
68,3
Athlon XP 2500+ (Barton)
68,3
Athlon XP 2800+ (Barton)
68,3
Pentium 4 2,80 (Northwood)
68,4
Pentium 4 2,6C GHz (Northwood)
69,0
Pentium 4 2,8C GHz (Northwood)
69,7
Athlon XP 2000+ (Palomino)
70,0
Athlon XP 2100+ (Palomino)
72,0
Athlon 1,4 GHz (Thunderbird)
72,1
Athlon XP 2800+ (Thoroughbred B)
74,3
Athlon XP 3000+ (Barton)
74,3
Pentium 4 2,00 (Willamette)
75,3
Athlon XP 3200+ (Barton)
76,8
Pentium 4 3.06 GHz (Northwood)
81,8
Pentium 4 3,00 GHz (Northwood)
81,9
Pentium 4 3,20 GHz (Northwood)
82,0
Angaben in Watt (W)

Keine Frage, Intels neuester Pentium 4 gehört keinesfalls zu den sparsamsten Vertreten des aktuellen Produktportfolios. Allerdings spiegelt die als "Thermal Design Power" (TDP) veröffentlichte Angabe nicht den maximalen Stromverbrauch wider. Bei Intel ergibt sich dieser Wert aus aufwendigen Betriebstests, aus denen der durchschnittliche Verbrauch hervorgeht und anhand derer festgelegt wird, welche Leistung eine Kühllösung kontinuierlich abführen muss. Daher sind die TDPs von Intel und AMD auch nicht ohne weiteres miteinander vergleichbar.

Bei normaler Büroarbeit verbraucht der Prozessor daher deutlich weniger Strom. Auch hier sind es insbesondere die Computer-Spiele, die dem Prozessor alles abverlangen. Doch auch Bildbearbeitungs-, Encoding- oder Renderprogramme verlangen der CPU in etwa die TDP ab. Übrigens existieren auch Bildschirmschoner, die den Prozessor zum Schwitzen bringen. Dazu zählt beispielsweise der "Fishes" Bildschirmschoner aus dem Windows XP Plus Paket. Doch dass es kein Problem ist, mehr als die TDP aus dem Prozessor zu quetschen, zeigt ein kleines Programm namens Burn P6 [22]. Hier verschlingt die CPU ganz schnell 100 Watt.

Doch etwas ist besonders am neuen Pentium 4 mit 3,2 GHz. Die Erhöhung des Prozessortakts von 2,8C GHz auf 3,00 GHz lässt die Thermal Design Power um 12,2 Watt steigen, die nochmalige Erhöhung soll sich nun mit lediglich 0,1 Watt mehr begnügen? Intel scheint für den neuen Prozessorkern nur die Filet-Stücke auf den Wafern zu verwenden, die insbesondere aufgrund ihrer Reinheit im Mittel weniger Abwärme zu produzieren scheinen.

Performance

Unser Performance-Rating hat sich in der Vergangenheit mehr als bewährt und dies ist auch der Grund dafür, weshalb wir seit der Vorstellung des neuen Pentium 4 mit 3,00 GHz und einem 800 MHz schnellen Frontside-Bus [3] verstärkt darauf setzen. Wir haben das Performance-Rating in Anwendungs-, Spiele- und Gesamtleistung unterteilt.

Alle Einzelergebnisse sind im Anhang dieses Artikels [23] in voller Ausführung und ohne Einschränkung einsehbar.

