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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Tabaksteuer, Ökosteuer usw.


kaysolterbeck
27.09.2002, 14:02
Was haltet ihr von Steuererhöhungen z.B. Tabaksteuer?
Ich finde es momentan nicht richtig das die rot-grüne
Regierung Steuerhöhungen plant! Da erst mal alle
Politiker lernen müssen sich nicht zu bedienen
an Steuereinnahmen! Die Steuern werden
immer höher und der Staat hat trozt-
dem immer mehr Schulden!

Da passt was nicht!

Mfg Kay Solterbeck

chris75
27.09.2002, 14:08
Hatte wirklich jemand erwartet, dass die Steuern nach der Wahl nicht erhöht werden würden!?

Das hat sich doch schon bei der Finanzierung des Elbe-Hochwassers angedeutet.

Nun ja die 5 Millionen Arbeitslosen werden wir wohl dann nächstes Jahr haben bei der Regierung.

=Shadowman=
27.09.2002, 14:13
Im Endeffekt ist es doch auch egal ob nun Rot -Grün oder Schwarz - Gelb die Steuern erhöt!

Die CDU/CSU hätte mit Sicherheit auch die Steuern oder irgendwas anderes erhöt....keine Partei kann sich das Geld aus dem Ärmel schütteln, nicht wahr :D

In Ordnung finde ich es trotzdem net!

Tesox
27.09.2002, 14:15
Hi,

des war doch schon klar, Schröder hatte doch schon vor der Wahl angedeutet die Mineralölsteuer,Tabaksteuder und die Mehrwertsteuer zu erhöhen!! Deswegen verstehe ich die Leute nicht die die SPD / Grünen gewählt haben!!!!!!!!

werkam
27.09.2002, 14:17
Original erstellt von kaysolterbeck
Was haltet ihr von Steuererhöhungen z.B. Tabaksteuer?
Ich finde es momentan nicht richtig das die rot-grüne
Regierung Steuerhöhungen plant! Da erst mal alle
Politiker lernen müssen sich nicht zu bedienen
an Steuereinnahmen! Die Steuern werden
immer höher und der Staat hat trozt-
dem immer mehr Schulden!

Da passt was nicht!

Mfg Kay Solterbeck

Wenn alle aufhören würden zu rauchen, würden die auf andere Artikel die Steuern erhöhen. Es werden doch immer die selben ausgebeutet. Tabak, Alkohol und Benzin sind die besten Einnahmequellen des Bundes, also kann man dort immer wieder zuschlagen, weil es nicht so leicht ist, mit dem Rauchen, dem Trinken und dem Autofahren auf zu hören.

Du solltest mal Deine Sig etwas kürzen, 6 Zeilen reichen doch auch aus.
http://www.computerbase.de/forum/showthread.php?s=&threadid=3779&highlight=Signaturl%E4nge
sieh mal selbst nach, was davon zu halten ist.

kaysolterbeck
27.09.2002, 14:33
quote:
--------------------------------------------------------------------------------
Original erstellt von chris75

Nun ja die 5 Millionen Arbeitslosen werden wir wohl dann nächstes Jahr haben bei der Regierung.

--------------------------------------------------------------------------------

Ich habe die Arbeitlosenrate mal bei http://www.bild.de/ durch-
geschaut! Dabei habe ich festgestellt das in Bayern wo
überwiegend die CSU/CDU an der Macht ist die Arbeit-
loserate zwischen 3 - 10 % und dort wo die SPD oder
etwas ähnliches an der Macht ist die Arbeitslosenrate
wesentlich höher! In den TOP 15 der Gebiete mit den
wenigsten Arbeitslosen sind nur Gebiete in Bayern!
Also hätten doch besser mal 70 % Stoiber gewählt!

Mfg Kay Solterbeck

Nebulus Jones
27.09.2002, 14:40
Tja, ich sag da nichts zu. Das hat die SPD und Grün-Wählerschaft ja selbst so gewollt.

Aber man muss ja zuerst auf die Schnauze fallen, bis man etwas lernt...

Achso, noch zum Thema: Ich hasse Steuererhöhungen :D

Tiu
27.09.2002, 14:43
Das finde ich ja noch nicht einmal so schlimm. Schlimmer finde ich die Erhöhung der Erbschaftssteuer.

Man muß sich hier einmal vorstellen, dass man noch Steuern zahlt auf längst versteuertes Eigentum.

Ich verdiene Geld mit Arbeit und zahle Einkommenssteuer.
Dann baue ich ein Haus und zahle Grunderwerbssteuer usw.
Nach jahren vererbe ich das längst versteuerte Haus einem meiner Kinder und die zahlen dann schön Erbschaftsteuer.

Ok, es gibt wege dieser Steuer zu entgehen (aufsplittung auf mehrer Jahre) trotdem kann sowas nicht gerecht sein.

HeimwerkerKönig
27.09.2002, 14:45
mir wär auch ein regierungswechsel lieber gewesen, aber gut, ich das kann jetzt keiner mehr ändern.

man kann, wie schon gesagt wurde nicht einfach mit dem autofahren aufhören und einigen fällt es sicher schwer aufs rauchen zu verzichten. ich kauf die zigaretten im duty free shop und nutze die gelegenheit auch gleich zum tanken. ich wohn nämlich nur ca 50km entfernt von der grenze zur cz :D

cya

Nebulus Jones
28.09.2002, 12:29
Hier, lief gerade bei Shortnews durch den Ticker:

Raucher können aufatmen
Nun hat Gesundheitsministerin Ulla Schmidt Ihre Meinung wieder geändert: Sie will nun doch nicht eine neue Gesundheitsabgabe für Zigaretten einführen.
Wie das Gesundheitsministerium am Freitag erklärte, will Schmidt dafür nun einige Erlöse aus der Tabaksteuer abzweigen.
Der Kanzler äußerte dagegen Kritik, dass sie Ihre Vorschläge nicht in der Öffentlichkeit als erstes bekanntgeben sollte.

Die müssen immer erst alle verrückt machen....

chris75
28.09.2002, 18:36
Dafür werden Sie eine andere Steuer erhöhen oder einführen.

Wie wäre es mit eine "Biersteuer", denn eine Sektsteuer aus Kaiser Wilhelms Zeit haben wir ja schon.

Casetest
29.09.2002, 03:39
Hi

Eigentlich braucht der Staat die Steuern nicht erhöhen. Es müßten nur mal Banken, Versicherungen usw. zur Kasse gebeten werden. Würden diese Steuern bezahlen, hätte der Staat auch mehr Geld. Leider regiert die Wirtschaft den Staat und nicht umgekehrt.

Schorsch
29.09.2002, 08:15
Tja, dann erzählt doch mal WO ihr die Steuererhöhungen lieber gehabt hättet.
Die Staatskassen sind nun mal leer und ohne Steuern lassen die sich nicht auffüllen. Schwarz-Gelb wäre da nicht besser gewesen.
Die Frage ist nur wo man das Geld wegnimmt. Bei Schwarz-Gelb hätten natürlich wieder die Ärmsten des Landes dran glauben müssen, sprich Geringverdiener und Arbeitslose.

-=|Daywalker|=-
29.09.2002, 08:57
Original erstellt von Schorsch
Bei Schwarz-Gelb hätten natürlich wieder die Ärmsten des Landes dran glauben müssen, sprich Geringverdiener und Arbeitslose.

Realitätsbezogen ist das nicht gerade... :rolleyes

Schwarz-Gelb hätte für Schäden der Flutkatastrophe Schulden gemacht, und die Steuersenkung Anfang 2003 durchgezogen, um die Konjunktur nicht weiter zu schädigen. Wenn die Wirtschaft sich dann von den 4 Rot-grün-Jahren erholt hätte, und es weniger Arbeitslose / mehr Abgabenzahler gebe, wären die Kassen wieder voller und die Schulden könnten zurückbezahlt werden. Rot-grün aber will unsere Wirtschaft mit Steuererhöhungen weiter verpesten... pech für sie, dass die Union das mit ihrer Mehrheit im Bundesrat nicht zulässt... pech aber vor allem für die Flutopfer, denn: keine Steuererhöhung, keine Geld... so sieht die Sache meine Meinung nach aus... armes Deutschland... :(

mfg,
wauwau

Schorsch
29.09.2002, 09:17
Schuldenmachen und nach uns die Sintflut ist aber mit Sicherheit auch nicht der richtige Weg, denn diese Politik hat uns ja grad in diese miese Lage gebracht.
Sollte es dann mit dem geplanten Aufschwung doch nicht klappen, wie es ja bei Kohl schon passiert ist, dann hängen wir noch tiefer in der Kreide.
Durch die Schulden machen wir so schon jede Sekunde 1300 Euro Miese.
Hier ein Link: http://home.t-online.de/home/humanist.aktion/schulden.htm

-=|Daywalker|=-
29.09.2002, 09:24
Original erstellt von Schorsch
(...), denn diese Politik hat uns ja grad in diese miese Lage gebracht. (...)

nein. rot-grüne Steuererhöhungen und Kürzungen haben die Konjunktur vergiftet.
Und die machen so weiter... hoffentlich scheitern sie am Bundesrat, oder willst du höhere Steuern?

mfg,
wauwau

Schorsch
29.09.2002, 09:51
Da wo die Steuererhöungen geplant sind kann ich mich mit abfinden. Die Raucher , zu denen ich auch (noch) gehöre zerstören ihre Gesundheit und belasten damit die Krankenkassen und die Autofahrer zerstören das Klima und sorgen so für die nächste Flutkatastrophe. Und eine Riesenerbschaft erwarte ich auch nicht.

