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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wer schenkt mir ein zweites Leben?


buchi
25.01.2006, 23:52
ich bin gerad durch zufall auf diese seite gestoßen:
http://www.cyborgate-com.cyborgamez.com/php/include.php?path=start.php&PHPKITSID=e4bb7e8ef296ed9144b2d9dc9ea0c17c&nid=12&PHPKITSID=d1b4e87b8bc83654288014b5c166536f



was sagt ihr zu solch einer sache sich bei der dkms zu registrieren?
hat das vielleicht schoneinmal jemand von euch gemacht?
ich wäre über eure erfahrungen dankbar, da ich diese sache sehr traurig finde.
ich will hier keine werbung für die aktion machen, jedoch hab im ich gästebuch viel gelesen und vielleicht interessiert ihr euch auch dafür.


mfg buchi

linkser
26.01.2006, 00:00
durch solche aktionen werden natürlich immer wieder leute auf das thema knochenmarkspende gestossen, die sonst gar nicht darauf kommen würden, sich typisieren zu lassen.

auf dkms.de gibts alle infos zu allen möglichen fragen, wie man spender wird, wie man sonst noch helfen kann usw.

habs mir eigentlich schon lange vorgenommen, mich typisieren zu lassen, habs aber immer wieder auf die lange bank geschoben. immerhin den organspendeausweis hab ich mittlerweile.

Simple Man
26.01.2006, 00:11
Ich kenne mich bei diesem Thema nicht aus, aber ich frage mich, warum der Staat hier nicht mehr unternimmt. Er sollte seine Macht ausnutzen und solche Themen in der Schule, Bundeswehr, Zivildienst, Uni, alle möglichen staatlichen öffentlichen Dienste, etc etc zur Sprache bringen.

Es sollte in absehbarer Zukunft einfach ganz normal sein, dass man schon in der Schule sein Blut testen kann und die ganzen Untersuchungen vornimmt. Organspendeausweis sollte wirklich bei allen nicht extrem konservativen Menschen drin sein. Hätte es das in meiner Schule gegeben, wo ich das einfach so nebenbei erledigen kann, ich hätte es getan.

Ist doch schade wenn die ganzen schönen Organe verrotten :(

linkser
26.01.2006, 00:14
hab mich mal ein bisschen auf der dkms-seite umgeschaut, scheint gar nicht soviele ärzte zu geben, die das bereitwillig machen, in ganz düsseldorf sind da nur 25 ärzte eingetragen, find ich ziemlich wenig... http://www.dkms.de/asp/docsearch/default.asp

EDIT: so registriert und nen bisschen gespendet. muss ich mir nur noch nen arzt suchen, hab eigentl. gar keinen hausarzt :)

ExtiQ
26.01.2006, 00:24
Die Seite scheint mir mal seriös, hab in der Vergangenheit schon viele Fakemails gekriegt die auf iwelche Dienste etc. verwiesen haben/ Spenden etc.

Man muss sagen, dass ist ja eigentlich ne ganz hübsche ( nur so nebenbei )

Es ist in der Gesellschaft sowieso Merkwürdig, dass nur so wenige bereit für solche sozialen 'Dienste' sind, wo doch viele Leben gerettet werden können.
Ne Idee wäre z.B. ein System, wo jeder Deutsche Bürger einen Bluttest machen und dann in eine Art Kartei eingetragen werden. So könnte man mit höherer Wahrscheinlichkeit Spender finden, wobei dass Ganze auch Nachteile haben kann.

MfG

eXtiQ

Tiu
26.01.2006, 00:26
Organspendeausweis sollte wirklich bei allen nicht extrem konservativen Menschen drin sein.
Wie schön, dass Krankenschwester und Ärzte die damit zu tun haben ihren abgeben.
Klar, Typisierung ist etwas vollkommen anderes. Aber kaum einer hat nach einer Organtransplantation noch soetwas wie ein "normales" Leben. Oft ist es sogar so, dass man sich fragen muß ob ein solches Leben noch für denjenigen lebenswert ist.

linkser
26.01.2006, 00:32
graka hat sich umbenannt, ist mir doch glatt erst jetzt aufgefallen :)

diese frage des lebenswerten lebens stellt sich aber nicht nur bei organtransplantationen, da gibts nunmal auch jede menge anderer krankheiten, die einen zu einem totalen pflegefall machen. ohne organtransplantationen hätten manche leute gar keine chance mehr auf irgendein leben ausserhalb des krankenhauses, mit organtransplantation haben sie immerhin die chance dazu. und es gibt ja auch organtransplantionen, die erfolgreich verlaufen, so dass die leute wieder normal leben können (natürlich nur mit vielen medikamenten).

