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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Krankenkassen Zusatzbeiträge


David Aames
04.02.2010, 06:32
Guten Morgen, warum müssen wir die Zusatzbeiträge zahlen? Wir zahlen doch schon beim Lohn an die Krankenkassen.

Was passiert, wenn man diesen Zusatzbeitrag nicht bezahlt?
Lohnt sich wirklich ein Wechsel?

FSS
04.02.2010, 06:57
Das ist die Vorstufe der neuen verdientsunabhängigen Berechnung der Sozialbeiträge. Viel spass mit noch mehr sozialer Ungerechtigkeit bzw. Ungleichgewicht.

CR4NK
04.02.2010, 07:05
Die Krankenkassen benötigen mehr Geld, da meist die teureren Medikamente verschrieben werden obwohl identische Präperate auf dem Markt sind die ca. die Hälfte kosten. Also liegt die Schuld nicht nur bei den Kassen selbst...

Was mich nervt: Niemand hat mir persönlich Bescheid gegeben. Die haben einfach einen höheren Beitrag dieses Monat eingezogen. Ist das legal??!

dogio1979
04.02.2010, 07:21
Der Anfang der AUflösun der sozialen krankenverischerung. Nicht nur, dass jeder unabhängig von seinem Verdienst die gleichen beitragserhöhungen tragen muss, die Arbeitgebenseite ist daran ebenso wenig beteiligt.,
Wer die neue Regierung gewählt hat, wird schon wissen, was er damals getan hat....

ein paar Probleme, die es gibt:
- zu großer Verwaltungsapparat, Stichwort kassenärztliche Verreinigung
- zu viele Fachärzte (Überversorgung)
- zu vgiele Arztbesuche (jeder Deutsche geht durchschnittlich 18 mal im Jahr zum Arzt)
- zu hohe Medikamentenpreise (gute Lobbyarbeit der Pharmakonzerne)
- Preise für neue Medikamente werden ohne Kontrolle von dem Pharamkonzern bestimmt, erst später wird über den Preis verhandelt, wenn man mehr über die Wirkungskraft des Medikaments weiss)
- zu kleine Bemessungsgrundlage, da keine Beamte einzahlen und auch die Ausgleichszahlungen der privaten Krankenkassen in den Gesundheitsfond nicht ausreichen.

Dio
04.02.2010, 07:24
Wer die neue Regierung gewählt hat, wird schon wissen, was er damals getan hat....


Das hat aber nicht die "neue Regierung" zu verantworten sondern die "alte" CDU/SPD Regierung.

dogio1979
04.02.2010, 07:30
Ja, da stimmt. Da aber die SPD-Regierung immer gegen die Zusatzbeiträge war, glaube ich nicht, dass es diese beiträge jetzt bei einer Rot-Grünen oder Rot-Rot-Grünen Regierung gegeben hätte. Und eine andere Regierung würde es auch nicht als Sprungbrett nutzen hin zur Kopfpauschale.

FSS
04.02.2010, 07:43
@Dio: Schau mal, was die FDP plant, dagegen sind die 8 € die eben im Gespräch sind noch ein Witz ;)

moquai
04.02.2010, 08:21
Hallo,

nicht was die FDP "plant" ist ein Witz. Ein Witz ist es, dass die gierigen Kassen sich erlauben, 1% vom Brutto zu nehmen.

autoshot
04.02.2010, 08:26
Aber dass jeder arzt, der kassenpatienten behandelt, durchnittlich 15€ VERLUST pro patient macht, wisst ihr auch. Ahja und wenn ein kassenpatient in einem quartal zum 2. mal kommt, sieht der arzt KEINE MÜDE MARK mehr für diesen patienten. Man könnte also sagen: er wird umsonst behandelt ab dem 2. Mal...

Is das fair?

moquai
04.02.2010, 08:27
Hallo,

um das geht es aber doch nicht. Oder glaubst Du, dass ein Arzt von den Zusatzbeiträgen etwas bekommt? :D

FSS
04.02.2010, 08:31
Erm ich frag mich grade, ob du überhaupt die Planungen der FDP kennst, denn deine Antwort ergibt so keinen Sinn? Die FDP plant die komplette Abkopplung der Sozialbeiträge vom Arbeitslohn und die Einführung einer Kopfpauschale:
Spiegel.de :
Die FDP will die Versicherung von den Arbeitskosten entkoppeln und eine Kopfpauschale einführen, die vom Einkommen unabhängig ist.

Selbst die CSU ist gegen diese soziale Ungerechtigkeit, das will schon was heissen. Aber naja ich kann das ganze mit einem Grinsen aus der Entfernung beobachten, meine Entscheidung Deutschland vor 5 Jahren den Rücken zu kehren war wohl doch richtig und wird immer positiver =)

|MELVIN|
04.02.2010, 08:32
An alle, die gegen die Kopfpauschale der FDP wettern, ich hoffe folgende Sachen sind euch bewusst:

Im Augenblich findet der "Solidarausgleich" in der gesetzlichen Krankenversicherung nur bis zu einem Jahresbruttoeinkommen von 48.600 Euro statt. Alle die darüber verdienen (und bei dieser Summe geht zumindest für mich das "gut verdienen" erst los) sind nicht verpflichtet in der gesetzlichen Krankenversicherung zu sein und sind größtenteils privatversichert. Toller Solidarausgleich: Die meisten, die mehr als 48.600 Euro im Jahr verdienen, zahlen nicht einen Cent in die gesetzliche Krankenkasse.

Nun zur Kopfpauschale: Vorgesehen ist eine einkommensunabhängige Pauschale. Klingt erstmal ungerecht. ABER: Jeder, bei dem diese Pauschale mehr als 8 % des Bruttoeinkommens ausmacht (entspricht etwa dem jetzigen Arbeitnehmernateil in die GKV), der erhält die Differenz als Sozialausgleich, finanziert aus Steuermitteln. Und wer zahlt die meisten Steuern? Richtig: Spitzenverdiener mit mehr als 48.600 Euro im Jahr. Diese werden nun also im Gegensatz zum ersten Modell auch endlich zur Kasse gebeten und müssen die GKV mitfinanzieren.

Welches System ist nun solidarischer? In meinen Augen eindeutig letzteres.

Ford_Fairlane
04.02.2010, 08:37
Aber dass jeder arzt, der kassenpatienten behandelt, durchnittlich 15€ VERLUST pro patient macht, wisst ihr auch. Ahja und wenn ein kassenpatient in einem quartal zum 2. mal kommt, sieht der arzt KEINE MÜDE MARK mehr für diesen patienten. Man könnte also sagen: er wird umsonst behandelt ab dem 2. Mal...

Is das fair?
Die armen Ärzte, mal abgesehen das es darum in der Tat nicht geht, haben die echt nichts zu meckern, wir haben zu viele davon, die meisten recht unfähig was das Selbstständig sein angeht. Nachdem ich nun seit 15 Jahren mit dieser Gruppe beruflich zu tun habe, gehören die als erstes beschnitten mit der Pharmaindustrie. Da kommt ne Menge Geld rein.
Und die Pläne der FDP sollten jeden aufwecken und zum handeln bewegen....

FSS
04.02.2010, 08:43
Beide Systeme sind nicht ok, dazu kommt das von dogio1979 angesprochene burökratisch überladene System. Wozu über 200 Krankenkassen ( immerhin ist die Zahl schon deutlich gesunken ) und warum private Krankenkassen.

Es würde eine gesetzliche, staatliche Krankenkasse ausreichen, was alleine an burokratie wegfällt spart Milliarden. Habt ihr eig gelesen, wie die Krankenkassen die 8 € sonderausgabe verwenden? 3 € davon gehen schon drauf an Bürokratie, um diese 8 € einzutreiben ! (Quelle : Spiegel.de , ein Krankenkassen Sprecher, suche auf Wunsch gern den Beitrag). Das ist reines Geldverbrennen.

Und sagt nicht, das system mit nur einer gesetzlichen Kasse würde nicht funktionieren, den in meiner neuen Heimat läuft das so. Wisst ihr, wieviel Krankenkassen Beiträge ich im Monat zahle? 0 €. Viele Untersuchungen und Medikamente muss man bezuschussen, Einkommensschwache kriegen die Kosten anteilig (bis zu 80%, einkommensabhängig) erstattet. Studenten, Schüler und Arbeitslose haben somit eine faktische kostenlose Gesundheitsvorsorge. In diese Richtung sollte man arbeiten, und nicht weiter die Bürokratie pushen und Geld verbrennen.

|MELVIN|
04.02.2010, 08:50
Darf ich fragen welches Land deine Heimat ist?

FSS
04.02.2010, 08:51
Finnland

moquai
04.02.2010, 09:04
Erm ich frag mich grade, ob du überhaupt die Planungen der FDP kennst, denn deine Antwort ergibt so keinen Sinn?
Hallo,

doch, die kenne ich. Es ist geplant! Aber die Kassen verlangen jetzt schon die 1%-Beiträge, das ist der Witz.

@|MELVIN|;

Sein Land steht doch auch unter "Ort" geschrieben.

piffpaff
04.02.2010, 09:06
Das macht aber afaik nur eine Krankenkasse derzeit und dort liegt auch der Höchstbetrag bei 37,50€.
Sie bezeichnen es allerdings als sozial gerechter, da Leute die wenig verdienen dann auch weniger als die 8€ zahlen müssen.
Kann man ja jetzt sehen wie man will^^

moquai
04.02.2010, 09:09
Hallo,

ob es 1 oder 10 machen, das ist in dem Fall egal. FSS versteht bestimmt den Zusammnehang in meiner Aussage.
Ich hoffe es jedenfalls...

c80
04.02.2010, 09:12
Wieviel Euro will die FDP denn als Kopfpauschale einführen? Wenn das weniger ist als jetzt ist es doch was Gutes.

