Canon präsentiert EOS 450D und neue Optiken

Jirko Alex
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Canon stellte jüngst ein Schwesterprodukt der beliebten EOS 400D vor, dem Einstiegsmodell in den Markt digitaler Spiegelreflexkameras des Herstellers. Das neue Modell bietet nicht nur eine höhere Auflösung und einen neuen Bildprozessor, auch die Bedienung soll deutlich verbessert worden sein.

So setzt die Canon EOS 450D auf einen 12,2 Megapixel auflösenden CMOS-Sensor und einen neuen DIGIC-III-Bildprozessor. Ebenfalls neu ist ein nun 3 Zoll großer Bildschirm auf der Rückseite der Kamera, der nun auch eine Live-View-Ansicht erlaubt. Lediglich bei einem der verfügbaren Autofokus-Modi – dem Quick-AF – wird die Live-Ansicht kurz deaktiviert, da der Spiegel im Korpus weggeklappt wird um den integrierten AF-Sensor zu nutzen. Beim alternativen Live-AF stellt die Kamera das Bild anhand der Kontrastdaten scharf, womit das Ergebnis direkt auf dem Bildschirm sichtbar ist – eine Methode, die von Kompakt- und Bridgekameras bekannt und der Messung mit AF-Sensoren technisch unterlegen ist. Die EOS 450D besitzt wie die 400D neun solcher Sensoren, von denen der mittlere nun allerdings als Kreuzsensor ausgeführt ist. Zu den bereits bekannten drei Methoden der Belichtungsmessung (Mehrfeld-, mittenbetonte Integral- und partielle Messung über 9% der Bildfläche) ist eine Spotmessung über 4% der Bildfläche hinzugekommen.

Das Display und die Menüführung der Kamera rückten ebenfalls in das Zentrum der Entwicklung. So wurde die Menüführung der gehobeneren Spiegelreflexmodelle von Canon in die EOS 450D übernommen, weshalb jetzt eine übersichtlichere tabellarische Steuerung geboten werden soll. Ferner erlaubt die D-SLR das Speichern von 13 persönlichen Einstellungen, die in verschiedenen Aufnahmesituationen die optimalen Presettings per Knopfdruck abrufbar machen sollen. Die Livebild-Funktion der Kamera kann auch über einen angeschlossenen PC wiedergegeben werden. Ergänzend lassen sich die Motive auch per Zehnfach-Zoom vergrößert auf dem Kamera-Display betrachten. Neben dem Bildschirm wurde aber auch der Sucher überarbeitet, er ist jetzt unter Beibehaltung von 95% Abdeckung des Blickfeldes etwas größer geworden – der Vergrößerungsfaktor beträgt nun 0,87x statt 0,8x wie beim Vorgängermodell 400D. Es handelt sich aber weiterhin um einen Dachkantspiegelsucher und keinen Pentaprismasucher.

Canon EOS 450D

Bei schwierigen Lichtverhältnissen soll ein eingebauter Auto-Lighting-Optimiser die Kontrast- und Helligkeitswerte in Echtzeit korrigieren. Auch Hauttöne werden noch vor der eigentlichen Aufnahme verbessert; bei Aufnahmen mit hoher ISO-Einstellung ist zudem eine Rauschunterdrückung zuschaltbar.

Trotz dieser Annäherung an Einsteiger lässt das neue Modell aber auch professionelle Ansprüche nicht verpuffen. So gibt Canon eine Startzeit der Kamera bis zur Bildbereitschaft von 0,1 Sekunden an. In Reihe können dann bis zu 3,5 Bilder pro Sekunde mit einer Farbtiefe von 14 Bit je Farbkanal aufgenommen werden. Im RAW-Format erlaubt die Kamera bis zu sechs Bilder zu knipsen, bevor diese vom internen Kamerapuffer auf die Speicherkarte ausgelagert werden müssen – übrigens neuerdings eine SD- statt wie bisher eine eine Compactflash-Speicherkarte. Large-JPEG-Bilder finden in Gruppen zu 53 im internen Speicher Platz, ehe es auf die Speicherkarte gehen muss.

Die Canon EOS 450D soll ab März dieses Jahres im Handel verfügbar sein. Der Preis für den Body – also die Kamera ohne ein Objektiv – wird bei 749 Euro liegen. Im Bundle mit dem Objektiv Canon EF-S 18-55 mm 1:3,5-5,6 IS sieht der Hersteller einen Verkaufspreis von 849 Euro vor. Enthalten sind in jedem Fall auch ein hochkapazitärer Akku, der bis zu 500 Fotos mit einer Akkuladung ermöglichen soll, sowie ein umfangreiches Softwarepaket.

Canon EF 200 mm 1:2L IS USM
Canon EF 200 mm 1:2L IS USM
Canon EF 800 mm 1:5,6L IS USM
Canon EF 800 mm 1:5,6L IS USM

Die beiden neuen Objektive, die Canon zeitgleich mit der 450D vorgestellt hat, spielen in einer völlig anderen Preisklasse als diese – es handelt sich um hochwertige Porträt-/Teleobjektive der L-Serie. Zum einen handelt es sich um das Canon EF 200 mm 1:2L IS USM, ein moderates Teleobjektiv mit bisher bei Canon in diesem Bereich unerreichter Lichtstärke von F/2, Bildstabilisator und schnellem Ultraschall-AF-Motor. Es ist damit besonders für Sport-, Porträt- und Available-Light-Fotografie geeignet. Zum anderen hat Canon mit dem Superteleobjektiv EF 800 mm 1:5,6L IS USM den Brennweitenbereich der eigenen EF-Objektive nach oben abgerundet, wobei das Objektiv laut Canon leicht genug sein soll, um es auch ohne Stativ noch sinnvoll verwenden zu können.

Hohe Lichtstärke, extrem lange Brennweite sowie typische Merkmale der L-Serie wie Dichtungen gegen Staub und Wasser sowie die Verwendung verschiedener Speziallinsen zur Korrektur mehrerer Bildfehler lässt Canon sich allerdings sehr gut bezahlen: Das 200-mm-Objektiv ist ab April für 5.499 Euro UVP, das 800-mm-Supertele ab Juni für 10.999 Euro UVP im Handel erhältlich.