PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hypothekenkrise: Auswirkung auf Aktien & Fonds


pullmoll
10.08.2007, 11:27
Hi,

aus gegebenem Anlass möchte ich hier ein Problem ansprechen, das mir die letzten Tage keine Ruhe mehr gelassen hat. Für diejenigen unter euch, die mit der Hypothekenkrise nichts anzufangen wissen, ist dieser Link sicherlich hilfreich: FAZ.NET-Spezial: Hypothekenkrise (http://www.faz.net/s/Rub5CAECB7768E046A3976500B4D416A560/Doc~ECB090E6CCA5E4DC08E0567D81ACD4847~ATpl~Ecommon~Sspezial.html)

Nachdem der ganze Medienwirbel um die Hypothekenkrise scheinbar genau über die Zeit meines Urlaubs ins Rollen kam war ich etwas schockiert, als ich vergangenen Dienstag den Stand meiner Aktienfonds bei Union Investment geprüft hatte - denn was zuvor noch mit einem schönen grünen Plus versehen war erstrahlt jetzt in einem sehr unerfreulichen roten Minus.

Da ich mir nicht anderst erklären könnte wieso meine Fonds nun auf einmal alle absacken gehe ich davon aus, dass es mit der Hypothekenkrise zusammenhängen muss. Daher lautet meine Frage schlicht: Gibt es hier jemand unter euch, der gerade dieselbe Erfahrung machen muss? Ich muss gestehen ich bin ich Sachen Fonds nicht gerade ein Vollprofi, von daher überlege ich nun ernsthaft wie ich mich weiter verhalten soll... auflösen oder warten bis wieder Ruhe einkehrt? Seitens UI habe ich bislang keinerlei Stellungnahme dazu erhalten :(

Moros
10.08.2007, 12:30
Wann hast du denn die Fondsanteile gekauft?

Der Aktienmarkt ist halt ein Psychospielchen. Nachdem die Indizes wieder Höchststände erreicht hatten, war eigentlich abzusehen, dass die Anleger etwas nervöser werden würden und die Kurse wieder fallen. Die Hypothekenkrise war da nur der passende Anlass.

Wie sich die Kurse allerdings in den nächsten Monaten entwickeln, ist sehr schwer einzuschätzen. Vielleicht gibt es nur eine kleinere Korrektur und dann geht's wieder aufwärts, vielleicht geht's aber auch wieder stärker nach unten. Argumente kann man für beide Ansichten haufenweise finden.

Langfristig gesehen ist die Rendite auf dem Aktienmarkt aber immernoch besser als bei jeder Bank. Das heißt, deine Fondsanteile werden irgendwann bestimmt wieder steigen, ob das morgen, in 3 Monaten oder in 5 Jahren passiert, kann dir aber keiner sagen.

Wenn man sich die Vergangenheit anschaut, ist das Halten von Anteilen immer eine gute Entscheidung, auch wenn es in solchen Situationen schwer fällt.

PS: Ist natürlich alles nur meine ganz persönliche Meinung :)

Atlan_11
10.08.2007, 12:37
Aus eigener Erfahrung habe ich gelernt sich nicht nervös machen lassen und etwas abwarten. Aber letztlich liegt die Endscheidung bei Dir.

VentoGL75
10.08.2007, 12:39
ich warte jetzt ab und kaufe dann ein ;) hab alles vor der kriese noch verkauft.

tochan01
10.08.2007, 12:55
ich spiele jetzt seit ner woche diese FAZ börsenspiel (leider nur virtuelle €'s ^^). schade das die nicht echt sind. meine strategien, sofern man das gefühlsmäßige kaufen so nennen kann, sind bisher ganz gut aufgegangen. innerhalb einer woche bin ich von 51.000€ auf 67.000€ gekommen.

wie läuft das eigendlich "real" ab? also die kosten für ein depot, transkationen und papa staat will doch auch noch mal was sehen wenn man die aktien vor einem jahr wieder verkauft. würde mich ma interessieren, weil nachher sind diese transaktionskosten höher als der kursgewinn. wäre nett wenn mir da mal einer nen überblick gibt bzw sagt wo man das nachlesen kann

MacII
10.08.2007, 13:12
@tochan01

Das ist jetzt nicht so freundlich, daß du dich mit deinen Fragen in das Thema von pullmoll hineindrängst. Im PuG ist dieser Thread, weil er sich mit der Hypothekenkrise beschäftigt.
Deine Fragen kannst du z.B. im Treffpunkt stellen.