Spieleleistung

Bei Spielen sind folgende Ergebnisse für die Berechnung in die Endbewertung eingeflossen:

Spieleleistung

P4 3,20 GHz - i875P - 2xDDR400/FSB800
100,0
P4 3,00 GHz - i875P - 2xDDR400/FSB800
97,7
P4 2,8C GHz - i875P - 2xDDR400/FSB800
94,9
P4 3,06 GHz - i875P - 2xDDR333/FSB533
94,1
P4 2,6C GHz - i875P - 2xDDR400/FSB800
91,8
P4 2,80 GHz - i875P - 2xDDR333/FSB533
91,4
XP3200+ - nForce 2 - 2xDDR400/FSB400
91,2
P4 3,06 GHz - i850E - RIMM4200/FSB533
91,0
XP3000+ - nForce 2 - 2xDDR333/FSB333
89,5
XP3000+ - nForce 2 - 2xDDR400/FSB400
89,5
P4 2,66 GHz - i875P - 2xDDR333/FSB533
89,4
P4 2,80 GHz - i850E - RIMM4200/FSB533
89,0
P4 2,4C GHz - i875P - 2xDDR400/FSB800
88,4
XP2800+ - nForce 2 - 2xDDR333/FSB333
87,8
P4 2,53 GHz - i875P - 2xDDR333/FSB533
87,8
XP2700+ - nForce 2 - 2xDDR333/FSB333
87,0
Angaben in Prozent

Im Vergleich zum 3,00 GHz Pentium 4 kann das neue 3,20 GHz schnelle Modell einen um mehr als 6 Prozent gestiegenen Prozessortakt vorweisen. In Spielen kann der neue Bolide so 2,3 Prozent höhere Frameraten liefern - hier zeigt sich, dass nicht nur der Prozessor für die Performance alleine verantwortlich ist. Die Grafikkarte stößt an die Grenzen und verhindert unter anderem ein besseres Abschneiden des neuen Pentium 4. Verglichen mit dem Athlon XP 3200+ steht der Neue mit 8,8 Prozent mehr Performance dagegen gut da. Allerdings hat diese Architektur auch ein Jahr mehr auf dem Buckel.

Zur Vorstellung des Athlon mit 500 MHz musste Intel stark rudern, um in der Performance mithalten zu können - am Ende wurden man gar gezwungen einen Pentium III aufgrund von Stabilitätsproblemen zurückziehen. Mit der Vorstellung des ersten Pentium 4 konnte Intel den Prozessortakt schnell steigern und ist nun an einem Punkt angelangt, an dem es AMD so geht, wie Intel vor vier Jahren. In Spielen hat Intel klar die Performance-Krone inne.

Anwendungsleistung

Für die Berechnung der Anwendungsperformance wurden folgende Ergebnisse heran gezogen:

Anwendungsleistung

P4 3,20 GHz - i875P - 2xDDR400/FSB800
100,0
P4 3,00 GHz - i875P - 2xDDR400/FSB800
94,9
P4 3,06 GHz - i875P - 2xDDR333/FSB533
92,2
P4 2,8C GHz - i875P - 2xDDR400/FSB800
90,1
P4 3,06 GHz - i850E - RIMM4200/FSB533
89,1
P4 2,6C GHz - i875P - 2xDDR400/FSB800
84,9
XP3200+ - nForce 2 - 2xDDR400/FSB400
84,3
P4 2,80 GHz - i875P - 2xDDR333/FSB533
84,0
P4 2,80 GHz - i850E - RIMM4200/FSB533
81,8
XP3000+ - nForce 2 - 2xDDR400/FSB400
81,5
XP3000+ - nForce 2 - 2xDDR333/FSB333
81,3
P4 2,66 GHz - i875P - 2xDDR333/FSB533
81,1
P4 2,4C GHz - i875P - 2xDDR400/FSB800
79,5
XP2800+ - nForce 2 - 2xDDR333/FSB333
78,9
XP2700+ - nForce 2 - 2xDDR333/FSB333
78,0
P4 2,53 GHz - i875P - 2xDDR333/FSB533
77,3
Angaben in Prozent

In Anwendungen wird es mit dem neuen Pentium 4 nur 2,3 Prozent schneller, bei Applikationen steigt die Performance um gute 5,1 Prozent. Hier wirkt die Grafikkarte nicht limitierend. Insbesondere FlaskMPEG kann mit dem neuen Prozessor deutlich zulegen. Alles in allem scheint sich das 3,2 GHz Modell auf dem i875P Chipsatz und DDR400 Speicher sehr wohl zu fühlen. Der Abstand zum schnellen Athlon XP ist mit etwas mehr als 15 Prozent recht deutlich - je nach Anwendung sind es mal mehr und mal weniger. Zum Tippen von simplen Texten sind sie jedoch alle schnell, ja fast zu schnell.

