OCZ kündigt günstige SATA-II-2,5"-SSDs an

Der kalifornische Speicherspezialist OCZ hat eine neue Flash-Speicher-Serie im Segment der Solid State Drives (SSD) angekündigt. Mit der sogenannten „Core Series“ platziert OCZ 2,5 Zoll große SSDs mit SATA-II-Schnittstelle in Größen von 32, 64 und 128 GB am Markt, die besonders schnell und dennoch relativ günstig sein sollen.

So sollen die SSDs der „Core Series“ bis zu 50 Prozent weniger pro Gigabyte als vergleichbare Modelle der Konkurrenz kosten, womit OCZ die SSD eigenen Angaben nach erstmals mehr oder weniger massentauglich machen will.

Neben üblichen Eigenschaften wie einem niedrigen Energieverbrauch und einer hohen Schockresistenz (bis zu 1.500 G), verfügen die von einem gebürsteten Aluminium-Gehäuse geschützten Massenspeicher über eine hohe MTBF von 1,5 Millionen Stunden, welche die Werte vieler konventioneller Festplatten übertrifft. Die Transferraten sollen bei eindrucksvollen 120 bis 143 MB/s beim Lesen und 80 bis 93 MB/s beim Schreiben liegen, während die Zugriffszeiten weniger als 0,35 ms betragen sollen.

Mit einer Markteinführung ist hierzulande in etwa zwei Wochen zu rechnen. Die Preisempfehlungen liegen bei 169, 259 und 479 US-Dollar für die entsprechenden 32-, 64- und 128-GB-Modelle. Preissuchmaschinen wie geizhals.at finden die (noch nicht verfügbaren) Modelle der „Core Series“ schon zu Preisen von etwa 148, 228 und 396 Euro. Die Herstellergarantie liegt bei zwei Jahren.

Ergänzungen unserer Leser
  • VORSICHT: Der Stromverbrauch von SSDs ist womöglich nicht geringer als der von Festplatten.
    Hier werden wir - nach Tests von Tom's Hardware - von den Herstellern an der Nase herum geführt.
    Etwas weniger drastisch stellt es AnandTech dar - hier der Vergleich Batterielebensdauer HDD vs SDD bei einem MacBook.

    Es gilt: Festplatten verbrauchen bei "normaler" Nutzung (d.h. bei nicht völlig defragmentierten Platten, bei denen der Lesekopf nicht ständig hin- und herspringen muss) wesentlich weniger als SSDs.

    GRUND: Eine SSD verbraucht bei Betrieb (als bei Lesen oder Schreiben) immer ihre maximale Leistung. Eine Fesplatte braucht ihre maximale Leistung nur wenn der Kopf rasch hin- und herspringen muss. Eine SSD ist nur verbrauchsgünstiger, wenn nur spärlich auf sie zugegriffen wird.

    Spärlicher Zugriff ist allerdings bei der Systemfestplatte (und nur hierfür ist sie auf Grund der geringen Größe interessant) nicht zu erwarten.

    Also: SSDs verbrauchen mehr Strom als die gute alte Festplatte, sind aber schneller und es gibt keine bewegten Teile.

    Nachtrag: Mehr und mehr Tests befassen sich nun mit dem Thema Stromverbrauch. Hier einer, der zum Schluss kommt, dass SSDs doch besser sind als HDDs bzgl. Energieeffizienz.

    Verwirring um Verwirrung

  • Ich denke, dass man bei Tomshardware nicht fähig war, die Messwerte richtig zu interpretieren. Eine SSD mag unter Vollast mehr verbrauchen, zumindest anhand der Messungen von THG.

    Nur ist es mit nichten so, dass eine Systemplatte ständig arbeitet, vor allem nicht in einem Notebook. Nachdem das Betriebssystem gebootet ist, wird eine Präsentation, ein Internet-Browser, ein Chat-Programm oder ein Mediaplayer geöffnet und ab dann hat die Festplatte erst mal Sendepause. Und genau dann wirkt sich eine SSD sehr vorteilhaft im Bezug auf die Akkudauer aus, denn idle verbraucht sie so gut wie nichts während eine konventionelle HDD weiterhin wertvolle Watt verbrät.

    Schade, dass THG nicht auf die Idee gekommen ist, dass man sein Notebook nicht mit nimmt, um Mobilemark 07 in der Endlosschleife auszuführen.

  • bin ganz deiner meinung sebastian!
    aber unabhängig davon, welche festplattenart jetzt diese 0,3 Watt mehr verbraucht, bietet eine SSD wahnsinnig viele Vorteile:

    1. Schockresistenz
    2. Geschwindigkeit
    3. Zugriffszeiten
    4. Längere Lebensdauer
    5. Lautstärke

    dass mit dem Preis wird sich legen, die werden bald nicht mehr kosten als normale, ich behaupte mal dass zum Weihnachten 08 die Preise bei ungefähr 100 Euro / 384 Gbyte liegen (384 = 128x3)

  • Die Dinger sind seit 1-2 Wochen in diversen Shops gelistet. Siehe mein Thread.
    Bei Forumdeluxx sind die schon endlos ausdiskutiert worden. Müsst ihr mal gucken. Dort gab es auch einige Argumente, die gegen diese Serie sprechen.

