Microsoft erklärt Benutzeroberfläche von Windows 8

ComputerBase
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Microsoft hat sich auf dem hauseigenen Blog „Building Window 8“ ausführlich zur neuen Benutzeroberfläche von Windows 8 geäußert. Basierend auf einem Blick zurück bis zu „Windows 1“ lässt der Konzern tief in die Beweggründe hinter den zu erwartenden Änderungen blicken.

Microsoft nennt vier wesentliche Entwicklungen der letzten Jahre, die die Entwicklung der neuen Benutzeroberfläche von Windows 8 wesentlich beeinflusst haben:

  1. „Connected all the time“
    Das Internet ist überall. Ob zu Hause oder unterwegs, Rechner sind heutzutage in der Regel mit dem Internet verbunden.
  2. Personen, nicht Dateien bilden das Zentrum der Aktivitäten am PC
    Früher stellte die Arbeit mit Dateien die grundlegende Aktivität an Computern dar, heute ist es die Interaktion mit Personen.
  3. Mobile Geräte lösen stationäre ab
    Die Zeiten, in denen Computer stellvertretend für graue Kisten unter dem Schreibtisch standen, sind vorbei. Im Jahr 2011 wurden weltweit 61 % der Windows-Installationen auf Notebooks verkauft – der (ohne Microsoft) explodierende Markt mit Tablet-PC ist hier noch nicht mit eingerechnet.
  4. Cloud-Dienste
    Dateien jeder Art liegen nicht mehr auf persönlichen Speichermedien vor, immer mehr Inhalte wandern „in die Cloud“: Ob Speicherdienste wie Mircosofts „SkyDrive“ oder Soziale Netzwerke wie Flickr, Facebook oder Twitter.

In Summe über alle vier Erkenntnisse sei Microsoft zum Startschuss der Entwicklung im Jahr 2009 zu der Erkenntnis gekommen, dass sich die Nutzung von Computern grundlegend geändert hat, Nutzer dabei immer häufiger Smartphone-Eigenschaften von ihrem Rechner erwarten: Internet überall, mobil, lange Akkulaufzeiten, Fokus auf Personen. Die neue Benutzeroberfläche soll diesen Paradigmenwechsel abbilden.

We realized that to enable Windows to lead with these trends emerging, we needed to reimagine the Windows experience. Like so many other times in our history, we needed to bring the Windows experience forward: not only to better service what people are doing today, but to anticipate and cultivate the ways they will be using PCs in the future; to modernize the experience of using Windows, and to set the stage for the next decade of platform and developer innovation; to make the PC the most desirable, useful, and loved device in the world.

Windows 8 looks forward towards a new world of capabilities, new hardware, new apps, and new scenarios. Windows 8 is about a billion people doing new things, and the next billion people experiencing Windows for the first time.

Microsoft

Vor diesem Hintergrund ist die grundlegende Strategie, zwei parallele Benutzeroberflächen (Metro und „Desktop“) in Windows 8 zu etablieren, zu verstehen. Die Möglichkeit, von der mobilen Tablet-PC-Oberfläche Metro an der heimischen Docking-Station nahtlos auf die klassische Desktop-Oberfläche zu wechseln und dabei dieselben Programme nutzen zu können, soll dabei die klassischen PC-Aktivitäten mit den aktuellen verbinden.

Während über die Metro-Oberfläche in der Vergangenheit bereits viel berichtet wurde (siehe Video), lässt Microsoft über das Blog-Posting nun erstmals Details zur neuen klassischen Desktopansicht durchblicken.

Während die neue Metro-UI mit knackigen Farben aufwarten wird, präsentiert sich der Windows-8-Destkop deutlich schlichter als zuvor. Die mit Windows Vista eingeführte „Aero Glass“-Oberfläche mit ihren Glaseffekten wie Transparenz und Reflexionen wird mit Windows 8 eingestellt. „Clean and crisp“ (sauber und knackig) nennt Microsoft das Antlitz des neuen Desktops, der insbesondere Kompatiblitätsprobleme mit älteren Programmen verhindern soll. Der Desktop kehrt so sichtbar zu seiner ursprünglichen Aufgabe als „Arbeitsfläche“ zurück, während die Metro-UI die moderneren Anwendungsprofile von PCs auch optisch abbildet.

Gone are the glass and reflections. We squared off the edges of windows and the taskbar. We removed all the glows and gradients found on buttons within the chrome. We made the appearance of windows crisper by removing unnecessary shadows and transparency. The default window chrome is white, creating an airy and premium look. The taskbar continues to blend into the desktop wallpaper, but appears less complicated overall.

Microsoft
Desktop-Benutzeroberfläche von Windows  8
Desktop-Benutzeroberfläche von Windows 8

Trotz all dieser Veränderungen vertraut (und hofft) Microsoft auf die Lernfähigkeit der Anwender – so wie sie sich in der Geschichte der Computer-Nutzung bereits mehrfach bewiesen hat. Man werde den Anwendern (auch mit diesem Blog-Posting) bei den ersten Schritten helfen, gehe aber davon aus, dass die neuen Oberflächen schon nach kürzester Zeit in Fleisch und Blut übergegangen sein werden.

Rückblick: Windows Userinterface seit Windows 1