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Test: Intel SS4200-E Network Attached Storage

von Simon Knappe

Einleitung

Viele Heimadministratoren kennen es: Hat auch das letzte Familienmitglied erst seinen eigenen Desktop-Rechner oder das eigene Notebook, beginnt oftmals der wilde Tausch von Daten quer durch das Netzwerk. Die Folgen sind oftmals überquellende und unübersichtliche Festplatten, obwohl auf den einzelnen Computern im Endeffekt die gleichen Daten lagern, da im Zweifelsfall ja niemand den Computer des jeweils anderen extra starten möchte, um auf die gemeinsamen Dateien zugreifen zu können. Abhilfe schaffen hier mehr oder weniger kleine, so genannte „Network Attached Storages“ (zu deutsch „ans Netzwerk angeschlossene Speicher“), auf denen die Daten zentral an einem Punkt im Netzwerk gespeichert und verwaltet werden können. Die Skalierung reicht dabei von kleinen Systemen mit einer Festplatte bis hin zu Geräten mit vier, fünf oder gar noch mehr Festplatten, die spielend auch mehrere Terabyte an Daten fassen können.

Intel SS4200-E – Helena Island
Intel SS4200-E – Helena Island

Dank ihrer speziellen Aufgabe ist die Hardware entsprechend aufeinander abgestimmt. Durch das Weglassen der an dieser Stelle unnötigen Komponenten wie eine potente 3D-Grafikkarte, Soundkarte oder optische Lesegeräten zeichnen sich NAS-Systeme im Vergleich zu einem normalen Desktop-PC auch durch einen deutlich geringeren Stromverbrauch aus.

Mit dem SS4200-E „Helena Island“ hat es ein erstes NAS-Exemplar aus dem Hause Intel in unser Testlabor geschafft, welches wir auf den kommenden Seiten näher betrachten möchten.

Hardware

Anders als bei den meisten Network-Attached-Storage-Systemen in dieser Preisklasse setzt Intel bei der Hardware anstelle eines kleinen RISC-I/O-Prozessors auf eine handelsübliche x86-Plattform bestehend aus einer Celeron-420-CPU in der Low-Voltage-Version und dem i945GZ-Chipsatz. Der in 65 nm breiten Strukturen gefertigte Prozessor aus der Merom-Generation taktet mit 1,6 GHz bei einem Frontside-Bus von 200 MHz (800 MHz effektiv) und verfügt über 512 Kilobyte Second-Level-Data-Cache. Neben der Intel-64-Bit-Lösung „EM64T“ werden auch die „Streaming SIMD Extensions 3“ (SSE3) von der CPU unterstützt, wenngleich diese Features für den NAS-Betrieb letztlich eher wenig relevant sind. Beim Arbeitsspeicher (Daten-Cache) des Systems setzt Intel auf einen 512 MB fassenden DDR2-SDRAM-Riegel.

Intel SS4200E – Blockdiagramm
Intel SS4200E – Blockdiagramm

Der grundsätzliche Aufbau des Systems entspricht weitgehend dem eines handelsüblichen PCs. Für die nötigen Anschlüsse nach außen sorgen unter anderem die über den Chipsatz bereitgestellten vier USB-2.0-Ports, ein 10/100/1000-MBit/s-RJ45-Ethernet-Port (Intel Controller) sowie zwei externe Serial-ATA-Ports, welche über einen zusätzlichen Chip aus dem Hause Silicon Image bereitgestellt werden. Intern stehen vier Festplattenkäfige mit Serial-ATA-300-Schnittstelle für den Einbau der Festplatten im 3,5-Zoll-Format mit Kapazitäten von je 80 Gigabyte bis hin zu einem Terabyte bereit.

Die Stromversorgung erfolgt über ein integriertes 250 Watt Netzteil. Der Stromanschluss selbst erfolgt über einen normalen Kaltgeräteanschluss hinten am Gehäuse. Auf den ersten Blick wirken 250 Watt zwar etwas überdimensioniert, jedoch muss beachtet werden, dass moderne Festplatten im Einschaltmoment je nach Modell einen mit bis zu drei Ampere nicht zu unterschätzenden Anlaufstrom benötigen. Im Verlauf dieses Artikels werden wir die Leistungsaufnahme jedoch noch genauer behandeln.

