Vermeidung steigender Elektronikpreise

China soll Verknappung Seltener Erden untersagt werden

Auch wenn die sogenannten Seltenen Erden im Vergleich zu anderen Materialien nur in sehr geringem Umfang für die Herstellung elektronischer Produkte benötigt werden, ist ihr Einfluss auf den Preis schon jetzt beachtlich und wird in Zukunft weiter steigen.

Dabei spielt aber nicht nur der immer höhere Bedarf eine Rolle, auch die von China vorgenommene Beschränkung der Exporte wird nach Ansicht fast aller Experten für weitere Verteuerungen sorgen. Das asiatische Land hatte 2010 damit begonnen, die Ausfuhr der insgesamt 17 Metalle der Seltenen Erden – so die korrekte Bezeichnung – auf circa 30.000 Tonnen pro Jahr zu limitieren.

Gegenüber dem Jahr 2005 sei dies mehr als eine Halbierung, so das Wall Street Journal; vor sieben Jahren wurden noch 65.000 Tonnen an das Ausland verkauft. Mittlerweile soll der jährliche weltweite Bedarf an Elementen wie Yttrium (Flachbildschirme und LEDs), Neodym und Samarium (Festplatten), Europium (LEDs) und Erbium (Glasfaserkabel) jedoch bei etwa 140.000 Tonnen liegen – Tendenz stark steigend. Da China derzeit aber geschätzte 95 Prozent aller Seltenen Erden fördert, wird die Differenz zwischen Angebot und Nachfrage immer größer. Steigende Preise, wie sie beispielsweise bereits im vergangenen Sommer bei Festplatten befürchtet wurden, sind das Resultat.

Deshalb ist der nun von den USA, der EU und Japan getätigte Schritt keine große Überraschung: Die drei Partner haben gemeinsam Beschwerde bei der Welthandelsorganisation (WTO) eingelegt. Erwirkt werden soll ein Verbot der Exportbeschränkungen, um einerseits die eigenen Wirtschaften nicht unnötig zu beschädigen, andererseits aber die Preise für die zahlreichen elektronischen Produkte nicht weiter steigen zu lassen.

Auf Seiten der chinesischen Regierung wurde die Beschwerde mit Verärgerung aufgenommen. Ziel der Verknappung sei nicht die Schädigung anderer Nationen oder deren Industrie, sondern der Schutz der Ressourcen sowie der Umwelt. Dabei dürfte genau das Gegenteil der Fall sein, denn die Förderquoten an sich wurden nicht eingeschränkt, die heimischen Unternehmen sind, anders als die ausländischen Mitbewerber, nicht betroffen.

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