Generell sind drei verschiedene Ansätze zur Realisierung einer Multi-Core-CPU vorstellbar und aus jedem Metier gab es von Intel zum IDF eine oder mehrere Lösungen zu sehen.
Den ersten Schritt in Sachen Dual-Core wird Intel in Form des „Smithfield“-Kerns wagen. Nüchtern betrachtet vereint der Smithfield zwei Prescott-Kerne in einem Die, dessen Basis, das Package, über den Sockel 775 mit dem Board verbunden wird. Die zwei Kerne besitzen jeweils 1 MB L2-Cache (nicht 2 MB wie die Prescott 2M-Prozessoren), einen FSB von 200 MHz (FSB800) und beherrschen 64 Bit, das „XD-Bit“, den „Enhanced Halt State“, Thermal Monitoring 2 und EIST (siehe auch: Intels neue Pentium 4 der 600-Serie). Während sich der aktuelle Pentium 4 Extreme Edition 3,73 GHz von seinen Pentium 4-Kollegen der 600er-Serie durch einen 266 MHz schnellen FSB (FSB1066) unterscheidet, bietet der Pentium XE 840 lediglich den altbekannten FSB800. Pentium D und XE unterscheiden sich in Zukunft vielmehr durch Intels Hyper-Threading-Technologie, über die nur der Pentium XE verfügen und somit vier virtuelle CPU-Kerne bieten wird. Genau dieser Prozessor befindet sich heute bei uns im Preview.
(Prescott-2M- (oben links), Prescott- (unten links) und Smithfield-Core (rechts) verdeutlichen, dass es sich beim Pentium D und Pentium Extreme Edition um die Kombination zweier Prescott-Kerne handelt)
(Intel Pentium Extreme Edition 840)
Auch wenn ein genauer Veröffentlichungstermin für den Pentium D und Pentium XE noch nicht feststeht, ist noch im 2. Quartal 2005 mit der Markteinführung zu rechnen. Fraglich bleibt, ob Intel AMDs Vorstellung des Dual-Core-Opteron-Prozessors zurvor kommen wird. Aufgrund der früheren Bereitstellung von Testsystemen ist allerdings davon auszugehen. Einen Dual-Core-Athlon-64 für den Desktop wird AMD erst im 2. Halbjahr des Jahres vorstellen. Die letzten Informationen bezüglich Spezifikationen und voraussichtlichen Straßenpreisen zur Präsentation sind der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen.
| Kennung | Kerne | Takt pro Kern | L2-Cache | FSB | HT | Preis* |
| Pentium XE 840 | 2 | 3,2 GHz | 2 x 1 MB | FSB800 (200MHz) | Ja | $999 |
| Pentium D 840 | 2 | 3,2 GHz | 2 x 1 MB | FSB800 (200 MHz) | Nein | $530 |
| Pentium D 830 | 2 | 3,0 GHz | 2 x 1 MB | FSB800 (200 MHz) | Nein | $315 |
| Pentium D 820 | 2 | 2,8 GHz | 2 x 1 MB | FSB800 (200 MHz) | Nein | $240 |
| * Voraussichtlicher Preis bei Abnahme von 1000 Stück. | ||||||
Auch über Pentium D und Pentium XE hinaus hat Intel den Dual-Core-Weg mit den auf dem IDF im März gezeigten Prototypen bereits klar abgesteckt. Für das Server-Segment wird Intel im 2. Halbjahr 2005 mit „Montecito“ einen weiteren 64-Bit-Itanium-Prozessor mit zwei Kernen, 24 MB L2-Cache und 1,7 Milliarden Transistoren auf den Markt bringen, während mit „Paxville“ („Truland“-Plattform, 90 nm, bis zu vier CPUs) und „Dempsey“ („Bensley“-Plattform, 65 nm, Sockel 771, bis zu zwei CPUs) im ersten Quartal Dual-Core-Xeon-CPUs das Licht der Welt erblicken sollen. 2007 wird dann der Xeon MP auf Basis des „Whitefield“-Chips mit mehr als zwei Kernen im Rahmen der „Reidland“-Plattform erwartet. Im Desktop-Markt soll Anfang 2006 der in 65 nm gefertigte „Presler“ die Nachfolge des „Smithfield“ antreten und bereits Ende 2005 will Intel mit den „Yonah“ (65 nm) den ersten Dual-Core-Mobile-Prozessor in geringen Stückzahlen liefern, der dann Anfang 2006 (höchstwahrscheinlich ein Jahr nach Einführung der „Sonoma“-Plattform) in Serie gehen soll. Nach eigenen Angaben sollen Intels Dual-Core-CPUs Ende 2006 einen Anteil von 85 % (Workstation) respektive 70 % (Desktop) an den Absatzzahlen halten.