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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wer nicht widerspricht, wird Organspender


keshkau
24.04.2007, 18:56
Die Meldung:
http://www.rp-online.de/public/article/aktuelles/politik/deutschland/431656

Textauszug:
Künftig soll jeder als potenzieller Spender angesehen werden, der einer Organentnahme zu Lebzeiten nicht ausdrücklich widersprochen hat. Nach dem am Dienstag vorgestellten Stufenmodell sollen alle Bürger dazu angehalten werden, sich Gedanken zu machen und zu entscheiden. Geschieht das nicht, soll Schweigen im Zweifel als Zustimmung gelten.

Was haltet ihr davon? Ich begrüße zunächst einmal die Notwendigkeit, sich eingehend mit dem Thema beschäftigen zu müssen, unabhängig davon, was dabei am Ende bei jedem Einzelnen herauskommt.

098529812
24.04.2007, 19:04
ich bin organspender und begrüße den vorstoß

stna1981
24.04.2007, 19:19
Ich finde das falsch, zum einen es ist mein Körper, über den hat niemand Fremdes zu bestimmen (auch nicht wenn ich tot bin) und zum anderen ist diese stillschweigende Zustimmung rechtlich mehr als fragwürdig!

Rasemann
24.04.2007, 19:21
Na und?
Wenn ich tot bin wird es mir herzlich egal sein, ob ich ein Ersatzteillager bin oder nicht.

Wer fragt das tote Schwein ob es zerlegt und aufgegessen werden will?

keshkau
24.04.2007, 19:25
... und zum anderen ist diese stillschweigende Zustimmung rechtlich mehr als fragwürdig!

Vielleicht sollst Du es in Zukunft als eine Deiner bürgerlchen Pflichten betrachten, Dich zu entscheiden. Das ist wie bei den Wahlen. Wer seine Stimme nicht abgibt, sondern Stillschweigen bewahrt, der wählt automatisch die Partei der Nichtwähler, ob er will oder nicht.

nutel
24.04.2007, 19:28
wär ok so!

Toffel13
24.04.2007, 19:29
tja es fragt auch niemand obs getötet werden will...
Also ich persöhnlich finds schwierig ohne die Zustimmung die Organe zu verteilen. Mich persöhnlich würde es aber auch nicht stören. Nur hab ich schon vor mich bei Körperwelten als Ausstellungstück zu melden. :)

keshkau
24.04.2007, 19:32
Juristisch sehe ich die wenigsten Probleme. Denn wer Rechte haben will, muss rechtsfähig sein. Laut BGB beginnt die Rechtsfähigkeit mit der Geburt und endet mit dem Tod. Wer tot ist, hat demnach keine Rechte mehr. Auch nicht die an seinem Körper, könnte man daraus ableiten.

athlonforever
24.04.2007, 19:34
Im Prinzip kann es jedem egal sein, wenn er tot ist, juckt es ihn sowieso nicht mehr. So seh ich das auch so.

Aber trotzdem ist es nicht richtig, einfach zu sagen das man Organspender ist.

eater
24.04.2007, 19:37
naja wenn man tot ist und trotzdem noch menschen hilft ist man ein guter mensch

satis
24.04.2007, 19:37
tjo, mir is das recht. falls man mit meinen innereien nach meinem tod noch was anfangen kann...bitte. :evillol

fi.sh
24.04.2007, 19:40
Also ich finde es nicht richtig. Wie soll den sowas festgehalten werden? Wird man dann bei jedem Arztbesuch gefragt, ob man nicht vllt. doch Spenden will? Der Körper ist zwar tot, doch ich behaupte einfach mal, dass Organentnahme gegen die Überzeugung nicht weniger Menschen spricht. Auch wenn ich die Gelegenheit gehabt hätte, zu sagen, dass ich es nicht möchte, dass ich nicht als Organspender dienen möchte, sollte sich der Staat nicht einfach das Recht nehmen mich "auseinander" nehmen zu lassen.
Ich bin gegen einen solchen Entschluss, auch wenn ich selbst immer meinen Organspendeausweis dabei habe, in dem steht, dass alles von mir "verwertet" werden darf.
Vielmehr bin ich dafür, dass diese Organspendeausweise mehr public gemacht werden. In meinem Freundeskreis weiß lange nicht jeder von seiner Existenz.

DerWitwenmacher
24.04.2007, 19:40
Nur jede zweite Klinik meldet potenzielle Spender

Also, ich möchte jetzt nicht wissen wieviele "nutzbare" Organe "unter der Erde" landen.
Für stillschweigende Zustimmung bin ich trotzdem nicht! Aber mit jeder neuen Krankenkassenkarte könnte man durchaus, als Erinnerung, ein Fomular bekommen, mit dem man dann zur Meldbehörde spaziert. Und gut ist.
P.S. Schliesslich bekomme ich zum Blutspenden auch jedesmal eine Einladung.

palaber
24.04.2007, 19:41
Hört sich krasser an als es ist.
Illgeale Organentnahme und Diebstahl dieser wird es somit nicht mehr geben.

Finde es eigentlich gut. Bin bisher auch am überlegen gewesen ob ich mir nicht
so nen Ausweis hole.
Ist doch gut, wenn man jemanden mit seiner Niere, Leber etc. das Leben retten kann.
Und wenn man schon tot ist, tut es einem auch nicht mehr weh ;)

Da die einen ja auch nicht zersägen, sondern behutsam vorgehen werden, wird man
später bei der Bestattung sicher auch nichts davon merken, für die, die noch einmal den
Toten sehen wollen.

-oSi-
24.04.2007, 19:42
Ich bin gegen diese Neuregelung.

Derzeit ist eine Organspende nach dem Tode nur möglich, wenn der Spender zu Lebzeiten ausdrücklich seine Erlaubnis gegeben hat beziehungsweise seine Angehörigen das nachträglich tun.
Da haben die einen Unfalltoten, der passende Organe hat bzw. hätte, der aber nichts gesagt hatte.
Also wäre er ein Ersatzteillager.
Die nächsten Verwandten können nicht erreicht werden und finden dann beim Eintreffen einen ausgeweideten Leichnam vor ?
Da Organe rasch nach dem Tod entnommen werden müssen, hätten die Ärzte nicht viel Zeit.
Sonst sind die Organe unbrauchbar.
Die geschockten Verwandten werden sich bestimmt "freuen". :rolleyes

Sehr hohe Klagen gegen die Krankenhäuser werden nicht ausbleiben.

[Chefkoch]
24.04.2007, 19:42
ich bin organspender und begrüße den vorstoß

Absolut :daumen

Bin ebenfalls Organspender - warum sollte ich, wenn ich mal "unerwartet" ins Gras beissen sollte, nicht anderen Menschen evtl. beim Überleben helfen?!

keshkau
24.04.2007, 19:44
Ich vermute, dass sich der Organmangel mit der Zeit legen wird, wenn die Regelung erst einmal richtig angelaufen ist. Dann dürfte es auch keine Problemfälle geben nach dem Motto: Gestern volljährig geworden, heute tot und morgen schon ausgeschlachtet, weil er nicht rechtzeitig seinen Verzicht erklärt hat. Aber die meisten Menschen sterben hierzulande immer noch im hohen Alter, da sind die Organe nicht mehr allzu attraktiv.

Auch dem illegalen Organhandel könnte ein Riegel vorgeschoben werden. Das wäre ein guter Nebeneffekt.

Ein ganz anderes Fass, das ich hier nicht extra aufmachen will, ist die Überlegung, wann jemand tot ist. Darüber können sich die Gemüter ebenfalls schnell erregen. Aber wem die gültige Definition (Hirntod) nicht gefällt, der kann ja widersprechen.

-oSi-
24.04.2007, 19:44
@Chefkoch:
Ihr habt schon JA gesagt.
Es geht um die, die nichts gesagt haben bzw. sagen werden.

166MHz
24.04.2007, 19:46
In einigen europäischen Ländern ist es schon seit Ewigkeiten so geregelt. Deutschland zieht da jetzt nur nach, da nur hier in Deutschland so ein akuter Organmangel herscht.

Es gibt eben bei der jetzigen Regelung einfach zu viele Menschen die sich noch nie mit diesem Thema befasst haben oder einfach zu faul sind sich einen Organspendeausweis zu holen. Daher finde ich diese Regelung auch gut, da sich ersteinmal jeder mit dem Thema befasst. Wer dann immernoch der Meinung ist, das er nicht "ausgeweidet" werden will, dann soll er es eben zu Lebzeiten sagen.

P.S.: ich habe auch einen Organspendeausweis

keshkau
24.04.2007, 19:50
Ich staune über die große Resonanz. Das Thema scheint doch vielen sprichwörtlich "an die Nieren" zu gehen.

markus1234
24.04.2007, 19:53
Jetzt reicht es wohl nicht mehr nur in die Privatsphäre einzudringen, jetzt muss man dringenst noch die Nieren und wenn möglich das Herz für sich beanspruchen.

Mein Tipp: Ab nach Österreich/in die Schweiz ... und wenn möglich noch dieses Jahr.

mfg,
Markus

loop'ei
24.04.2007, 19:56
das der fall am atraktivsten bei hirntoten ist trägt leider dazu bei dass der verunglückte meißt gleich von anfang an medizinisch auf die spende vorbereitet wird und nicht die möglichkeiten gecheckt werden was zur alternative steht. aber wenn es nix mehr zu holen gibt würde ich auch nicht nein sagen.

Jetzt reicht es wohl nicht mehr nur in die Privatsphäre einzudringen, jetzt muss man dringenst noch die Nieren und wenn möglich das Herz für sich beanspruchen.

Mein Tipp: Ab nach Österreich/in die Schweiz ... und wenn möglich noch dieses Jahr.

mfg,
Markus

in östereich gilt das auch dass wenn kein einspruch vorliegt das die organe zu spende stehen

Billy1
24.04.2007, 20:05
Hallo Guten Abend Zusammen.
Also meiner Meinung nach ist das so nicht Ok, wenn nachmeinem Tod ohne meine Einwilligung jemand Leichenfledderung an mir vornimmt, und damit eine ganze menge Geld verdient wird.
Sicher zum einen könnte es Leben retten wenn ein anderer meine Organe bekommt,aber dann bitte nicht die Leute zuerst die eh zuviel Geld haben, sondern der kleine Mann von der Strasse auch.
Desweiteren kann ich nur sagen, wenn jemand meint egal ob es nun Leben retten kann oder nicht,mit meinen Organen viel Geld verdienen zu wollen, dann möchte ich aber bitte zu Lebzeiten einen Teil vom Kuchen abhaben dafür.
Und wenn meine Organe durch einen Unfall,Krankheit oder sonntige Umstände wertlos werden sollten, nuja das is halt das Risiko das diese Organhändler und Fachkliniken dann eingehen müssen.
Aber Raub an meinem Körper nach meinem Ableben ohne meine ausdrückliche Einwilligung....NEIN NIEMALS!
Ich weiss nu kommen wieder die Leute die sagen na wieder soeiner,der nix versteht und hoffendlich braucht er nicht mal selber neues Organ.
Kann ich nur sagen dann habe ich Pech gehabt und ich hoffe das vielleicht jemand aus meiner Familie oder engstem Freundeskreis SPenden würde für mich so wie ich das auch machen würde,und wenn nicht dann ist es für mich Gottes Wille das mein Leben auf dieser Erde beendet ist.

-Sisko-
24.04.2007, 20:07
zum glück haben wir einen bundestag, der über diesen kappes noch ausgiebig diskutieren wird. und da die bildzeitung hier sicher auch direkt einen mega-skandal, oder eine organ-raub-story parat hat, werden die politiker sich dreimal überlegen was sie beschließen.

ich finde das thema absolut indiskutabel. ich habe das alleinige recht an meinem körper und das erlischt zu keiner zeit.
wer weiß, wieviel VIPs zahlen müssen, damit ein oberarzt sich mal bei den überlebenschancen "vertut"...

[FB]VentiLator
24.04.2007, 20:16
is mir sche*ss egal, was mit mir passiert, wenn ich tot bin. stört mich ja nich wirklich, ob mein herz aufhört zu schlagen, oder einem anderen das leben rettet. letzteres macht natürlich mehr sinn, also warum nicht?

*edit: und wers nicht will, dem passiert auch nix

keshkau
24.04.2007, 20:18
@Billy1
Wieso dreht sich Deine Argumentation um das Geldverdienen? Das steht doch gar nicht zur Debatte. Es geht nicht darum, Tote auszuschlachten, deren Organe zu verkaufen und damit den Irak-Krieg pder sonst etwas zu finanzieren. Es heißt schließlich OrganSPENDE, nicht OrganHANDEL. Und es kostet die Krankenversicherungen momentan mehr, über Jahre hinweg die Behandlung eines Dialysepatienten zu finanzieren als die Kosten für eine (erfolgreiche) Nierentransplantation zu übernehmen.

Julian!
24.04.2007, 20:26
Find ich gut das es so ist. Mein Tod rettet leben. Für mich heisst das: Sterben für einen guten Zweck.

charmin
24.04.2007, 20:29
Ich stehe dem ganzen eher kritisch gegenüber. Meiner Meinung nach wird da das Verfassungsmäßige Recht auf Religionsfreiheit angegriffen. Einige religiöse Gruppierungen verbieten ja das "aufschnippeln" von Toten.
Auch frage ich mich ob es dann zu Teil nicht auch zu bewusster Unterversorgung der potentiellen "Spender" kommen wird.
z.B.:
Ein für die Gesellschaft wichtiger Mensch benötigt ein neues Herz. Ein Obdachloser wird ins Krankenhaus eingeliefert und schwebt in Lebensgefahr. Er hat ein passendes Herz und die Chancen ihn durchzubringen sind gering und teuer...

Gut das Beispiel ist schon etwas Schwarzmalerei, aber in einer Gesellschaft in der mit fast allem Gehandelt wird (z.B. auch CO2 Emissionshandel) ist das meiner Ansicht nach nich unrealistisch.

Und nein, ich bin nicht gegen Organspende, aber ich finde jeder sollte bewusst einen solchen Schritt gehen. In dem ein Ausweis beantragt wird.


Gruß Charmin

.VeritaS.
24.04.2007, 20:31
Bei der Überbevölkerung der Erde ist Organspende eh kontraproduktiv :D
Spass beiseite, habe ein Cousin der eine Lunge tranplantiert bekommen hat, von einem Organspender. Ich kann es nur begrüssen wenn man hopps geht und kann noch jemanden helfen mit Sachen die man eh nicht braucht. Oder brauche ich eine Niere oder Lunge wenn ich unter der Erde bin!?

166MHz
24.04.2007, 20:36
@markus1234

gibt es in Östereich nicht schon diese Regelung?

jamz
24.04.2007, 20:43
ich werd schon dafür sorgen das die mit meinen organen nach meinem tod nichts mehr anfangen können :evillol


ne mal im ernst,ich persönlich find schon ne gute sachen wenn ich anderen nach meinem tod helfen kann,indem ich ihnen post mortem noch organe spende.
andereseits will ich dazu schon davor gefragt werden.

addl1970
24.04.2007, 20:46
Willkommen in der DDR...

... da war das nähmlich auch so!

Komme mir wirklich fast wieder (siehe Meister Schäuble) so vor, bloss dass man mit den Euronen was anfangen kann und auch mal was in den Läden ist, aber sonst.