ShittyB
10.08.2007, 14:08
hab die ne PN geschrieben, Pullmoll...

meiner meinung nach werden wir so gen 7000 Punkte fallen... und dann gehts wieder nach oben... Fundamental sind die Daten gut, die Meldungen werden derzeit aber nicht aufgenommen...

pullmoll
10.08.2007, 15:05
Hi,

erst mal danke an alle für die Antworten. Ich werde mir den Verlauf jetzt mal noch eine Weile anschaun und fleißig FAZ & Co. lesen. Wie gesagt hab ich von der ganzen Krise nicht wirklich was mitbekommen - und darauf lerne ich: lesen, lesen, lesen, fragen, lesen, handeln :)

@ShittyB: Antwort ist schon auf dem Weg

Rasemann
10.08.2007, 15:15
Ganz allgemein geht es schon zu lange zu steil Aufwärts.
Es war in den letzten 3 Jahren praktisch unmöglich nicht einige 100% Gewinn zu erzielen.

Diese Zeiten scheinen vorbei zu sein.

VentoGL75
11.08.2007, 02:01
nein halte ich nicht. ist total normal. kommt immer vor. nur ist es etwas schlimmer geworden mit den ganzen tagesstimmungen. mal ein tag rauf dann wieder 3 tage nix. so ist das nunma. und diese korrekturen kommen mindestens einmal im jahr. meistens zum ende des jahres. und dann im sommer.

Trios
11.08.2007, 10:50
@pullmoll, Costellani hätte in diesem Fall zur Ruhe geraten. Nervosität ist kaum angebracht. Hüte dich vor übereilten, vorschnellen Aktionen ... !

40balls
11.08.2007, 11:56
Zu den Stützungsaktionen unserer Gelddrucker, EZB und FED kann ich nur sagen, das sich das Gesamtvolumen der betroffenen Finanzkonstruktionen, das laut CNBC angeblich nicht bekannt sein soll, auf etwa 600 Billionen Dollar summiert. Soviel Geld können die gar nicht drucken, und wenn doch, dann ist es nicht mal mehr das Papier wert.

600 Billionen = 600 000 Milliarden

Wem gehört eigentlich die EZB? Ist das so wie bei der FED geheim. Niemand soll wissen, wer die Gewinne aus den Schuldscheinen, die nach dem Geld drucken und verleihen, verkauft werden, einstreicht?

Trios
11.08.2007, 12:04
hm ... , Stützungsaktionen zur Liquiditätswahrung bewerte ich sehr kritisch. Die Folgen werden im ungünstigten Fall im Chaos enden!
Wenn man bedenkt, dass z.B. China Dollarreserven in nahezu besorgniserregender Höhe vorlegt, kann einem Angst und Bange werden. Etwas ironisch gemeint würde ich sagen, es sind keine Kriegswaffen erforderlich, um ein Land oder System zu vernichten ;-)

Keyser Soze
11.08.2007, 12:09
Also wenn die Amerikaner von Billion reden, meinen die aber Milliarden.
Also geht es hier um 600 Milliarden Dollar bzw. um die 500 Milliarden Euro

"In Amerika sagt man für Million million, für Milliarde billion, für Billion Trillion."

Ähm die Japaner hatten in den 80er ein ähnlich Fiasko damals als der Aktien- und Immobilienmarkt maßlos überhitzt und manipuliert war. Davon hat sich Japan lange Zeit nicht mehr erholt bzw. immer noch nicht richtig erholt.

