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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Abspaltung der Lokführergewerkschaft - Der richtige Weg?


Adam_Smith
26.10.2007, 15:58
Eins vorweg:

Es geht hier nicht um Managergehälter! Anderes Thema, was hier nicht diskutiert wird.
Es geht hier auch nicht um den Reallohnverlust der Bahnangestellten, diesen mussten nämlich alle Bahner und nicht nur die Lokführer hinnehmen.
Auch die Höhe der Lohnforderungen soll nicht Kern dieser Diskussion sein.

Wenn ich es schon so einschränke, bleibt die Frage worüber diskutiert werden soll.

Die Frage die sich beim aktuellen Tarifkonflikt bei der Bahn stellt ist die Frage danach ob es richtig ist, dass die Lokführer mit ihrer Gewerkschaft einen eigenständigen Tarifvertrag bekommen, der von dem Tarifvertrag für die übrigen Bahnangestellten losgelöst ist.

Das es im Kern nur darum geht, bestätigte der GDL-Bezirksleiter Berlin, Brandenburg, Sachsen gestern bei N24. Er wurde direkt gefragt ob die GDL die Streiks beenden würde, wenn die Forderung nach 31% mehr Lohn erfüllt werden würde, aber die Bahn der GDL keinen gesonderten Tarifvertrag zugesteht. Er antwortete mit "Nein" <--- schon harter Tobak

Ich für meinen Teil bin komplett dagegen, dass die Lokführer einen eigenständigen Tarifvertrag bekommen.

In erster Linie weil dies zu einer Schwächung des Unternehmens führen würde.

Wichtig ist aber auch die Frage nach der Solidarität unter den Arbeitnehmern der Bahn. Wenn auf einmal ein kleiner Teil der Angestellten den gesamten Konzern erpressen kann, dann führt dies dazu, dass wohl in Zukunft die Lokführer deutlich bessere Tarifabschlüsse bekommen als der Rest der Bahn Angestellten. Dies widerrum würde wohl zu einem Konkurenzdenken zwischen den Mitarbeitern führen.

Der Vergleich zum Marburger Bund oder auch der Pilotengewerkschaft Cockpit zieht in meinen Augen nicht. Denn bei Ärzten und Piloten handelt es sich um Berufsgruppen die eine vollkommen andere Ausbildung durchgemacht haben als z.B. das Pflegepersonal oder auch die Service Mitarbeiter an Bord eines Flugzeuges. Durch den deutlich anspruchsvolleren Ausbildungsweg ist es in meinen Augen gerechtfertigt diese Berufsgruppen mit einem besonderen Tarifvertrag zu bedenken.

Bei Lokführern ist dies anders, denn der Ausbildungsweg unterscheidet sich nur in Teilen von dem der übrigen Bahnmitarbeiter. http://www.bibb.de/de/ausbildungsprofil_15590.htm

Worum geht es der GDL eigentlich?

Um das Wohl ihrer Mitglieder?
Oder wollen Gewerkschaftsfunktionäre einfach nur mehr Macht?

Jace
26.10.2007, 16:15
Mehr Macht.

Aber wie man an England sieht, kann so eine Abspaltung dazu führen, dass auch andere Gruppierungen das gleiche machen und dann hat man keine starken Gewerkschaften mehr..

Adam_Smith
26.10.2007, 16:20
Für das Unternehmen würde dies dann auch bedeuten, dass man sich quasi ständig im Arbeitskampf befindet, da das Auslaufen von Tarifverträgen und die daraus resultierende Beendigung der Friedenspflicht zum Dauerzustand werden würde.

In diesem Zusammenhang finde ich es übrigens positiv, dass ALLE relevanten Parteien in Deutschland mit einer Stimme sprechen. Sogar Lafontaine hat ja seinen Unmut über das Verhalten der GDL geäußert.

keshkau
26.10.2007, 16:51
Ohne mich bisher groß mit dem Thema beschäftigt zu haben: Irgendwie finde ich es schon komisch, wenn man eine eigene Gewerkschaft hat, aber nicht mal einen eigenen Tarifvertrag. Wenn alle Mitarbeiter (z. B. alle Lokführer) ohnehin dieselben Bedingungen erhalten, dann kann man sich eine zweite Gewerkschaft (neben Transnet) sparen. Und dann ginge es um die Existenzberechtigung für die GDL.

Ob nun Piloten oder Ärzte eher ein Recht auf eigenständige Tarifverträge haben, ist fraglich. Wie läuft es denn z. B. bei der IG Metall oder in der Chemiebranche. Dort gibt es ebenfalls ein breites Spektrum an Qualifikationen und Tätigkeiten. Und trotzdem weiß ich dort nichts von separaten Verträgen für bestimmte Berufsgruppen. Vielleicht gibt es sie ja trotzdem, keine Ahnung.

Das Problem eines ständigen Arbeitskampfes sehe ich nicht, da man die Verträge so abschließen kann, dass sie alle mehr oder weniger zeitgleich auslaufen. Ob das für ein Unternehmen sinnvoll ist, hängt wohl vom Einzelfall ab. Wenn die Lokführer arbeiten und zugleich das übrige Personal streikt, so hilft das der Bahn wenig. Wenn alle zum gleichen Zeitpunkt anfangen zu streiken und es z. B. zuerst eine Einigung mit dem Begleitpersonal gibt, dann fahren immer noch keine Züge, bis auch der Tarifvertrag mit den Lokführern unter Dach und Fach ist.

smacked2
26.10.2007, 17:04
Ich hoffe dass die GDL am 2. November vor Gericht gewinnt und dann endlich auch Fern- und Güterverkehr bestreiken darf wodurch der Nahverkehr deutlich entlastet werden kann und wird und das in den Medien gegen den Streik strapazierte Agrument das der Streik "auf dem Rücken des kleinen Mannes" ausgetragen wird endgültig entkräftigt wird.

Und ansonsten haben die Lokführer meine volle Solidarität und ich bin auch Bahnfahrer. Aber wer gerade mal 1500 € netto verdient darf auch mal 30% fordern.

Die Bahn an die Börse, die Lokführer zum Sozialamt, so kann und darf es nicht sein!

Adam_Smith
26.10.2007, 20:02
@smacked2:

Du scheinst den Eingangspost nicht ausreichend genau gelesen zu haben. Es geht hier einzig und allein um die Frage ob es legitim ist, dass die GDL einen eigenständigen Tarifvertrag fordert. Wenn du dich zu dieser Thematik nicht äußern willst, dann bitte halte deine Off-Topic Aussagen zurück!

@keshkau:

Sicher ist es komisch, dass es in einem Unternehmen mehrere Gewerkschaften gibt. Aber die Bahn ist hier sicher kein Sonderfall. Ich denke, dass gerade bei der GDL, diese Entwicklung historisch bedingt ist. Die Gewerkschaft ist ja schon recht alt (die älteste Deutschlands) und damals war "Lokführer" auch noch ein eigenständiger Beruf. Aus Tradition wurde diese Gewerkschaft dann halt weiter bei behalten. Und da ich als Arbeitnehmer die Wahl hab welcher Gewerkschaft ich beitrete ist es nun mal so, dass im Konzern DB AG verschiedene Gewerkschaften vertreten sind.

Zudem gibt es ja z.B. verschiedene Tarifverträge die durch die GDL abgeschlossen werden. Die sehen auch nicht alle so aus wie die Tarifverträge bei der Bahn (Quelle (http://www.abendblatt.de/daten/2007/08/29/787825.html)).

Wenn jetzt 500 Bahnangestellte auf die Idee kommen bei Ver.di einzutreten, soll dann auch extra ein Tarifvertrag für die 500 Angestellten die bei Ver.di sind abgeschlossen werden?

Bei der Bahn sind viele Triebwagenführer (Lokführer) in der GDBA organisiert (ist ja nicht so, dass die GDL alle Lokführer vertritt). Sollen dann die GDBA Mitglieder mit dem aktuellen Tarif der DB AG bezahlt werden und die GDL Mitglieder dann nach dem neuen?
Dann treten auf einmal alle Lokführer bei der GDL ein und auf einmal muss die GDBA auch einen eigenen Tarifvertrag fordern um dem Mitgliederschwund entgegen zu wirken, ...

Der eigene Tarifvertrag für Lokführer würde zudem bedeuten, dass die Bahn extrem unter Druck gesetzt werden kann. Wie aktuell geschehen können 1700 Lokführer den ganzen Betrieb lahm legen und am Tag 10.000.000 Euro Schaden Verursachen. Das Schlimme an der ganzen Sache ist dann, dass die Bahn aber weiterhin die übrigen paar zehntausend Mitarbeiter bezahlen muss obwohl keine Züge fahren.

Nein die einzige Lösung kann in meinen Augen nur sein, dass in einem Betrieb ein Lohnsystem gilt! Dabei hat der Lokführer nicht mehr Geld verdient als andere Mitarbeiter mit seiner Ausbildung und seiner Verantwortung (wenn ein Mitarbeiter in der Instandhaltung einen Fehler macht, dann hat das auch gravierende Auswirkungen, wenn ein Mitarbeiter im Leitstand ein falsches Signal gibt, dann hat dies auch gravierende Auswirkungen).
Die Lokführer fordern jetzt aber das Krasse Gegenteil:
Sie wollen mehr Geld obwohl sie nicht mehr Arbeiten, keine höhere Ausbildung haben und auch nicht mehr Verantwortung tragen als diverse andere Mitarbeiter bei der Bahn.

Übrigens:

Den Vergleich mit Cockpit und dem Marburger Bund zog nicht ich. Ich wollte nur darauf hin weisen, dass Piloten und Ärzte eine deutlich andere Ausbildung haben. Und ein Pilot hat sicher eine deutlich höhere Verantwortung als eine Stewardess.

Der Optimalfall ist natürlich, wenn in einem Unternehmen auch ein Tarifsystem existiert. Von diesem Grundsatz sollte nur in extremen Ausnahmesituationen abgewichen werden.

/edit:

Nun wenn man denn mit den 3 Gewerkschaften bei der Bahn (GDL, GDBA und TRANSNET) drei unterschiedliche Tarifverträge abschließen will, dann braucht die Bahn entweder mehr Personal welches für die Verhandlungen eingesetzt werden kann (dazu ist ja nicht jeder Befugt) oder aber man führt die Verhandlungen zeitlich Versetzt, kommt also zwangsläufig dazu, dass der Verhandlungsprozess zu 3 Tarifverträgen länger dauert als wenn es nur um einen Tarifvertrag gehen würde.

keshkau
26.10.2007, 20:52
Du hast es bereits angesprochen: Wenn die GDL bessere Bedingungen bekommen sollte als die anderen Gewerkchsften, dann wechseln die Mitarbeiter dorthin. Deshalb sagte Mehdorn auch, dass ein höherer Abschluss bei der GDL an die übrigen Mitarbeiter in den anderen Gewerkschaften weitergegeben werden würde.

Es steht ja noch das Gerücht im Raum, dass sich die Bahn mit den relativ hochen Abschlüssen bei der Transnet zugleich die Zustimmung für die Privatisierungspläne erkauft haben soll. So viel ich weiß, hat sich die GDL bisher gegen eine Privatisierung ausgesprochen.

Leider bin ich an dieser Stelle nicht der geeignete Diskussionspartner, weil es mir im Grunde schnuope ist, wie die Bahn und die Gewerkschaften ihre Krise meistern. Es ist deren gemeinsames Problem und nicht meines. Das kann auch ruhig so bleiben ;-)

smacked2
26.10.2007, 22:31
@smacked2:
Du scheinst den Eingangspost nicht ausreichend genau gelesen zu haben. Es geht hier einzig und allein um die Frage ob es legitim ist, dass die GDL einen eigenständigen Tarifvertrag fordert. Wenn du dich zu dieser Thematik nicht äußern willst, dann bitte halte deine Off-Topic Aussagen zurück!


Hehe geschickt von dir nur den Teil des Problems zu thematisieren der am strittigsten ist und wo du sicherlich den meisten Zuspruch erhältst :lol

Dennoch sehe ich kein Problem darin das die GDL einen eigenen Tarifvertrag erhält, sicherlich ist das bei der Bahn alles etwas konfus, aber das was Transnet und GDBA haben kann man ja kaum als eigenständigen Tarifvertrag bezeichnen, dafür stehen diese "Gewerkschaften" viel zu sehr unter der Fuchtel des Bahnvorstands. Vielleicht wäre ein völlig neuer Tarifvertrag für alle drei Gewerkschaften auf der Basis der Forderungen der GDL das beste :)

Adam_Smith
27.10.2007, 09:24
Dass es der GDL um einen eigenen Tarifvertrag geht wurde von mir bereits im Einleitungspost belegt. Somit ist auch diese Fragestellung nicht der "strittigste" Punkt bei dieser Thematik sondern der einzige Punkt um den es sich dreht.

Wie bereits gesagt. Selbst mit 31% mehr Lohn und ohne eigenen Tarifvertrag würde die GDL die Streiks nicht einstellen. Für mich ist dies ein deutliches Anzeichen dafür wessen geistes Kind diese Forderungen doch sind.

th3o
27.10.2007, 11:07
@adam
was sind deine forderungen an die gdl? wie sollten sie sich verhalten?

Adam_Smith
27.10.2007, 12:30
Punkt 1.)

Anerkennen, dass der Beruf des "Eisenbahner im Betriebsdienst Fachrichtung Lokführer und Transport" eben keine besondere Stellung innerhalb des DB Konzerns verdient hat! Er ist nicht wichtiger oder unwichtiger als die anderen Eisenbahner im Betriebsdienst. Daraus ergibt sich auch ...

Punkt 2.)

... die Forderung nach einem eigenständigen Tarifvertrag sofort einzustellen.

Punkt 3.)

Egal wie man zu Punkt 1 und 2 steht, verlange ich von der GDL, dass sie an den Verhandlungstisch zurück kehrt! Es ist ein Unding, dass sich Gewerkschaftsbosse zu einer Kur begeben während sie ihre Mitglieder in den Arbeitskampf schicken!

Punkt 4.)

Wenn man denn schon eigene Tarifforderungen stellt, dann bitte auch nicht nur auf die Bahn schauen. Bei der AKN begnügt sich die GDL mit einer Forderung von 4,5% für die Lokführer. Dabei sind die Löhne für Lokführer bei der AKN noch deutlich geringer als bei der DB AG. Im Sinne der Gerechtigkeit wäre es wohl weitaus angebrachter dort höhere Forderungen zu stellen!

Punkt 5.)

Es kann bei Tarifverhandlungen nicht um die Wünsche Einzelner gehen (denn genau deswegen gibt es ja Tariflohnsysteme, damit nicht jeder alleine seinen Lohn verhandeln muss). Wenn also die überwiegende Mehrheit der Bahnangestellten mit dem neuen Tarifvertrag (4,5% mehr Lohn) zu frieden ist, dann haben sich die übrigen diesem Wunsch zu beugen.
Wenn denn dann einige wenige meinen, dass ihre Arbeit mehr Wert ist als die der übrigen Mitarbeiter, dann sollen sie direkt mit dem Arbeitgeber ihren Lohn verhandeln (wohlgemerkt ohne Ausnutzung des Streikrechts).

th3o
27.10.2007, 12:52
Ok, die Punkte 4 und 5 bilden für mich nochmal einen Extrabereich.
Die Punkte 1-3 sind aus Sicht eines Systembefürworters (der du ja nun mal bist, also ist das keine Polemik von mir) gut nachvollziehbar bzw. verständlich, dass das gefordert wird von dir.
Meine Frage dann weiter: Wie erreicht man denn das was du in den Punkten 1-3 forderst?

smacked2
27.10.2007, 13:30
Punkt 1-3 sind einfach nur dem Bahnvorstand nachgeplappert aber imho recht haltlos.

1) Auch wenn Adam den Berufstand schlechtredest leisten die Loführer harte Arbeit für viel zu wenig Geld. Natürlich auch die von GDBA und Transnet. Wenn die sich allerdings auf Knebelverträge mit der Bahn einlassen ist das deren Pech und deligitimiert nicht die Forderungen der GDL.

2) Warum?

3) Ich finde den Kurs den die GDL fährt sehr gut und solange die Bahn kein Angebot vorlegt und schon geleistetet Überstunden schneller zu bezahlen ist kein Angebot braucht die GDL auch nicht an den "Verhandlungstisch" zurückkehren. Und immer so zu tun als wäre die GDL der alleinige Blockierer und nicht der Bahnvorstand ist nur Meinungsmache von Seiten der Bahn und teilweise auch den Medien. Und es funktioniert ja wie man hier sieht ;)

Adam_Smith
27.10.2007, 19:04
@th3o:

Wie erreicht man denn das was du in den Punkten 1-3 forderst?

