Mehr Einflussnahme

Motorola-Chefposten soll mit Google-Manager besetzt werden

Die Übernahme durch Google ist noch nicht formal abgeschlossen, doch schon wird über die Neubesetzung des Chefpostens bei Motorola Mobility spekuliert. Wie Bloomberg unter Berufung auf drei nicht näher genannte Quellen meldet, will Google einen Manager aus den eigenen Reihen zum CEO ernennen.

Dabei soll es sich um Dennis Woodside handeln, der derzeit den Abschluss der Übernahme, die erst vor zehn Tagen von den zuständigen Aufsichtsbehörden in den USA und Europa genehmigt wurde, überwacht. Zuvor war Woodside für den Anzeigenvertrieb in Nord- und Südamerika bei Google zuständig und gilt als enger Vertrauter von Google-Chef Larry Page.

Sollte es zu dieser Ablösung des aktuellen Motorola-CEOs Sanjay Jha kommen, würde Google deutlich mehr direkten Einfluss auf das Unternehmen haben, was zumindest teilweise in Widerspruch zu früheren Aussagen stehen würde. Denn das hinter Android stehende Unternehmen hatte bereits unmittelbar nach dem Bekanntwerden der Kaufabsichten betont, dass man Motorola gegenüber anderen Hardware-Partnern nicht bevorzugen und keinen direkten Einfluss auf die zukünftige Produktentwicklung nehmen würde.

Mit dem Einsetzen von Woodside würde aber vermutlich genau das eintreten, was Branchenkenner von Anfang an vorhergesehen haben. Denn ihrer Meinung nach sei Google früher oder später gezwungen, das volle Potential der Übernahme – also die tiefere Integration Motorolas und damit eine Bevorzugung gegenüber anderen Herstellern – auszuschöpfen. Denn nur so könne sich die Ausgabe von 12,5 Milliarden US-Dollar langfristig rentieren und Android als Plattform weiter nach vorne gebracht werden.

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