Achso Zinsertragssteuer und Freibeträge gab es auch nicht! Da waren Zinsen eben noch Zinsen...

CBase64
24.04.2007, 20:46
Ich finde es nicht richtig das jeder zum Automatischen Organspender wird der nicht ausdrücklich vorher gesagt hat das er das nicht will.

Der Mensch ist auch nach seinem Tod nicht einfach ein Ersatzteil Lager zum Ausschlachten und besitzt eine Würde.

Nur weil in der Medizintechnik immer mehr Fortschritte gemacht werden und immer mehr möglich ist soll auch alles erlaubt sein ?

Man stelle sich vor in 30 Jahren könnte man zb. von einem Toten den Kopf verpflanzen und/oder das Gehirn eines anderen einbauen ....

Oder generell eine Hirntransplation so könnte zb. das Hirn eines alten Opas der an Herzinfarkt gestorben ist in den Körper eines jungen Mannes der zb. an Gehirntumor starb verpflanzt werden und Opi darf dann im Körper eines 20 Jährigen Mannes weiter leben. :freak

Also das hätte echt was Frankenstein mässiges ... :rolleyes

Oder vielleicht ein älterer Mann der impotent ist bekommt dann von einem jüngeren Mann der bei einem Autounfall starb den Penis verpflanzt. :D

Ich finde irgendwo gehört da eine Grenze gesetzt und es sollte auch nicht alles erlaubt sein was irgendwann mal möglich ist.

Meiner Meinung nach soll derjenige der Organspender sein will sich in ne Liste eintragen und einen Organspenderausweiß bei sich Tragen.

DerrickDeluXe
24.04.2007, 20:48
Also ich finde das vollkommen in Ordnung - ist doch super, wenn ich tot bin und mit meinen Überresten noch jemandem das Leben retten kann.

Seine Organe behalten zu wollen, obwohl man tot ist, finde ich irgendwie egoistisch.


Mfg DerrickDeluXe

Joshua
24.04.2007, 20:53
Richtig so! Zwar will jeder im Falle eines Organversagens ein neues Organ haben, aber nur wenige würden auch spenden. Und für alle die hier auf dem Ausweis pochen: Wie wäre es mit dem Solidaritätsprinzip. Dann bekommen in Zukunft nur noch Bedürftige ein Organ die vorher einen Ausweis ausgefüllt hatten und zu spenden bereit waren.

Fu Manchu
24.04.2007, 20:57
Wenn sowas nicht passieren würde fände ich es ok.

http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,476860,00.html

Patient zu früh für tot erklärt

Ein Fall aus den USA nährt die Furcht vieler Menschen, sich als Organspender registrieren zu lassen - in Deutschland haben nur zwölf Prozent einen Spenderausweis. Im kalifornischen Fresno erklärten Ärzte einen Mann jetzt verfrüht für hirntot, weil sie seine Organe brauchten.

Ich würde es tendenziell ablehnen, würde mich aber noch nicht festlegen.

kabe1brand
24.04.2007, 20:58
erstmal vorneweg: ich bin motorradfahrer, fahre gern schnell, hab dabei spaß und nehme immer meinen organspendeausweis mit - weil ich auch mal zivi war, und für gewisse leute in diesem land schon mehr als 10 liter blut geholt habe in einer nacht damit sie nicht draufgehen bzw wieder zurückgeholt werden.

im ärztechargon hieß organspende folgendes: diensthabender oberarzt im größten krankenhaus stuttgart (zitat anfang) "die hat nen pass" - "ok, dann ruf du ma oben im op an und sag bescheid dass wir jemand zum ausschlachten da haben" (zitat ende)

deswegen spende ich (falls die überhaupt noch was verwertbares bei mir finden).

aber anderen aufzuzwängen dass sie spenden sollen finde ich falsch. logisch ist der gedanke schon, ohne widerspruch die organe entnehmen zu dürfen. aber andererseits sollte man die meinung, weltanschauung und bei vielen auch die religiösen aspekte respektieren. schließlich sind wir ein freier demokratischer staat und wir bürger haben rechte und pflichten.
auch den zwang, z.b. ab dem 18. lebensjahr entscheiden zu müssen finde ich falsch. wiederum wäre das nicht mit dem grundgesetz vereinbar und würde dem menschen eine gewisse freiheit rauben.

verstehe die riesen diskussion jetzt auch nicht wirklich. wir bekamen z.b. in der schule in der 8. klasse oder so von unserem bio lehrer ein exemplar vorgestellt im unterricht und auf anfrage hat er dann auch nen ganzen schwung bestellt. wäre doch ne alternative, die schulen verpflichten in der mittelstufe dies (z.b. in biologie) zu demonstrieren und jedem einen pass geben, den er dann ausfüllen kann oder auch nicht, vielleicht ein netter brief an die eltern noch und das wars....

CBase64
24.04.2007, 20:59
Und für alle die hier auf dem Ausweis pochen: Wie wäre es mit dem Solidaritätsprinzip. Dann bekommen in Zukunft nur noch Bedürftige ein Organ die vorher einen Ausweis ausgefüllt hatten und zu spenden bereit waren.

Ja das wäre auf jeden Fall die vernünftigste Lösung , zumindest sollten Organspender die ersten sein die dann auch ein Ersatzorgan bekommen wen sie eins bräuchten. ;)

Lizzy2000
24.04.2007, 21:01
Ich finds sehr gut! Habe selber einen Organspenderausweiß, und so ziemlich alle mit denen ich bis jetzt darüber geredet habe, befürworten es, haben aber selber leider keinen. Ich denke das ein großteil der Bevölkerung damit einverstanden wäre, daher finde ich es zwar gewagt, aber gut!

Fu Manchu
24.04.2007, 21:02
...Wie wäre es mit dem Solidaritätsprinzip. Dann bekommen in Zukunft nur noch Bedürftige ein Organ die vorher einen Ausweis ausgefüllt hatten und zu spenden bereit waren.

IMO ein guter Ansatz. Wird ja auch woanders gemacht. Wer zahlt erhält Leistungen (Rente, Versicherung, Krankenkasse) und wer bereit ist Organe zu spenden steht weiter oben auf der Liste als die Spenderunwilligen.

nutel
24.04.2007, 21:05
Jetzt reicht es wohl nicht mehr nur in die Privatsphäre einzudringen, jetzt muss man dringenst noch die Nieren und wenn möglich das Herz für sich beanspruchen.

Mein Tipp: Ab nach Österreich/in die Schweiz ... und wenn möglich noch dieses Jahr.

mfg,
Markus

ouh man!

dann hau mal nach österreich ab dort gibt es das nämlich schon :freak

s3k435
24.04.2007, 21:16
für mich ist das vollkommen OK. Doch was ist mit Kindern?

keshkau
24.04.2007, 21:22
Die verträglichste Lösung wäre sicher, wenn man über Aufklärungsarbeit (z. B. in den Schulen oder in den Arztpraxen) eine höhere Spendenbereitschaft erzielen könnte. Bisher ist auf diesem Gebiet noch zu wenig gemacht worden, da gibt es noch Nachholbedarf. Ich sehen den Vorschlag der Ehtikkommission auch eher als letzes Mittel an, das man erst ausschöpfen sollte, wenn die anderen Versuche nicht genug fruchten sollten.

@s3k435
Ich denke, dass man das gesetzlich auf Volljährige beschränken könnte und sollte. In der Tagesschau wurde außerdem daraufhin hingewiesen, dass bei einem fehlenden Widerspruch auch noch die Angehörigen gefragt werden. Somit hätte man auch keine Probleme, wenn z. B. jemand aus religiösen oder weltanschaulichen Gründen gegen eine Organspende ist.

fandre
24.04.2007, 21:40
Genau wegen solchen Vorfällen, wie sie Fu Manchu hier erwähnt, lehne ich so eine Regelung ab. Da habe ich viel zu viele Bedenken, das man dann vorschnell für tot erklärt oder abgeschrieben wird.

keshkau
24.04.2007, 21:52
Der Hinweis von Fu Manchu ist aber eher typisch für eine Gesellschaft mit akutem Organmangel. Die USA sind sowieso ein Sonderfall. Da geht es sowohl im Gesundheits- als auch im Rechtswesen fast nur noch ums Geld. Viel wahrscheinlicher ist es doch, dass der Mangel an Organen abnehmen wird. Und damit wäre es den Ärzten letztlich gleich, wer da auf ihrem OP liegt, solange ohnehin genug Organe zur Verfügung stehen. Die Ärzte im Krankenhaus verdienen hierzulande auch nichts daran, wenn sie die Organe entnehmen.

OCool
24.04.2007, 21:59
Ich finde das ganz ok
In Italien gibts so etwas Ähnliches schon länger. Wenn man nicht ausdrücklich dagegen ist, ist man Spender. Allerdings haben die Verwandten nach dem Tod auch noch etwas zu sagen...(glaub ich)

Ich bin jedenfalls fürs Organspenden, vorausgesetzt ich bin tot(in Krankenhäusern passieren mehr Unfälle und Fehler als man denkt!)und kann anderen Menschen helfen(auch Drogen-, Alkoholsüchtigen und Rauchern, wenn es uunbedingt sein muss).

sturme
24.04.2007, 22:05
In Österreich seit langem gang und gäbe.

Ich bin froh dass Deutschland endlich nachzieht, die Organvergabe geschieht nämlich länderübergreifend, sodass kleine Länder prinzipiell benachteiligt sind wenn es so wie in Deutschland Engpässe bei Spendern gibt.

uwe-b
24.04.2007, 22:18
das wäre aber schon eine interessante sache, wenn man durch "nicht zustimmen" etwas stillschweigend zugestimmt haben sollte.
da man den bürger ja eh darauf hinweisen sollte, wäre es vielleicht besser
die sache z.b. mit der lohn-/einkommenssteuer zu verschicken (also so einen spenderausweis).
damit spricht man schon ziemlich viele leute an.
die frage wäre, wieviele sich bereit erklären würden.

flooo
24.04.2007, 22:27
rein grundrechtlich gesehen wird das wohl nicht gehen. irgendwelche grundrechtsverteidiger werden dagegen wohl sehr sehr schnell vorgehen.

meiner meinung nach ist das wirklich eine vergewaltigung zu etwas das man garnicht wollte und dann halt nichts mehr dazu sagen kann. vor allem wenn sich jemand damit nie beschäftigt hat, darf ihm nicht unterstellt werden, dass er einer organentnahme zustimmen würde!

SH501
24.04.2007, 22:34
Ich bin gegen diese Neuregelung.


Da haben die einen Unfalltoten, der passende Organe hat bzw. hätte, der aber nichts gesagt hatte.
Also wäre er ein Ersatzteillager.
Die nächsten Verwandten können nicht erreicht werden und finden dann beim Eintreffen einen ausgeweideten Leichnam vor ?
Da Organe rasch nach dem Tod entnommen werden müssen, hätten die Ärzte nicht viel Zeit.
Sonst sind die Organe unbrauchbar.
Die geschockten Verwandten werden sich bestimmt "freuen". :rolleyes

Sehr hohe Klagen gegen die Krankenhäuser werden nicht ausbleiben.

Sorry, wer aber nur ein bissel Grips hat oder keine Menschenverachtende Einstellung,der stimmt dieser Änderung voll und ganz zu.

A) Wenn man selber tot ist, hat man die Chance 3-4 Leuten das Leben zu retten!
Stört es dich wirklich,wenn ein guter Bekannter gerettet wird durch so eine Organspende,wo er ohne diese Änderung verreckt wäre, weil der gerade passende Spender eben kein Organspenderausweis hatte??

B) Man sieht nach Unfällen,w o eventuell dennoch Organe als Spendeorgane taugen eh ind er Reegel nicht unbedingt hübsch aus.Aber wegen Optikgründen eines Leichnams andere Menschen sterben lassen?
Sorry, aber das ist wohl das dümmste was man machen kann.

C) Wer keine Menschenleben retten will,soll sich gefälligst einen Ausweis holen der ihn davon befreit.
Aber bitte auch dafür sorgen,das solche Leute niemals selbst Spenderorgane bekommen können.

D) Die allermeisten Menschen haben keine Organspenderausweise,weil sie zu faul sind, nicht infomiert sind über diese Sache.
Manche dürften wohla uch Angst haben,das man sie nicht rettet,weil man ja Organspender ist oder so was. Da sollte man deren Bedenken zerstreuen müssen.

Diese Gesetzesänderung ist absolut notwenidg.
Ich zB bin auch so eine faule Socke,die sich nicht um einen Organspenderausweis kümmert.
Sprich,ich sollte somit auch keine Spenderorgane bekommen können,es sei denn es wäre sonst kein weitere Empfänger da.
Aber wie man lesen kann, habe ich null Probleme wenn ich nach dem Tod als Ersatzteillager dienen und vielen Menschen das Leben retten.

Fazit: Diese Änderung würde viele Menschenleben retten ohne auch nur einen Menschen wirklich zu schaden.
Besser gehts doch nicht.

georg_willi
24.04.2007, 22:50
Unter einer Spende versteht man eine freiwillige und unentgeltliche Leistung. Demnach kann und darf mir niemand etwas nehmen, wenn ich nicht explizit damit einverstanden bin. Ich glaube nicht, dass so viele keinen Spenderausweis wegen mangelnder Aufklärung haben. Wer keinen hat, will ganz bleiben auch nach dem Tod. So und nicht anders.

Wenn die repressiven Repräsentanten das doch ändern, kann man sich ja immer noch "Finger weg von meinen Organen!" auf die Brust tätowieren lassen. Werden sie dann trotzdem entnommen, haben die Angehörigen gute Chancen auf Geld. Dann gibt's auch etwas für die Familie und nicht nur für wild Fremde.

Romsky
24.04.2007, 22:54
Also ich bin auch absolut dagegen.

Und wenn diese neue Regelung wirklich in Kraft treten würde, wär ich einer der ersten der ganz klar Organspende ablehnt.

Ich meine es gibt sowieso viel zu viele Menschen auf der Welt, da finde ich dieses unbedingte am Leben erhalten schon heftig.

Ich sehe es so, ok das Leben ist oft ungerecht, aber manche nennen dies Schicksal, und ich selber würde auch nicht mit einen fremden Herzen oder so leben wollen.

Klar diese neue Regelung wird verlangt, da viele Leute dann einfach nicht wissen das sie automatisch spender werden, und so haben die Götter in Weiss wieder neue Ersatzteile.

Bedenkt aber mal an religiöse Leute, die würden sowas immer ablehen, aber wenn die von dieser neuen Regelung nichts wissen, sind se schon Spender.

In der letzten Zeit kotzt m ich Deutschland und die EU mit Ihren Aktionswahn echt langsam an.

keshkau
24.04.2007, 22:55
Das ist ein gutes Argument von SH501, das mir auch schon durch den Kopf ging. Viele Leute haben sich zu dem Thema bisher überhaupt keine Gedanken gemacht. Und selbst wenn man ihnen einen Spenderausweis unter die Nase halten würde, wären viele von ihnen noch zu faul ihn auszufüllen und in einer Datenbank eintragen zu lassen. Dabei sieht man in diesem Thread, dass es genug Menschen gibt, die mit einer Spende im Prinzip kein Problem hätten. Dieses ganze Potenzial geht derzeit verloren. Ist es das wirklich wert?

