Einleitung
Intel hat mit dem Atom 230 eine vor allem kostenorientierte Lösung für kompakte Internet-PCs entwickelt. Während man häufig für Mini-ITX-Mainboards viel Geld zahlen muss, bekommt man den Atom 230 inklusive Mainboard schon für etwas mehr als 50 Euro. Der Stromverbrauch ist moderat, doch die Leistung ist beim besten Willen als bescheiden zu bezeichnen, wenn auch für das vorgesehene Aufgabengebiet eines Internet-PCs ausreichend. Unter Windows Vista hat eine kleine CPU wie der Atom jedoch schon viel zu tun und kaum noch Reserven. Entsprechend zäh kann die Arbeit auf einem derartigen System anmuten. Zu bemängeln bleibt außerdem die Tatsache, dass HD-Videos mit dem Atom nicht flüssig dargestellt werden können. Die integrierte Grafikeinheit in Form des Graphics Media Accelerator 950 ist hier keine Hilfe.
Weitere Reserven will Intel mit dem Atom 330 schaffen. Auf dessen Package befinden sich zwei Atom-Kerne. Da der Atom Simultaneous Multi Threading (Hyperthreading [1]) bietet, lassen sich mit den zwei Kernen vier Threads gleichzeitig abarbeiten – der Geräte-Manager von Windows erkennt vier Atoms, die mit 1,6 GHz getaktet sind. Ob die Option des Ausführens zwei weiterer Threads die Schwächen eines Atom 230 beheben kann und wie der Atom 330 im Vergleich zu einer AMD-Plattform steht, zeigt dieser Test.
Lesezeichen
- Intel stellt Atom für Netbook & Nettop vor [2]
- VIA Nano: Mehr Konkurrenz für den Intel Atom [3]
- Intel Atom für Nettops [4]
- AMD: Bobcat weiter in der Entwicklung [5]
Technische Daten
Um die Leistung und Energieeffizienz des Intel Atom 330 besser beurteilen zu können, stellen wir unserer Atom-Platine ein sparsames AMD-System gegenüber. Letzteres basiert auf dem Chipsatz 740G/SB700 mit integrierter ATi Radeon 2100. Diese Plattform soll künftig mit den kommenden Stromspar-CPUs von AMD [6], dem Single-Core Athlon 2650e (1,6 GHz) sowie dem Dual-Core Athlon X2 3250e (1,5 GHz), vermarktet werden.
| Nettop | Office- / HTPC | |
|---|---|---|
| CPU | ||
| Modell | Intel Atom 330 (Diamondville) | AMD Athlon X2 4850e |
| Sockel | 437 (verlötet) | AM2 |
| Transistoren | 2x 47 Mio. | 153,8 Mio. |
| Fertigung | 45 nm | 65 nm |
| Taktfrequenz | 1,60 GHz | 2,50 GHz |
| Multiplikator | 12 | 12,5 |
| FSB / HT-Link | 533 MHz | 1.000 MHz |
| L2-Cache | 2x 512 KB | 2x 512 KB |
| Threading | 2 Kerne, 4 Threads | 2 Kerne, 2 Threads |
| EM64T / 64 Bit | ✓ | ✓ |
| Spannung | 1,162 V | 1,250 V |
| Max. Temperatur | 85,2 °C | 78 °C |
| TDP | 8 W | 45 W |
| Mainboard | ||
| Modell | ECS P45GC (945GCD-I330) | Gigabyte GA-MA74GM-S2H |
| Chipsatz | Intel 945GC & ICH7 | AMD 740G/SB700 |
| Onboard-Grafik | Intel GMA 950 | ATi Radeon 2100 |
| Onboard-Sound | VIA VT1708B HD-Audio (6 Kanäle) | Realtek ALC888 HD-Audio (8 Kanäle) |
| Speichertakt | DDR2-400/533 (single-channel) | DDR2-667/800 (dual-channel) |
| Speicherausbau | 1 GB (1 Slot) | 8 GB (2 Slots) |
| Steckplätze | 1x PCI | 1x PCIe x16 1x PCIe x1 2x PCI |
| Externe Anschlüsse | 2x PS/2 1x D-Sub 4x USB 2.0 1x RJ45 (Atheros AR8012 100 Mbit) 3x Audio 1x Seriell (COM1) 1x Parallel |