Habe ich nicht genau dies schon geschrieben? Was willst du jetzt von mir hören?!
Die GDL hört auf Forderungen nach einem eigenen Tarifvertrag zu stellen und setzt sich wieder an den Verhandlungstisch. Dazu muss man sich nur in ein Auto setzen, zum Verhandlungsort fahren, das Auto verlassen, zu Fuß bis zum Verhandlungstisch gehen und sich auf den dort bereit gestellten Stuhl setzen.
Oder was wolltest du nun von mir hören?!

@smacked2:

Wo habe ich denn bitte den Beruf des Lokführers schlechtgeredet?! Habe lediglich festgestellt, dass sie weder eine bessere Ausbildung haben als normale Bahner im Betriebsdienst, dass sie auch nicht mehr Verantwortung tragen und dass ihre Arbeitszeiten sich auch nicht von denen der übrigen Bahner unterscheiden... Warum also

Ok kommen wir jetzt zu den "Knebelverträgen der Bahn" ...
Wenn man schon so plakative Aussagen trifft, sollte man natürlich wissen, wovon man redet. Die GDL zum Beispiel fordert beim Bahnkonkurenten AKN nur eine Lohnsteigerung von 4,5%. Doch dort sind die Einkommen der Lokführer weitaus geringer als bei der Bahn.
Wieso also gibt sich die GDL bei den weitaus schlimmeren Zuständen mit geringeren Vorderungen zufrieden?

Der Lokführer bei der Bahn verdient dort das höchste Gehalt welches man mit dieser Berufswahl erzielen kann. Auch ist sein Gehalt über dem Bundesdurchschnitt der Einkommen. Von Knebelverträgen kann also keine Rede sein.

Des weiteren ist das aktuelle Angebot der Bahn ein deutlicher Schritt nach vorne. Die Angebotenen 10% (ja ich weis dafür müssen sie dann 2 Wochen mehr in der Woche arbeiten) sind weit mehr als ein Inflationsausgleich. Es ist doch wohl klar, dass die Bahn die 10% Reallohnverlust in den letzten 10 Jahren nicht innerhalb eines Jahres wieder ausgleichen kann ...

Und immer so zu tun als wäre die GDL der alleinige Blockierer und nicht der Bahnvorstand ist nur Meinungsmache von Seiten der Bahn und teilweise auch den Medien.

Doch genau das sind sie. Die Bahn hat Angebote gemacht. Ziel einer Verhandlung ist es nicht dieses Angebot ohne weitere Forderungen an zu nehmen! Aber wenn die Verhandlungen seitens der GDL einzig über die Presse geführt werden, dann kann man nicht zu Ergebnissen kommen.
Und es sollte auch klar sein, dass beide Verhandlungspartner sich bewegen müssen! Dass die GDL seid Monaten auf ihren überzogenen Forderungen (31%) fest hält ist im Sinne einer Verhandlung absolut nicht dienlich!


@Topic:

Das Paradoxe an der ganzen Thematik ist, dass die GDL das aktuelle Bahnangebot ja vermutlich sogar annehmen würde, wenn sie einen eigenen Tarifvertrag bekäme.
Ein Angebot von 31% mehr Lohn würde sie aber ausschlagen, wenn die Bedingung mit dem eigenen Tarifvertrag nicht erfüllt werden würde.
Kann dies im Sinne der Arbeitnehmer sein?!

smacked2
27.10.2007, 19:38
Ok kommen wir jetzt zu den "Knebelverträgen der Bahn" ...
Wenn man schon so plakative Aussagen trifft, sollte man natürlich wissen, wovon man redet. Die GDL zum Beispiel fordert beim Bahnkonkurenten AKN nur eine Lohnsteigerung von 4,5%. Doch dort sind die Einkommen der Lokführer weitaus geringer als bei der Bahn.
Wieso also gibt sich die GDL bei den weitaus schlimmeren Zuständen mit geringeren Vorderungen zufrieden?

Der Lokführer bei der Bahn verdient dort das höchste Gehalt welches man mit dieser Berufswahl erzielen kann. Auch ist sein Gehalt über dem Bundesdurchschnitt der Einkommen. Von Knebelverträgen kann also keine Rede sein.


Bei der Formulierung "Knebelverträge" bezog ich mich auf die Gewerkschaften GDBA und Transnet die sehr abhängig vom Bahnvorstand sind. Die restlichen Forderungen der GDL, die du aufführst, sind mir nicht bekannt, hast du dafür Belege in Form von Quellen?

Adam_Smith
27.10.2007, 19:50
http://www.abendblatt.de/daten/2007/08/29/787825.html

http://finanzen.alice.aol.de/Wirtschaft/Lokfuehrer-verdienen-ueber-Durchschnitt-Welt_Wirtschaft_1294829-0.html

th3o
28.10.2007, 01:24
Die GDL hört auf Forderungen nach einem eigenen Tarifvertrag zu stellen und setzt sich wieder an den Verhandlungstisch. Dazu muss man sich nur in ein Auto setzen, zum Verhandlungsort fahren, das Auto verlassen, zu Fuß bis zum Verhandlungstisch gehen und sich auf den dort bereit gestellten Stuhl setzen.
Oder was wolltest du nun von mir hören?!

ich wollte deinen vorschlag hören wie man erreicht, dass die gdl aufhört diese forderungen nach einem eigenen tarifvertrag zu stellen und wie man deiner meinung nach verfahren sollte damit die zu einem verhandlungsort fahren :).
anders gesagt: wie willst du ihnen ihre einstellung/meinung/ansicht austreiben? was könnte man "dagegen" tun?

Adam_Smith
28.10.2007, 02:55
Nichts kann man dagegen tun. Die Gewerkschaftsbosse wittern ihre Chance nach mehr Macht. Diese Flausen wird ihnen wohl nur eine Harte DB AG und möglichst viel Druck vom Volk austreiben können.

Das oben erwähnte Interview bei N24 zeigte deutlich wie schnell der GDL die Argumente ausgehen, wenn ihr mal etwas auf den Zahn gefühlt wird...

xXstrikerXx
28.10.2007, 10:35
@Adam_Smith:
wenn ich moderator wäre würde ich diesen thread dicht machen. und das hat folgenden grund:

du eröffnest einen thread mit der absicht, nur einen ganz bestimmen teil des eigentlichen problems zu diskutieren, in dem du sicherlich zustimmung bekommen würdest. und dann bist du sogar so unfreundlich und willst erweiterte darstellungen einfach als nicht zulässig hier praktisch nicht gelten lassen. das kann ich auch!

in diesem fall: danke an smacked2, der die sinnlosigkeit dieses threads erkannt hat. mein respekt das er mit dir überhaupt noch diskutiert. ich hätte es eigentlich nicht mehr getan.

damit mein post nicht komplett im offtopiv versauert, nochmal meine meinung:

durch deine sehr sehr hefitige haltung gegenüber der ausbildung des lokführers, die deiner meinung nach absolut "minderwertig" ist übersiehst du den entscheidensten punkt: die verantwortung. du hast absolut keine ahnung, was denen blüht, wenn was schief geht. genauso ist es bei piloten. und vergleich mal, was die im gegensatz verdienen!

und sag mal, hast du dir in diesem zusammenhang eigentlich mal gedanken gemacht, wieviel lächerliche 1500€ in diesem zusammenhang sind? garnichts. null. insofern ist die forderung der GDL in keinerweise überhöht.

und was laberst du hier eigentlich die ganze zeit? wenn du eine vorgefertigte meinung hast, die sowieso nicht mehr zu ändern ist, dann hat das ganze hier keinen sinn. und deine aussagen mit
Flausen wird ihnen wohl nur eine Harte DB AG und möglichst viel Druck vom Volk austreiben können.

man, weißt du wie sehr das nach braunem gedankengut stinkt?

nurmal so nebenbei: wenn du sagst, dass die GDL nicht alle lokführer beinhaltet: ja nicht alle, aber immerhin 80%. imho ist es also am leichtesten über die gewerkschaft einzusteigen, die die meisten mitglieder besitzt.

und nein, der tarifkampf ist nicht das streben nach mehr macht, sondern nach ein bisschen mehr verhltismäßigkeit. und die forderungen der GDL sind nun wirklich nicht überzogen. vor allem sollte man auch bedenken, dass wenn man 31% fordert es nicht unbedingt 31% werden müssen.

wenn das deine meinung als wahrscheinlich geprellter bahnkunde ist, dass die lokführer, die dafür gesorgt haben dass du durch wiederholtes zuspät kommen was vom lohn abgezogen bekommst, auch dafür bluten sollen, dann bitte. dann hab ich aber keine lust mit dir zu diskutieren.

um nocheinmal zu deiner eigentlichen frage zurückzukommen: was will die GDL eigentlich?

was man festhalten kann ist, dass es in deutschland immernoch so ist, dass ein kleiner teil der gesellschaft vom größeren teil der gesellschaft profitiert. und das darf nicht so bleiben. stichwort: beteiligung der mitarbeiter an den unternehmen. porsche hat das letztens gemacht, ne fette einmalzahlung von 5200€ an jeden mitarbeiter. und der bahn geht es ja auch nicht wirklich schlecht. dass sie im gegensatz zur straße noch einen gravierenden nachteil hat ist ne andere geschichte.
also, kommt die GDL mit ihrem arbeitskampf durch, dann ist die chance groß, dass auch andere gewerkschaften endlich mal wieder ein bisschen mehr dampf machen. um einen prestigesieg geht es, um mehr nicht. ich wette das wenn das verlangen nach einem eigenen tarifvertrag umgesetzt wurde sich die GDL auch mit 4,5% mehr lohn zufriedengeben werden würde.

insofern kann man die entscheidung, ob auch der fernverkehr bestreikt werden darf, als schicksalsentscheidung interpretieren. gewinnt die GDL wird die bahn wohl oder übel einlenken müssen. gewinnt die bahn wird der GDL schnell die puste ausgehen.

so long and greetz

p.s.: und behalte das braune gedankengut bitte für dich. ich will es hier nicht sehen.

Adam_Smith
28.10.2007, 11:20
durch deine sehr sehr hefitige haltung gegenüber der ausbildung des lokführers, die deiner meinung nach absolut "minderwertig"

Du erwartest, dass ich mich nach meiner derartigen Unterstellung ernsthaft mit deinem Beitrag auseinander setze?

Alles was ich tat, war herauszuarbeiten, dass der Lokführer nun mal nichts anderes ist als ein Eisenbahner im Betriebsdienst mit Fachrichtung Lokführer und Transport. Als solcher durchläuft er in den ersten 3 Jahren nahezu die selbe Ausbildung wie die übrigen Bahner im Betriebsdienst.

In einer späteren Qualifikation wird er dann auf ein Zugmuster ausgebildet, welches er dann fahren darf. Genau so wird aber auch der Eisenbahner im Betriebsdienst Fachrichtung Fahrweg weiter qualifiziert um den Anforderungen seiner Tätigkeit gerecht zu werden.

Wenn oben genannter Eisenbahner im Betriebsdienst Fachrichtung Fahrweg eine Weiche falsch stellt, oder falsche Signale stellt, dann kann dies auch zum Tod von Menschen führen. Er ist also ebenso für die Sicherheit der Fahrgäste verantwortlich wie der Lokführer selbst.

Auch die Verantwortung eines Bediensteten in der Wartung ist nicht geringer. Werden Schäden an sicherheitsrelevanten Teilen nicht erkann, so kann auch dieser Fehler die Sicherheit der Fahrgäste massiv gefährden.

Alles was ich also tat ist darauf hin zu weisen, dass der Lokführer im Vergleich zu vielen anderen Bahnangestellten nichts besonderes ist. Wer hier eine "Herabwürdigung" des Berufes des Lokführers erkennen will, der muss schon voreingenommen an die von mir gemachten Aussagen heran gehen.

Ich sage: Jeder der versucht den Beruf des Lokführers gegenüber den anderen Verantwortungsvollen Berufen bei der Bahn hervor zu heben, der würdigt die übrigen Berufsgruppen bei der Bahn massiv herab. Denk mal drüber nach!

du hast absolut keine ahnung, was denen blüht, wenn was schief geht. genauso ist es bei piloten. und vergleich mal, was die im gegensatz verdienen!

Oha jetzt wird es ja noch besser...

Ich weis zufälllig über die Aufgaben und die Verantwortung eines Piloten sehr gut bescheid. Und lass dir sagen, dass die Komplexität dieser beiden Berufe in keiner Weise miteinander vergleichbar ist. Auch das Maß der eigenständigen Entscheidungsfindung ist bei einem Piloten weitaus höher als bei einem Lokführer. Zudem die komplexere und teurere Ausbildung ...
Man man, wenn man schon Vergleicht, dann bitte richtig!

und sag mal, hast du dir in diesem zusammenhang eigentlich mal gedanken gemacht, wieviel lächerliche 1500€ in diesem zusammenhang sind?

Habe niemals gesagt, dass ich es gut finde, dass ein Eisenbahner im Betriebsdienst ein derartiges Einkommen hat. Allerdings bilden sich Einkommen als Resultat aus Qualifikationsanforderungen, Nachfrage nach Arbeitnehmern, ... und diversen anderen Faktoren. Der Lokführer hat sicher keinen höheren Ausbildungsstand als eine Krankenschwester und sicher auch nicht mehr Verantwortung. Beide können Fehler machen die den Tod von Menschen verursachen. Beide sind aber in erster Linie Menschen die Anweisungen umsetzten (der Lokführer bekommt jeden seiner Schritte durch Signale vorgegeben die er lediglich befolgen muss). Ein Rettungsassistent muss sicher mehr eigenständige Entscheidungen treffen an denen direkt das Leben eines Menschen hängt. Frag mal einen Rettungsassistenten ob er mehr Geld bekommt als ein Lokführer ...

Somit sollte man Gehälter immer etwas in Relation sehen. Und wer die Verantwortung eines Lokführers vorschiebt, der sollte sich mal fragen was andere Berufsgruppen mit teils weitaus höherer Verantwortung so bekommen!

man, weißt du wie sehr das nach braunem gedankengut stinkt?

An diesem Punkt höre ich dann auf mich mit deinen geistigen Ergüssen zu befassen. Niveaulos und keiner weiteren Diskussion würdig!

Der Rest deiner Ausführungen ist dann voller Unterstellungen (meine letzte Bahnfahrt ist ca. 5 Monate her) und voller Aussagen die zeigen, dass du den Kern dieser Diskussion und meiner Ausführungen nicht einmal im Ansatz verstanden hast...

/edit:

Übrigens Interessant, dass du selbst mir ja Recht gibst ... du sagst selbst, dass die GDL geringere Tarifabschlüsse in Kauf nehmen würde um einen eigenständigen Tarifvertrag innerhalb des Tarifgeflechtes der DB AG zu bekommen. Wohlgemerkt würde sie auch geringere Abschlüsse in Kauf nehmen als die, die sie ohne eigenen Tarifvertrag bekommen würde.
Damit bestätigst du selbst ja schon, dass ich mit der Reduzierung des Themas auf genau diese Frage durchaus richtig liege...

Benjamin_L
28.10.2007, 11:26
Ich mag nicht nochmal alles wiederholen, ich schließe mich dem von xXstrikerXx an und sympathisiere voll und ganz mit den Lokführern. Aber die Medien tun ihren Teil diese Berufsgruppe in der Öffentlichkeit schlecht zu reden.

Adam_Smith
28.10.2007, 11:29
Warum ist denn deiner Meinung nach der Job des Lokführers Verantwortungsvoller als der Job des Signalgebers oder der des Wartungsbediensteten.

Das größte Zugunglück in Deutschland war Resultat eines Wartungsfehlers ... denk mal drüber nach ...

Benjamin_L
28.10.2007, 11:42
Wir könnten es auch mit anderen Leuten vergleichen, die noch weniger verdienen, aber das macht doch keinen Sinn, denn dann würde bald niemand mehr was verdienen, wenn man nur den passenden Vergleich sucht.

Und wenn die Wartungsbediensteten streiken, haben sie auch meine volle Unterstützung, wo ist also das Problem?

Adam_Smith
28.10.2007, 11:54
Das Problem ist, dass die Lokführergewerkschaft nicht mit der Forderung nach mehr Einkommen ins Felde zieht sondern unter dem Deckmantel einer höheren Lohnforderung einen eigenen Tarifvertrag fordert.
Bereits im Eingangsbeitrag habe ich ganz klar heraus gearbeitet, dass dies, nach eingener Aussage eines hohen GDL Funktionärs, dass erklärte Ziel der GDL ist.

Selbst wenn sie 31% mehr bekommen würde, würde man das Angebot nicht annehmen, wenn man dazu nicht den eigenen Tarifvertrag bekommen würde. Auf der anderen Seite würde man sich aber mit gerigeren Lohnsteigerungen zufrieden geben, wenn man dafür einen eigenen Tarifvertrag bekommt.

Es ist also Ziel der GDL die Lokführer aus der Solidargemeinschaft der DB AG Mitarbeiter heraus zu spalten. Begründet wird dies unter Anderem mit der besonderen Verantwortung der Lokführer. Also ist es legitim zu hinterfragen, ob der Lokführer wirklich mehr Verantwortung trägt als die übrigen Bahn Mitarbeiter, denn nur dann wäre dies Argument der GDL ja zulässig.