Fairy
29.09.2002, 10:41
Original erstellt von wauwau
Realitätsbezogen ist das nicht gerade... :rolleyes

Schwarz-Gelb hätte für Schäden der Flutkatastrophe Schulden gemacht, und die Steuersenkung Anfang 2003 durchgezogen, um die Konjunktur nicht weiter zu schädigen.

Hmmm, realitätsbezogen ist deine Aussage nunmal auch nicht...wie Du ja weisst, sind die Kassen leer...zu den leeren Kassen noch Steuersenkungen und Schulden machen, ist doch wohl garnicht machbar...imho haetten die Schwarzen ebenso eine Steuererhöhung gemacht, nur halt an einer anderen Stelle, wahrscheinlich die Mehrwertsteuer und das wuerde uns Alle betreffen, da wird nämlich das gesammte Leben teurer, von Miete bis Babynahrung....falsch finde ich die unausgegorenen Schnellschüsse, von politischen Hinterbänklern, die meinen, sich mit solchen Aussagen (zB. Tabaksteuer) profilieren zu müssen...

warum kommt nicht endlich eine 50% Alkoholsteuer...von mir auch koennte ne Flasche Schnaps 100 Euro kosten....da wuerde der Staat sich von den Alks finanzieren...

MfG Fairy

joe cool
29.09.2002, 11:11
warum kommt nicht endlich eine 50% Alkoholsteuer...von mir auch koennte ne Flasche Schnaps 100 Euro kosten....da wuerde der Staat sich von den Alks finanzieren...

Juchuuu!! Ein hoch auf die illegalen Schnapsbrennereien und den dann zu erwartenden Alkoholschmuggel...Endlich können wir die Goldenen Zwanziger wieder aufleben lassen. Bandenkriege, alte Autos und pfeifende Tommy-Guns - Nostalgie pur und bei dem heutigen Kommerzfernsehen, könnte man daraus bestimmt mehrere Reality-Shows und Nachmittags-Soaps produzieren. Der Gedanke gefällt mir gut ;)

Fairy
29.09.2002, 11:16
Original erstellt von allah
Juchuuu!! Ein hoch auf die illegalen Schnapsbrennereien und den dann zu erwartenden Alkoholschmuggel...

Es freut mich, das Dich der Gedanke jubeln lässt :)...aber das wird nicht der Fall sein, schau nach Daenemark, wenn Du dir da ne Flasche Barcadi kaufen willst, bist Du am überlegen, ob Du für das Geld nicht lieber in Urlaub faehrst ;)

MfG Fairy

belbono
29.09.2002, 11:50
Alkohol und Tabak sind schließlich kein Grundnahrungsmittel - ohne das Zeug überlebt man auch

also kann man für solche Luxusartikel ruhig ein paar höhere Steuern verlangen, denke ich

Wegen Schmuggelein die dann evtl. folgen - da mach ich mir keine sorgen viel mehr als jetz geschmuggelt wird wirds dann auch nich .....denn es könnte dann ja mehr auffallen wenn größere mengen durchwollen

Ökosteuer - das wär das einzige was nich so selbstverstänlich wär

besser wäre es natürlich wenn jeder auf öffentl. Verkehrsmittel umsteigen würde
...wies früher eben auch war

aber ma abwarten was für Aktionen und Reaktionen überhaupt kommen...

SchinziLord
29.09.2002, 13:17
Original erstellt von belbono
besser wäre es natürlich wenn jeder auf öffentl. Verkehrsmittel umsteigen würde
...wies früher eben auch war



Genau das ist der Punkt bei dem ich ROT sehe:
Wenn ich nächstes Jahr jeden Tag zum Bahnhof muss, um nach München zum studieren zu fahren, habe ich keine Möglichkeit, als die 6 km mit dem Auto zu fahren, weil einfach kein Bus fährt.
Ich habe überhaupt keine Möglichkeit, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen.
Und deshalb tangiert mich die Ökosteuer immens.

Casetest
29.09.2002, 13:45
Steuern erhöhen muß doch nicht sein. Warum wollt ihr den Staat unbedingt finanzieren und die großen Konzerne lachen euch aus!? Fragt euch lieber warum der Staat ständig Steuern erhöht. Das auf Kosten der kleinen Leute! Weil kein Politiker den Mut hat, die Konzerne mal zur Kasse zu bitten. Die machen riesige Umsätze/Gewinne und rechnen sich dann Arm.

c4$h
30.09.2002, 00:41
Ist ja lolig, das einige denken, dass wenn die CDU und FDP an die Macht gekommen wären, es keine Steuererhöhungen gegeben hätte, träumt weiter.
Die haben uns genauso die Hucke vollgelogen wie die SPD und Grüne.
Erbschaftssteuer und Vermögenssteuer finde ich persönlich auch gar nicht mal so schlecht, wer viel hat kann auch ruhig mal was abtreten für die Allgemeinheit.
Was mich am meisten an der Sache ärgert ist, dass das Volk mal wieder verarscht worden ist in Bezug auf Versprechungen vor der Wahl.
Ich weiss jetzt überhaupt nicht mehr wen ich wählen soll, werde wohl das nächstemal die grauen Panther oder eine andere kleine unbedeutende Partei wählen.

joe cool
30.09.2002, 00:59
da hast du schon recht, alter clan-kollege, die politiker erzählen viel und halten gar nichts. und in 4 jahren erinnert sich niemand mehr daran, dass die spd/grüne sofort nach der wahl ihre versprechen gebrochen haben.

PS: was haste jetzt eigentlich für einen rechner??

Airex
30.09.2002, 02:50
Vermögenssteuer fände ich auch nicht so schlecht!
Es giebt nun mal wirklich zu viele die vor Geld stinken.
Glaubt Ihr nicht? Dann schaut im Januar auf der Boot in Düsseldorf vorbei. Speziell die Leute die auf den Superyachten spazieren und deren Frau wie ne aufgetakelte Fregatte rumlaufen.
Nur würden sich viele von der Regierung dabei selbst besteuern und andere Reiche würden sich wehren.

Hätte da ein Vorschlag!
Wie wär es mit der Arbeitslosensteuer?
Den davon haben wir bald mehr als genug und die haben nicht so viel Geld um sich noch nen Rechtsanwalt zu leisten.
Hab letzte Tage gesehen das im Ballungsgebiet Ruhrgebiet 261 arbeitslose IT-Systemelektroniker gibt und das Arbeitsamt schickt immer noch munter Umschüler zu dieser Ausbildung!
Für das Arbeitsamt gilt nämlich ein Umschüler als vermittelt!

Zu Thema Grüne kann ich nur sagen.
Viele Jungwähler die grad Volljährig geworden sind haben die Grünen wegen dem sympathischen Fischer gewählt.
Das Böse erwachen gibts wenn sie den Führerschein machen.
Es kostet schon ein Vermögen der Führerschein, der Gebrachtwagen (wenn man keine Eltern hatt die einem einen Wagen schenken), die Haftpflicht (glaub man fängt im Moment bei 250% an) und dann kommt die ersten male tanken!
Dann heist es für viele entweder Auto oder Disco.
Und die Ökosteuer steigt und steigt und steigt...........

Auf das Verstrechen vom Trettin das der Liter Benzin 5DM (2,50€) kosten soll können wir uns verlassen.

Simon
30.09.2002, 03:41
Morgähn.

Zur Vermögenssteuer.

Original erstellt von Airex
Vermögenssteuer fände ich auch nicht so schlecht!
Es giebt nun mal wirklich zu viele die vor Geld stinken.
Glaubt Ihr nicht? Dann schaut im Januar auf der Boot in Düsseldorf vorbei. Speziell die Leute die auf den Superyachten spazieren und deren Frau wie ne aufgetakelte Fregatte rumlaufen.
Nur würden sich viele von der Regierung dabei selbst besteuern und andere Reiche würden sich wehren.


Bingo. :)

Und das ist nicht nur auf der Boot in Düsseldorf so, sondern auch auf der Hanseboot in Hamburg.
Das sind echt eindeutig zu viele.
Selbst bei der 12 Millionen Yacht auf der Düsseldorfer Messe waren sehr viele potenzielle Käufer. So sahen zumindest einige aus.
Stell dir mal vor man würde allen extrem Reichen auf der Welt die garantiert ihr Geld nicht mehr ausgeben können, den Kontostand auf den eines einigermaßen Wohlhabenden bringen. Allein schon Bill Gates könnte locker um 100 Mio Euro ärmer gemacht werden und der wäre immernoch superreich.
Von den ganzen Ölscheichen die es so gibt mal ganz abgehsehen.

Es wäre viel besser zu versuchen, die sozialen Schichten anzugleichen, anstatt die Kluft immer weiter zu öffnen.
Aber von beiden Regierungen sei es SPD/Grüne oder CDU/CSU/FPD hab ich noch nichts gesehen was in diese Richtung schreitet.