Für die Kühlung des kompletten Systems sorgen zwei 70 mm große Lüfter, welche die warme Luft nach hinten aus dem Gehäuse befördern.

Aufgrund des massiven Stahlkäfigs bringt das System bei voller Bestückung mit vier Festplatten rund neun Kilogramm auf die Waage. Die blauen Status-LEDs an der Front gehören nebenbei bemerkt zur Kategorie „sehr hell“!

In dem Dokument „Tested hardware and operating systems list [1]“ hat Intel eine Liste zusammengestellt, mit welchen Hard- und Software-Kombinationen das System erfolgreich getestet wurde. Interessanterweise tauchen in dem 18-seitigen PDF-Dokument nicht nur interne und externe Festplatten, sondern auch Eingabegeräte und PCI-Express-x1-Grafikkarten auf. Dies legt den Schluss nahe, dass das System mit ein wenig Modding-Aufwand zu einem ganz normalen PC umfunktioniert werden kann. Bei den Speichermodulen finden sich sowohl Module mit 512 als auch mit 1024 MB Kapazität wieder. Auch einer Aufrüstung des Caches von 512 auf 1024 MB sollte somit bei Bedarf nichts im Wege stehen. Vom Chipsatz werden prinzipiell auch 2 GB große Module unterstützt.

Ein Blick in die Produktspezifikationen [2] verrät ein weiteres interessantes Detail. Der Prozessor ist nicht – wie für ein solches System erwartet – aufgelötet, sondern ganz normal in den Sockel 775 gesetzt. Besonders experimentierfreudige Anwender könnten an dieser Stelle also auf den Gedanken kommen, den Low-Voltage Celeron 420 gegen ein schnelleres Modell auszutauschen. Da die Kühlung in dem doch recht kompakten Gehäuse jedoch auf die verbaute CPU ausgelegt wurde, ist von einer solchen Aktion dringend abzuraten. Besitzer von Festplatten, welche nicht in der Liste getesteter Hardware auftauchen, sollten es allerdings in jedem Fall auf einen Versuch ankommen lassen. Die für den Test verwendeten Samsung SpinPoint P120 SP2504C funktionierten trotz des fehlenden Eintrags in der Liste einwandfrei.

Hardware-Spezifikationen
Komponente Ausführung
Prozessor Intel Low-Voltage Celeron 420
1,6 GHz / FSB800 / 512 kB L2-Cache
Chipsatz Intel i945GZ + ICH7R
LAN 10/100/1000 Mbit/s
über Intel 82573E Ethernet-Controller
RAM 512 MB DDR2
S-ATA 4x Serial-ATA 300
P-ATA 1x (für DOM-Flash)
Netzteil 250 Watt integriert
USB 4x USB2.0
eSATA Ja / 2-Ports
über Silicon Image SIL3132 Chip
Umgebungs-Temperatur 10 - 35 °C
Umgebungs-Luftfeuchtigkeit < 90%
EMI Norm CE/FCC Klasse B
Maße 406*122*336mm (Höhe*Breite*Tiefe)
Gewicht ca. 6,7 kg (Leergewicht)
ca. 9 kg (Vollbestückung)

Software

Zur Hardware gehört natürlich auch eine passende Software. Diese stammt im Fall des Intel SS4200-E aus dem Hause EMC und hört auf den klangvollen Namen „LifeLine“. Zu den Hauptmerkmalen der OEM-Software gehören unter anderem eine nicht limitierte Anzahl an Clients, native RAID-Unterstützung der Level 0/1/10 und 5, eine integrierte Backup-Software EMC Retrospect Express für Windows- und MacOS-Betriebssysteme und nicht zuletzt eine Index-Funktion für Dokumente im Text- (.txt), HTML- (.html/.htm/.shtml/.php), Word-/Excel-/PowerPoint- (.doc/.dot/.xls/.ppt) oder Adobe-Portable-Document-Format (.pdf). Als Client-Betriebssystem werden ab Werk sämtliche Windows-Betriebssysteme und Apple MacOS unterstützt. Linux fehlt in dieser Auflistung komplett, auch wenn die Einbindung über mount dank des CIFS- oder FTP-Protokolls eigentlich kein Problem darstellen sollte. Doch dazu später mehr. Neben FTP und CIFS steht mit dem PTP (Picture Transfer Protokoll) ein weiteres Protokoll für die Datenübertragung zur Verfügung, welches in erster Linie für die Übertragung von Bildmaterial gedacht ist. Über SNMP besteht zudem die Möglichkeit, die SS4200-E „Helena Island“ in einer zentralen Netwerk-Management-Lösung einzubinden – beispielsweise zur Fehlerüberwachung oder zur Abfrage von Status-Informationen.