FSS
04.02.2010, 09:16
Ok, jetzt hab verstanden was du meinst, moquai.

Sehe ich im Prinzip ja genauso, man muss hinterfragen, warum die Krankenkassen soviel Geld benötigen, und dort ansetzen, diese Zusatzbeiträge lösen ja nicht das Problem an sich, sondern verschlimmern es im Prinzip ja noch, egal ob man pauschal 8 € nimmt oder wie piffpaff sagt, Einkommensabhängig drangeht - da sie das System der Krankenkassen noch weiter aufblähen. Quasi als ob man versucht ein Feuer mit Öl zu löschen.

edit @c80: Wie sollte es in der Summe bzw der breiten Masse weniger werden, wenn die Krankenkassen jetzt schon rumheulen ? Kurzer Überblick vielleicht hier : http://de.wikipedia.org/wiki/Gesundheitspr%C3%A4mie
Ich habe mich nicht in allen Einzelheiten damit beschäftige, man möge mich korrigieren, aber so wie ich das sehe werden unter dem neuen System einkommensschwache und Familien stärker belastet. Besserverdiener kommen unterm Strich günster davon ab einem bestimmtem Einkommen, so sie nicht privat versichert sind.

moquai
04.02.2010, 09:16
@c80;

Du hast wohl nicht alle Beiträge gelesen...


@FSS;

Genau um das ging es mir: Um die Unverschämtheit der (mancher) Kassen.

"Kocht ihr mal, wir essen derweil schon." Oder anders: "Plant ihr ruhig, wir langen inzwischen kräftig zu."

Ford_Fairlane
04.02.2010, 09:27
Ich habe mich nicht in allen Einzelheiten damit beschäftige, man möge mich korrigieren, aber so wie ich das sehe werden unter dem neuen System einkommensschwache und Familien stärker belastet. Besserverdiener kommen unterm Strich günster davon ab einem bestimmtem Einkommen, so sie nicht privat versichert sind.

Das ist doch immer wieder so....man kann in so vielen Bereichen Geld einsparen im Gesundheitswesen, seien es nun Medikamente,Ärzte und Pflegekräfte, aufgeblähte Verwaltungen usw, aber keiner packt das an, stattdessen werden aller mehr belastet und schlechter versorgt.

Pahul
04.02.2010, 09:30
Vor kurzem war die Rede von 200 €.

173526

c80
04.02.2010, 09:33
Wenn es wirklich nur bei 200 Euro bleibt, dann spart man ja jeden Monat Geld. Das ist aber bestimmt nur am Anfang so. Man kennt ja die politiker...

Rollensatz
04.02.2010, 09:34
Wenn alle mal nicht immer wegen jedem Wehwehchen gleich zum Arzt laufen würden, wäre allen auch schon geholfen.

Und wenn ein Arzt einem etwas verschreibt, dann eben nachfragen ob es nicht ein Generikum gibt.

Das Problem ist total Hausgemacht. Die Vertreter der jeweiligen Pharmafirmen lassen sich Termine bei den Ärzten geben um dann eben ihre Produkte vorzustellen. Der Arzt willigt ein diese zu verschreiben und erhält dafür etwas. Was kann man sich ja vorstellen. (Alles selbst erlebt)

c80
04.02.2010, 09:34
@c80;

Du hast wohl nicht alle Beiträge gelesen...




Da steht kein Betrag für die Kopfpauschale. Oder bin ich blind?!

moquai
04.02.2010, 09:38
Hallo,

doch, ganz groß: :D http://www.computerbase.de/forum/showpost.php?p=7340347&postcount=12

AndrewPoison
04.02.2010, 09:44
Wenn alle mal nicht immer wegen jedem Wehwehchen gleich zum Arzt laufen würden, wäre allen auch schon geholfen.

Leider hat man da auch nicht die große Wahl. Ich muss ja erst zum Hausarzt um mir ne Überweisung geben zu lassen. Somit ist für jeden Facharztbesuch direkt noch ein Hausarztbesuch notwendig.

FSS
04.02.2010, 09:53
Stimmt, dieser Überweisungswahnsinn ist auch absoluter Blödsinn, die gibts ja auch noch nicht solange. Wozu wurde die überhaupt eingeführt? Damit der Allgemeinarzt ne noch längere Abrechnung an die Kasse schicken kann ?


Wenn es wirklich nur bei 200 Euro bleibt, dann spart man ja jeden Monat Geld.

Das musst du mir jetzt vorrechnen. Wo spart eine 4 köpfige Familie, Vater Angestellteter, gesetzliche KV, Mutter Hausfrau, Kinder volljährig und zB Schüler ? Diese Familie müsste 4 x !! die Kopfpauschale zahlen, im jetzigen system sind alle über den Vater mitversichert.

|MELVIN|
04.02.2010, 09:57
Diese Familie bekommt alles was über 8 % des Bruttoeinkommens des Vaters liegt als Sozialausgleich vom Staat, finanziert über Steuern. Sprich sie bezahlt keinen Cent mehr als jetzt.

An alle nochmal zum Verständnis: Es spielt überhaupt keine Rolle ob die Kopfpauschale nun bei 150, 200 oder 250 Euro liegt, letztendlich wird niemand mehr bezahlen als jetzt (8 % vom Bruttolohn), da alles über 8 % vom Bruttolohn vom Staat über einen steuerfinanzierten Sozialausgleich bezahlt werden soll. Wenn man die Zusatzbeiträge berücksichtigt, bezahlen die meisten dann sogar genau genommen weniger als jetzt.

moquai
04.02.2010, 09:58
@FSS;

Nicht nur das. Auch wenn z.B. die Ehefrau arbeitet, der arbeitslose Mann keinen Leistungsanspruch hat und auch kein Hartz 4 bezieht, so ist dieser auch über die Familienversicherung versichert.


@|MELVIN|;

Du hast "An alle" geschrieben. Ich habe das mit der Kopfpauschale schon verstanden.

FSS
04.02.2010, 10:06
@MELVIN : Ich verstehe deine Argumentation aber warum muss man das Pferd von hinten aufzäumen?
Lies dir nochmal meinen Betrag über das finnische System durch, den hier sind ähnlichkeiten.

Warum, wenn die angesprochenen Hartz 4 oder Familien unterm Strich eh nichts zahlen müssen, warum müssen sie die Beiträge vorschiessen, damit erstens einen zinslosen Kredit den Kassen geben und zweitens dazu beitragen , dass die Verwaltung der Kassen weiter und weiter aufgebläht wird. Das system ist einfach schlecht.

@moquai: stimmt, gar nicht dran gedacht, damit kriegen wir faktisch US Zustände wo Leute einfach durchs Raster fallen und keine (automatische) Krankenversicherung haben, klasse!

moquai
04.02.2010, 10:12
Hallo,

ich schaue mal ein wenig in die Zukunft: Die geplanten 8% reichen bestimmt nicht aus. Und wenn der Staat die Einsicht bekommt, dass der steuerfinanzierte Sozialausgleich in die Hose geht, dann wird wohl nach oben nachgebessert.

Und die Kassen? Werden die vielleicht für die 8% nur noch eine absolute Grundversorgung bieten und den ganzen "Mehrwert" per Aufschlag, dieser dann schnell nochmal 4-6% ausmachen könnte?

Mourisse
04.02.2010, 10:15
moin moin,

@FSS: hyvää huomenta :p

zum Thema will ich eig. nicht viel sagen. Was ich bisher durchgelesen habe ist recht aufregend. Politik ist für mich 'eh sowas wie der Staatsfeind Nr. 1 :evillol Die tappen doch im dunklen herum.

Was wir mal wieder bräuchten wäre sowas wie Robin Hood. :king

...

|MELVIN|
04.02.2010, 10:17
....dass der steuerfinanzierte Sozialausgleich in die Hose geht, dann wird wohl nach oben nachgebessert.


Ja dann wird nachgebessert, aber eher in Form einer Erhöhung der Kopfpauschale. Sprich: An den 8 % würde sich nichts ändern, sondern nur die etwas besser verdienenden (3500 bis 4000 Brutto im Monat) würden dann statt 6 % vielleicht 7 % vom Bruttolohn einzahlen.

David Aames
04.02.2010, 10:28
Mal eine andere Frage.

Wie lange wird dann der Zusatzbeitrag gefordert?

|MELVIN|
04.02.2010, 10:30
So lange bis die Krankenkassen ihn nicht mehr zum Ausgleich ihrer Defizite brauchen oder aber ein neues Gesundheitssystem kommt. Ich bin übrigens bei der TK, die wurde schon von einigen Tests als die beste Krankenkasse bewertet und hat meines Wissens mittelfristig nicht vor, Zusatzbeiträge zu erheben.

blubberbrause
04.02.2010, 10:48
Entschuldigt bitte wenn ich eure heile welt von einem sozialen System zerstören muss, aber wie soll ein System funktionieren wenn es mehr Leistungsempfänger als Beitragszahler gibt, simples Beispiel aus dem kleinen Umfeld, eine Familie mit 2 Kindern und die Frau ist zuhause, wie soll das von dem Beitrag vom Vater gedeckt werden können. Und das mal aufs große betrachtet, so kann dieses System nie wirklich funktionieren ohne teuerer oder ohne Leistungseinschränkung durchzuführen.

Das einzige System was auf die Dauer funktioniert ist wenn alle Nehmer auch zahlen, wie eben in einer PKV...

s.0.s
04.02.2010, 11:07
Bei den Privaten gibt es auch Beitragserhöhungen, dazu steigen mit zunehmendem Alter die Beiträge. Da gibt es solche denen die Private irgendwann zu teuer wird und sie wieder in die gesetzliche wechseln möchten. In der Jugend schön Geld in die PKV gepumpt und sich im Alter aus der gesetzlichen Bedienen. Kommt alles vor.

