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Im Test vor 15 Jahren: Mit dem Phenom II X4 945 und 955 BE an die Spitze

Robert McHardy
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Im Test vor 15 Jahren: Mit dem Phenom II X4 945 und 955 BE an die Spitze

Mit dem Phenom II X4 945 und 955 Black Edition (Test) veröffentlichte AMD die schnellsten CPU-Ableger auf dem Sockel AM3 mit DDR3-Unterstützung. Taktraten von 3,0 bzw. 3,2 GHz, eine verbesserte Software und attraktive Preise von unter 250 Euro machten dem Konkurrenten Intel Druck.

Dragon Update mit mehr Takt und DDR3

Mit dem sogenannten „Dragon Update“ brachte AMD den Phenom II X4 945 und 955 Black Edition auf den Markt. Die Taktraten von 3,0 respektive 3,2 GHz unterschieden sich nicht signifikant von dem älteren AM2-Prozessor Phenom II X4 940 Black Edition, dafür konnten die beiden neuen Modelle auf dem Sockel AM3 mit DDR3-Speicher zusammenarbeiten. Zudem veröffentlichte AMD eine neue Version der hauseigenen OverDrive-Software, die mit speziellen Profilen für den Arbeitsspeicher und einer Art Turbo-Modus für den Phenom die zusammen laut Hersteller bis zu 13 Prozent mehr Leistung bringen sollte.

Mit Intel Kopf an Kopf

In den Benchmarks machten der Phenom II X4 945 und 955 Black Edition eine sehr gute Figur. Über alle Tests hinweg war der Phenom II X4 955 Black Edition 3 respektive 6 Prozent langsamer als der Intel Core i7-920 bzw. Intel Core 2 Extreme QX9770. Beide dieser Prozessoren waren mit 250 respektive 1.200 Euro ein wenig oder sogar ein Vielfaches teurer als die AMD-CPU, die zum Marktstart knapp 230 Euro kostete. Wer auf weitere 3 Prozent Performance verzichten wollte, konnte mit dem Phenom II X4 945 zusätzliche 20 Euro sparen. Spezifisch für Spieler war die Leistung noch attraktiver: Der Phenom II X4 955 BE konnte hier den teureren Intel Core i7-920 um 5 Prozent hinter sich lassen.

Performancerating
Performancerating – Spiele
    • Core 2 QX9770, 3,20 GHz, DDR3-1600
      107,7
    • Core 2 Q9550, 2,83 GHz, DDR3-1333
      106,3
    • Core 2 Q9450, 2,66 GHz, DDR3-1333
      104,9
    • Core 2 E8600, 3,33 GHz, DDR3-1333
      104,8
    • Core i7-965 XE, 3,20 GHz, DDR3-1600
      104,0
    • Phenom II X4 955, 3,20 GHz, DDR3-1333, AMD 790FX
      104,0
    • Core 2 E8500, 3,16 GHz, DDR3-1333
      103,8
    • Core 2 QX6850, 3,00 GHz, DDR3-1333
      103,5
    • Core 2 E8400, 3,00 GHz, DDR3-1333
      102,6
    • Phenom II X4 945, 3,00 GHz, DDR3-1333, AMD 790FX
      102,0
    • Core i7-940, 2,93 GHz, DDR3-1066
      100,7
    • Phenom II X4 940, 3,00 GHz, DDR2-1066, AMD 790GX
      100,0
    • Phenom II X4 940, 3,00 GHz, DDR2-1066, AMD 790FX
      99,9
    • Core i7-920, 2,66 GHz, DDR3-1066
      99,4
    • Phenom II X4 920, 2,80 GHz, DDR2-1066, AMD 790GX
      97,5
    • Phenom II X4 810, 2,60 GHz, DDR3-1333, AMD 790FX
      96,4
    • Phenom II X4 940 @ 2,60 GHz, DDR2-1066, AMD 790FX
      95,4
    • Phenom II X4 810, 2,60 GHz, DDR2-1066, AMD 790FX
      95,2
    • Phenom II X4 940 @ 2,60 GHz, DDR2-1066, AMD 790GX
      95,0
    • Phenom II X4 805, 2,50 GHz, DDR3-1333, AMD 790FX
      94,7
    • Core 2 Q6600, 2,40 GHz, DDR3-1066
      94,0
    • Phenom X4 9950, 2,60 GHz, DDR2-1066
      92,0
    • Phenom X4 9850, 2,50 GHz, DDR2-800
      89,0
    • Core 2 E7200, 2,53 GHz, DDR3-1066
      85,8
    • Athlon 64 X2 6000+, 3,00 GHz, DDR2-750
      82,3
    • Athlon 64 X2 4850e, 2,50 GHz, DDR2-714
      66,5
Einheit: Prozent, Arithmetisches Mittel