2x PS/2 1x D-Sub 1x DVI-D 1x HDMI 4x USB 2.0 1x Parallel 1x RJ45 (Realtek 8111C 10/100/1000 Mbit) 3x Audio 1x S/PDIF |
| Interne Anschlüsse | 1x 24-Pin ATX-Power 1x PWR-Fan 1x Sys-Fan 1x IDE UDMA 100/66 (2 Geräte) 2x SATA II 2x USB 2.0 (4 USB-Ports) 1x Speaker 1x S/PDIF-out (Coaxial) 1x Power/HDD-LED 1x Front-audio 1x CD-audio-in |
24-Pin ATX-Power 4-Pin ATX-12V-Power 1x 4-Pin CPU-Fan (PWM & Voltage) 1x 4-Pin Sys-Fan (PWM & Voltage) 1x Floppy 1x IDE UDMA 133/100/66 (2 Geräte) 6x SATA II (RAID 0, RAID 1 and RAID 10) 4x USB 2.0 (8 USB-Ports) 1x Serial Port 1x Trusted Platform Module (TPM) 1x Chassis Intrusion 1x S/PDIF-out (Coaxial) 1x HD-Front-audio 1x Front-Panel 1x Power LED 1x CD-audio-in |
| Formfaktor | Mini-ITX (170 x 170 mm) | µATX (245 x 245 mm) |
ECS Elitegroup 945GCD-I330
Elitegroup (ECS) konnte uns freundlicherweise das Engineering Sample eines Atom 330 samt Platine zur Verfügung stellen. Das Mainboard mit dem Codenamen Gorgia und der Vorserienbezeichnung P45GC ist ebenfalls ein Engineering Sample. In der finalen Version wird es typisch für ECS violett statt rot gehalten sein und dann die passendere Bezeichnung 945GCD-I330 tragen.
Das Mainboard ist nach dem Mini-ITX-Standard ausgelegt und misst 170 x 170 mm. Dementsprechend findet nur eine Speicherbank auf der Platine Platz, welche leider nur mit bis zu 1.024 MB gefüllt werden kann. Als Standards kommen DDR2-400 und DDR2-533 in Frage. Ob auf der finalen Version mehr als 1.024 MB eingesetzt werden können, ist bislang unklar. Genauso ließe sich darüber spekulieren, ob der ungesteuerte Northbridge-Lüfter durch einen größeren Passiv-Kühler ersetzt werden könnte.



Generell entspricht das Mainboard dem, was Intel als Nettop '08 spezifiziert [1] hat. Als Chipsatz kommt der i945GC zusammen mit der Southbridge ICH7 zum Einsatz. Laufwerke können über IDE oder SATA angebunden werden. Eine Erweiterung der Plattform erfolgt nur über einen PCI-Steckplatz. Der Chipsatz beherrscht zwar PCI-Express, doch sucht man auf der Platine einen entsprechenden Steckplatz vergebens. Die Konnektivität ist auf das Nötigste beschränkt. Es gibt vier USB-2.0-Anschlüsse, zwei PS/2-Buchsen für Tastatur und Maus, drei Audio-Ausgänge, eine serielle und eine parallele Schnittstelle sowie einen VGA-Anschluss. Die Stromversorgung erfolgt ausschließlich über einen 24-Pin ATX-Stecker. Neben dem Northbridge-Lüfter lässt sich optional ein weiterer Lüfter mit konstanten 12 Volt versorgen.
Gigabyte GA-MA74GM-S2H
Als Konkurrenz zu Intels Nettop wird AMD voraussichtlich eine Single-Core-CPU mit dem derzeitigen Codenamen Bobcat (1,0 GHz) bringen [4], während die kommenden Stromspar-CPUs von AMD [5], der Single-Core Athlon 2650e (1,6 GHz) sowie der Dual-Core Athlon X2 3250e (1,5 GHz), vermutlich über diesem Segment angesiedelt werden sollen. Auf Letztere hat Intel derzeit keine Antwort in Form einer passenden CPU. Vermarktet werden sollen die AMD-Prozessoren zusammen mit dem Chipsatz 740G/SB700 als energieeffiziente und kostengünstige Plattformen. Das vorliegende Mainboard von Gigabyte ist das GA-MA74GM-S2H, welches auf diesem Chipsatz basiert.