Software-Spezifikationen
Funktion Details
LAN Ja - 10/100/1000 Mbit/s Ethernet
WLAN Ja - IEEE 802.11b/g/n
(sofern Hardware vorhanden)
Peripherie-Schnittstellen USB2.0 / eSATA
Anzahl Clients unbegrenzt
Unterstützte Betriebssysteme Windows, MacOS
Integrierte Backup-Software EMC Retrospect Express
für Windows und Mac OS
Benutzer-Interface Web-basiert
SSL-Zertifikat Ja - 128 Bit Verschlüsselung
Administrator-Zugriff Ja - mehrere gleichzeitige
Administrator-Accounts
Browser (Mobile) Internet Explorer / Firefox / Opera /
Safari / Konqueror / Nokia N800
/ Nintendo Wii / Sony PS3+PSP
Medien-Dienste uPnP AV/DLNA / MS Xbox 360 / Sony PS3+PSP
/ iTunes / FrontRow / Roku
Druck-Server Ja / Netzwerk-fähig
Inhalt Indezierung Ja / Index- und Suchfunktion für
.txt / .html / .htm / .shtml / .php / .doc
/ .dot / .xls / .ppt / .pdf
Active Directory Unterstützung Ja – Active Directory Member Server /
Single Sign-On / Zeit-Synchronisation /
automatische Erstellung privater Freigaben /
Authentifizierung über Domänen-Controller
Daten-Sicherheit RAID Level 0/1/5/10
Power-Management Energiespar-Modus / Abschaltung Festplatten /
USV-Unterstützung
Protokolle CIFS / FTP / PTP / SNMP
Hardware-Überwachung Temperaturen / Spannungen / Lüfter-Drehzahl /
HDD-Status / E-Mail-Benachrichtigung
Unterstützte Sprachen Deutsch / Englisch / Französisch / Japanisch /
Koreanisch / Chinesisch (Traditional / Simple) / Russisch /
Portugiesisch / Italienisch / Spanisch

Bei den unterstützten Browsern zählen standardmäßig außer dem Microsoft (Mobile) Internet Explorer auch der Mozilla Firefox, Opera, Safari, Konqueror, Nokia N800 sowie die Browser der Konsolen Nintendo Wii, Sony PlayStation 3 und PlayStation Portable dazu. Des Weiteren finden sich auch die Media-Services der Microsoft Xbox 360, iTunes, PlayStation 3, PlayStation Portable, Roku, FrontRow und weitere in den Produkt-Spezifikationen der LifeLine-Software wieder. Ein integrierter Print-Server sowie umfangreiche Power-Management- bzw. Überwachungs-Funktionen für Spannungen, Temperaturen, Lüfter-Drehzahlen, Festplatten-Status und E-Mail-Benachrichtigung runden das Paket ab.

Konfiguration

Nachdem die Festplatten mittels der mitgelieferten Schrauben samt Entkopplungskopf ohne Zuhilfe eines Werkzeugs ordnungsgemäß eingebaut und das System physikalisch an das Netzwerk angebunden wurde, kann das System über das Tool „Intel System Storage Manager“ im LAN dank eines Multicasts auch in Netzwerken ohne vorhandenen DHCP-Server aufgespürt und grundkonfiguriert werden. Dabei werden auch das Dateisystem neu erstellt und alle Daten auf den Festplatten gelöscht. Werden gebrauchte Festplatten eingesetzt, sollten die Daten ggf. vorher gesichert werden.