Exar_Kun
04.02.2010, 11:08
Die PKV kann man nur schwer mit der GKV vergleichen, schließlich müssen die 1.) nicht jeden versichern und 2.) verlangen sie nach Alter oder Gesundheitszustand deutlich höhere Beiträge als die GKV. Dadurch sind sie natürlich in einer stärkeren Position als die gesetzlichen Krankenkassen, die alle* mitschleppen müssen und die Beiträge nicht anhand von Risikofaktoren steuern können. (* bis auf jene natürlich, die sich entschieden haben, sich nicht gesetzlich zu versichern).
Außerdem ist eine wie ich finde wichtige Ursache für die Erhöhung noch gar nicht gebracht worden: Die demographische Entwicklung. Ältere Menschen werden häufiger und schwerer krank, vor allem Schlaganfälle und sonstige Herz/Kreislaufprobleme treten besonders oft bei alten Menschen auf und sind als sehr kostenintensiv hervorzuheben. Da unsere Gesellschaft immer älter wird, nehmen auch die Kosten, die durch diese alterstypischen Gebrechen entstehen, zu. Ein anderes Beispiel wäre Diabetes Typ 2, eine typische Wohlstandskrankheit, an der immer mehr Menschen in Folge eines ungesunden Lebensstils erkranken und die ein Risikofaktor für viele schwerwiegende Folgeerkranken darstellt.
Gleichzeitig wird den "Starken" die Gelegenheit geboten, die "Solidargemeinschaft" der GKV zu verlassen. Eine zunehmende Kostenlast verteilt sich auf weniger und schwächere Schultern. Natürlich ist es klar, dass es irgendwann nicht mehr reicht, zumal die von Dogio aufgeführten Punkte auch noch zutreffend sind.

CyberdyneSystem
04.02.2010, 11:35
Mein Beitrag dazu. Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie viele sich Aufregen, was CDU/FDP vorhaben. irgendwer muss die doch gewählt haben? :D

FDP wollte von Anfang an sogar die Krankenkassen Privatisieren. Die Zusatzbeiträge sind ein erster schritt in dieser Richtung...

dogio1979
04.02.2010, 11:55
Mal eine andere Frage.

Wie lange wird dann der Zusatzbeitrag gefordert?

Der wird sicher nicht nur ne ganze Weile bleiben, der wird in der Höhe von 8 Euro mit großer Sicherheit nächstes jahr nochmal zusätzlich erhoben.
Viele Krankenkassen kommen mit den 8 Euro gar nichts aus, aber mehr dürfen sie nicht auf einmal erhöhen.
Und das hat ja nun auch nichts mit Raffgierigkeit zu tun. Die probleme des Systems wurden angesprochen.
Und die immensen probleme auf der Kostenseite wird auch nicht durch eine Kopfpauschale behoben. Denn entweder muss diese steigen oder die Steuerzuschüsse müssen steigen. In Anbetracht von unserer Verschuldung, der Schuldenbreme und immer kleiner werdenden Handlungsspielraum im Staatshaushalt ist da njehezu unmöglich.
Außerdem erhöht die Kopfpauschale in einem großen Umfang die Staatsquote, die die FDP ja eigentlich immer senken will. Es wird dazu, dass bald jeder in diesem land, dann auf Transferleistungen des Staats angewiesen ist.
Und dass man ab einem gewissen gehalt in seinen Beiträgen gedeckelt ist, ist ja kein Pro-Argument für die Kopfpauschale, sondern ein Argument dafür, dass jetzige System auszuweiten.. Breitere Bemessungsgrundlagen sind sinnvoller als höhere Beitragssätze. Und ein weiterer assozialer Aspekt der Kopfpauschale ist, dass die Unternehmen außen vor sind. Viele Krankheiten stehen heutzutage doch mittel oder unmitelbar mit der Arbeit zusammen. Eine Kopfpauschale wäre eine Durchbrechung des sehr sinnvollen Verursacherprinzips.

Und die ach so armen Ärzte. Die verteilen ihr geld doch selbst unter sich, dummerweise findet bei denen eine ungerechte Umverteilung von Hausarzt zu Facharzt statt, sodass wir eine Überversorgung an zu teure Fachärzte und eine Unterversorgung notwendiger hausärzte haben.
Und die Praxis ist völlig OK, wenn Hausärzte sich etwas mehr selbst zutrauen würden und weniger Überweisungen ausstellen würden. Man muss ja nicht gleich jeden mit Kopfschmerzen ins MRT schicken.

Exar_Kun
04.02.2010, 12:05
Man muss ja nicht gleich jeden mit Kopfschmerzen ins MRT schicken.
Das sehe ich auch so. Mir ist letztes Jahr sowas passiert. Ich hatte über mehrere Tage hinweg störende Ohrengeräusche und war deswegen beim Hausarzt. Er hat mich anschließend zum Orthopäden überwiesen, der bei mir auf einem Röntgenbild angeblich Arteriosklerose gesehen haben wollte. Anschließend wurde ich auf sein Anraten im Krankenhaus mit Ultraschall untersucht. Der Arzt konnte zwar nichts finden, aber meinte, es wäre sicherer, noch ein MRT zu machen. Also wurde ich weiterüberwiesen an einen Facharzt, wo dann mit Kontrastflüssigkeit ein MRT gemacht wurde und letztendlich dabei heraus kam, dass meine Blutgefäße zu 100% frei sind und ich kerngesund war. Ich will gar nicht wissen, was das an Geld gekostet hat. Ab dem Punkt, wo der Orthopäde allerdings die Diagnose stellte, war ich natürlich in Panik und hab bei den Untersuchungen mitgemacht, obwohl, oder gerade weil es absolut untypisch für mein Alter wäre. Wenn unser Gesundheitssystem so funktioniert, naja, dann ist es absolut kein Wunder, dass so horrende Kosten entstehen. Die ganzen anderen Probleme kommen ja auch noch dazu.

FSS
04.02.2010, 12:21
@Mourisse: Terve, mitäs sinne :D

@ MELVIN : Du scheinst anscheinend das System gut zu finden, da du es verteidigst. Ich finds schade das du mit keinem Wort auf meinen Denkanstoss eingehst, das Problem als solches anzugehen und diese kritischen Gruppen direkt aussen vorzunehmen. Dadurch, dass Hausfrauen, Kinder in der Ausbildung etc. jetzt KV pflichtig werden, die vorher quasi keine eigene Person in den Datenbanken der KV waren, wird das Verwaltungssystem NOCH mehr aufgebläht, was wieder Kosten verursacht - die von den KV Beiträgen bezahlt werden ! So kann das System niemals kosten senken. Sag doch mal dazu was.

@blubberbrause : Ja entschuldige mal. Es geht hier um das Gesundheitssystem, das ist DAS Soziale System überhaupt. Hier geht es nicht um Gewinn-Verlustrechnungen sondern um Kostendeckung, das ist das Gegenteil. Was ist deine Lösung? Man macht nen Kostenvoranschlag? "Tut mir leid Herr X, sie haben das dritte mal Grippe in 18 Monaten, wir können ihnen nur noch anbieten sie einzuschläfern, alles andere sprengt die vorgesehenen Kosten".

Das Problem ist doch : Irgendwann haben wir die Kosten für die Verwaltung, unnötze Arztkosten, sonstiges Geschummel bei Medikamentenverträgen etc so hochgejubelt, dass es 95% der Bürger günstiger kommen würde, gar nicht versichert zu sein und alles selber zu zahlen. Die alten und chronisch kranken bleiben auf der Strecke - das ist dein ideales, reales System? na super...

Mourisse
04.02.2010, 13:00
@FSS: perkele, aika hyvä :D

da ich im medizinisch-sozialen Bereich arbeite sehe ich "direkt" wo das ganze Geld hinfließt. Zudem ist es ein interdisziplinärer Beruf. In etwa kann ich auch nachvollziehen warum, wieso und wesshalb das alles so ist.

Das Problem ist doch : Irgendwann haben wir die Kosten für die Verwaltung, unnötze Arztkosten, sonstiges Geschummel bei Medikamentenverträgen etc so hochgejubelt, dass es 95% der Bürger günstiger kommen würde, gar nicht versichert zu sein und alles selber zu zahlen. Die alten und chronisch kranken bleiben auf der Strecke - das ist dein ideales, reales System? na super...

nur das größte Problem in der Tat ist: jedes Jahr ändern sich die Auflagen (Heimaufsucht, MDK...), kommen welche hinzu und/oder andere entfallen. Es ist ein Wirrwarr im ganzen System in der wir ständig agieren. Die Reaktion darauf ist deutlich zu spüren und zwar da wo es am meisten weh tut - in der eigenen Ohnmacht.

...

moquai
04.02.2010, 14:29
Hallo zusammen;

Ja dann wird nachgebessert, aber eher in Form einer Erhöhung der Kopfpauschale...
Darauf kannst Du wetten, die werden sich garantiert etwas einfallen lassen.

Wenn unser Gesundheitssystem so funktioniert, naja, dann ist es absolut kein Wunder, dass so horrende Kosten entstehen.

Sei mir nicht böse, aber Deine Aussage ist einfach nur dumm. Denn hätten sich die Vermutungen bestätigt, dann würde ich diese Zeilen nicht schreiben, weil es Deine nicht gäbe, da Du wohl dann anderer Meinung wärst.