Es handelt sich um eine µATX-Platine mit Abmessungen von 245 x 245 mm, was ein gutes Stück größer als Mini-ITX ist. Während die Größe in dieser Klasse als Manko zu bewerten ist, weiß das Mainboard mit Ausstattung zu punkten. Neben typischen Ausstattungsmerkmalen erhält man einen DVI-, einen HDMI- sowie einen digitalen Audio-Ausgang. Flache Kühler auf North- und Southbridge unterstreichen den sparsamen Charakter des Chipsatzes. Nach einem BIOS-Update können auf dieser Platine gar Triple-Core-Phenoms betrieben werden.



Testsystem
Hardware
- Prozessoren
- AMD Sempron LE-1100 [7]
- AMD Athlon X2 4850e [8]
- Intel Atom 230 [9]
- Intel Atom 330 [10]
- CPU-Kühler
- AMD: Scythe Shuriken [11] (PWM-gesteuert)
- Intel: passiv (B x T x H: 28 x 28 x 25 mm)
- Mainboards
- ECS Elitegroup 945GCD-I330 (Engineering Sample ECS P45GC)
- ECS Elitegroup 945GCT-D V1.0 [12] (BIOS 08/05/23, 3. Juni 2008)
- Gigabyte GA-MA74GM-S2 [13] (rev. 1.0, BIOS F1, 1. Februar 2008)
- Arbeitsspeicher
- 1x 1.024 MB CellShock V² [14] @ 1,8 Volt (DDR2-667 @ CL 5-5-5-15, DDR2-533 @ CL 4-4-4-12)
- Grafikbeschleuniger
- Intel GMA 950
- ATi Radeon 2100
- Peripherie
- Hitachi Travelstar 7K200 120 GB 2,5" SATA [15] @ RaidSonic ICY BOX IB-266STUSD-B [16]
- Samsung SH-D163B SATA (DVD-ROM)
- Netzteil
- Gehäuse
- Apevia X-QPACK2 (µATX) [18]
- Lüfter: 120 mm Yate Loon D12SL-12 [19] @ 5 Volt
Software
- Betriebssystem
- Microsoft Windows Vista x86 SP1
- Microsoft DirectX 9.0c
- Microsoft Direct3D 10
- Benchmarks
- 7-Zip 4.60 Beta
- Cinebench R10
- iTunes 8.0
- PCMark Vantage
- Powerbench
- True Crypt 6.0
- H.264: The Dark Knight (Trailer 3, 720p & 1080p)
- VC-1: Step Into Liquid (Trailer, 720p & 1080p)
- Treiber
- ATi Catalyst 8.9
- Intel Chipsatztreiber 9.0.0.1008
- Intel Grafiktreiber 15.8.3.1504
- VIA HD Audio Codec 5.60c
- Realtek Azalia Audio R1.84
Benchmarks
Oberstes Ziel des Intel Atom ist es sicher nicht, um jeden Preis die Leistungskrone für sich zu beanspruchen. Vielmehr geht es in dieser Klasse um Herstellungskosten und Energieverbrauch. Allerdings muss man sich zumindest fragen dürfen, ob der Atom für seine bescheidenen Aufgaben schnell genug ist. Der Atom wurde entwickelt, um Inhalte wiederzugeben, nicht aber um Inhalte zu bearbeiten oder gar zu erstellen. Dementsprechend beschränken wir uns in den Leistungsmessungen auf einige repräsentative Benchmarks, die ausreichen, um seine Leistung einordnen und beurteilen zu können.
7-Zip
Die Datenkompressionssoftware 7-Zip hat in den vergangenen Jahren stark an Popularität gewonnen. Hierzu trug nicht nur die im Vergleich zu anderen Packern bessere Kompressionsrate bei ZIP und GZIP oder dem hauseigenen Format 7z bei. Im Vergleich zur Konkurrenz ist die Software kostenlos und werbefrei und steht darüber hinaus in einer 64-Bit-Version zur Verfügung. Wir testen mit dem integrierten Benchmark der Beta-Version 4.60.
7-Zip
Angaben in MIPS
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Cinebench R10
Das populäre, aus Deutschland stammende Maxon Cinema4D ist in unserem Benchmarkparcours mit Cinebench R10 vertreten. Die Software nutzt zum Raytracing bis zu 16 Prozessoren und profitiert damit von allen derzeit am Markt erhältlichen Desktop-Prozessoren von AMD oder Intel. Weitere Ergebnisse: Maxon veröffentlicht Cinebench Release 10 [20]
Cinebench R10
Angaben in Punkten
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iTunes 8
Apples iTunes ist ein Audio-Player mit integriertem Zugang zum iTunes Music Store. Das mittlerweile knapp über 60 MB große Programm bringt den von Apple gewohnten Look und die simple Bedienung auch auf den PC. Es brennt, rippt und „shared“ Musikdaten im Netzwerk. Das Programm bietet die Möglichkeit Musikstücke den eigenen Wünschen entsprechend zu komprimieren. Die Last wird dabei auf die vorhandenen CPUs verteilt. Wir komprimieren eine 57:15 Minuten lange WAV-Datei (578 MB) in das mp3-Format (78,6 MB) mit Qualitätseinstellungen von 192 kbit/s.
