Grafikkarten-Rangliste : Kaufberatung für Mai 2016 mit Empfehlung zur Geduld

, 381 Kommentare
Grafikkarten-Rangliste: Kaufberatung für Mai 2016 mit Empfehlung zur Geduld

Wer auf dem PC anspruchsvolle Spiele spielen will, braucht eine Grafikkarte. Die integrierten Grafikeinheiten von AMD und Intel reichen nur für ältere Titel oder geringe Details aus. Mit den Tipps und Tests der Redaktion fällt die Auswahl der richtigen Grafikkarte leicht.

Grafikkarten setzen seit Jahren auf PCI Express, doch gleich hinter dem Anschluss hören die Gemeinsamkeiten auf. Neben der Wahl zwischen AMD und Nvidia bestimmen die Ansprüche und Prioritäten des Käufers und der Geldbeutel die Kaufentscheidung. Neben der Leistung können die Leistungsaufnahme und damit oftmals auch die Lautstärke der Kühlung, Anschlüsse oder das restliche Ökosystem des Herstellers den Unterschied machen.

2016 sollte, was Grafikkarten angeht, deutlich spannender als die letzten Jahre zusammen werden. Denn so werden die Next-Gen-Produkte (mindestens) zu einem Großteil auf die neue FinFET-Fertigung von Globalfoundries und TSMC setzen. Zudem wird Nvidia mit Pascal eine vermutlich getunte Maxwell-Architektur einsetzen, während AMD mit Polaris gar größere Änderungen verspricht.

Viele Modelle sind günstiger geworden. Dennoch sollte auf die „Next Generation“ gewartet werden.

Wenn man der Gerüchteküche glauben Schenken darf, sollte man noch diesen, spätestens Anfang nächsten Monats deutlich mehr über die neuen Grafikkarten erfahren – sowohl von AMD als auch von Nvidia. Darum ist es ratsam, bis dahin mit dem Kauf einer neuen GPU zu warten. Wer dies nicht möchte oder kann, kann sich einiger Preisreduzierungen erfreuen. Zahlreiche GeForce- und Radeon-Modelle sind den letzten Monat günstiger geworden. Nicht viel, aber ein bisschen. Es handelt sich um den Abverkauf der aktuellen Generation. Vor allem die Radeon R9 Fury ist preislich im Sturzflug und ist seit dem Erscheinen rund 200 Euro günstiger geworden.

Die meisten FPS pro Euro liefern zur Zeit die GeForce GTX 960, GeForce GTX 970, Radeon R7 370 und die Radeon R9 380. Davon abgesehen bietet bis hinauf zur GeForce GTX 970 beziehungsweise Radeon R9 390X alle anderen Grafikkarten ein vergleichbares Preis-Leistungs-Niveau. Bei den High-End-Modellen hat sich die Radeon R9 Fury einen preislichen Vorsprung erkämpfen können.

Aktuelle Kaufempfehlungen

Wer in der Full-HD-Auflösung spielen möchte, sollte sich zur Zeit nach einer GeForce GTX 960 oder einer Radeon R9 380 umsehen. Mittlerweile sind auch die Vier-Gigabyte-Modellen von beiden Grafikkarte für unter 200 Euro zu haben. Der Aufpreis gegenüber der 2.048-MB-Version sollte auf jeden Fall getätigt werden.

Sind dagegen höheren Auflösungen wie 2.560 × 1.440 das Ziel, ist preislich mit der 309 Euro teuren Radeon R9 390 derzeit gut beraten. Vor allem die acht Gigabyte Speicher stechen bei der Grafikkarte hervor. Mit 500 Euro teurer, dafür jedoch auch energieeffizienter und leiser, arbeiten erste Modelle der GeForce GTX 980. Die Radeon R9 Fury ist eine günstigere Alternative dazu, allerdings wird die Grafikkarte deutlich lauter als die meisten Modelle der GeForce GTX 980.

Für Ultra HD, sprich 3.840 × 2.160, sollte man gleich zur aktuell besten Grafikkarte, der Inno3D GeForce GTX 980 Ti iChill AirBoss X3, greifen. Die Karte ist sehr schnell und dennoch sehr leise, einzig der Kaufpreis ist sehr hoch. Alternativ ist für diese Auflösung auch die Radeon R9 Fury einen Blick wert. Die Karte ist günstiger, arbeitet jedoch auch spürbar langsamer, wobei sehr hohe Auflösungen die Stärke sind.

Grafikkarten mit 2.048 MB – das Ende naht

Die aktuellen und beliebten Mid-Range-Grafikkarten GeForce GTX 960 und die Radeon R9 380 gibt es in der Standardausführung mit einem 2.048 MB großen Speicher, mittlerweile aber auch alternativ mit 4.096 Megabyte. Und das ist auch durchaus gut so, denn für die maximalen Texturdetails reicht der halbe Speicherausbau oft nicht mehr aus. Die Folge sind eine geringere Framerate und, viel schlimmer, schlechte Frametimes.