Und sie froh, dass die Ärzte diese Untersuchungen angeordnet haben! Ich kenne einen Arzt der nachlässiger war und die betroffene Person hätte dadurch sterben können. Das hat sich herausgestellt, nachdem sie ein paar Tage später mit dem Notarzt ins Krankenhaus eingeliefert wurde.

blubberbrause
04.02.2010, 16:11
@FSS

Nö ganz einfach, der soziale Ansatz ein paar zahlen und alle holen raus funktioniert halt einfach nicht. Sondern einfach wie in der PKV, willst du deine Familie versichern, dann zahle für deine Frau und deine Kinder mit. Jaja ich weiß nun kommt wieder ein Aufschrei "viel zu teuer", aber das ist der einzigste Weg der funktioniert und dir auch entsprechende Leistungen auf Dauer bieten kann. Hast du alle die zahlen müssen beisammen, so sinkt auch die gesamtbelastung.

|MELVIN|
05.02.2010, 09:49
....... Hausfrauen, Kinder in der Ausbildung etc. jetzt KV pflichtig werden, die vorher quasi keine eigene Person in den Datenbanken der KV waren, wird das Verwaltungssystem NOCH mehr aufgebläht ....

Das glaube ich nicht. Ich war bis vor kurzem dem von dir beschriebenen Personenkreis zuzuordnen (familienversicherter Student), und ich kann mir nicht vorstellen, dass ich da nicht eine "eigene Person" in der Datenbank der GKV war. Ich hatte ja schließlich auch meine eigene Karte und Versichertennummer usw. Und selbst wenn es zu einem gesteigerten Verwaltungsaufwand kommen SOLLTE, der sollte durch die Vereinfachungen, die eine einheitliche Pauschale mit sich bringt mehr als wettgemacht werden. Denn Rumrechnereien mit Beitragssätzen, Beitragsbemessungsgrenzen, Einkommensgrenzen bei kostenlos Mitversicherten, Steuerlichen Absetzbarkeiten von GKV-Beiträgen usw. entfallen endgültig bzw. werden wesentlich vereinfacht.

Mal ganz abgesehen davon, dass die GKV endlich mal mehr als das betrachtetet werden sollte, was sie eigentlich ist: Ein Versicherung. Und von einer Versicherung bekommt man nur etwas, wenn man auch einzahlt. Da ist es doch sinnvoller, wenn jeder einzahlt und der Sozialstaat in der Form greift, dass bedürftige einen Sozialausgleich zur Bezahlung ihrer Pauschale erhalten, als dass viele von vornherein kostenlos versichert sind. Und dann sollte wie bei jeder anderen Versicherung auch jeder für die gleiche Leistung das gleiche bezahlen, sprich eine Pauschale. Der soziale Ausgleich sollte Sache des Staates bleiben und damit über Steuern finanziert werden, und nicht darüber dass man als gesunder und auch sehr gesund lebender Gutverdiener drei mal so viel in die GKV einzahlen muss wie ein Geringverdiener, der möglicherweise schlecht mit seiner Gesundheit umgeht (ohne an dieser Stelle pauschalisieren zu wollen). So werden ja auch völlig falsche Anreize geschaffen. Wenn schon unterschiedliche Beitragssätze, dann nicht aufgrund von Einkommensunterschieden, sondern aufgrund von Unterschieden im Umgang mit der eigene Gesundheit (Raucher, Leute die viel Alkohol konsumieren und/oder Übergewichtige sollten meiner Meinung nach die Zusatzbeiträge zahlen, aber nicht die Allgemeinheit). So wirds bei jeder anderen Versicherung auch gemacht.

c80
05.02.2010, 12:43
Bei Wikipedia steht 109,- Euro pro Monat jeweils für beide Ehepartner und die Kinder kosten nichts. Das ist doch günstiger als jetzt.

Shader
05.02.2010, 13:34
Wenn wir Zusatzbeiträge und die Liberalisierung der gesetzlichen Krankenversicherung ermöglichen, sage ich vorraus das es früher oder später eklig wird.
Ich fand ja immer toll das Obama den privaten Krankenversicherungswahn bekämpfen wollte/will damit den Armen einfach mal eine Möglichkeit für eine Behandlung gegeben wird.
Deutschland galt in Hinsicht der Krankenversicherung meiner Meinung nach als vorbildlich und nicht diskriminierend und will nun den umgekehrten Schritt gehen. Wie bei so vielen Dingen. Hatte unser Krankenversicherungssystem nicht über die Jahrzehnte funktioniert?
Zugeben - Deutschland steht vor einem dramatischen demografischen Wandel, dieser wird eklig und sich Gedanken über den Arbeitsmarkt, Familie und Krankenbehandlung zu machen ist notwendig. Zu glauben das ein privates System funktioniert halte ich für utopisch. Den privaten System geht es um Profit, nicht um Moral oder Verpflichtung - dazu gehören auch private Versicherungen. Die drohende hohe Masse an Rentner, werden durch ein privates System
ein Albtraum erhalten, auch in bürokratischer Hinsicht.
Die Privatisierung der Bahn funktioniert einfach nicht, PPP-Verträge hebeln demokratische Prinziepien aus, Bologna-Reform - die Privatwirtschaft kann nun in Bildungsfragen besser mitbestimmen, eines Tages lernen unser Kinder vielleicht das Blei und Asbest gut ist - das Rankingsystem stammt ua. von Bertelsmann. Die Riesterrente- na mal schauen aber auch die ist keine Lösung für die Retner aus den Boomjahren. Es gibt zumindest einige Analysen die zeigen das die Riesterrente ein Verlustgeschäft ist für den Versicherten.
Ganz zu schweigen von der Öffnung für Lobbyisten, Bertelsmann hat einen erneuten Volltreffer gelandet - ein Austauschprogramm für EU und US-Abgeordnete unter Obhut von Bertelsmann - wie ist das möglich? Hackts?!!!

Zum Topic zurück, schauen uns doch einfach mal in anderen Ländern um.
z.B.: die Schweiz:
Link (http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/gp_specials/jahresendausgabe-2009/article/581470/schweizer-ihrer-kopfpauschale-kreuzungluecklich.html)
Nach dem die Schweizer Stolz eine private Kopfpauschale durchgebracht haben mit der Hoffnung alles wird besser, darf die Schweiz mit Steuergeldern und Hilfsprogrammen für Ausfälle (die groß sind) wieder gerade stehen.
Wer glaubt in Deutschland wird es funktionieren, schön, aber ich persönlich glaube nicht daran.
Die Parallelen zu anderen "Vorreitern" sind unausweichlich.
Das Problemfall Bahnprivatisierung z.B. hat GB gezeigt, die Privatisierung der Bahn hatte alles so runtergewirtschaftet das der britische Staat für den verzapften Müll wieder gerade stehen musste. Man brauch auch nur noch weiter in den Bahnzeiten zurückschauen, z.B. um die 1900 wo oftmals Bahnen privatisiert wurden weil die Staaten kein Geld mehr hatten. Immer schlug die Privatisierung fehl!! Es gibt Dinge, die kann man profitorientierten Unternehmen/Gesellschaften einfach nicht übertragen - zumindest nicht für die Masse oder einem öffentlichen Gut.

FSS
06.02.2010, 11:52
Shader hats verstanden! Das privatisierung in vielen Fällen nicht funktioniert, da gibts noch mehr Beispiele als die Bahn, und vieles wird noch auf uns zukommen ! Warum ist das Stromnetz in den USA zB so marode und überlastet? Weil private Firmen das seit Jahrzehnten runterwirschaften. Das wird auf Europa auch zukommen, nur sind wir hier noch nicht solange privatisiert.

@c80: Wieder ein Einzeiler von nem Einzeller ? Für einen 19 Jährigen Schüler der bis jetzt Familienversichert war für 0 € sind 109€ im Monat natürlich günstiger. Geniale Aussage.

@|MELVIN| Ich verstehe dein Position, aber ich teile sie nicht - müssen wir ja auch nicht. Ich würde dir gerne noch als Denkanstoss geben : wieso muss eine Krankenversicherung wie eine normale Versicherung behandelt werden? Bei ner Autoversicherung macht das Sinn - bau ich keinen Unfall, zahl ich weniger. Bin ich auch dafür. Aber bei einer Krankenversicherung? Man hat auf viele Sachen in der Gesundheit keine möglichkeit aktiv einzuwirken, und keiner sollte auf der Strecke bleiben nur weil irgendjemand auf die Idee kommt, sparen zu müssen. Eine Krankenversuicherung ist KEIN Gewinnorientiertes Unternehmen. Es muss Kostendeckend gearbeitet werden, und im normalfall hinterfragt man bei so einem System zunächst die Ausgaben seite und nicht die Gebühren. Krankenversicherungen gehören in staatliche Hand, dann kannst du dir die Ganze Geschichte mit Steuerausgleich usw. sparen.

Das Selbstverschuldete Risikogruppen allerdings höhere Beiträge zahlen sollten (Raucher, Alkoholiker) bin ich allerdings auch dafür. Da sollte man strikter gegen vorgehen und so die Leute zu einer gesünderen Lebensweise zwingen. Aber: wenn das ganze System staatlich wäre, könnte der Ausgleich auch über Genusssteuern reguliert werden - da greife ich gerne Finnland wieder auf - bei uns kost ein Bier 0,5 l im Supermarkt ab 1,50 €. Wer sich seine Gesundheit kaputt saufen will wird gleich zur Kasse gebeten, ich bleib davon verschont - find ich gut. Ist dazu die absolut leichteste, unbürokratischste Möglichkeit, aus meiner Sicht.

CyberdyneSystem
06.02.2010, 12:09
Hi,

ich stimme dir FSS mit fast allem Überein, bis auf das...

Das Selbstverschuldete Risikogruppen allerdings höhere Beiträge zahlen sollten (Raucher, Alkoholiker) bin ich allerdings auch dafür. Da sollte man strikter gegen vorgehen und so die Leute zu einer gesünderen Lebensweise zwingen.