Die Ökosteuer: Meinetwegen jetzt haben wir sie jetzt kann sie auch bleiben. Nur nicht noch weiter erhöhen.
Trittin würde ich wegen seiner Aussage "5 Mark/Liter Benzin" in die Klapse schicken. Sowas unlogisches gibts garnicht. :rolleyes

Die Tabaksteuer: Joa könnte man noch mal schön erhöhen.
So kämpft man gleich gegen dei Leute an, die wegen ihres Rauchen medizinisch behandelt werden müssen, was nunmal Geld kostet.
Hier kann man doch gleich 2 Fliegen mit einer Klappe schlagen. :)

Einkommenssteuer: Vielverdiener müssen richtig zahlen, Wenigverdiener müssen entlastet werden.

Außerdem sollte man sich mal darüber Gedanken machen, wie man Steuerverschwendungen senken kann.
In Deutschland werden jährlich rund 600 Millionen Euro Steuergelder verschwendet.
Das macht mich am meisten wütend. :grr
Ne unabhängige Kommision könnte sowas regeln.

mfg Tweaki4k

Tomonage
30.09.2002, 08:13
also, ich will mal hier mit ein paar ungereimheiten aufräumen:

die erhöhung der benzin und tabaksteuern halte ich für vollkommen gerechtfertigt. volkswirtschaftlich betrachtet muss man nähmlich noch kosten einberechnen, die diese güter verursachen, aber die nicht in ihrem preis enthalten sind ( sogenannte externe effekte, man merkt, dass ich dienstag mein vwl-vordiplom schreibe :-)).
diese sozialen zusatzkosten haben der staat und seine bürger zu tragen, damit dies auch finanziert werden kann, muss der preis der güter erhöht werden.

als "nebeneffekte" von tabak sind zu nennen:
- die ernorme gesundheitsgefährdung, daraus resultieren hohe krankheitsbestände, hohe kosten für die medizinische behandlung und damit hohe abgaben für die krankenversicherung, die ja eigentlich die raucher selber zahlen müssten. ebenso entsteht volkswirtschaftlicher schaden durch den ausfall der arbeitskräfte und die produktion und das aus ihr folgende Volkseinkommen sind nicht optimal. (hier könnte man sich noch stunden auslassen, aber ich kürze mal ab...)
- kosten für die strassenreinigung, etc durch vergeworfene kippen und so weiter sind auch nicht zu verachten
- gesundheitslicher schaden und beeinträchtigung in der lebensqualität der Nicht-Raucher, der auch eigentlich von den rauchern zu bezahlen wäre
.......
negatie externe effekte des benzin-konsums:
- massive umwelverschwutzung durch verbrennung und gewinnung des fossilen brennstoffes ud die damit resultierenden kosten für umweltaufbau und kosten für naturkatastrophen, die der globalen erwärmung zugerechnet werden.
- kosten für die durch das autofahren verursachten unfälle und damit kosten für beseitigung der folgen des konsumes von bezin, wie krankenhausaufenthalt oder aber auch einfach nur wenn der müll nach dem unfall beseitigt werden muss.
......

hier könnte man wieder viel weiter ausholen, aber diese punkte machen euch hoffentlich deutlich, das hier viel mehr kosten verursacht werden, als durch den preis dieser güter veranschaulicht wird.
diese kosten muss man ansetzten, da diese auch tatsächlich anfallen. von daher ist es aus volkswirtschaftlicher sicht sinnvoll und richtig dies zu tun, da man so eine größere wohlfahrt schafft ( ziel der volkswirtschaft).

desweiteren sind auch beide steuern sog. lenkungssteuern, d.h. der staat will den konsum beidne güter lenken, um die oben genannten kosten zu vermeiden und den bürger dort zu lenken, wo er "aus eigener dummheit" versagt. wir sind uns ja wohl alle einig, dass rauchern schädlich ist und es recht nicht jugendliche damit anfangen sollten, die hohen kosten sollen davon abschrecken und den kosten verringern. wenn jetzt einer sagt, es sei seine sache, ob er seinen körper schädigt, soll sich bitte die kosten obern durchlesen, er schädigt nicht nur sich damit, sondern die ganze gesellschaft (abstrahiert gesagt).

ebenso sieht es mit der benzinsteuer aus, sie soll den konsum dessen einschränken und die umweltverschutzung verringern, da es sinnvoler wäre, wenn mehr andere verkehrsmittel genutzt werden würden.
deshalb wird das autofahren teuerer. auch ein punkt ist, dass spezielle junge menschen diese massiven kosten verursachen (durhc viele unfälle, sie fahren oft und viel einfach nur blöd in der gegend rum, um mit ihrer kleinen schüssel anzugeben, fahren gerne ps-prozige wagen, die viel verbrauchen und neigen dazu nicht wirklich über die folgen ihres handelns nachzudenken).
mach man autofahren teurer, so trifft es in erster linie die, die wenig haben und das sind oft jugendliche. der reiche manager, wird es nicht kümmern, das ist richtig, aber der verursacht auch nicht soo viele kosten dabei.

man könnte das hier tiefgründiger erklären und viel weiter ausholen, aber ich denke, es macht ein wenig deutlich, warum diese maßnahmen sinnvoll sind und auch durchgezogen werden sollten. wenn jeder mal einwenig nachdenkt, so sollte er zu dem schluss kommen, dass hier wahres gesagt wurde, und dass wenn man nicht ganz so nur auf den eigenen vorteil erpicht wäre, hohe benzin und tabaksteuern doch sinnvoll sind.

ich hoffe, ich konnte hier einiges klarstellen und euch nicht allzu langweillen. ich hoffe auch, dass euch der beitrag etwas mit mehr gedankenschmalz behaftet ist, als "steuern scheiße" "stoiber hätte es schon gemacht" und weiteres, wie sie vorher gefallen sind.

c4$h
30.09.2002, 16:02
Also bitte, ist ja schön und gut Deine Meinung aber hast du auch mal in eine andere Richtung gedacht?

Wenn das Benzin weiterhin höher besteuert wird, wird es auch mehr Arbeitslose geben.
Viele Firmen sind abhängig von PKW oder LKW, dass heisst natürlich auch hohe Benzinkosten.
Wenn die Steuer steigt (laut Trittin am liebsten auf 2,50€), dann kann mann davon ausgehn, dass hier in Deutschland etliche kleine bis mittelständische Betriebe den Bach runtergehn weil die sich das einfach nicht mehr leisten können.
Die Mehrausgaben die den auf den Staat zukommen in Leistung von Arbeitlosengeld würden die Einnahmen durch die Tabaksteuer bestimmt wieder aufgehoben werden, wenn nicht sogar noch mehr Kosten verursachen.

Das mit der Tabaksteuer ist auch so eine Streitfrage, meiner Meinung nach sollte die Regierung mehr preventieren als die Leute immer mehr zur Kasse zu bitten, ist eh schon ein Kreuz mit der scheiss Qualmerei.
Grade die Jugend sollte in den Schulen viel mehr über die körperlichen Schäden aufgeklärt werden.
Was gutes hätte die Erhöhung der Tabasteuer wenn es speziell für solche Zwecke ausgegebn werden würde aber das wird es nicht, sondern es wird damit nur unser 15 Milliardenhaushaltsloch gestopft.
Für viele werden diese Steuern untragbar werden und einfach mal so mit rauchen aufhören ist für viele gar drin und auf Auto werden auch die wenigsten verzichten können.

Tomonage
30.09.2002, 16:19
hohe benzinkosten würden auch einen nachfragedruck in richtung bahn ausüben. LKWs sollten dann nur auf kurzen strecken eingesetzt werden, auf mittlere und lange distanz ist die bahn einfach besser und sauberer.
man muss ja den benzinpreis nicht in einem schlag erhöhen, was die regierung ja auch garnicht will. aber eine erhöhung ist richtig und wird gebraucht, so können die leute schon anfagen sich nach alternativen umzuschauen und zu forschen.
glaubst du, dass die heutigen pkws so wenig verbrauchen würden, wenn die benzinpreise nciht gestiegen wären??
ich will mal dreist behaupten, dass autofahren von den benzin kosten nicht so viel höher liegt als vor 15-20jahren, da die wagen viel weniger verbrauchen und somit lediglich die benzinschleudern merklich mehr bezahlen müssen.
will man nur rücksicht auf die wirtschaft nehmen, so würde umweltschutz keine rolle spielen und alle arbeiter wäre fast sklaven, dann würde die wirtschaft wie geschmiert laufen!

da man das aber nicht will, muss man für die güter umwelt auch was bezahlen und wenn dieser preis langfristig bei 2,50€ liegt, dann haben autolieberhaber und raser pech! ganz einfach! wirtschaftpolitisch und sozialpolitisch gesehen muss der preis für benzin steigen, damit werden innovationen in diesem bereich gefördert und alternativen möglichgemacht.

außerdem ist nciht die masse der wirtschaft auf die pkw/lkws angewiesen, in deutschland benötigen höchsten spediteure diese sehr dringend und gerade diese sind ja für die misere verantwortlich!
gütertransporte weg von der strasse ( auf mittel/langstrecke) auf die schienen!
die umweltverschmutzung und die weiteren kosten, wie z.b. für merh verkehrspolizei, feuerwehr und krankenfahrzeuge müssen denen aufgelegt werden, die sie verursachen und das sind die autofahrer!

ich denke, das die wirtschaft sogar davon profitieren würde, da ja durch die mehreinahmen und durch die langfristige einsparungen die steuern in anderen bereichen sinken werden und die lohnnebenkosten fallen werden.