Wir machen uns in dieser Gesellschaft die Mühe, Schwerstkranke über Jahre hinweg zu behandeln und die z. T. horrenden Kosten dafür aufzubringen. Nehmen wir nur einmal die ca. 4,8 Mio. Dialysepatienten in Deutschland und die Kosten, die für deren Behandlung anfallen (50.000 Euro jährlich pro Patient). Quellle: http://www.presseportal.de/story.htx?nr=610336&firmaid=55117

Da sollte es nicht zu viel verlangt sein, sich zu diesem lebenswichtigen Thema in aller Ruhe die notwendigen Gedanken zu machen, um dann ggf. immer noch seine Ablehnung zu dokumentieren.

nutel
24.04.2007, 22:57
In der letzten Zeit kotzt m ich Deutschland und die EU mit Ihren Aktionswahn echt langsam an.

wander doch aus!

Ich meine es gibt sowieso viel zu viele Menschen auf der Welt, da finde ich dieses unbedingte am Leben erhalten schon heftig.

für sowas sollte es ne strafe geben!

lordZ
24.04.2007, 23:00
Wenn ich drauf gehe und mein sonst so sinnloser Tod noch einem anderen Menschen helfen kann - warum nicht?! :cool

Romsky
24.04.2007, 23:01
Du verstehst mich falsch, bedenke, eigentlich ist die ganze Menscheit doch echt ne Krankheit, macht alles kapputt, und beutet alle Resourcen aus.

Und andere Zahlen dafür (Flora und Fauna)

Daher sehe ich es wirklich so, das es zu viele Menschen auf dieser Welt gibt, zumindest mehr als auf Dauer tragbar sind. (für die Natur Umwelt und die Zukunft)

keshkau
24.04.2007, 23:03
Bedenkt aber mal an religiöse Leute, die würden sowas immer ablehen

Das kann man so nicht pauschal sagen. Kardinal Lehmann sieht das anders:

„Unter diesen Gesten verdient die in ethisch annehmbaren Formen durchgeführte Organspende besondere Wertschätzung, um Kranken, die bisweilen jeder Hoffnung beraubt sind, die Möglichkeit der Gesundheit oder sogar des Lebens anzubieten.“

aus: http://www.bistummainz.de/bm/dcms/sites/bistum/bistum/kardinal/texte/texte_2005/organspende.html

georg_willi
24.04.2007, 23:08
wander doch aus!
Den Spruch haben Juden vor 70 Jahren in Deutschland bestimmt auch des öfteren gehört. Heute hat jeder das Recht sich zu beschweren.

nutel
24.04.2007, 23:12
nicht wenn man den tot von anderen fordert!

uwe-b
24.04.2007, 23:17
"den tot von anderen fordern" ist jetzt aber doch ziemlich weit hergeholt - gelle.
auch ich möchte über mich selber entscheiden und nicht "zwangs-entschieden" werden.

Zwirbelkatz
24.04.2007, 23:21
ich bin organspender und begrüße den vorstoß

Dem ist nichts hinzuzufügen. Wen es stört kann sich ja schlau machen und eine Absage erteilen. Ein Amtsgang mehr im Leben für den, so er nicht erfolgt, an anderer Stelle viele Menschenleben gerettet werden können.

-oSi-
24.04.2007, 23:24
@SH501:
Sorry, wer aber nur ein bissel Grips hat oder keine Menschenverachtende Einstellung,der stimmt dieser Änderung voll und ganz zu.
Dein erster Satz missfällt mir irgendwie.

Schon mal an die Leute gedacht, die das anders sehen, als du ?
Die haben evtl. religiöse Gründe oder andere Vorbehalte der Sache gegenüber.

zu A:
Stelle keine hypothetischen Fragen, die keiner beantworten sollte.
Da ich nicht in so einer Situation bin, kann und will ich diese Frage nicht beantworten.

zu B:
Es gibt Menschen, die finden das gar nicht gut, wenn die Verwandtschaft "ausgeweidet" wird.
Auch wenn am Ende anderen das Leben gerettet wurde.

zu C:
Welch eine "noble" Einstellung. :rolleyes
Menschenverachtend obendrein.
Was ist mit denen, die spenden würde, aber nicht dürfen. Aus welchen Gründen auch immer ?

zu D:
Bis jetzt habe ich mich nicht zu meiner Einstellung bzgl. meines Körpers geäussert.
Ja, ich habe zum Teil Angst und bin auch faul mir einen Ausweis zu holen.


zum Fazit:
Es ist nur eine Frage der Zeit, bis diese Praxis Menschen schaden würde.
Wenn Geld ins Spiel kommt. Jeder ist käuflich und hat seinen Preis. Gilt auch für Ärzte.

georg_willi
24.04.2007, 23:24
@nutel
Das ist deine Meinung, die ich als dein Mitbürger akzeptiere(respektiere). Dass es zu viele Menschen auf der Erde gibt, ist auch eine Meinung. Viele teilen sie. Du solltest sie zumindest akzeptieren.

markus1234
24.04.2007, 23:24
@markus1234

gibt es in Östereich nicht schon diese Regelung?

Ich sehe seit 10 Jahren jeden Abend den ZIB2 und etwas derartiges wurde noch nie angesprochen.

Außerdem waren letztens in der Zentrale des Roten Kreuzes noch Broschüren wie man sich als Organspender meldet.

mfg,
Markus

Zwirbelkatz
24.04.2007, 23:34
@SH501:Schon mal an die Leute gedacht, die das anders sehen, als du ?

Die können ja gerne absagen.


Noch eine Frage: Ich hab nur eine Papierausweis aus dem "Stern", den ich handschriftlich ausgefüllt habe. Ist im Ernstfall überhaupt mein Wille, meine Bereitschaft der Organabgabe, erkennbar, oder muss ich mich an einer amtlichen Stelle eintragen und einen richtigen, offiziellen Plastikausweis beantragen?
Wäre nett, wenn jemand etwas dazu sagen könnte.

keshkau
24.04.2007, 23:38
@Zwirbelkatz:
Hier findest Du alle Antworten:
http://www.organspende-kampagne.de/extra/bestellservice/Organspendeausweis/

bzeusm
25.04.2007, 00:05
ich find e die idee eigentlich auch nicht schlecht, es müsste aber noch einiges an aufklärung seitens des staates stattfinden. Den der Körper wird ja im falle, komplett ausgeschlachtet (sogar netzhaut...usw.) und damit sind dann bestimmt auch nicht alle einverstanden.
Aber immerhin ein fortschritt...

Zwirbelkatz
25.04.2007, 00:06
D@nke, Keshkau

______________________________________________________________________________

ZDF Nachrichtenbeitrag der gerade läuft:

Zahlen:
60% der Deutschen würden spenden, von nur 6% wird tatsächlich entnommen.

Auf 4 akut wartende Patienten kommt nur 1 Organ.

Über 50% der Krankenhäuser gäben keine Meldung, wenn sie über Organe eines Spenders verfügten.

keshkau
25.04.2007, 00:13
@bzeusm
Du kannst im Spenderausweis doch haarklein festlegen, was Du zu spenden bereit bist und was nicht. Wenn Du an der Flasche hängst, lässt Du die Leber vielleicht außen vor. Und wenn Du Deine Netzhaut mit ins Grab nehmen möchtest, hindert Dich auch niemand. Es geht wohl eher um die dringenden Organe wie Nieren, Herz usw.

sturme
25.04.2007, 00:54
Ich sehe seit 10 Jahren jeden Abend den ZIB2 und etwas derartiges wurde noch nie angesprochen.
In Österreich gilt die Widerspruchslösung (d.h., man muss sich als nicht spendenwillig deklarieren) schon lange.

Ctrl
25.04.2007, 02:49
die sache hat theoretisch eine positive seite.. klingt ja ganz gut..
aber wenn man sich mal die schritte anschaut die bisher begangen wurden..

zuerst wird das soziale netz geschwächt.. die medizinische versorgung für kassen- patienten wird mehr und mehr reduziert.. und jetzt sind sie auch noch ersatzteillager.. da kann man nur hoffen nie in ein krankenhaus eingeliefert zu werden und an einen arzt geraten der gerade seine organquote erfüllt..

es geht immer nur ums geld.. alles andere ist träumerei..

harz 4 patienten leben gefährlich ;)


ein echter fortschritt..

Damocles' Sword
25.04.2007, 05:11
Ich bin gegen die Widerspruchslösung. Was ist ,wenn man mit 18 nicht spenden möchte ,aber dann mit 30 doch ? Klar, man könnte den Widerspruch zurückziehen -> aber das ist wider mit einer Menge Bürokratie verbunden,die nebenbei auch wieder Geld kostet... So wie es jetzt ist ist es in Ordnung.

Meine Organe erhält niemand - ausser er zahlt. Niere 25.000,Leber 50.000,Herz 100.000...
In Zeiten, in denen es nichts umsonst gibt werde ich meine Innereien ganz sicher nicht verschenken. Der Erlös würde dann in meine Erbmasse fliessen,so haben wenigstens meine Hinterbliebenen etwas von meinem Tod.

Tja, mag für manche 'ne Scheisseinstellung sein, juckt mich aber kein Stück. Wer nicht zahlen will/kann kriegt von mir gar nix !

Sollte ich mal ein Spenderorgan brauchen -> kein Problem,ich zahle.

keshkau
25.04.2007, 09:12
@Damocles' Sword
Das Bürokratieargument ist keines. Wie der Link in Beitrag #66 zeigt, braucht ein Spender im Grunde nur einen Zettel bei sich zu führen, den es in praktisch jeder Arztpracis gibt. Diesen Ausweis zu ergänzen oder bei Bedarf zu zerreißen kann nicht so schwierig sein.

Wenn Du aus Organspenden unbedingt einen Organhandel machen möchtest, schließt Du bei den von Dir genannten Preisen den Großteil der Bevölkerung aus. Organe nur für die Oberschicht - dann nehmen wir die Kostenübernahmen am besten gleich aus dem Katalog der Krankenkassen.

OMaOle
25.04.2007, 10:01
Tja, mag für manche 'ne Scheisseinstellung sein, juckt mich aber kein Stück. Wer nicht zahlen will/kann kriegt von mir gar nix !

Sollte ich mal ein Spenderorgan brauchen -> kein Problem,ich zahle.

Dem kann ich nur zustimmen, von jemanden mit Diner Einstellung möchte ich auch keine Organe haben.

Gerade weil nicht alle für Organe zahlen können muss eine Regelung her die denen hilft und einen Organhandel zumindest minimiert.

Wer sine Organe nicht zur Verfügung stellen will kann das ja sagen, alle anderen sind einverstanden, das spart im Ernstfall Zeit und die ist bei Organspenden das A und O.

Das letzte Hemd hat nun mal keine Taschen also was soll s.

OMaOle

JulesBärle
25.04.2007, 12:27
Ich hätte nichts dagegen, dadurch das Leben anderer zu retten. Meine sterbliche Hülle interessiert mich nach meinem Tod nicht mehr.

Also ich bin auch absolut dagegen. Und wenn diese neue Regelung wirklich in Kraft treten würde, wär ich einer der ersten der ganz klar Organspende ablehnt. Ich meine es gibt sowieso viel zu viele Menschen auf der Welt, da finde ich dieses unbedingte am Leben erhalten schon heftig.
Ich sehe es so, ok das Leben ist oft ungerecht, aber manche nennen dies Schicksal, und ich selber würde auch nicht mit einen fremden Herzen oder so leben wollen.

Geh mal zu einem Arzt der Dialyse macht und schau dir die traurigen Gestalten dort an, das kann man wahrlich nicht Leben nennen, wie die vor sich hinvegetieren. Jeder von denen wäre gottfroh, wenn er die Chance auf eine neue Niere bekäme und damit die Chance auf ein menschenwürdiges Leben. Frag mal einen Zivi, der damit zu tun hatte. Ich möchte dein Geschrei hören, wenn du Dialyse-Patient wärst, dein Leben nur noch von einer Nierentransplantation abhängt und ein möglicher Spender mit so sinnfreien Argumenten wie 'es gibt sowieso viel zu viele Menschen auf der Welt' würde dir keine Niere geben. Bist du etwa ein Verfechter der staatlichen Euthanasie, der Vernichtung von lebensunwertem Leben?

In der letzten Zeit kotzt m ich Deutschland und die EU mit Ihren Aktionswahn echt langsam an.

Warum bist du noch hier wenn dich alles ankotzt? Keinen Arsch in der Hose um abzuhauen oder ist das soziale Netz zu weich und zu bequem? Nicht maulen - handeln! Die Welt ist so groß ...

Tja, mag für manche 'ne Scheisseinstellung sein, juckt mich aber kein Stück. Wer nicht zahlen will/kann kriegt von mir gar nix ! Sollte ich mal ein Spenderorgan brauchen -> kein Problem,ich zahle.

Und wenn du wie so viele andere kein Geld hast? Tötest du dann andere dafür oder läßt du töten?

Jirko
25.04.2007, 13:27
Ich kann das auch nur begrüßen. Ich verstehe nicht, was man dagegen haben kann, dass im Zweifelsfalle jeder seine Organe hergibt. Es ist ja nicht so, dass dadurch per Gesetz jeder zur Organspende verdammt wäre. Wenn man das nicht will, muss man nun nur einen Lappen ausfüllen, dass das eben nicht sein soll.

Statt, wie früher, also Aufwand zu betreiben, um jemandem zu helfen, ist es nun der Aufwand, anderen nicht zu helfen, den man betreiben muss. Mit der Entscheidung kann ich leben.

Und es ist ja auch nicht so, dass man bei der Organentnahme völlig verstümmelt wird und niemals mehr in einem offene Sarg für den Abschied gelegt werden könnte. Ohnehin würde ich mir selbst in dem Fall Plakate aufstellen lassen, auf denen steht: "Ich habe meine Organe gespendet und bin stolz drauf!"

SH501
25.04.2007, 13:51
@SH501:


zu A:
Stelle keine hypothetischen Fragen, die keiner beantworten sollte.
Da ich nicht in so einer Situation bin, kann und will ich diese Frage nicht beantworten.

zu B:
Es gibt Menschen, die finden das gar nicht gut, wenn die Verwandtschaft "ausgeweidet" wird.
Auch wenn am Ende anderen das Leben gerettet wurde.

zu C:
Welch eine "noble" Einstellung. :rolleyes
Menschenverachtend obendrein.
Was ist mit denen, die spenden würde, aber nicht dürfen. Aus welchen Gründen auch immer ?

zu D:
Bis jetzt habe ich mich nicht zu meiner Einstellung bzgl. meines Körpers geäussert.
Ja, ich habe zum Teil Angst und bin auch faul mir einen Ausweis zu holen.


zum Fazit:
Es ist nur eine Frage der Zeit, bis diese Praxis Menschen schaden würde.
Wenn Geld ins Spiel kommt. Jeder ist käuflich und hat seinen Preis. Gilt auch für Ärzte.

Zu B) Das wird bei jeder Obduktion schon gemacht.Was die Verwandten wollen interessiert da null.
Und da eine Obduktion in der Regel zur verbrechungsbekämpfung/Täterfindung dient, aber Leben retten IMMER über Verbrechungsbekämpfung steht, braucht einem die Wünsche der Verwandschaft nicht zu interessieren.

