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Intel Broadwell-U: Siebzehn 14-nm-Prozessoren für Notebooks vorgestellt

Volker Rißka
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Intel Broadwell-U: Siebzehn 14-nm-Prozessoren für Notebooks vorgestellt
Bild: Intel

Intel enthüllt heute mit deutlicher Verspätung die ersten Broadwell-U-Prozessoren für Notebooks. Insgesamt 17 Prozessoren in den Klassen Celeron bis Core i7 werden angeboten, vorerst jedoch primär auf dem Papier, denn im Handel werden Notebooks mit den Lösungen teilweise erst im Frühjahr stehen.

So wird die schnellste der Broadwell-U-CPUs mit Iris-Grafik und einer TDP von 28 Watt erst zum Ende des ersten Quartals in fertigen Geräten erwartet. Bei den heute nicht angekündigten Iris-Pro- oder Quad-Core-CPUs in 14 nm wird es sogar noch länger dauern, dort stellt Intel Mitte 2015 in Aussicht – gleiches gilt bekannterweise auch für die Desktop-Ableger. Zum Start heute werden schubweise die CPUs in den üblichen Neuauflagen von Notebooks angeboten, erste Listungen, zumeist ohne Angabe von Lieferzeiten, gibt es bereits.

Zum Start der 17 Modelle rückt Intel das Licht voll auf das mobile Segment. Erstmals, betont der Konzern, werden Prozessoren in dieser Sparte direkt auch für das Einsteigersegment Celeron und Pentium vorgestellt, parallel zu Core i3, Core i5 und Core i7 und das auch noch zu gleichen Preisen wie bei der Haswell-Generation. Die deutliche Verspätung der 14-nm-CPUs soll so schön wie möglich verpackt werden, in erster Linie auch für die großen Abnehmer, die OEM-Fertiger, die seit Monaten vertröstet werden. Nach der Verzögerung verspricht Intel jetzt „the fastest mobile transition in Intel’s history“.

Broadwell-Die 2+2: 2 Kerne, max. 24 EUs
Broadwell-Die 2+2: 2 Kerne, max. 24 EUs (Bild: Intel)

Herzstück der Neulinge sind zwei verschiedene CPU-Dies, die zusammen mit dem Plattform Controller Hub (PCH) auf ein 40 × 24 × 1,284 mm großes BGA-Package mit 1.168 Kontaktflächen gesetzt werden. Die zwei Dies haben ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal: die Grafikeinheit. Diese kann, wie zuletzt bereits üblich, sehr verschieden ausfallen, weshalb es in diesem Jahr die Klassifizierungen HD, HD 5500, HD 6000 und Iris Graphics 6100 gibt. Beim Die selbst gibt es aber lediglich die Aufspaltung von 2+2 (2 Kerne, 24 EUs) oder 2+3 (2 Kerne, 48 EUs). Später im Jahr folgen der 2+3e-Die mit EDRAM-Unterstützung für die Iris Pro Graphics 6200 sowie diverse Vier-Kern-Ableger mit allen möglichen Grafikstufen.

Die Grafik macht auch bei Intel mittlerweile einen Großteil des Dies aus. Auf 133 mm² packt Intel 1,9 Milliarden Transistoren, beim 2+3-Die sind fast Zweidrittel auf die Grafik zurückzuführen. Dies zeigt auch der Vergleich zum zweiten Die: 82 mm² und 1,3 Milliarden Transistoren mit noch zwei Kernen und 24 EUs – identisch zum Core M. Broadwell-U und Broadwell-Y alias Core M sind beim Die in dem Bereich dasselbe, werden dann aber je nach Güte über das Binning in die entsprechenden Klassen sortiert.

Broadwell-Die 2+3: 2 Kerne, max. 48 EUs
Broadwell-Die 2+3: 2 Kerne, max. 48 EUs (Bild: Intel)

Auf der Prozessorseite sind alle CPUs gleich, je nach Klassifizierung aber mal mit mehr oder weniger L3-Cache bzw. mit allen oder eben weniger aktiven Features ausgestattet. Diese Abstufungen gibt es auch beim DDR3-Speicher, wobei 1.600 MHz bei allen CPUs geboten werden, DDR3-1866 die gehobene und oft genutzte Ausnahme für schnellere Modelle darstellt. Auch im Jahr 2015 bleibt den Celeron und Pentium aber weiterhin die AES-Unterstützung verwehrt, hier muss wie üblich mindestens ein Core i3 zum Zuge kommen.

Intel PCH-LP für Broadwell-U
Intel PCH-LP für Broadwell-U (Bild: Intel)

Beim Chipsatz bzw. Plattform Controller Hub kommen die bereits vom Core M bekannten Änderungen zum Einsatz. Neue Anschlüsse gibt es keine, der Chipsatz wurde vielmehr noch auf das Stromsparen getrimmt sowie um einige Features aus dem Business-Bereich erweitert. Diese Low-Power-Variante des Chipsatzes sitzt erneut auf dem gleichen Package, direkt neben dem Prozessor-Die.