Gesamtleistung

Die Gesamtleistung errechnet sich aus allen Ergebnissen, die für die Berechnung der Leistung in Spielen und Anwendungen herangezogen wurden. Nur der Prozessor, der sowohl in Spielen als auch in Anwendungen die beste Leistung liefert, erreicht auch in der Gesamtleistung eine Bewertung von 100 Prozent.

Gesamtleistung

P4 3,20 GHz - i875P - 2xDDR400/FSB800
100,0
P4 3,00 GHz - i875P - 2xDDR400/FSB800
96,1
P4 3,06 GHz - i875P - 2xDDR333/FSB533
93,0
P4 2,8C GHz - i875P - 2xDDR400/FSB800
92,1
P4 3,06 GHz - i850E - RIMM4200/FSB533
89,9
P4 2,6C GHz - i875P - 2xDDR400/FSB800
87,9
XP3200+ - nForce 2 - 2xDDR400/FSB400
87,2
P4 2,80 GHz - i875P - 2xDDR333/FSB533
87,2
P4 2,80 GHz - i850E - RIMM4200/FSB533
84,9
XP3000+ - nForce 2 - 2xDDR400/FSB400
84,9
XP3000+ - nForce 2 - 2xDDR333/FSB333
84,8
P4 2,66 GHz - i875P - 2xDDR333/FSB533
84,7
P4 2,4C GHz - i875P - 2xDDR400/FSB800
83,3
XP2800+ - nForce 2 - 2xDDR333/FSB333
82,7
XP2700+ - nForce 2 - 2xDDR333/FSB333
81,9
P4 2,53 GHz - i875P - 2xDDR333/FSB533
81,8
Angaben in Prozent

Spiele laufen 2,3 Prozent schneller, Anwendungen legen um 5,1 Prozent zu. Insgesamt ist die Performance um 3,9 Prozent gestiegen - ein Ergebnis, welches nicht überrascht und die wenigstens vom Hocker hauen dürfte. Zweifelsohne hat Intel derzeit den schnellsten x86 Prozessor zu bieten dem voraussichtlich auch kein Athlon XP 3400+ mit einem realen Prozessortakt von 2,30 GHz gefährlich werden dürfte, sofern dieser überhaupt noch von AMD ins Rennen geschickt werden sollte.

Preisfrage

Ein entscheidendes Kriterium für den Kauf eines neuen Prozessors ist neben der Leistung sicherlich der Preis. Hierbei muss man natürlich zwischen den Großhandelspreisen und den Preisen im Laden um die Ecke unterscheiden. In der Vergangenheit konnten Intels Prozessoren zwar auf der Preisliste für Großkunden mit den Preisen für AMDs Boliden konkurrieren, im Einzelhandel schockte den gewillten Käufer jedoch ein gänzlich anderes Bild. Während Athlon XP Prozessoren zumeist unter Listenpreis unter's Volk geworfen wurden, musste man beim Pentium 4 allein schon für den Namen und seinen Ruf als "teure CPU" deutlich mehr bezahlen.

Großhandelspreise bei der Abnahme von 1000 Stück
Intel Pentium 4AMD Athlon XP
TaktPreisModelnr.Preis
Seit 21.5.03Ab 23.6.03Seit 13.5.03Seit 26.5.03
3,20 GHz-$6373200+$464$464
3,00 GHz$417$4173000+$325$265
3,06 GHz$401$4012800+$225$180
2,80C GHz$278$2782700+$180$137
2,80 GHz$262$2622600+$151$103
2,66 GHz$193$1932500+$124$89
2,60C GHz$218$2182400+$103$84
2,60 GHz$193$1932200+$81$74
2,53 GHz$193$193
2,40C GHz$178$178
2,40B GHz$163$163
2,26 GHz$163$163
- Nicht gelistet

