Theorie: "Verschiedene" 100%-Auslastungen (?)

L1nus

Ensign
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Okt. 2011
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159
Hi Leute,

kurze Frage:
Ich habe einen Läppi mit GT 650M (2GB GDDR5).
Wenn ich furmark 5min laufen lasse, dann kommt die GPU relativ schnell in Temperaturen um die 85°C und pendelt sich dann da so ein. Die Auslastung beträgt 100%.

Wenn ich Crysis 2 spiele, beträgt die Auslastung auch ständig 100% (überprüfe ich mit Afterburner), aber die GPU ist trotzdem um 3-5°C kühler - und das, obwohl hier die CPU ordentlich ackern muss und zusätzliche Abwärme bringt.

Kann mir das mal jemand erklären, wie es furmark schafft, die GPU mehr zu "quälen" als ein Spiel, obwohl die Auslastung in beiden Fällen 100% ist?

Grüße

- L1nus
 
Wenn die Auslastung richtig ausgelesen wird, dann impliziert sie eine definierte Spannung und Stromstärke (bei der dann die max MHz anliegen).

Ich glaube eher dass bei Spielen die Gesamt-TDP des Systems einbezogen ist welche das Kühlsystem abführen kann, also CPU + GPU-Temp. Und demzufolge bekommt die GPU bei CPU-Leistung X ein gewisses Budget zugeteilt, taktet ergo vlt 100 MHz niedriger als im Solobetrieb. Deswegen erreicht sie nicht die maximale Temp und Leistung ist aber dennoch zu 100% ausgelastet - im Rahmen des Möglichen.
Wenn die CPU jetzt kaum gefordert wird darf die GPU mehr Strom ziehen, aber die Abwärme, obwohl das Kühlsystem als Ganzes sie aus dem Kreislauf abführen kann, wird on the spot, also der GPU, nicht so gut abgeführt, deswegen hast Du da 'nen hotspot.
Ähnlich wie bei Ivy/Haswell, das Kühlsystem bringt die Wärme gut aus dem Kühler raus, aber der Übergang der Temp vom die zum Kühler ist schlecht.

Klingt wie'n grottiges Acernotebook oder sonstiger Plastikramsch wo das Kühlsystem nicht so ausgelegt ist dass die verbaute Leistung auch abgerufen werden kann.
 
Weile eine GPU (und auch CPU) aus diversen Unterschiedlichen Ausführungseinheiten besteht. Siehe z.B. hier anhand eines GK110 Grafikchips: https://pics.computerbase.de/4/7/3/9/5/2-1080.356119864.png

Normale Software ist eigentlich nie in der Lage, den kompletten Chip immer voll auszulasten. Sie nutzt nur einen Teil, und Beispielsweise der Speichercontroller hat nicht viel zu tun. Programme wie Furmark versuchen dagegen künstlich "jeden Transistor" zum Kochen zu bringen indem sie unbedeutendes Zeug rechnen lassen ;) Daher liegt die Leistungsaufnahme und Temperatur mit solcher Software höher, als unter realen Bedingungen. Trotzdem zeigt dir Windows natürlich in beiden fällen 100% Auslastung an - die GPU oder CPU ackert ja immer so schnell sie kann.
 
Kolibrie schrieb:
Vielleicht hilft dir das weiter, ich hatte auch schon mal eine ähnliche Frage gestellt.

https://www.computerbase.de/forum/t...rmark-so-viel-heisser-als-in-spielen.1177479/

Gruß

danke, das hat mir geholfen :)


TenDance schrieb:
... taktet ergo vlt 100 MHz niedriger als im Solobetrieb.

Nein, meine GPU hat in beiden Fällen den Turbo an und taktet durchgehend mit 835MHz.

TenDance schrieb:
Klingt wie'n grottiges Acernotebook oder sonstiger Plastikramsch wo das Kühlsystem nicht so ausgelegt ist dass die verbaute Leistung auch abgerufen werden kann.

Nein, es ist ein Oberklasse Samsung-Notebook :)
Aber ich stimme dir in dem Punkt zu, dass die Wärme nicht sooooo gut abgeführt wird, wie in anderen (Gaming-)Notebooks, da es für ein 17'' Gerät sehr dünn ist. Habe hier auch mal ein Review verfasst und bin im großen und ganzen auch nach 1 Jahr noch voll zufrieden.
 
Interessanter Erklärungsversuch :evillol:

Näher an der Realität dürfte aber die hohe Auslegung der GPU für viele parallele Berechnungen sein.
Lässt man also völlig monoton ganz viele ähnliche Berechnungen ausführen, gelingt es eher alle Recheneinheiten auszulasten, als bei Spielen, die weniger stupid-homogene Bilder hervorbringen sollen.

Wie die Grafikkarte nun ihre Auslastung misst, kann ich dir auch nicht sagen. Komplett ausgelastet im Sinne von "sie erbringt die maximale Rechenleistung" dürfte nicht gemeint sein, sondern eher "mehr FPS geht nicht".

Vor der Einführung der Unified-Shader wird es wohl noch schlimmer gewesen sein, als die Recheneinheiten auch noch auf einzelne Berechnungen spezialisiert waren.
 
Wenn die Auslastung richtig ausgelesen wird, dann impliziert sie eine definierte Spannung und Stromstärke (bei der dann die max MHz anliegen).

Die Auslastung ist bei der Computerhardware keine standardisierte Metrik. Deshalb kann man sie relativ frei definieren; über die TDP wäre eine Möglichkeit. Die Auslastung, welche die GPUs intern messen hat aber nichts mit der TDP zu tun, sondern zu welchem Prozentsatz der Zeit die GPU überhaupt etwas machen muss. Sie gibt auch nicht an, wieviel die einzelnen Teilbestandteile der GPU belastet werden; ob diese Untätig sind oder ebenfalls wiederum etwas zu tun haben.

Oder ein Auto ähm Omnibusvergleich: Die analoge Auslastung bei einem Omnibus würde angeben, wieviele Stunden der Omnibus am Tag fährt und nicht wieviele Fahrtgäste er während der Zeit transportiert.
 
Zuletzt bearbeitet:
Dann ist die "Auslastung" per dieser Definition ja auch eher ein untauglicher Messwert. Oder sagen wir, nur sehr eng eingegrenzt von Nutzen - ähnlich wie die TDP.
Zumindest kann man dann eher die powerstates und Taktung der GPU als Messgröße heranziehen - zumindest solange wie man einen Chip betrachtet welcher nicht Teilbereiche deaktivieren kann.
Also, wie auch die TDP, da besteht noch Luft nach oben an der Definition ^^

@L1nus: Das muss nichts heissen. Kannst Dir auch ein Macbook kaufen, preislich dürfte das für viele Oberklasse sein, hat dennoch Probleme die Temperatur abzuführen. Gerade die MBPs haben im ein oder anderen Test zu Drosselung und glühendem Unibody geführt. Der Preis der Schönheit eben. Nur geschlagen von den Sonynotebooks deren Abluftöffnung im Betrieb durch den hochgeklappten Monitor blockiert wird xD

Notebooks mit guter Kühlung für solche Komponenten brauchen einfach Platz. Ich kann mich im Augenblick an kein Elitebook oder großes Thinkpad (vor allem die W-Serie) erinnern bei denen man die Drossel in Aktion betrachten kann. Sind dafür aber auch nicht für hippe Cafés geeignet - zumindest wenn man Wert auf Statusprollen legt ;)
Wobei, je nerdiger die Umgebung, desto besser kommt ein Thinkpad und Konsorten an xD
 
Es ist die in der Praxis relevanteste Definition, weil man an ihr erkennen kann, ob noch Rechenzeit für andere Dinge - hier wohl mehr Bilder pro Sekunde - verfügbar ist.
 
sehr interessantes thema!

ja, es gibt in der tat verschiedene 100%-auslastungen. mußte ich erst gestern wieder feststellen.
hier in diesem thread:
https://www.computerbase.de/forum/threads/diskussionsthread-energieverbrauch-eures-systems.1181060/
vergleichen wir den stromverbrauch unserer systeme.
100% last wird mit cinebench (cpu) und alien vs. predator-benchmark (gpu) erzeugt.
ich hatte die vcore meiner cpu so weit gesenkt, daß cinebench noch problemlos durchlief, ebenso 3dmark11.
nun mußte ich feststellen, daß prime mit dieser vcore nicht lief.
nach erhöhen der spannung und gegentesten mit prime und cinebench stelle ich fest:
beides liefert 100% auslastung, aber auf verschiedene weise, denn der stromverbrauch unter prime ist signifikant höher.

so ist es wohl auch bei der gpu.
das würde auch erklären, warum verschiedene testseiten zum teil völlig verschiedene ergebnisse beim stromverbrauch der grakas messen.
häufig wird der verbrauch nur in einem spiel und in einer benchmarksequenz gemessen.
unterschiedliche testsysteme erklären da nur die absolute höhe der verbräuche, aber nicht die relationen der grakas unterreinander.
(beispiel: manche messen 7970ghz verbraucht 80W mehr als gtx680, andere messen nur 10W unterschied.)
das kann eigentlich nur an den unterschiedlichen spielen liegen, die zum messen verwendet werden.

100% auslastung bei alan wake ist dann eben etwas anderes als 100% bei bf3, hawk oder whatever.
 
Sapphire Forum
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