Mir persönlich gefällt es auch nicht Organe entnommen zu bekommen. Das dürfte kaum einer sich schön vorstellen. Aber das ist noch lange kein Grund dagegen zu sein.
Wenn ich tot bin, brauche ich die Organe nicht mehr. Ebensowenig wie die Verwandte sie brauchen.

Zumal die Organe eh verfaulen. Also deswegen Menschen elendig verrecken lassen,weil man die Organe verfaulen lassen will??

Was denkst du wie lange die Verwandten GEGEN die Organspende des toten Verwandten sind,wenn sie selbst plötzlich dringend ein Organ des toten benötigen würde zum überleben.
Die würden bei den Schmerzen wahrscheinlich eigenhändig den Verwandten das Organ rausnehmen um schnllstens gesund zu werden.

Aber ist doch immer so,was mich nicht betrifft, interessiert mich nicht.Und diese Egoeinstellung führt zu dutzenden Toten.

Wer keine Lust zu spenden hat,soll halt sich einen Ausweis besorgen und dies ablehnen.
Wer das nicht macht, hat halt Pech gehabt beim Tod (nicht wirklich,da er eh nichts mehr von den Organen hat) und wird Organspender.

Man könnte natürlich auch andersrum argumentieren, nur wird so Leben gerettet und anderesrum Leben verrecken lassen.

Und sorry, wer für das "Leute verrecken lassen" ist,der ist charakterlich eh das allerletzte.

Damocles' Sword
25.04.2007, 14:34
Tötest du dann andere dafür oder läßt du töten?

Weder noch. Entweder ist ein Organ verfügbar, oder eben nicht. Nach jetziger Rechtslage ist Organhandel eben verboten,ob das so korrekt ist kann man diskutieren,ist aber wohl der falsche Thread.

Ich hatte in meinem 1. Posting ja erwähnt dass ich gegen die aktuelle Regelung (OS-Ausweis) nichts habe, im Gegenteil. Aber wenn ich mir jetzt vorstelle, ich wäre noch mal 18 ,habe noch nicht amtlich festgelegt dass ich nicht ausgeschlachtet werden darf und verunglücke dann tödlich um anschliessend ausgeweidet zu werden -> da dreht sich mir der Magen um...

@ Bundesrat : Lasst es wie es ist !

Anub1s
25.04.2007, 14:53
Ich find die Neuregelung auf jeden Fall gut. Vor allem die Tatsache, dass Organspende dadurch jetzt vorraussichtlich mal richtig publik gemacht wird, ich denke nämlich da wird man jetzt in nächster Zeit schon noch einiges in den Medien hören.
Seht es mal so, es gibt wohl 3 Gruppen von Menschen, diejenigen die für Organspende sind, diejenigen die dagegen sind, und (meiner Einschätzung nach im Moment ein ziemlich großer Anteil) der damit "nichts am Hut hat", sprich die die entweder überhaupt nichts von der Möglichkeit wissen, oder zumindest vielleicht einfach zu faul sind, sich mal drüber Gedanken zu machen, und sich dann für bzw. gegen einen Spendeausweise (bisher) entscheiden. Für die, die dafür sind wird sich wohl wenig ändern. Diejenigen die strikt dagegen sind, kann es doch genauso egal sein, da wird ein kurzes Schreiben aufgesetzt (oder wie auch immer), und schon hat man widersprochen, und wird nicht als Organspender genommen.
Interessant wird es denke ich bei der Gruppe der "Unwissenden". Denn gerade dadurch, dass es jetzt vielleicht mehr zum "Gesprächsthema" wird, werden sich viele vielleicht doch dafür entscheiden, bzw. sich vllt. auch einfach denken "naja was solls, eigentlich isses ja gar nicht schlecht, und jetzt muss ich mich dafür noch nicht mal anstrengen". Die, die jetzt davon erfahren, und doch noch Bedenken in irgendeiner Hinsicht haben / bekommen, die sollen widersprechen, dann hat sich die Sache erledigt.

Generell scheint es mir in der Diskussion hier, also ob einige das so sehen, als hötte sie keine Wahl und könnten nicht widersprechen. Insofern muss ich sagen, dass ich deren Reaktionen schon irgendwie etwas übertrieben finde.

bugzbunny
25.04.2007, 15:03
Ich bin grundsätzlich gegen diese Neuregelung. Damit wird den Ärzten die Möglichkeit gegeben zu entscheiden ob die Organe benötigt werden oder nicht. Das könnte und wird zu Fehlentscheidungen und Korruption führen. So könnte ein Arzt jemanden bewusst sterben lassen weil er ein Organ braucht für das jemand anders viel Geld bezahlt.
Das ganze läuft jetzt schon nicht immer ganz sauber ab. So wird Angehörigen der Tod mitgeteilt und im nächsten Satz das Einverständnis zur Organentnahme eingeholt. Dass man in einem solchen Fall unter Schock steht interessiert hierbei keinen.
Ich denke jeder der seine Organe spenden will sollte sich registrieren lassen und nicht jeder der es nicht will. Die derzeitige Praxis ist sicher nicht die optimale Lösung aber auf jeden Fall besser als diese Neuerung.

Ich weiß, dass ich mich mit dieser Meinung sicher nicht beliebt mache, aber ich finde es falsch, dass nach dem Tod sofort jemand völlig fremdes über meine Organe bestimmen soll. Ich habe zum Beispiel mit meinen Eltern und meiner Freundin darüber gesprochen wie sie im Ernstfall in meinem Sinn entscheiden und halte das für richtig.

FreddyMercury
25.04.2007, 16:42
Wer fragt das tote Schwein ob es zerlegt und aufgegessen werden will?

Deine Familie. Religiöse Gründe. Man sollte die Leute eher alle Ansprechen, ob die Organspenden möchten oder nicht.

satis
25.04.2007, 17:06
Du verstehst mich falsch, bedenke, eigentlich ist die ganze Menscheit doch echt ne Krankheit, macht alles kapputt, und beutet alle Resourcen aus.

Und andere Zahlen dafür (Flora und Fauna)

Daher sehe ich es wirklich so, das es zu viele Menschen auf dieser Welt gibt, zumindest mehr als auf Dauer tragbar sind. (für die Natur Umwelt und die Zukunft)


erinnert mich jetz irgendwie an den ersten matrix-film. ;)
jedenfalls denkst du ganz schnell anders drüber, wenn ma jemand aus der verwandschaft, bekanntschaft ein organ benötigt.
sicher werden wir immer mehr, aber es geht eben immer weiter, höher, schneller. da bleibt nur zu hoffen, dass es mit dem umweltbewusstsein allgemein vorangeht.

sturme
25.04.2007, 17:07
Dann gibt es aber aus Faulheit viel zuwenige Organspender.

Es gibt wirklich keine Ausrede, NICHTs von der unfreiwilligen Organspende mitzubekommen, wir haben die Politik, in weiterer Folge die Medien, die davon berichten. Jene, die das nicht mitbekommen (können), kommen ohnehin nicht als Organspender in Frage. Alle anderen, die damit ein Problem haben, können dies deklarieren.

Weshalb sollte mich kümmern, wie ich als Leiche aussehen werde? Die wenigsten könnte man wohl als appetitlich bezeichnen, ist etwa bei irgendeinem der Gegner, die mit solchen Argumenten kommen, es üblich mit einem offenen Sarg zu bestatten? :rolleyes

Doggi
25.04.2007, 17:23
Moin
Ich finde es auch OK. Und die Ausrede ist doch mein Körper und die Verwanten...uswusw.
Was soll das? Die jenigen die hier dagegen sind ,sollten sich mal Gredanken darüber machen wie es wäre wenn Ihr ein Organ braucht. So gut wie jeder hängt an sein Leben. (Ausnahmen bestätigen die Regel)
Doggi

Blade1988
25.04.2007, 17:27
ich mein ich finde es auch so,wie es einige hier so sehen das man damit menschenleben retet. Aber das andere ist wieder "HAB ICH ÜBERHAUPT NOCH RECHTE"?
Ich mein es kann doch nicht sein das wenn ich tod bin das mir ohne meine erlaubniss organe oder köperteile entvernt werden, das ist mein köper auch nach dem tod. Ich mein das hört ich ja an wie beim autokauf ich kauf mir ein auto, und irgendwann wenn es schrottreif ist wird es ausgeschlachtet! Ich hab mir doch meinen körper nicht gliehen oder ? Die sollen mich nach meinem tod einfach in ruhe lassen und mich da nicht auch noch mit irgend einem schwachsinn der regierung belässtigen. Deutschland kotz:kotz
EDIT---------------------
wir reden hier von enteignung, ist doch im moment egal was wäre wenn ich in dieser situation wäre? mir geht es viel mehr datrum das es, beabsichtigt ist das es so geregelt wird das so wenig menschen wie möglich wissen das sie nach ihrem tod( ohne deren wissen) ausgeschalchtet werden!! das ist doch krank ich mein wo leben wir, das ich nicht mal entscheiden kann was nach meinem tod passiert?

sturme
25.04.2007, 18:00
Du kannst entscheiden was nach deinem Tod passiert. Indem du dich als nicht-spendenwillig deklarierst. Wann kapiert's endlich auch der Letzte?

Blade1988
25.04.2007, 18:08
das ist schon klar(werde ich auch machen) aber was ist mit den menschen die von der Regelung nichts wissen ? (die davon ausgehen ich spende wenn ich ein ausweis bsitze)

sturme
25.04.2007, 18:32
Wie schon gesagt:
Es gibt wirklich keine Ausrede, NICHTs von der unfreiwilligen Organspende mitzubekommen, wir haben die Politik, in weiterer Folge die Medien, die davon berichten. Jene, die das nicht mitbekommen (können), kommen ohnehin nicht als Organspender in Frage. Alle anderen, die damit ein Problem haben, können dies deklarieren.

Davon abgesehen ist es ja nicht so, als ob nun massenweise Tote ausgeräumt würden - damit jemandes Organe gespendet werden können, muss eine Reihe von günstigen Faktoren zusammentreffen, sodass es sogar relativ unwahrscheinlich ist, dass man nach einem Unfall (nicht nach dem Tod, dann ist es zu spät!) Federn lassen muss.

Nossi
25.04.2007, 18:36
Finde das Thema nicht so sonderlich tragisch.
Wer es zu Lebzeiten nicht schafft, sich dementsprechend zu äussern, dass er keine Organe spenden möchte, dem scheint es offensichtlich nicht so brennend wichtig zu sein, was mit seinem Körper nach dem Tod geschieht und was nicht. Und wer wegen diesem Thema schlaflose Nächte und Albträume hat, der wird sicherlich auch ganz schnell Widerspruch erheben. Somit sind alle zufrieden, die Toten, die Lebenden und die, die gerettet werden können.

sturme
25.04.2007, 18:43
Es muss ja auch nicht um Erlaubnis gefragt werden, jemanden an Blutkonserven zu hängen bzw. im Notfall zu operieren... oder künstlich zu beatmen... nur weil es bestimmten Mitgliedern sogenannter Glaubensgemeinschaften verboten ist. Auch hier ist die Regelung, alles zu unternehmen, es sei denn es wird eine entsprechende Widerspruchsdeklaration gefunden. Und alle sind damit zufrieden.

Butzi
25.04.2007, 18:43
also meine organe gehören mir und werden sicher ned entfernt
bin dagegen das so etwas gemacht wird

ObServer88
25.04.2007, 19:31
Ich bin für Organspende aber nicht für - Schweigen gleich Zustimmung. Ein Vertrag kann doch ohne gegenseitige Einverständniserklärung nicht zustandekommen. Widerspricht imo aller Logik.

Halte ich für absurd sowas einzuführen.

OMaOle
25.04.2007, 19:34
@Butzi, das ist Dein gutes Recht und das spricht Dir ja auch keiner ab.

Was ist aber mit denen denen es egal ist und die "zu faul" sind das kundzutun?

Ihr tut ja gerade so als sollten alle nach ihrem Ableben ausgeschlachtet werden und aus den Knochen wird dann Kosmetik oder Seife. Darum geht s nun wirklich nicht.

Nossi
25.04.2007, 20:28
Ihr tut ja gerade so als sollten alle nach ihrem Ableben ausgeschlachtet werden und aus den Knochen wird dann Kosmetik oder Seife. Darum geht s nun wirklich nicht.

Soylent Green, anyone ? :D

Wintermute
25.04.2007, 21:05
Hehe, das ist ja n Klassiker. :D

@Topic:
Die meisten Leute hätten gerne ein Ersatzorgan, wenn es ans Eingemachte geht und sie ohne eines, krass gesagt, verrecken würden. Die wenigsten besitzen einen Organspendeausweis. Von daher ist diese Regelung Top. Nach dem Tode kann einen niemand mehr fragen.
Perfekte Organe müssen verbuddelt werden und verrotten, weswegen Menschen sterben müssen.

Wenn jemand wegen religiöser Gründe dagegen ist, kann ich das akzeptieren, jedoch nicht verstehen. Wer nix rausrückt, sollte auch nix bekommen. Vor allem bei solch einem wichtigen Thema. Wenn ich mir ansehe wie viele Menschen unmenschlich leiden, nur weil die meisten nicht "entstellt" begraben werden wollen (was übrigens nicht mal stimmt), kommts mir hoch. Egoismus par excellence.

@Jules:
Dem ist nichts zuzufügen.

Benjamin_L
25.04.2007, 21:26
Ich stehe dem ganzen eher kritisch gegenüber. Meiner Meinung nach wird da das Verfassungsmäßige Recht auf Religionsfreiheit angegriffen. Einige religiöse Gruppierungen verbieten ja das "aufschnippeln" von Toten.
Christen dürften auch keine Tiere töten, stört sich ein Großteil daran?...

Klar gibt es bei bestimmten Religionen Probleme, aber da kann man bestimmt ne Ausnahme machen. Die Leute würden ja bestimmt sowieso widersprechen. Ich bin für die Regelung, es interessiert mich einen Scheiß was mit meinem Körper passiert wenn ich bei nem Unfall sterb, ob wer rumschnippelt und damit ein Leben rettet oder ich unter der Erde verfaul, da ist ersteres viel sinnvoller.

OMaOle
25.04.2007, 21:39
@Nossi, bitte mal übersetzen das kenne ich nicht muß ich zugeben.

FreddyMercury
25.04.2007, 21:49
Perfekte Organe müssen verbuddelt werden und verrotten, weswegen Menschen sterben müssen.

Menschen sterben auch mit Transplantierten Organen. Die Chance das der Körper das eingepflanzte Organ abstößt ist trotz Medikamente extremst hoch. Bei einer "ren" oder einer "pankreas" ist das Risiko zu sterben nicht so hoch wie bei einer Pleuratransplantation oder eines "Cor".

Übrigens: Auch Organe sind Eigentum, selbst wenn man gestorben ist, gehören die immer noch dir.

Ausserdem wird es dann so kommen: Mehr Geld = eher neues Organ. So war es immer und so wird es immer bleiben. Das wird sich dann ncoh mehr bei Privatpatienten auswirken, so wie es immer war und es immer bleiben wird.

