Corsair One Elite im Test: 12 Liter Gaming-PC, die es in sich haben

 2/2
Jan-Frederik Timm
85 Kommentare

Geringere Lautstärke, mehr Verbrauch

Der Corsair One Pro erwies sich vor einem Jahr nicht als Krawallmacher, war sowohl im Leerlauf als auch unter Last aber deutlich wahrnehmbar. Dafür verantwortlich war der Radiallüfter auf der Spannungsversorgung der Grafikkarte, der neben dem großen Lüfter im Deckel der zweite verbliebene Ventilator im System ist. Corsair sprach von einem Problem mit dem Testmuster, ein in Aussicht gestelltes zweites Muster wurde allerdings nie zugestellt.

Der neue Corsair One Elite legt mit seinen Messwerten jetzt zumindest nahe, dass an Corsairs Beteuerung im Jahr 2017 etwas dran gewesen ist. Denn obwohl das System nochmal mehr Strom verbraucht (299 zu 244 Watt in Anno 2205 (UHD), 48 zu 34 Watt im Leerlauf), ist es sowohl im Leerlauf als auch unter Last in Spielen leiser. Der immer noch schnell drehende VRM-Lüfter fällt jetzt nicht mehr derart negativ auf, obwohl er mit 1.000 U/min im Leerlauf und 1.600 U/min unter Last auf der GPU quasi denselben Drehzahlbereich abdeckt. In Prime95 gibt es hingegen keinen Unterschied.

Szenario Links Front Rechts Oben
Corsair One Elite (2018)
Leerlauf Windows 31 dB < 30 dB < 30 dB < 30 dB
60 Minuten Prime95 33 dB 33 dB 33 dB 35 dB
60 Minuten Anno 2205 42 dB 40 dB 41 dB 42 dB
Corsair One Pro (2017)
Leerlauf Windows 33 dB < 30 dB < 30 dB < 30 dB
60 Minuten Prime95 36 dB 33 dB 33 dB 35 dB
60 Minuten Anno 2205 45 dB 41 dB 41 dB 44 dB
Alle Messungen orthogonal zur Oberfläche, 40 Zentimeter Abstand

Als gleich doppelt nervig erwies sich im Testsystem hingegen der Lüfter im Deckel, der das ganze System und damit auch die Radiatoren für die beiden Waküs mit Frischluft versorgt. Einerseits wechselte er bei Last in Prime95 zyklisch von über 1.000 U/min immer wieder für ein paar Sekunden auf unter 900 U/min, was deutlich wahrnehmbar war. Andererseits hatte der Lüfter auch ein mechanisches Problem: Mehrfach machte sich der Ventilator im Test mit einem hochfrequenten Schleifgeräusch bemerkbar, dessen Ursache das Lager und kein darunter verlaufendes Kabel gewesen sein muss.

Corsair One Elite: Sporadische Störgeräusche

Corsair erklärte auf Nachfrage, dass es sich um einen bedauerlichen Einzelfall handele. Sollte dasselbe Problem doch einmal beim Kunden auftreten, wäre das natürlich ein Garantiefall.

Fazit

Auch ein Jahr nach Markteinführung bleiben zentrale Pluspunkte aus dem Fazit zur ersten Generation. Der Corsair One „besticht mit seinem außergewöhnlichen, trotz vieler Details noch schlichten und hochwertig verarbeiteten Gehäuse. Wo bei der Konkurrenz Kunststoff vorherrscht, findet sich bei Corsair dickes Aluminiumblech. Die türkis leuchtenden LED-Streifen unterstreichen das Erscheinungsbild, hätten das für viele Anwender aber auch mit zusätzlicher RGB-Funktionalität getan.