Ist die Grundkonfiguration abgeschlossen, öffnet sich automatisch das Web-Interface für eine erweiterte Konfiguration. Da standardmäßig bereits die beiden Ordner „public“ und „Backups“ vom System angelegt werden, ist das System an dieser Stelle bereits in seiner Grundfunktion einsatzbereit, sodass weniger versierte Nutzer die Konfiguration ggf. hier abbrechen können.

Direkt auf der Startseite können die wichtigsten Funktionen mit einem Klick erreicht werden. Dazu zählen unter anderem die Verbindung von freigegebenen Ordnern, das Erstellen von neuen Benutzerkonten, das Einrichten von Backup-Jobs mit Hilfe von EMC Retrospect HD Express sowie das Erstellen von neuen freigegebenen Ordnern oder die erneute Grundeinrichtung über den Assistenten. Über das Dashboard können wichtige System-Daten wie z.B. Temperaturen oder der Status der Festplatten abgerufen werden.

Unter der Registerkarte „Einstellungen“ findet der Benutzer sämtliche Punkte zur weitergehenden Konfiguration. Neben den Einstellungen für die verwendeten Protokolle stehen auch Datum- und Uhrzeit-Einstellungen zur Verfügung. Statt einer festen Einstellung der Uhrzeit, erlaubt das System auch ein automatisches Update der Uhrzeit über einen öffentlichen NTP-Server. Eine aktuelle Liste mit verfügbaren Servern kann direkt auf ntp.org abgerufen werden [3]. Über die E-Mail Benachrichtigung wird der Benutzer nach Angabe seiner E-Mail-Adresse bei Problemen automatisch informiert. Zusätzlich kann das System auch als SNMP-Server agieren oder SNMP-Traps an einen entsprechenden Server zur Überwachung der System-Daten versenden. Um auf dem aktuellen Stand zu bleiben, prüft das System automatisch nach Updates im Internet. Es kann jedoch auch manuell nach Updates gesucht werden.

Schmerzlich vermisst wird eine Option zur Konfiguration eines Festplattenplatzverbrauchslimits pro Benutzer (Quota). Jeder Benutzer ist theoretisch in der Lage, das System komplett zu beschreiben. Besonders in etwas größeren Netzwerkumgebungen kann dies zu einem unliebsamen Problem mutieren.

Kommen insgesamt vier Festplatten zum Einsatz, lässt das System lediglich eine Konfiguration der RAID Level 5 (Parität) und 10 (Spiegelung + Stripe) zu. Zwar dienen beide Optionen dem Schutz der Daten, versierte User werden an dieser Stelle jedoch in ihrer Flexibilität eingeschränkt. Gleiches gilt für eine nicht vorhandene Funktion zur RAID-Migration, beispielsweise von RAID Level 10 zu RAID Level 5. Linux-Usern dürfte zudem die mangelnde Unterstützung des NFS-Protokolls ein stechender Dorn im Auge sein.

Insgesamt gesehen macht die EMC-„Lifeline“-Software dennoch einen soliden und strukturierten Eindruck. Positiv hervorzuheben ist die gute deutsche Übersetzung – was heutzutage leider nicht immer selbstverständlich ist.

EMC Retrospect Express HD

Mit im Paket enthalten ist auch eine unlimitierte Version der „EMC Retrospect Express HD Backup“-Software. Unlimitiert bedeutet an dieser Stelle, dass die Software bei Besitz eines Intel-SS4200-E-NAS-Systems auf beliebig vielen Klienten installiert und genutzt werden darf. Wie der Zusatz „Express“ bereits vermuten lässt, beschränkt sich die Version auf das Wesentliche. Für den normalen Hausgebrauch ist der gebotene Funktionsumfang in den meisten Fällen jedoch völlig ausreichend – die zusätzliche Anschaffung einer Backup-Software hat Mann/Frau also immerhin schon gespart.