Oder mal hier einen alten Artikel lesen, der immer noch aktuell ist.

http://www.geocities.com/saschajakobi/20010422boerse.htm

Interessante Passage und der Grund warum ich eher im Spielkasino auf Rot setze als auf Aktien. Den eins is klar, in alles das mehr Gewinn als der Weltwirtschaftswachstum ist, bringt ist mit einem Risiko verbunden. Und das is immer der Zeitpunkt des Verkaufs. Im Casino ist es genauso, man verliert deshalb, weil die meisten solange spielen bis sie verlieren.

Wenn Putzfrauen in Aktien investiert sind...". Ich will hier nichts gegen Putzfrauen und Einsteiger, die erst jetzt seit kurzem mit Aktien handeln sagen. Es ist halt nur ein alter Börsenspruch. Soll heißen: Wenn auch die letzten Greenhorns ihre Depots eröffnen ist das Ende einer Hausse nicht mehr weit entfernt. Klar, weil dann bald der Punkt erreicht ist, an dem praktisch jeder sein Geld in Aktien investiert hat. Es kann dann ja gar nicht mehr groß aufwärts gehen, woher soll das Geld kommen? Momentan scheint noch viel Liquidität da zu sein, deshalb kann es durchaus noch mehrmals zu neuen Kursrekorden kommen, allerdings sind wir kurz vor dem Ende.

40balls
11.08.2007, 12:12
Also wenn die Amerikaner von Billion reden, meinen die aber Milliarden.
Also geht es hier um 600 Milliarden Dollar bzw. um die 500 Milliarden Euro

"In Amerika sagt man für Million million, für Milliarde billion, für Billion Trillion."

Ich habs bereits umgerechnet. Die Rede war von 600 Trillion Dollars...

Keyser Soze
11.08.2007, 12:37
Mhm ne konkrete Quelle wäre da schon interessant.

Also ich hab in den Nachrichten von 10 Billionen gehört, werde da jetzt aber nochmal nachschauen.

600 Billion ist wohl eher die Finanzkraft der ganzen Welt, also von 6 Milliarden Bürgern.

40balls
11.08.2007, 15:37
Überflüssiges Zitat entfernt.


Bitteschön

http://www.gold-eagle.com/gold_digest.html
http://www.gold-eagle.com/gold_digest_05/mcintosh080807.html
http://www.gold-eagle.com/research.html

Trispac
13.08.2007, 15:39
@Trios

Der Mann heisst "Kostolany" ... :evillol

... und sein Tipp "Aktien kaufen und schlafen legen" funktioniert so leider nicht mehr unbedingt. Es kommt immer darauf an, zu welchem Kursniveau man gekauft hat.

@pullmoll

Die Korrektur beträgt derzeit knapp 10% (gemessen am Dax). In Anbetracht dessen, was im Zuge der Hypothekenkrise möglicherweise noch hochkommen kann, muss das noch lange nicht alles gewesen sein. Ich persönlich werde erstmal abwarten und habe derzeit keine Aktien / Aktienfonds mehr.

Bei den UI Fonds musst Du unbedingt auch auf die Kosten achten ... bei kurzfristigem Handeln fressen Dich die Kosten (ich meine den Ausgabeaufschlag) schnell auf.

Mehr Sinn machen da die börsengehandelten Indexfonds (ETF's) ... hochliquide und kostengünstig. Schau z.B. mal hier www.indexchange.com

e-ding
14.08.2007, 04:18
@trispac

Naja, wenn man 10 Jahre durchschläft passt es noch immer. ;)

Ich denke aber auch, dass die Korrektur noch nicht abgeschlossen ist.
Jetzt zu kaufen wäre etwas verfrüht.

Alle Besitzer von "betroffenen" Aktien- oder Aktienfonds sollten nicht nervös werden oder überschnell verkaufen. Die wenigstens werden professionell Handeln und somit eher Fehler in einer solchen Phase machen.

Also ruhig bleiben und wenn sich der Markt auch etwas entspannt hat günstig einkaufen.