Das Preisdumping bei Intel scheint ein Ende zu haben. Nachdem der 3,00 GHz Pentium 4 zur Vorstellung bei der Abnahme von 1000 Stück mit 417 US-Dollar vergleichsweise "günstig" war, startet das neue Modell mit 3,20 GHz beim üblichen Großhandelspreis in 600 US-Dollar Regionen. Die bestehenden Prozessoren wurden anlässlich des neuen Modells leider nicht im Preis gesenkt. Da es der 2,6C GHz Pentium 4 jedoch mit dem im Einkauf deutlich teuren Athlon XP 3200+ leistungsmäßig aufnehmen kann, ist dieser Sachverhalt sicherlich zu verkraften. Letztendlich zählen jedoch nicht die Preise im Großhandel sondern die, welche im Laden um die Ecke verlangt werden.

Die folgenden Preise haben wir hierbei aus der Preisliste vom 21. Juni 2003 eines Computerladens entnommen und mit denen vom 23. Mai dieses Jahres (kurz vor der Vorstellung der kleinen Pentium 4 mit 800 MHz FSB) verglichen. Da wir uns auf einen Anbieter beschränkt haben, wird es unter Garantie Anbieter geben, bei denen einige Prozessoren, die sich vielleicht gerade im Angebot befinden, etwas günstiger zu haben sind.

Ladenpreise, Stand 21. Juni 2003
Intel Pentium 4AMD Athlon XP
TaktPreisModelnr.Preis
18. Mai 200321. Juni 200318. Mai 200321. Juni 2003
3.20C GHz--3200+-€479/€499*
3.00 GHz€459/€499*€449/€469*3000+€389/€399*€269*/€289*
3,06 GHz€409€399/€419*2800+€269/€279*€184/€194*
2,80C GHz€329*€309*2700+€209/€219*€139/€149*
2,80 GHz€289/€299*€289*2600+€184*€104/€114*
2,60C GHz€259*€249*2500+€149/€159€94/€99*
2,66 GHz€214/€229*€209/€219*2400+€129*€84/€94*
2,53 GHz€204/€214*€214*2200+€109*€74/€84*
2,40C GHz€219*€199*2000+€84*€64/€74*
2,40B GHz€199*€174/€184*
2,26 GHz--
2,00 GHz€194*€179*
- Nicht im Angebot * inkl. Kühler

AMD oder Intel? Die ist vermutlich die Glaubensfrage schlechthin und eine klare Antwort kann hier nicht gegeben werden. Wer richtig sparen möchte, für den ist nach wie vor AMD die erste Wahl. Bei der Frage ob 2,00 GHz Intel Pentium 4 oder Athlon XP 2000+ kann die Antwort mit der Leistung im Hinterkopf nur AMD lauten. Im mittleren Preissegment leisten und kosten Pentium 4 2,4C GHz und Athlon XP 2800+ in etwa das gleiche, allerdings muss für die Intel-Plattform bestehend aus i875P/i865PE Platine und DDR400 Speicher mehr auf den Tisch gelegt werden.

Wer bereit ist noch 50 Euro mehr in den Prozessor zu investieren, erhält mit dem derzeit 250 Euro teuren 2,60C GHz Pentium 4 eine CPU, die so schnell wie AMDs 3200+ ist, allerdings nur die Hälfte kostet. In beiden Fällen kommt DDR400 Speicher zum Einsatz, hier hat weder Intel noch AMD Vorteile. Das Mainboard selbst ist bei AMD unbedeutend billiger. Alles in allem fährt man in der oberen Preisklasse mit Intel derzeit deutlich besser, im Niedrig-Preis-Segement geht dagegen nach wie vor nichts über AMD.