buchi
26.01.2006, 00:37
ich denke mal die meisten sind glücklich wenn sie eine organtransplantation bekommen.
das risiko sind halt die nebenwirkungen und die schwächung des immunsystems, welches erforderlich wird damit das transplantierte organ nicht abgestoßen wird.

aber ich denke mal, organe spenden heißt leben retten!

hannesgpunkt
26.01.2006, 00:41
@ Tiu: Na das lass doch mal bitte denjenigen selbst entscheiden! Und man merkt doch, dass Melanie leben WILL!

Ich hatte auch vor, mich typisieren zu lassen, nachdem einer aus meiner Verwandtschaft, der sich hat typisieren lassen neulich einen Anruf von der DKMS bekommen hat und als Spender infrage kommt. Er hat gespendet und womöglich einem Menschen das Leben gerettet.

Orca
26.01.2006, 10:39
Ich habe mich in der Schweiz als Knochenmark Spender registrieren lassen. Ich finde es ein gute Sache, wenn man damit einem Menschen helfen kann.

Der Daedalus
26.01.2006, 15:41
Ich hab mich typisieren lassen als ein Schüler aus dem Abi Jahrgang vor uns krank wurde und einen Spender brauchte.
Seid dem sind 3 1/2 Jahre vergangen und mittlerweile war ich schon 2 mal los um meine Gewebemerkmale genauer typisieren zu lassen. Beim letzten mal wurden so um die 6 Ampullen voll von meinem Blut gebraucht :( ;).
Wenn jetzt das nächste Mal post von der DKMS kommt, dann wird's wohl ernst.
Aber ehrlich gesagt würde es mich freuen auf diese Weise vllt. einem Menschen das Leben zu retten!
Ich kann solche Aktionen nur unterstüzen! Lasst euch typisieren! Es kostet nichts, es ist eigentlich Schmerzfrei (bis auf die kleine Kanüle) und es hilft vllt. einem Menschen sein Leben zu verlängern.

linkser
26.01.2006, 19:40
Es kostet nichts
stimmt, man muss nix zahlen. jedoch kostet die dkms jede typisierung 50€. die dkms hätte glaube ich ein großes problem, wenn sich auf einmal sehr viele leute typisieren lassen wollten :). deswegen wird man immer gefragt, ob man zumind. einen teil der kosten bezahlen möchte, ich hab einfach mein konto etwas abgerundet und den rundungsbetrag gespendet.

Holodan
26.01.2006, 20:07
Ich bin auch schon auf die Seite gestoßen und war dabei mich einzutragen, aber dann habe ich gesehen, dass das erst mit 18 Jahren geht. Da muss ich noch bis Ende August warten. :(

danignom
28.01.2006, 17:55
Ich trage schon jahrelang einen Organspendeausweis mit mir rum und bin seit drei (?) Jahren bei der DKMS registriert. Da gab es in einem Ort bei uns einen Aufruf in der Zeitung, in der ein Betroffener zu einer Typisierung aufgerufen hatte. Es gab dann einen Stichtag, an dem man sich im Gemeindehaus typisieren lassen konnte. Es war echt der Hammer, wie viele Leute da da waren, das hätte ich nicht gedacht! Das ganze lief total seriös ab, man kam rein (nachdem wir schon etwa ne 3/4-Stunde angestanden hatten), hat seine Daten angegeben und hat dann Blut abgenommen bekommen, das war's. Zahlen musste man nichts, es stand halt ein Glasbehälter für Spenden da. Seitdem kommen regelmäßig Postkarten und kleine Hefte vom DKMS, mit Info und Fortschritten.
Als ich nach dem Abi sechs Wochen beim Daimler geknechtet habe, gab es dort die Möglichkeit, sich von den Betreibsärzten typisieren zu lassen. Pro typisiertem Mitarbeiter gab's vom Daimler glaub ich auch noch eine Spende an den DMKS, das weiß ich aber nimmer genau.

Den Organspendeausweis bekommt man mittlerweile bei jedem Arzt. Der ist ja nicht nur dafür da, dass seine Organe auf jeden Fall spenden will. Sondern vor allem um im Todesfall den Willen des Verstorbenen nachvollziehen zu können, das schließt ja auch Nein-Sagen nicht aus...