Tiguar
30.09.2002, 16:22
Original erstellt von Tomonage
volkswirtschaftlich betrachtet muss man nähmlich noch kosten einberechnen, die diese güter verursachen, aber die nicht in ihrem preis enthalten sind ( sogenannte externe effekte, man merkt, dass ich dienstag mein vwl-vordiplom schreibe :-)).
diese sozialen zusatzkosten haben der staat und seine bürger zu tragen, damit dies auch finanziert werden kann, muss der preis der güter erhöht werden.

Ja klar, Internalisierung externer Effekte, das macht in der Theorie auch absolut Sinn, und wenn es in der Praxis genau so gemacht werden würde, hätte ich auch gar nichts dagegen. ;)

Aber: In der Praxis wird es eben nicht so gemacht! Man sucht sich die "dankbarsten" Melkkühe (i.d.R. Autofahrer), denen tief in die Tasche gegriffen wird, um die Gelder in die allgemeinen Haushalte einfließen zu lassen oder sie wie bei der Ökosteuer den Rentenkassen zuzuschlagen.

Das Argument zieht also leider überhaupt nicht, vor allem wenn Du Dir mal ansiehst, welche Steuerbeiträge die Autofahrer leisten und welche Bruchteile davon zweckentsprechend verwendet werden.

Auch bei der Tabaksteuer zieht dieses Argument nicht, denn die Kosten des Rauchens tragen die Krankenversicherungen, nicht der Bundeshaushalt. Btw., Rauchen ist erwiesenermaßen volkswirtschaftlich neutral, da es gleichzeitig die Rentenversicherung entlastet. Also handelt es sich hier auch um eine reine Finanzierungsabgabe, mehr nicht.

CU, Tiguar

Tomonage
30.09.2002, 16:26
nochwas zu den steuereinahmen:

das das geld der ökosteuer, etc nicht direkt für diese zwecke ausgegben wird, wird der regierung ja ständig vorgehalten, aber diese steuer dienht ja nciht nur primär geld für die umwelt einzunehmen, sondern der verbrauch von energie zu verteuern!!!!
so sollen die konsumströme gelenkt werden, wofür das Geld dann eingesetzt wird, ist eine andere sache!

wenn es den leuten schwer fällt, mit dem rauchen aufzuhören, so ist es nur ein weiterer grund, das rauchen zu verteuern, da es so unattraktiver wird und als SUCHT nich geförtdert oder (meiner meinung nach ) toleriert werden sollte.

es ist wie du es gesagt hast, die leute wollen sich nciht von ihren auto trennen, nicht weil sie es unbedingt brauchen und es anders nciht geht ( außer in außnahmefällen, wo es durchaus seine darseinsberechtigung hat), sondern aus BEQUEMLICHKEIT!
ganz einfach! es ist halt bequemer die umwelt einwenig zu zerstören, und dafür nichts zu zahlen, unfälle zu verursachen, viel polizei und verwaltung zu beschäftigen und das nur um halt 10 schneller als mit der bahn in der disco zu sein!

Tiguar
30.09.2002, 16:38
Original erstellt von Tomonage
das das geld der ökosteuer, etc nicht direkt für diese zwecke ausgegben wird, wird der regierung ja ständig vorgehalten, aber diese steuer dienht ja nciht nur primär geld für die umwelt einzunehmen, sondern der verbrauch von energie zu verteuern!!!!
so sollen die konsumströme gelenkt werden, wofür das Geld dann eingesetzt wird, ist eine andere sache!
Aber wenn die Steuer ihren Lenkungszweck erfüllt, also weniger Energie verbraucht wird, fehlt das Geld auf der Ausgabenseite. Imho also ein klassischer Zielkonflikt!

sondern aus BEQUEMLICHKEIT! ganz einfach! es ist halt bequemer die umwelt einwenig zu zerstören, und dafür nichts zu zahlen, unfälle zu verursachen, viel polizei und verwaltung zu beschäftigen und das nur um halt 10 schneller als mit der bahn in der disco zu sein!
Es wohnt nur halt nicht jeder in Städten mit einer anständigen ÖPNV-Infrastruktur. Und von nichts zahlen kann ja auch nicht die Rede sein, oder hast Du die bereits bestehenden Steuern und Abgaben sowie die Versicherungspflicht vergessen?

CU, Tiguar

bitfunker
30.09.2002, 16:52
Im Endeffekt ist alles wie bisher: Autofahrer als Melkkuh der Nation!
Eigentlich sollen die von Tomonage geschilderten und durchaus vorhandenen Umweltschäden usw. schon durch die KFZ- und Mineralölsteuer aufgefangen werden, aber diese Steuermilliarden werden größtenteils dafür genutzt, anderswo Löcher zu stopfen.
Richtig ist: Die "Schwarzen" würden uns genau so bluten lassen. Die haben ja vor '98 die Mineralölsteuer immer schön nach oben geschraubt, die Rot/Grünen machen dasselbe unter einem anderen, noch abwegigeren Namen, aber das Prinzip dahinter gleicht sich.
Ich kenne viele Leute, die ohne Auto völlig aufgeschmissen sind. Von sozialer Gerechtigkeit kann hier keinerlei Rede mehr sein.
Kann sich ernsthaft jemand vorstellen, in einem ländlichen Gebiet zu wohnen und ohne Auto zurechtzukommen? Ich halte das mit Job und Familie schlichtweg für unerträglich bis unmöglich - zumindest in meinen Breitengraden (RLP)!
Wenn irgendwelche klugsch****enden Lobbyisten und Politiker behaupten, der öffentliche Nahverkehr könnte das Auto ersetzten, kommt's mir hoch. Die sollten einfach mal probieren, nach 19.00 Uhr ohne Auto einen beliebigen Ortsteil in meiner Umgebung zu erreichen oder zu verlassen, dann hätte sich das schon erledigt.
Zum Thema KFZ-Steuer stößt mir besonders sauer auf, dass man jetzt mit Steuererhöhungen geplagt wird, wenn man eine G-Kat hat! Ohne Kat ist nicht dauerhaft tragbar, das verstehe ich, aber dass man mit geregeltem Kat jetzt mehr blechen soll, weil irgendjemand festgelegt hat, dass man "nur" ein Euro 1-Auto hat, dass vor ein paar Jahren noch mit Steuerbefreiungen unterstützt wurde, geht mir nicht in meinen benzolverseuchten Kopf!:mad :mad :mad

FrankR28
30.09.2002, 18:30
Man muss die Steuererhöhungen mal so sehen:

Wenn jetzt Steuern erhöht werden, egal welche, bedeutet dies, das sowohl Arbeitgeber und Arbeitnehmer unterm Strich weniger Geld in der Tasche haben. Ergo kann nicht mehr so viel Geld in die Wirtschaft gesteckt werden (weniger Konsum, keine Investitionen etc.) Eine Volkswirtschaft kann aber nicht funktionieren, wenn die Anbieter und Verbraucher kein Geld haben, um Produkte und Dienstleistungen zu produzieren bzw. nachzufragen. Das Ergebnis: Angebot UND Nachfrage sinken, die Geldmenge im Wirtschaftskreislauf sinkt, die Besteuerungsgrundlage wird immer dünner.

Fragt sich also, WOHER Geld für Steuern nehmen ?
Der Arbeitgeber stöhnt unter der hohen Gewerbesteuer, Lohnnebenkosten und sonstigen Abgaben, und unter der nachlassenden Nachfrage. Wenn kein Geld reinkommt, kann auch keins ausgegeben werden, können keine Investitionen getätigt werden (um z.B. mehr Arbeitsplätze zu schaffen), können Mitarbeiter nicht bezahlt werden, können keine Rechnungen beglichen werden etc. Diese Liste könnte man ewig weiterführen.

Der Arbeitnehmer hat immer weniger Geld in der Tasche, kann also weniger Geld in die Wirtschaft pumpen (Konsum), wird vielleicht nicht mehr vom Arbeitgeber bezahlt oder wird gefeuert. Das aber nicht, weil ihn sein Arbeitgeber loswerden will, sondern weil der Arbeitgeber einfach nicht mehr in der Lage ist, ihn zu bezahlen. Wer jetzt sagt, das viele Arbeitgeber die momentane Lage dazu ausnutzen, Arbeitnehmer rauszuschmeißen, liegt fast völlig falsch. Eine erfolgreiche Firma erntet ihre Früchte schließlich durch die Arbeit der Arbeitnehmer, nur der Chef alleine kann schließlich nicht alles machen (auch wenn einige Chefs das offensichtlich meinen).
Ein guter Chef wird immer versuchen, seine Mitarbeiter zu halten, weil er weiß das er von ihnen abhängig ist, genauso wie die Mitarbeiter vom Chef abhängig sind.

Aber zurück zu den Steuern. Jeder Wirtschaftsexperte rät momentan dazu, NICHT die Steuern zu erhöhen, sondern sie im Gegenteil zu senken. Eigentlich eine logische Forderung, nur scheinen das unsere "kompetenten" Politiker nicht zu verstehen.
Nur wenn wieder mehr Geld in den Taschen der Anbieter und Verbraucher steckt kann es wieder bergauf gehen.