Gepaart wird die äußere Präsentation in der dritten Ausbaustufe mit dem Core i7-8700K von Intel und einer GeForce GTX 1080 Ti von Nvidia, die das nur 12 Liter fassende Komplettsystem nochmals deutlich beschleunigen. Und wo vor einem Jahr noch die SATA-SSD ein Kritikpunkt war, findet sich ab sofort eine SSD mit NVMe-Interface im Rechner wieder. Und die vor einem Jahr noch verwirrende Software Corsair Link weist die Sensordaten jetzt korrekt den Komponenten zu und unterscheidet zwischen Lüfter und Pumpen.

Als positiv zu beurteilen ist vor diesem Hintergrund die Lautstärke, die unter dem Niveau des Testmusters aus dem März 2017 liegt. Mit den beiden Pumpen der AiO-Wasserkühlungen bleibt der Corsair One (Pro (Plus)/Elite) auf dem Schreibtisch zwar jederzeit mit seinem Brummen wahrnehmbar, hochfrequente Geräusche gibt es aber nicht. Dass der Lüfter im Deckel mal nach Volllast, mal im Leerlauf mit Lagergeräuschen auffällig wurde, wäre beim Kunden hingegen ein echtes Ärgernis. Corsair spricht von einem Einzelfall und würde dem Kunden im Zweifelsfall jederzeit unter Garantie einen Austausch anbieten.

Interessant ist, dass Corsair der CPU des teuren High-End-Gaming-Systems eine Fessel angelegt hat, die viele nur von günstigen Systemen erwarten würden. In diesem Fall gibt es aber einen anderen Hintergrund als der Wunsch nach geringeren Kosten: Ungebremst verbraucht der Core i7-8700K sehr viel Strom. Mit dem künstlichen Deckel bei 95 Watt Package-Power nach wenigen Sekunden kommt das Kühlsystem im kompakten Tower-PC deutlich besser zurecht.

Den Lüfter im Testsystem einmal außen vor gelassen, bleibt der Corsair One damit auch im Jahr 2018 der schnellste kompakte Gaming-PC mit rund 12 Litern Volumen, dessen schlichtes und hochwertiges Gehäuse schon beim Aufbau begeistert. Die Kehrseite sind der hohe Preis, dass Anwender das System nicht selber warten und auch außerhalb der Garantie nur schwer aufrüsten können.

Das aktuelle Angebot an Corsair One
Corsair One Pro Corsair One Pro Corsair One Pro Plus Corsair One Elite
CPU Intel Core i7-7700K Intel Core i7-8700K
CPU-Kühlung AiO-Wakü
GPU Nvidia GeForce GTX 1080 Nvidia GeForce GTX 1080 Ti
GPU-Kühlung AiO-Wakü + Luft (VRM)
Mainboard Z270, Mini-ITX Z370, Mini-ITX
RAM 16 GB DDR4-2.400
(2 × 8 GB)
32 GB DDR4-2.400
(2 × 16 GB)
16 GB DDR4-2.666
(2 × 8 GB)
32 GB DDR4-2.666
(2 × 16 GB)
SSD/HDD 480 GB M.2 NVMe / 2 TB
Netzteil Corsair SF400, 400 Watt, SFX Corsair 500 Watt, SFX
Betriebssystem Windows 10 Home (64 Bit)
Garantie Zwei Jahre Pick-up and Return
Preis 2.449 Euro 2.649 Euro 2.799 Euro 2.999 Euro
fett = Modell im Test

Wer sich lieber selbst einen Gaming-PC zusammenstellen möchte, findet in der Community in der FAQ Der Ideale Gaming-PC: Spiele PC selbst zusammenstellen ständig aktualisierte Zusammenstellungen im Preisbereich von 450 bis 1.300 Euro. Ausführliche Informationen zu Wasserkühlungen für PCs lassen sich außerdem im entsprechenden ComputerBase-Artikel nachlesen.

Dieser Artikel war interessant, hilfreich oder beides? Die Redaktion freut sich über jede Unterstützung durch ComputerBase Pro und deaktivierte Werbeblocker. Mehr zum Thema Anzeigen auf ComputerBase.