iTunes 8
Angaben in Minuten, Sekunden
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Powerbench
Flash-Anwendungen können sogar das sonst anspruchslose Internet-Surfen zur Herausforderung werden lassen. Die Aachener Powerflasher GmbH hat mit dem Powerbench [21] einen Benchmark online gestellt, der demonstrieren soll, was mit Flash inzwischen machbar ist. Dabei sprengt der Benchmark mit viel 3D und Idee bewusst einige Grenzen der konventionellen Web-Kommunikation. Wir testen den Benchmark mit dem Webbrowser Mozilla Firefox 3.0.3 und dem Adobe Flash Player 9.0.124.0.
Powerbench
Angaben in Punkten
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TrueCrypt 6.0
TrueCrypt ist ein Open-Source-Verschlüsselungstool, welches seit der Version 6.0 auch Multi-Core-Unterstützung bietet, welche dem Programm auf Dual-/Mehrkern- oder Multi-Prozessor-Systemen zu einer deutlich verbesserten Performance bei der Ver- und Entschlüsselung der Daten verhilft. Weitere Ergebnisse: TrueCrypt 6.0 veröffentlicht (Benchmark) [22]
TrueCrypt 6.0
Angaben in Megabyte pro Sekunde (MB/s)
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PCMark Vantage
Etwas über zwei Jahre nach der Vorstellung des PCMark05, dem Futuremark-Benchmark zur Beurteilung der Leistung eines Rechners in verschiedensten Anwendungsszenarien, stellt der finnische Hersteller den PCMark07, „PCMark Vantage“ genannt, vor. Einmal mehr sollen Privatanwender und Firmen anhand eines kompakten Programmes in der Lage sein, die Leistung eines Rechners auf Grundlage einer breiten Basis an Tests möglichst objektiv bewerten zu können. Alle Details zu dem neuen Benchmark stellt unser Artikel zu PCMark Vantage [23] bereit. Die größte Hürde in den Systemanforderungen des PCMark Vantage ist das Betriebssystem, denn die Benchmarkversion aus dem Jahre 2007 verrichtet nur noch unter Windows Vista ihren Dienst.
PCMark Vantage
Angaben in Punkten
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VC-1-/H.264-Wiedergabe
Auch ein Nettop dürfte sich bei den Streifzügen seines Nutzers durch das World Wide Web hin und wieder mit einem HD-Video konfrontiert sehen. Wir testen die Fähigkeit zur flüssigen Darstellung anhand einer Auswahl von HD-Trailern, die in H.264 (Apple – Movie Trailers [24]) und VC-1 (WMV HD Content Showcase [25]) codiert sind. Hierzu wird die Bildwiederholrate über der Dauer der Wiedergabe dargestellt. Es gilt zu beachten, dass die Trailer im Gegensatz zu vollwertigen Spielfilmen keinen Kopierschutz haben, dessen Decodierung zusätzlich vom System bewältigt werden muss. Die Wiedergabe erfolgt jeweils unter Windows Vista mit dem Apple QuickTime Player 7.5.5 beziehungsweise dem Media Player Classic 6.4.9.1. Berichten zufolge könnten Grenzfälle unter Windows XP im Gegensatz zu Vista möglicherweise flüssig dargestellt werden.
Durchschnittliche Bildwiederholrate
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Der Atom 330 hat genau wie der Atom 230 keine Chance, HD-Videos flüssig darzustellen. Der zweite Kern kann zwar die FPS-Werte leicht verbessern, weil das System mit beiläufigen Systemanwendungen besser zurechtkommt, doch bleibt die Wiedergabe auf ungenießbarem Niveau. Auch eine komplexere CPU wie der Sempron LE tut sich mit den meisten Inhalten sehr schwer, nur WMV HD (Step into Liquid) in 720p läuft flüssig. Erst der Athlon X2 kann die meisten Videos souverän decodieren, doch an H.264 (The Dark Knight) in 1080p beißt selbst dieser Prozessor sich die Zähne aus. Hier fehlt einfach eine GPU, die derartige Aufgaben spielend meistern würde. Sowohl der GMA 950 als auch die Radeon 2100 sind hier keine Hilfe.