MFG

Trios
14.08.2007, 09:52
@Trispac, mit Namen hab ich's nun mal ... , du wußtest aber, wer gemeint war ;-).
Nuja Aktien, stimmt schon, dass man durch Spekulation sehr schnell reich werden kann, aber bitte dabei niemals das andere Extrem vergessen!

silva_surfer
15.08.2007, 13:44
die haben in jedem fall ihre schäfchen im trockenen.
ich habe dies nun auch getan und traue keiner bank.
die könne mir noch sooft versichern das sie von der krise nicht betroffen sind.
das ist reine beschwichtigung und hat mit der realität nichts zu tun.
überfällig ist es alle mal und das einstreuen von tender oder das führen von kriegen(usa) ist allenfalls dazu geeignet es hinauszuzögern.
das system ist am ende es ist zeit für einen neuanfang.
die frage ist nur morgen oder in 3 jahren.
ich treffe vorsichtsmaßnahmen.

Choco2
15.08.2007, 16:31
Mein Gott.

Das was hier passiert ist doch vollkommen normal!

Die Märkte sind seit 4 Jahren nur gestiegen. Der Dax ist von 2200 Punkten auf 8100 gestiegen.

Ist doch vollkommen normal, das da auch mal wieder eine kleine Korrektur kommt.

Pullmoll ist mal wieder ein typischer Anfänger, der halt so seine Fehler macht. Dann kaufen, wenn die Börse seit Jahren am steigen ist, und sich wundern, warum bei der ersten kleinen Korrektur sein Depot ins minus rutscht.

Hatten wir doch 2000 alles schon mal....

Diese "Krise" ist doch gar nichts. In 2 Jahren werden wir davon in den Kursen nichts mehr sehen. Schaut euch mal im Verlauf der Indizies den 11. September an. Der hatte keine langfristige Auswirkung auf das Ganze. Das war ein kuzer Ausschlag nach unten, und ein paar Wochen später waren die Indizies wieder auf dem Niveau von vorher.

Also immer schön ruhig bleiben. Es läuft doch alles ganz normal in den Märkten.

Die Korrektur wäre auch so gekommen. Man hat nur einen Anlass gebraucht. Ist doch ganz gesund, was gerade passiert.

Trispac
18.08.2007, 18:02
Da muss ich Choco2 Recht geben. Die Märkte haben ohne Ende haussiert und eine Korrektur war überfällig. Wenn der Auslöser nicht der US-Immobilienmarkt gewesen wäre, dann etwas anderes. Irgendeinen Grund gibt es immer.

Lustig nur, wie die Banken jetzt wieder anfangen, ihre Jahresendstand-Prognosen für den DAX zu revidieren. Das zeigt deutlich, was diese Prognosen wert sind. Gleiches gilt für die schlauen Aktienanalysten - die auf ihre Empfehlungen nicht handeln müssen - sondern nur schreiben.

Insofern kann ich nur jedem empfehlen, seinen eigenen guten Menschenverstand walten zu lassen und sich nicht an Empfehlungen zu orientieren. Das ist alles Kaffeesatzleserei und das Papier nicht wert, auf dem es gedruckt ist. Jedenfalls sind das meine Erfahrungen der letzten 25 Jahre.

Grüsse, Trispac

perfekt!57
19.08.2007, 16:05
auch wenn ich den tonfall in #22 nicht als freundlich empfinde, hat er in vielem selbstverständlich klar recht.

ich persönlich

- kaufe nie fonds,

sondern immer

- nur aktien.

und zwar, um die übersicht zu behalten, nur einige wenige, eben solche, die ich kenne; von firmen, die groß genug sind, ausreichend gehandelt zu werden, usw..


von fonds werden immer nur die auflegenden institute und deren manager reich. und im fernsehen wird nie mehr gelogen und beschönigt als über fonds und deren performance. viele banker sind enggenommen betrüger in nadelstreifen. zumindest hilft es, sich die möglichkeit vor auge zu halten, bevor man anlegt.