Ich möchte dich bitten, wenn du denn antworten willst, auf den fett markierten Textteil ein zu gehen, denn genau auf diesen Widerspruch will ich ja hier in diesem Thread eingehen.

smacked2
28.10.2007, 12:52
schließe mich auch dem Posting von Striker 100%-ig an

und ich sehe immer noch nicht was schlecht sein soll an einem eigenen tarifvertrag, meinentwegen auch neue verträge für GDBA und Transnet auf der Basis desselbigen... der einzige der da wohl was gegen hätte ist der Bahnvorstand der um den Gewinn fürchtet :D

und auch was benjamin sagt man wird immer jemanden finden der noch weniger verdient dies kann keine argumentationsgrundlage sein

und der Rest von #24 sind haltlose Unterstellungen, mehr nicht
natürlich weiss ich auch nicht was die GDL Chefs denken, das maße ich mir nicht an, und bin überrascht dass Adam das so genau zu wissen scheint :)
man kann also nur von den erklärten Zielen ausgehen und diese diskutieren, alles andere ist pure Spekulation

... oder hat hier wer ne Kristallkugel? ;)

Adam_Smith
28.10.2007, 13:16
Nein hier verfolgt jemand einfach das Tagesgeschehen in den Medien. Und dabei nicht einseitige Presseberichte sondern ungeschnittene Interviews. Bereits im Eigangsbeitrag verwies ich auf die Quelle meiner Informationen. Wenn du nicht dazu in der Lage bist diese Quellen zu überprüfen ist dies dein Problem.

Nochmal für dich zum Nachlesen: N24 Studio Friedman mit dem GDL GDL-Bezirksleiter Berlin, Brandenburg, Sachsen. Bereits im Eingangspost führte ich die Frage des Moderators und die darauf folgende Antwort des GDL Funktionärs an.

An einer anderen Stelle der Sendung sagte eben jener GDL Funktionär, dass allen klar sein sollte, dass die 31% eine Verhandlungsbasis seien und dass man sich am Ende vermutlich bei geringeren Beträgen einigen würde.

Und diese beiden Aussagen zusammen zu fassen muss man wohl wahrlich nicht in der Kristallkugel lesen...

Es ist erklärtes Ziel der GDL einen eigenständigen Tarifvertrag zu bekommen. Das dies eine "muss" und keine "kann" Bedingung ist, wurde in der oben genannten Sendung klar heraus gearbeitet. Ferner wurde ganz klar deutlich, dass man sich diesen eigenständigen Tarifvertrag zur Not zu Lasten der Höhe der Lohnsteigerungen erkaufen würde.

Wenn du dich selbst nicht ausreichend Informierst, dann ist dies dein Problem!
Du solltest aber nicht den Fehler machen anderen "Hellseherei" zu unterstellen nur weil du nicht ausreichend informiert bist!

smacked2
28.10.2007, 13:33
lach du hast mich total falsch verstanden
deine Verweis auf diese "Quellen" hab ich gesehen ich hab aber nie angezweifelt das die GDL einen eigenständigen Tarifvertrag will

und ich sehe immer noch nicht was schlecht sein soll an einem eigenen tarifvertrag, meinentwegen auch neue verträge für GDBA und Transnet auf der Basis desselbigen... der einzige der da wohl was gegen hätte ist der Bahnvorstand der um den Gewinn fürchtet

Adam_Smith
28.10.2007, 13:49
Wenn du doch angeblich meine Quellen schon kanntest, wie kommst du dann dazu mir bloße Vermutung zu unterstellen?!

Da ich bereits im Eingangsbeitrag meine Argumente lieferte warum die Lokführer der DB AG keinen eigenständigen Tarifvertrag bekommen sollten kann ich deine Aussage "weis nicht was dagegen sprechen sollte" nicht beantworten ohne bereits Gesagtes zu widerholen...

xXstrikerXx
28.10.2007, 14:36
@Adam_Smith:

auf der einen seite sagst du, du diskutierst nicht mit mir, auf der anderen seite nimmst du einige gedanken aus meinem post auf :)
hätte eigentlich garnicht erwartet, dass dir diese diskussion am herzen liegt. deswegen will auch ich noch ein bisschen was beisteuern:

Damit bestätigst du selbst ja schon, dass ich mit der Reduzierung des Themas auf genau diese Frage durchaus richtig liege...

falsch! das ist DEINE interpretation dieser geschichte!
fangen wir nochmal an:
im eingangspost sagst du, es soll eine diskussion darum sein, ob es richtig ist, dass die GDL einen eigenständigen tarifvertrag innerhalb der deutschen bahn AG bekommt. daraufhin habe ich meine antwort geschrieben, die ein eindeutiges "ja" enthielt. ja, die GDL soll einen eigenständigen tarifvertrag bekommen.
das heißt aber nicht, dass die diskussion um die sinnigkeit eines solchen tarifvertrages nur auf den tarifvertrag reduziert werden kann. denn dieser eigenständige tarifvertrag wäre praktisch ein präzedenzfall. die auswirkungen wären gewaltig.
ansonsten musst du mir nochmal erklären, wass du mit "reduzierung des themas auf die frage" meinst. weil das passt in bezug auf deine ausgangsfrage nicht ganz. dort stellst du die frage nach der sinnigkeit des tarifvertrages. auf welche frage reduzierst du denn jetzt eigentlich? auf die aus dem eingangspost habe ich dir bereits meine antwort gegeben.

so long and greetz

btw:
(meine letzte Bahnfahrt ist ca. 5 Monate her)

das diese antwort kam war klar :) du distanzierst dich sehr von der bahn und verallgemeinerst in deinen postings sehr. allerdings wollte ich dich etwas provozierend auf diese antwort hinleiten, um dir folgende frage zu stellen: warum interssiert dich das dann bei der bahn? war der vorfall bei der bahn einfach nur ein auslöser, weil du ein bestimmtes problem hast?
wenn ja, dann würde ich vorschlagen du versuchst dein problem, was wir hier mit dir diskutieren sollen ein bisschen allgemeiner zu formulieren. denn so langsam geht uns hier eigentlich der stoff aus, um den wir hier diskutieren sollen. deine eingangsfrage ist hier schon mehrfach beantwortet worden. so wie ich gezählt habe sind drei für einen eigenen tarifvertrag und zwei dagegen.

würde mich sehr freuen wenn wir diese diskussion wieder auf ziel gerichtet bekommen. bin jetzt leider erstmal weg, schau später aber nochmal rein.

smacked2
28.10.2007, 15:31
Da ich bereits im Eingangsbeitrag meine Argumente lieferte warum die Lokführer der DB AG keinen eigenständigen Tarifvertrag bekommen sollten kann ich deine Aussage "weis nicht was dagegen sprechen sollte" nicht beantworten ohne bereits Gesagtes zu widerholen...

Stimmt aber ich bitte nicht darum. Deine Meinung ist für mich nicht schlüssig und du musst daher auch nicht weiter versuchen mich zu überzeugen sondern einfach akzeptieren das ich und andere hier einfach eine andere Meinung zu diesem Thema haben. Auch wenns schwerfällt ;)

Adam_Smith
28.10.2007, 16:45
Was nun die Aussage über die Reduzierung des Themas auf die Kernfrage (nämlich die ob es legitim ist, dass die GDL die Lokführer aus der Solidargemeinschaft der Bahnbediensteten heraus reißen will) angeht so habe ich mich dazu schon mehrfach geäußert.

Beispielsweise hätte die hervorgehobene Textpassage in Post #24 genug Ansatz zu einer sachlichen und inhaltlichen Diskussion gegeben.

Wenn du nicht in der Lage dazu bist inhaltlich auf meine Diskussionsansätze einzugehen und mir statt dessen lieber "braunes Gedankengut" unterstellst, dann brauche ich die Diskussion mit dir nicht weiter auszuführen.

Des weiteren würde ich dich bitten dein Off Topic gequatsche mit smacked2 über PM weiter zu betreiben.

/edit:

Um deinen abstrusen Vermutungen über die Intention meiner Beiträge mal etwas den Wind aus den Segeln zu nehmen möchte ich nocheinmal darauf hinweisen, dass der Bahnstreik ein Thema ist, welches ganz Deutschland beschäftigt. Allein die wirtschaftlichen Folgen sind schon Anlass genug dieses Thema nicht nur als Problem zwischen zwei Sozialpartnern sondern als Problem für ganz Deutschland zu betrachten.
Wo nun in meinen Beiträgen mangelnde Differnzierung zu erkennen ist, kannst du ja auf sachlicher Ebene gerne mal näher erläutern. Die Frage stellt sich in wie fern denn beispielsweise Vergleiche mit Piloten nicht weitaus weniger differenzierend sind.

th3o
28.10.2007, 17:03
Ich denke, was striker sagen wollte, kann er auch selbst sagen :D aber nichtsdestotrotz möchte ich mich ihm anschließen indem ich es nochmal zusammenfasse und damit auch meine Ansicht da einfließen lasse.
Mir zumindest will es dünken, dass du diesen Thread aufgemacht hast um eine bestimmte politische Position zu vertreten, die weit über diesen Streik hinausgeht. Wer dich in diesem Forum länger kennt (also auch vor deiner Namensänderung), weiß was ich meine. Das ist per se auch überhaupt nicht schlimm, bloß schade ist, dass du das nicht einfach offen aussprichst.

Das Thema vom Streik wurde meines Erachtens jetzt genug plattgewalzt und es sind ohnehin nur wieder die klassischen Positionen bezogen worden, die auch in anderen Threads bezogen wurden.
Da frage ich mich dann warum du per übermäßigem Gebrauch von "!" und "?!" die auf eindeutige Erregung hinweisen, dennoch nicht davon ablassen willst, dass andere einfach andere Meinungen vertreten und dass es einfach Punkte gibt wo man wirklich mal lernen muss zu sagen: "Ok, bis hierhin geht die Diskussion und nicht weiter." Dein Wahn zur Lösungsfindung mutet teilweise wirklich krank an. Und das ist nicht mal beleidigend von mir gemeint (das maße ich mir einfach nicht an) sondern stellt nur das, in unzähligen Threads bereits zu beobachtende objektive Faktum dar.

Adam_Smith
28.10.2007, 17:13
Könntet ihr eure Aussagen bezüglich des Diskussionsstils bitte irgendwo anders hin verlagern? Wenn ihr inhaltlich nichts zu sagen habt, dann schweigt still. Hier ist Erregung durchaus angebracht, denn der Thread verkommt, was definiv nicht daran liegt, dass ich als Threadersteller nicht bemüht wäre alle inhaltlichen Aspekte dieses Themas zu verarbeiten.
Das ihr nicht darauf eingehen könnt oder wollt ist nicht mein Problem.

Das bei politischen Diskussionen immer die politische Grudüberzeugung mitschwingt ist wohl durch die Natur dieser Diskussionen bedingt, kann also auch nicht Thema dieses Threads sein.

Was alles andere angeht, so ging ich bereits darauf ein, dass es durchaus legitim ist in Zeiten wirtschaftlichen Wachstums eine Wiedergutmachung für die Opfer in Zeiten wirtschaftlicher Stagnation zu fordern. Allerdings habe ich auch klar gemacht, dass man diese Opfer (10% Reallohnverlust) meiner Meinung nach nicht innerhalb von einem Jahr wieder gut machen kann.

Wie ich aber bereits sagte ist dies, und da gebe ich nur die Aussagen der GDL selbst wieder, ja nicht eigentliches Ziel der GDL...

Also werdet inhaltlich und haltet euch mit Beiträgen bezüglich der Einschränkung des Themas zurück. Passt euch diese Einschränkung nicht, dann zwingt euch keiner in diesem Thread Stellung zu beziehen.

xXstrikerXx
28.10.2007, 17:22
nungut, ich denke wenn du so auf inhalt bestehst dann wird hier keiner mehr was posten. die frage ist geklärt, die stellungen klar, die diskussion beendet. eigentlich könnte ein mod hier dicht machen.

und übrigens: eine diskussion ist nicht wegen den anderen postern zustande gekommen, sondern weil der eingangspost schon eine gewisse grundtendenz enthielt.

ich sage damit ganz offiziell das ich mich so aus dieser "diskussion" zurückziehe, solange es nichts zu diskutieren gibt.

so long and greetz

pcw
29.10.2007, 17:13
Eh Adam, sorry wenn ich das jetzt sag, aber du könntest ein bisschen höflicher und weniger aufbrausend sein. Wäre zumindest besser, wenn du andere von deinem Standpunkt überzeugen willst...

Und außerdem könntest du mir ein paar Fragen beantworten:
Was hindert die Bahn daran, mit der GDL einen "eigenständigen" Tarifvertrag abzuschließen und die Tarifverträge mit den anderen Gewerkschaften an den mit der GDL abgeschlossenen anzugleichen? Hast du nicht geschrieben, dass sie das eh machen wollten? Oder was ist jetzt diese ominöse "Eigenständigkeit" eines Tarifvertrags?

Ich mein, dann verhandeln sie halt 2mal. Aber wenn ich als Bahn-Vorstand der GDL eins auswischen wollte, würd ich mit denen jetzt irgendwas eigenständiges abschließen und dann den anderen Gewerkschaften sagen "ihr könnt den GDL-Abschluss +X% haben".

Das würde die GDL ziemlich dämlic hdahstehn lassen und dürfte ihrer Mitgliederzahl auch ned gut tun. Außerdem sollten sich die Gewerkschaften damit das nächste mal überlegen, ob sie wirklich was eigenständiges wollen.

Und außerdem muss ich jetzt nochwas zu deiner Haltung sagen, laut der ein ausgebildeter Bahnmitarbeiter ein ausgebildeter Bahnmitarbeiter und nichts anderes ist und unbeachtet seines Einsatzfeldes als ausgebildeter Bahnmitarbeiter zu bezahlen sei.

Ehm ein ausgebildeter Programmierer ist ein ausgebildeter Programmierer. Aber jemand, der Software für den Betrieb eines AKW schreibt wird trotzdem anders bezahlt als jemand der Webseiten erstellt.

Und natürlich können durch den Fehler beim Weichen stellen genauso Leute sterben wie wenn der Lokführer versagt. Aber es ist nunmal so, dass der Hansel im Stellwerk ned frontal in einen anderen Zug rast, wenn er ne Weiche falsch stellt. Den Lokführer kostet das das Leben. (Beide Fehler)
Der Typ im Stellwerk wird auch nie einem auf dem Bahnübergang abgestellten PKW begegnen oder ein auf den Gleisen spielendes Kind an der frontscheibe hochspritzen sehen, wen nder Zug drüberfährt. Für einen Zugführer stellen beide Situationen eine außergewöhnliche psychische Belastung da. Nicht umsonst müssen viele Lokführer nach solchen Ereignissen langfristig psychologisch betreut werden und sind unter Umständen auf Dauer berufsunfähig.

Außerdem hat im Stellerwerk jeder feste Arbeitszeiten, die nicht variiren je nachdem, wie groß die Verspätung des Zuges ist, den man übernehmen soll.Das fürt nach meiner Rechnung zu folgendem Ergebnis:
Von 4 angesprochnenen Problemen trifft die Hälfte auf das Servicepersonal im Zug zu (davon eine nur bedingt). Ebenso treffen von diesen 4 Punkten nur 2 auf Personal im Stellerwerk zu (eine davon bedingt). Auf Zugführer treffen aber alle 4 voll zu.

Jetzt die Frage an dich: Warum sollte irgendwer Zugführer sein wollen, wenn er im gleichen Betrib für eine andere Tätigkeit mit weniger Risiken genau das gleiche bekommen kann?

Adam_Smith
29.10.2007, 17:51
Hast du nicht geschrieben, dass sie das eh machen wollten? Oder was ist jetzt diese ominöse "Eigenständigkeit" eines Tarifvertrags?

Die Bahn hat klar gestellt, dass man den übrigen Bahnmitarbeitern die selben Lohnerhöhungen zahlen würde wie sie die GDL bekommt. Also ist aus Sicht der Arbeitnehmer der eigenständige Tarifvertrag eh über, denn die Angleichung erfolgt ja eh und zwischen GDL und TRANSNET / GDBA Tarifvertrag bestehen keine Unterschiede.

Die Bahn fürchtet aber, dass der eigene Tarifvertrag für die GDL eine negative Signalwirkung haben kann. Denn der "Lokführertarif" könnte dazu führen, dass auf einmal auch andere Berufsgruppen auf die Idee kommen eigenständige Tarifverträge zu fordern. Wenn es dann innerhalb der Bahn ein Tarifgeflecht mit 10 verschiedenen Tarifverträgen gibt, dann würde dies sicher nicht zum Wohle des Unternehmens führen. Der Belegschaft wird es wohl letztendlich auch nicht dienen. (Geringere Macht der einzelnen Interessenvertretungen, Konkurenzdenken unterhalb der Interessenvertretungen, ...)