Mr. Bolivia
25.04.2007, 22:21
Das finde total in Ordnung, denn damit kömmte man das Leben eines anderen retten. Wozu soll mein Körper unversehen ins Grab und 2 Plätze einer mit, weil ich nicht spenden wollte?
Irgendwie finde ich das egoistisch, wenn man sich gegen die Sache entschließt.

Gruß Carlos

-quick-
25.04.2007, 22:34
Habe zuvor noch nie etwas von diesem Organspendeausweis gehört und ihn mir gleich mal ausgedruckt.

@Topic: Ich persönlich hätte gegen solch einen Entschluss nichts einzuwenden, mir ist es egal, ob mein lebloser Körper auseinandergenommen wird oder nicht.

Wintermute
25.04.2007, 22:50
Menschen sterben auch mit Transplantierten Organen..

Ja. Aber ohne ist die Sterblichkeit doch deutlich höher, oder? ;)
Und je nach Anwendungsgebiet ist die Wahrscheinlichkeit weniger oder mehr hoch. Bei einer Niere 2002 z.B. bei knapp 30%. Guter Wert, wenn man sich den Gewinn an Lebensqualität ansieht.

Aber wir reden dann weiter wenn du mal selber was brauchst ...

Nossi
26.04.2007, 01:13
@Nossi, bitte mal übersetzen das kenne ich nicht muß ich zugeben.

http://de.wikipedia.org/wiki/Soylent_Green ;)

Relict
26.04.2007, 12:45
Ich beuge mich dieser Gesetzesänderung nur unter einer Bedingung bzw. einem Zusatz:
Für JEDEN der keinen Spenderausweis oder Widerspruch vorlegen kann und zur Organgspende folglich dann automatisch gesetzlich freigegeben ist, muss ein definitiver schriftlicher Nachweis vorliegen, dass er darüber vorausgehend in persona aufgeklärt und informiert wurde, ihm diese Auswahl überhaupt gestellt wurde und auch über die möglichen Folgen einer Nichtunterschrift informiert wurde ! So und nicht anders! Alles andere halte ich für ethisch, moralisch und rechtlich äussert fragwürdig.

Das beugt auch den möglichen Missbrauch vor, schafft Vertrauen und nimmt diesbzgl. Skepis und Bedenken bei vielen.
Vorgenommen werden könnte diese Aufklärung und Information zb. durch den Hausarzt.
Finanziert durch die Krankenkassen. Das dürfte sich auch so noch genug für sie rechnen.

Man kann eben überzeugen durch Vertrauen und Aufklärung, oder eben durch Willkür.
Momentan will man letzteres und versucht durch die Hintertür die Unwissenheit und Unbeholfenheit vieler schamlos auf Teufel komm raus auszunutzen. a la Keine Antwort ist auch ne Antwort. Wobei diese hier sogar gesetzlich zugunsten einer Seite unterstellt wird. DAS darf es SO und HIER nicht geben!

Und natürlich spielen auch hier bei uns Kosten eine Rolle, weniger für Korruption und Organhandel, aber für Nichttransplantation, sprich teure Gerätemedizin. Es ist also nicht so, dass es hierbei partout nicht um Geld und gewisse Lobbyistenvereinigungen ginge. Nicht nur, aber eben auch, wenn man mal ganz sachlich alle Seiten und beteiligten betrachtet.
Sowas sollte man sehr solide abwägen.

Übrigens gibt es auch ein Old-To-Old Programm. Ältere Menschen spenden für Ältere. Leider unter vielen Ärzten noch eher unbekannt.

Wintermute
26.04.2007, 13:25
Und wir reden über Bürokratieabbau ... Meinetwegen schreib´ das in irgendwelche Unterlagen von der Krankenkasse. Man kann doch nicht jedem alles vorkauen.

SH501
26.04.2007, 14:00
das ist schon klar(werde ich auch machen) aber was ist mit den menschen die von der Regelung nichts wissen ? (die davon ausgehen ich spende wenn ich ein ausweis bsitze)

Die haben dann doch tatsächlich Menschenleben gerettet.

Das ist wirklich verachtenswert,wenn man nach dem Tod die ansonsten verfaulenden Organe, tatsächlich benutzt wurden um Menschneleben zu retten.

Wenn der Tote dann vor dem lieben Gitt steht,kann er sich ja direkt beschweren,das er dachte, er wäre kein Organspender und das er lieber die Leute verrecken lassen wollte.:evillol :evillol

Ja, macht bestimmt einen guten Eindruck an der Himmelspforte :D
EDIT---------------------
Ansonsten muss man es wirklich noch dutzendmal schreiben.

Wer kein Organspender sein will,der holt sich einfach den Wisch und fertig.
Wo ist euer Problem?
Das ihr tatsächlich den Arsch hochbekommen müsst und euch einen Wisch besorgen müsst?

Wenn ihr zu faul seit, dann habt ihr Pech gehabt.

Zur Zeit ist es so,das die Faulheit der Leute (mich eingeschlossen) Menschen sterben lässt.

Und lieber tote Menschen,die Lebzeiten zu faul waren, Leben retten lassen,als das wegen Faulheit der Leute Menschen sterben.

Manche versuchen wirklich das ganze so darzustellen,das Menschenleben retten scheisse ist. Sterben lassen dagegen super.

Aber wen wunderts,wenn vielen hier die Optik ihres toten Körpers für 2-3 Tage (vielleicht sollten die mal sehen wie ein Köper optisch beim verfaulen aussieht und duftet^^) wichtiger ist als Menschenleben zu retten.

TnTDynamite
26.04.2007, 14:08
Genau SH501!

Das ganze dürfte doch eh nur ein Problem sein für Leute die an den "lieben Gitt" :evillol glauben...wer nicht an ein Leben nach dem Tod glaubt, der kann sich doch ruhig von seinen Organen trennen...und selbst wenn man dran glaubt, meint ihr man braucht die Organe im Himmel noch? Das haben sich die Ägypter so vorgestellt, deshalb haben sie ihren Körper mumifizieren lassen (zumindest die Herschher und Reichen). Wobei es dann komisch ist, dass sie sich dazu ihr Gehirn rausziehen ließen...darauf legten sie wohl nicht viel Wert. Ich hätte nix gegen ne Organspende und ich glaube auch nicht dass die Leichen so übel zugerichtet werden wie sich das hier manche vorstellen, von wegen "ausgeweidet".

Relict
26.04.2007, 14:37
Und wir reden über Bürokratieabbau ... Meinetwegen schreib´ das in irgendwelche Unterlagen von der Krankenkasse. Man kann doch nicht jedem alles vorkauen.

Wir reden aber auch über Würde und Freiheit.
Ausserdem macht gerade DAS nun nicht den Braten fett. Hier wäre es wohl gerade besonders angemessen und an anderen stellen weniger.


Ansonsten muss man es wirklich noch dutzendmal schreiben.
Wer kein Organspender sein will,der holt sich einfach den Wisch und fertig.
Wo ist euer Problem??
Das ihr tatsächlich den Arsch hochbekommen müsst und euch einen Wisch besorgen müsst??

Warum schliesst ihr eigentlich immer von euch auf andere? Es gibt unzählige Menschen, die von Gesetzen keine Ahnung haben. Ich könnte Dir tausende Beispiele nennen über Leute in meinem Bekanntenkreis, die Gesetzesänderungen der letzten Jahre nicht im geringsten mitbekommen haben und nur staunen, wenn sies dann mal tatsächlich benötigen.
Und ich kennen auch Leute, die nichtmal wissen an wen genau sie sich für einen Widerspruch wenden sollen oder sich das Formular holen sollen. Aber ersteres trifft noch häufiger zu.

Unwissenheit schützt vor Strafe nicht, kann bei dieser persönlichen Tragweite nicht wirklich greifen. Eher im Zweifel für den Angeklagten. :)

Ich hätte nix gegen ne Organspende und ich glaube auch nicht dass die Leichen so übel zugerichtet werden wie sich das hier manche vorstellen, von wegen "ausgeweidet".

Oh dann solltest Du Dich mal informieren. Ich kenne Extremfälle ohne Angehörige, wo auch keine Einschränkung festgelegt wurde, die total ausgeweidet wurden, Organe, Gliedmaßen und auch Augen. Mangels Angebot greift man darauf schonmal zurück. Und nein, derjenige hatte sich nicht für die Gerichtsmedizin bzw. Forschung freigegeben. Aber halt ein "Noname".

FreddyMercury
26.04.2007, 14:41
Hmm zum Thema ausweiden:

Wir gehen mal von dem Idealfall aus und haben einen völlig Gesunden Menschen, durch einen Autounfall mit tödlicher Kopfverletzung gestorben. Die Inneren Organe sind unversehrt.

Was kann man rausnehmen: Herz, Lunge, Nieren, Leber, Bauchspeicheldrüse...

@Wintermute

Ich bin in der Pflege tätig und der Tod gehört zu meinem Beruf. Und das sogar fast täglich. Genau wie ein Berufssoldat im Krieg muss ich mich und habe mich auch damit abgefunden, das ich irgendwann mal sterben werde. Ob auf Grausame Weise oder nicht, das kann ich nur teilweise beeinflussen. Und wenn ich mal eine brauchen sollte, dann hab ich entweder Glück und bekomme eine, oder ich bekomme keine.

Organe sind übrigens ziemlich teuer. Könnte mir vorstellen, das die Krankenkassen sich dafür dann auch wieder was einfallen lassen ala Zuzahlung oder extra Versicherung für Organe.

SH501
26.04.2007, 15:23
Warum schliesst ihr eigentlich immer von euch auf andere? Es gibt unzählige Menschen, die von Gesetzen keine Ahnung haben. Ich könnte Dir tausende Beispiele nennen über Leute in meinem Bekanntenkreis, die Gesetzesänderungen der letzten Jahre nicht im geringsten mitbekommen haben und nur staunen, wenn sies dann mal tatsächlich benötigen.
Und ich kennen auch Leute, die nichtmal wissen an wen genau sie sich für einen Widerspruch wenden sollen oder sich das Formular holen sollen. Aber ersteres trifft noch häufiger zu.

Unwissenheit schützt vor Strafe nicht, kann bei dieser persönlichen Tragweite nicht wirklich greifen. Eher im Zweifel für den Angeklagten. :)



Und jetzt erkläre mir mal den Nachteil für die Toten,die Organe entnommen bekommen haben,weil sie von der Gesetzesänderung nicht wussten?

Welche Nachteile haben diese Toten dadurch?

Mir fällt leider absolut kein Nachteil für den Toten ein.

Und wie sieht der Vorteil der Lebenden aus,die Organe bekommen und dadurch überleben??

Soll der Nachteil eines Toten wirklich ÜBER dem Vorteil von Lebenden stehen?

Wintermute
26.04.2007, 15:24
@Freddy:
Aber dennoch gut wenn dann mehr verfügbar sind. Was die idiotische, geldgeile Menschheit daraus macht steht auf einem anderen Blatt.

@Relict:
Da sieht man wie verschieden Menschen verschiedene Dinge wahrnehmen. Für mich hat das nix mit Würde oder sonstigem moralischen zu tun. Man ist gestorben, die Organe werden entnommen und helfen anderen zu Leben. Finde ich würdevoller als dieses wertvolle Gut mit ins Grab zu nehmen.

Relict
26.04.2007, 15:56
@Wintermute
Warum lassen sich dann viele überhaupt noch beerdigen und beisetzen? Ist doch eh nur tote Hülle?
Warum führen wir nicht noch ein analoges Gesetz zur Freigabe für Forshcung und Gerichtsmedizin ein? Also Totalverwertung? Dient doch im Endeffekt auch der körperlichen Gesundheit vieler anderer?

Das ist einfach eine ganz persönliche, intime Angelegenheit über die niemand willkürlich bestimmen sollte und darf. Das ist einfach nur anmaßend.

Wer hierbei also hier genauso über Würde, Ethik und Moral bzgl. Leben retten argumentiert, sollte dieses Recht über diese Themen auch anderen genauso zugestehen und deren Meinung respektieren.

Genau das wird aber mit diesem Gesetz in dieser jetzigen Form nicht getan.
Wer zu spät kommt, den bestraft nicht nur das Leben, sondern ist nun auch noch nach seinem Tod gestraft und nicht nur er, sondern auch seine Angehörigen, die ja im Zweifel nun nicht mehr darüber entscheiden können. Wenn Du verstehst was ich damit sagen will.


Und übrigens es ist doch paradox.
Einerseits verhindern wir Stammzellenforschung (auch mit Einverständnis) bzw. schränken sie restriktiv ein. Damit könnten auch eigene Organe nachgezüchtet werden. Nur weil wir das momentan nicht können oder wollen (wiedermal aus ähnlichen Beweggründen), können wir aber nicht allein herkömmliche Methoden willkürlich erzwingen. Vor 100 Jahren sind die Leute auch noch verreckt und gut oder Pech war. Nur weil es jetzt Möglichkeiten gibt, müssen sich nicht automatisch die Werte für jemanden geändert haben bzw. andere übergestülpt werden. Das betrifft übrigens auch die Gerätemedizin, sprich lebenserhaltende Maßnahmen, bzw. andererseits Sterbehilfe. Die ist ja bekanntlich hierzulande verboten.
Also alles sehr unausgegoren und inkonsequent.

sturme
26.04.2007, 16:10
Ich hab irgendwie das Gefühl die wenigsten wissen, worum es hier geht. Ich lese ständig irgendeinen Quatsch von wegen Tote würden ausgeräumt.

KEIN Toter wird nach diesem Gesetz ausgeweidet. Schon garnicht in Massen. Bei Unfallopfern müssen z.B. geradezu ideale Umstände zutreffen - ich habs zuvor schon mal geschrieben: damit Organe überhaupt entnommen werden können, muss der Spender noch leben - beispielsweise mit irreparablen Hirnschäden, nur noch durch Maschinen am Leben erhalten. Diesen Zustand müssen erst einmal zwei unabhängige Ärzte bestätigen, die nichts mit dem Behandlungsteam eines etwaigen Organempfängers zu tun haben. Und dann kann's losgehen.

Wer sich als Bürger nicht um Gesetze kümmert, den bestraft halt das Leben.

Wintermute
26.04.2007, 16:20
@Relict:
Das ist aber auch sehr extrem beschrieben. Die Beisetzung ist ja ein symbolischer Akt. Ob ich jetzt mit oder ohne Organe beigesetzt werde macht keinen Unterschied. Aussehen tue ich gleich. Die Wahrheit liegt da für mich in der Mitte.
Gegen Stammzellenforschung habe ich auch nix. Da sollte auch was getan werden, dann wäre diese Diskussion in Zukunft hinfällig.

@Sturme:
Danke

Relict
26.04.2007, 16:44
@sturme
Achja? Kennst du alle Gesetzesbücher auswendig? Und kümmerst Dich ständig um Gesetzesänderungen oder fragst Deinen Anwalt zu allem und jedem?
Dann ist man also gestraft, wenn man das nicht tut? Das kann es doch echt nicht sein. Vorallem mit diesem Thema ist/wird man wohl eher weniger zu Lebzeiten konfrontiert. Daher besteht auch keine vorrangiges Interesse für entsprechend dringliche Informationsbeschaffung. Also muss man die Information zum potenziell Betreffenden hintragen und Interesse und Aufmerksamkeit erzeugen. Der Tod kann nunmal ziemlich schnell kommen. Doch wer zuspät ommt... nunja, überrumpelt.