die krise wird eher nicht in eine dauerkrise münden, denke ich, obwohl das nicht ausgeschlossen ist. daher fonds jetzt durchhalten.

da wir aber schon einige jahre aufschwung hinter uns haben, würde ich versuchen in längstens 1,5 bis 2 jahren zu verkaufen. (und schon vorher ausgewählte verkaufsoptionen, die ja in die andere richtung profitieren, dazu kaufen).


allgemein: die hypothekenkrise ist bloß der auslöser für die überfällige korrektur. wie es weitergeht, weiß kein mensch. besteht aber die möglichkeit, dass sich europa von usa abkoppelt, d.h. wirtschaftswachstumskrise (hypothekenkrise dafür bloß die vorab-zeigerpflanze) nur allein in usa.



ich selber habe, wie schon gepostet, bereits vor 8 monaten angefangen die ersten put-optionen ins depot zu nehmen (die amd-puts z.b. aktuell 80% im plus).


aktien und fonds werden aber in der nächsten zeit weiter sinken - wobei man aber noch nicht weiß, wie weit. also verkaufen bei einbußen bis 15%, ansonsten nix tun (ausser hoffen, dass es nicht so schlimm wird, weil die menschheit gelernt hat) (nix -wenn nicht puts kaufen):

die 300 milliarden dollar liquidität, die die notenbanken global und feuerwehrmässig zur verfügung stellten, haben halt erst mal nur eines getan: eine weltwirtschaftskrise á la 1929 für den moment verhindern. (nicht mehr und nicht weniger).

ob das aber reicht, reichen kann, werden die nächsten 2-3 Wochen zeigen. so schlimm ist es immerhin.


(ich habe vor jahren schon die chronologie der krise 1929 gelesen: "da gings auch nicht über nacht so runter, dass es gleich alle wussten" - lange nicht! - obwohl es so erzählt wird)

p.



ich würde auch heute um ausgleich der drohenden weiteren fonds-verluste also tatsächlich puts kaufen, eben z.b. von amd. (mit langer laufzeit, mind. 18 monate und von unternehmen denen es zusätzlich zum schwachen markt eh schlecht geht, logo).


und sein eigenes ding machen. sich nicht länger von verkäufern im anzug (angestellten knechten halt) belügen lassen, hat man nicht nötig.





hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Weltwirtschaftskrise

"Ein zuerst nur leichter Rückgang des Wachstums der weltweit führenden US-amerikanischen Volkswirtschaft ließ den spekulativ (http://de.wikipedia.org/wiki/Spekulation_%28Wirtschaft%29) überbewerteten Aktienmarkt der USA am 24. Oktober 1929 (Schwarzer Donnerstag (http://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzer_Donnerstag)) zusammenbrechen. Dies führte zu einer Umkehr der Finanzströme. Gelder, die in den Jahren davor in andere Volkswirtschaften investiert worden waren, wurden überstürzt abgezogen. ..."

Wenn nicht sofort und wissend 300 Milliarden Liquidität in wenigen Tagen bereitgestellt worden wären... (!!!). (300 Milliarden: mal überlegt, wieviel Geld das ist?)

"In vielen europäischen Staaten (aber auch in anderen Staaten der Welt) löste dieser Kreditabzug schwerste wirtschaftliche Krisenerscheinungen aus... ."
.

Trispac
19.08.2007, 20:30
Huch ... was war denn an meinem Statement unfreundlich? Wenn ich jemanden verletzt habe, bitte ich um Entschuldigung. :)

Das Szenario von perfekt!57 steht sicherlich im Raum. Aber von Optionen sollte der Normalanleger lieber die Finger lassen - da diese grosse Sachkenntnis und permanente Marktverfolgung voraussetzen.

Im Übrigen würde ich bei Calls und Puts nicht auf nur auf eine Firma wie AMD setzen, sondern auf einen Index.