Fazit

Leistung Mit dem 3,20 GHz Pentium 4 Prozessor auf Basis des in 0,13µm gefertigten Northwood-Kerns mit einem 512 kB großen L2-Cache, HyperThreading-Support und einem 800 MHz schnellen Frontside-Bus hat Intel ohne Zweifel einen guten Ausklang für den derzeitigen Pentium 4 Kern gefunden. Durch weitere Optimierungen bei der Fertigung ist es Intel gelungen, die Thermal Design Power mit 82 Watt in voll erträglichem Rahmen zu halten. Im Normalfall hätte die Leistungsaufnahme durch den um 200 MHz gestiegenen Prozessortakt um nicht weniger als 10 Watt steigen müssen. Tatsächlich ging es von 81,9 Watt beim 3,00 GHz Pentium 4 auf 82,0 Watt beim neuen Modell - somit sollten auch keine neuen thermischen Probleme heraufbeschworen werden.

Letztendlich stellt sich nur die Frage, für wen sich die Investition in den 3,20 GHz Pentium 4 lohnt. Er ist zwar schnell, aber auch - weil neu - besonders teuer. Somit ist er für den preisbewussten Käufer kaum von Interesse. Was man für das 3,20 GHz Modell gegenüber der 3,00 GHz schnellen Variante mehr investieren müsste, ist zum jetzigen Zeitpunkt wohl besser in mehr Arbeitsspeicher, eine schnellere Grafikkarte oder eine größere Festplatte investiert. Oder wie wäre es zur Abwechslung mal mit einem neuen 5.1/6.1 Soundsystem [24]? Eine 3,20 oder 3,00 GHz CPU ist heutzutage nicht mehr alles.

Intel Pentium 4 3,2 GHz und Athlon XP 3200+ Intel Pentium 4 3,2 GHz und Athlon XP 3200+ Athlon 468DX 4-100 mit  Kühler

Daher können wir jeden, der sich zum Aufrüsten entschieden hat, zum Kauf eines Intel Pentium 4 mit 2,4C GHz oder 2,6C GHz sowie wahlweise eines AMD Athlon 2800+ (Barton) mit aktuellem Dual-Channel-Mainboard raten. Beim Pentium 4 kommt man beispielsweise mit dem SiS648FX Chipsatz recht günstig zu einem Mainboard mit HyperThreading- und FSB800-Support, muss dafür aber einen Leistungseinbruch [25] von 10 Prozent hinnehmen. Mit dem 3,00 GHz Pentium 4 und einem SiS648FX Mainboard wäre man in diesem Fall nicht schneller als ein Athlon XP 3200+ - dabei könnte der Pentium 4 mit der richtigen Hauptplatine deutlich mehr. Also nicht am Mainboard sparen! Lieber zu einem kleineren Prozessor greifen und diesem dann ein ordentliches Mainboard [11] zur Seite stellen.

Wer meint, noch etwas länger warten zu können, müssen oder wollen, den erwartet im September dieses Jahres mit dem Athlon 64 der erste 64 bit Prozessor aus dem Hause AMD für den Desktop-Markt, der aufgrund eines neuen Sockels und einer völlig anderen Architektur zwingend ein neues Mainboard und gegebenenfalls sogar neuen Arbeitsspeicher verlangen wird. Im vierten Quartal soll Intels Prescott Prozessor an den Start gehen, der mit vielen Neuerungen, unter anderem einer besseren Fertigungstechnologie und einem auf 1 MB verdoppelten L2-Cache, daher kommen wird. Alle Platinen mit den aktuellen i875P und i865PE/G Chipsätzen werden diesen unterstützen. Er wird - wie der Athlon 64 - aber zur Markteinführung entsprechend teuer sein. Irgendwann im nächsten Jahr wird sich dann nochmals einiges ändern. Es wird neue Chipsätze, neue Speichertechnologien und auch einen neuen Prozessorsockel für Intel geben. Aber bis dahin kann noch gut ein Jahr vergehen.

Anhang

Testsystem

Als Betriebssystem kam, wie bei uns üblich, Windows XP Professional mit Service Pack1 in der englischen Original-Version zum Einsatz, welche auf den jeweiligen Plattformen nach der Installation aktiviert wurde. Als Grafikkarte kam unsere sehr zuverlässige Asus V8460 mit GeForce4 Ti4600 zum Einsatz.