FPS-Verlauf
Nachfolgend werden die zugehörigen FPS-Verläufe über der Wiedergabedauer dargestellt. Alles was unter sechs FPS fällt, wird als spürbare Verzögerung wahrgenommen. Alle anderen Fälle, die nicht annähernd konstante 24 FPS erreichen, ruckeln in Bild und Ton und laufen zum Teil auch zu langsam beziehungsweise mit längerer Spieldauer.
Preis-Leistungs-Verhältnis
Performancerating
Während Windows Vista mit dem Atom 330 spürbar agiler anmutet, profitieren nur wenige Anwendungen wirklich von insgesamt vier Threads. Auch das Decodieren von HD-Videos lässt sich nicht auf mehrere CPUs aufteilen, sodass entsprechende Inhalte nach wie vor ruckeln. Somit ist der Atom 330 mit zwei Kernen durchschnittlich etwa 27 Prozent schneller als der Atom 230 mit nur einem Kern. Immerhin kann der Atom 330 gut zum AMD Sempron LE-1100 aufschließen. Gegen eine Dual-Core-CPU wie den Athlon X2 4850e hat der Atom 330 allerdings keine Chance mehr.
Performancerating
Angaben in Prozent
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Preise
Die Preise wurden mit dem Preisvergleich Geizhals.at ermittelt und gelten für verfügbare Angebote (Stand: 04. November 2008). Für die AMD-Systeme wurden jeweils die Preise der CPU als boxed-Variante zu dem des Gigabyte GA-MA74GM-S2H addiert. Hierbei wurde auf eine gemeinsame Verfügbarkeit in einem Online-Shop geachtet, um etwaige Versandkosten gering zu halten.
Preisliste
Angaben in Euro
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Preis-Leistung
Grundlage für die Rangfolge sind das Performancerating sowie der jeweils günstigste Preis eines verfügbaren Angebots. Die Performance dividiert durch den Preis ergibt eine Punktzahl und in Abhängigkeit zur höchsten Punktzahl, die automatisch mit 100 Prozent angesetzt wird, ergeben sich die übrigen Verhältnisse.
Preis/Leistung
Angaben in Prozent
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Sonstige Messungen
Leistungsaufnahme
Die Leistungsaufnahme wird mit einem Voltcraft Energy Check 3000 am Netzteil-Stecker gemessen. Die Messergebnisse beziehen sich somit auf das gesamte System.
Leistungsaufnahme
Angaben in Watt (W)
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Dass auf dem Atom 330 im Vergleich zum Atom 230 ein weiterer Kern arbeitet, lässt sich anhand der Leistungsaufnahme leicht nachvollziehen. Da die Atoms im Nettop-Bereich über keine Stromsparmechanismen verfügen, ist der Unterschied auch im Leerlauf messbar. Eine gesteigerte TDP von vier auf nun acht Watt im Falle des Atom 330 wird den Messwerten kaum gerecht, denn das Atom-330-System verbraucht im Leerlauf bereits acht Watt und unter Volllast sogar 13 Watt mehr. Es ist nicht auszuschließen, dass das Engineering Sample der Atom-330-Platine etwas mehr als üblich verbraucht, was die auffällig großen Differenzen zum Atom 230 erklären würde.
Eine gute Figur machen die AMD-Prozessoren. Der 740G-Chipsatz und die Prozessoren mit ihren Stromsparmechanismen machen den Atom-Plattformen sichtbar Konkurrenz. Beachtet man die wesentlich höhere Rechenleistung der AMD-Prozessoren sowie weiteres Potential zur Reduzierung der Leistungsaufnahme durch manuelle Optimierung der Spannungsversorgung, so ist die geringe Leistungsaufnahme des Atom eigentlich kein Argument mehr. Die Spannung lässt sich beim Atom nicht verändern, während die Werte bei AMD in feinen Schritten beispielsweise mit Rightmark RMClock Utility [26] weiter optimiert werden können.
Die Lastwerte sind allesamt als niedrig zu bezeichnen. Insbesondere die Atoms bleiben unter Last genügsam, leisten dementsprechend aber auch nicht viel. Ihre Sparsamkeit wird somit durch längere Rechenzeiten zum Teil wieder aufgefressen.