Jeder hat halt seine favorisierten Themen und Prioritäten, Du hälst derartige spezielle Gesetze für wichtig, andere haben andere Sorgen. Nur kann man jemanden doch nicht dafür bestrafen.
Die 10 Gebote kennt jeder und weiss auch was hiervon strafbar ist, dank umfangreicher Aufklärung und Berichterstattung, aber Organspende fand ich da eher nicht, genauso wenig wie die EU-Verordnung und Liste im Lebenmittelgesetz zu bestimmten Inhaltsstoffen.
Jetzt mal als krasses Beispiel für Dich als sicher weniger interessantes Gesetz.
Wenn Du also daran erkrankst oder verreckst, weil Du Dich nicht selber informiert und ständig auf den neuesten Stand gebracht hast, Pech, schlechten Tag erwischt?

Nur weil man bei der Aufklärung zur Organspende bisher unfähig war bzw. versagt hat, dreht man den Spiess jetzt um? Sehr armselig und radikal.
SO einfach sollte mans sichs vllt. doch nicht machen. Ansonsten können wir auch alle Schäubles Änderungvorschlag zur Unschuldsvermutung bedenkenlos zustimmen. ;)

@wintermute
Es gibt aber Leute die bewusst Erdbestattung wünschen, lassen wir demnächst auch alle zwangseinäschern? Wozu überhaupt noch Religion und Riten, wir sind ja doch nur eine biologische Organbank, auf die jederzeit zugegriffen werden kann?

Ich habe auch nichts gegen Stammzellenforschung, wollte eigentlich auf die Inkonsequenz dieser einseitigen Organspendeänderung hinaus. Was dem einen recht ist, darf dem anderen nicht schlecht sein.
Organspende und Zustimmung/ Widerspruch gut und schön, aber im Zweifel sollte es beim bisherigen Prinzip bleiben oder eben sowas in der Art wie mein Vorschlag.

Wintermute
26.04.2007, 18:53
Ich finde du übertreibst. Cool down. Man kann es ja verhindern wenn man das nicht wünscht. Wenn es einem so am Herzen liegt, bekommt man das automatisch mit, weil man sich damit beschäftigt. Jeder kommt zu seinem Recht, er muß halt seinen Arsch dafür bewegen.

Relict
26.04.2007, 19:39
Was ist mit Leuten, die eben nicht rechtzeitig nach Gesetzesverabschiedung Kenntnis davon erlangten und entsprechendes unternommen haben und versterben. Die sind Freiwild.
Das hat doch nichts mit Übertreiben zu tun. So wirds kommen.

Ich empfehle Dir nach Verabschiedung in Deinem weitläufigen Verwandten- und Bekanntenkreis mal anzufragen,
wer bisher alles schon was unternommen hat, bzw. überhaupt darüber Kenntnis erlangte. ^^

SH501
26.04.2007, 20:28
Und was hat der Tote für einen Nachteil,wenn er Organe dann entnommen bekommt,weil er sich nicht informiert hat?

Du bist wirklich jemand,der die kurzeitige körperliche Unversehrtheit eines Toten über das Leben retten von Menschen stellt.

Denke das ist dir gar nicht bewusst,weil so eine Einstellung eigentlich absolut asozial ist.

Wäre in etwa so, wenn man bei einem schweren Verkehrsunfall erstmal versucht die Toten zu bergen und in einen optisch guten Zustand zu bringen und erst danach die Schwerverletzten versorgt.

Benjamin_L
26.04.2007, 21:04
Wie kann man denn etwas dagegenhaben? Ist sowas menschlich, seine eigene Ästhetik vor das Wohl der anderen zu stellen? Wenn ich tot bin, bin ich tot und wieso sollte ich nicht noch Leben retten? Was macht es *wirklich* für einen Sinn wenn ich eher unter der Erde verfaul, als dass ich ein Leben rette, sowas ist wirklich asozial und leider trifft man diese Einstellung nicht nur bei diesem Thema.

RicmanX
27.04.2007, 00:41
Ich versteh auch nicht wie man dagegen sein kann.
Wenn sich die Ärzte unklar sind, ob ein Widerspruch vorliegen könnte (keine Chipkarte dabei / Verwandte greifbar etc.) werden sie auch keine Organe entnehmen, weil es schließlich ausreichend Spender gäbe.

Wenn du erschossen wirst oder deine bekloppte Nachbarin meint du treibst dich mit komischen Gestalten rum, die dich vergiftet haben sollen, wirst du obduziert und da wühlt man auch in dir rum, nimmt Organe raus usw. Wird halt danach nur wieder reingelegt und zugenäht.

So sieht man bei Spender optisch genausowenig. Und wer meint er braucht seine Organe noch im nächsten Leben unbedingt (wobei ich finde das es nicht gerade ein Akt von "Nächstenliebe" ist..), der soll eben widersprechen.
Und das sind in Deutschland m.E. ein verschwindend geringer Anteil von Menschen, welchen ausschließlich die bisherige Regelung etwas bringt.

Wintermute
27.04.2007, 07:14
Die sind Freiwild.
Das hat doch nichts mit Übertreiben zu tun. So wirds kommen.


Ganz ehrlich:
Lieber wird jemandem zu Unrecht ein Organ entnommen (von dem weder er noch einer der Angehörigen etwas merkt bzw. sieht) als das jemand krepiert weil wer keinen Organspendeausweis hat oder einfach immer zu faul war sich einen zu holen. Und "krepieren" ist in diesem Fall das richtige Wort.

Ich habe es jedenfalls vorgezogen *mit* einer Mutter aufzuwachsen. Hat mir glaube ich mehr gebracht als dem Kerl der sein Auto vor die Wand geknallt hat und zum Glück einen Organspendeausweiß hatte. Hätten sie den eigebuddelt, könnte ich heute keinen Kaffee mehr mit ihr trinken gehen. Ich war 8. Es hat 5 Jahre gedauert bis sie ein Ersatzorgan hatte. Und glaub´ mir, das war weder für sie noch für die Familie eine gute Zeit.

Mein Verwandtenkreis ist dadurch sehr gut im Bilde. Vielleicht war sie damals auch an deiner Schule und hat dich informiert. ;)

Relict
27.04.2007, 09:13
Habe ich irgendwo gesagt, dass ich gegen Organspende bin?
Leute, wieso kommt ihr immer wieder mit der Leier vom Sinn einer Organspende? DAS ist hier NICHT das eigentliche Thema!
Würde dies wie nach eurer Meinung über ALLEM stehen, würde es überhaupt kein Widerspruchsrecht geben! Es geht hier um Prinzipien eines Rechtssstaates, die Willkür und folglich entgültige Unterwanderung der Rechtssicherheit, bei Leuten die bisher weder für noch gegen gestimmt haben.
Immer wieder kochen bei solcher Art Themen die Emotionen hoch und es wird versucht weiteres Unrecht damit zu legitimieren.

Leben wir in einem Selbstbedienungsladen? Das empfinde ich als asozial.
Klärt die Leute endlich richtig auf oder stellt Rahmenbedingungen für Alternativen bereit, dann bekommt auch jeder sein benötigtes Organ, aber versucht bitte nicht das eigene bisherige Versagen auf die hinterfotzige Art zu relativieren.

TnTDynamite
27.04.2007, 10:54
Wann soll die Entscheidung denn fallen? Als ich mich das letzte mal mit dem Thema beschäftigt habe war ich noch nicht volljährig...wenn es nicht so kommt, werde ich mir auf jeden Fall einen Ausweis zulegen. Klar ist das Recht selbst zu bestimmen was mit seinem Körper passiert wichtig, aber ich persönlich wäre auch sauer wenn Verwandte, Freunde oder ich sterben müssten weil einer gerne mit Leber beerdigt werden würde...

SH501
27.04.2007, 13:15
Es geht hier um Prinzipien eines Rechtssstaates, die Willkür und folglich entgültige Unterwanderung der Rechtssicherheit, bei Leuten die bisher weder für noch gegen gestimmt haben.
.

Das ist doch Unsinn.
Es wird immer wieder was geändert und viele Sachen erfährt man nunmal nicht ,sondern muss sich erst informieren.
Wer das nicht macht, hat ständig Nachteile im Leben. IM LEBEN.

Das fängt bei so Kleinigkeiten wie Tempolimit an. Wo jahrelang kein Limit herrschte und dann Tempo 100, muss ich zahlen wenn ich dann zu schnell war,obwohl ich das nicht wusste.
"Unwissenheit schützt vor Strafe nicht". Genauso darf Unwissenheit nicht vor Leben retten stehen,qausi "Unwissenheit schützt vor Leben retten nicht".
Das da welche Probelem damit haben ist mir unbegreiflich.


Dem Toten ist das doch Scheissegal ob er Organe entnommen bekommt, verbuddelt wird, verbrannt oder die Haut abgezogen bekommt um in diesen Körperschauen ausgestellt zu werden.
Dem Toten ist das völlig egal. Nur Verwandte danach oder man selbst vorher macht sich Gedanken. Aber im Grunde ist das egal,weil wenn man Tod ist,ist man nur noch eine verfaulende Masse Fleisch.
Ein Würmer 12 Gänge Menü :D

Und seien wir ehrlich,wenn man einen Toten fragen könnte, ob er einen Teil seiner Organe spenden wollte um Leben zu retten,würden die meisten sofort ja sagen

Wintermute
27.04.2007, 14:25
@Relict:
Der einzige der hier hochkocht bist du. ;)
Dir geht es um den Rechtsstaat, mir geht es um Eigenverantwortung. Nochmal: Wenn mir etwas so am Herzen liegt, das ich es in keinem Fall möchte, dann informiere ich mich selbstständig.

Immer wird nach Freiheit geschrien, nur nicht bei den unangenehmen Sachen. Ein Großteil der Bevölkerung sollte sich mal mit dem Thema Eigenverantwortung beschäftigen. Wähle ich einen Beruf der mir am Ende keinen Spaß macht, habe ichs halt verkackt. Davor warnt mich vorher auch keiner.

Auch könntest du mir nochmal das Problem an einer Organentnahme erklären, weil darum geht es ja hauptsächlich, sonst wäre dir das Thema ja auch egal. Der Körper sieht aus wie vorher, liegt im Sarg wie vorher auch. Alle Welt denkt man würde als Matschhaufen im Sarg liegen und die Angehörigen würden bei dem Anblick nie wieder ruhig schlafen können ...

Nur ein paar Organe fehlen und andere Leute müssen bei deutlich mehr Spendern eben nicht mehr 6 Jaher sondern nur noch 2 auf ein passendes Organ warten oder, im Extremfall, nicht sterben.

Da fällt keinem ein Ei aus der Hose. Alle tun wie die Samariter, aber kein Arsch hat einen Spendeausweis. Obwohl informiert wird.
Wenn keiner helfen will, muß man eben "Freiwillige" suchen. Wie damals im Sportunterricht (du, und du, und du).

Aber wir drehen uns im Kreis. Die Meinungen darüber sind klar.

keshkau
28.04.2007, 10:32
@ComputerOpfer
Wie ich schon auf Seite 1 (#17) geschrieben habe, gilt für diesen Thread Folgendes:


Ein ganz anderes Fass, das ich hier nicht extra aufmachen will, ist die Überlegung, wann jemand tot ist. Darüber können sich die Gemüter ebenfalls schnell erregen. Aber wem die gültige Definition (Hirntod) nicht gefällt, der kann ja widersprechen.

Kleiner Exkurs dazu:

Nehmen wir an, jemand liegt mit schweren Verletzungen auf der Intensivstation eines Krankenhauses, wo er an eine Herz-Lungen-Maschine angeschlossen ist. Der Zustand des Patienten verschlechtert sich so weit, dass der Hirntod eintritt, der von zwei Ärzten unabhängig voneinander festgestellt wird. Damit bist Du nach offizieller Lesart tot, weil Dich jetzt niemand mehr ins Leben zurückholen kann.

Wenn Du nach dem Vorschlag der Ethikkommission nun nicht der Organspende widersprochen hast und auch Deine Angehörigen einverstanden sind (die werden nämlich auch noch gefragt), würde man Dir beispielsweise eine Niere entnehmen. Während dieses Eingriffs bleibst Du an der Herz-Lungen-Maschine angeschlossen. Von außen betrachtet machst Du dann einen gar nicht so leblosen Eindruck, weil versucht wird, die übrigen Körperfunktionen (ohne Hirn) aufrechtzuerhalten. Du bist aber trotzdem schon tot.

Ende des Exkurses.

Relict
28.04.2007, 10:49
Hirntote sind in Wirklichkeit sterbende Menschen, denn der menschliche Körper stirbt langsam und Schritt für Schritt. "Unstrittig" ist dabei auch, "dass der Stoffwechsel in den Körperzellen noch eine Weile weiterläuft, wenn der Mensch eigentlich schon tot ist ..."
D.h. schon für tot erklärt wurde, während er aber immer noch stirbt, doch während dieses Prozesses bereits auf die technische Organentnahme hingearbeitet wird, nicht mehr auf Sterbebegleitung. (das Wort "Hilfe" habe ich jetzt bewusst nicht gewählt!)

Aus biologisch Toten werden nunmal keine toten Organe gespendet, sondern aus gesetzlich definierten Hirntoten, aufgrund derzeit wissenschaftlicher Erkenntnisse und Ist-Stand. Die Organe müssen aus dem LEBENDEN Körper entnommen werden, wo lediglich ein Organ (Gehirn) - derzeit irreparabel - bereits versagt hat und weitere Gerätemedizin wohl wenig Sinn macht. Das damit manche Menschen ein Problem haben, kann ich nachvollziehen und respektiere es, konsequenterweise auch noch innerhalb deren Sterbevorganges. Genauso gilt das auch für auch für alle anderen Gründe. Auch eine Beisetzung ist für viele nicht nur ein symbolischer Akt, sondern auch u.v.a. ein religöser.
Aber das geht mir eigentlich ja auch nichts an und ich will und werde da auch nicht anmaßend sein. Der Gesetzgeber will dies nun aber.

Eigenverantwortung hin oder her, hier geht es um Einschnitte im Selbstbestimmungsrecht. Das Thema Tod ist nunmal in der Gesellschaft ein verdrängtes. Die wenigsten von uns werden schon ihre Bestattung organsiert und vertraglich festgelegt haben. Und umso jünger und gesünder die Menschen, umso seltener haben sie auch ihr Testament verfasst. Ansonsten entscheidet auch der Staat oder die Angehörigen (sofern vorhanden), wenn man nicht seinen Ar... rechtzeitig hebt. Habt ihr dies denn auch schon geregelt und euren Ar... dafür gehoben? Oder gar doch nicht pers. so vordergründig wichtig? Es ist immer einfach anderen was zu unterstellen.

Das Thema Tod ist auch politisch ein gern immer wieder angegangenes Thema. Eben weil viele es verdrängen und sich folglich weniger informieren, wird es viel zu schnell ausgenutzt. Hier kann man auch schnell mal ohne grösseren zu erwartenden Widerstand zb. die Erbschaftssteuer erhöhen oder Sterbegeld abschaffen. Und über die Kosten einer Bestattung brauchen wir ja garnicht erst sprechen. Selbst die Sterbebescheinigung/ Feststellung des Arztes ist nach Tod privat zu tragen, wie eben alles.