Nach dem Start öffnet sich ein übersichtlicher Assistent, mit dem sich ein Backup-Job erstellen oder die Daten aus einem Wiederherstellungs-Punkt zurück schreiben lassen können. Neben dem kompletten Computer können auch bestimmte ausgewählte Ordner und Dateien oder auch nur bestimmte Dateitypen gesichert werden. Damit das Ganze funktioniert, muss vorher unbedingt der freigegebene Ordner „Backups“ über den Intel Storage System Manager mit dem lokalen Computer verbunden werden. Eine Sicherung auf ein beliebiges anderes Laufwerk ist leider nicht möglich. Über eine Zeitplan-Funktion kann der Backup-Job auch automatisch zu bestimmten Zeiten wiederholt ausgeführt werden. An Stelle der Erstellung eines direkten Wiederherstellungs-Punktes erlaubt die Software auch ein einfaches Kopieren der Dateien. Die Bedienung gestaltet sich aufgrund der abgespeckten Funktionen einfach. So sollten auch Laien nach ein paar Minuten in der Lage sein, mittels weniger Mausklicks eine Backup-Aufgabe zu erstellen, oder Daten im Notfall wiederherzustellen.

Testsystem

Benchmarks

Intel NAS Performance Toolkit

Das „NAS Performance Toolkit“ aus dem Hause Intel wurde speziell für Performance-Messungen von Speichersystemen, insbesondere kleinen Office-NAS-Systemen, entwickelt. Die knapp 60 MB große Software auf Basis des Microsoft .NET Framework umfasst insgesamt 18 einzelne Tests, wobei der Fokus hauptsächlich auf Anwendungen mit High-Definition-Video-Inhalten gelegt wurde. Backup & Restore gehören ebenso zum Portfolio wie das einfache Kopieren von Dateien und Verzeichnissen in beide Richtungen. Tests zur Content-Erstellung sowie Zugriffsmuster eines Foto-Albums runden das Paket ab. Das NAS Performance Toolkit steht für jedermann nach Angabe der E-Mail-Adresse auf der Homepage des Herstellers frei zum Download bereit [4]. Bei unseren Messungen wurde der Wert „Multiple I/O“ auf 8 erhöht. Um eventuelle Ausreißer in den Messwerten zu eliminieren, wurden alle Tests dreimal durchgeführt und am Ende der Mittelwert gebildet.

Intel NAS Performance Toolkit
 HD Video Playback:
Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID10 – XP 32-bit
35,60
Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID10 – Vista 64-bit
32,20
Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID5 – XP 32-bit
27,03
 2x HD Playback:
Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID10 – XP 32-bit
38,43
Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID5 – XP 32-bit
28,53
Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID10 – Vista 64-bit
11,13
 3x HD Playback:
Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID10 – XP 32-bit
36,93
Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID5 – XP 32-bit
30,07
Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID10 – Vista 64-bit
11,83
 4x HD Playback:
Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID10 – XP 32-bit
30,63
Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID5 – XP 32-bit
30,33
Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID10 – Vista 64-bit
14,60
 HD Video Record:
Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID10 – Vista 64-bit
52,50
Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID10 – XP 32-bit
49,67
Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID5 – XP 32-bit
42,80
 HD Playback & Record:
Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID10 – Vista 64-bit
36,93
Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID10 – XP 32-bit
16,53
Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID5 – XP 32-bit
16,27
 HD 2xPlayback & 2xRecord:
Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID5 – XP 32-bit
21,97
Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID10 – XP 32-bit
20,20
Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID10 – Vista 64-bit
18,80
 HD Playback + Office:
Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID10 – XP 32-bit
37,60
Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID10 – Vista 64-bit
32,20
Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID5 – XP 32-bit
28,63
 HD Playback + Backup:
Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID10 – Vista 64-bit
30,27
Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID5 – XP 32-bit
21,70
Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID10 – XP 32-bit
19,27
 Content Creation:
Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID10 – XP 32-bit
11,60
Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID10 – Vista 64-bit
11,43
Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID5 – XP 32-bit
7,33
 Backup:
Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID10 – Vista 64-bit
46,70
Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID10 – XP 32-bit
42,67
Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID5 – XP 32-bit
41,57
 Restore:
Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID10 – XP 32-bit
51,50
Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID10 – Vista 64-bit
43,60
Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID5 – XP 32-bit
38,43
 File-Copy zu NAS:
Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID10 – XP 32-bit
50,43
Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID10 – Vista 64-bit
44,17
Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID5 – XP 32-bit
43,27
 File-Copy von NAS:
Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID10 – Vista 64-bit
40,40
Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID10 – XP 32-bit
35,57
Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID5 – XP 32-bit
27,57
 Dir-Copy zu NAS:
Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID10 – XP 32-bit
13,83
Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID10 – Vista 64-bit
13,63
Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID5 – XP 32-bit
12,77
 Dir-Copy von NAS:
Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID10 – XP 32-bit
33,13
Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID10 – Vista 64-bit
30,33
Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID5 – XP 32-bit
25,97
 Photo Album:
Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID10 – Vista 64-bit
20,57
Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID10 – XP 32-bit
11,90
Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID5 – XP 32-bit
11,00