Um etwaigen Fragen vorzubeugen, hier eine komplette Auflistung unseres Testsystems:

Benchmarks

Auch bei diesem Test haben wir keine Mühen gescheut, um die Leistung der neuen Prozessoren von möglichst vielen Seiten zu beleuchten.

Nachfolgend eine kleine Übersicht:

Wer die Benchmarks bei sich zu Hause selbst einmal nachvollziehen möchte, der findet einen Großteil der oben aufgelisteten Testprogramme bei uns in der Downloadsektion [28].

Synthetische Benchmarks

Sandra 2003 Pro

Sandra 2003 Arithmetic

 Dhrystone:
P4 3,20 GHz - i875P - 2xDDR400/FSB800
9.866
P4 3,00 GHz - i875P - 2xDDR400/FSB800
9.498
P4 3,06 GHz - i850E - RIMM4200/FSB533
9.412
P4 3,06 GHz - i875P - 2xDDR333/FSB533
9.410
P4 2,8C GHz - i875P - 2xDDR400/FSB800
8.851
P4 2,6C GHz - i875P - 2xDDR400/FSB800
8.200
XP2700+ - nForce 2 - 2xDDR333/FSB333
8.123
XP3000+ - nForce 2 - 2xDDR333/FSB333
7.998
XP3200+ - nForce 2 - 2xDDR400/FSB400
7.962
XP3000+ - nForce 2 - 2xDDR400/FSB400
7.872
XP2800+ - nForce 2 - 2xDDR333/FSB333
7.686
P4 2,4C GHz - i875P - 2xDDR400/FSB800
7.434
P4 2,80 GHz - i875P - 2xDDR333/FSB533
7.102
P4 2,80 GHz - i850E - RIMM4200/FSB533
6.932
P4 2,66 GHz - i875P - 2xDDR333/FSB533
6.778
P4 2,53 GHz - i875P - 2xDDR333/FSB533
6.429
 Whetstone:
P4 3,20 GHz - i875P - 2xDDR400/FSB800
6.131
P4 3,06 GHz - i850E - RIMM4200/FSB533
5.803
P4 3,06 GHz - i875P - 2xDDR333/FSB533
5.791
P4 3,00 GHz - i875P - 2xDDR400/FSB800
5.540
P4 2,8C GHz - i875P - 2xDDR400/FSB800
5.170
P4 2,6C GHz - i875P - 2xDDR400/FSB800
4.805
P4 2,4C GHz - i875P - 2xDDR400/FSB800
4.436
P4 2,80 GHz - i850E - RIMM4200/FSB533
3.683
P4 2,80 GHz - i875P - 2xDDR333/FSB533
3.667
P4 2,66 GHz - i875P - 2xDDR333/FSB533
3.493
XP3200+ - nForce 2 - 2xDDR400/FSB400
3.343
P4 2,53 GHz - i875P - 2xDDR333/FSB533
3.315
XP2700+ - nForce 2 - 2xDDR333/FSB333
3.290
XP3000+ - nForce 2 - 2xDDR333/FSB333
3.282
XP3000+ - nForce 2 - 2xDDR400/FSB400
3.189
XP2800+ - nForce 2 - 2xDDR333/FSB333
3.155
Angaben in Punkten

