Vom Alu-Koloss bis zur Dampflok

Lian Li präsentiert Gehäuse-Nachwuchs auf Computex

Wie zuvor angekündigt, hat Lian Li auf der Computex einige neue Aluminiumgehäuse präsentiert. Dazu zählen das auf leisen Betrieb getrimmte PC-B12, der Server-Koloss PC-D8000 sowie das kompakte ATX-Gehäuse PC-V650. Auch das Projekt „Eisenbahn-Gehäuse“ in Form des PC-CK101 konnten wir vor Ort ablichten.

Bei dem PC-B12 dürfte es sich um das im Vorfeld angekündigte Silent-Gehäuse „ohne sichtbare Lüftungsöffnungen“ handeln. Sofern man die Rückseite außen vor lässt, kann man dies unterstreichen; der schwarze Midi-Tower kommt im geschlossenen und schlichten Design daher, das lediglich durch zwei 5,25-Zoll-Blenden, die Bedienknöpfe, das Herstellerlogo sowie die hinter einer Klappe verborgenen I/O-Anschlüsse (2× USB 3.0, Audio) unterbrochen wird. Das Heck offenbart hingegen den fast üblichen Anblick, wäre da nicht der an eine Abzugshaube erinnernde, nach unten geöffnete Luftkanal für den Hecklüfter. Die Frischluftzufuhr erfolgt offenbar ausschließlich über Öffnungen im Gehäuseboden.

Zu einer völlig anderen Kategorie – auch was die Geräuschkulisse betreffen dürfte – zählt das Server-Gehäuse PC-D8000, das vor allem eines bieten soll, nämlich jede Menge Platz. Während Höhe (62,8 cm) und Tiefe (57,2 cm) noch einem herkömmlichen Full-Tower entsprechen, fällt die Breite mit 40,5 Zentimetern sehr üppig aus. Daher ist im Innenraum Platz für zwei nebeneinander liegende Laufwerkskäfige mit sechs 5,25-Zoll-Schächten. Darunter können sage und schreibe 20 Festplatten im 3,5-Zoll-Format verstaut werden. Wie das Ausstellungsmodell mit Dual-Sockel-Mainboard von EVGA zeigt, werden zudem großformatige HPTX-Platinen unterstützt. Am Boden lassen sich zwei Netzteile montieren und auch die Lüftungsmöglichkeiten fallen vielfältig aus.

Mit 360 × 250 × 427 mm (H × B × T) deutlich kleiner, aber eben auch für eine völlig andere Zielgruppe konzipiert, fällt das PC-V650 aus. Trotzdem passen nicht nur Micro-ATX-, sondern auch ATX-Platinen hinein. Das Netzteil wird dabei direkt neben den sieben Erweiterungsslots platziert, um die für ein ATX-Gehäuse geringe Bauhöhe zu ermöglichen. Diverse Festplatten und SSDs sowie ein optisches Laufwerk lassen sich unterbringen. Das Kühlkonzept entspricht mit Zuluft über die Front und Abluft über Heck und Oberseite dem aktuellen Trend, wobei gleich drei 140-mm-Lüfter eingesetzt werden. Neben den gängigen Frontanschlüssen verbaut Lian Li zusätzlich einen Kartenleser.

Von Lian Li bereits vorgestellt, aber hierzulande ebenfalls noch nicht verfügbar ist der Midi-Tower PC-V750 (Produktseite), hier fotografiert in der Variante WX mit Seitenfenster. Die mit 58,6 Zentimeter recht große Tiefe erlaubt auch den Einsatz von breiten E-ATX-Platinen. Eine herausnehmbare vertikale Strebe sorgt bei Erweiterungskarten und Gehäuse für höhere Stabilität. Bis zu sechs 3,5-Zoll-Laufwerke können in Hot-Swap-Einschüben untergebracht werden. Alternativ sollen ebenfalls sechs 2,5-Zoll-Laufwerke Platz finden. Zur Kühlung dienen zwei 140-mm-Lüfter in der Front, zwei 120-mm-Lüfter im Deckel sowie ein 120-mm-Ventilator im Heck.

In dieser Form wohl nicht auf den Markt kommen wird das PC-CK101 (Video), das Lian Li als Special Edition zur diesjährigen Computex konstruiert hat. Hinter dem Gewand einer klassischen Dampflok versteckt sich übliche Gehäusehardware. So findet im Waggon hinter den kleinen Sichtfenstern eine Mini-ITX-Platine Platz. Zwei USB-3.0-Ports sind hingegen an der Zugmaschine angebracht. Darüber hinaus können eine Festplatte oder SSD sowie ein optisches Slim-Laufwerk montiert werden, auf PCI(e)-Steckkarten muss jedoch verzichtet werden.

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