    Ich würde die Dinger ohne Einbaurahmen einfach festschrauben.
    Viele Gehäuse haben ja Festplattenrahmen dabei, "früher" gab´s die ja sogar mit Gummientkopplung. :D

  • ... Und genau dann wirkt sich eine SSD sehr vorteilhaft im Bezug auf die Akkudauer aus, denn idle verbraucht sie so gut wie nichts während eine konventionelle HDD weiterhin wertvolle Watt verbrät. ... Sebastian
    Nein, denn wenn du Programme nutzt, nutzt du auch Caches und Dateien, es findet also ständig ein bisschen Betrieb auf dem Datenträger statt und weil ein (das!) SSD (es gibt keine Solid State Disk, es gibt nur ein Solid State Drive - nur in Deutschland gibts mal wieder völlig schwachsinnige Wortschöpfungen) eben nur Minimal- und Maximalbetrieb kennt verbrät das SSD eben auch dann ordentlich Strom. Den Idle-Modus erreicht das Laufwerk sowieso fast nie - es sei denn du benutzt den Rechner gar nicht. Und ein HDD hat da eben Vorteile, weil es dutzende Betriebsmodi kennt, um den Stromverbrauch sehr viel feiner abstufen zu können - es muss, im Gegensatz zum SSD, nicht gleich Maximalstrom verbrauchen, nur weil der Messenger da in seinen Cache schreibt. ;)

    was Robin Harris dazu meint

    P.S.
    Für alle hier, die den test nicht lesen wollen, merke ich mal noch an, dass der test mit einem 7.200 U/min HDD stattfand.

  • @MountWalker:
    Der Meinung bin ich zumindest im Bezug auf die von mir o.g. Anwendungen aber nicht. Sowas liegt imho dann im Arbeitsspeicher. Was macht man denn, wenn man unterwegs ist - Mobilemark oder nicht datenintensive Anwendungen? Welche Rolle spielt der Arbeitsspeicher oder das BS? Warum testet THG nur hardcore und keine reale Anwendung?

  • @illegalz:
    Ich werde mit Dir darüber nicht diskutieren! Lies den Artikel: fuzzifikation

    das würde ich dir auch nahe legen :)
    der test sah in etwa folgendermassen aus: festplatte mit 30MB/s und 100% auslastung verbraucht in zeit x 100% energie. ssd mit 90MB/s und 100% auslastung verbraucht in derselben zeit x 120% energie.
    was ist aber nun mit 2/3 von x, in der die ssd gar nicht mehr arbeitet, da sie schon lange fertig ist?
    der test trifft vielleicht auf anwendungsszenarien wie 24/7 download zu, aber in der praxis sind die ssd die energiesparer.

  • @CsA-eViL:
    Interessantes (aber nicht neues) Argument. Es lautet "SSDs sind schneller. Auch wenn sie während der Arbeit mehr verbrauchen würden, wären sie ja eher fertig und die gute alte Festplatte würde noch Minuten damit verbringen Strom zu verbrauchen um die SSD einzuholen".

    Keine Ahnung wie sich das im alltäglichen Einsatz äußert. Aber die hat keiner. Eine Geschwindigkeitsrechnung mit einzubringen um damit hypotetisch zu anderen Ergebnissen zu kommen ist unseriös.

    Aber falls Tom's Hardware nicht gut genut ist: AnandTech kommt zu ähnlichen (SSD mehr Verbrauch) aber weit weniger dramatischen Ergebnissen (wenige Minuten kürzere Lebensdauer des Akkus anstatt einer Stunde).

    Der Unterschied in der Akkulebensdauer zw. AnandTech und THG mag vielleicht auf Deine Argumentation zurückzuführen sein..

    Meine Schlußfolgerung ist: SSDs verbrauchen nicht "deutlich weniger" Strom. (gezeigt durch zwei Tests in denen sie mehr Strom verbrauchen). Dies allein reicht doch, um den "geringen" Stromverbrauch von SSDs als Gerücht zu enttarnen, oder?

    So oder so: ein neuer Test muss her!

  • Nochmals zum Energieverbrauch: All die Messungen von Tomshardware als auch Anandtech waren korrekt, aber auch nicht verwunderkich. Die neueren 2,5 " HDDs haben durch verbesserte Bauteilgruppen enorm an Potential gewonnen. Schauen wir uns die Velociraptor an oder die neuen Fujitsu und Samsung Modelle. Der Energieverbrauch ist deutlich gesunken.
    Im wirklichen Performancesektor (Serverplatten mit SAS), in dem die SSDs auch bald oder schon mitmischen, sind die SSDs aber immer noch deutlich energiesparender.
    Zudem muss man sagen, dass die immer größer werdenden Controller der SSDs augenscheinlich auch mehr Energie verbrauchen. Neuere Mtron-Modelle haben einen bis zu dreifach höheren Energieverbrauch als ältere Modelle.
    Dazu kommt die von INU erwähnte höhere CPU-Last.
    Die heutigen Sata-Controller diverser Firmen sind auf SSDs nur unzureichend vorbereitet.
    Zum Schluß haben wir das Betriebssystem ansich. Microsoft kennt keinen Idlezustand, Linux in diesem Falle ist sogar noch schlimmer (WD HDDs mit Intellipark werden durch Linux in den Tod gerissen, durch ewiges Spin Up und Spin Down).

    Meiner persönlichen Ansicht nach, war die Vorgehensweise von Tomhardware völlig korrekt und spiegelt die meisten Notebooks gut wieder.

    ABER: Erstens sind SSDs immernoch gut im Energiesparrennen und zweitens werden die Flashchips und die Controller auch verbessert. Intel hat erst kürzlich 35 nm Flashzellenwaver entwickelt. Solche Entwicklungen führen unweigerlich zu einen geringeren Energieverbrauch. Sollten dazu die Satacontroller der nächsten Generation und die Betriebssystementwickler ein Einsehen haben, wird die SSD bestimmt nicht mehr "soviel" Watt verschleudern.

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