So und man könnte natürlich vermuten, dass die Mehrheit der Unentschiedenen der Organspende prinzipiell zustimmen würde. Aber warum tuen sie es dann nicht? Vielleicht auch, weil sie bisher zögerten, aus Unsicherheit und Uninformiertheit über die Durchführung bzw. diesen gesamten Themenkomplex? Klar Gleichgültigkeit kann man immer unterstellen, genauso wie die Schuld und Verantwortung anderen zuschieben.

Genauso könnte man auch Egoismus oder Verblendung unterstellen, doch oft lässt die Selbstreflexion und innere Uneinigkeit derjenigen darüber das Thema verdrängen und führte bisher nicht zur direkten pers. festen Widerspruchsentscheidung. Es bestand ja auch keine zwingende Notwendigkeit. ("meine Verwandten werden zur Not schon das richtige entscheiden")

Doch diese Änderung könnte nun auch genau nach hinten losgehen. Denn wer bisher zögerte und jetzt eine Entscheidung treffen MUSS, könnte sich genauso auch bis zu seiner Meinungfindung vorläufig oder im Zweifel endgültig dagegen entscheiden. Denn reagiert er garnicht, nimmt allen ja nun wiederum im Zweifel der Staat diese Entscheidung vorweg und ab. Also wird man indirekt gezwungen sich sofort zu entscheiden. Zu lange Bedenkzeit könnte da im ungünstigsten Falle ein womöglich ungewünschtes Resultat erzielen. Man weiss ja nie wie es noch im Leben kommt, Situationen und Meinungen können sich ja im Laufe eines Lebens noch mehrmals ändern.

Ob dieser verfassungsrechtliche Einschnitt mehr Organe fabriziert, bleibt auch noch abzuwarten, zumindest nicht mehr freiwillige Organe.
Ich denke die wirklichen Ursachen für Organmangel liegen an noch ganz anderen Stellen.
Und jeder mit ein bisschen Erfahrung kann doch erahnen, wie eine geplante und geforderte bessere Aufklärung in der Praxis (in beiden Wortbedeutungen) ablaufen wird. Keiner will mal wieder hohe Beratungskosten dafür tragen oder teure, aber nötige Zeit investieren.
Der Arzt oder die Praxishilfe fragt nebenbei mal nach Organspendeausweis und Ja oder Nein. (Hätten sie ja eigentlich auch schon bisher tun können!) Die Beratungszeit für dieses komplexe Thema ist wie immer viel zu knapp. Oft ist diese ja aus bekannten Ursachen nicht mal für die Behandlung selber angemessen, zumindest zunehmend in der gesetzl. KV.

Das Thema Organspende ist nunmal sehr komplex, eben nicht nur rein technisch und simpel zu betrachten. Doch genauso wichtig sind auch die Grundrechte eines jeden. Die Frage ist also der Kompromiss. Und da befand ich die bisherige Lösung als völlig ausreichend. An der konsequenten Durchsetzung hats doch wiedermal nur gemangelt. Wir brauchen nicht ständig neue Gesetze, Änderungen Erweiterungen, wenn die bisherigen nur mal endlich ausgeschöpft und angewendet würden. Aber das ist ja nicht nur bei diesem Thema so.

Klar kann man mit Organspende Leben retten. Eben ein Totschlagsargument, was scheinbar - auch für den Ethikrat - alles rechtfertigt, wäre er nur so engagiert und konsequent auch in allen anderen Dingen.

Aber es stimmt schon, wir (alle) drehen uns auch bei diesem Thema nur im Kreis. Doch wie auch immer, die endgültige Entscheidung über diese Änderung liegt sowieso kaum in unseren Händen.


Hier noch ein paar Pressestimmen:


"Wer bei ethischen Fragen die Freiheit des Menschen als oberstes Gebot der Menschenwürde zu Grunde lege, müsse im Zweifel auch damit leben können, dass jemand sich ausdrücklich nicht entscheide, erklärte der CDU-Politiker Volker Kauder."

Der SPD-Gesundheitspolitiker Wolfgang Wodarg warnte vor der Einschränkung des Selbstbestimmungsrechts. Seine Kollegin Carola Reimann sah in dem Vorstoß hingegen einen "Impuls, den wir aufgreifen sollten". Es gehe darum, dass sich jeder für oder gegen Organspenden erkläre. Die FDP will weiter an der bislang geltenden Regelung festhalten, wonach der Betroffene oder seine Verwandten eine Entnahme ausdrücklich erlauben müssen. Jeder Eingriff in den Körper bedürfe der Zustimmung, so Michael Kauch (FDP).

Auch die Grünen kritisierten dieses Modell. Der Vorschlag des Ethikrates sei «ein Anschlag auf das verfassungsrechtlich garantierte Selbstbestimmungsrecht des Menschen», erklärten die zuständigen Sprecherinnen Biggi Bender und Elisabeth Scharfenberg. Das Ziel, mehr Organspenden in Deutschland zu erhalten, könne auch auf anderem Wege erreicht werden.


Akt auf dem Drahtseil
Es ist ein Akt auf dem Drahtseil, den der Ethikrat mit seiner Stellungnahme zu Organspenden da vollführt. Nach dem Grundgesetz ist die Würde des Menschen unantastbar - auch im Tod. Also hatte er abzuwägen: die Würde des potenziellen Organspenders gegen die Würde des vom Tode bedrohten Organempfängers. Der Gesetzgeber wird sich darauf einstellen müssen, dass es zu gerichtlichen Auseinandersetzungen kommen wird. Denn letztlich unterläuft er damit das Recht des Menschen am eigenen Körper.


"Skandal" in Kliniken
Ein weiteres Problem sieht der Ethikrat in den Kliniken: Bei weitem nicht alle würden sämtliche möglichen Organspender angeben. Taupitz nannte es einen Skandal, dass nur 45 Prozent der Kliniken mit Intensivmedizin potentielle Spender meldeten, selbst wenn diese einen Spenderausweis besäßen. Sie scheuten den Aufwand oder fürchteten, ihre Kosten nicht ausreichend erstattet zu bekommen.

keshkau
28.04.2007, 11:19
Das erste Teil des Spiegel-Zitates ist allerdings nur die Wiedergabe einer Meinung und nicht unbedingt eine unbestrittene Tatsache. Richtig ist, dass der Stoffwechsel nicht von einer auf die andere Sekunde aufhört. Denn bis die letzte Darmbakterie ihre Arbeit einstellt, vergehen mitunter einige Tage. Trotzdem handelt es sich lediglich um einen unaufhörlichen Verfallsprozess. Man kann dann von "sterbend" sprechen, muss es aber nicht.

Das Argument, dass man sich vielleicht schon bald entscheiden müsse und bei zögerlichem Verhalten erst einmal die Organspende ablehnen könnte, ist an sich nicht schlecht. Aber ich gehe weiterhin davon aus, dass eine mögliche gesetzliche Regelung im Vorfeld und im Nachhinein eine längere öffentliche Debatte auslösen wird (So wie hier im Forum). In diesem Zusammenhang wird man überlegen, wie die Bevölkerung umfassend informiert werden kann, wie man den Menschen genug Zeit verschafft, ihre (jederzeit änderbare) Entscheidung zu fällen usw. Das sollte doch prinzipiell machbar sein.

SH501
28.04.2007, 12:36
Wer keine Leben retten will und lieber seine Organe den Würmenr zum fressen überlassen will, der soll halt einfach sich einen Ausweis besorgen wo er sich gegen Organspende ausspricht.

Also wo ist das Problem für die Organspendeverweigerer?

keshkau
28.04.2007, 13:30
Ich gehe nicht so weit, die Bürger en masse für unmündig zu erklären. Wer volljährig ist und sich als Teil unseres Gemeinwesens betrachtet, hat - gerade weil wir in einer Demokratie leben - auch eine gewisse Informationspflicht. Und das gilt nicht nur in Bezug auf die politische Meinungsbildung, die ja auch jedem selbst überlassen bleibt.

Der Staat kann und soll seinen Teil dazu beitragen, das Thema auf breiter Front in das Bewusstsein der Bevölkerung zu tragen, etwa so wie das mit der Notwendigkeit der privaten Altersvorsorge gelaufen ist. Wer seine Sinnesorgane dann immer noch auf Durchzug stellt und meint, das ginge ihn alles nichts an, der ist eben ein Opfer seiner Blödheit. Darauf würde ich dann aber keine Rücksicht mehr nehmen wollen.

Relict
28.04.2007, 13:52
In diesem Zusammenhang wird man überlegen, wie die Bevölkerung umfassend informiert werden kann, wie man den Menschen genug Zeit verschafft, ihre (jederzeit änderbare) Entscheidung zu fällen usw. Das sollte doch prinzipiell machbar sein.
So ich auch nochmal dazu. :)
Dein Wunsch in allen Ehren. Aber sind wir doch mal ehrlich und realistisch. Die Erfahrung auch mit anderen Gesetzen (zb. H-IV) zeigte doch, erst einmal verabschieden und dann nochmal darüber nachdenken bzw. langwierig und schleppend daran herumbasteln oder gar verschlimmbessern. Diese Vorgehensweise bringt durchaus einige Vorteile, aber auch Nachteile für die andere Seite.
Den Betroffenen (in diesem Falle den unfreiwilligen oder unentschlossenen Spendern) ist damit nunmal nach Inkraftreten und bis zu einer möglichen "Optimierung" der Durchsetzung bzw. hierbei Organisation der Aufklärung nicht geholfen, sondern diese sind der aktuellen Fassung solange ausgesetzt, müssen eine sofortige Entscheidung treffen. Zur Not halt auch ohne ausreichende Information und Aufklärung, "Wisch" erstmal unterschreiben und abwarten, gut is. Warum soll da das Volk auch anders vorgehen, als die Politiker. ;)

keshkau
28.04.2007, 14:36
Der Vergleich mit Hartz IV hinkt allzu stark. Denn da geht es um Geld, um vergleichsweise wenig Geld für die Betroffenen, aber um Milliarden für die öffentliche Hand. Dazu sind Kostenschätzungen erforderlich gewesen, Durchfühungsrichtlinien usw. Eine sehr komplexe Materie.

Bei der Organspende ist die Sache dagegen für jeden noch ganz gut überschaubar. Man muss keine Gesetzestexte studieren, keinen Notar aufsuchen oder dergleichen. Der Verwaltungsaufwand ist insgesamt beträchtlich geringer als anderswo.

Die derzeit gängige Praxis ist zum Teil ja noch bescheidener. Da wird der Ehefrau vom Arzt überraschend mitgeteilt, dass ihr Gatte soeben verstorben ist. Und die nächste Frage dreht sich gleich darum, ob man jetzt nicht noch ein Organ entnehmen dürfe. Die Angehörigen, die zunächst einmal unter Schock stehen, sollen von jetzt auf gleich eine Entscheidung treffen, wozu sie gar nicht in der Verfassung sind. Da ist mir doch lieber, wenn das jeder in einer ruhigen Minute mit sich selbst ausmacht - unabhängig davon, ob er Spender wird oder nicht.

Der Daedalus
28.04.2007, 18:38
Habe mich lange rausgehalten ...
Der Ansatz ist in jedem Fall begrüßenswert. Ich gehe jetzt einfach von meiner Person aus:
Ich bin bei der DKMS registriert und gehe regelmäßig Blutspenden. Nur zu nem Organspendeausweis hat es noch nicht gereicht ...
Warum? Tja ich weis es nicht einmal. Ein kleines Maß Faulheit, vielleicht auch die Tatsache dass man sich so auch in jungen Jahren zwangsläufig Gedanken über den Tod machen muss ...

Doch eins weis ich sicher: Ich hätte kein Problem damit wenn man mir im Falle meines Todes ein paar Organe raus schneiden würde um einen anderen Menschen zu retten ...

Und genau aus diesem Grund bin ich für einen solchen Vorstoß. Es gibt sicher hunderttausende von Menschen in Deutschland denen es ähnlich geht wie mir. Man will sich nicht festlegen oder ist einfach zu faul dazu sich einen Ausweis zu besorgen. Aber im Grunde hat man doch kein Problem damit.

Ich kann die Einwände, dass so den Menschen das Recht auf Selbstbestimmung nehmen würde nicht nachvollziehen. Das Recht bleibt weiterhin bestehen. Egal wie du es drehst oder wendest ...
Jetzt werden die Menschen "bevorzugt" behandelt die nicht spenden wollen aber es nie eindeutig artikulieren.
In Zukunft werden dann wohl die Menschen "bevorzugt" behandelt die spenden wollen aber es nie eindeutig artikuliert haben.

Natürlich muss eine solche Gesetzesänderung mit einer langen Vorlaufzeit überall bekannt gemacht werden damit jeder Bürger die Chance bekommt klar zu sagen, dass man nicht bereit ist Organe zu spenden.
Und die wenigen Bürger die es dann immer noch nicht mit bekommen haben, die haben schlichtweg Pech gehabt.
Es ist nämlich eine der Pflichten der Bürger sich zu informieren ...

OMaOle
28.04.2007, 20:14
Eigentlich ist das ja eine gute Sache, ich verstehe gar nicht warum sich manche hier so schwer tun.

In der Zeit die sie sich hier aufgeregt haben hätten sie schon lange ein Schriftstück verfassen können, in dem sie eine Organspende ihrerseits ablehnen und fertig.

OMaOle

Wintermute
29.04.2007, 12:05
Schon. Das klingt teils schon fast so als ob man chancenlos ausgeliefert wäre nur noch als Gerippe ins Grab kommt. :rolleyes
Einfach nen Wisch ausfüllen und fertig. Weiß gar nicht wie hier das Wort "Zwangsmaßnahme" überhaupt entstehen kann. "Pseudoempörung" würde ich es nennen. Get a job. ;)

Relict
29.04.2007, 13:10
In der Zeit die sie sich hier aufgeregt haben hätten sie schon lange ein Schriftstück verfassen können, in dem sie eine Organspende ihrerseits ablehnen und fertig.

In der Zeit, wo hier diskutiert wird, hätten auch die prinzipiell nicht abgeneigten ihren Organspendeausweis längst beantragen können und das ganz ohne Umkehrregelung.
Einfach nen Wisch ausfüllen und fertig. ;)

DaveStar
29.04.2007, 13:13
Ui, also fast eine Regelung nach dem lateinischen Spruch "Qui tacet, consentire videtur" (Wer schweigt, scheint zuzustimmen)... nur das die Betroffenen - nicht das es sie noch kümmern würde - sich schon zum vornherein hätten Gedanken machen müssen.