Broadwell-Prozessoren für Notebooks ab 5. Januar 2015
Modell Kerne/
Threads
Takt/
mit Turbo
L3-
Cache
DDR3 GPU/
GPU-Takt/
mit Turbo
TDP Preis
28-Watt-Modelle
Core
i7-5557U
2 / 4 3,1 GHz / 3,4 GHz 4 MB 1.866 MHz Iris Graphics 6100
300 MHz
1.100 MHz
28 W $426
Core
i5-5287U
2 / 4 2,9 GHz / 3,3 GHz 3 MB 1.866 MHz Iris Graphics 6100
300 MHz
1.100 MHz
28 W $315
Core
i5-5257U
2 / 4 2,7 GHz / 3,1 GHz 3 MB 1.866 MHz Iris Graphics 6100
300 MHz
1.050 MHz
28 W $315
Core
i3-5157U
2 / 4 2,5 GHz / – 3 MB 1.866 MHz Iris Graphics 6100*
300 MHz
1.000 MHz
28 W $315
15-Watt-Modelle
Core
i7-5650U
2 / 4 2,2 GHz / 3,2 GHz 4 MB 1.866 MHz HD 6000
300 MHz
1.000 MHz
15 W $426
Core
i7-5600U
2 / 4 2,6 GHz / 3,2 GHz 4 MB 1.600 MHz HD 5500
300 MHz
950 MHz
15 W $393
Core
i7-5550U
2 / 4 2,0 GHz / 3,0 GHz 4 MB 1.866 MHz HD 6000
300 MHz
1.000 MHz
15 W $426
Core
i7-5500U
2 / 4 2,4 GHz / 3,0 GHz 4 MB 1.600 MHz HD 5500
300 MHz
950 MHz
15 W $393
Core
i5-5350U
2 / 4 1,8 GHz / 2,9 GHz 3 MB 1.866 MHz HD 6000
300 MHz
1.000 MHz
15 W $315
Core
i5-5300U
2 / 4 2,3 GHz / 2,7 GHz 3 MB 1.600 MHz HD 5500
300 MHz
900 MHz
15 W $281
Core
i5-5250U
2 / 4 1,6 GHz / 2,7 GHz 3 MB 1.866 MHz HD 6000
300 MHz
950 MHz
15 W $315
Core
i5-5200U
2 / 4 2,2 GHz / 2,7 GHz 3 MB 1.600 MHz HD 5500
300 MHz
900 MHz
15 W $281
Core
i3-5010U
2 / 4 2,1 GHz / – 3 MB 1.600 MHz HD 5500
300 MHz
900 MHz
15 W $281
Core
i3-5005U
2 / 4 2,0 GHz / – 3 MB 1.600 MHz HD 5500*
300 MHz
850 MHz
15 W $275
Pentium
3805U
2 / 2 1,9 GHz / – 2 MB 1.600 MHz HD
100 MHz
800 MHz
15 W $161
Celeron
3755U
2 / 2 1,7 GHz / – 2 MB 1.600 MHz HD
100 MHz
800 MHz
15 W $107
Celeron
3205U
2 / 2 1,5 GHz / – 2 MB 1.600 MHz HD
100 MHz
800 MHz
15 W $107
* 1 Execution Unit (EU) weniger

Auch die configTDP ist mit den 17 Prozessoren ein heißes Thema. Alle CPUs können von Herstellern auch mit geringeren Taktraten und abgesenkter TDP angeboten werden. Die 28-Watt-Ableger werden dann auch mit 23 Watt angeboten, bei den 15-Watt-Modellen geht es je nach Typ auf 10 Watt (Celeron, Pentium, Core i3), beziehungsweise 9,5 (HD 6000) und 7,5 Watt (HD 5500) für die Core-i5- und Core-i7-Prozessoren.

Passend zur fünften Generation Core-Prozessoren wird auch das Drumherum auf den neuesten Stand gehievt. Mit dem WLAN-AC7265-Modul, Wireless Gigabit und der Realsense-Unterstützung sind dies in erster Linie Dinge, die Intel bereits seit Monaten massiv bewirbt. Der bereits seit Haswell integrierte Audio-Chip wurde aufgewertet, weiterhin kann aber auch klassisch über den Chipsatz Sound angebunden werden. Auch Wireless Display gehört weiterhin zum Thema, Version 5.1 wird ab Januar 2015 mit passendem Treiber bei Broadwell-CPUs erstmals 4K-Unterstützung bieten, zudem soll die Ausgabe bei Spielen verbessert worden sein. Ein neuer Anlauf für mehr Kundschaft im Massenmarkt wird dabei mit einem 40 US-Dollar HDMI-Stick genommen, der als Bindeglied zwischen Notebook und Fernseher funktioniert.

Intel Wireless Display 5.1
Intel Wireless Display 5.1 (Bild: Intel)
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