Das Intel NAS Performance Toolkit zeigt betriebssystemübergreifend ein relativ gemischtes Bild. In den meisten Disziplinen kann sich die Konfiguration mit RAID Level 10 und Windows XP als Betriebssystem mehr oder weniger deutlich von den anderen Konfigurationen absetzen. Aufgrund des höheren Rechenaufwandes fällt die Konfiguration mit RAID Level 5 etwas zurück, kann jedoch insgesamt gesehen durchaus überzeugen. Hier macht sich der Einsatz eines für den Einsatzzweck untypischen Low-Voltage-Celeron-420-Prozessors bezahlt. Erfreulicherweise zeigt das System insbesondere in den unter Umständen zeitkritischen Disziplinen Backup und Restore mit Werten zwischen 40 und 50 Megabyte pro Sekunde eine gute Leistung, sodass im Ernstfall wichtige Daten schnell auf dem Computer wiederhergestellt werden und auch etwas größere Datenmengen in einer Nacht problemlos gesichert werden können.

Unter Windows Vista ändert sich das Bild. Liegen die Werte in einigen Tests deutlich über denen von Windows XP SP2, sieht es in anderen Tests genau andersherum aus. Intel selbst gibt für die Software Windows XP Service Pack 2 als Installations-Voraussetzung an, die Ergebnisse lassen vermuten, dass die Unterstützung für Windows Vista nicht optimal zu sein scheint. An dieser Stelle sind die Werte somit mit Vorsicht zu genießen.

FTP-Dateitransfer

Beim FTP-Dateitransfer-Test kommt die integrierte FTP-Funktion von Microsoft Windows zum Einsatz. Über die FTP-Befehle „put“ und „get“ lassen sich die Dateien von PC zur NAS oder umgekehrt kopieren. Die Test-Datei besitzt eine Größe von 1024 MB. Um eventuelle Ausreißer in den Messwerten zu eliminieren, wurden alle Tests dreimal durchgeführt und am Ende der jeweilige Mittelwert gebildet.

FTP Dateitransfer
 PC zu NAS:
Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID10 – Vista 64-bit
81,64
Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID10 – XP 32-bit
77,83
Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID5 – XP 32-bit
60,35
 NAS zu PC:
Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID10 – Vista 64-bit
56,00
Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID10 – XP 32-bit
49,48
Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID5 – XP 32-bit
43,46

Wie beim NAS Performance Toolkit kann sich die Konfiguration mit RAID Level 10 teils klar absetzen und erreicht unter Windows Vista eine Übertragungsrate von über 80 MB/s. An dieser Stelle limitiert mit großer Wahrscheinlichkeit die einzelne Samsung SP2504C als Datenquelle. Dank des verbesserten TCP/IP-Stack kann sich Microsofts neuestes Betriebssystem Windows Vista mit installiertem Service Pack 1 von seinem Vorgänger um etwa 4-7 MB/s absetzen. Die ein Gigabyte große Testdatei konnte innerhalb von lediglich gut zwölf Sekunden kopiert werden – so schnell arbeitet manche lokale Festplatte nicht.