Wie bereits gesagt, ich bin der Überzeugung, dass es in einem Unternehmen einen Einheitlichen Tarifvertrag geben sollte...

Wenn ich mir vorstelle, dass unser Betriebsrat mit 5 verschiedenen Gewerkschaften zusammen arbeiten müsste ... das würde im Chaos enden!

Ehm ein ausgebildeter Programmierer ist ein ausgebildeter Programmierer. Aber jemand, der Software für den Betrieb eines AKW schreibt wird trotzdem anders bezahlt als jemand der Webseiten erstellt.

Ich gebe dir da ja recht, allerdings sollte man dann, wenn man schon den einen Beruf gegenüber dem anderen hervor heben will um Forderungen zu stellen, doch auch Gründe liefern warum man dies macht. Also konkrete Gründe dafür, warum der Lokführer mehr Geld verdienen sollte als der Mitarbeiter in der Leitzentrale.

Was das "Risiko" angeht, so wäre ich mal gespannt auf die Statistik die dies belegt ... Kann man übrigens endlos aufpausen. Denn wenn man nach dem Risiko geht, dann sind wohl die Mitarbeiter an der Trasse die, die am gefährdetsten sind. Man schaue sich einfach mal an wie viele tödliche Unfälle es gab bei denen Bauarbeiter die an der Trasse gearbeitet haben gestorben sind.

Auch hier sehe ich nicht, dass der Lokführer eine besondere Stellung innerhalb des Bahnkonzerns verdient hätte.

Außerdem hat im Stellerwerk jeder feste Arbeitszeiten, die nicht variiren je nachdem, wie groß die Verspätung des Zuges ist, den man übernehmen soll.

Nun das Wartungspersonal, Streckeninstandhaltung, Leitstand, ... sind alles Bereiche in denen wohl 24/7 gearbeitet wird. Also wird es auch dort ein Schichtmodell mit wechselnden Arbeitszeiten geben. Allerdings bin ich kein Bahner, daher auch hier nicht im Detail informiert. Aber es wird sicher niemand das ganze Jahr über Nachtschicht machen.

Es gibt bei den Bahnern sicher auch viele, die in einem ganz normalen Schichtsystem arbeiten. Gerade auf den Strecken die nicht rund um die Uhr bedient werden.

Ferner ist ja genau diesen Lokführern die Bahn in ihrem jüngsten Angebot entgegen gekommen. Die Bahn bot Zuschläge für Lokführer an, die stark wechselnde Arbeitszeiten haben oder auch oft ins Ausland fahren müssen. Die GDL hat zu diesem Angebot nicht einmal Stellung bezogen.

Letztendlich finde ich wirklich, dass die Beantwortung der bereits oben aufgeworfenen Frage wichtig ist.

Wie kann es im Sinne der Arbeitnehmer sein, dass die GDL einen eigenständigen Tarifvertrag fordert und bereit ist diesen sogar durch geringere Lohnsteigerungen zu "erkaufen"?

Die Frage bei Tarifverhandlungen kann doch nicht sein "Was spricht dagegen, dass ich etwas fordere?" sondern die Frage muss lauten "In wie fern kann meine Forderung für die Arbeitnehmerschaft gut sein?"

Also ich frage euch? Was für einen Vorteil hat der Lokführer davon, wenn er einen eigenständigen Tarifvertrag hat, dafür dann aber die Lohnsteigerungen geringer sind als sie es ohne eigenständigen Tarifvertrag gewesen wären.

smacked2
29.10.2007, 20:17
Nochmal ein Beitrag von mir, ich wollte zwar eigentlich hier nicht mehr diskutieren aber dieser Text spricht mir aus der Seele


Harter Klassenkampf

von Klaus Hoffmann

Was wir seit Monaten im Tarifstreit der Bahn AG mit ihren Beschäftigten vom Fahrpersonal erleben, ist Klassenkampf pur, den der mächtige und milliardenschwere Konzern gegen seine Mitarbeiter führt, die in der GDL organisiert sind.
Die Gier nach Profit mittels Privatisierungen und Börsengang, bei dem öffentliches Eingentum an private Anleger verschleudert werden soll, führt dazu, daß die Konzerngewaltigen diesen Kampf mit den erbärmlichsten und brutalsten Mitteln führen. (...)
Auf das verfassungsmäßig garantierte Streikrecht der Gewerkschaften, das ohnehin nur auf Tariffragen beschränkt ist wird kaum noch Rücksicht genommen. Arbeitsrichter werden als Streikbrecher mißbraucht, und diese erfüllen oft genug als beamtetet Staatsdiener getreulich ihren Auftrag, indem sie das Recht als den Willen der wirtschaftlich und politisch herschenden Klasse auffassen und Streiks kurzerhand verbieten.
Zur Strategie der Konzerngewaltigen Mehdorn, Suckale und Rausch gehört ferner, die Gewerkschaften gegeneinander auszuspielen und dabei die Hörigen zu belohnen und die Aufmüpfigen abzustrafen.
Um kämpferische Gewerkschaften wie die GDL in die Friedenspflicht zu zwingen, werden in sogenannten "Verhandlungen" Scheinangebote und Mogelpackungenvorgelegt die gewerkschaftliche Forderungen völlig ignorieren und die Streikwilligen mittels Almosen bzw. Selbstverständlichkeiten wie die Bezahlung von geleisteten Überstunden abspeisen wollen.
Die Lohnforderungen der GDL werden von jenen als "unverschämt" diffamiert, die sich selbst im Frühjahr ihre Vorstandsbezüge um 62% erhöhten. Ich glaube die "Unverschämten" sind ganz woanders zu finden, nur nicht unter dem bei Wind und Wetter, an Sonn- und Feiertagen, ständig wechselnden Schichten und immer schlechteren Lohnbedingungen hart Arbeitenden auf der Schiene. Doch davon erfahren wir kaum etwas in den kapitalhörigen Medien, die Schulter an Schulter mit Mehdorn & Co. Stimmung gegen die Streikenden machen. (...) Sie verkaufen alte Hüte als "neue Bahnangebote" und zählen Äpfel und Birnen zusammen, so daß der unwissende "kleine Max" glaubt, dem Fahrpersonal seien Traumgehälter angeboten worden, die die GDL aus reiner Streiklust ablehnt. Und dann das Gejammer um die "armen Bahnkunden", die nicht pünktlich zur Arbeit kommen. Sicher bringen Arbeitskämpfe viel Unannehmlichkeiten und Erschwernisse. Keine Frage. Aber ein Konzern wird nur dann einlenken wenn es wehtut. Außerdem möchte ich fragen, ob nicht infolge einer Privatisierung durch die Stillegung sog. nichtprofitabler Strecken den Kunden größere Erschwernisse entstehen, als durch ein paar Stunden Streik? Wo bleibt da Herr Mehdorns Sorge um die Kunden?
Ja, es tobt wirklich ein Klassenkampf, und nur wenig Bedarfte und ideologische Flickschuster können das bezweifeln. Das Mäntelchen von "Freiheit und Demokratie" wird immer lumpiger und wir alle müssen aufpassen das daraus nicht die Diktatur des großen Geldes wird.

xXstrikerXx
29.10.2007, 21:37
schöner text! er schneidet auch indirekt ein ganz erhebliches thema an, nämlich das die bahn die gewerkschaften gegeneinander ausspielt. transnet, eindeutig als pro-bahn einzustufen, liest der bahn alle forderungen von den lippen. sprich: die bahn kann die niedrigen löhne diktieren. und alle anderen gewerkschaften müssen sich dann den spruch anhören: "wieso? die transnet bekommt ja auch nicht mehr!".
das ist auch der eigentliche hintergrund der GDL. man will langfristig unabhängig sein, und nimmt dafür kurzfristig auch einen nachteil in kauf, der so ausschaut, dass man eben einen eigenständigen tarifvertrag bekommt, der dann allerdings eine geringere erhöhung der löhne beinhaltet als dies ohne eigenständigen tarifvertrag der fall wäre.

so long and greetz

Adam_Smith
29.10.2007, 22:21
Nun ist die Aussage, dass "niedrigere" Tarifabschlüsse (am Rande: Der Tarifabschluss von TRANSNET und GDBA ist einer der höchsten überhaupt in diesem Jahr) ausschließlich der Arbeitgeberseite dienen würden natürlich nur die halbe Wahrheit.

Das nach der Kippung des Monopols der Deutschen Bahn und der Privatisierung auf einmal auch Konkurenten auf den Markt drängen ist denke ich jedem bewusst. Nun muss man auch noch wissen, dass gerade im Bereich der Regionalverbindungen der Konkurenzdruck für die DB AG mittlerweile durchaus spürbar ist. Die Ausschreibungen für diese Streckenabschnitte werden über den Preis entschieden.

Die Energie- und Trassenpreise sind für alle potentiellen Anbieter die selben. Auch die "Hardware" (Lokomotiven und Wagons) wird für alle Anbieter nahezu gleich teuer sein. Die Personalkosten sind also ein wichtiger Faktor bei der Kalkulation der Angebote. Da die DB AG bei den Personalkosten im nationalen Vergleich im oberen Viertel liegt, wird sie also ein Problem haben gegen die Anbieter mit weitaus geringeren Lohnkosten zu konkurieren. Daraus resultiert dann auch der sinkende Marktanteil der DB AG im Regionalverkehr.

Nun mag man natürlich in einem ersten Schnellschuss denken, dass es ja nicht schlecht sein kann, wenn der böse böse Konzern etwas Konkurenz bekommt...
Bei genauerer Betrachtung bedeutet der Wegfall von Marktanteil aber auch immer die Reduzierung von Arbeitsplätzen. Wenn Beispielsweise die Regionalanbindung in unserem Ort zukünftig von einem Bahnkonkurrenten bedient werden wird, dann bedeutet dies, dass bei der DB AG drei bis vier Lokführer über sind.
Diese Lokführer können dann zukünftig bei der Konkurrenz arbeiten. Dumm nur, dass dort die Löhne weitaus geringer sind.

Da könnte man ja glatt vermuten, dass die Gewerkschaften TRANSNET und GDBA durchaus im Interesse der Bahnangestellten handeln, wenn sie die Lohnkosten der DB AG nicht derart hoch treiben, dass sie nicht mehr Konkurenzfähig sind. Denn durch dieses Verhalten garantiert man langfristig, dass bei der DB AG möglichst viele Jobs erhalten bleiben die dann Einkommensmäßig sogar noch über dem Durchschnitt für Bahnbedienstete in Deutschland liegt.

Somit könnte man auch zu der Vermutung verleitet werden, dass es im Sinne einer geschickten Lohnpolitik zu gunsten der Arbeitnehmer im Bahngewerbe sinnvoller wäre die richtig hohen Forderungen erst einmal bei den Unternehmen zu stellen, die ein weitaus geringeres Lohnniveau haben als die DB AG. Wenn dies dann irgendwann dazu geführt hat, dass die verschiedenen Anbieter nicht mehr über die Lohnkosten miteinander konkurrieren, dann kann man auch bei der DB AG wieder entsprechend hohe Lohnforderungen stellen ohne dabei zu riskieren, dass Jobs bei dem Anbieter mit hohen Löhnen verloren gehen und dafür Jobs bei Anbietern mit niedrigen Löhnen entstehen.

Nur so ein Gedanke, der einem kommen könnte wenn man die wirtschaftlichen Hintergründe losgelöst von ideologisch geprägten Vorurteilen betrachtet.

smacked2
30.10.2007, 00:31
wer sagt denn das die Konkurrenz schlechter bezahlt? Quellen?

Und alles weitere liesse sich z.B. optimal über Mindestlöhne regeln :)

wiesel201
30.10.2007, 01:37
wer sagt denn das die Konkurrenz schlechter bezahlt? Quellen?

Und alles weitere liesse sich z.B. optimal über Mindestlöhne regeln :)

Dem ist nichts ernsthaftes mehr hinzuzufügen... http://www.mysmilie.de/midi-smileys/unsortiert/1/0022.gif

hapelo
30.10.2007, 14:19
Ich finde es reichlich vermessen von der GDL die Verantwortung ihrer Mitglieder mit jener von Piloten gleichzusetzen. Vor allem, da die Mehrheit der Lokführer im Güterverkehr tätig ist. Fällt ein Pilot aus, springt sein Co-Pilot ein, fällt dieser aus fällt auch das Flugzeug. Im Zug sieht das anders aus, hier kann beim Versagen des Lokführers der Zug auch von elektronischen Überwachungssystemen, im Notfall sogar vom Schaffner oder jedem Fahrgast sicher gestoppt werden.
Ich sehe die Verantwortung eines Busfahrers eher noch höher, als die eines Personenzuglokführers. Einem Lokführer im Rangierbetrieb räume ich auch nicht mehr Verantwortung ein als einem LKW-Fahrer, und weit weniger als einem Taxifahrer. Sie sind aber alle Berufskraftfahrer.

Das Lohngefüge unterschiedlicher Tätigkeiten innerhalb des Betriebes ist Sache der Betriebsparteien, nicht der Gewerkschaften. Wenn man höhere Forderungen für die Führer im Personenverkehr ob ihres Verantwortungspotentials stellt, muss man im Gegenzug auch die Führer im Güterverkehr mangels Verantwortung abwerten. Das dürfte einigen Lokführern nicht gefallen.

xXstrikerXx
30.10.2007, 15:23
@hapelo: wer spricht denn von der abwertung der lokführer im güterverkehr?! diese sind genauso in der GDL organisiert! sprich: auch sie würden langfristig von einem eigenen tarifvertrag profitieren. dass muss einmal klar gestellt werden! wir reden hier über alle lokführer, wenigstens erstmal die, die in der GDL organisiert sind.

so long and greetz

wiesel201
30.10.2007, 15:44
xXstrikerXx, lies Dir nochmal hapelos Aussage genau durch. Er wirft niemandem eine Abwertung vor, also kritisiere ihn dafür auch nicht. hapelo schreibt lediglich, daß bei einer Begründung der hohen Lohnforderungen für die Lokführer durch ihre hohe Verantwortung für die Reisenden logischerweise eine Abwertung der Lokführer im Güterverkehr erfolgen müßte, da diese keine übermäßig hohe Verantwortung gegenüber hunderten Reisenden haben. Bitte, erst lesen, dann überlegen, dann schreiben. Du mußt niemandem ein Kind in den Bauch reden, um die Diskussion ad absurdum zu führen.

Im übrigen stimme ich hapelo absolut zu!

Adam_Smith
30.10.2007, 16:22
wer sagt denn das die Konkurrenz schlechter bezahlt? Quellen?

Ich habe speziell für dich bereits eine Quelle gepostet in der Belegt wird, dass dem so ist. Zwar ist die entsprechende Statistik von der DB AG selbst erstellt worden, doch gab es von keiner Seite einen Protest, der Zweifel an der Richtigkeit der dort getätigten Aussagen aufkommen lässt.

Wenn du allerdings nicht in der Lage dazu bist die Quellen zu lesen welche ich speziell auf deine Anfrage gepostet hab, dann werden wir hier nicht weiter kommen.

Und alles weitere liesse sich z.B. optimal über Mindestlöhne regeln

Darf ich laut lachen? Die Einkommen der deutschen Bahnangestellten liegen (egal ob bei der DB AG oder bei der Konkurrenz) weit über jeglichem realistischen branchenübergreifenden Mindestlohn!

Also gehe ich jetzt recht in der Annahme, dass du keinen Ansatzpunkt mehr findest, der meine in Post #39 getroffene Aussage widerlegen könnte? Dann scheine ich mit der Meinung, dass TRANSNET und GDBA mit "niedrigen" Tarifabschlüssen durchaus im Sinne der Arbeitnehmer handeln ja durchaus passend zu liegen.

smacked2
30.10.2007, 17:27
1. Unterlasse persönliche Beleidigungen! Und "wenn du nicht in der Lage bist" ist eine Beleidigung!

2. Neutrale Quellen wären zu begrüßen.

3. Bevor du jetzt wieder das Recht für dich pachtest: Mindestlöhne sind natürlich in ihrer Höhe frei justierbar, sprich absenk- bzw. erhöhbar, und dienen nur dazu sicherzustellen das alle in der Branche das gleiche verdienen.

Escobar0x
30.10.2007, 17:41
1) Na sorry, aber wenn er recht hat.... . Viel mehr ist dem nicht hinzuzufügen.

Ausnahmsweise stimme ich einmal mit Adam in allen Punkten überein. Die größte Frechheit von allen ist, wie schon von Adam erwähnt, ein Gewerkschaftsvorsitzender der mitten in den Tarifverhandlungen in Kur geht und seine Mitglieder streiken lässt. Sorry, aber diesem Verhalten ist wirklich nichts mehr hinzuzufügen.
Zum Glück scheint die Volksmeinung auch langsam zu kippen. Nach einer Umfrage von t-online haben mittlerweile ganze 60% kein Verständnis mehr für die Lokführer.

keshkau
30.10.2007, 18:03
Wenn man es nüchtern aus der Entfernung betrachtet, dann ist an der Kur des Herrn Schell gar nichts auszusetzen. Ich nehme einmal an, dass man eine solche Kur etwas länger vorbereitet. Das muss also kein taktisches Abtauchen gewesen ein. Außerdem hat die GDL doch einen Stellvertreter (siehe SPD, die haben sogar mehrere).

