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10. Januar 2006

Test: Athlon 64 FX-60 vs. Pentium XE 955 (4/20)

Zu „Extreme“ um wahr zu sein?
Autor: Thomas Hübner

Stromverbrauch

Performance ist nicht alles, wie Halbleiterriese Intel mit der Vorstellung des in 90 nm gefertigten Pentium 4 „eindrucksvoll“ unter Beweis stellte. Der Prozessor machte gar solche Probleme, dass zwar ein 3,4 GHz schnelles Modell vorgestellt wurde, zum Testen jedoch nur die etwas sparsamere 3,2-GHz-Variante zur Verfügung stand. Vorbei waren die Zeiten eines schnellen und „stromsparenden“ Desktop-Prozessors aus dem Hause Intel.

Zum Einstieg in die Thematik „Stromverbrauch“sollen uns die offiziellen Angaben der Hersteller dienen. Dabei ist zu beachten, dass Intel und AMD diese Zahlen auf unterschiedlichem Wege ermitteln. AMD gibt den maximalen Verbrauch an. Intel dagegen nennt Zahlen der „Thermal Design Power“, also die Leistung, die eine Kühllösung in gewöhnlichen Anwendungsszenarien zu bändigen hat. Der tatsächliche Maximalverbrauch kann höher liegen.

Thermal Design Power (Herstellerangabe)

Core Duo T1300, Yonah SC
27
Core Duo T2600, Yonah DC
31
Athlon 64 X2 4400+, Toledo
89
Athlon 64 X2 4200+, Manchester
89
Athlon 64 FX-57, San Diego
104
Athlon 64 FX-60, Toledo
110
Athlon 64 X2 4800+, Toledo
110
Athlon 64 X2 4600+, Manchester
110
Pentium 4 EE 3,73 GHz, Prescott 2M
115
Pentium 4 670, Prescott 2M
115
Pentium XE 840, Smithfield
130
Pentium XE 955, Presler
130
Angaben in Watt (W)

Trotz der verfeinerten Strukturen bleibt die Thermal Design Power des Pentium XE 955 mit 130 Watt unverändert auf Niveau des Pentium XE 840. Dabei wurde das Spannungsfenster der Modelle von 1,25 V - 1,388 V auf 1,200 V - 1,3375 V herabgesenkt. Die Spannung ist von besonderer Bedeutung, da sie quadratisch in den Verbrauch (P = f*C*U²) eingeht. Auch bei AMD gibt es keine Überraschungen. Mit 110 Watt hält man die Klasse der schnellsten Athlon 64 X2. Allerdings wurde auch hier an der Betriebsspannung gedreht. Sie wurde von 1,35 V - 1,40 V (X2 4800+) auf 1,30 V - 1,35 V (FX-60) herabgesenkt.

So viel zu den theoretischen Werten des jeweiligen Herstellers. Nun folgen unsere Messungen mit einem handelsüblichen Voltcraft-Energy-Check-3000-Messgerät. Bei keinem der Prozessoren wurden besondere Einstellungen vorgenommen. Das Windows-XP-Powermanagement wurde auf das Profil „Desktop“ eingestellt. AMDs Cool'n'Quiet war damit nicht aktiv, da hierfür das Profil „Minimaler Energieverbrauch“ geladen werden müsste. Tests mit aktiviertem Cool'n'Quiet haben jedoch gezeigt, dass hierdurch der Stromverbrauch im Idle-Zustand um weitere 10 Watt gesenkt werden kann.

Intels Stromsparfunktion C1E (nicht jedoch Enhanced Speedstep, EIST) war aktiv, da sie Betriebssystemtransparent arbeitet, indem der Prozessortakt automatisch auf bis zu 2,8 GHz abgesenkt wird. Dies trifft in unserem Fall aber nur auf den Pentium 4 670 zu. Die Extreme Edition 840 bietet kein C1E oder EIST und beim neuen XE 955 ist dieses Feature aufgrund eines Defekts vorerst deaktiviert.

Stromverbrauch: Windows Desktop (Idle)

Athlon 64 X2 4600+, Manchester
106
Athlon 64 X2 4800+, Toledo
107
Athlon 64 FX-57, San Diego
113
Athlon 64 FX-60, Toledo
115
Pentium 4 670, Prescott 2M
140
Pentium XE 840, Smithfield
155
Pentium XE 955, Presler
170
Angaben in Watt (W)

Stromverbrauch: Volllast (PCMark05)

Athlon 64 FX-57, San Diego
154
Athlon 64 X2 4600+, Manchester
166
Athlon 64 X2 4800+, Toledo
169
Athlon 64 FX-60, Toledo
181
Pentium 4 670, Prescott 2M
266
Pentium XE 955, Presler
275
Pentium XE 840, Smithfield
312
Angaben in Watt (W)

Vorab sei gesagt, dass vor allem die Messungen im Windows Desktop mit gehörigen Schwankungen (stellenweise +/- 10 Watt) verbunden waren und wir uns für einen typischen Wert entschieden haben. Unter Volllast wurde dagegen die Peak-Leistung gewertet. Gemessen wurde der Verbrauch des gesamten Systems.

Kurz und knapp: AMD schneidet gewohnt gut ab und kann mit aktivem Cool'n'Quiet noch stärker zum Stromsparen beitragen. Intels neuer Pentium XE 955 kann nicht wirklich überzeugen. Der Verbrauch ohne Belastung ist aufgrund des erwähnten Defekts zu hoch. Unter Volllast ist eine erste Entwicklung hin zum Positiven zu erkennen, aber AMD scheint weit enteilt. Dieses Bild wird sich wohl erst mit der neuen Prozessorarchitektur ändern.

Auch die Temperaturen waren bei Intel alles andere als erfreulich. Mit Boxed-Lüfter mussten wir uns im Bios mit erschreckenden 70 °C plagen, während der Athlon 64 FX-60 mit ca. 40 °C überzeugte.