OCP Global Summit: Seagate führt erste NVMe-Festplatten vor

Michael Günsch
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OCP Global Summit: Seagate führt erste NVMe-Festplatten vor
Bild: Seagate

Auch bei Festplatten (HDD) soll langfristig auf die PCI-Express-Schnittstelle und das NVMe-Protokoll gewechselt werden, bei SSDs ist der Wechsel bereits in vollem Gange. Seagate nutzt den OCP Global Summit zur Demonstration der „weltweit ersten nativen NVMe HDD“.

Demo der ersten NVMe HDD

In Partnerschaft mit „Branchenführern“ hat Seagate ein 2U-JBOD-Server-Gehäuse mit zwölf 3,5-Zoll-Einschüben entwickelt, das mit einem PCIe-Switch bestückt ist. Die für NVMe angepassten Festplatten, die augenscheinlich aus der Serie Seagate Exos X18 mit 18 TB stammen, besitzen einen Controller (SoC), der sowohl mit NVMe als auch den bisher bei HDDs gängigen Schnittstellen SAS und SATA umgehen kann.

Seagates erste NVMe HDD
Seagates erste NVMe HDD (Bild: Seagate)
Demo eines NVMe-HDD-Servers
Demo eines NVMe-HDD-Servers (Bild: Seagate)

Die Rede ist von einem „bewährten 3. Gen Design“, womit PCIe 3.0 gemeint sein dürfte, bei dem Hard- und Firmware eines SSD-Controllers eingesetzt werden. Da der Controller nativ mit PCIe und NVMe umgehen kann, bedarf es keines zusätzlichen Bridge-Chips zur Protokollübersetzung.

Schnelle und einheitliche Schnittstelle für HDDs und SSDs

Angaben zur Leistungsfähigkeit macht Seagate in der Pressemitteilung nicht, doch soll der Wechsel zu PCIe nicht nur schnellere Festplatten der Zukunft mit Multi-Actuator-Technik ermöglichen, sondern vor allem zum einheitlichen Gebrauch von NVMe bei SSDs wie HDDs führen. Mit einer einheitlichen Schnittstelle können Storage-Server einfacher, günstiger und energiesparender umgesetzt werden – so lautet der Antrieb der Branche hinter dem Konzept.

Ziel ist es, den Weg für eine nahtlose konsolidierte NVMe-Schnittstelle über HDDs und SSDs zu ebnen.

Seagate

NVMe 2.0 wird HDDs unterstützen

Bereits im vergangenen Jahr hatte ein Microsoft-Architekt öffentlich erklärt, dass NVMe-HDDs die Zukunft sind und unter anderem die Möglichkeit einheitlicher Treiber für HDDs und SSDs als Vorteil formuliert. Diesen Sommer wurde angekündigt, dass die kommende Version NVMe 2.0 Support für HDDs erhalten wird.

Zeitpläne für die NVMe-HDDs von Seagate

Zunächst handelt es sich aber nur um eine Demo oder Machbarkeitsstudie von Seagate. Der amtierende Marktführer bei Festplatten vor Western Digital und Toshiba stellt aber erste Testmuster für enge Geschäftspartner für September 2022 in Aussicht. Diese sollen zunächst einen Port unterstützen. Entwickler-Samples für den kommerziellen Einsatz sollen nach aktuellem Plan Mitte 2024 folgen und auch Dual-Port-Lösungen bereithalten. Erst danach ist mit einer Markteinführung zu rechnen.