Brigitta
19.08.2007, 22:13
Trispac, #22 ist ein Beitrag vor deinem. ;)

e-ding
20.08.2007, 05:31
@perfect

Du hast mit vielem Recht. Dennoch würde ich unerfahrenen Privatanlegern davon abraten, mit Optionen zu handeln.
Ich gehe davon aus, dass viele Mitleser nicht wissen, was genau Optionen sind.

Selbst der Kauf von Aktien sollte nicht ohne Markt- und Sachkenntnis passieren.
Für den Normalanleger sind Fonds schon eine gute und relativ sichere Möglichkeit Geld anzulegen.

BTW. Fondsmangaer sind nicht per se Betrüger. Hast Du mal eine schlechte Erfahrung gemacht? ;)

Deine Empfehlung bis 15% Verlust zu verkaufen kann ich allerdings nicht teilen. Lieber liegenlassen.

MFG

40balls
23.06.2009, 05:49
Mhm ne konkrete Quelle wäre da schon interessant.
Also ich hab in den Nachrichten von 10 Billionen gehört, werde da jetzt aber nochmal nachschauen.
600 Billion ist wohl eher die Finanzkraft der ganzen Welt, also von 6 Milliarden Bürgern.


Heureka!
Meine 2007er Schätzung von 600 Billionen Miesen ist gerade offiziell geworden.
Das sollte doch für eine leitende Position in der EZB reichen.

Was meint ihr?

Hier der Link zu Bloomberg
http://www.bloomberg.com/apps/news?pid=20601103&sid=aYEOSV_AzEoQ
"“Unimpeded” oversight of the $592 trillion over-the-counter derivatives market..."

mildmr
04.07.2009, 06:26
Nein damit ist das Gesamtvolumen für den Markt mit "ausserbörslichen Termingeschäften" gemeint. Also Bestellungen auf Aktien, Anleihen, Öl. Das sind quasi Wetten auf Kursanstieg oder Fall in der Zukunft. Einfach nur noch krank! Ich schätze mal das man damit auch noch die Kurse treiben kann. Der Markt ist geometrisch gewachsen von 100 Billionen im Jahr 2000 auf 600 Billionen aktuell und wird wohl auch so zusammenbrechen.

Aber schau selber (http://de.wikipedia.org/wiki/Derivat_%28Wirtschaft%29)

Fairy Ultra
04.07.2009, 11:41
nicht jedes Termingeschäft dient Spekulationszwecken sondern auch dem Hedging.

Moros
04.07.2009, 11:45
Ganz genau. Termingeschäfte sind ein zentrales Element des Risikomanagements für Unternehmen.

40balls
05.07.2009, 14:17
Ganz genau. Termingeschäfte sind ein zentrales Element des Risikomanagements für Unternehmen.

Ist mir schon klar, aber wohin das führt, zeigt uns gerade der Machtkampf bei Porsche.
Lösung: Steuern auf Kapitalerträge soweit erhöhen, das die Gewinne wieder durch den Verkauf von Autos reinkommen müssen.
Eine Kapitalertragssteuer von nur 25% ist Betrug an der arbeitenden Bevölkerung, die leider zu dämlich ist, um die Konsequenzen zu begreifen. :mad

Moros
05.07.2009, 21:33
Das musst du mir jetzt erklären. Was hat denn der Machtkampf bei Porsche/VW mit Termingeschäften als Mittel des Risikomanagements zu tun? Meiner Meinung nach gar nichts.

...und wie die Steuern damit verbunden sein sollen, wäre mir auch nicht klar.

40balls
06.07.2009, 03:52
Das musst du mir jetzt erklären. Was hat denn der Machtkampf bei Porsche/VW mit Termingeschäften als Mittel des Risikomanagements zu tun?
...und wie die Steuern damit verbunden sein sollen, wäre mir auch nicht klar.