CIFS-Dateitransfer

Das Common Internet File System (kurz CIFS) wird vorwiegend in Windows-basierten Netzwerken eingesetzt. Es stellt eine Weiterentwicklung des Server Message Block (kurz SMB) Protokolls dar und wurde 1996 von Microsoft eingeführt. Im Unterschied zu SMB oder SMB mit NetBIOS über TCP/IP werden bei CIFS die Daten direkt über das TCP/IP-Protokoll übertragen, sodass deutlich an Overhead gespart wird. Neben der Datei- und Druck-Freigabe werden auch zusätzliche Dienste wie der Microsoft Remote Prozedur Call oder der NT-Domänendienst angeboten. Im Gegensatz zu FTP handelt es sich somit um kein reines Dateiübertragungs-Protokoll. Getestet wurde mittels eines kleinen Microsoft PowerShell Skriptes, das eine ein Gigabyte große Datei zwischen PC und NAS übertrug. Dank der integrierten Zeitfunktion konnte zudem auch die Übertragungsdauer exakt ermittelt werden.

Die Messwerte aus dem Diagramm ergeben sich durch die einfach Rechnung „Dateigröße geteilt durch die gemessene Zeit“. Auch bei diesem Test wurde jeder Vorgang dreimal ausgeführt.

CIFS Dateitransfer
 PC zu NAS:
Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID10 – Vista 64-bit
41,78
Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID10 – XP 32-bit
30,62
Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID5 – XP 32-bit
26,18
 NAS zu PC:
Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID10 – Vista 64-bit
63,94
Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID10 – XP 32-bit
31,91
Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID5 – XP 32-bit
26,98

Anders als bei FTP fallen die Unterschiede zwischen RAID 5 und RAID 10 nicht sonderlich groß aus. Umso größer fällt dafür die Differenz von Microsofts Windows Vista gegenüber Windows XP aus. Besonders beim Kopiervorgang von NAS zu PC agiert Vista gut doppelt so schnell wie XP. Zwar waren wir bei der Betrachtung der Ergebnisse etwas verwundert, jedoch waren sie in allen drei Durchläufen dicht beieinander und reproduzierbar.

Lautstärke

Im Normalbetrieb ist von dem System außer einem sehr leisen Lüftersäuseln nicht viel zu hören. Lediglich kurz nach dem Einschalten dreht das System für ein paar Sekunden alle Lüfter voll auf und erzeugt eine beängstigende Geräuschkulisse. Beim Datenzugriff sind trotz der leichten Entkopplung durch die gummierten Schraubenköpfe die Festplatten geringfügig wahrzunehmen, nehmen jedoch im Falle der im Test verwendeten vier Samsung P120 SP2504C keine störenden Züge an. Dieser Faktor kann jedoch je nach Wahl der Festplatten stark variieren.

Im Gegensatz zu einem USB-Anschluss kann das System aufgrund des Gigabit-LAN-Anschluss auch in weit entfernte Gefilde platziert werden, sei es der Keller, der Dachboden oder sogar – sofern es die Verkabelung zulässt – in ein völlig anderes Gebäude.

Insgesamt betrachtet ist das System sehr leise, wenn auch nicht lautlos.

Leistungsaufnahme

Gemessen wird die Leistungsaufnahme des kompletten Systems:

Leistungsaufnahme
 Leerlauf:
Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID5 – XP 32-bit
64
 Last (FTP-Transfer PC zu NAS):
Intel SS4200-E – 4xSP2504C – RAID5 – XP 32-bit
75
Hinweis: Spitze: 80 Watt
Angaben in Watt (W)

Viele mögen die gemessenen Werte für ein Network Attached Storage auf den ersten Blick als deutlich zu hoch einschätzen. Betrachtet man die Sache jedoch etwas differenzierter, wird schnell klar, wo die Ursachen liegen und lassen den Verbrauch in einem etwas anderen Licht erscheinen: Intel gibt für das 250 Watt Netzteil eine Effizienz von mindestens 70 Prozent bei voller Last an. Bei einer Auslastung von lediglich 25 % liegt jener Wert in Normalfall schätzungsweise höchstens bei 70 Prozent – eher noch etwas niedriger. Legt man diese 70 Prozent Wirkungsgrad als Basis für die Berechnung zugrunde, bleiben bei gemessenen 64 Watt Leistungsaufnahme an der Sekundärseite des Netzteils auf der Primärseite noch rund 45 Watt für die Komponenten übrig. Samsung gibt für die SpinPoint P120 SP2504C eine Leistungsaufnahme von 7,5 Watt im Leerlauf-Betrieb an. Bei vier Festplatten multipliziert sich dieser Wert auf immerhin 30 Watt.