Der einzige Grund, warum die Regierung trotz der katastrophalen Konjunktur in Deutschland die Steuern weiter erhöhen will ist der, das damit die Unmengen an Geld, die jährlich an Steuern verschwendet werden, kompensiert werden sollen. Und natürlich müssen die völlig überhöhten Diäten gesichert werden, wäre ja auch eine Schande, wenn ein Abgeordneter (von denen die meisten im Bundestag nur rumsitzen und blöd gucken) weniger "verdienen" würden, weil die Diäten gekürzt werden.
Der einzige Punkt, bei dem ALLE im Bundestag einer Meinung sind ist eine Diätenerhöhung. Raffgier pur. Eigentlich müsste man das Wort Diäten in Abzocke ändern.

Mag sein, das es egal ist, ob Rot-Grün oder Schwarz-Gelb an der Macht sind, aber es kann nicht sein, das Rot-Grün eine soziale Umschichtung dadurch erreichen wollen, das der Mittelstand (DAS Standbein der Wirtschaft) geschröpft wird, und riesige Konzerne wie die Post einfach keine Steuern zahlen !!!
Natürlich hängen von solchen Konzernen auch viele Mittelständler ab (Zulieferer, Dienstleister, Spediteure etc.), aber auch diese trifft die Steuererhöhung enorm. Ein Weg, um die Wirtschaft anzukurbeln wäre demnach, den Spitzensteuersatz zu senken, damit ALLE Unternehmen und Verbraucher zu entlasten UND vor allem darauf zu achten, das auch die großen Konzerne brav ihre Steuern zahlen. Des Weiteren ist es wichtig, den Standort Deutschland für interne und externe Unternehmen wieder attraktiver zu machen, das geht aber mit Steuererhöhungen jeglicher Art ganz bestimmt nicht. Und die Bürokratie in Deutschland muss entrümpelt werden, und zwar gründlich.
Sicher ist es von Vorteil, wenn bestimmte Regelungen den Ablauf in der Wirtschaft lenken, aber man darf es nicht übertreiben.

Und noch was. Eigentlich sollte der Staat NICHT in die Wirtschaft eingreifen, aber das macht er massiv mit der falschen Steuerpolitik. Und Schröder ist auf dem besten Wege, durch seine "ruhige Hand" Deutschland in den nächsten 4 Jahren richtig gegen die Wand zu fahren, wir sind ja bereits unterwegs.
Ich kann die Wand schon sehen.

Zimtziege
30.09.2002, 21:23
Hi,
in seinem Post hat Frank R28, finde ich, eine Menge volkswirtschaftliche Zusammenhänge klar gemacht.
Als ich vorhin den Spiegel las, ist mir ganz anders geworden:
ich finde auch, daß wir anscheinend systematisch an die Wand gefahren werden. Diese Regierung ist absolut nicht in der Lage, die geeigneten Maßnahmen zu ergreifen (zu erkennen??), die uns hier noch aufrecht halten könnten.
Die Umverteilung weiteren Geldvermögens von "unten" nach "oben" ist so ziemlich das Einzige, was andauernd gut funktioniert.
Die Bezieher kleiner und kleinster Einkommen werden ja auch durch die Mehrwertsteuer überproportional geschröpft: und die wird auch noch erhöht werden, gehe ich jede Wette ein.
Das alles ist komplett kontraproduktiv, weil es an der falschen Stelle ansetzt und den wirklichen Verschwendungswahnsinn (Subventionen) nicht anrührt. Die Diäten machen dabei nicht mehr als den Tropfen auf dem heißen Stein.
Mir macht es richtig Angst, daß junge Familien heute kaum noch eine Chance haben, sich aus eigener Kraft einen guten Platz im gesellschaftlichen Mittelfeld zu erarbeiten: sehr, sehr viele arbeiten hart, um den Status Quo aufrecht zu erhalten, ihren Lebensstandert zu behalten - soll das hier erst mal werden wie in USA? Oder in Großbritannien unter Thatcher??
Meine Güte. (tschungelung, hab ein bißchen Sekt getrunken.)
Zimtziege

Fairy
30.09.2002, 21:33
Original erstellt von Zimtziege
Meine Güte. (tschungelung, hab ein bißchen Sekt getrunken.)
Zimtziege

Prost ;) recht haste....aber leider würden die Schwarzen das auch nicht anders machen...der Trend sich an amerikanischen/großbritannischen Vorbildern zu orientieren, mangels eigener Ideen, scheint wohl unaufhaltsam..

MfG Fairy

-=|Daywalker|=-
30.09.2002, 21:45
@Fairy: Vom amerikanischen Wirtschaftswachstum kann man unter Rot-grün nur träumen... :rolleyes
Schwarz-gelb hätte es nicht genauso gemacht! Wenn die Union und die SPD alles gleich machen (worüber du hier sprichst), würde es eine große Koalition ohne Probleme geben... aber man ist sich nicht einig... warum?... weil man unterschiedliche Finanzierungspläne hat... die einen brechen der Wirtschaft das Genick und müssen sich daher (wegen leerer Kassen) irgendwann auch Verschulden oder massiv die Steurn anheben... und die anderen wollen die Wirtschaft (insbesondere den von Rot-grün so getretenen Mittelstand) wieder pushen... durch Schulden... na und? ... naja, wir werden ja sehen, wieviele Steuererhöhungen durch den Bundesrat kommen... ;) ... und die Arbeitslosen.... :(

mfg,
wauwau

Fairy
30.09.2002, 21:59
Original erstellt von wauwau
@Fairy: Vom amerikanischen Wirtschaftswachstum kann man unter Rot-grün nur träumen...

@wauwau, das hatten wir schon alles, vergiss es, die Wahlen sind vorbei...

MfG Fairy

Tiguar
30.09.2002, 22:09
Original erstellt von Fairy
vergiss es, die Wahlen sind vorbei...
... aber die Probleme bleiben. Allerdings stimme ich Dir zu, daß es auch CDU/CSU nicht besser als die SPD und Grünen machen würden, zumindest in diesem Punkt. In einer heimlichen großen Koalition der Feigheit traut sich keiner, den Bürgern reinen Wein einzuschenken, z.B. daß man sich auch von einigen liebgewonnenen Wohltaten (und Subventionen sind nichts anderes) verabschieden muß.

Welche Partei ich u.a. genau aus diesem Grund gewählt habe, weißt Du ja. ;) Und jetzt kommt mir bitte nicht gleich wieder mit Thatcherism oder Reagonomics als abschreckende Gegenbeispiele, hier liegen zwischen schwarz und weiß noch eine Menge Grautöne.

Frage an die Volkswirte hier: Wie heißt noch mal die Glockenkurve, die die Beziehung zwischen Steuerquote und absoluter Steuerhöhe beschreibt? Komme da gerade nicht drauf. Jedenfalls wird da sehr deutlich, daß Steuererhöhungen sogar insgesamt niedrigere Steuererlöse bewirken können, wenn ein bestimmter Grenzwert - an dem wir hier in D mit Sicherheit schon scharf dran sind - überschritten wird.

Ciao, Tiguar

Tiu
01.10.2002, 10:09
Glockenkurve? Meinst Du die Gaussche-Kurve? Schau mal auf dem 10 DM Schein drauf.:D

Tiguar
01.10.2002, 11:30
Original erstellt von GRAKA0815
Schau mal auf dem 10 DM Schein drauf.:D
Habe ich nicht mehr! :D Aber das ist das gleiche wie eine Gauss´sche Verteilungskurve - nur hat die, die ich hier meine, in der VWL eine spezielle Bezeichnung.

Ich werde einfach mal nachsehen, ist schon ein paar Tage her, daß ich mich mit dem Kram beschäftigt habe ....

Hab´s gefunden! Ich meine das Laffer-Theorem: Die Senkung der Steuersätze führt zu mehr wirtschaftlicher Dynamik und zu einem höheren Steueraufkommen. Und natürlich im Umkehrschluß auch zu der Aussage, daß höhere Steuern die wirtschaftliche Dynamik hemmen, damit das Steueraufkommen reduzieren und so zum klassischen Eigentor werden, da man ja dann die Finanzierungslöcher durch weitere Steuererhöhungen stopfen müßte. So etwas nennt man dann imho einen Teufelskreis.

Und dazu gehört die Laffer-Kurve - o.K., ist doch keine Glockenkurve ;) ! Aber dennoch gut geeignet, diesen Zusammenhang auch optisch deutlich zu machen.

Ciao, Tiguar

Fairy
01.10.2002, 11:37
Original erstellt von Tiguar
Ich meine das Laffer-Theorem: Die Senkung der Steuersätze führt zu mehr wirtschaftlicher Dynamik und zu einem höheren Steueraufkommen. Und natürlich im Umkehrschluß auch zu der Aussage, daß höhere Steuern die wirtschaftliche Dynamik hemmen, damit das Steueraufkommen reduzieren und so zum klassischen Eigentor werden

Jetzt ist nur noch das Problem, wie erkläre ich das einem Politiker, damit auch er das begreift....abgesehen davon, sind die Steuererhöhungen vom Tisch... erstmal :)

MfG Fairy

Tiu
01.10.2002, 13:50
Abwarten Fairy!