Zitat aus dem Wirtschaftswoche Artikel:
Wie Porsche den Kapitalmarkt zum Kasino machte

"....die es Porsche in den Folgejahren ermöglichen wird, schier unglaubliche Profite zu verbuchen.
Im Porsche-Geschäftsbericht 2005/06 summieren sich die Gewinne „aus Kurssicherungsgeschäften im Zusammenhang mit
dem Erwerb weiterer 3,9 Prozent an der Volkswagen AG“ noch auf einen „deutlich dreistelligen Millionenbetrag“.
Später werden sie in die Milliarden gehen und zeitweise sogar den Umsatz, den Porsche mit dem Verkauf von Sportwagen macht, übertreffen."
Vollständiger Artikel:
http://www.wiwo.de/finanzen/wie-porsche-den-kapitalmarkt-zum-kasino-machte-399152

Ist doch glasklar, Moros.
Würden Kapitalerträge mit 75% oder mehr besteuert, wäre es nicht nur für Porsche, sondern auch für viele andere Firmen (Siemens...)
nicht mehr attraktiv, zu spekulieren und das Geld könnte wieder zur Verbesserung der Produktionsbasis und zur Entwicklung neuer Produkte eingesetzt werden.

Mit der 25% Flatratesteuer für Kapitalerträge, wird die soziale Ungerechtigkeit in diesem Land auf die Spitze getrieben.
Arbeit lohnt nicht mehr. So einfach ist das.

Blühende Landschafte - Die Märchenstunde
Und die Kapitalisten erzeugen Gewinne aus dem Nichts, wollten sie uns weismachen.
Und der Markt reguliert sich selbst, wollten sie uns weismachen.
Aber in Deutschland funktioniert kein Kapitalismusmodell, wie in den USA, weil die Reichen hierzulande,
der deutschen Gesellschaft nichts zurückgeben, sondern lieber im Ausland auf ihren Geldsäcken verrotten.
Einzige Lösung, eine staatlich sanktionierte soziale Marktwirtschaft, mit hohen Steuern für Spitzenverdiener.
Ansonsten frisst die Gier unser Land auf.

Just my two cents...

Odium
06.07.2009, 04:44
Du glaubst, Unternehmen spekulieren, um damit Gewinne zu machen. Das stimmt nicht. Das ist die Aufgabe von Banken und Investoren, schließlich ist das deren Job. Unternehmen benutzen den Kapitalmarkt, um Einfluss auf Konkurrenten zu erhöhen oder Beteiligungen abzuwerfen, wenn das Segment schwächelt. Auch möglich ist es, sich in eine ganz neue Branche einzukaufen. Oftmals ist es einfach billiger, eine kleine Spezialfirma aufkaufen, statt die ganze Entwicklungsarbeit von vorne zu beginnen. Bekannte Beispiele sind Google oder Microsoft.

Technisch gesehen hält der Abwärtstrend beim Dax weiter an. Bald hat die Krise auch die letzten Reste der Realwirtschaft erreicht und wird sich voll auf die Arbeitnehmer und Konsumenten ausdehnen, dazu kommt noch die meiner Meinung nach fragwürdige Fiskalpolitik aus den USA. Ich bin vor einigen Monaten beim Öl eingestiegen, aber da hab ich auch enge Grenzen beim S/L gezogen, denn an eine wirkliche Erholung glaube ich hier auch nicht. Wer ganz langfristig denkt, kann natürlich immer noch einsteigen. Vor Beginn der Wirtschaftskrise wurden Preise für Öl bei 200$ für Mitte 2009 prognostiziert, also steigt gefälligst ein und treibt den Preis hoch ;)

Der Anstieg beim Hang Seng allerdings, ist mir ein Rätsel. Obwohl Chinas Wirtschaft spürbar an Kraft verloren hat, hat der Index seit Anfang 2009 um satte 50% zugelegt (Bild (http://x.onvista.de/typ3.chart?SIZE=2&LEGEND=1&ID_NOTATION=8313314&TIME_SPAN=5Y&QUALITY=EOD)).

chriwi
06.07.2009, 07:42
Du glaubst, Unternehmen spekulieren, um damit Gewinne zu machen. Das stimmt nicht. Das ist die Aufgabe von Banken und Investoren, schließlich ist das deren Job. Unternehmen benutzen den Kapitalmarkt, um Einfluss auf Konkurrenten zu erhöhen oder Beteiligungen abzuwerfen, wenn das Segment schwächelt. Auch möglich ist es, sich in eine ganz neue Branche einzukaufen. Oftmals ist es einfach billiger, eine kleine Spezialfirma aufkaufen, statt die ganze Entwicklungsarbeit von vorne zu beginnen. Bekannte Beispiele sind Google oder Microsoft.