In puncto Leistungsaufnahme fielen die Ergebnisse wie erwartet aus und die beiden AM3-Prozessoren ordneten sich auf einem Niveau mit den ähnlich schnellen CPUs von Intel ein. Nutzer, die gerne mehr Leistung hätten, stand bei den beiden Modellen die Möglichkeit offen, den Kerntakt relativ einfach über den offenen Multiplikator manuell zu steigern. Im Test konnte der Phenom II X4 955 BE so 3,7 GHz für einen Leistungszuwachs von etwa 13 Prozent erreichen.

Diagramme
Leistungsaufnahme – Komplettes System
  • Volllast:
    • Core 2 E7200, 2,53 GHz, DDR3-1066
      128
    • Athlon 64 X2 4850e, 2,50 GHz, DDR2-714
      134
    • Core 2 E8400, 3,00 GHz, DDR3-1333
      148
    • Core 2 E8500, 3,16 GHz, DDR3-1333
      150
    • Core 2 E8600, 3,33 GHz, DDR3-1333
      154
    • Athlon 64 X2 6000+, 3,00 GHz, DDR2-750
      171
    • Phenom II X4 805, 2,50 GHz, DDR3-1333, AMD 790FX
      180
    • Phenom II X4 810, 2,60 GHz, DDR3-1333, AMD 790FX
      183
    • Core 2 Q9450, 2,66 GHz, DDR3-1333
      203
    • Phenom II X4 920, 2,80 GHz, DDR2-1066, AMD 790GX
      204
    • Phenom II X4 940 @ 2,60 GHz, DDR2-1066, AMD 790GX
      204
    • Core 2 Q9550, 2,83 GHz, DDR3-1333
      206
    • Phenom II X4 940, 3,00 GHz, DDR2-1066, AMD 790GX
      212
    • Phenom II X4 810, 2,60 GHz, DDR2-1066, AMD 790FX
      216
    • Core 2 Q6600, 2,40 GHz, DDR3-1066
      223
    • Core 2 QX9770, 3,20 GHz, DDR3-1600
      225
    • Phenom II X4 940 @ 2,60 GHz, DDR2-1066, AMD 790FX
      227
    • Core i7-920, 2,66 GHz, DDR3-1066
      231
    • Phenom II X4 945, 3,00 GHz, DDR3-1333, AMD 790FX
      232
    • Phenom X4 9850, 2,50 GHz, DDR2-800
      234
    • Phenom II X4 940, 3,00 GHz, DDR2-1066, AMD 790FX
      234
    • Phenom X4 9950, 2,60 GHz, DDR2-1066
      235
    • Phenom II X4 955, 3,20 GHz, DDR3-1333, AMD 790FX
      238
    • Core 2 QX6850, 3,00 GHz, DDR3-1333
      239
    • Core i7-940, 2,93 GHz, DDR3-1066
      240
    • Core i7-965 XE, 3,20 GHz, DDR3-1600
      278
Einheit: Watt (W)

Nicht so gut sah es mit AMDs hoch angepriesener OverDrive-Software aus. Die im Test verwendete Version 3.0.1 Beta war voller Bugs und so praktisch unbenutzbar. Von den versprochenen zusätzlichen 13 Prozent Performance kam so nichts an. Daher konnte ComputerBase zum Testzeitpunkt nur die Hoffnung festhalten, dass AMD die Fehler der Betaversion bald ausmerzen würde.

Fazit

Mit 230 Euro war der Phenom II X4 955 BE ein Preis-Leistungs-Kracher. Vor der Konkurrenz von Intel musste er sich nicht verstecken und konnte in Spielen selbst den Core i7-920 hinter sich lassen. Der kleinere Phenom II X4 945 war zwar auch gut, aber aufgrund des geringen Preisunterschiedes weniger attraktiv. Insbesondere in Anbetracht der üblichen Preisentwicklung konnte der Phenom II X4 955 BE eine Empfehlung einheimsen – mit der Erwartung, dass der Preis relativ schnell auf 200 Euro fallen würde.

In der Kategorie „Im Test vor 15 Jahren“ wirft die Redaktion seit Juli 2017 jeden Samstag einen Blick in das Test-Archiv. Die letzten 20 Artikel, die in dieser Reihe erschienen sind, führen wir nachfolgend auf:

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