Mein Onkel und die Mutter meines Freudes hatten(haben beide eine transplantierte Niere. Mein Onkel hatte schon als Kind Diabetes, mit der Zeit und durch seine Lebensweise gings ihm dann immer schlechter, bis er an der Dialyse hing. Nachdem eine Spenderniere geunden wurde, gings eine Zeitlang aufwärts, aber er hat das Rauchen nicht sein lassen und sein Immunsystem hat nicht mehr lange mitgemacht. Seit letztem Jahr ist er nun tot... :(
Genau das Gegenteil ist meine "Schwiegermama in spe": Topfit auch nach 14 (?) Jahren mit der Spenderniere...

Ich würde nicht zögern einem Menschen durch Knochenmark- oder Organspende zu helfen!

Wintermute
28.01.2006, 18:17
Tja, das ist genauer gesagt meine Mutter.

Ich sehe kein unwürdiges Leben bei ihr, sie hat eine Weltanschauung an der sich manche Leute noch was abschneiden könnten. Sowas bekommt man wohl oft nur, wenn man kurz vor dem Ende stand. Ja, es sollten nun ca. 15 Jahre sein. Und die Werte sind immer noch top. Es kommt auch arg darauf an wie man mit seinem "neuen Leben" umgeht und wie gut man sich und das Organ pflegt.

@Tiu:
Ich weiß nicht wie du drauf kommst, das viele Ärzte die damit zu tun haben ihren abgeben. Mein Vater ist Arzt, das schon sehr lange und erfolgreich. Kommt gut rum und gibt viele Seminare und Vorlesungen. Dadurch kenne ich auch reichlich von seiner Berufsgruppe, dort lässt sich selten eine Ablehnung finden.

Für mich hört sich das an wie "Ohne Gurt kann man manchmal eher überleben bei einem Unfall". Klar, manchmal. Nur in 99,9% aller Fälle eben nicht.

hannesgpunkt
28.01.2006, 18:43
@ Wintermute:
Ja, das seh ich genauso! Das Wörtchen "oft" is relativ. In diesem fall is es aber doch eher so, dass das Gegenteil "viel, viel öfter" der Fall ist!
Ich sehe auch gar keinen Grund, warum Ärzte und Krankenschwestern ihren Organspendeausweis abgeben sollten, das müsstest du schon belegen, Tiu!

Greetz, hannes

Op0s!T
30.01.2006, 22:32
also für mich steht auch fast dass ich mich typisieren werde sobald ich 18 bin. allerdings ist bis dahin noch ein wenig zeit. (schade eigentlich) ich denke dass sowas kein großes problem darstellt und vor allem mit "wenig" aufwand viel bewirken kann bei kranken menschen. also aufwand zumindest nicht für den spender. und ich denke dass darüber wirklich viel mehr aufgeklärt werden müsste. es scheint für mich sogar so als ob solche themen in unserer gesellschaft todgeschwiegen werden, was ich sehr schade finde. dabei wäre aufklärung in schulen doch nicht so aufwendig wenn man es zum beispiel in den biologie unterricht mit einbinden würde. aber daran werden wir selber wohl kaum mehr was ändern können

Shagger
31.01.2006, 01:54
Hab schon eine Knochenmarkspende hinter mir. Alle meinten das sei total gefährlich, überleg genau ob du das tun willst. War letzten Endes gar nicht weiter schlimm. Ich hab viele Untersuchungen über mich ergehen lassen müssen, mir wurde sehr viel Blut abgenommen, alle 4 Tage so 8 volle Spritzen. War schon belastend, aber nach der Narkose wacht man als Held auf. Ist echt wahr. Man hat dann sein bestes getan.

Die Operation ist übrigens mehr als 4 Jahre her, der Junge hats überlebt.

Wintermute
02.02.2006, 16:23
Respekt!

Die wenigsten der ganzen "Super-uber-Männer" die überall rumlaufen haben die Eier für sowas. Kannst echt stolz drauf sein. Ich hab´ mich da auch mal typisieren lassen. Bis jetzt kam noch nix, würde das aber auch sofort machen.

danignom
04.02.2006, 15:44
@Shagger: WOW! Klasse! Da kannst du dich ja auch toll fühlen. Genau damit macht das DKMS ja auch Werbung ;-). :daumen

Und wenn man sich überlegt, was die Kranken schon (meistens) jahrelang durchgemacht haben, ist wohl alles nur halb so schlimm!

privacy
04.02.2006, 22:59
war auch geschockt als ich hörte das nur 10 Mio Menschen typisiert sind. Hab mich jetzt auch mal angemeldet und werde mich die nächsten Wochen typisieren lassen.