Somit bleiben für das restliche System noch gerade einmal 15 Watt übrig, die sich nahezu komplett auf den 1,6 GHz schnellen Low-Voltage Intel Celeron 420 Prozessor samt Intel i945GZ+ICH7R Chipsatz aufteilen dürften. An dieser Stelle darf nicht vergessen werden, dass es sich in der Konfiguration um einen nahezu vollwertigen x86-Computer handelt. Unter Last steigt die Leistungsaufnahme nur relativ geringfügig auf 75 mit Spitzen bis 80 Watt an.

Das System bietet softwareseitig die Möglichkeit, nach einer bestimmten Leerlaufzeit die Festplatten automatisch abzuschalten. In unserem Falle blieb diese Funktion jedoch trotz Entfernen des Netzwerk-Kabels leider ohne Funktion.

Unterm Strich ist die Leistungsaufnahme zwar nicht unbedingt gering – dem SS4200-E-System allein die Schuld zu geben, wäre jedoch falsch. Trotzdem muss sich Intel die Frage gefallen lassen, warum die Wahl nicht auf ein etwas schwächeres, dafür jedoch deutlich effizienteres Netzteil gefallen ist.

Fazit

Abgesehen von ein paar kleinen Schwächen im Bereich der Konfiguration und bezüglich des Stromverbrauches präsentiert Intel mit dem SS4200-E Network Attached Storage System „Helena Island“ einen würdigen Nachfolger der SS4000-E-Lösung („Baxter Creek“). Insbesondere die sauber verarbeitete Hardware und die einfache Montage der Festplatten ohne Werkzeug wissen zu überzeugen. Dank der zusätzlichen vier USB-2.0- und zwei eSATA-Anschlüsse bietet das System auch über die vier möglichen internen Festplatten ein ausreichendes Maß an Erweiterungsmöglichkeiten, sollten die bis zu drei Terabyte Speicherplatz in der Konfiguration mit vier 1-TB-Festplatten und RAID Level 5 an ihre Grenzen stoßen. Besitzer einer Digitalkamera und/oder eines anderen UPnP-fähigen Gerätes können sich über die integrierte Bildübertragung und UPnP-Funktion freuen.

Der Low-Voltage-Celeron-420-Prozessor sorgt auch im RAID-5-Betrieb für eine gute Performance in den üblichen Anwendungsgebieten. Kommt sogar der RAID 10 zum Einsatz, erreicht das System je nach Protokoll in der Konfiguration mit einer einzelnen 250 GB großen S-ATA Festplatte als Quelllaufwerk Übertragungsraten von über 80 Megabyte pro Sekunde und geht somit deutlich schneller zu Werke als die erst vor kurzem getestete TurboStation TS-409 pro aus dem Hause QNAP [5]. Im Gegenzug bietet das QNAP-System einen deutlich umfangreicheren Funktionsumfang.

Ein wenig getrübt wird der ansonsten positive Eindruck durch ein ineffizientes Netzteil, welches im Leerlauf für einen erhöhten Stromverbrauch verantwortlich ist.

Der aktuelle Marktpreis liegt bei rund 370 Euro [6] und ordnet sich im Vergleich zur direkten Konkurrenz [7] im Bereich der NAS Systeme mit vier internen S-ATA-Anschlüssen und RAID-5-Unterstützung im unteren Bereich ein – positiv gesehen.

URL-Liste:

  1. http://download.intel.com/support/motherboards/server/ss4200-e/sb/ss4200e_thol_11.pdf
  2. http://download.intel.com/support/motherboards/server/ss4200-e/sb/ss4200e_tps_11.pdf
  3. http://www.ntp.org/
  4. http://softwarecommunity.intel.com/articles/eng/1474.htm
  5. http://www.computerbase.de/2008-05/test-qnap-ts-409-pro-turbo-nas/
  6. http://www.computerbase.de/preisvergleich/a298746.html
  7. http://www.computerbase.de/preisvergleich/?cat=gehhdnas&sort=p&bpmax=&asuch=4x+sata&asd=on&filter=+Liste+aktualisieren+&pixonoff=off
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