Windows 10 : Berichte über kurzzeitig automatisches Upgrade

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Windows 10: Berichte über kurzzeitig automatisches Upgrade

Microsofts Handhabung des kostenlosen Upgrades auf Windows 10 sorgt weiter für Unmut: Nach aktuellen Erkenntnissen aus zahlreichen Nutzerberichten hat der Konzern dieses Mal zumindest kurzzeitig aus „Zwangsinstallation“ des Upgrades eine echte Zwangsinstallation gemacht.

Die aggressive Upgrade-Politik sorgt bereits seit Erscheinen von Windows 10 für Unmut bei weniger wechselwilligen Anwendern. Unter anderem aufgrund des ungefragten Downloads des Upgrade-Patches sowie der Markierung des Upgrades als empfohlenes Update wird von dieser Gruppe ohnehin bereits von einer „Zwangsinstallation“ des aktuellen Betriebssystems gesprochen, deren Vermeidung Aufmerksamkeit beim Nutzer erfordert – dem Konzern wird deshalb vorgeworfen, das Upgrade aufzudrängen. Dass selbst diese Maßnahmen kurzzeitig nicht mehr ausreichend waren, um sich gegen das Update zu wehren, markiert nun aber einen neuen Höhepunkt der zunehmend aggressiveren Vermarktung des Upgrades.

Forcierte Upgrades von Freitag bis Samstag

Aufgefallen ist diese neue Strategie bereits am vergangenen Freitag, als sich Nutzerberichte über eine plötzliche Installation des Upgrades ohne vorherige Rückfrage zu häufen begannen. Auf Basis eigener Versuche mit einer frischen Windows-7-Installation berichtet InfoWorld, dass Windows Update das Upgrade tatsächlich zeitweilig bei jeder (automatischen) Suche nach neuen Patches erneut zur Installation vorgemerkt hat, und zwar unabhängig von der Aktivierung der Option „Empfohlene Updates auf gleiche Weise wie wichtige Updates bereitstellen“, die dieses Verhalten eigentlich unterbinden sollte – demnach war bereits die Aktivierung von automatischen Updates Grund für die Zwangsinstallation.

Dabei wurde laut der Recherche der Seite, die sich auf die zahlreichen Berichte verärgerter Anwender im Netz beruft, das Update zumindest bei Teilen der Nutzer ohne weitere Rückfrage oder Bestätigung der EULA ausgeführt. In anderen Fällen wird hingegen zumindest von einem kurzen Hinweis berichtet, der wie bei einem normalen Update über die Zeitspanne bis zum automatischen Neustart informiert, wobei der Button zum Ablehnen hinter dem Link „weitere Informationen“ verborgen gewesen sei. Dennoch ist anhand der gegenwärtigen Erkenntnislage noch nicht zweifelsfrei geklärt, ob tatsächlich in jedem Fall die Installation empfohlener Updates deaktiviert war.

Upgrade mit Problemen verärgert doppelt

Besonders ärgerlich ist dabei für viele Nutzer, dass das Upgrade nicht nur unerwünscht ausgeführt wurde, sondern nicht einmal in jedem Fall fehlerfrei funktioniert hat. Kotaku berichtet auf Basis eigener Erfahrungen von Problemen beim ersten Login sowie nicht funktionierenden Features – was das Vorgehen gleich doppelt zum Ärgernis macht.

“All your files are where you left them,” the screen creepily declared. [...] Disaster struck almost immediately, as I logged into my account and was promptly told I couldn’t access any of my files. I’d only spent a few minutes with Windows 10, and already I’d been lied to.

Kotaku

Seit Samstag hat Microsoft das Update-Verfahren jedoch offenbar wieder geändert. InfoWorld berichtet, dass der Upgrade-Prozess seit diesem Zeitraum wieder wie gehabt funktioniert und aktuell nicht länger brachial forciert wird; die Seite vermutet, dass Microsoft in Anbetracht der rapide anschwellenden, negativen Reaktionen einen Rückzieher gemacht hat. In Ermangelung einer offiziellen Stellungnahme durch Microsoft ist aber unklar, ob es sich bei der Auslieferung des Upgrades lediglich um einen technischen Fehler oder um Absicht gehandelt hat.

Die Redaktion dankt ComputerBase-Leser „Sennox“ für den Hinweis zu dieser Meldung!

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