Da musste man besser auseinander halten. Raucher z.b. höhere Beiträge zahlen zu lassen gleicht schon Zweiklassen Gesellschaft. Es gibt Raucher, die schon seid Jahren nicht mehr beim Arzt waren/mussten. Andere wiederum jede Woche zum Arzt gehen.

Auch die Alkoholiker hatten sich im Leben sicherlich nicht als Ziel gesetzt dem Alkohol zu verfallen. Diesen Menschen geht es auch so schon schlecht genug, und man sollte deswegen sie nicht noch mehr verurteilen, sondern einfach Hilfe anbieten. Das ein Bier in anderen Ländern bis zu 7€uro kostet finde ich hingegen wieder Okay (aber nur, weil mich das nicht stören würde). Es gibt jedoch genug, die gerne ein Bierchen zum essen trinken und sind dennoch nicht dem Alkohol verfallen.

Also man sieht recht gut, das dies eine echt schwere Lage ist. Ich bin jedenfalls dagegen Menschen zu zwingen sich gesünder zu ernähren, sonst müsste man auch Fast Food verbieten. Aber wie Öde wäre doch das leben, ohne Ungesunde Produkte? Selbst normale Lebensmittel wie Käse sind mit Chemie vollgepumpt~Ungesund

FSS
06.02.2010, 12:28
Hm, Ich hab mich vielleicht etwas unklar ausgedrückt - Ich selber favorisiere auch ganz klar die Methode, dass man Alkohol/Tabak extrem besteuert und so die Kosten für das Gesundheitssystem reinholt gegenüber einer Zusatzzahlung für Raucher und Trinker, halte die Lösung für Deutschland aber nicht realistisch.
Kommt ja auch dazu - wer würde denn freiwillig ein Kreuz bei Raucher/Trinker setzen, wenn er wüsse, dass es hohe Kosten für ihn bedeuten würde ? ;) Und was tun bei Falschangabe ? Ist defacto also sowieso nicht durchsetzbar.

CyberdyneSystem
06.02.2010, 12:41
Okay, aber Tabak ist schon extrem versteuert. Alkohol hingegen noch nicht. Da könnte man ruhig noch ein wenig anziehen, da stimme ich dir zu.

e-ding
06.02.2010, 12:58
Es dürfte schwer sein, über die Krankenversicherung individuelle risikodeckende Beiträge einzuführen. Den Hebel über Genußsteuern (Alkohol/Tabak) halte ich auch für sinnvoller.

Die Kostenexplosion im deutschen Gesundheitssystem hat wohl viele Ursachen, die alle für sich genommen nur kleine Hebel sind, zusammen aber recht stark wirken.

Die Deutschen sind mit knapp 18 Arztbesuchen pro Jahr/pro Person im Schnitt am häufigsten beim Arzt, weltweit. (Dennoch sind die pro Kopf Ausgaben nicht die weltweit höchsten)
Die Anzahl der gesetzlichen Krankenversicherungen ist zu hoch. Es gibt so gut wie keine Unterscheidungsmerkmale aber hunderte Verwaltungen. Eine Große reicht.
Es findet kein realer Wettbewerb der Pharmakonzerne in Deutschland statt. Preisabsprachen sind die Regel. (Wer hat schonmal eine Dose Aspirin in den Staaten gekauft?)
Hinzu kommen eine Vielzahl teurer, z.T. überflüssiger Abläufe. Das fängt bei Überweisungspraktiken an und hört beim Verschreibungswahnsinn auf.

Es existieren mit Sicherheit noch weitere Stellschrauben aber es wird deutlich, dass es an vielen Ecken und Enden hapert. Da hilft weder eine Kopfpauschale, noch ein Gesundheitsfonds, etc.. Die gestzlichen Krankenkassen haben kein Einnahmeproblem sondern ein Problem das Geld intelligent einzusetzen.

MFG

CyberdyneSystem
06.02.2010, 13:11
Problem das Geld intelligent einzusetzen.

So sehe ich es auch. Anfangen könnte man schon mal, wenn sie das Geld (was sie ja angeblich zu wenig haben) den Parteien Jährliche Spenden aufs Konto zu überweisen sein zu lassen.

Relict
06.02.2010, 15:28
@e-ding
sehe ich ähnlich. Daher bin ich für:

- Zusammenlegung und deutliche Reduzierung aller GKV und Bürokratieabbau.
- Einzahlungspflicht aller erwachsenen Bürger in die GKV. (Bedürftige natürlich subventioniert)
- Private KV nur noch für zusätzliche Luxusleistungen. Ähnlich Zug fahren 1. und 2. Klasse, aber nicht wie bisher bzw zunehmend auf Kosten der medizinischen Qualität.
- Einrichtung einer unabhängigen Kommission zur Preisermittlung und -festlegung bei Pharmaprodukten und Medizintechnik. Eindämmung der freien Preisgestaltung.

Das mit den häufigen Arztbesuchen ggü. weltweit hat vielfältige Ursachen. Allgemein ist die Krankmeldung bei uns zurück gegangen. Dies könnte man zb. auch mit einer höheren Umverteilung auf die Arbeitgeberbeiträge honorieren, denn die Wirtschaft profiert schließlich davon. Den Demografiefaktor darf man auch nicht unterschlagen.

Einen Fachartztüberschuß sehe ich nicht. Sondern eine unausgewogene Gebiets- und Fachbereichsverteilung selbiger. Übrigens leider auch gesetzlich begünstigt und somit gefördert.
Andererseits findet laut meines Facharztes auch eine Ost-Westwanderung an Fachärzten statt. Aufgrund von Kostenfaktoren wandern Osteuropäische Fachärzte zu uns, wohingegen unsere weiter gen Westen (aus-) wandern. ^^
Zudem stelle ich eher einen akuten Allgemein-Arzt Überschuß in den Ballungsgebieten fest, als einen Facharztüberschuß.

Alkohol könnte von mir auch auch deutlich teurer werden, wie in Skandinavien. Damit löste man nicht nur Problematiken im Gesundheitswesen. ;)
Es ist jedenfalls ein Unding, das Bier schon günstiger als Mineralwasser zu haben ist.

Dio
07.02.2010, 00:17
seit es diesen Überweisungsmurks gibt sind beim Doc nur noch Warteschlangen ohne Ende angesagt, das nervt.
War 2009 nicht einen Tag krank und nicht einmal beim Doc, außer beim Zahnarzt zur Durchsicht und soll jetzt Zusatzbeträge zahlen, ich glaub mich hackts................

Odium
07.02.2010, 01:23
Und wie soll man die Anzahl der Arztbesuche und die Preise für Medikamente senken?

Wenn man eine Pauschale pro Arztbesuch einführt, würde das unnötige Besuche reduzieren, aber das wäre sozial ungerecht. Würde man diese Pauschale einkommensabhängig machen, wäre die Verwaltung zu groß.

Die Medikamentenpreise sind noch komplizierter. Das ganze ist ja verschachtelt mit unserem mittelalterlichen Apotheken-Monopol und der Kostenübernahme durch die Krankenkasse. Außerdem haben die Menschen in Deutschland eine extrem hohe Preisbereitschaft für ihre Medis - ich kenne kein Land, in dem das vergleichbar wäre.
Wir könnten Preisobergrenzen einführen, aber ob die Firmen dann ihre Produktion drosseln und ob das negative Auswirkungen hätte, weiß ich nicht. Vielleicht wurde es schon erwähnt, dass wir in Deutschland etwa 22.000 Apotheken haben (Tankstellen: etwa 14.000) oder das ein Pharmakonzern hier die Preise selbst festlegen kann, für die die Krankenkassen dann aufkommen müssen.

Ich finde es gar nicht so schlimm, dass es so ist. Immerhin erkennt man da viel Potenzial für Verbesserung. Besorgniserregend finde ich aber, dass sich scheinbar nichts ändert, weder unter Kohl, Schröder, noch unter Merkel.
Jedem dürfte klar sein, dass das Problem unseres Gesundheitssystem keinesfalls zu geringe Einnahmen sind. Es sind die Ausgaben und daher ist jeder Zusatzbeitrag ein Schritt in die völlig falsche Richtung. So kriegen wir diesen Staat jedenfalls nicht fit auf die demographische Veränderung, die wir jetzt schon spüren.

dogio1979
07.02.2010, 09:51
War 2009 nicht einen Tag krank und nicht einmal beim Doc, außer beim Zahnarzt zur Durchsicht und soll jetzt Zusatzbeträge zahlen, ich glaub mich hackts................

Und wieviele Autounfälle hast du im letzten jahr gehabt? Keinen? Wenn keinen, hast du dann auch die Beitäge eingestellt?

Es handelt sich um eine VERSICHERUNG.

@Odium
Es finden durchaus Preisverhandlunge statt zwischen Krankenkassen. Willkür gibts nur zu Beginn bei einem neuen Produkt, zu dem es noch keine Kosten-Nutzen-Analyse gibt.

Dio
07.02.2010, 12:00
Und wieviele Autounfälle hast du im letzten jahr gehabt? Keinen? Wenn keinen, hast du dann auch die Beitäge eingestellt?

Es handelt sich um eine VERSICHERUNG.

1. Werde ich da belohnt für unfallfreies Fahren in dem die Beträge sinken und nicht steigen.
2. Bezahl ich da im Jahr gerade mal das was ich in 2 Monaten KV abdrücke.......

dogio1979
07.02.2010, 12:24
Das sind aber Feinheiten, die mit dem System Versicherung nichts zu tun haben.
Ich bekomme von meiner Rechtsschutzversicherung auch nichts wieder, nur weil ich ein jahr lang, keinen Rechtsanwalt aufgesucht habe.

