Yahoo sucht sich Hilfe gegen Microsoft

Mit Blick auf die Andeutung des Versuchs einer feindlichen Übernahme durch Microsoft müssen sich die Verantwortlichen bei Yahoo nun nach einem sogenannten „weißen Ritter“ umsehen, der sie in einem möglichen Abwehrkampf gegen die Redmonder schützen könnte.

Geht es nach diversen Medienberichten, so könnte dieser Helfer Rupert Murdoch heißen. Murdoch, dem das gigantische Medien-Konglomerat News Corp. gehört, könnte demnach bei Yahoo einsteigen und die Online-Inhalte beider Partner könnten kombiniert werden. Dabei könnte News Corp. bis zu 20 Prozent der Yahoo-Anteile übernehmen. Die damit verbundene Finanzspritze könnte Yahoo dringend gebrauchen. Auf diesem Wege, so die Überlegung, würde es Microsoft überdies nicht gelingen, die notwendigen Mehrheiten an Aktien auf sich zu vereinen. Selbst wackelige Großaktionäre könnten sich eine Abstoßung der eigenen Papiere vor dem Hintergrund des neuen, potenten Großinvestors noch einmal überlegen.

Dass die Kooperation prinzipiell möglich ist, steht außer Frage. News Corp. wird schon lange mehr oder minder offiziell als ein potentieller Investor gehandelt. Allerdings hatte Murdoch eine Gegenofferte zum Angebot von Microsoft immer strikt abgelehnt. Das skizzierte Verfahren könnte für den Medien-Mogul einen vergleichsweise behutsamen Einstieg bedeuten, ohne einen direkten und kostspieligen Bieterkampf mit Microsoft zu provozieren.

Yahoo ist in jedem Fall auf diese Hilfe angewiesen. Aus eigener Kraft, das steht wohl fest, wird der Internetkonzern aus der Misere nicht mehr herausfinden. Auch die angedachte Kooperation mit Google gestaltet sich nicht als allzu attraktiv. Grund hierfür sind vor allem kartellrechtliche Bedenken, die durch die Dominanz von Google in den Yahoo-Kerngeschäftsfeldern erzeugt werden. Letzten Endes, so zahlreiche Beobachter und Analysten, kann sich Yahoo auf Google unter Umständen ohnehin nicht verlassen, da es letzteren nur darum gehe, die Übernahme für Microsoft so langwierig und kostspielig wie nur irgend möglich zu machen.

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