Wenn der oberste Boss immer alles allein machen müsste, bräuchte es gar keine Stellvertreter zu geben. Aber die sind nun einmal genau für Fälle wie diesen vorgesehen. Sie springen ein, wenn der Leitwolf nicht am Start ist.

Abgesehen vom Symbolwert bleibt an der Kritik daher nicht viel übrig. Und ich bin dafür, die Sache etwas relaxter zu betrachten.

Adam_Smith
30.10.2007, 18:06
Zu 1.) hat ja Escobar0x bereits für mich Stellung bezogen.
Du hast die Quelle nicht gelesen obwohl ich sie bereits vor 2 Tagen einzig und allein auf Grund deiner Nachfrage gepostet habe. Es ist durchaus legitim, dass ich hier meinen Unmut darüber äußere. Wenn du eh nicht bereit bist Quellen durchzulesen, dann frage gefälligst auch nicht danach!
Auch dieses Verhalten gehört zum guten Ton einer Diskussion!

Zu 2.) Wie ich bereits anführte ist die Quelle zwar von der DB AG, die Richtigkeit der dort gemachten Aussagen wird aber von keiner Seite angezweifelt. Wenn also die GDL anscheinend mit dieser Aussage kein Problem hat, so scheint sie wohl richtig zu sein.
Solltest du also Quellen haben die die meiner widersprechen, dann führe sie bitte hier an.
So lang du dazu nicht in der Lage bist, solltest du dich bitte mit der ständigen Nörgelei zurück halten.
Auch dieses Verhalten kann man in einer Diskussion erwarten. Diskutiert wird schließlich mit Argumenten und nicht mit Meinungen.

Zu 3.) Das Einkommen eines Lokführers bei der DB AG beträgt laut aktuellem Tarifvertrag ca. 20 € die Stunde brutto (Quelle (http://finanzen.aol.de/Wirtschaft/Lokfuehrer-verdienen-ueber-Durchschnitt-Welt_Wirtschaft_1294829-0.html)).
Du möchtest also einen branchenübergreifenden Mindestlohn von 20€ in Deutschland?
In diesem Moment führst du wohl deine komplette Argumentation ad absurdum.

/edit:

@keshkau:

Nun die GDL selbst hat ja (glaub ich) zugegeben, dass keine Entscheidungen bezüglich des Tarifvertrages getroffen werden so lange sich der Boss noch in Kur befindet. Allerdings gebe ich dir hier recht. Es ist eine Randnotiz, die aber nicht Kern des Problems ist.

hapelo
30.10.2007, 18:12
@wiesel201
Danke! Gut zu wissen, dass einige Leute doch noch lesen, statt nur zu überfliegen. :) :daumen

Mindestlöhne ... dienen nur dazu sicherzustellen das alle in der Branche das gleiche verdienen.
Du unterscheidest schon zwischen Mindest- und Einheitslöhnen, oder? ;)
Der Mindestlohn richtet sich nicht nach den Tarifen der Bahn, sondern würde in Rücksichtnahme auf die Konkurrenz(fähigkeit) weit darunter liegen.

Adam_Smith
30.10.2007, 18:27
Außerdem ist dieses Argument die Verlagerung auf einen Nebenkriegsschauplatz.

Der Aktuelle Tarifkonflikt geschieht heute. Heute gibt es keine Mindestlöhne und daher müssen Gewerkschaften wie TRANSNET und GDBA die heutigen Umstände bei den Tarifabschlüssen berücksichtigen. Also bleibt mit dem Verweis auf die Mindestlöhne das Argument aus Post #39 vollkommen unangetastet.

Wenn denn wirklich Mindestlöhne des Rätsels Lösung wären, dann sollte die GDL vielleicht an diesem Punkt ansetzen und nicht auf der einen Seite für die AKN (<- verhältnismäßig niedrige Löhne für Lokführer) 4,5% fordern und bei der DB AG (<- verhältnismäßig hohe Löhne für Lokführer) 31%. Damit reißt man nämlich die Schere bei den Lohnkosten noch weiter außeinander. Was dann dazu führt, dass Beispielsweise die AKN einen noch größeren Wettbewerbsvorteil gegenüber der DB AG hat. In Zukunft könnte dies dann bedeuten, dass immer mehr Strecken von der DB AG an die AKN gehen. Als Resultat muss dann die DB AG Stellen abbauen. Die nun arbeitslosen Lokführer fangen dann bei der AKN an und bekommen weitaus weniger als sie selbst in schlechtesten Zeiten bei der DB AG bekommen haben.

Ganz großes Kino will ich da mal sagen ... :freak

Richtig im Sinne der Arbeitnehmer :D

Simple Man
01.11.2007, 19:31
Bin auch für mehr Geld für die Lokführer.

Und die Geschichte mit der Kur. Was hat die mit dem Streik zu tun?? Das ändert ja nichts an der Haltung oder der Forderung.

smacked2
01.11.2007, 19:40
Da hast du recht Simple Man, ist reine Stimmungsmache gegen die GDL und offenbart mal wieder die herrliche Doppelmoral der Medien: Der Chef der GDL fährt in Kur - alles schreit, der Chef des Bahnvorstandes fährt im Handgepäck vom Merkel nach Indien - kein Wort der Kritik. :freak

Adam_Smith
01.11.2007, 19:52
Warum sollte man da Kritik üben? Die Verhandlungen mit der GDL führt nicht der Chef der DB AG. Ferner ist es wohl durchaus legitim, dass sich der Chef der DB AG weiter um das laufende Geschäft kümmert ... Sicherung von Aufträgen in Indien ist hier wohl ein wichtiger Aspekt.

Das du nicht auf eins der gelieferten Argumente inhaltlich eingehst, zeigt wohl wem die Inhalte fehlen ...

xXstrikerXx
02.11.2007, 13:35
@wiesel201: wollen wir das jetzt wirklich diskutieren?
weil es nämlich ganz großer quark ist. niemand macht eine unterscheidung zwischen lokführern für den güterverkehr und lokführern für den personenverkehr (außer ihr). das ist eine verdrehung der tatsachen, die so einfach nicht richtig ist. es heißt nämlich, das alle lokführer eine mordsverantwortung haben (laut GDL, dem stimme ich zu) und deshalb auch alle von dem tarifvertrag profitieren sollen (laut GDL, deswegen machen sie ja überhaupt den tarifstreik :freak). ich frage mich nach dem posting von hapelo, wie man auf solch einen abwegigen gedanken kommt, wer von einer abwertung des berufes lokführer im frachtverkehr spricht. das höre ich so zum ersten mal.
außerdem: zwar haben lokführer im güterverkehr keine 1000 personen an bord, dafür aber 1000t fracht. das ist mindestens eine genausohohe anforderungen, wenn nicht sogar höher, wenn man es vom wirtschaftlichen standpunkt betrachtet (die bahn verdient nunmal ihr geld im fernverkehr). zumal sie bei nacht arbeiten (größte teile des güterverkehrs finden nachts statt), was die sache noch erschwert. außerdem sind diese züge (oh wunder) sehr schwer und dementsprechend sehr behäbig und schwerfällig, weswegen hohe anforderungen an das fahrpersonal gestellt werden.

imho war der ton meiner klarstellung (ja, es war in erster linie eine klarstellung, nur an zweiter stelle eine kritik) auch nicht sehr hart. ich würde dich auch bitten so neunmalkluge sprüche wie "Bitte, erst lesen, dann überlegen, dann schreiben." zu unterlassen. ich habe mich sehr wohl informiert als auch den post von hapelo nicht nur "überflogen", daraus eine schlichtweg falsche tendenz erkannt, die hier meiner meinung nach mal richtig gestellt werden muss. vom einem zweiklassen-system zu sprechen tut im moment nur ihr.

so long and greetz

OMaOle
02.11.2007, 14:40
falsch, letztlich ist es sogar ein drei Klassensystem, oder wieviele Gewerkschaften gibts bei der Bahn?

Hier zeigt sich dass Einigkeit stark macht, ich sehe nicht ein wieso die Lokführer etwas besonderes sein sollen, sie können alleine genausowenig machen wie die anderen Bahnangestellten.

Bei einem einheitlichen Tarifvertrag ist es durch die Schaffung mehrer Lohngruppen auch möglich den jeweiligen Angestellten entsprechend seiner Qualifikation zu bezahlen.

Schade, Zusammenhalt und Kameradschaft gibts in Deutschland wohl bloß noch bei der Feuerwehr, und ein paar Vereinen.

jedenfalls ist für mich schon die Forderung der Lokführer nach einem gesonderten Vertrag und derartiger Lohnsteigerung ein Schlag ins Gesicht der anderen Bahnangestellten und damit nicht erfüllbar.

Adam_Smith
02.11.2007, 15:39
Jetzt wird es spannend ...

Es ist also zulässig, die Verantwortung die ein Lokführer trägt gegenüber der Verantwortung welche ein Mitarbeiter im Leitstand trägt aufzuwiegen (oder wie sonst soll man die Aussagen der GDL verstehen?).

Die Verantwortung zwischen den einzelnen Lokführern zu gewichten ist dann allerdings nicht gerechtfertigt?

Welch Doppelmoral.

Natürlich trägt ein Lokführer, der nachts auf einer Strecke ohne Personenverkehr 100 Tonnen Ladung durch die Gegend karrt eine andere Verantwortung als der Lokführer, der Tagsüber 1000 Passagiere über hoch frequentierte Strecken transportiert.

Wenn schon das "Verantwortungs Argument" vorgeschoben wird, dann sollte man es schon richtig machen ...

keshkau
02.11.2007, 16:53
Hier wird so gerne auf die Verantwortung abgestellt. Aber das ist mir zu einseitig. Wenn man eine Arbeitsbewertung für eine Stelle vornimmt, dann spielen neben der Verantwortung gegenüber Menschen und Material auch die Arbeitsbedingungen eine Rolle, etwa in Form von Lärm- oder Staubbelastung. Das Ausmaß der körperlichen oder geistigen Anstrengung fließt mit ein und nicht zu vergessen die persönlichen Fachkenntnisse (Qualifikation).

Neben Kriterien wie dem Alter oder der Dauer der Betriebszugehörigkeit spielt die Leistungsbewertung für die Höhe der Bezahlung eine wichtige Rolle. Nun kann der Lokführer aber nicht schneller fahren, um mehr zu verdienen. Hier sind die Möglichkeiten begrenzt.

Mir kommt es so vor, als ob die GDL die Bedeutung der Verantwortung in den Mittelpunkt rücken möchte, um ihre Lohnforderungen zu unterstreichen. Aber dann müsste man tatsächlich hingehen und sagen, dass ein nach Mitternacht verkehrender, leerer Nahverkehrszug deutlich weniger Verantwortung verlangt als ein voll besetzter Regionalexpress.

xXstrikerXx
02.11.2007, 19:00
in angesicht der aktualität: so eben habe ich erfahren, dass der GDL erlaubt wird, auch den fernverkehr zu bestreiken.

das wäre mal was feines, wenn die lokführer damit durchkommen.

so long and greetz

edit:@keshkau: natürlich kann man jetzt kleinlich werden, und auch anfangen einzelne züge, die jeder lokführer fährt, miteinander zu vergleichen. aber: im ergebnis bleibt es dasselbe, weil jeder lokführer mal einen volleren und mal einen leereren zug steuern muss (auch im güterverkehr kommt es mal zu leerfahrten). insofern halte ich dieses argument für nicht sehr aussagekräftig.

immerhin bin ich jetzt schon froh, das wir nicht den beruf des lokführers mit dem des lokführers vergleichen, sondern die nächste stufe geschafft haben und allgemein mit anderem fahrpersonal vergleichen.
nundenn, die GDL ist in erster linie eine gerwerkschaft für lokführer, nicht für das fahrpersonal. insofern liegt die priorität der GDL bei dem, was sie vom namen her ist: gewerkschaft deutscher lokfüherer. da ist doch klar, dass das sorgenkind als erstes bevorzugt wird, bevor man sich gedanken über andere macht. hey, das könnt ihr der GDL nicht ankreiden. unser ganzes wirtschaftssystem beruht auf diesem lobbyismus.
denkt man das aber weiter, so hat der tarifstreit der GDL für die lokführer auch für alle anderen bahnangestellten einen sinn. denn: würde die GDL damit durchkommen, so ist doch klar das andere tarifparteien auf die GDL verweisen und sagen: wenn die das bekommen, dann wollen wir das auch. demzufolge wäre es also auch ein erfolg für die gerwerkschaften insgesamt, würde die GDL damit durchkommen. sie würde ein buschfeuer entfachen, was die bahn ja unbedingt verhindern will, es soll bloß zu keinem präzedenzfall kommen. und wenn wir darüber diskutieren, dass die GDL ein niedrigeres lohnplus in kauf nehmen würde im einen eigenen tarifvertrag zu erreichen, so muss auch im gegenzug gesagt werden, dass die bahn ein höheres lohnplus in kauf nehmen würde um einen tarifvertrag zu verhindern.

schlussendlich führt es zu der frage, was für folgen das für die bahn hat.
wie man das sieht ist natürlich rein subjektiv. die einen sagen es ist eine schwächung, weil die bahn wieder mehr auf die eigenen angestellten hören muss. ich sage es ist vor allem eine vermenschlichung. immerhin ist es das personal, dass der bahn überhaupt den gewinn einfährt. und hat nicht der bahnvorstand erst seine gehälter um 62% erhöht? sieht man das marxistisch dann profitieren wenige leute viel vom leid der arbeiter. hey, wenn die im vorstand so geldgeil sind, dann sollen sie doch selber ihre züge fahren! dann gibts keine probleme mehr, der vorstand kann sein geld behalten und keiner ist sauer mir ihnen. solange aber arbeiter das übernehmen haben sie ein recht darauf nicht mehr nur als kostenfaktoren angesehen zu werden, sondern am gewinn der unternehmen beteiligt zu werden (beispiel porsche, 5250€ einmalzahlung).

edit#2: ein ganz wichtiger hinweis findet sich noch im spiegel artikel ganz unten:

Der Tarifstreit zwischen GDL und Bahn dauert seit dem Frühjahr an. Die GDL hatte erstmals am 20. März einen eigenen Tarifvertrag für das Fahrpersonal - Lokführer, Zugbegleiter, Bordservicekräfte - gefordert.

damit ist imho belegt, dass die GDL für alle in ihr organisierten mitglieder einen tarifvertrag fordert (wäre ja auch irgendwo dumm, wenns nicht so wäre) und die unterscheidung der einzelnen berufsgruppen von der GDL ebenfalls nicht gemacht wird. somit ist der beruf des lokführers nur das aushängeschild. ein argument von der unterscheidung der einzelnen berufsgruppen zieht damit also garnicht.

Adam_Smith
02.11.2007, 23:15
das wäre mal was feines, wenn die lokführer damit durchkommen.

Richtig ... ist echt was feines, wenn unsere ganze Volkswirtschaft in Mitleidenschaft gezogen wird, weil ein paar Lokführer meinen sie müssten ihre haltlosen Forderungen notfalls mit brachialer Gewalt durchpressen...

Man mag davon halten was man will, man mag der GDL sogar das Recht zugestehen den Fern- und Güterverkehr zu bestreiken. Dieses Vorgehen als "was feines" zu bezeichen ist allerdings einfach ohne Worte!

Was soll der Volkswagenmitarbeiter sagen, der gezwungenermaßen Urlaub nehmen muss, weil VW nach einigen Tagen Streik nicht mehr produzieren kann?
Was soll der Mitarbeiter in der Stahlhütte sagen, wenn er im nächsten Jahr keine Lohnerhöhung bekommt, da sein Arbeitgeber die Verluste durch den Bahnstreik kompensieren muss?

Ich möchte nicht dramatisieren, aber ich möchte darstellen, dass dieser Streik eben immer Menschen in Mitleidenschaft ziehen wird. Da von was "feinem" zu sprechen ist einfach ohne Worte ...

sie würde ein buschfeuer entfachen, was die bahn ja unbedingt verhindern will, es soll bloß zu keinem präzedenzfall kommen.

