Linux-Wissen: Die Desktop-Umgebung KDE

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Ferdinand Thommes
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20 Jahre KDE

Seit der Gründung unterlag das K Desktop Environment, das im Oktober 1996 von Matthias Ettrich unter dem Namen Kool Desktop Environment – das Kool wurde später zugunsten von K aufgegeben – ins Leben gerufen wurde, vielfältigen Wandlungen. Treu blieb man sich jedoch beim Toolkit. Ettrich war Entwickler bei Trolltech, der Firma, die das Qt-Toolkit entwickelte, auf dem KDE noch heute basiert. Ettrich erhielt in Anerkennung seiner Leistung um Open-Source-Software und KDE im Besonderen 2009 die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

Das KDE-Projekt besteht einerseits aus dem KDE.ev, der sich als juristische Person um finanzielle und rechtliche Aspekte des Projekts kümmert, andererseits aus einem losen Verbund von Entwicklern, Künstlern und einer Community, die das Projekt vorantreiben. Dazu gesellen sich dann noch die Paketbetreuer der einzelnen Distributionen, die zum Teil auch distributionseigene Änderungen vornehmen.

KDE 1.0  1998
KDE 1.0 1998 (Bild: Chris828)
KF5 2015
KF5 2015

Version 1.0 von KDE erschien 1998 und wurde mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Grund dafür war die Verwendung des damals unfreien Toolkits Qt. Die Firma Trolltech ließ sich dann überzeugen, eine freie Variante von Qt zu veröffentlichen, die im Jahr 2000 dann KDE 2.0 zugrunde lag. Damit stand dem Siegeszug von KDE nichts mehr im Wege. Bereits 2002 erschien KDE 3, das auf der neuen Hauptversion 3 von Qt basierte. Bis heute sind die Versionen von Qt und KDE in dieser Weise aneinander gekoppelt. Im Jahr 2008 kam dann der Wechsel zu KDE 4. Fans von KDE 3 in der letzten Version KDE 3.5.10 pflegen diese Version der Umgebung noch heute als Fork im Projekt Trinity.