AMD mit Lieferengpässen?

Update Parwez Farsan
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Offensichtlich hat man bei AMD die durch die einseitigen Preissenkungen im Juli - Intel zog erst diese Woche nach - entstehende Nachfrage unterschätzt. Da der Yield soweit keine Probleme bereitet, wäre dies die wahrscheinlichste Erklärung dafür, dass momentan in mehreren Schlüsselmärkten ein Mangel an AMD-Prozessoren herrscht.

Den Angaben der „DigiTimes“ zufolge handelt es sich bei den betroffenen Märkten um Taiwan, China und Europa. Sie beruft sich dabei unter anderem auch auf AMD-Mitarbeiter in Taiwan. Diese sind jedoch der Meinung, dass AMD die Lieferengpässe innerhalb der nächsten ein bis zwei Wochen beheben wird. Die Engpässe betreffen hauptsächlich AMDs Athlon 64/FX-Line-Up aber auch die neuen Low-Cost-Modelle der Sempron-Reihe sollen nicht in ausreichenden Stückzahlen lieferbar sein.

Bei ausreichenden Liefermengen hätte man Konkurrent Intel mit Sicherheit ein paar Marktanteile mehr abnehmen können. Jetzt, da auch Intel die Preise gesenkt hat, ist zumindest der Preisvorteil vorerst verspielt. Mit entsprechendem Marketing wird man aber auch den momentanen technischen Vorsprung für einen Angriff auf Konkurrent Intel ausnutzen können und spätestens mit dem Umstieg auf 90-nm-Strukturen dürfte dann wohl auch preislich wieder mehr Spielraum herrschen.

Update

Mittlerweile konnten wir einige Informationen zur Lieferbarkeit der Desktop-Prozessoren in Deutschland erlangen, die wir euch natürlich nicht vorenthalten wollen.

Verfügbarkeit der Prozessoren
Modell Verfügbarkeit
Athlon XP 2800+ nicht lieferbar
Athlon XP 3000+ nicht lieferbar
Athlon XP 3200+ lieferbar
Sempron 2400+ lieferbar
Sempron 2500+ lieferbar
Sempron 2600+ lieferbar
Sempron 2800+ evtl. leichte Engpässe
Sempron 3100+ lieferbar
Athlon 64 2800+ nicht lieferbar
Athlon 64 3000+ lieferbar
Athlon 64 3200+ lieferbar
Athlon 64 3400+ lieferbar
Athlon 64 3500+ nicht lieferbar
Athlon 64 3700+ lieferbar
Athlon 64 3800+ lieferbar
Athlon 64 FX-53
(Sockel 939)
nicht lieferbar

Wie man sieht, ist die Situation nicht so schlimm wie gedacht. Der Umstieg auf den Sockel 939 wird momentan allerdings noch teurer als ohnehin schon. Selbst der 3500+ wäre nicht gerade ein Preisbrecher und das Geld für einen 3800+ werden wohl die wenigsten zu zahlen bereit sein. Auch der Einstieg auf dem Sockel 754 ist momentan erst ab dem 3000+ möglich, der allerdings vergleichsweise günstig zu haben ist. Unterdessen scheint der Sempron den Athlon XP immer mehr zu verdrängen, abgesehen vom Spitzenmodell 3200+ ist keine der Desktop-CPUs lieferbar.