Super! Mit dem Erfolg, dass die Bahn in Zukunft in ihrer Konkurenzfähigkeit massiv beeinträchtigt ist, da die GDL ja nicht dazu in der Lage ist bei Unternehmen mit weitaus geringerem Lohnniveau ähnliche Gehaltsforderungen zu stellen...
Die Scheere reißt weiter auf und immer mehr Jobs wandern von der Bahn zur Konkurrenz ... leider werden die Jobs dann dort schlechter bezahlt.
Gaaaannnnnzzz großer Erfolg für die Angestellten im Bahngewerbe :freak

Am Rande:

Sage ich nicht, dass wir hier nicht über Managergehälter diskutieren?!

sondern am gewinn der unternehmen beteiligt zu werden

Eine solche Lohnstruktur will so ziemlich jeder Arbeitgeber in Deutschland. Auch die DB AG hat bereits öffentlich erklärt, dass sie zu einem solchen Tarifsystem bereit wäre. Allerdings wollen dies die Gewerkschaften nicht ...

damit ist imho belegt, dass die GDL für alle in ihr organisierten mitglieder einen tarifvertrag fordert

Also sind GDL Mitglieder mehr wert als nicht GDL Mitglieder?
Übrigens schiebt die GDL selbst immer die Lokführer vor und spricht in Presse und Medien immer nur von den Lokführern. Wenn es also wirklich so sein sollte, dass hier ein großes Missverständnis vorliegt, dann ist dies in erster Linie wohl die GDL selbst schuld.

Abschließend noch eine Bemerkung zu der Gerichtsverhandlung:

Recht ist Recht und dass muss man akzeptieren.
Was allerdings bezeichnend ist, ist das Auftreten des Herrn Schell nach dem Urteilsspruch. Da erdreistet er sich doch zu behaupten einzig die DB AG sei Schuld daran wenn jetzt in Zukunft die ganze Volkswirtschaft durch die Streiks in Mitleidenschaft gezogen wird. Da hat Herr Schell das Prinzip des Tarifkonfliktes wohl nicht ganz verstanden ... gehören glaub ich immer zwei Parteien zu einem solchen Konflikt ...
Toller Mann dieser Herr Schell :freak

th3o
03.11.2007, 11:25
@adam
mir scheint, dass du dich schwer damit tust das ergebnis hinzunehmen...ist es doch einfach nur eine folge des angeblichen "gleiches recht für alle", dass du ja selber in diversen threads hier propagierst als ein adept von adam smith.
wurmt aber schon wenn es nicht im eigenen sinne ausgeht oder? ;)

smacked2
03.11.2007, 13:43
Richtig ... ist echt was feines, wenn unsere ganze Volkswirtschaft in Mitleidenschaft gezogen wird, weil ein paar Lokführer meinen sie müssten ihre haltlosen Forderungen notfalls mit brachialer Gewalt durchpressen...

Man mag davon halten was man will, man mag der GDL sogar das Recht zugestehen den Fern- und Güterverkehr zu bestreiken. Dieses Vorgehen als "was feines" zu bezeichen ist allerdings einfach ohne Worte!


Ich finde es auch fein :) Und zwar das der arrogante Bahnvorstand endlich mal unter Druck geraten wird auch wenn er schon wieder um sich schlägt und vors Verfassungsgericht rennen will. :lol

Die Folgen für die Wirtschaft werden natürlich in den Medien dramatisiert und selbst wenn nicht die AN müssen schon seit jahren sinkende Reallöhne hinnehmen da kann das Kapital auch mal ein bissel bluten. Bei der Konjunktur zZ wird sich das eh kaum auswirken, ist alles nur Stimmungsmache.


Recht ist Recht und dass muss man akzeptieren.


Schön das du immerhin noch das akzeptierst ;)

frankpr
03.11.2007, 20:53
Kurz und bündig: ich halte es für legitim, daß die Lokführer mit ihrer eigenen Gewerkschaft um einen eigenen Tarifvertrag kämpfen, da sie ja in ihren Belangen offensichtlich von den beiden anderen Bahngewerkschaften nicht im notwendigen Maße vertreten werden. Denen schein der Schmusekurs zum Bahnvorstand wichtiger zu sein.

Benjamin_L
03.11.2007, 21:26
Die Bahn scheut keine Mühe und Unkosten Stimmung in der Bevölkerung zu machen und nimmt Verluste durch Streiks hin, anstatt dass sie den Lokführern den Tarifvertrag gibt, schon irgendwo trauriges Verhalten. Ich begrüße die Entscheidung des Arbeitsgerichts, da es einerseits den Nahverkehr entlastet und mal kräftig Druck auf die Bahn macht.

Adam_Smith
04.11.2007, 11:27
@th3o:

Ich habe die rechtmäßigkeit des Urteils mit keinem Wort angezweifelt. Lediglich die Folgen die aus diesem Urteil resultieren können habe ich dargelegt.

@Benjamin_L

Irre ich mich, oder widersprichst du dir selbst?
Den Lokführern gestehst du ein umfassendes Streikrecht zu, wirfst der Bahn aber vor, dass sie sich nicht einfach den Forderungen der GDL beugt? So weit ich informiert bin ist es das gute Recht beider Streikparteien Forderungen aufzustellen bzw. den Forderungen der Gegenseite nicht nach zu geben...

@frankpr:

Was nun die Gewerkschaften TRANSNET und GDBA angeht so habe ich ja bereits mehrfach erläutert, dass diese Gewerkschaften durchaus das Wohl der Arbeitnehmer im Auge haben könnten, da sie vermutlich erkannt haben, dass übertrieben hohe Tarifabschlüsse für die Mitarbeiter keinen dauerhaften Vorteil bringen.

Anstatt also immer wieder die selben Phrasen zu dreschen wäre es doch mal interessant auf diesen Aspekt einzugehen um dann vielleicht danach besser beurteilen zu können ob die Gewerkschaften TRANSNET und GDBA denn wirklich im Sinne der Arbeitnehmer gehandelt haben.

Benjamin_L
04.11.2007, 12:15
Adam_Smith: Naja, das Argument dass die Bahn sich das nicht leisten kann zieht ja offensichtlich nicht. Und versuche nicht irgendwo Widersrpüche zu konstruieren, die es nicht gibt.

Adam_Smith
04.11.2007, 12:36
Die Bahn selbst kann es sich durchaus leisten ein paar Wochen auf den Güterverkehr zu verzichten ...

Wenn die DB AG als Arbeitgeber die eigenen wirtschaftlichen Interessen besser gewahrt sieht indem sie den Forderungen der GDL nicht nachgibt, dann ist dieses Verhalten durchaus erklärbar...

smacked2
04.11.2007, 13:03
Die Bahn selbst kann es sich durchaus leisten ein paar Wochen auf den Güterverkehr zu verzichten ...


Fragt sich nur ob das andere Großunternehmen auch können. ;) Wenn erstmal bei Bayer, BASF und der Automobilindustrie die Bänder stillstehen weil ja Lagerhaltung heutzutage nicht mehr da ist wird es denen recht schnell scheißegal sein was die Bahn will hauptsache die Züge fahren wieder :evillol

Benjamin_L
04.11.2007, 13:04
Dann könnte sie sichs genauso leisten die Lokführer besser zu bezahlen. Erklärbar ist so vieles in diesem Land, aber verständlich wohl kaum.

Adam_Smith
04.11.2007, 14:16
Richtig ... man könnte auch den Lokführern einfach 100% mehr Lohn geben und die Preise für die Dienstleistung Transport von Personen und Gütern entsprechend anpassen. Möglich ist vieles, wirtschaftlich sinnvoll wohl weniges.

Wie ich bereist ausführlichst aufzeigte muss die DB AG daran interessiert sein ihre Konkurenzfähigkeit in ihren 3 großen Geschäftsfeldern dauerhaft und nachhaltig zu sichern. Die kurzfristigen Einnahmeverluste durch Streiks muss sie in Kauf nehmen um längerfristig ihre wirtschaftliche Stärke zu sichern.

Wie ich ebenfalls sehr detailliert darlegte müsste auch den Arbeitnehmern an dieser Konkurrenzfähigkeit gelegen sein, denn nur ein Unternehmen welches stark ist kann auch dauerhaft Löhne zahlen die zu den höchsten in der jeweiligen Branche zählen.

Wie ich ebenfalls aufzeigte ist die Konkurrenzfähigkeit der DB AG durch zu hohe Tarifabschlüsse gerade im Regionalverkehr durchaus in Gefahr.

Das ihr bisher nicht auf diese Argumente eingeht macht eine Diskussion müßig und führt dazu, dass immer wieder die selben kurzsichtigen Argumente gedroschen werden...

@smacked2:

Damit gibst du selbst all jenen recht die sagen, dass der Streik der GDL eben kein Streik zwischen gleichberechtigten Tarifparteien ist. Die GDL kann mit einem längeren Streik nicht der DB AG sondern der ganzen Nation die Pistole auf die Brust setzen.
Mit freien Tarifverhandlungen hat dies dann nichts mehr zu tun! Mit Wahrung der Tarifautonomie auch nichts!

smacked2
04.11.2007, 14:57
das ist deine interpretation, mit der stimme ich allerdings nicht überein also leg mir nicht sachen in den mund die ich so bestimmt nicht sagen würde

Adam_Smith
04.11.2007, 15:39
Ich habe dir nichts in den Mund gelegt.
Du sagtest, dass letztendlich die Firmen die von der DB AG abhängig sind darunter leiden werden, wenn die DB AG und die GDL sich nicht einigen. Du sagtest ferner, dass dadurch dann der Druck so hoch werden würde, dass es dann zwingend zu einer "Einigung" kommen müsse.

Also ist auch deine Schlussfolgerung, dass letztendlich nicht die Tarifpartein selbst frei über den Tarifvertrag verhandeln können.

Sollte das nicht die Aussage deiner Worte sein, dann bitte ich dich uns mitzuteilen, was du denn sonst mit deinen Aussagen in Post #68 sagen wolltest.

xXstrikerXx
04.11.2007, 15:54
Wie ich ebenfalls sehr detailliert darlegte müsste auch den Arbeitnehmern an dieser Konkurrenzfähigkeit gelegen sein, denn nur ein Unternehmen welches stark ist kann auch dauerhaft Löhne zahlen die zu den höchsten in der jeweiligen Branche zählen.

natürlich ist das korrekt, dass jedem arbeitnehmer was daran liegt, dass sein unternehmen ihm auch in 10 jahren noch ermöglicht das geld für die eigenen brötchen zu verdienen. nur: macht es sinn in einem unternehmen zu arbeiten, was es mir fast unmöglich macht genug geld für meinen lebensunterhalt zu verdienen? und 1200€ sind für eine familie mit kindern einfach zu wenig. dass die frau ebenfalls arbeiten muss steht wohl außer frage, und viel möglichkeiten hat man bei dem gehalt auch nicht. sprich: auch die bahn macht sich durch geringe löhne die eigene arbeiterschaft kaputt. die heutige jugend ist sehr sensibel auf die einkommensmöglichkeiten geworden, wenn die bei der bahn nicht stimmen wird spätestens dann wenn diese jugend groß geworden ist die bahn die löhne erhöhen müssen, um überhaupt noch arbeiter zu bekommen.
es geht ja nun auch nicht darum, dass wenn man 31% mehr fordert, es 31% mehr lohn werden, dass hat die GDL selbst gesagt und damit kompromissbereitschaft gezeigt. diese kompromissbereitschaft kann ich indes bei der bahn nicht feststellen.

um aber dann auch mal bezug auf die überschrift des threads zu ziehen: wenn du von der schwächung der volkswirtschaft sprichst, dann ist eine privatisierung so ziemlich das allerdümmste, was man tun könnte um eine solche zu verhindern.

beispiel großbritannien: dort wurde ebenfalls die privatisierung der bahn vorgenommen. ergebnis: nach wenigen jahren musste der staat das vollkommen ausgenommene, zu einem scherbenhaufen zuerfallene unternehmen zurückkaufen, und kann nur mit hunderten von milliarden euro den schaden wieder richten, den die privaten investoren da angerichtet haben.

vor diesem hintergrund: es ist ja immer das leitmotiv der CDU, man muss "das pflänzchen investor pflegen" (das hat irgendein CDU-politiker aus der kommunalpolitik mal gesagt). weißt du, wie sehr die investoren bei diesem spruch anfangen zu lachen? die lachen so laut, das man es auf dem mars noch hören kann. dass läd praktisch dazu ein, ein unternehmen zu kaufen, wie eine heuschrecke abzugrasen und die reste zurückzulassen.

gäbe es also solche gegenströmungen wie die GDL nicht, wäre der volkswirtschaftlcihe schaden immens größer als ohne solche.

das heißt natürlich nicht, dass dies ein freifahrtsschein für die GDL ist, den bahnverkehr komplett lahmzulegen. das wäre so ziemlich das dümmste, was die GDL tun könnte, und würde auch dem urteil der chemnitzer richter widersprechen, die ausdrücklich die verhältnismäßigkeit in ihrem urteil angemaht haben, dass dem grundsätzlichen streikrecht jedoch nichts entgegenzusetzen ist. meint die GDL also jetzt, sie könne nach belieben alles lahmlegen, so wäre ich mit einem erneuten streikverbot im fernverkehr durchaus einverstanden, weil es nicht sinn eines streiks ist, solch kollateralschaden zu verursachen. allerdings denke ich dass die GDL wohl schlau genug ist, es nicht soweit kommen zu lassen.

so long and greetz

smacked2
04.11.2007, 16:23
Also ist auch deine Schlussfolgerung, dass letztendlich nicht die Tarifpartein selbst frei über den Tarifvertrag verhandeln können.

Sollte das nicht die Aussage deiner Worte sein, dann bitte ich dich uns mitzuteilen, was du denn sonst mit deinen Aussagen in Post #68 sagen wolltest.

Wieder mal ein bemitleidenswerter Versuch von dir anderen deine eigene Meinung aufzuzwängen um stur andere Meinungen einfach nicht zur Kenntnis nehmen zu müssen. :freak

Natürlich wollte ich mit #68 nicht mehr und nicht weniger sagen als das jetzt wahrscheinlich auch der Druck von außen auf die Bahn größer werden wird was ich durchaus begrüße.

Adam_Smith
04.11.2007, 16:36
macht es sinn in einem unternehmen zu arbeiten, was es mir fast unmöglich macht genug geld für meinen lebensunterhalt zu verdienen? Und 1200€ sind für eine familie mit kindern einfach zu wenig.

Ich bitte dich etwas auf dem Teppich zu bleiben. Der Lokführer bei der DB AG hat einen Brutto Stundenlohn von round about 20€ (je nach Alter, Erfahrung, ...).
Das Jahreseinkommen eines Lokführers bei der DB AG liegt zwischen 31.000 und 33.000 Euro im Jahr. Das macht im Monat 2583 bis 2750 Euro brutto. Netto kommen da selbst bei einem Single ohne Kinder ca. 1600 Euro raus.

Also bitte, von einem Lohn der nicht zum Lebensunterhalt reicht, kann keine Rede sein! Hier wird gerne von Seiten der GDL überdramatisiert.

die heutige jugend ist sehr sensibel auf die einkommensmöglichkeiten geworden, wenn die bei der bahn nicht stimmen wird spätestens dann wenn diese jugend groß geworden ist die bahn die löhne erhöhen müssen, um überhaupt noch arbeiter zu bekommen.

Ich denke die heutige Jugend hat vielfach eine völlig falsche Einstellung zum Lohn! Wer 1600 Euro als wenig empfindet, der muss sich wirklich mal fragen in was für Relationen er eigentlich lebt.

wenn du von der schwächung der volkswirtschaft sprichst, dann ist eine privatisierung so ziemlich das allerdümmste, was man tun könnte um eine solche zu verhindern.

Die Bahn ist bereits privatisiert. Diese Entwicklung konnte weder ein Herr Mehdorn noch die TRANSNET, GDBA oder GDL beeinflussen. Alle diese Parteien müssen sich nun aber mit den Gegebenheiten abfinden und auf Basis der heutigen Rahmenbedingungen Lösungen finden.

gäbe es also solche gegenströmungen wie die GDL nicht, wäre der volkswirtschaftlcihe schaden immens größer als ohne solche.

Sorry aber das kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen!
Was haben die Tarifforderungen der GDL mit der Privatisierung der DB AG zu tun?
Wenn es keine privatisierte DB AG gäbe, dann hätte die GDL nichts zu melden. Die GDL profitiert also von der Privatisierung und wirkt ihr nicht entgegen.

meint die GDL also jetzt, sie könne nach belieben alles lahmlegen, so wäre ich mit einem erneuten streikverbot im fernverkehr durchaus einverstanden, weil es nicht sinn eines streiks ist, solch kollateralschaden zu verursachen. allerdings denke ich dass die GDL wohl schlau genug ist, es nicht soweit kommen zu lassen.

Wollen wir hoffen, dass die GDL dies auch so sieht. Allerdings befürchte ich, dass es anders kommen wird.
Die DB AG hat bereits mehrfach deutlich klar gemacht, dass es keinen vollkommen losgelösten Tarifvertrag für die GDL geben wird. Damit bewegt sie sich im Rahmen der Vereinbarungen die Resultat des Moderatorenverfahrens waren, denn dies beinhaltete, dass die GDL mit der TRANSNET zusammen eine Lösung findet.