Sandra 2003 Multimedia

 Integer:
P4 3,20 GHz - i875P - 2xDDR400/FSB800
14.818
P4 3,06 GHz - i875P - 2xDDR333/FSB533
14.217
P4 3,06 GHz - i850E - RIMM4200/FSB533
14.208
P4 3,00 GHz - i875P - 2xDDR400/FSB800
13.910
P4 2,8C GHz - i875P - 2xDDR400/FSB800
12.983
XP3200+ - nForce 2 - 2xDDR400/FSB400
12.226
P4 2,6C GHz - i875P - 2xDDR400/FSB800
12.056
XP2700+ - nForce 2 - 2xDDR333/FSB333
12.037
XP3000+ - nForce 2 - 2xDDR333/FSB333
12.004
XP3000+ - nForce 2 - 2xDDR400/FSB400
11.636
XP2800+ - nForce 2 - 2xDDR333/FSB333
11.534
P4 2,80 GHz - i850E - RIMM4200/FSB533
11.154
P4 2,80 GHz - i875P - 2xDDR333/FSB533
11.136
P4 2,4C GHz - i875P - 2xDDR400/FSB800
11.127
P4 2,66 GHz - i875P - 2xDDR333/FSB533
10.602
P4 2,53 GHz - i875P - 2xDDR333/FSB533
10.070
 Floating-Point:
P4 3,20 GHz - i875P - 2xDDR400/FSB800
23.642
P4 3,06 GHz - i850E - RIMM4200/FSB533
22.598
P4 3,06 GHz - i875P - 2xDDR333/FSB533
22.238
P4 3,00 GHz - i875P - 2xDDR400/FSB800
22.067
P4 2,8C GHz - i875P - 2xDDR400/FSB800
20.618
P4 2,6C GHz - i875P - 2xDDR400/FSB800
19.183
P4 2,4C GHz - i875P - 2xDDR400/FSB800
17.753
P4 2,80 GHz - i875P - 2xDDR333/FSB533
14.194
P4 2,80 GHz - i850E - RIMM4200/FSB533
14.192
P4 2,66 GHz - i875P - 2xDDR333/FSB533
13.515
P4 2,53 GHz - i875P - 2xDDR333/FSB533
12.825
XP3200+ - nForce 2 - 2xDDR400/FSB400
12.773
XP2700+ - nForce 2 - 2xDDR333/FSB333
12.613
XP3000+ - nForce 2 - 2xDDR333/FSB333
12.602
XP3000+ - nForce 2 - 2xDDR400/FSB400
12.265
XP2800+ - nForce 2 - 2xDDR333/FSB333
12.123
Angaben in Punkten

Sandra 2003 Speicherdurchsatz

 Int Buffered:
P4 3,20 GHz - i875P - 2xDDR400/FSB800
5.056
P4 3,00 GHz - i875P - 2xDDR400/FSB800
5.030
P4 2,8C GHz - i875P - 2xDDR400/FSB800
5.029
P4 2,6C GHz - i875P - 2xDDR400/FSB800
5.024
P4 2,4C GHz - i875P - 2xDDR400/FSB800
4.972
P4 2,66 GHz - i875P - 2xDDR333/FSB533
3.430
P4 3,06 GHz - i875P - 2xDDR333/FSB533
3.428
P4 2,53 GHz - i875P - 2xDDR333/FSB533
3.426
P4 2,80 GHz - i875P - 2xDDR333/FSB533
3.426
P4 2,80 GHz - i850E - RIMM4200/FSB533
3.325
P4 3,06 GHz - i850E - RIMM4200/FSB533
3.321
XP3200+ - nForce 2 - 2xDDR400/FSB400
2.900
XP3000+ - nForce 2 - 2xDDR400/FSB400
2.887
XP2700+ - nForce 2 - 2xDDR333/FSB333
2.583
XP2800+ - nForce 2 - 2xDDR333/FSB333
2.580
XP3000+ - nForce 2 - 2xDDR333/FSB333
2.574
Angaben in Megabyte pro Sekunde (MB/s)