Natürlich sind die Beiträge höher, aber ebenso sind die potenziell von dir verursachbaren Kosten ja auch hoch, individual als auch gesellschaftlich.
Nehmen wir mal jemanden der Krebs bekommt, was ja inzwsichen nicht die seltenste Krankheit ist. Der kostet im Jahr ein vielfaches von dem, das er in einem jahr einzahlt.

Man könnte sowohl über Risikoprämien, als auch über Bonifikationen nachdenken, aber bitte sozialverträglich. Das heisst, dass ich es nicht OK finden würde, wenn man Gentests macht und von dem der ein höheres Krebsrisiko hat, höhere beiträge verlangt. Das entspricht nicht einer einem solidarischen Gesellschaftssysten. Hingegen könnten Raucher zus´r Kasse gebeten werden. Ebenso könnte es belohnt werden, wenn regelmäßig ein Fitnessstudio aufgesucht wird etc.
Das problem daran ist allerdings die aufwändige Bürokratie, wenn man direkt macht. Das ist es sinnvoller, anders zu arbeiten, zb. über die Tabaksteuer oder die Subventionierung von Fitnessstudions zb. über die steuerliche Absetzbarkeit dessen Gebühren.

Finsterkatze
07.02.2010, 12:25
Servus

Es gibt einige KK die "derzeit" keine Zuzahlung nehmen. Wechseln u weitersehen.


Finde es unglaubhaft, wenn Staat, KK, Banken um Hilfe rufen weil sie kein Geld haben.

Es ist u war genug Geld vorhanden, welches zu oft in den Sand gesetzt wird. Wie u Wo kann man unter anderem jedes Jahr in einem Buch nachlesen.

mfg

Dio
07.02.2010, 14:52
Ich bekomme von meiner Rechtsschutzversicherung auch nichts wieder

Was ja auch eine freiwillige Zusatzversicherung ist. Außerdem tu ich aktiv was für meine Gesundheit, rauche nicht, trinke nicht, mache Sport.

Odium
07.02.2010, 16:38
Es gibt einige KK die "derzeit" keine Zuzahlung nehmen. Wechseln u weitersehen.


Ich habe als Verbraucher ja keine Absicherung, dass es auch so bleibt. Gäbe es, wie auf dem Strommarkt, einen Vertrag der mir 12 oder 24 Monate konstante Beiträge verspricht, könnte sich Krankenkasse A von Krankenkasse B abheben und damit werben. Aber so?

Ist die Krankenkasse geschickt, wirbt sie jetzt damit, dass keine Zusatzbeiträge erhoben werden. Sie bekommt ein paar neue Kunden und wird in 6 Monaten dann man "leider" zugeben müssen, dass man ohne die Zusatzbeiträge nicht auskommt. Dieses Prinzip kennen wir doch bei den DSL-Tarifen (die ersten 3 Monate kostenlos oder ähnlich).

Normalerweise liegt die Macht beim Verbraucher. Aber im Moment sind die Spielregeln zu unfair. Jetzt ist die Politik an der Reihe, das ganze System mal zu liberalisieren, damit endlich das Krankenkassensterben beginnt und das verstaubte System aufgebrochen wird.

Harold Valorum
08.02.2010, 10:49
... Und das mal aufs große betrachtet, so kann dieses System nie wirklich funktionieren ohne teuerer oder ohne Leistungseinschränkung durchzuführen.

Das einzige System was auf die Dauer funktioniert ist wenn alle Nehmer auch zahlen, wie eben in einer PKV... Ich bin selber privat krankenversichert und habe nebenbei Anspruch auf Beihilfe. Richtig, da ich noch relativ jung und gesund bin, zahle ich weniger ein - komme ich aber in das Alter, in dem die Wehwechen losgehen, dann darf ich auch fürstliche Beiträge bezahlen. Hätte ich gekonnt, so wäre ich in der gesetzlichen solidarischen Krankenversicherung geblieben (die hätten mich zwar versichert, aber nur zu vollem Beitragssatz bei halber Leistung). Mir sind die Privaten schlicht unheimlich, noch dazu sind sie alles andere als solidarisch. Nehme ich bei der Privatversicherung keine Leistung in Anspruch, so sind meine eingezahlten Beiträge futsch und gehen zu einem guten Teil in den Gewinn des Versicherungsunternehmens. Zahle ich in die gesetzliche Versicherung ein, kommen meine eingezahlten Beiträge samt und sonders wieder dem Sozialsystem zugute, weil der "Gewinn" der GKV nicht in irgendwelchen privaten Schatullen verschwindet.

Das Selbstverschuldete Risikogruppen allerdings höhere Beiträge zahlen sollten (Raucher, Alkoholiker) bin ich allerdings auch dafür. Da sollte man strikter gegen vorgehen und so die Leute zu einer gesünderen Lebensweise zwingen.Dann müssten allerdings auch Sportler (man denke an Verletzungen bei Fussball und Co.), Fahrer schneller Autos, Reisende in tropische Länder oder Hobbyheimwerker höhere Beiträge zahlen. Denn in all diesen Gruppen ist das Verletzungs-/Krankheitsrisiko deutlich höher als bei anderen Teilen der Bevölkerung. Wenn Risikogruppen, dann bitte konsequent.

Unser Problem sind weniger die Einnahmen, sondern die Ausgaben. Im Gegensatz zur Privatwirtschaft strebt die öffentliche Verwaltung immer den Grundsatz "Einnahmeerwirtschaftung zur Deckung des Ausgabebedarfs" an - das bedeutet die Stellschraube ist immer die Ausgabenminimierung. Ganz persönlich finde ich es unethisch, aus dem Gesundheitswesen einen auf Gewinnerzielungsabsicht ausgerichteten Wirtschaftszweig zu machen. Denn das Gesundheitswesen gehört genauso zur Daseinsvorsorge wie die Wasserversorgung oder der Erhalt von Verkehrswegen. Es sollte keine "Versicherung" sein, sondern eine über Beiträge/Gebühren/Abgaben finanzierte staatliche Einrichtung.

Vielleicht ist es einfach an der Zeit, vom überkommenen Modell der freiberuflichen Ärzte wegzukommen. Warum errichtet man kein öffentliches Gesundheitswesen, bei dem beispielsweise die Hausärzte (=medizinische Grundversorgung) bei einer staatlichen Körperschaft angestellt sind und ein festes Gehalt erhalten? Warum errichtet man kein Arzneimittelmonopol, dass angemessene Preise mit den Pharmaunternehmen aushandelt?Mehr Staat und weniger freie Wirtschaft im Gesundheitswesen würde die Ausgaben begrenzen und damit insgesamt zu einer geringeren, gerechteren Belastung der gesamten Bevölkerung führen.

Abschließend eines noch: es ist ja nun nicht so, dass das Geld irgendwo verbrannt wird. Es geht wieder in den Wirtschaftskreislauf ein: die Bürokratie wird von Menschen ausgeführt, die ihrerseits Gehalt bekommen und konsumieren; deren Technik von Firmen verkauft und gewartet wird. Alles wieder versteuert.


- Harold

Relict
08.02.2010, 19:56
Wie in vielem machts immer das Maß, unabhängig ob Sport/Fitnessstudio oder Alkohol. Auch Ernährung und Gewicht sind in Fachkreisen strittig. Daher halte ich nix von diesbezüglichen Belohn- und Tadelsystemen.

Zudem sowas auch negative Effekte haben kann. Bonisysteme könnte ich mir eher wie bei der Zahnvorsorge vorstellen. Leider sind aber viele Vorsorgeuntersuchungen kostenpflichtig bzw. unterliegen Beschränkungen (zb. Altersgrenzen). Stattdessen zahlt man dann offensichtlich lieber mehr, wenn das Kind längst in den Brunnen gefallen ist.

Hebbocher
09.02.2010, 08:22
Meiner Meinung nach: Alles Abzocke

- Die Versicherungen bauen sich Glaspaläste
- Die Versicherungen haben einen Wasserkopf (aufgeblähte Verwaltung)
- Die Leistungen der Versicherungen nehmen ab, aber die Beiträge zu.

... andererseits sollten sich aber viele Leute auch überlegen, ob sie wegen jedem Schupfen und Husten gleich zum Arzt rennen sollten.

Ob man das Kind nun:

- Medikamentenzuzahlung
- Praxisgebühr

oder

- Zusatzbeitrag

nennt ist erstmal egal.

Fakt ist, dass es auch in kommenden Jahren nie reichen wird und dann sich mal wieder ein "schlauer Kopf" hinsetzen und sich überlegen muss, wie man die nächste Abkassiererei wieder nennen will .... Kopfpauschale, Sozialgeld, Rentnerzuschlag, Sportlertaxe, Raucherbonus, Vorsorgeaufschlag, Gefahreneuro, Dickenabgabe, Fitnesscent, Volksgesundheitsabgabe ... oder wie auch immer. Irgendein Schmarren, gegen den sich die Bevölkerung nicht wehren wird/kann wird ihm schon einfallen !

_Systemfehler_
09.02.2010, 09:30
Wenn es bei den 8 € oder wie auch immer bleiben würde, wäre es ja noch halbwegs tragbar. Doch leider kann und wird es nicht dabei bleiben, denn die Kosten steigen ja immer weiter ins Unermessliche. Überall wird nur herumgedoktert, aber nichts anständig angepackt, um das Ganze in Grenzen zu halten.
Auf der einen Seite wird das Geld sinnlos aus dem Fenster geworfen, und auf der anderen Seite fehlt es an allen Ecken und Enden.
Alleine der Verwaltungsaufwand für die Eintreibung der Pauschale ist immens. Zahlen die Leute nicht, muss eingetrieben werden, Mahnbescheide verschickt usw.
Das Ganze ist doch Flickschusterei, und wird noch lange nicht das Ende der Fahnenstange darstellen, das ist sicher.