Die DB AG selbst wäre auch gerne bereit weitere Streiks in Kauf zu nehmen um dieses Ziel zu erreichen. Letztlich wird es wohl die einzige Chance für die GDL sein wenn sie den Druck auf die DB AG erhöht indem sie dafür sorgt, dass nicht nur die DB AG Opfer des Streiks wird. Und daher denke ich, dass es wohl zu derartigen Kollateralschäden kommen wird, wenn die Bahn nicht vorher klein bei gibt und sich die Tarifforderungen der GDL aufzwingen lässt.

Die GDL zeigte ja bereits bei den letzten Streiks, dass sie diese Schäden auch in Kauf nimmt. Oder denkst du es gab keine "Opfer" bei den Streiks im Regionalverkehr? Was meinst du wie viele Arbeitnehmer an den Streiktagen nicht zur Arbeit kommen konnten bzw. mehrere Stunden Anfahrtsweg in Kauf nehmen mussten.

/edit:

Zur Kompromissbereitschaft der Bahn:

Die Bahn war bereit die Tarifabschlüsse mit TG und GDBA noch zu erhöhen. Sie war ferner bereit Lokführern die durch ihre Arbeit besonders belastet werden (unregelmäßige Arbeitszeiten, viele Fahrten ins Ausland, ...) Sonderleistungen zukommen zu lassen. Ferner hat sie immer erklärt, dass dies ihre Verhandlungsbasis ist und alles weitere am Verhandlungstisch entschieden werden soll.
Einziger Punkt wo die DB AG nicht kompromissbereit war und ist: Es wird keinen eigenständigen Tarifvertrag für die GDL geben.

Nun die GDL verharrt seid Monaten auf ihren Forderungen. Sie fordert offiziell noch immer 31% mehr Lohn und lässt selbst nach den Morderationsgesprächen nicht von der Forderung nach einem völlig losgelösten Tarifvertrag nicht ab.

Ferner ist die GDL seid Wochen nicht bereit Verhandlungen mit der DB AG aufzunehmen.

In meinen Augen ist es die GDL die sturr und nicht Kompromissbereit ist, nicht die DB AG.

Benjamin_L
04.11.2007, 16:41
Laut:
http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/medien/?em_cnt=1222306&sid=c6657713deb7a885e03a22ef97c3b0bf
verdienen die Lokführer so 2000 brutto.

Adam_Smith
04.11.2007, 16:48
Mh ... Lokführer saßen da also, die 2000 Euro als Bruttolohn angaben. Bei der DB AG können sie dann aber nicht gearbeitet haben.

Gerne will ich natürlich meine Auflistung der Einkommen eines Lokführers bei der DB AG durch Quellen belegen: http://www.diw.de/documents/publikationen/73/73197/07-43-1.pdf

Bleibt also bei ca. 20€ Stundenlohn. Eine Zahl die niemand anzweifelt (auch die GDL nicht). Wäre das Einkommen eines Lokführers also wirklich nur 2000€ brutto, dann würde er ja nur 25 Stunden in der Woche arbeiten ...

Passt irgendwie nicht zu den Angaben der GDL über die Arbeitszeiten eines Lokführers.

/edit: Nach etwas Recherche kommt dann auch ans Tageslicht wie sich der scheinbare Widerspruch erklärt:

Das Grundeinkommen eines Lokführers liegt tatsächlich bei ca. 2000€ Brutto (Einstiegsgehalt). Hinzu kommen dann allerdings noch Zuschläge wie Verpflegungsgelt (bezahlt bei weitem nicht jeder Arbeitgeber in Deutschland), Urlaubsgeld, ...
Diese machen dann auch noch einmal im Schnitt ca. 600€ brutto im Monat aus.

So einfach lässt sich überdramatisieren ... einfach mal einen großen Abschnitt des Lohnzettels vergessen :freak

HappyMutant
04.11.2007, 19:16
Okay, bitte bleibt bei Fakten und Argumenten und verzichtet am Besten auf persönliche Beurteilungen des anderen. Wenn es nichts mit dem Thema zu tun hat, dann hilft es auch der Diskussion nicht weiter. Ich denke die meisten Beteiligten wissen das und trotzdem muß immer wieder darauf verwiesen werden.

perfekt!57
10.11.2007, 16:47
die bahn positiniert sich als wettbewerber zum flugzeug, möchte mit den ice3 in d und grenzüberschreitend dem flugzeug u.a. die business kunden abjagen im bereich von bis zu 4h gesamt-reisezeit city to city.

und den leuten, die das fahren, dasselbe geld zahlen, wie einem "vorortzug-lokführer von gestern".

meiner meinung nach passt das nicht zusammen.

und genau daher passt auch das angebot mit dem "externen vertrag" nicht:

wenn der gegenwärtige bahnvorstand das vorschlägt, dann ist es schon nicht richtig u.a., weil dann weitere, parallele gesellschafen gegründet werden könnten.

m. e. n. gibt es nur eine bahn, und die beschäftigten müssen unter dem einen dach bleiben. und zukünftige, nachfolgende vorstandsgenerationen werden es den mitarbeitern letztendlich danken, wenn die gewerkschaft das hoffentlich und richtigerweise durchsetzt.

eben auch, weil die zugführer und zugbegleiter sehr direkt mit verantwortlich sind für umsatz (kundenkontakt) und sicherheit. und das auslagern hiesse... .

p.



meiner meinung nach ist das ganze aber eh bloß ein weitere verfügungsmasse des arbeitgebers in den verhandlungen, um den gegner später und geschwächter zum eigentlichen kern der sache kommen zu lassen. wir werden sehen.

.

hapelo
16.11.2007, 09:31
und den leuten, die das fahren, dasselbe geld zahlen, wie einem "vorortzug-lokführer von gestern".
Da magst Du Recht haben, aber das ist Sache der Gewerkschaften, die dem Bummelzugführer das gleiche Geld zugestehen, wie dem ICE-Führer. Da kann die Bahn nix dafür. ;)

Ich finde es ist an der Zeit, dass die Bahn ein Signal setzt, und alle Mitarbeiter für die Streikdauer aussperrt. Mal sehen, wie begeistert die in Transnet und GDBA organisierten Kollegen sind, wenn sie plötzlich kein Geld mehr bekommen. :evillol

Imho ist es untragbar, einem Unternehmen mehr als einen Tarifpartner zuzumuten, und 20€/h sind auch nicht gerade wenig Geld in einem defizitär arbeitenden Unternehmen. :rolleyes

Peiper
16.11.2007, 15:39
@hapelo

Wie kann man die Bahn mit einem defizitären Unternehmen vergleichen?
Die Bahn war, ist und wird auch in Zukunft, trotz der unnötigen Teilprivatisierung, ein Zuschußbetrieb bleiben.

Eigentlich wäre es an der Zeit daß der Eigentümer mal reinen Tisch macht, den Vorstand in die Wüste schickt und mit einem neuen Management all die Probleme angeht die es bei der Bahn gibt.

Davon wäre der Tarifkonflikt wohl noch das kleinste.

wiesel201
16.11.2007, 16:00
Wie kann man die Bahn mit einem defizitären Unternehmen vergleichen?
Die Bahn war, ist und wird auch in Zukunft, trotz der unnötigen Teilprivatisierung, ein Zuschußbetrieb bleiben.

Vielleicht weil die Bahn ein defizitäres Unternehmen ist? Mach Dich erst mal hier (http://de.wiktionary.org/wiki/defizit%C3%A4r) schlau...;)

Adam_Smith
16.11.2007, 17:22
Pieper ein Punkt der dazu führt, dass die DB AG keine Gewinne abwirft ist die Tatsache, dass sie viele ihrer Strecken bedienen muss selbst wenn es sich nicht lohnt. Würde die Bahn rein wirtschaftlichen Interessen folgen, so wäre der Regionalverkehr nahezu komplett eingestellt und die Bahn würde sich auf den Fern- und Güterverkehr fokusieren, denn da lässt sich richtig gutes Geld machen.

Willst du wirklich, dass die DB AG rein wirtschaftlichen Interessen folgt?

PCB
16.11.2007, 17:27
Also Ich unterstütze den Weg der GDL, auch wenns mich selbst trifft!

Die Lokführer haben imo berechtigte finanzielle Forderungen, die besonders deutlich werden, wenn man mal die Einkommen europäischer Lokführer-Kollegen dagegenhält (http://www.rp-online.de/public/article/aktuelles/wirtschaft/news/500450). Dort liegen die dt. ziemlich hinten, in der Schweiz verdient ein 40 J. Zugführer mit Familie 4455 netto!
Interessant finde ich, das zb bei Piloten die hohe Verantwortung gegenüber den Pasagieren eine (exorbitant) höhere Entlohnung rechtfertigt (obwohl die Vögel schon ganz automatisch fliegen können ;)). Bei Zugführern gilt dies dann plötzlich nicht mehr, obgleich auch diese 100erte Menschen transportieren!?

Den Streit über die Forderung nach einem eigenen Tarifvertrag für die GDL (bzw die Weigerung der Bahn) kann Ich nur äußerst verwundert verfolgen: Jahrelang wurde von den Arbeitgebern eine Öffnung der Flächentarifverträge gefordert, jetzt macht es jemand und plötzlich kommt die 180 Grad Kehrtwende?? :confused :watt

Zitat (http://www.labournet.de/diskussion/wipo/tarifpol/hundt.html): "Wir brauchen eine gesetzliche Öffnungsklausel im Tarifrecht"... ermöglicht werden, betriebliche Vereinbarungen zu treffen, die von den geltenden Tarifverträgen abweichen könnten."


Das verwundert doch sehr, ebenso wie der ganze Ablauf dieses "Ereignisses", warum nur scheinen alle Beteiligten auf Biegen & Brechen so stur zu sein /zu bleiben?

Nehmen wir die GDL, warum der eigene Vertrag? Wenn man weiß das die Bahn mit der Transnet-Gewerkschaft einen Tarifvertrag geschlossen hatte, der in einer Klausel jegliche andere Tarifverträge (GDL) untersagte, kann man die GDL schon besser verstehen!
Und die unsägliche Art der Bahn, mittels gerichtl. Verfügungen das Streikrecht zu unterwandern (welches im GG fest verankert ist!), hat mich persönlich echt angewidert! Da war der "Widerstand" der GDL doch fast zwangsläufig.

Zur Bahn: Warum nimmt Mehdorn die Mio / Mrd-Verluste einfach so hin (vom Imageverlust ganz zu schweigen), und "zahlt" nicht einfach die erwarteten 100 Mio Mehrbelastung?
An den Finanzen kanns nicht liegen, wenn man die Umsätze & "Gewinne" der Bahn sieht, Mehdorn bekommt ja sogar noch Milliarden pro Jahr vom Bund!
Nein, imo liegst am geplanten Börsengang, für diesen müssen um jeden Preis die Gewinne maximiert und die zukünftigen Shareholder beruhigt werden! Welcher Aktionär sieht denn schon gerne, das ein paar Leute in "seinem" Laden ihre Forderungen durchsetzen können, hm?

Und auch die Bundesregierung möchte keine großen Wellen bei der Bahn, sondern schnell und "unbemerkt" den erwarteten Bahn-Erlös einkassieren, möglichst bevor die Allgemeinheit mitbekommt, das dort Volksvermögen von geschätzten 200 Mrd € für 6-8 Mrd "verschleudert" wird.
Anders kann ich mir das Stillsitzen des Bundes nicht erklären. Und gerade dort könnte zb die SPD ihr gerade wiedergefundenes soziale Gewissen mal wirklich glaubwürdig aufzeigen!

Aber nein, man macht sich lieber zum Lakaien der Wirtschaft und orakelt "dramatische" Folgen für die selbige und das der Aufschwung dadurch gefährdet ist.....:rolleyes

my2cents

Peiper
16.11.2007, 18:14
@Wiesel

Anscheinend habe ich mich irgendwie mißverständlich ausgedrückt.

Also ich weiß was defizitär bedeutet. :rolleyes
Was ich meinte ist daß man die Bahn nicht mit einem üblichen verlustbringenden Unternehmen (führt ja irgendwann in den Konkurs) vergleichen kann. Nicht jedes Unternehmen hat schließlich einen Geldgeber der jährlich 2 - 2,5 Mrd. Euro zuschießt.

@Adam_Smith

Willst du wirklich, dass die DB AG rein wirtschaftlichen Interessen folgt?

Wie kommst du denn auf diese Idee? Jetzt wirds vogelwild!
Ich schrieb doch daß die Bahn auch in Zukunft ein Zuschußbetrieb sein wird. Sollte eigentlich nicht negativ gemeint sein.
Daß der Regionalverkehr unrentabel ist ist auch klar, darum ja die Subventionen. Und damit dieser auch weiterhin, flächendeckend, von dem 'Volkseigentum' Bahn abgedeckt wird müßte man einen neuen Mann an die Spitze setzen der den Willen des Bundes auch so umsetzt wie es sich für ein Staatsunternehmen gehört.


@PCB

Das funktioniert, wie in fast allen Bereichen nach dem Prinzip: 'was ineressiert mich mein Geschwätz von gestern'!

Und eine so 'mächtige' Gewerkschaft, die es schafft eine längst überfällige Lohnkorrektur, und dazu noch als Einzeltarifvertrag, durchzusetzen verringert natürlich das Interesse von Investoren. Und um die tänzelt Mehdorn doch herum wie um einen Honigtopf.

Adam_Smith
16.11.2007, 18:39
@ PCB

Aus Zeitgründen kann ich nur kurz auf deine Äußerungen eingehen. Ich verlinkte bereits eine Quelle aus der hervorgeht, dass die Lokführer in Deutschland im gesamteuropäischen Vergleich gar nicht so schlecht da stehen. Die GDL führt in ihrer Tabelle nur jene Länder auf in denen der Lokführer mehr verdient als in Deutschland.

Gerade wenn man die Bruttolöhne vergleicht stehen die deutschen Lokführer gar nicht mal so schlecht da. Netto sieht es etwas anders aus, aber dafür kann die DB AG nichts, denn sie ist nicht für die hohen Abzüge verantwortlich.

Ferner sollten auch immer die Lebenshaltungskosten mit in die Betrachtung eingezogen werden. Diese sind in fast allen von der GDL aufgeführten Ländern höher als in Deutschland. Teilweise sogar bis zu 28% (Schweiz). All das muss bei dem Vergleich von Nettolöhnen berücksichtigt werden, die GDL macht dies nicht und verzerrt so natürlich das Bild zu ihren Gunsten.

Was nicht bedeuten soll, dass die Lokführer in Europa überall weniger verdienen als in Deutschland.

Schwachsinnige Vergleiche zu Piloten gab es hier im Forum und auch von Seiten der GDL bereits zu genüge. Bitte setz dich doch mal ne Stunde zu einem Piloten ins Cockpit und lass dir erklären was er alles machen muss. Dazu reicht die Stunde nicht aus ...
Dann setz dich in den Führerstand einer Regionalbahn und lass dir von dem Lokführer seinen Job erklären.

Danach kannst du wieder kommen und Vergleiche ziehen ...

extasy
16.11.2007, 19:49
Wie bitte, die Deutschen Lockführer sollen Brutto im Europähischen Vergleich nicht so schlecht verdienen ??

Also wenn ich schon als Pflegekraft brutto über 2100 Euro (ohne Zulagen) bei 36 Stunden in der Woche verdiene, dann ist der selbe Bruttolohn für über 40 Stunden in der Woche nicht wenig ??? So weit ich mich erinnern kann verdient ein Lockführer in der Schweiz über 3500 euro brutto.

Aber an diesem Beispiel sieht man mal wieder was im Kapitalismus los ist. Um die Profite der Vermögenden Anleger möglichst hoch zu halten dürfen die jenigen die diesen Profit erarbeiten halt nicht so viel verdienen. Klar das sich der Bahnvorstand erst kürzlich über 60% mehr eingestrichen hat, 31% für Lockführer sind da natürlich zu viel.

Interessant übrigens das der Aufschrei vor 7 Jahren beim Pilotenstreik lange nicht so scharf war. Und das bei einer Berufsgruppe die wirklich alles andere als unterbezahlt gilt. Die haben damals ja wirklich auf hohem Niveau gejammert und sich letztendlich durchsetzen können.

PCB
16.11.2007, 20:10
Die GDL führt in ihrer Tabelle nur jene Länder auf in denen der Lokführer mehr verdient als in Deutschland.Nein, in der Tabelle sind die Löhne in vergleichbaren EU-Staaten gelistet! Du willst doch nicht ernsthaft Zugführer-Gehälter aus Lettland oder Bulgarien als zus. Maßstab miteinbeziehen, oder?

Und die um 28% höheren Lebenskosten der Schweiz relativieren sich ja wohl bei einem um 258 % höheren Lohn, oder?

Schwachsinnige Vergleiche zu Piloten gab es hier... Aber trotz Wiederholung scheinst du es nicht zu begreifen! Es geht nicht darum, wer wieviel technisches Können & Wissen für seinen Job benötigt, sondern um die Verantwortung in seinem Job!