PCMark2002

PCMark 2002

 CPU Result:
P4 3,20 GHz - i875P - 2xDDR400/FSB800
7.992
P4 3,06 GHz - i875P - 2xDDR333/FSB533
7.551
P4 3,00 GHz - i875P - 2xDDR400/FSB800
7.460
P4 3,06 GHz - i850E - RIMM4200/FSB533
7.442
P4 2,8C GHz - i875P - 2xDDR400/FSB800
6.957
P4 2,80 GHz - i850E - RIMM4200/FSB533
6.925
P4 2,80 GHz - i875P - 2xDDR333/FSB533
6.905
XP3200+ - nForce 2 - 2xDDR400/FSB400
6.821
XP3000+ - nForce 2 - 2xDDR333/FSB333
6.665
P4 2,66 GHz - i875P - 2xDDR333/FSB533
6.625
XP2700+ - nForce 2 - 2xDDR333/FSB333
6.624
XP3000+ - nForce 2 - 2xDDR400/FSB400
6.525
P4 2,6C GHz - i875P - 2xDDR400/FSB800
6.472
XP2800+ - nForce 2 - 2xDDR333/FSB333
6.441
P4 2,53 GHz - i875P - 2xDDR333/FSB533
6.263
P4 2,4C GHz - i875P - 2xDDR400/FSB800
5.972
 RAM Result:
P4 3,20 GHz - i875P - 2xDDR400/FSB800
9.837
P4 3,00 GHz - i875P - 2xDDR400/FSB800
9.620
P4 2,8C GHz - i875P - 2xDDR400/FSB800
9.336
P4 2,6C GHz - i875P - 2xDDR400/FSB800
9.144
P4 2,4C GHz - i875P - 2xDDR400/FSB800
8.875
P4 3,06 GHz - i875P - 2xDDR333/FSB533
8.278
P4 2,80 GHz - i875P - 2xDDR333/FSB533
8.018
P4 2,66 GHz - i875P - 2xDDR333/FSB533
7.937
P4 2,53 GHz - i875P - 2xDDR333/FSB533
7.729
P4 3,06 GHz - i850E - RIMM4200/FSB533
7.531
P4 2,80 GHz - i850E - RIMM4200/FSB533
6.697
XP3200+ - nForce 2 - 2xDDR400/FSB400
5.838
XP3000+ - nForce 2 - 2xDDR400/FSB400
5.722
XP3000+ - nForce 2 - 2xDDR333/FSB333
5.516
XP2800+ - nForce 2 - 2xDDR333/FSB333
5.396
XP2700+ - nForce 2 - 2xDDR333/FSB333
4.923
Angaben in Punkten

3DMark2001 SE

3DMark 2001 SE

P4 3,20 GHz - i875P - 2xDDR400/FSB800
15.424
P4 3,00 GHz - i875P - 2xDDR400/FSB800
15.097
P4 2,8C GHz - i875P - 2xDDR400/FSB800
14.763
P4 3,06 GHz - i875P - 2xDDR333/FSB533
14.500
P4 2,6C GHz - i875P - 2xDDR400/FSB800
14.357
XP3200+ - nForce 2 - 2xDDR400/FSB400
14.165
P4 2,80 GHz - i875P - 2xDDR333/FSB533
14.163
XP3000+ - nForce 2 - 2xDDR400/FSB400
13.983
P4 2,4C GHz - i875P - 2xDDR400/FSB800
13.962
P4 2,66 GHz - i875P - 2xDDR333/FSB533
13.895
P4 3,06 GHz - i850E - RIMM4200/FSB533
13.892
XP3000+ - nForce 2 - 2xDDR333/FSB333
13.823
P4 2,80 GHz - i850E - RIMM4200/FSB533
13.796
XP2800+ - nForce 2 - 2xDDR333/FSB333
13.668
P4 2,53 GHz - i875P - 2xDDR333/FSB533
13.668
XP2700+ - nForce 2 - 2xDDR333/FSB333
13.508
Angaben in Punkten

3DMark 2001 SE Detail

 Game 1 - Car Chase - High:
P4 3,20 GHz - i875P - 2xDDR400/FSB800
90,2
P4 3,00 GHz - i875P - 2xDDR400/FSB800
84,7
XP3200+ - nForce 2 - 2xDDR400/FSB400
78,6
P4 3,06 GHz - i875P - 2xDDR333/FSB533
78,0
XP3000+ - nForce 2 - 2xDDR333/FSB333
77,4
P4 2,8C GHz - i875P - 2xDDR400/FSB800
77,2
XP3000+ - nForce 2 - 2xDDR400/FSB400
76,4
P4 2,80 GHz - i875P - 2xDDR333/FSB533