Displays mit elektronischer Tinte erschließen neue Bereiche

Eink stellt neue E-Paper-Technologien vor

Auf der diesjährigen DisplayWeek hat der Spezialist für Displays auf Basis von elektronischer Tinte einen Ausblick auf seine zukünftigen Produkte gegeben. Unter den Neuerungen befanden sich sowohl das E-Paper für Sonys demnächst erscheinenden elektronischen Notizblock wie auch farbige Displays.

So ist das Besondere im Display des Sony E-Ink-Slate, welcher in der zweiten Jahreshälfte an drei japanischen Universitäten einem Feldversuch unterzogen wird, nicht nur in der Größe von 13,3 Zoll und einer Auflösung 1.200 × 1.600 Bildpunkten zu suchen, sondern auch darin, dass dieses ohne festen Rahmen flexibel ist und somit weitere Verwendungsmöglichkeiten bietet.

Des Weiteren müssen in Zukunft einige der Reader-Displays bei einem Seitenwechsel nicht mehr invertiert werden, um einem Ghosting vorzubeugen. Dabei wird üblicherweise der Bildschirm einmal komplett schwarz und dann wieder weiß geschaltet, bevor der eigentliche neue Text dargestellt wird. Dies kostet nicht nur Zeit beim Umblättern, sondern auch Energie. Auch wenn der Stromverbrauch gegenüber Tablet-Displays als eher marginal bezeichnet werden kann, arbeitet Eink aktuell an Displays, welche nur noch jede halbe Stunde einem solchen Refresh unterzogen werden müssen.

Eink „Aurora“ für Kühltruhen
Eink „Aurora“ für Kühltruhen (Bild: Eink)

Eine weitere Neuheit besteht aus Displays, welche die Farben Schwarz, Weiß und Rot darstellen können. Gegenüber den bisherigen farbigen Displays mit elektronischer Tinte wird bei der als Spectra-bezeichneten Technik nicht mit einem Farbfilter gearbeitet, sondern die rote Farbe wird, wie auch bisher bei schwarzer Farbe, über eigene rote Farbkugeln dargestellt, was diesen Filter überflüssig macht. Durch diese Technik ist ein besonders kräftiges Rot möglich, was Eink vor allem bei Werbe- oder Preistafeln etablieren möchte. Der Hersteller bietet daher bereits jetzt schon Schilder in der Größe zwischen 1,4 und 7,4 Zoll an, es wären aber auch größere Anfertigungen denkbar, zudem könnten sich mehrere Displays zu einem großen vereinen lassen.

Der Vorteil liegt hierbei auf der Hand: Im Gegensatz zu herkömmlichen Bildschirmen können Eink-Displays die jeweiligen Informationen über Wochen hinweg ohne Stromverbrauch halten und wären zudem zentral steuerbar. Auch an kälteunempfindlichen Anzeigen hat Eink in Form von Aurora gedacht, welche insbesondere an Kühltruhen und ähnlichen Geräten zum Einsatz kämen. Da diese Display-Art jedoch nur ein Bit besitzt, kann diese keine Abstufungen, wie zum Beispiel Grautöne, darstellen. Die Markteinführung von Spectra plant Eink für das dritte Quartal 2013.

„Sprectrum“ in verschiedenen Größen
„Sprectrum“ in verschiedenen Größen (Bild: Engadget)

Aber nicht nur im Kleinen sucht Eink neue Betätigungsfelder, auch an großen Anzeigen ist man interessiert. So arbeitet das Unternehmen ebenfalls an Segmentanzeigen für Bahnhöfe, Flugplätze oder andere Örtlichkeiten und auch hier spielt der einzusparende Energieverbrauch eine zentrale Rolle. Die reflektiven Anzeigen müssen bei Dunkelheit zwar genauso wie die kleinen Vertreter angeleuchtet werden, nur lässt sich dies durch gezieltes Anstrahlen weitaus effizienter gestalten. Darüber hinaus bieten diese gegenüber den herkömmlichen LCD- und Plasmatechniken noch weitere Vorteile: Sie sind leichter, können an gebogenen Oberflächen angebracht werden und gelten nicht als Lichtverschmutzer.

Um diese Display-Technik weiter etablieren zu können, bietet der Hersteller zudem mit dem „Quick Starter Kit“ ein Entwicklungssystem an, bestehend aus einem Mikrocontroller-Board mit Renesas RL78 Controller, zwei kleinen E-Paper-Displays und Entwicklungssoftware, welche bisher aber nur für Windows ab Version XP zur Verfügung steht. Das System ist ab sofort zu einem Preis von 70 US-Dollar zu haben.