Wo soll denn das Ganze noch enden, frage ich mich?

hamju63
09.02.2010, 09:37
Alleine der Verwaltungsaufwand für die Eintreibung der Pauschale ist immens. Zahlen die Leute nicht, muss eingetrieben werden, Mahnbescheide verschickt usw.

Vor allem ist das Ganze ja so teuer, dass die Kassen wahrscheinlich überhaupt erst reagieren werden, wenn man mit mehr als 50 EUR im Minus ist.
Und absolut sicher werden die von mir dafür keine Einzugsermächtigung bekommen.
Wenn meine Krankenkasse mit sowas anfängt, werde ich halt alle paar Monate mal ein bisschen Zusatzbeitrag zahlen.

c80
09.02.2010, 18:43
@c80: Wieder ein Einzeiler von nem Einzeller ? Für einen 19 Jährigen Schüler der bis jetzt Familienversichert war für 0 € sind 109€ im Monat natürlich günstiger. Geniale Aussage.

Kein Grund beleidigend zu werden!

Der 19-jährige Schüler hat kein Einkommen. Maximal 7% von 0 Euro Einkommen sind 0 Euro.

Relict
10.02.2010, 20:25
Für den Schüler mag das noch gelten.
Aber sobald er aus der Schule raus ist, gelten seit 2007 andere Regeln, welche besagen, jeder ist verpflichtet KK-Beiträge zu entrichten.
Hat er 0-Einkommen, dann zahlt er statt des %-Satzes die jeweilige KK-Grundpauschale von z.Z. mtl. ~130 EUR.
Überhaupt kein Einkommen zu haben ist zwar nicht sehr verbreitet, aber immerhin sind davon zb. etliche Obdachlose oder auch sanktionierte oder zwischenzeitlich Nicht-Arbeitslose (Antragsverspätung, Übergangsfristen etc. ) betroffen. Die Kassen brauchen bis zur (Nach-) zahlung nur die übliche magere Notversorgung zu übernehmen.
Das aber nur nebenbei, so wie dieses Gesetz damals eben auch durchgesetzt wurde. ;)

Na hauptsache die Besserverdiener dürfen ungeschoren weiter zu den Privaten laufen, ihr vieles Geld dort bereitwillig los werden und sich so dem Sozialstaat und GKV entziehen.
Kopfpauschale mag ja für manche erstmal interessant klingen, allerdings ziehen dann gerade die bislang mitversicherten die A...karte. Da besteht also noch gründlicher Nachbesserungsbedarf.

c80
10.02.2010, 23:29
Aber wenn du doch aus der Schule raus bist und arbeitest zahlst du doch normalerweise deutlich mehr als die 109 Euro. Der Durchschnittsdeutsche verdient über 40.000 im Jahr. Das sind dann weit über 200 Euro für die Krankenversicherung. Versteh ich da irgendwas falsch?!

Leon
11.02.2010, 00:56
Wir Deutschen sind doch selber Schuld! Der Deutsche geht im Durschnitt 18!!! Mal zu Arzt. Holländer und Schweizer gehen im Durschnitt nur 4x im Jahr zum Doktor!

50% der Arztbesuche sind nicht nötig. Jeder geht wegen einem kleinem Schnupfen oder Erkältung zum Arzt!

Der Klassiker ist der Schwindel!

Man geht um Hausarzt, der findet nix und überweist an den Neurologen, der überweist an den Radiologen und der macht dann ein CT oder MRT, da der Radiologe nix wirkliches findet, wird zurück an den Neurologen überwiesen, der findet nix und schickt den Patienten zum HNO, mittlerweile ist der Schwindel von alleine weg geganen und der HNO sagt gehen sie zu Hausarzt der bekommt von mir den Bericht!

DAS ist das Problem und nicht die Mütter die Familienversichert sind, denn hier ist der Beitrag deutlich höher als für einen einzelnen.

Also nicht immer so einseitig betrachten!

Der wirkliche Aufreger sollte die Tatsache sein, dass der bürokratische Aufwand dermaßen hoch ist, weil die Umsetzung wieder nicht fertig gedacht wurde. Die DAK rechnet alleine mit 10.000.000 EUR kosten! Für dieses Geld kann man rund 450 Mutter-Kind-Kuren bezahlen! DAS sollte einen aufregen. Aber die Deutschen sind nunmal dämlich, weil sie es nicht kapieren.

Frei nach dem Motto: "Eine neue Regierung ist wichtig, aber bitte bitte nichts ändern!

Wie gut, dass ich bei einer Krankenkasse bin, die diesen Zusatzbeitrag nicht erheben muss, weil sie einfach effizienter arbeitet! Ich habe letztes Jahr 100 EUR zurückbekomme!

Na und? Was sind 200 EUR im Monat? Weisst du was es kostet dich nach einer Operation auf der Intensivstation zu behandeln? Ein Intensivbett kostet ab 1500 EUR pro Tag. Der Rettungsdienst wird von den Krankenkassen bezahlt usw. usw.

Wir sollten uns nicht wegen den 8 EUR aufregen, sondern über Dinge wie die Steuergeschenke für Hotels und Gastronomie und die Milliarden die in Banken fließen, die genau so weitermachen wie bisher!

Relict
11.02.2010, 09:51
@c80
Wenn Du Einkommen hast und dieses nicht unterhalb der Berechnungsgrenze der jeweiligen Kasse liegt (glaube ca. 0-800 EUR Einkommen), dann zahlst Du natürlich mehr, eben Deinen Prozentanteil.
Andernfalls wird Deine letzte KK ihre Grundpauschale bei Dir eintreiben, je nach Fall selbstverständlich auch rückwirkend, völlig unabhängig, ob man in dieser Zeit einen Arzt oder medizinische Leistungen in Anspruch nahm. Ich hatte auch schon dieses Glück und war eine Zeitlang unversichert ohne Einkommen und durfte rückwirkend nachzahlen. Einen Anspruch auf Vollversorgung hatte ich in dieser Zeit aber nicht. :mad

@Leon
Das ist natürlich auch richtig und wichtig. Und es ist erbärmlich, wie die Gelder auf dieser Seite sinnfrei verballert werden.
Dennoch sollte man eben immer alle Seiten gründlich durchleuchten. Da bildet das Gesundheitssystem nunmal keine Ausnahme und gerade die Kassen sind nun auch keine unbefleckten Schäfchen, genauso wie manche Ärzte.

e-ding
11.02.2010, 09:59
@Leon

Die vielen Arztbesuche sind mit ein Faktor, das stimmt. Ein Freund ist Allgemeinarzt und bei ihm sind es fast 75% "überflüssige" Arztbesuche. Der Großteil kommt wegen irgendeiner Kleinigkeit, wegen einer Überweisung oder einer Krankschreibung. Er freut sich schon wie ein kleiner Junge, wenn er mal ein bisschen gefordert wird und nicht nur Zettel schreiben muss.

Dennoch sind die Gesundheitskosten pro Person pro Jahr in Deutschland nicht die höchsten. Da liegen wir noch immer hinter den Staaten, Schweiz, Belgien und noch anderen.

MFG

Odium
11.02.2010, 11:58
Es gibt schon erste Schritte, das ein wenig effizienter zu gestalten. Vor etwa einem Jahr habe ich in einer Dokumentation ein Gerät gesehen, mit dem ein Patient von zu Hause aus seine Vitalwerte übertragen kann. Damit war es möglich, ihn automatisiert zu überwachen. Das ganze ging darauf zurück, das er irgendwo in Ostdeutschland lebte, wo er für einen Arzt sehr weit fahren müsste.

Ich hoffe, das wird ausgebaut. Schon jetzt informiert man sich selbstständig darüber, was für eine Krankheit man haben könnte, wenn bestimmte Symptome auftreten. Ich bin sicher, das Internet kann auch im Gesundheitswesen helfen, mehr Effizienz und geringe Kosten herbeizuführen.

c80
11.02.2010, 19:39
@c80
Wenn Du Einkommen hast und dieses nicht unterhalb der Berechnungsgrenze der jeweiligen Kasse liegt (glaube ca. 0-800 EUR Einkommen), dann zahlst Du natürlich mehr, eben Deinen Prozentanteil.

Versteh ich es falsch oder du?:confused Schau mal hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Gesundheitsprämie
Da steht: Jeder gesetzlich Krankenversicherte würde einen Beitrag von 109,- Euro pro Monat (vorläufiger Wert), maximal 7 % des Einkommens zahlen.

Dio
11.02.2010, 23:44
ich frag mich aber wie 18x im Jahr zum Arzt gehen und 3,4 Tage krank im Jahr pro Arbeitnehmer zusammen passen!? Entweder gehen dann alles Hartz4 Empfänger, Rentner, Kinder usw deutlich mehr zum Arzt oder die Beschäftigten während der Arbeitszeiten.

Bei 8MRd € pro Jahr allein für Verwaltungskosten bei den KV´s brauchen wir uns über 18x mal im Jahr beim Arzt eigentlich nicht unterhalten. Zumal ja die Regierung dies Ärzteflaterate mit der Praxisgebühr eingeführt hat.

dogio1979
01.03.2010, 13:35
wer meint, die Kopfpauschale ist nicht sozial, kann hier seine Stimme dagegen abgeben:
http://www.spd.de/petition/kopfpauschale/index.html

Godde
01.03.2010, 14:37
@dogio1979

danke für den Link.Ist sie auch nicht, deswegen /signed.