Schau dir die Bilanz von Porsche aus dem letzten Jahr an. Dort wurde mehr Gewinn als Umsatz gemacht. Da kannst du mir nicht erzählen, dass das Interesse am Aktienmarkt nur dazu da ist strategische Positionen zu besetzen. Alle Hedgefonds welche Firmen kaufen und dann zerschlagen --> keinerlei Wertschöpfung (eher Zerstörung), aber Riesengewinne. GM hat die Wirtschaftskrise nicht nur wegen den Autos so stark getroffen. Da wurde im wesentlichen falsch spekuliert am Finanzmarkt. Die Liste kann man ewig Fortführen. Die Renditen aus der Realwirtschaft waren den Herren nicht hoch genug. Da wurde munter spekuliert im blinden Glauben das es ewig aufwärts geht.



Vor Beginn der Wirtschaftskrise wurden Preise für Öl bei 200$ für Mitte 2009 prognostiziert, also steigt gefälligst ein und treibt den Preis hoch ;)

Genau das ist es. Was hat die Spekualtion von Rohstoffen mit realer Wertschöpfung zu tun? Es ist immer nur eine Umverteilung. Das Öl ist da, ob man es für einen oder zweihundert Dollar verkauft. Aber in einem Fall ist es der wirkliche Preis in anderem eine Blase.

Odium
06.07.2009, 12:29
Hier (https://chart.cortalconsors.is-teledata.com/module.chart?LANG=de&COUNTRY=de&ID_NOTATION=176160&QUALITY=BSD&LOGO=bnp&TYPE_CHART=STAIR&TIME_SPAN=3Y&RESOLUTION=D&INDICATORS_COLOR1=000000&INDICATORS_COLOR2=00FF00&INDICATORS_COLOR3=0000FF&ID_TYPE_SIZE=2&WITH_EARNINGS=0) ist der Chart von VW, wegen der Spitze bei 1000€ leider sehr verzerrt. Begonnen hat es mit damals bei etwa 70€, als langsam durchsickerte, das Porsche da einsteigt. Es wurden beständig Aktien gekauft und zwar über einen längeren Zeitraum. Aber als der Kurs länger bei 450€ und darüber lag, hat Porsche die Anteile nicht wieder abgeworfen. Der Gewinn von Porsche entstand durch Derivate, die einen Hebel auf steigende Kurse darstellte und somit den enormen Zuwachs noch vervielfältigte. Das war alles legitim, aber auch eine einmalige Geschichte. Ein Glücksfall, wenn man so viel, aber keineswegs das Primärziel von Wiedeking. Nun sehen wir, dass er sich bei der ganzen Geschichte verhoben hat, weil das Geld ausgeht, weil doch zuviel für VW bezahlt wurde. Porsche ist jetzt hoch verschuldet. Einem Spekulanten wäre das nicht passiert, der hätte bei einem Plus von 200% im Depot seinen Gewinn realisiert.

Was hat die Spekualtion von Rohstoffen mit realer Wertschöpfung zu tun?Man spekuliert nicht, um reale Wertschöpfung zu betreiben. Das ist Aufgabe der Unternehmen und des Staates. Man spekuliert, um den bestmöglichen Preis für eine Tonne Baumwolle, ein Fass Rohöl oder einem Anteil an der Salzgitter AG festzustellen und somit Risiken zu übernehmen, die die Produzenten nicht tragen wollen. Dieser Thread ist aber nicht dafür gedacht, um Grundlagen zu klären, sondern wie wir die Situation ausnutzen können.