Windows 8: Bessere Kopierfunktion, weniger Dialoge

Wie Steven Sinofsky, Leiter von Microsofts Windows-Abteilung, in einem aktuellen Blogeintrag mitteilt, soll der Windows Explorer in Windows 8 deutlich besser mit sogenannten „Copy Jobs“ umgehen können. Gemeint sind Aufträge, die das Kopieren, Verschieben, Umbenennen oder Löschen von Daten über den Windows Explorer umfassen.

Microsoft arbeitet bei der Entwicklung von Windows 8 unter anderem auch an Verbesserungen für den Windows Explorer. Bei der Untersuchung von Telemetriedaten von Millionen von Windows-Nutzern habe man etwa festgestellt, dass zwar 50 Prozent der sogenannten „Copy Jobs“ unter 10 Sekunden dauerten; jeder fünfte dieser Vorgänge jedoch mehr als zwei Minuten in Anspruch nehme. Der Windows Explorer sei jedoch nicht auf solch große Kopiervorgänge oder das gleichzeitige Ausführen von mehreren Kopieraufträgen hin optimiert, so Sinofsky, sodass man die entsprechenden Funktionen verbessern wolle. Etwa 0,45 Prozent der Windows-7-Nutzer würden bereits auf ein alternatives Programm zum Kopieren oder Verschieben zurückgreifen, so Sinofsky. Diesen Tools wolle man jedoch nicht den Rang ablaufen, vielmehr soll das Erlebnis für die Nutzer des Windows Explorer konsistenter gestaltet werden.

Zu den in Windows 8 implementierten Verbesserungen des Windows Explorer zählen unter anderem verbesserte Dialoge, das Zurückschrauben von Sicherheitsabfragen bei „Copy Job“-Vorgängen sowie die bessere Aufbereitung von Informationen zu den einzelnen Vorgängen. So stellt Sinofsky etwa in Aussicht, dass der Windows Explorer in Windows 8 alle Kopiervorgänge in einem Fenster zusammenfassen wird. In diesem lassen sie sich dann einzeln pausieren, fortsetzen oder abbrechen. Zudem wird es auch möglich sein, sich grafisch über die Geschwindigkeit der Kopiervorgänge informieren zu lassen, wobei der aktuelle Datendurchsatz in Echtzeit visualisiert wird, was gegenüber der aktuellen Berechnung des Durchsatzes spürbar flotter gehen wird.

Video „Verbesserung der Copy Jobs in Windows 8

Auch der Dialog bei Dateinamenskollisionen, die auftreten, wenn zwei Dateien gleichen Namens in denselben Ordern kopiert werden sollen, wurde verbessert. Schon jetzt stellt Windows bei einem festgestellten Konflikt die Frage, welche der Dateien behalten werden soll. Zukünftig wird der Windows Explorer in einem neuen Dialogfenster aber für alle festgestellten Konflikte die beiden Dateien in einer Miniaturvorschau anzeigen und so den Vergleich leichter ermöglichen. Die jeweiligen Dateien lassen sich, falls es sich etwa um Videos handelt, auch direkt aus dem Dialogfenster starten. Weitere Dialogverbesserungen betreffen bisher noch gängige Sicherheitsabfragen, etwa beim Zusammenfassen von Ordnern oder dem Verschieben von Dateien in den Papierkorb. Diese und ähnliche Sicherheitsabfragen sollen zukünftig nicht mehr gestellt werden, um eine ruhigere Benutzung des Windows Explorer zu ermöglichen.

Eines wird aber auch bei Windows 8 wohl nicht ausbleiben: Der Timer für die verbleibende Kopierzeit könnte ähnlich unbeständige Schätzungen abgeben wie bisher auch. Dies habe laut Sinofsky damit zu tun, dass es zu viele Unbekannte bei der Berechnung der verbleibenden Kopierdauer gebe. Schwankungen in der Bandbreite, das plötzliche Einsetzen von Drittprogrammen oder der schlichte Start weiterer Kopiervorgänge würden eine konsistente und genaue Zeitschätzung schlicht unmöglich machen. Statt also viel Aufwand in eine nur marginale Verbesserung der Anzeige der Restdauer für Kopiervorgänge zu investieren, wolle man vielmehr die Ausgabe zuverlässiger Werte wie des aktuellen Durchsatzes oder der Zahl der aktiven Kopiervorgänge verbessern. Dies erlaube es dem Nutzer, selbst qualifiziert einschätzen zu können, wie lange seine Aufträge noch bräuchten.

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