1.) Sind die Koalitionsgespräche noch nicht vorbei und damit auch nicht die Ökosteuer vom Tisch

2.) Wie will Mr. Eichel die Steuermindereinnahmen denn Stopfen? Im Mai prognostiziert 2,5% Wachstum nun sind es nur noch 1,5%.

Das da was auf uns zurollt, sieht doch ein Blinder mit dem Krückstock.
Die Frage ist doch längst nicht mehr ob, sondern nur noch wann und was!

Fairy
01.10.2002, 19:50
Original erstellt von GRAKA0815
Das da was auf uns zurollt, sieht doch ein Blinder mit dem Krückstock.

Sicherlich, aber das ist ja nun schon lange bekannt, egal wer an der Macht ist..


Die Frage ist doch längst nicht mehr ob, sondern nur noch wann und was!

Das Wann ist glaub ich auch keine Frage, sehr bald vermute ich....das Was da auf uns zu kommt, ist ja eigentlich auch keine unbekannte Grösse mehr...Abbau, Abbau und nochmal Abbau...wenns richtig gemacht wird nicht der schlechteste Weg..naja, abwarten heisste die Devise...

MfG Fairy

The Brain
01.10.2002, 22:48
Nabend miteinander!!


Erstmal zu dem Thema: Reiche können ruhig mehr steuern bezahlen!

Klingt vielleicht etwas arrogant: Ein großer Teil der Reichen (Wohlhabenden), haben sich ihr Geld durch hartes arbeiten verdient. Das soll nicht heißen, dass die normale Bevölkerung nicht hart arbeitet, aber es gibt sehr viele, wenn nicht sogar der größte Teil, die sich alles selbst aufgebaut haben und anschließend für ihre Arbeit bestraft werden. Dies gilt nicht nur für Reiche, sondern besonders für das Rückrad unserer Gesellschaft den Mittelstand, der fast 90% der Arbeitsplätze stellt. Dies sollte doch mal in eure Überlegung miteinbezogen werden.

Gut es gibt auch sehr Reiche die geerbt haben. Seht es aber mal so, wenn diese noch höhere Steuern bezahlen (jetzt 49 % Spitzensteuersatz, vorher 51%) würde dies eine Kapitalflucht auslösen. Denn jeder der sein Kapital investiert, sucht sich die optimale Anlage aus. (Wertpapiere oder Teilhaber einer Firma usw.) Diese Investitionen, insofern sie im Land bleiben (keine Kapitalflucht) schaffen Arbeitsplätze, die wiederum erhöhen Steuereinnahmen. => Stärkung des Binnenmarktes durch größeren Konsum der Bevölkerung.

Aber damit dieses theoretische Gebilde auch funktioniert, müssen die Rahmenbedingungen stimmen.

Bsp.

- was hilft es dem normalen Arbeiter, durch neue Tarifverträge ein höheres Gehalt zu bekommen. Recht wenig, da wir ein progressiv steigendes Steuersystem haben. Jeder Euro den man mehr verdient, wird prozentual höhrer versteuert. Ab einer gewissen Grenze wird dann jeder Euro mit 49% versteuert.
So spielt der Staat geschickt die beiden Tarifparteien gegeneinander aus.

- Die Arbeiter bekommen durch Tarifverhandlungen mehr Gehalt. Dadurch wird das optimale Verhältnis zw. Ertrag und Kosten negativ verändert. Die Arbeit wird teurer und damit auch die Produktion. Um wieder ein optimales Verhältnis zu schaffen, muß das Unternehmen arbeit einsparen.
Diese Schraube dreht so weit, bis der Punkt erreicht wird, wo das Unternehmen nicht mehr rationalisieren kann. Da eine gewisse Anzahl an Arbeitern vorhanden sein muß, um die Produktion aufrecht zu erhalten. Wird dieser Punkt überschritten, so wird die Produktion ineffizient und der Unternehmer schließt die Pforten. (Produktion wird ausgelagert; ins Ausland => Kapitalflucht)


Deshalb muß die Arbeit in Deutschland wieder konkurrenzfähig werden. Dh.

- Modernisierung des Staates. (weniger Bürokratie, gerechte Steuersätze; Leistung egal welcher Art sollten nicht bestraft werden => Arbeiter, Mittelstand und Konzerne (Kapitalgesellschaften); Erweiterte Vermögensbildungsgesetze für mittlere und untere Einkommen.

- Generationenvertrag ist eine gravierende Falle! Denn die Geburtenrate sinkt, die Anzahl der älteren Menschen und ganz wichtig die nicht in die Sozialsysteme einzahlen, die Arbeitslosen steigt.

Fehler deshalb: denn die Aufwendungen für die ältere Generation steigt unaufhörlich, und die eigene Absicherung gerät immer mehr ins wanken.
Ich bin für einen Ausstieg aus dem Generationenvertrag und für die Aufhebung gesetzlichen und privaten Krankenkassen.

 jede Krankenkasse soll unabhängig von dieser Unterscheidung agieren können. Jeder soll selbst entscheiden, wie viel er in seine Zukunft investieren will. Natürlich muß es ein Mindestmass geben. Das aber weiter ausgebaut werden kann mit höherem Einkommen z.B.

 Es entfallen die Ausgleichszahlungen zw. Privaten und gesetzlichen Krankenkassen. (sozialistischer Umverteilungsscheiß wo das Geld anschließend versickert)

 Es muß ein Strich gezogen werden, wo wir für die ältere Generation mitbezahlen. Lösung: eine befristete Pauschalzahlung auf 3 - 4Jahrzehnte, die jeder zu bezahlen hat. Dieser Ausstieg ist eine langfristige Entscheidung, die über unser ganzes Sozialsystem entscheiden wird. (Kollaps = Zusammenbruch des ganzen Systems ohne jegliche Absicherung, schlimmere Verhältnisse als in den USA. Währe die Folge)


Ein weiteres Thema, das als erstes angepackt werden sollte:

- Modernisierung des Beamtenstatus
- Parteien und Politiker sind zu mächtig geworden; liegt an unserer Verfassung und der Angst des Nationalsozialismus, das keiner zu viel Macht bekommt. Dies aber wieder hemmt eine schnelle und wirkungsvolle Reformpolitik.

 zu frühe und hohe Abfindungen von Politikern; Sollten wie alle anderen auch nach Leistung bezahlt werden. Upps da hätten wir schon wieder ein paar Arbeitslose mehr. LOL.
Diese Leistung sollte sich aus folgenden Punkten ableiten lassen:
- Wirtschaftlicher Aufschwung
- Anzahl der Arbeitslosen (Was hat noch mal Schröder gesagt???)
- Verbesserung des durchschnittlichen Volkseinkommen
- Verbesserung der Vermögensbildung des Volkes
Dann kann man über eine Erhöhung der Diäten nachdenken.

 Wozu braucht Deutschland ein Kabinett von 581 Abgeordneten (USA 200 Senatoren)
Usw……

Das solls erstmal Mal sein!!!



Mit freundlichen Grüßen

The Brain

Tiguar
01.10.2002, 22:57
@The Brain: Wow! Eine Vielzahl der Probleme dieses Landes elegant auf den Punkt gebracht. Respekt! :cheerlead

Ciao, Tiguar

The Brain
01.10.2002, 23:30
@ Tiguar und all

Wir sollten uns alle weniger mit spitzfindigen Fragen abgeben. Welche Partei mehr Misst verzapft hat. Dies führt nun wirklich nicht zu einem Ergebnis.

Denn das Problem ist folgendes, jede Partei hat ihren Beitrag zur wirtschaftlichen Miesere unseres Landes beigetragen. Sowohl CDU/ CSU und FDP als auch die jetzige Regierung. Aber dass aller schlimmste ist, dass keine Partei ihre Fehler eingestehen will. Jede beharrt darauf den besten Weg zu kennen. Der beste Weg ist auf Leute zu hören, die Ahnung von der Materie haben. Und dies sind nicht die Politiker. Sondern in Bezug auf unsere Wirtschaft, die Ökonomen (BWL und VWL; Nur die wollen sich mit diesen Hohlköpfen nicht einlassen). Ohne jedoch die soziale Gerechtigkeit außen vor zu lassen. Denn dies unterscheidet uns von den Amerikanern (und deren rücksichtslosen Kapitalismus) und auf diese soziale Komponente können wir stolz sein.
Aber nicht wie wir sie verunstalten lassen durch unsere Politiker (Die, die Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände gegeneinander ausspielen). Ich sowieso kein Freund des Flächentarifvertrages. Wir sollten mal über die Einführung des Volkentscheides wieder nachdenken, um unseren Politikern mal auf die Finger klopfen zu können.


mfg


The Brain

BessenOlli
01.10.2002, 23:49
...also ich warte auf die Vermögenssteuer! :mad

Das Volk sollte mal den Arsch bewegen & so die Vermögenssteuer erzwingen... aber der Deutsche schweigt & zahlt...! :rolleyes

Tiguar
02.10.2002, 00:23
@The Brain: Deinen wirtschaftlichen Beschreibungen stimme ich absolut zu! Insbesondere Deiner Kritik des Sozialneids, das sehe ich genau so. Trotzdem einige Anmerkungen:

Original erstellt von The Brain
Wir sollten uns alle weniger mit spitzfindigen Fragen abgeben. Welche Partei mehr Misst verzapft hat. Dies führt nun wirklich nicht zu einem Ergebnis.
Generell volle Zustimmung, nur handelt es sich hier ursprünglich um einen Thread zum Thema Steuern, daher mußte es in diesen Dingen auch schon mal etwas konkreter werden.

Der beste Weg ist auf Leute zu hören, die Ahnung von der Materie haben. Und dies sind nicht die Politiker. Sondern in Bezug auf unsere Wirtschaft, die Ökonomen (BWL und VWL; Nur die wollen sich mit diesen Hohlköpfen nicht einlassen).
In einem Kommentar zum Laffer-Theorem (siehe weiter oben) habe ich mal gelesen, daß der damalige US-Präsident Ronald Reagan mit ziemlicher Sicherheit nicht begriffen hat, worum es dabei ging. Dennoch hat er auf Laffer gehört, ihn zu seinem Berater gemacht und seine Steuersenkungsprogramme mit dessen Theorie begründet.

Bei uns sind aber die Voraussetzungen anders: Eine selbstverliebte Politikerkaste, die sich größtenteils aus Beamten rekrutiert, und nichts akzeptieren kann, was nicht in ihre Bürokratenschädel reinpaßt (vgl. auch den legendären Beamtenthread von Fairy). Auf der anderen Seite die Experten, die sich aber auch bei den Wirtschaftswissenschaften größtenteils noch im Elfenbeinturm befindet. Als Verbindung dazwischen Konsensrunden, die aber durch sämtliche "gesellschaftlich relevante" Gruppen so verwässert werden, daß am Ende auch nur weichgespülter Unsinn dabei herauskommt. Letztes Musterbeispiel hierfür die Hartz-Kommission, die auch erst an die Öffentlichkeit gehen durfte, als der übliche Minimalkonsens ereicht war.

So wird immer an den Symptomen herumgedoktert, ohne die eigentlichen Ursachen anzugehen. Von denen hast Du ja einige prägnant dargestellt.

Kompetente Leute aus der Praxis wie z.B. Norbert Walter - Chefvolkswirt der Deutschen Bank, glaube ich - werden in diesem Zusammenhang öffentlich gar nicht wahrgenommen, da sie ja angeblich ohnehin nur Klientel-Interessen vertreten.

Wir sollten mal über die Einführung des Volkentscheides wieder nachdenken, um unseren Politikern mal auf die Finger klopfen zu können.
Man hat seinerzeit im deutschen Grundgesetz bewußt darauf verzichtet, um die Politik von kurzfristigen Stimmungen unabhängiger zu machen, und dieses Argument zieht imho auch heute noch. Nur leider werden unsere Politiker den Anforderungen, die ein derartiges System an sie stellt, heute in keinster Art und Weise mehr gerecht.

Analysen der Bundestagswahl zeigen allerdings, daß die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung keine wesentlichen Veränderungen wollte und sich daher vom Beschwichtigungs- und Beruhigungsgelaber der maßgeblichen Politiker hat einlullen lassen. Diese Kritik bezieht sich nicht nur auf Schröder, sondern explizit auch auf die CDU/CSU.

Was sollen Volksentscheide in dieser Situation also bringen? Reformverhinderung auf anderem Niveau? Vielleicht muß der Karren erst noch viel tiefer im Dreck stecken, bevor der Wille entsteht, die Probleme an der Wurzel anzugehen.

CU, Tiguar

golfproll
02.10.2002, 01:01
Leute, Leute,

was man hier so an Meinungen über die Wiedereinführung der Vermögenssteuern hört macht mich glauben bei den Kommunisten gelandet zu sein.
Ich erlaube mir deshalb einige Anmerkungen zu machen (Kenntnisse aus meinen International Economics Kursen an der Uni, war im Grundstudium und ist 2 Jahre her, aber egal):

Das Gehalt was ein Arbeitnehmer verdient ist volkswirtschaftlich gesehen der Preis den die Gesellschaft bereit ist zu zahlen für die korrespondirende Leistung. Wenn also ein Einkommensunterschied zwischen einem Arzt und einem Müllmann besteht, so ist dieser von der Gesellschaft selbst herbeigeführt worden, indem es die Leistung eines Arztes verglichen mit der eines Müllmannes als höher, bzw. wichtiger erachtet und dementsprechend bereit ist mehr zu bezahlen! Auch hier gilt Angebot und Nachfrage regeln den Preis! Natürlich gilt das für die BRD nur eingeschränkt aufgrund der Tarifverträge, etc. ist aber auch hier problemlos als Verständnishilfe einzusetzen.

Zweitens: Es werden auf die Kapitalisten und Arbeitgeber, die den armen Arbeitnehmer ausquetschen eingeprügelt. Hat sich mal jemand überlegt, das Arbeitnehmer nix verdienen würden, wenn es keine Arbeitgeber geben würde. Ein kleines Praxisbeispiel: Hat eine Mann/Frau ein kleines, mittelstädtisches Unternehmen mit ca. 20 Angestellten. Typischerweiser ist die Rechtsfrom des Unternehmens eine Kapital- und keine Personengesellschaft, d.h. GmbH, KG, o.ä. Das bedeutet dann, das der Unternehmer Unternehmensanteile an seinem Unternehmen hält. Sein UNternmehmen gibt 20 Leuten Arbeit, durch das Vermögen das der Unternehmer investiert hat. Dafür möchte er natürloich belohnt werden, und zwar in Form von Profit. Jetzt zahlt aber sein Unternehmen Gewerbesteuer, Umsatzsteuer etc. zieht der UNternehmer dann Gewinne aus dem Unternehmen ab, so muss er dann auch noch Einkommenststeuer bezahlen. Eigentlich ein Mehrfachbesteuerung die nicht zulässig ist. Nimmt der UnternehmerIn jetzt das Geld das schon dreimal besteuert wurde und investiert es im Finanzmarkt, also er investiert z.B. in Aktien eines Unternhemens. So nimmt diese Firma das Geld aus dem Aktienverkauf und investiert es, z.B. in neue Arbeitsplätze. Et voila und schon wieder hat unser Unternehmer mit seinem dreifach besteuerten Geld etwas Gutes getan, er hat anderen Investitionsmöglichkeiten eröffnet. Natürlich würde er dafür gerne ien Belohnung erhälten (Divididen, Kursgewinne, etc.) darauf zahlt er dann Kapitalertragssteuer, Spekulationszuschlag, ezc. und schon ist der Euro das vierte, fünfte und sechste Mal besteuert worden. Das ist nicht lusitg und führt dazu, das immer weniger Leute Lust haben zu investieren (d.h. volkswirtschaftlich gesehn etwas für die Gesellschaft zu tun) und das ist das Problem der Volkswirtschaft in Deutschland!
Noch ein kleines Rechenbeispiel für die 'die Besserverdienenden müssen mehr Steuern zahlen'-Fraktion: nehmen wir hypothetisch eine 'Flat-Tax' als Einkommens- bzw. Lohnsteuer mit einem Steuersatz von einheitlich 20% ohne Abschreibungsmöglichkeiten (das ist dann sozial!)an:
20% von 20.000 € sind: 4000€
20% von 2 Mio. € sind: 400.000€
Huch, das ist ja mehr!!! Also zahlen die Besserverdienenden sowieso mehr als die mit niedrigem Einkommen, also was soll der ganze Scheiss mit den unterschiedlichen Steuersätzen!?
Soziale Gerechtigkeit heißt gleiche Ausgangsbedingungen für alle, und nicht das alle das gleiche bekommen unabhängig von ihrer Leistung!

Zum Schluß noch ein kleines Bon-Mot vom Vater eines Freundes: 'sozial kommt von "Sozius", hintendrauf sitzen, nix leisten und gefahren werden!'

Nix für ungut und bitte nicht ZU ernst nehmen!
:D :D

Gruß
Golfproll

Daria
02.10.2002, 01:33
Golfproll lass mich raten, IB oder IM ?

(hehe Insider :D ).

Bin selber 2nd Year IM @ Unimaas. Aber das was Golfproll schreibt stimmt, auch wenn ich selber schon genug Leute getroffen habe die das so nicht akzeptieren wollen.

Ist halt nunmal so das sich eine Markwirtschaft nicht immer so einfach verhält wie man das intuitiv annehmen würde. (Siehe die Frage von einem bekannten: Deflation ? Preise sinken ? Ist das nicht gut ?! ---> AUA).

Wenn man sich eingehend mit der Materie beschäftigt stellt man sehr schnell fest das dahinter eine ziemliche Logik steckt die sich eigentlich auch nicht so schnell wiederlegen lässt.

Tiu
02.10.2002, 05:08
Erklärt mir einmal bitte, seit wann ein Unternehmen Umsatz/Mehrwertsteuer bezahlt? BLÖDSINN. KEIN Unternehmen zahlt das, sondern zieht es nur für den Staat ein!

roguelike
02.10.2002, 07:17
Hmmmm...die Kassen sind leer, die Kassen sind leer...Man kann das auch den Leuten einreden, über Jahre hinweg. Immerhin zählen wir immer noch zur Weltspitze, was die wirtschaftliche Qualität und Produktivität angeht. Da wird hier gejammert, dort nochn bischen, und das alles kann -ganz reinlich dann- mittels einer Steuererhöhung dem Volk aufgebürdet werden. Und dieses wehrt sich nicht mehr....seit Jahren schon nicht mehr....