Selbstverständlich bin ich nicht gegen Organspende, doch solch eine Regelung würde ich alleine aus Gründen der logischen Argumentatien eher ablehnen:

Denn sie sagen ja, dass der Staat dafür sorgen soll, dass ALLE Bürger über die Problematik informiert werden sollen und angehalten werden sollen, eine Ja/Nein Erklärung abzugeben.
Diese Informationskampagne ist wichtig, denn diese Ethikkomission würde ja kaum wollen, das Massenhaft uninformierte 'asugeschlachtet' werden, die eigentlich gegen eine Organspende gewesen wären.
Vertrauen diese Leute von der Komission also in die staatliche Informationspolitik, dann müssten ja plötzlich ganz viele neue Organspender sich als solche deklarieren (denn laut Aussagen dieser Leute würden ja die meisten eigentlich nichts dagegen haben).
Wäre die Informationsarbeit also gut, dann wären auch genügend Organe vorhanden ohne dass denjenigen die nicht widersprochen haben welche entnommen wären.
Ist andererseits trotz Informationskampagne noch ein Mangel vorhanden, dann kann das zwei Dinge bedeuten:
A) Die Informationskampagne war doch zu schlecht (und dann riskiert man Massenhaft Organentnahmen von Uniformierten wenn man die Widerspruchsregelung einführt)
B) Viele Leute sind zwar informiert, entscheiden sich also gegen eine Organspende.


Mit anderen Worten: Nach meiner logischen Analyse (falls jemand Fehler entdeckt lasse ich mich gerne belehren) ist diese neue Regelung als scheinheilig abzulehnen.
Denn wenn diese Leute wirklich eine solch gute Informationspolitik im Sinne hätten wie sie sagen (und wie sie für eine solche Regelung auch unbedingt erforderlich ist), dann brauchen sie diese Regelung gar nicht mehr.
=> Die Regelung wird nur benötigt wenn die Leute mangelhaft informiert sind. Und wenn dass der Fall ist, dann finde ich es ethisch nicht unkritisch, von der stillschweigenden Zustimmung auszugehen bei Leuten die vermutlich ekine Ahnung von ihrer stillschweigenden Zustimmung haben.

Benjamin_L
29.04.2007, 15:18
Dass Leute mangelhaft informiert sind steht doch nicht zur Debatte, ich sehs doch bei meinen Freunden, da ist man voll der Außenseiter wenn man mal über Politik oder andere wichtige Themen reden will.

Wintermute
29.04.2007, 16:27
In der Zeit, wo hier diskutiert wird, hätten auch die prinzipiell nicht abgeneigten ihren Organspendeausweis längst beantragen können und das ganz ohne Umkehrregelung.
Einfach nen Wisch ausfüllen und fertig. ;)

Richtig. Mit dem Unterschied das nach der alten Regelung bei vergessen dieses Wisches alle dumm dastehen und nach der Neuen es nur zulasten des Einzelnen geht. Und es wird für wütende Angehörige 100% noch Möglichkeiten geben die Entnahme doch noch zu verhindern. Sonst wären wir ja nicht D. ;)

Relict
29.04.2007, 17:06
Richtig. Mit dem Unterschied das nach der alten Regelung bei vergessen dieses Wisches alle dumm dastehen und nach der Neuen es nur zulasten des Einzelnen geht. Und es wird für wütende Angehörige 100% noch Möglichkeiten geben die Entnahme doch noch zu verhindern. Sonst wären wir ja nicht D. ;)

Mit der bisherigen Regelung bestand aber auch kein Nachteil für die unentschiedenen/ uninformierten. Jetzt aber schon. Es bekommt eine Gruppe einen künstlich geschaffenen Nachteil, durch eine einseitig zugewiesene Schuld. Während die wirklichen Ursachen für Organmangel nicht alleine bei dieser Gruppe liegen, sondern wie ich ja schon zitierte:


"Skandal" in Kliniken
Ein weiteres Problem sieht der Ethikrat in den Kliniken: Bei weitem nicht alle würden sämtliche möglichen Organspender angeben. Taupitz nannte es einen Skandal, dass nur 45 Prozent der Kliniken mit Intensivmedizin potentielle Spender meldeten, selbst wenn diese einen Spenderausweis besäßen. Sie scheuten den Aufwand oder fürchteten, ihre Kosten nicht ausreichend erstattet zu bekommen.

Diese Gruppe bleibt aber nachwievor bei ihrer unfehlbaren weissen Weste. Austragen müssen diese Misere wieder mal die nicht organisierten Bürger.

Der Daedalus
29.04.2007, 17:36
Mit der bisherigen Regelung bestand aber auch kein Nachteil für die unentschiedenen/ uninformierten.

Wie ich bereits sagte ist es die Pflicht der Bürger sich zu informieren. Der Staat muss diese Informationen zur Einsicht bereit stellen nicht umgekehrt!
Ferner gibt es einen riesen großen Teil an Menschen die sich schlichtweg nicht informieren wollen. Denn die Möglichkeiten der Informationsbeschaffung sind heute vielfältiger denn je. Dennoch wissen viele nicht einmal die elementaren Dinge unserer gesellschaftlichen Ordnung und Struktur.

Wenn also ein Gesetz den Bürger zwingt sich zu informieren und zudem auch noch die "bestraft" (natürlich nur wenn man eine Organspende als Strafe ansieht) die sich nicht informieren, dann kann ich das nur gut heißen.

Ferner frage ich mich was es für Informationen benötigt wenn ein solches Gesetz erlassen wird. Jeder soll sich doch selbst mit der Frage "ob" oder "ob nicht" auseinandersetzen. Dazu muss er sein Gewissen befragen und benötigt keine tiefgehenden Informationen.

Es reicht wenn die Legislative die Erlassung eines solchen Gesetzes auf den üblichen Wegen veranlasst. Wenn zudem auch noch die Medien durch ihre Kanäle diese Nachricht verbreiten wird der größte Teil unserer Bevölkerung erreicht.
Und wer weder Radio hört, noch Nachrichten im TV schaut, noch Zeitung liest, noch die öffentlich zugänglichen Infoblätter des Bundestages beachtet, dann ist er schlichtweg selbst Schuld wenn ihm nach seinem Tod das Herz aus dem Körper geschnitten wird.

Joshua
29.04.2007, 17:49
Ist es daher nicht Aufgabe der Politik dafür zu sorgen, dass Kliniken ihre Auslagen/Kosten auch wirklich erstattet bekommen? Von ungefähr werden diese Sorgen wohl schwerlich kommen, wie der Spiegel-Artikel suggeriert.

Relict
29.04.2007, 18:10
@Der Daedalus
Es besteht keine Informationspflicht! Es besteht ein Recht auf Information. Ein kleiner, aber feiner Unterschied.

Und wer weder Radio hört, noch Nachrichten im TV schaut, noch Zeitung liest, noch die öffentlich zugänglichen Infoblätter des Bundestages beachtet, dann ist er schlichtweg selbst Schuld wenn ihm nach seinem Tod das Herz aus dem Körper geschnitten wird.
Genau, wer hintergangen wurde ist selbst Schuld und hat Pech.
Lebenden stünde ja wenigstens noch der Rechtsweg noch offen, aber Sterbenden bis Toten...

Der Daedalus
29.04.2007, 18:46
Es besteht keine Informationspflicht! Es besteht ein Recht auf Information. Ein kleiner, aber feiner Unterschied.

Wobei die Legislative und die Exekutive jeweils nur die Pflicht haben die Informationen jedem Bürger zur Verfügung zu stellen. Ob der Bürger diese Informationen annimmt und verarbeitet oder sie ablehnt ist seine freie Entscheidung.

Und der Bürger, welcher keine Informationen annimmt, der wird nicht hintergangen, wenn Entscheidungen getroffen werden von denen er nichts mit bekommt.
Es ist seine eigene Schuld, wenn das Leben an ihm vorbei zieht! Wenn er sich nicht informiert über die neu erlassene Gesetze, dann ist es sein Pech wenn diese Gesetze für ihn negative Konsequenzen haben!

olly3052
29.04.2007, 19:38
Wer ethische und moralische Bedenken damit hat, ohne einen Teil seiner Organe ins Jenseits zu spazieren, hier mal eine interessante, nicht ganz ernstgemeinte Variante:

Nur mit einem Organspendeausweis, kriege ich im Bedarfsfalle auch eines.

So wie sich Teile der Diskussion hier lesen, hätten wir dann die Misere zu wenig Spender für zu viele Empfänger gelöst.

Höchsteintrittalter, Vorerkrankungen, Minderjährigkeit, Härtefallregelung usw. wäre alles abzudealen.

Ja, das Leben ist ein Geben und Nehmen...

Und die Klippe mit dem expliziten Widerspruch hätte man so ebenfalls elegant umschifft.

Gruß

olly

Der Daedalus
29.04.2007, 19:41
Oha ... da sehe ich aber eine Menge Verfassungsklagen anrollen die vermutlich sogar recht bekommen würden ...

Im Grunde hast du aber recht ... vielleicht kommen die Menschen dann endlich auf die Idee sich mal ernsthaft mit dem Thema auseinander zu setzen ...

sturme
29.04.2007, 19:58
Nur mit einem Organspendeausweis, kriege ich im Bedarfsfalle auch eines.
Das heißt, wenn Bedarf besteht, besorg ich mir also einfach einen Organspendeausweis und bin aus dem Schneider. :)

olly3052
29.04.2007, 20:06
nene, so nicht:



Höchsteintrittalter, Vorerkrankungen, Minderjährigkeit, Härtefallregelung usw. wäre alles abzudealen.

keshkau
30.05.2007, 18:18
Die Niederländer haben jetzt versucht, das Problem fehlender Organe auf ihre beliebteste Art zu lösen, nämlich mit einer Fernsehshow, bei der es dieses Mal eine Niere zu gewinnen gab. An Kritik mangelte es erwartungsgemäß nicht. Und bei genauer Betrachtung ging es nur darum, eine vorhandene Niere an einen von drei Bewerbern abzugeben. Da bleiben immer noch zwei Wartende auf der Strecke, weshalb die Show den Organmangel nicht so richtig zu beheben vermag.

Ich hoffe nur, das dieses Beispiel nicht Schule macht. Sonst heißt es demnächst beim Mittwochslotto. "Die Zusatzzahl für die Niere ist 5. Alle Gewinner nehmen an der Sonderauslosung teil, bei der auch die Kostenübernahme für die OP gewonnen werden kann."

RicmanX
31.05.2007, 01:04
Nunja, in Deutschland ist es ja verboten das ein Mensch entscheidet wer ein Organ bekommt, also kann niemand verbindlich eines für sich gewinnen.

Allerdings ist das mit der Show natürlich hinterfragenswert. Zum einen kommt die Idee ja von Endemol (Big Brother), also gern mal die härtere Reallifeschine. Zum anderen strahlt es ein ÖR Sender aus. Ich weiß nun nicht genau wie es in den Niederlanden geregelt ist, aber prinzipiell würde ich schon sagen das es den Vorwurf der Quoten-/Geldgeilheit durchaus entkräftet.
Bleibt halt die Frage wie die Sendung am Freitag ausgestaltet wird, weil wenn es so ein heuchlerisches "Ich habe 4 Kinder und meiner Frau fehlt ein Bein" oder "Ich glaube ich habe endlich ein wirksames Gegenmittel für Aids gefunden" Getue wird, wird es die eigentliche Problematik kaum entschärfen können.

linkser
02.06.2007, 00:20
und alle sind drauf reingefallen:

http://www.rp-online.de/public/article/aktuelles/gesellschaft/medien/444673

erstaunliche leistung, dass alles so gut geheim zu halten :)

Wintermute
04.06.2007, 17:04
Hehe. Richtig gute Aktion. Alle haben sich kräftige das Maul zerrissen. Sowas heiße ich nicht immer gut, aber anders scheint es ja nicht zu funktionieren.

keshkau
04.06.2007, 17:08
Schlimm daran ist nur, dass man den Leuten von Endemol diese Show durchaus zugetraut hätte. Das sagt viel über den Zustand unserer Gesellschaft aus.

RicmanX
04.06.2007, 17:30
Schade nur, das Frau Schmidt ja gegen eine Umkehrung ist.
Dabei haben laut einer Umfrage des RTL Nachtjournals nur 15 oder 20% einen Spenderausweis, jedoch würden 80% der Befragten auch ihre Organe spenden!

Selbst wenn man die Zustimmungsregelung behalten will, warum nicht einfach beim Eintritt/Kontoeröffnung einer Krankenkasse nach einem Ja oder Nein fragen?

triumvirn
04.06.2007, 18:11
man mag mir vergeben wenn ich nicht alle 150 Post jetzt gelesen habe, deswegen wiß ich auch nicht, ob das in der oder einer ähnlichen Form schon mal gefallen ist.

Man könnte doch im Personalausweis, den ja jeder besitzen ??muss??, ein Feld, wie z. B. Haarfarbe, machen, in dem ganz einfach steht: "Organspender ja/nein" und man bei der nächsten Verlängerung sagen muss, was man denn gerne drin stehen haben will.
Aus datenschutzrechtlichen Gründen könnte man ja auch das Ja oder Nein mit mit einer mehrstelligen Zahlen verschlüsseln, der von den geeigneten Stellen wieder mit einem Quersummentester/Restpolynomtester ... übersetzt werden kann.

Somit ist niemand ungefragt Organspender, aber es kommt auch niemand um die Fragestellung herum.


Aber Ollys Vorschlag gefällt mir auch sehr gut. Es ist vollkommen gerecht, begrenzt die Empfänger bzw schmeißt die "Egoisten" raus.
Und ein Vorschlag schließt den anderen ja nicht aus.

Wintermute
04.06.2007, 18:32
Schmidt gehört imho eher zum Schneeflocken zählen nach Grönland als in eine tragende Position. ;)
Aber die Idee mit dem Ausweis ist sehr gut. Schade das man den Meisten immer alles hinterherschleppen muß, aber wenn´s nicht anders geht...

keshkau
04.06.2007, 19:03
Wenn man sicherstellen möchte, dass man jederzeit seine Spendenbereitschaft überdenken kann, dann wäre eine Art Zentralregister nützlich. Um das Register zu füllen, wird man zunächst bei jeder Gelegenheit gefragt, ob man schon eingetragen ist (beim Hausarzt, beim Einwohnermeldeamt, bei der Polizei usw.). Man kann sich dafür oder dagegen entscheiden. Das ist nötig, um zunächst einmal genügend Einträge zu bekommen.

Man erhält dann eine schriftliche Benachrichtigung sowie ein Passwort. Damit kann jeder Bürger über das Internet seinen Eintrag nach Belieben editieren. Er kann bestimmte Organe freigeben oder deren Freigabe widerrufen usw.

RicmanX
04.06.2007, 19:08
Weiß jemand wie man sowas zu nem unterforderten Praktikanten in das Ministerium bekommt? Ich mein wird ja sicherlich sowas wie Kontaktforumale, Vorschläge, Korruption o.ä. geben!?

keshkau
04.06.2007, 19:22
Du wohnst doch ein einem Wahlkreis, der Abgeordnete nach Berlin geschickt hat. Und dieser Mensch kann das weiterleiten an das Bundesministerum für Gesundheit, sofern Du das nicht selbst übernehmen willst. Kontaktformular:

http://www.bmg.bund.de/cln_040/nn_604242/DE/Service/Kontakt/kontakt__node,param=.html__nnn=true

Dort gibt es zudem ein Bürgertelefon. Montag bis Donnerstag von 8:00 bis 18:00 Uhr
Freitag von 8:00 bis 12:00 Uhr. Rufnummer 018 05 - 99 66-09 für Fragen zur gesundheitlichen Prävention


Du bist auch nicht allein: http://www.welt.de/politik/article920283/Unterstuetzung_fuer_neue_Organspende-Regelung.html?r=RSS