mfg Denis

cihan22
04.02.2006, 23:53
ohhh ich bin geschockt! leider! weil meine reaktion zeigt dass ich mich für sowas bis jetzt nicht interessiert habe! wo kann man diese typisierung machen? ich meine jetzt nicht direkt für den speziellen fall aber auch um anderen zu helfen! ich denke mal wenn ich ins krankenhaus gehe gucken mich alle erstmal wie blöd an.

greetz
Cihan22

linkser
05.02.2006, 02:44
les dir mal schön alles durch auf dkms.de

registrieren, dann bekommste dann ein paar tage später einen großen briefumschlag der dkms zugeschickt mit einer einverständniserklärung und einem kleinen karton mit der ampulle drin. damit marschierst du zu einem ganz normalen arzt (am besten vorher anrufen, ob die das machen, gibt viele ärzte die das nicht machen), lässt dir blut abnehmen und packst dann die einverständniserklärung in das kartönchen, frankierst das ganze mit 2,20€ und schmeisst das ganze in den briefkasten.

reneklotz
08.02.2006, 15:12
Hallo,

Ich hatte das Glück vor 2 Jahren für eine Frau Spenden zu dürfen, die Geheimhaltungsfrist ist jetzt vorbei und letzte Woche bekamm ich einen Brief der DKMS das meine Empfängerin mit mir Kontakt aufnehmen möchte.
Bin schon sehr gespannt!!

Vielleicht mahl zur Erläuterung wie eine Entnahme von Knochenmark aus dem Beckenkamm abläuft.
Man muss sich einen Tag vor der Entnahme in der Klinik einfinden wo noch mahl ein kurzer Check gemacht wird. Am nächsten Tag ist dann die Entnahme der Stammzellen unter Vollnarkose, es wird mit einer Hohlnadel der Beckenknochen auf beiden Seiten punktiert bis genug Stammzellen zusammen sind. ( Dauer ca. 1-2 St.)

Wichtig: Eine Knochenmarkspende hat nichts mit Rückenmark zu tun !

Das einzige Risiko besteht in der Narkose an sich selbst, aber deswegen wird man ja im Vorfeld komplett gecheckt.

Nach der Entnahme hat man mehr oder weniger Schmerzen wie nach einem schönen Pferdekuss, die dann noch paar Tage anhalten.

Aber was ist so ein bisschen Ziehen im Kreutz gegen das was die Patienten im Kampf um ihr Leben durch machen müssen !!!

Am Tag nach der Entnahme kann man in der Regel wieder nach Hause und sich vom Partner ( falls vorhanden ) pflegen lassen.

Es sind nur ein paar Unannehmlichkeiten mit dem man vielleicht einem Menschen das Leben retten kann.

Ich kann nur bitten laßt euch registrieren, auch wenn es 50€ kostet irgenwo da drausen wartet ein Mensch der ohne Euch nicht mehr leben darf.

Ein schöner Spruch zum Schluss, nicht von mir.
Für die Welt bist du nur ein Mensch aber für einen Menschen bist du die Welt !!!

Gruß
René

neverin
08.02.2006, 20:11
Naja, wer mÖchte schon ewig leben?
Kenne so ein Problem!!!
Habe vor einem gutem Jahr einen schweren Motorradunfall gehabt.
Tja, wäre ja auch sonst nicht so tragisch gewesen, wenn das Wort "Wenn" nicht wäre.
Habe nämlich die Blutgruppe 00+ also positiv, die es wohl nicht so einfach zubeschaffen
gibt.
Glück im Unglück: Die Freundin meines Unfallverursachers, hat die gleiche Blutgruppe.
Puh! Noch einmal Glück gehabt.
P.S.: Hab mir jetzt selbst im Klinikum einen Vorrat zugelegt!

Das Glück kommt nur einmal!

...netten Gruß neverin...

Patzolino
09.02.2006, 13:38
Hallo,

ich hab mich auch schon vor mehreren Jahren typisieren lassen, da ein Bekannter von mir auch einen Spender gebraucht hat.

Wenn man als "richtiger" Spendertyp ausgewählt wird, wird man heutzutage nicht mehr operiert (so wie ich das mitbekommen habe!). Es wird einem im Krankenhaus ein Medikament gegeben und dann wird Blut abgezapft und das benötigte wird herausgefiltert, danach bekommt man das Blut wieder rein!

Also ist alles halb so wild und wenn man helfen kann relativiert sich das dann sowieso, ist kein großes Risiko mehr dabei!

Gruß Patrick