Temperatur
Da am Atom 230 und am Sempron LE-1100 die Kerntemperaturen nicht mit Core Temp [27] bestimmt werden können, beziehen sich die folgenden Angaben nicht auf die Kerne sondern auf die CPU-Temperatur, auch bekannt als CoverTemp oder TCase. Die CPU-Temperaturen werden ausschließlich mit Everest [28] bestimmt. Die Auslastung sämtlicher Kerne beziehungsweise Threads erfolgt mit Prime95. Die Raumtemperatur liegt bei 21 °C plusminus ein Grad.
CPU-Temperatur
Angaben in °C
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Die Temperaturen sind alle im grünen Bereich. Selbst die 65 °C des Atom 330 unter Last sind kein Problem. Intel spezifiziert den Atom 330 mit 85,2 °C [9], so dass die passive Kühlung der CPU keinen Grund zur Sorge darstellt. Die AMD-Prozessoren genießen den Vorteil, dass in diesem Test der Scythe Shuriken [29] anstelle des Box-Kühlers Verwendung findet.
Lautstärke
Die Lautstärkemessungen erfolgen mit dem digitalen Schallpegelmessgerät Voltcraft 320. Der Messkopf ist dabei in Verlängerung der rechten Seitenwand 20 cm von der Rückseite des Gehäuses entfernt positioniert. Die Angaben erfolgen in db(A).
Lautstärke
Angaben in Dezibel
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Die gemessenen 30,0 bis 30,3 db(A) sind als extrem leise zu bezeichnen. Erkennbar bleibt hier nur noch die 2,5"-Festplatte, welche mit ihren 7.200 Umdrehungen pro Minute ein sanftes Rauschen hinterlässt. Auch die 32,2 db(A) des X2 4850e unter Last sind leise. Hier macht sich zusätzlich der CPU-Lüfter bemerkbar, welcher nun einen hörbaren, wenn auch unauffälligen, Luftzug erzeugt. Einzig die Testplatine des Atom 330 hinterlässt mit einem penetranten nicht gesteuerten Northbridge-Lüfter einen nervenden Eindruck. Da es sich bei dem Mainboard um ein Engineering Sample handelt, könnte die finale Version jedoch entweder über eine Lüftersteuerung oder sogar über eine passive Kühlung verfügen.
Fazit
Bei der Bewertung eines Nettop sollte man stets bedenken, dass derart kompakte Systeme oft ein Vielfaches dessen kosten, was man für die Atom-basierten Plattformen zu zahlen hat. Mini-ITX kann schnell zum kostspieligen Merkmal werden. Bei Intels Atom ist dies nicht der Fall – auch nicht mit dem Atom 330 für gut 70 Euro. Doch die gebotene Rechenleistung ist knapp bemessen, wenn auch als ausreichend zu bezeichnen. Nur für HD-Videos hat es auch dieses Mal nicht gereicht. Die Ausstattung ist nicht sehr üppig, doch letzten Endes hält auch diese Nettop-Plattform die nötigsten Anschlüsse bereit. Ein DVI-Anschluss wäre jedoch eine sinnvolle Bereicherung.
Während man aufgrund des kompakten Mini-ITX-Formfaktors das Preis-Leistungs-Verhältnis gegenüber konkurrierenden µATX-Mainboards wie dem getesteten Gigabyte GA-MA74GM-S2H wohlwollend bewerten sollte, bleibt eindeutig festzustellen, dass ein Nettop keine neuen Maßstäbe in Sachen Energieeffizienz setzen kann. Im Leerlauf kann die AMD-Plattform spielend mithalten und bietet darüber hinaus durch Ausloten der minimal nötigen Betriebsspannung anders als die Atom-Plattform Potential zur weiteren Optimierung der Leistungsaufnahme. Unter Last ziehen die AMD-Probanden zwar mehr, rechnen aber auch schneller, was einen Mehrverbrauch schnell relativieren kann.
Wer sich für den Mini-ITX-Standard interessiert und mit den Mankos der Nettop-Plattform leben kann, bekommt mit dem Atom 330 eine günstige Lösung für dieses Segment. Der Atom 330 macht im Alltag einen solideren und agileren Eindruck als der Atom 230. In konkreten Anwendungen ist der Vorteil eines zusätzlichen Kerns jedoch relativ klein. Möchte man die Plattform tatsächlich nur für Internet-Anwendungen nutzen, bleibt der Atom 230, insbesondere wenn man auf Windows Vista verzichten möchte, eine Option.