Deus_Ex
02.03.2010, 15:02
An alle, die gegen die Kopfpauschale der FDP wettern, ich hoffe folgende Sachen sind euch bewusst:

Im Augenblich findet der "Solidarausgleich" in der gesetzlichen Krankenversicherung nur bis zu einem Jahresbruttoeinkommen von 48.600 Euro statt. Alle die darüber verdienen (und bei dieser Summe geht zumindest für mich das "gut verdienen" erst los) sind nicht verpflichtet in der gesetzlichen Krankenversicherung zu sein und sind größtenteils privatversichert. Toller Solidarausgleich: Die meisten, die mehr als 48.600 Euro im Jahr verdienen, zahlen nicht einen Cent in die gesetzliche Krankenkasse.

Nun zur Kopfpauschale: Vorgesehen ist eine einkommensunabhängige Pauschale. Klingt erstmal ungerecht. ABER: Jeder, bei dem diese Pauschale mehr als 8 % des Bruttoeinkommens ausmacht (entspricht etwa dem jetzigen Arbeitnehmernateil in die GKV), der erhält die Differenz als Sozialausgleich, finanziert aus Steuermitteln. Und wer zahlt die meisten Steuern? Richtig: Spitzenverdiener mit mehr als 48.600 Euro im Jahr. Diese werden nun also im Gegensatz zum ersten Modell auch endlich zur Kasse gebeten und müssen die GKV mitfinanzieren.

Welches System ist nun solidarischer? In meinen Augen eindeutig letzteres.

Hallo,
bin noch neu hier und habe eure Beiträge gerade gelesen.

Das ist für dich solidarisch? Geringverdiener und Hartz IV-Empfänger werden somit wieder zu Bittstellern, denen der Staat unter die Arme greifen muss. Zumal die nötigen staatlichen Beiträge für den Solidaritätsausgleich überhaupt nicht da sind. Oder nicht? Selbst CSU und CDU sträuben sich dagegen und Schäubles Zahlen verheißen nichts Positives.

Exar_Kun
02.03.2010, 17:36
Nicht nur das, auf kurz oder lang führt der Einnahmeverlust zu Leistungskürzungen, die man sich über private Zusatzversicherungen wieder reinholen kann, falls man das Geld dafür hat. Oder glaubt ihr etwa, dass die Beitragseinsparungen dauerhaft über Steuermittel refinanziert werden. Mit der Kopfpauschale hat man nichts anderes im Sinn, als die gesetzliche Krankenversicherung langfristig auszuhöhlen und damit den Markt für die privaten Anbieter zu verbessern.
Gesundheit muss ein öffentliches Gut sein. Privatisierte Strukturen dienen dem Erwirtschaften von Gewinn, und das bedeutet, dass wenige profitieren, während viele verlieren.

Deus_Ex
03.03.2010, 12:21
Laut Schäubles Zahlen werden die finanziellen Ausgleiche, die der Staat den Arbeitnehmern zahlt, gar nicht zu finanzieren sein. Rösler dagegen nennt andere Zahlen. Steuerlich passt da kein Stein auf den Anderen, allein schon wenn man bedenkt, wie sich die Finanzen des Staats dadurch nach Hinten verlagern. Laut der CSU soll es die Kopfpauschale mit ihr angeblich nicht geben...

Relict
03.03.2010, 20:13
Gesundheit muss ein öffentliches Gut sein. Privatisierte Strukturen dienen dem Erwirtschaften von Gewinn, und das bedeutet, dass wenige profitieren, während viele verlieren.

Dem stimme ich uneingeschränkt zu. Gesundheit und Krankheitsbehandlung sind keine Luxuswaren, die man sich leisten kann oder nicht oder nur teilweise.

Cluberer
10.03.2010, 20:04
vllt sollte man das ganze Gesundheitssystem mal komplett überdenken,
das ganze stinkt doch von Kopf bis Fuss, da bringts rein gar nix sich wegen 5 € auf zu regen.

Allein schon wenn ich an den Schwachsinn denke mit den 10€ im Quartal.
Wieso nicht einfach die Beiträge leicht anheben ?
Von den 10 € kommt kaum noch was an da wo es hin soll.
Diese Beiträge sind für die Leute und die Ärzte nur lästig. Ich kenn keinen Arzt der gesagt hat "toll, das bringt uns weiter".

Und die Medikamentenpreise sind auch nicht gerade ohne, vor allem die Schwankungen.
2 identische Nasensprays (die stehen hier nur STellvertretend für alle anderen Medikamente !!!) kosten von Hersteller A 3 €, von Hersteller B 8 € !
Dann kommt noch dazu, wenn ich mir vom Arzt ein Rezept für sowas geben lassen würde kämen mich die günstigeren Sprays (Sofern mir eines verschrieben wird und kein teures) teurer als wenn ich es so kaufen würde.
Viele Ärzte verschreiben dann aber nur das teure, weil sie mit dem hersteller irgendwelche Verträge geschlossen haben.

Usw usw...

Odium
10.03.2010, 20:51
Allein schon wenn ich an den Schwachsinn denke mit den 10€ im Quartal.
Wieso nicht einfach die Beiträge leicht anheben ?
Von den 10 € kommt kaum noch was an da wo es hin soll.
Diese Beiträge sind für die Leute und die Ärzte nur lästig. Ich kenn keinen Arzt der gesagt hat "toll, das bringt uns weiter".

Das Prinzip heißt Selbstbeteiligung. Menschen tendieren dazu, sich bei einer Vollversicherung andes zu verhalten, als wenn sie die Kosten selbst tragen würden. Beispiel: Man fährt nach Abschluss einer Vollkaskoversicherung riskanter.
Übertragen auf das Gesundheitswesen (= Vollkasko) bedeutet das dann, dass man den Arzt häufiger aufsuchen wird, als wenn man für jeden Besuch selbst zahlen würde. Man vermutet ähnliche Effekte beim Ernährungsverhalten, beim Sport oder beim Zigarettenkonsum.

Es geht also nicht gar nicht darum, dass diese 10€ irgendwas finanzieren sollen. Das Prinzip dahinter war schon immer, dass man über die Selbstbeteiligung die wichtigen von den unwichtigen Arztbesuchern trennen kann.
Die Arztbesuchungsquote ist immer noch zu hoch. Man kommt gar nicht drumrum, die Selbstbeteiligung auszubauen.

Ob Röslers aktuelle Pläne mit den Medikamentenpreisen tatsächlich umgesetzt werden, bleibt abzuwarten. Er war ja nach der Wahl ziemlich unter Beschuss wegen Lobbyismus und vielleicht ist das jetzt sein Befreiungsschlag.

Ich hab auch einen Vorschlag für die Verschreibung von Medikamenten:
Ein Teil der Medikamente hat identische Wirkstoffe und Nebenwirkungen. Man unterteilt diese Medis in Kategorien, z.B. A1, A2, B4 usw., und der Arzt kann dann für diesen Fall nur noch die Kategorie ankreuzen. Der Patient hat dann in der Apotheke oder zu Hause die Wahl, welches Medikament er nimmt. Da er Laie ist, wird seine Entscheidung nur von Marke und Preis beeinflusst. Das sollte den Generikaherstellern Aufwind verschaffen.

Relict: Erzähl das mal einem Spitzensportler oder Privatkassenpatient ;)
Wir haben doch jetzt schon mindenstens vier Ebenen in der Qualität der Gesundheitsversorgung.

Cluberer
10.03.2010, 21:09
naja,
zum Thema Gesundheitswesen gab es schon eine Endlos-Disskussion im Siegel Online Forum.
War an einen guten Artikel über das was in dem System falsch läuft angeheftet.
Wenn ich morgen dazu komme kann ich den Artikel hier ja mal verlinken.

Das mit den 10 € mag ja schon sein, aber es macht nur ein haufen arbeit und ärger.
Und wenn ich höre, dass Leute ihre Sorgen verschleppen, nur um nicht am Quartalsende zum Arzt zu müssen um die 10 € zu sparen ist dass dann doch ehr Kontraproduktiv.
"Oh sie haben hier und hier und da was, wären sie doch lieber vor 4 Wochen gekommen, da hätte man noch was machen können." ;)

Ein groses Problem ist auch die Aufteilung von gesetzlich und privat...

Nur denk ich wird sich an diese Problematik niemand in der Politik ran trauen.
Da haben wir das nächste und grösste Problem.
Das ist ein unangenehmes Thema, das dem ein oder andern nicht passen könnte, da kann es vor kommen, dass man in 4 Jahren dann nicht wieder gewählt wird.
Es wird nicht das getan, was am besten für das Land ist (wie bei Kindern, die verstehen das auch erst später oder wenn es zu spät ist was gut für sie ist/war) sondern das, was nötig ist um in 4 Jahren nochmal gewählt zu werden.
Ansonsten sind die Politiker auch nur Marionetten der Wirtschaft.
Und wenn wirklich jemad den Finger in die Wunde drückt wird er öffenlich demontiert und abgesägt.
So kann sich da auch nichts ändern

SIDESTRE4M
18.03.2010, 17:27
Die Zahl derer, die zum Arzt gehen, ist zu hoch und "nötige" Arztbesuche sollen gefiltert werden... ok.

Nunja. Für eine Erkältung oder so würde ich normalerweise nicht zum Arzt gehen. Da lege ich mich ein bis zwei Tage ins Bett und gut. Allerdings muss ich aus beruflichen Gründen zum Arzt, denn so ohne weiteres kann ich ja nicht einfach zu Hause bleiben. Ich seh aber auch nicht ein, mit Kopf und Gliederschmerzen arbeiten zu gehen, während die trockene Luft der Klimaanlage auch nicht gerade zum Wohlbefinden beiträgt und die Nase schneller läuft als mein Auto.
Mit anderen Worten gehe ich für sowas dann zum Arzt, was ich normalerweise nicht tun würde. Da ich aber eher selten krank bin, kann ich damit leben.
So zumindest aus meiner Sicht. ;)