Ich denke, keine, der hier ansässigen Parteien (politische, gewerkschaftliche, und auch Lobbyisten) werden jemals den kleinen, aber feinen Grundsatz des SIM-City Spielers erkennen....Viele von Euch werden sich bestimmt erinnern, wie das lief ;)

Deswegen Steuern hoch, Schulden machen ohne Ende, dem Privatmann keine Kaufkraft mehr ermöglichen und voilá - fertig ist die nächste Steuererhöhung..."Aber die Kassen sind doch leer"...muha :)

Rein privat denke ich, sollte man echt zusehen, dass man sein Arsch hier wegbewegt....Sorry ;)

Aries

Haarberggeist
02.10.2002, 08:40
naja wir werden sehen.


Trifft halt nur die die gern und viel trinken :)

golfproll
02.10.2002, 10:25
@starwolf: ne is dat schön.... Ich bin 4th year IB @ unimaas. Freut mich das auch IM'ler und IB'ler einer Meinung sein können

@Graka0815: Wer lesen kann ist klar IM VORTEIL! Aber bitte, wenn ich nicht richtig lese, kommt natürlich Blödsinn raus!

Tiu
02.10.2002, 11:05
Was für einen Blödsinn und was hat das mit lesen zu tun.

Original Zitat:
"Jetzt zahlt aber sein Unternehmen Gewerbesteuer, Umsatzsteuer etc. "

Wie würdest Du das Lesen?

Original Zitat:
"Eigentlich ein Mehrfachbesteuerung die nicht zulässig ist. Nimmt der UnternehmerIn jetzt das Geld das schon dreimal besteuert wurde und investiert es im Finanzmarkt, also er investiert z.B. in Aktien eines Unternhemens."

Dreimal besteuert?
Wie liest Du das?
Ich lese es, als würden Unternehmen Mehrwert-/Umsatzsteuer zahlen. So und nicht anders steht es dort geschrieben.

Zudem, seit wann ist eine Mehrfachbesteuerung nicht zulässig? Wieviele verschiede Steuern gibt es beim Sprit?

The Brain
02.10.2002, 11:46
Hi

@ GRAKA0815

Bzgl. Vorsteuer und Mehrwertsteuer.

Jedes Unternehmen zahlt wenn es Waren einkauft eine Vorsteuer. Wenn diese im Unternehmen eingegangen sind, wird die Vorsteuer auf ein eigenes Konto gebucht. So erhält man den Nettoeinkaufswert. Diese Waren gehen entweder in die Produktion ein und nennen sich dann Halbfabrikate. Oder wenn das Unternehmen ein normales Handelsunternehmen ist, so wird die Vorsteuer meisten 16% abgezogen + eigene Kostenzuschläge (BAB, Gewinnkalkulation, Gemeinkosten, Einzelkosten usw.) + wenn die Ware verkauft wird Mehrwertsteuer (Umsatzsteuer- muß zugeben, das man den Begriff eigentlich nicht verwenden sollte! Hab den Fehler beim Prof. gemacht. Als erstes kam dann mal ne Standpauke!)

Weiter im Text: Es werden zwei Unterscheidungen gemacht.

Beide Konten (Vorsteuer und Mehrwertsteuer) werden für sich abgeschlossen und auf das Umsatzsteuerverrechnungskonto überwiesen. (Gibt noch ne andere Möglichkeit, möchte ich nicht auch noch darstellen.)

Wenn ein Unternehmen mehr Waren einkauft als verkauft. So ist die Vorsteuer höher als die Mehrwertsteuer. => Dies bedeutet, das Unternehmen bekommt Geld vom Finanzamt wieder.

Der Umgekehrte Fall: Mehrwertsteuer ist höher als die Vorsteuer (mehr verkauft als eingekauft; wichtig!!! Lagerhaltung => sonst ergäbe dies keinen Sinn)
 Dies bedeutet, das Unternehmen hat eine Mehrwertsteuerzahllast und muss Geld an das Finanzamt zahlen.


Und jedes Unternehmen muss die Mehrwertsteuerzahllast im Voraus bezahlen. (Jedes Unternehmen wird an den voran gegangenen Monaten bewertet.)


All dies ist auch als durchlaufender Posten bekannt.



Mit freundlichen Grüßen


The Brain

Tiu
02.10.2002, 13:20
Richtig. Nun was ist das Fazit daraus?
Genau! Ein Unternehmen zahlt nicht die Umsatz-Mehrwertsteuer, sondern der Endverbraucher und sonst NIEMAND!

Vorauszahlung? Bei Einzelfirmen ja (kann) , bei Kapitalgesellschaften NEIN!
Meine GmbH zahlt die MEHRwertsteuer von August erst im September bzw. bekomme die Vorsteuer von August erst im September!

golfproll
02.10.2002, 14:00
Das Bundesverfassungsgericht hat 1999 auf die Klage eines Unternehmerehepaars, das durch eine Mehrfachbesteuerung des genannten und von dir als blödsinnig bezeichneten Komplexes, eine real Steuersatz von 69% erreichte entschieden, das mehrfach Besteuerungen verfassungswidrig sind! Leider habe ich die Urteilsnummer nicht mehr vorliegen. Wenn ich Lust habe stelle ich evtl. einen Rechercheauftrag um das genau zu eruiren.

@Graka0815: ich weiß ja nicht was du für eine Ausbildung hast, aber sie scheint nicht sonderlich fundiert gewesen zu sein. Egal es macht wenig Sinn mit Leuten zu diskutieren deren Vokabular auf wenig mehr als Blödsinn beschränkt ist.
Du ziehst dich da an etwas hoch, was so nicht in meinem Post steht, sondern nur aufgrund deiner Interpretation entstanden ist!!!

Schönen Gruß

Tiu
02.10.2002, 14:53
HaHaHa.

1.) Lies es selbst noch einmal durch!
Wenn Du nicht schreiben kannst was Du meinst bzw. geschrieben hast was Du so wie es geschrieben steht nicht meinst, dann solltest Du dich der Kritik auch annehmen und dem Kritiker zustimmen, wenn er es "richtig" stellt.
Da gibt es wohl GARNICHTS zu interprtieren.
DU behauptest Unternehmen zahlen Umsatz-/Mehrwertsteuer. Diese Behauptung ist ABSOLUT falsch.
Meine GmbH zahlt 0,00 Euro und 0,00 Cent an Mehrwert-/Umsatzsteuer. Monat für Monat und Jahr für Jahr.
Die Vorsteuer / Mehrwertsteuer gehen JEDEN Monat null auf null auf. Habe ich mehr Mehrwertsteuer eingenommen als Vorsteuer gezahlt dann wird dieseer diff. Betrag an das Finanzamt abgefüht. Folglich ist und bleibt dies buchhalterisch NULL.
Habe ich mehr Vorsteuer gezahlt als Mehrwertsteuer eingenommen, bekomme ich die diff. vom Finanzamt erstattet. Auch hier ist der Betrag buchhalterisch gleich NULL.
Schon mal was von Vorsteuerabzug gehört?


2.) Mehrfachbesteuerung.

Nahezu alles wird Mehrfachbesteuert.
Sprit: Mehrwertsteuer, Ökosteuer, Mineralölsteuer etc.
Tabak: Tabaksteuer, Genußsteuer, Mehrwertsteuer
Gehalt: Lohnsteuer (von diesem Nettogehalt zahle ich weiterhin z.B. o.g. Steuern.

Wenn es nicht rechtens wäre, brauchten wir es folglich nicht zu bezahlen. Kannst ja mal den Tankwart darauf aufmerksam machen, vielleicht sieht er es ja ein und befreit dich davon:D

golfproll
02.10.2002, 15:45
Lieber Graka0815,

vielleicht habe ich mich für dich mißverständlich ausgedrückt. I appologize for that.

Weiterhin ist das was du in deinem letzten Post als Mehrfachbesteuerung aufführst keine Mehrfachbesteuerung im juristischen Sinne (und diese und keine andere habe ich angesprochen!). Ich habe gerade mit einem der Rechercheure der BCG (Boston Consulting Group) gesproche und eine Recherche zu diesem Thema veranlasst.

Darüberhinaus würde ich mich freuen, wenn wir ab sofort unseren kleinen 'Privatdisput' auf dieser Ebene einstellen und wieder sachlich werden können.

Eine letzte Anmerkung sei mir erlaubt: dieses Beispiel auf das du Bezug nimmst stammt aus einem internationalen Kontext und ist nicht zu 100% auf die BRD übertragbar, ich dachte das hätte ich klarstellen können! Es war als Verständnishilfe, bzw. Erklärungsansatz mit volkswirtschaftlichem Hintergrund gedacht. Ich bin mir durchaus bewußt, das es Vorsteuerabzug, etc. gibt und habe dich nie in diesen Punkten widerlegen wollen (geht ja auch nicht, weil du in diesen Punkten recht hast). Es geht mir einzig und allein darum jetzt ein für alle Male klarzustellen, daß wir wohl aneinander vorbeigeredet haben!

So, jetzt haben wir aber genug gebrabbelt und uns aufgeregt, findest du nicht?

Einen schönen Gruß