ATi Radeon X1900 XT mit 256 MB im Test: Auch die Hälfte kann schnell sein

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Wolfgang Andermahr
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Fazit

Dass es für die ATi Radeon X1900 XT mit 256 MB nicht gerade leicht wird, den Konkurrenten in Form der GeForce 7950 GT von nVidia zu schlagen, war bereits von vornherein klar. Der Gegner ist nicht nur schnell, sondern bietet dem Kunden darüber hinaus ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, einen 512 MB großen VRAM und standardmäßig ein HDCP-Key-ROM, mit dem HDCP-geschützte HD-Videos in der vollen Auflösung abgespielt werden können – zusätzlich hat der Hersteller XFX eine komplett passiv gekühlte Variante auf dem Markt, die sich perfekt für Silent-PCs eignet – schwer zu knacken, das gut zusammengeschnürte Paket aus Kalifornien.

Bezüglich der 3D-Performance muss sich die Radeon X1900 XT mit 256 MB trotz des halbierten VRAMs aber nicht vor der GeForce 7950 GT verstecken, das Gegenteil ist eher der Fall. Ohne Anti-Aliasing sowie dem anisotropen Filter liegen beide 3D-Beschleuniger sowohl in 1280x1024 als auch in 1600x1200 beinahe gleichauf und schenken sich nichts. Der 512-MB-Speicher bringt zwar durchaus Vorteile mit sich – in einigen Spielen gar einen deutlichen – jedoch ist die Radeon X1900 XT einfach zu stark und kommt auch mit 256 MB gut zurecht. Mit aktivierter Kantenglättung und Texturfilterung kann sich die ATi Radeon X1900 XT 256 MB leicht von der GeForce 7950 GT absetzen – und dies, obwohl gerade in diesen Einstellungen der doppelte Speicher Vorteile bringen sollte. In 1280x1024 beträgt der Vorsprung knappe vier Prozent, während dieser in 1600x1200 auf fünfeinhalb Prozent anwächst.

ATi Radeon X1900 XT 256 MB
ATi Radeon X1900 XT 256 MB

Die Problemzone der Radeon X1900 XT 256 MB ist wieder einmal das verbaute Kühlsystem. Zum Einsatz kommt die Variante, die man schon auf der Radeon X1900 XT und Radeon X1900 XTX „bewundern“ und dort leider gar nicht überzeugen konnte. ATi hat die Lüftersteuerung auf der 256-MB-Karte positiv modifiziert, an das Niveau der Radeon X1950 XTX kommt diese aber noch lange nicht heran. Den Radiallüfter kann man unter Windows bereits gut aus dem geschlossenen Gehäuse heraushören, wobei dies noch nicht störend ist. Unter Last arbeitet der Quirl aber um einiges schneller und stört dann selbst beim Spielen, auch wenn das Problem geringer als bei den anderen Radeon-X1900-Karten ausfällt.

Davon abgesehen gibt es an der Radeon X1900 XT 256 MB nicht viel zu kritisieren. Die Temperaturen der Grafikkarte bleiben selbst nach einer langen Lastphase im grünen Bereich und das Übertaktungspotenzial unseres Exemplars weiß zu gefallen. Der Stromverbrauch fällt, wie für eine R580-GPU üblich, zwar hoch aus, doch dies war schon vor dem Beginn des Tests zu vermuten. Der Preis solch eines 3D-Beschleunigers liegt derzeit bei etwa 240 Euro. Für die GeForce 7950 GT muss man nur 10 Euro mehr auf den Tisch legen – preislich geben sich die beiden Probanden also nichts.

Wer auf ein gesundes Preis-Leistungs-Verhältnis achtet und eine recht hohe Geräuschkulisse in Kauf nehmen kann, dem können wir die Radeon X1900 XT mit 256 MB nur empfehlen. Die Grafikkarte ist trotz des halbierten VRAMs etwas schneller als die GeForce 7950 GT und bietet dabei eine bessere Texturfilterung, sowie die Möglichkeit, bei High-Dynamic-Range-Rendering Kantenglättung zu benutzen. Falls es leise sein soll, lohnt sich eine GeForce 7950 GT – hier muss man dann allerdings zu einer passiv gekühlten XFX-Karte greifen, da das Referenzdesign auch nicht gerade zimperlich zur Sache geht. Preislich gibt es, vom XFX-Modell abgesehen, keinerlei Unterschiede zwischen den 3D-Beschleunigern, weswegen man die Wahl nach den eigenen Hauptkriterien Leistung, Bildqualität und Lautstärke treffen sollte.

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