Prozessor-Rangliste : Empfehlungen für Januar 2016

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Prozessor-Rangliste: Empfehlungen für Januar 2016

Ohne Prozessor im PC läuft nichts. Reicht für das kleine Office-System ein Modell mit zwei Kernen aus, sind für moderne Anwendungen und neue Spiele im Jahr 2016 vier Kerne Pflicht. Und die Entwicklung bleibt nicht stehen: Bereits heute gibt es Prozessoren mit sechs oder acht Kernen, die dank Unterstützung für Simultaneous Multithreading (SMT) bis zu 16 Threads bieten – und im Jahr 2016 werden es noch mehr.

In den aktualisierten ComputerBase-Tests werden seit dem Spätsommer 2015 Prozessoren in insgesamt 28 Einzeltests durchleuchtet. Diese gliedern sich in die Bereiche der realen Anwendungen unter Windows sowie Linux bis hin zu Spielen. Im Abschlussrating finden nur die Anwendungen aus dem Alltag Berücksichtigung, also Anwendungen und Spiele in heute gängiger Full-HD-Auflösung. Hinterlegt sind aber auch die Gesamtwertungen für die Bereiche Anwendungen nicht nur in Windows sondern auch Linux sowie die Spiele in geringer und hoher Auflösung .

Die schnellste CPU kommt aus dem Hause Intel und hat sechs oder gar acht Kerne. Dahinter reihen sich die Vier-Kern-Modelle mit hohen Taktfrequenzen von Intel auf, die ebenfalls noch zum gehobenen Segment zählen – und das nicht nur preislich.

Die Core i5 markieren die Mainstream-Sparte mit diversen Modellen, nach unten abgerundet von den Core i3. Erst in den beiden Segmenten sind auch diverse AMD-Prozessoren anzutreffen, während sich in der Spitzengruppe nur Prozessoren von Intel tummeln.

Der Intel Xeon E3-1231 v3 aus der Haswell-Generation ist auch heute noch ein Option, die Intel beim Nachfolger für den Desktop gestrichen hat. Bei der Skylake-Plattform hat Intel die Desktop-Chipsätze limitiert, sodass sie keine Xeon-Prozessoren mehr unterstützen. Es wird deshalb zwar Server-Chipsätze auf Mainboards für Endkunden geben, deren Verfügbarkeit wird aber erst für Anfang 2016 erwartet. Stehen mehr Threads gegenüber Takt im Vordergrund, ist der Xeon auch heute noch dem Core i5 vorzuziehen.

Beim Blick auf die beste Leistung für wenig Geld steht AMD traditionell gut da, denn es gibt bereits mehr als ausreichend CPU-Leistung für kleines Geld. Sie kämpfen oft mit günstigeren Preisen bei ähnlicher Leistung gegen Intel – jedoch in dem Fall komplett ohne Berücksichtigung der Leistungsaufnahme. Im Mittelfeld kostet die gleiche Leistung bei AMD und Intel auch vergleichbar viel. In der Oberklasse fällt das Verhältnis von Preis zu Leistung deutlich schlechter aus, für nur ein paar Prozent mehr Leistung muss deutlich mehr gezahlt werden.

Das empfiehlt die Redaktion

Die Liste der Empfehlungen der Redaktion basiert auf den Erfahrungswerten des aktuellen und vorangegangenen Testsystem, in denen zusammen knapp 40 verschiedene Prozessoren getestet wurden. Aufgrund der Euro-Schwäche gegenüber dem US-Dollar haben die Prozessorpreise in den letzten Monaten massiv zugelegt – zum Weihnachtsgeschäft noch ein wenig mehr als zuvor, was auch Intels neuen Skylake-Prozessoren in die Parade fährt. Dies hat teilweise gewaltige Verschiebungen zur Folge: AMDs schnellste Kaveri-CPUs kosten wieder rund 130 Euro, Intels Core i3 gibt es nicht unter 100, die Core i5 nicht mehr unter 150 Euro. In großen Teilen der Mittelklasse konnte AMD so das Zepter komplett übernehmen. Doch ab 150 Euro ist damit Schluss: Ab dieser Marke sind derzeit alle empfehlenswerten CPUs von Intel.

Nur im unteren Preissegment ist AMD eine Wahl

Bunt gemischt ist das Feld im Einsteigerbereich. Gemieden werden sollten dort allerdings die ganz günstigen Modelle, nur wenige Euro mehr bringen ein deutliches Leistungsplus. Ab 50 Euro wird das Feld riesig, günstige Prozessoren mit frei bestimmbaren Multiplikator übernehmen das Feld, welches sich bei AMD-CPUs durch alle weiteren Bereiche zieht – ein Vorteil gegenüber Intel. Im Sondertest von acht CPUs zwischen 30 und 65 Euro hatte sich dies bereits offenbart, später zog Intel mit einem passenden Modell nach.

Schwer ist es aktuell, eine Empfehlung zwischen 75 und 100 Euro auszusprechen, die Preissteigerungen sind insbesondere dort anzutreffen. Für einen Pentium fast 100 Euro auszugeben, ist in jedem Fall zu viel, alle Alternativen liegen jedoch direkt über 100 Euro. Auch zwischen 150 und 200 Euro sind die Preise der CPUs jeweils gerade so weit angestiegen, dass die Empfehlungen mit vier Kernen 202 oder 203 Euro kosten – trotz der ein Prozent Tagesschwankung bleiben diese jedoch die Empfehlung in dem Bereich. Denn dort gilt insbesondere: Vier Kerne sind sehr gut, aber ein zu geringer Takt ist oft hinderlich. Der neue Core i5-6400 mit 2,7 GHz Basistakt und Vier-Kern-Turbo von nur 3,1 GHz ist genau einer dieser Fälle, bei dem noch einmal 30 bis 40 Euro mehr investiert werden sollten – dann gibt es den Core i5-6600, der 500 bis 600 MHz mehr Takt bietet und so das weitaus rundere Gesamtpaket ist.