Wer bereits ein Zwei-Gigabyte-Modell hat, oder zu solch einem aufgrund des geringeren Preises greift, muss jedoch nicht auf die problematischen Spiele verzichten. Stattdessen ist es ausreichend, die Detailoptionen um ein oder zwei Stufen zu reduzieren, wofür dann jedoch optische Einbußen in Kauf genommen werden müssen.

Bei den Untersuchungen hat sich zudem gezeigt, dass die Nvidia-Grafikkarten mit 2.048 MB im Ernstfall derzeit besser zurecht kommen als die AMD-Pendants. So brechen die Frameraten und auch die Frametimes deutlich mehr auf der Radeon R9 380 als auf der GeForce GTX 960 ein, wenn der VRAM zu Neige geht. Warum dies so ist, konnte noch nicht geklärt werden.

4.096 MB im Performance-Segment sind noch genug – noch!

Im Performance-Segment sieht die Situation bei den 4.096-MB-Karten dagegen besser aus – noch. Es ist davon auszugehen, dass der Speicherausbau lange aber auch nicht mehr ausreichen wird. Spätestens beim Erscheinen der nächsten Generation sollten in der Ab-300-Euro-Klasse nur noch Grafikkarten mit sechs, besser noch acht Gigabyte Speicher gekauft werden.

Für die beliebtesten Spiele reicht eine APU

Für klassische Triple-A-Spiele oder höhere Auflösungen als Full HD braucht es zweifelsohne klassische Grafikkarten. Das gilt jedoch nicht für kleinere Produktionen oder auch für viele der beliebte Mehrspielertitel, die deutlich geringere Anforderungen haben. League of Legends, Dota 2 und World of Warcraft sind nur drei solcher Spiele. Völlig ignoriert werden darf die Hardware jedoch auch nicht bei solchen Spielen.

Auch wenn die AMD-APUs bezüglich der CPU-Leistung quasi sämtlichen Intel-Produkten teils klar unterlegen sind, reißt die immer noch deutlich bessere GCN-GPU vieles wieder raus. Sprich, in den meisten Spielen schaffen es die Kaveri-APUs, schneller als selbst deutlich teurere Skylake-Prozessoren von Intel zu arbeiten – nicht durchweg, im Schnitt aber schon. Wer auf eine diskrete Grafikkarte verzichten will, sollte also zum 122 Euro teuren AMD A10-7870K oder zum nur 91 Euro teuren und nicht viel langsameren A8-7670K greifen.

8 Einträge
Performancerating – CPUs/APUs
Angaben in Prozent
    • G3440 + GeForce GTX 750 Ti
      248,6
    • G3440 + Radeon R7 360
      234,5
    • G3440 + Radeon R7 250X
      223,4
    • G3440 + Radeon R7 250 G5
      191,5
    • G3440 + GeForce GT 740 G5
      188,1
    • G3440 + GeForce GT 740 D3
      159,8
    • G3440 + GeForce GT 730 G5
      154,5
    • G3440 + Radeon R7 250 D3
      137,8
    • AMD A10-7870K
      131,0
    • AMD A10-7850K
      123,5
    • G3440 + Radeon R7 240
      117,5
    • G3440 + GeForce GT 730 D3
      116,0
    • AMD A8-7670K
      114,9
    • AMD A10-6800K
      113,5
    • AMD A10-5800K
      102,8
    • Intel Core i7-6700K
      100,0
    • Intel Core i5-6600K
      95,3
    • Intel Core i7-4790K
      85,6
    • Intel Core i5-4690K
      82,3
    • AMD A6-7400K
      79,3
    • Intel Core i3-4330
      76,3
    • Intel Core i3-4150
      68,6
    • AMD A4-6300
      55,4
    • Intel Pentium G3440
      50,1
    • Intel Celeron G1840
      46,5

Wer nicht viel Geld für eine Grafikkarte ausgeben möchte, den Einbau einer solchen jedoch nicht scheut, hat gar noch eine schnellere und kaum teurere Alternative. Ein Prozessor wie der Intel Pentium G3460 ist bezüglich der CPU schneller als die AMD-Pendants und mit 64 Euro günstig. Mit einer separaten Low-End-Grafikkarte kann dann eine höhere Spieleleistung als selbst mit dem A10-7870K erzielt werden – für kaum mehr Geld. Ein empfehlenswerter 3D-Beschleuniger ist die Radeon R7 250 für 73 Euro, wobei es jedoch notwendig ist, auf GDDR5-Speicher zu achten. Die GeForce GT 740 mit GDDR5 ist ähnlich schnell, derzeit jedoch etwas teurer.

Dieser Artikel war interessant, hilfreich oder beides? Die Redaktion freut sich über jede Unterstützung in Form deaktivierter Werbeblocker oder eines Abonnements von ComputerBase Pro. Mehr zum Thema Anzeigen auf ComputerBase.

381 Kommentare
Themen: