Maru : Continuum für Android per Custom-ROM fürs Nexus 5

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Maru: Continuum für Android per Custom-ROM fürs Nexus 5
Bild: Maru

Seitdem Microsoft die Continuum getaufte Desktop-Funktion unter Windows 10 Mobile anbietet, verfügen die Lumia-Smartphones über ein klares Alleinstellungsmerkmal. Android-Nutzer sollen aber nicht leer ausgehen, dachten sich die Entwickler von Maru OS, das den Desktop-Modus von einem Android-Smartphone aus ausführt.

Maru OS soll ein Android-Smartphone um einen Desktop-Modus bereichern, damit dieses als Hosentaschen-PC schnell mit einem großen Monitor verbunden werden kann und sein UI entsprechend anpasst – so wie es Windows mit Continuum auf dem Lumia 950 (XL) oder Convergence unter Ubuntu für Smartphones und Tablets vormachen.

Auf dem Smartphone kommt nach der Installation von Maru OS ein unverändertes Android 5.1 Lollipop zum Einsatz, das laut Entwicklern vollständig ohne Bloatware auskommt. Gemessen an den von Maru zur Verfügung gestellten Screenshots basiert das Android auf dem AOSP, somit würden auch die proprietären Google-Apps fehlen, die sich unter Umständen aber wie bei CyanogenMod nachträglich installieren lassen. Derzeit kann Maru OS ausschließlich auf einem Nexus 5 installiert werden.

Auf dem Desktop kommt Debian zum Einsatz

Wird das Smartphone über HDMI an einen Bildschirm angeschlossen, erkennt dies das Gerät automatisch und soll innerhalb von fünf Sekunden Debian hochfahren, das im Desktop-Modus verwendet wird. Die Funktionalität des Smartphones geht durch diesen Vorgang aber nicht verloren, Android kann weiterhin unabhängig auf dem Telefon benutzt werden. Alle Programme, die unter Debian laufen, können dann theoretisch auf dem großen Monitor genutzt werden. Potenziell ist die App-Auswahl somit deutlich größer als bei Continuum für Windows 10 Mobile, das spezielle Universal Apps voraussetzt, die bisher noch nicht großflächig im Windows Store vertreten oder dort als solche erkennbar sind.

Debian Linux im Desktop-Modus
Debian Linux im Desktop-Modus (Bild: Maru)

Maru OS muss als alternative Firmware auf dem Nexus 5 installiert werden, das vorinstallierte Betriebssystem wird somit ersetzt. Wer bereits Erfahrung mit dem Flashen von alternativen ROMs gesammelt hat, dürfte auch die Hürde zu Maru OS meistern. Allerdings kann das Betriebssystem derzeit noch nicht einfach von der Website der Entwickler geladen werden, lediglich die Aufnahme in eine Liste von Interessenten für die Beta-Version ist möglich. Downloads des Betriebssystems sollen erst wieder ab der kommenden Woche freigeschaltet werden, schreiben die Entwickler in einer E-Mail-Antwort.

Für die Verbindung zum Monitor empfehlen die Entwickler ein SlimPort-Kabel, das wie bei Microsofts Display Dock das gleichzeitige Aufladen des Smartphones ermöglicht. Offiziell unterstützt wird ein Kabel von Cable Matters, das zum Smartphone hin Micro-USB und am anderen Ende HDMI sowie eine Micro-USB-Ladebuchse für Smartphone-Netzteile bietet. Auf der deutschen Amazon-Website gibt es ein vergleichbares Kabel von CSL-Computer für rund 15 Euro. Tastatur und Maus werden per Bluetooth mit dem Nexus 5 für die Nutzung in der Desktop-Umgebung gekoppelt. Den Internetzugang regelt das WLAN des Smartphones.

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