Die Kaufempfehlung für einen Prozessor zwischen bei rund 200 Euro und dem Vergleich von Haswell zu Skylake ist bei einem kompletten PC-Neukauf die Skylake-Plattform. Die Plattform bietet mit den neuesten Mainboards viele Vorteile wie deutlich mehr PCIe-Lanes, Thunderbolt 3, M.2 über PCIe oder USB Typ C.

Preisklasse Empfehlung Prozessor Alternatives Modell
25 – 50 Euro Intel Celeron G1840 AMD A6-6400K
50 – 75 Euro AMD Athlon X4 860K Intel Pentium G3258 Anniversary Edition
75 – 100 Euro AMD A8-7650K
100 – 125 Euro AMD A10-7700K AMD FX-6300
125 – 150 Euro AMD FX-8320 AMD A10-7870K
150 – 200 Euro Intel Core i5-4590 Intel Core i5-4570
200 – 250 Euro Intel Core i5-6600 (neu!) Intel Core i5-4690K
250 – 300 Euro Intel Xeon E3-1231 v3 Intel Core i5-6600K (neu!)
300 – 500 Euro Intel Core i7-5820K Intel Core i7-6700K (neu!)
500 – ... Euro Intel Core i7-5960X Intel Core i7-5930K

In der Oberklasse sind die Preissteigerungen aktuell ebenfalls deutlich zu spüren, weshalb die Tabelle um die zusätzliche Zeile 250 bis 300 Euro ergänzt wurde. Dort ist jetzt der Xeon E3-1231 v3 zu Gast, der als günstiges CPU mit acht Threads das Feld anführt. Als Alternative in dem Bereich ist der Core i5-6600K vertreten, der zwar nur vier Threads, aber einen frei bestimmbaren Multiplikator bietet. Der Xeon setzt noch auf LGA 1150, der Core i5 braucht LGA 1151 – oft erleichtert das vorhandene Mainboard die Wahl.

Ab 300 Euro fängt der Bereich der Core i7 an, dies bedeutet immer mindestens acht Threads. Mindestens 340 Euro müssen dann aber schnell eingeplant werden, sei es für ältere Haswell, Broadwell oder auch neue Skylake, weshalb der Blick zum kleinsten Sechs-Kern-Prozessor eine Alternative ist. Aber auch der Core i7-5820K ist aktuell teurer geworden und nicht mehr unter 400 Euro zu bekommen – und die Plattform mit Sockel LGA 2011-3 kostet ebenfalls nochmals einige Euro mehr. Da die sechs Kerne und zwölf Threads aber ebenfalls mit einem frei bestimmbaren Multiplikator einhergehen, ist die CPU für die Zukunft ein Stück mehr gerüstet als die Quad-Core-Kollegen.

Die integrierte Grafik

Ein Großteil der Prozessoren ist heute aber nicht mehr nur CPU allein. In vielen steckt eine integrierte Grafikeinheit mit teils deutlichen Leistungsunterschieden. AMD spielt in dieser Rubrik die Karten regelmäßig sehr gut aus, dank Radeon-Know-How, teilweise noch aus den alten ATi-Zeiten, ist die Grafikleistung der von Intel meistens weit überlegen. AMDs A10-7870K hat dort Ende Mai 2015 die Messlatte erst noch einmal weiter nach oben verschoben. Intel hatte mit der Broadwell-CPU jedoch erfolgreich gekontert, diese ist preislich jedoch in einer ganz anderen Region angesiedelt – sie kostet das Doppelte. Darüber hinaus funktioniert Intels Treiber nicht in allen Spielen fehlerfrei.

In den günstigen bis mittleren Preisklassen führt aktuell kein Weg an den AMD-CPUs vorbei, wenn auch von der Grafik ein klein wenig Leistung gefordert wird. Erst in den höheren Klassen wird die Intel-Grafik besser, kann jedoch erst bei Nutzung von eDRAM richtig auftrumpfen – zu entsprechendem Aufpreis.

8 Einträge
Performancerating – CPUs/APUs
Angaben in Prozent
    • G3440 + GeForce GTX 750 Ti
      248,6
    • G3440 + Radeon R7 360
      234,5
    • G3440 + Radeon R7 250X
      223,4
    • G3440 + Radeon R7 250 G5
      191,5
    • G3440 + GeForce GT 740 G5
      188,1
    • G3440 + GeForce GT 740 D3
      159,8
    • G3440 + GeForce GT 730 G5
      154,5
    • G3440 + Radeon R7 250 D3
      137,8
    • AMD A10-7870K
      131,0
    • AMD A10-7850K
      123,5
    • G3440 + Radeon R7 240
      117,5
    • G3440 + GeForce GT 730 D3
      116,0
    • AMD A8-7670K
      114,9
    • AMD A10-6800K
      113,5
    • AMD A10-5800K
      102,8
    • Intel Core i7-6700K
      100,0
    • Intel Core i5-6600K
      95,3
    • Intel Core i7-4790K
      85,6
    • Intel Core i5-4690K
      82,3
    • AMD A6-7400K
      79,3
    • Intel Core i3-4330
      76,3
    • Intel Core i3-4150
      68,6
    • AMD A4-6300
      55,4
    • Intel Pentium G3440
      50,1
    • Intel Celeron G1840
      46,5

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