Bei dem einen Beruf ist es relevant, beim anderern nicht, nur das hatte ich angemerkt!

Und btw, Piloten und ebenfalls Ärzte haben ihren eigenen Tarifvertrag, den sich auch beide Gruppen mit Streiks erkämpft haben! Das scheint aber kein Problem für dich zu sein.....!!

Und zu dem Argument, das die Bahn momentan das ablehnt, was alle Arbeitgeber jehrelang gefordert haben, nämlich die Öffnung der Tarifverträge, kommt von dir nicht viel!


Zur Wahrnehmung einer anderen Sichtweise als der von Mr. Smith empfehle ich allen diesen Kommentar der Frankfurter Rundschau (http://www.fr-online.de/top_news/?em_cnt=1242717)

Zitat: "Nun kann man sagen: Wenn da jeder käme! Ja, soll doch jeder kommen! Sollen doch die deutschen Drehbuchschreiber die Filmproduktion boykottieren, und sollen doch ein paar TV-Techniker das Fernsehen lahmlegen,... sollen die Arbeiter am Band den Schraubenschlüssel zur Seite und den Betrieb lahm legen. ...
Was da alles lahmgelegt werden kann! Und was wird dann passieren? Es wird sich herausstellen, dass viel mehr Leute viel wichtiger sind, als sie gedacht haben."

my2cents

Adam_Smith
16.11.2007, 22:22
Wir haben hinlänglich über das Thema Verantwortung diskutiert auf den vergangenen Seiten dieses Threads. Es wurde auch bereits sehr ausführlich geschrieben, dass es innerhalb der DB AG verschiendeste Jobs gibt in denen die Arbeitnehmer eine mindestens ebenso hohe Verantwortung tragen wie der Lokführer.

Piloten im Cockpit eines Passagierflugzeuges sind 100% auf sich gestellt, wenn es hart auf hart kommt. Hast du im Flugzeug schon einmal einen Hebel für die Notbremse gesehen? Ich nicht!
Der Pilot muss in Gefahrensituationen deinen Hirnschmalz anstrengen um eigenverantwortlich Entscheidungen zu treffen die die Gefahr bannen. Bei einem Lokführer beschränkt sich das dann doch eher darauf die Gefahrensituation zu erkennen und dann auf die Bremse zu treten.
Ich will damit den Beruf des Lokführers keinesfalls herabwürdigen, aber überbewerten sollte man ihn auch nicht.

Es wird sich herausstellen, dass viel mehr Leute viel wichtiger sind, als sie gedacht haben.

In einer Gesellschaft ist prinzipiell jeder Job wichtig. Selbst der Produzent von Konsumgütern erfüllt innerhalb unseres Systems eine wichtige Funktion. Unwichtige Jobs gibt es nicht und der eine Job ist nicht wichtiger als der andere ... wie gesellschaftsfeindlich muss man sein um dies anders zu sehen?!

Jetzt fragt man sich natürlich wie dann unterschiedliche Löhne zustande kommen...
Da wir in einer Marktwirtschaft leben wird auch der Preis für die geleistete Arbeit (also der Lohn) entsprechend den Gesetzen des Marktes gebildet. Hier ist nicht die Wichtigkeit des Jobs entscheidend sondern das Angebot an potentiellen Arbeitnehmern. Bei Jobs die unbequem sind oder hohe Anforderungen an die individuellen Fähigkeiten stellen sind die Löhne höher als bei "einfachen" Berufen oder eben jenen für die man keine hohen Qualifikationen braucht.

Bahner im Betriebsdienst ist ein Lehrberuf. Als Eingangsqualifikation reicht der Realschulabschluss. Es ist schlichtweg so, dass viele Menschen die nötigen Qualifikationen besitzen um diesen Beruf ausüben zu können. Die Anforderungen sind nicht höher als die Anforderungen die an die übrigen Bahner im Betriebsdienst gestellt werden.
Bei Piloten und Ärzten ist dies vollkommen anders.

Nun stellt sich die Frage ob 20€ Stundenlohn für einen Lehrberuf ausreichend sind ... Im nationalen Vergleich (und das ist der einzige Vergleich der zählt !), verdient der Bahner im Betriebsdienst dann auf einmal gar nicht mehr so schlecht...

Ich habe übrigens auf den ersten Seiten dieses Threads schon geschrieben, dass ich es nicht als optimale Lösung sehe, dass Ärzte und Piloten einen eigenen Tarifvertrag haben.
Ich sagte lediglich, dass man aus der Tatsache, dass Piloten und Ärzte einen eigenen Tarifvertrag haben ableiten kann, dass die Lokführer auch einen bekommen sollten. Piloten haben nun einmal einen vollkommen anderen Bildungsweg beschritten als die Stewardessen oder Fluggerätmechaniker in der Wartung. Bei Ärzten ist es ebenso ... auch ihr Bildungsweg ist in keiner Weise mit dem einer Krankenschwester vergleichbar.
Bei Lokführern ist es eben nicht so! Die Lokführerausbildung ist nun mal eine ganz normale Ausbildung mit anschließender Qualifikation auf einen Triebwagentyp. Diese dauert wenige Monate und wird von der DB AG voll bezahlt. In den ersten 3 Jahren der Ausbildung unterscheidet sich der Lokführer nicht von den Arbeitnehmern in der Wartung, den Arbeitnehmern in den Leitständen, ...

@extasy:

Der Vergleich mit den Löhnen ausländischer Arbeitnehmer hinkt immer! Zumal die GDL etwas flunkert wenn es um die Netto Löhne geht... Dazu habe ich bereits an mehreren Stellen recht ausführlich etwas geschrieben. Ich würde dich bitten dies und die dazu gehörigen Quellen durchzuarbeiten sonst drehen wir uns hier im Kreis.

Nasenbär
18.11.2007, 00:00
zum thema verantwortung, ein Busfahrer transportiert auch viele menschen.
und 1500€ netto ist für ein Ausbildungsberuf gar nicht so schlecht.
Ist ja ok das sie für mehr lohn kämpfen aber 31% ?
warum haben sich die gewerkschaften nicht vorher schonmal mehr geld verlangt als jetzt aufeinmal bis zu 30%?
Ein weiteres Problem sind die anderen gewerkschaften die sich mit der bahn schon geeinigt haben.
Wenn man der GDL 30% gewähren würde gäbe es mitarbeiter 1. und 2.ter Klasse, und das kann es nicht sein

Adam_Smith
19.11.2007, 20:34
Eine interessante Runde hat sich da gestern bei Anne Will zusammen gefunden um öffentlich diese Thematik zu diskutieren.

Unter anderem saßen da Frau Suckale, Herr Schell sowie Herr Biedenkopf (zusammen mit Geißler bildeten sie damals das Moderatorenteam welches zwischen GDL und TG sowie DB AG schlichten sollte). Lustig an der ganzen Runde war der Versuch Schells die Moderatorenvereinbarung welche von Geißler und Biedenkopf kam zu interpretieren während Herr Biedenkopf daneben saß. Ist ihm nicht ganz geglückt :D .

http://daserste.ndr.de/annewill/aktuellesendung/t_cid-4260020_.html

Leider ist die Szene in der Herr Biedenkopf klar sagte, dass es Ziel des Moderationsverfahrens war, dass TG, DB AG sowie GDL in Kooperation einen Konfliktfreien Tarifvertrag zu vereinbaren haben in welchem die GDL in einem eigenständigen "Abschnitt" Arbeitszeit und Lohn der Lokführer regeln darf. Dieser Tarifvertrag soll aber in das Tarifgeflecht der DB AG eingebunden werden.

Herr Schell hat dies wohl leider nicht ganz verstanden (bis heute noch nicht wie mir scheint).

Amüsant wurde es dann als ein ehemaliger Verhandlungsführer der Polizei, der heute Manager in Fragen des Konfliktmanagements berät zu Wort kam.
Er sagte, dass es für alle Seiten das beste wäre, wenn man endlich miteinander redet...

Gesagt getan, dachte sich wohl Frau Suckale und versprach Herrn Schell vor laufender Kamera, dass sich der gesamte Vorstand der DB AG heute frei nehmen würde um mit der GDL zu sprechen und zu verhandeln. Schell hat es selbst zu dem Zeitpunkt einfach nicht geschafft über seinen Schatten zu springen und direkt einzuwilligen, man konnte förmlich spüren wie er sich gewunden hat und Argumente gegen ein solches Treffen suchte.

Heute dann kommt auf einmal die Pressemitteilung, dass die GDL morgen bereit wäre zu Verhandeln ... ein Schelm wer böses dabei denkt.

Auf dem Rücken der ganzen Nation tragen da zwei Dickköpfe (ja hier will ich außnahmsweise auch mal Herrn Mehdorn mit in die Verantwortung nehmen) ihren Egotrip aus! Ihr könnt mir sagen was ihr wollt ... um das Wohl der Lokführer geht es Herrn Schell nur sekundär, primär geht es um das Ego.
Und die Äußerungen eines Herrn Mehdorn oder auch riesige Zeitungsannoncen tragen nicht gerade dazu bei den Konflikt zu lösen.

Hier wird das ganze Streikrecht ad absurdum geführt!

Brigitta
19.11.2007, 20:55
... ein Schelm wer böses dabei denkt.

Ich denke dabei nur folgendes: Herr Schell konnte dies in diesem Moment gar nicht alleine entscheiden, da er alleine nicht Beschlussfähig ist. Dazu bedarf es der Zustimmung der GDL.
Und der Vorstand der DB AG wußte dies. Gehört halt auch zum Kampf um die öffentliche Meinung..

Eine andere Frage ist, ob ich diese Unflexibilität in bestimmten Situationen gut heiße.

Adam_Smith
20.11.2007, 16:15
Niemand erwartete von Herrn Schell, dass in der Sendung gleich ein Tarifabschluss erfolgt. Es ging nur darum, dass er als Vorsitzender der GDL Bereitschaft zeigt sich mit den übrigen Tarifpartnern an einen Tisch zu setzen.

Ich denke diese Entscheidung hätte er als GDL Vorsitzender durchaus spontan treffen können und dürfen. Und wenn es keine Entscheidung ist, dann hätte er wenigstens Worte sagen können wie: "Ich werde mich gerne morgen mit Ihnen zusammen an einen Tisch setzen, muss dies aber noch mit dem übrigen Vorstand abstimmen."

Doch auch dies sagte er nicht ...

Der GDL wurde in der Sendung folgendes Angeboten:

- Vetorecht bei den Tarifverhandlungen zwischen den 3 Bahngewerkschaften und der DB AG
- Die GDL darf Fragen zu Arbeitszeit und Lohn für die Lokführer eigenständig diskutieren, die Ergebnisse müssen aber Konfliktfrei zu dem restlichen Tarifgefüge sein.
- Die TRANSNET arbeitet bereits an einer strukturellen Veränderung (Verbesserung) des Tarifgefüges und würde die GDL gerne in diesen Prozess einbinden.

Dafür sollte die GDL nur eins zusichern:

- Friedenspflicht für die nächsten 2-3 Monate und Verhandlungsbereitschaft.

Was will denn eine Gewerkschaft mehr die nicht einmal 10% der Angestellten der DB AG vertritt?

/edit:

Nun gibt es also eine Einigung zwischen den Konfliktparteien.

Doch wer genauer hinschaut, der fragt sich wofür denn nun die GDL unser Land gelähmt hat. Am Ende kommt nämlich nur das Ergebnis raus, was man von der Bahn auch ohne Streiks bekommen hätte.
Einen Artikel der die Ergebnisse zusammenfasst und kritisch hinterfragt findet sich bei der FAZ.
http://www.faz.net/s/Rub4D8A76D29ABA43699D9E59C0413A582C/Doc~E042FD142AC1344CB854DE80F2A37FE7C~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_aktuell

OMaOle
17.01.2008, 08:47
Recht hast Du, und was mich persönlich freut ist die Reaktion von Herrn Mehdorn mit der Ankündigung von Preiserhöhungen und Personalreduzierung.
Da kann die Politik schimpfen wie sie will, ein Unternehmen muss auf die Zahlen schauen und wenn es wettbewerbsfähig sein will kann man nicht auf der Ausgabenseite erhöhen ohne auf der Einnahmenseite zuzulegen.
Das ist vom Bahnvorstand ja auch immer so gesagt worden, ohne bei der GDL Gehör zu finden.
Hoffentlich müssen jetzt die größten Quertreiber auch gehen und nicht die, die nichts dafür können.

Benjamin_L
17.01.2008, 17:48
Ist doch völliger Quatsch, die Erhöhungen im Dezember wurden schon mit der Begründung durchgeführt, dass man für die anstehenden Tarifabschlüsse mehr Geld benötigt. Es ist doch nur ein vorgeschobener Grund, und wenn man die Mehrausgaben hochrechnet, sollen es angeblich 5€ für 10000 Bahnkilometer sein...

Adam_Smith
17.01.2008, 20:12
Na ob jetzt der Lohnkostenanteil in der Bilanz der DB AG dermaßen hoch ist, dass die jetztigen Tarifabschlüsse eine derart drastische Preiserhöhung rechtfertigen sei mal dahingestellt.

Das die Bahn (zumindest mittelfristig betrachtet) aber in Zukunft vor allem im Bereich des Nah- und Güterverkehrs Stellen abbauen muss halte ich für schlüssig. Schließlich haben nahezu alle Konkurrenten deutlich geringere Lohnkosten.
Da im Nahverkehr und auch im Güterverkehr mittlerweile doch ein echter Wettbewerb statt findet, wird die Bahn wohl zukünftig des öfteren den kürzeren ziehen.

Benjamin_L
18.01.2008, 15:49
Das steht aber gar nicht zur Debatte, es geht allein um die Aussagen von Herrn Mehdorn und den Bezug auf den Tarifabschluss.
Wenn der Abschluss angeblich so weitreichende Folgen hat, wieso hat Herr Mehdorn dann nicht einfach seine Unterschrift verweigert? Entweder war er so kalt und hat den Stellenabbau willig in Kauf genommen oder er redet jetzt Unsinn, was davon stimmt darf sich jeder selber aussuchen.

Adam_Smith
18.01.2008, 16:25
Wenn der Abschluss angeblich so weitreichende Folgen hat, wieso hat Herr Mehdorn dann nicht einfach seine Unterschrift verweigert?

Und in diesem Moment lässt du dem Bahnvorstand dann gar keinen Spielraum mehr ...

Auf der einen Seite ist der Bahnvorstand schuld, wenn die GDL Streikt und damit in ganz Deutschland einen imensen wirtschaftlichen Schaden produziert und auf der anderen Seite soll er den Tarifabschluss verweigern, weil dieser Arbeitsplätze in Gefahr bringt?

Dem Bahnvorstand ist es recht egal, wie er seinen Gewinn einfährt. Ohne den hohen GDL Tarifabschluss hätte man keine Leute entlassen und die Fahrpreise nicht erhöhen müssen um eine Umsatzredite von X% zu erwirtschaften, jetzt mit dem hohen Tarifabschluss muss man eben Leute entlassen und Preise erhöhen um die selbe Rendite X% zu erwirtschaften.

Vollkommen legitim.

Ferner sind die wirtschaftlichen Schäden durch einen unbefristeten Streik vielleicht ja viel höher ...

Die Wahrung von Arbeitnehmerinteressen ist in erster Linie Aufgabe der Arbeitnehmervertreter (Betriebsräten und Gewerkschaften). Der Bahnvorstand hat mehrfach darauf hin gewiesen welches die Konsequenzen aus einem hohen Tarifabschluss sein können. Die GDL hat diese Warnungen ignoriert und weiterhin unhaltbare Forderungen aufgestellt.

Die Suppe dürfen sie nun selbst auslöffeln.

Benjamin_L
18.01.2008, 17:31
Gerade im Radio, die Entlassungen sind wieder vom Tisch, soviel dazu..

OMaOle
22.01.2008, 08:49
Nee, vom Tisch sind die nicht, noch lange nicht. Verschüttet oder verschoben vielleicht aber nicht vergessen.
Der Weg und der Zeitpunkt waren unglücklich gewählt, das ändert aber nichts an der Notwendigkeit wettbewerbsfähig zu bleiben.
So wie ich Herrn Mehdorn kenne findet der andere Wege die fehlenden Gelder einzutreiben...

Adam_Smith
22.01.2008, 17:01
Einfach aus dem Dienst ausscheidende Lockführer nicht mehr ersetzen. So hat man schnell einige Stellen gespart.

OMaOle
23.01.2008, 05:11
Ob das so einfach ist wage ich zu bezweifeln, schließlich ist das ein gängiger Weg der aber sicher nicht ausreicht sonst würden keine anderen Maßnahmen in Betracht gezogen.

Das Herr Mehdorn und sein Vorstand die Aussagen nur aus verletzter Eitelkeit und wie trotzige Schuljungs gemacht haben glaube ich auch nicht, dazu sind sie zu sehr Profi s.

Na mal abwarten, denen fällt was ganz gemeines ein.