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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Eine Generation blickt in den Abgrund - Wer um die 30 ist, ...


perfekt!57
28.03.2006, 12:11
gehörte einer einst glücklichen Generation an, ..."

FAZ vom 28.3.06, also von heute. Und netterweise von der FAZ auch online-gestellt, wenn auch unter anderem Titel ("Sandwich-Generation klingt netter als Reformverlierer"). Was wir schon gelegentlich hörten jetzt nochmals expilzit ausgesprochen und recht gut zusammengefasst:

"Niemand hätte gedacht, daß die Glückskinder jener traumverlorenen Republik heute, in ihren besten Jahren, zu Reformverlierern mutieren würden - eine Vokabel, die für die zwischen 1960 und 1980 Geborenen freilich nur ungern verwandt wird. Wohl weil es frecher klingt, nennt man die von Alt und Jung gleichermaßen in die Zange Genommenen lieber „Sandwich-Generation ...

Die wirtschaftliche, demographische und soziale Lage - schwacher Arbeitsmarkt, sinkende Geburtenrate, steigende Lebenserwartung - haben zu einer Situation geführt, die mit aller Härte ihren Tribut fordert. Das ist jenen Politikern der siebziger bis neunziger Jahre zu verdanken, die um des kurzfristigen Wahlsiegs willen die langfristigen Herausforderungen ausgesessen haben - wissend, daß sie davon nie betroffen sein würden.


Wir haben verloren, was wir noch bezahlen müssen

Aber was wir wissen, ist, daß wir nichts mehr zu verlieren haben. Schlimmer noch: Wir haben schon verloren, was wir erst noch bezahlen müssen. Wir werden im Alter nicht nur deutlich weniger Geld vom Staat bekommen als die heutigen Rentner - in fünfundzwanzig Jahren dürfte jeder zweite Rentner kaum mehr als den heutigen Sozialhilfesatz erhalten, prophezeit der altgediente Mahner Meinhard Miegel. Zugleich werden wir steigende Rentenbeiträge zu bezahlen haben. Darüber hinaus sollen wir uns um die eigenen Kinder, die eigenen Eltern und die eigene private Vorsorge kümmern - wenn es dazu noch reicht. Was diese Generation die längste Zeit so gar nicht interessierte - Wirtschaftspolitik, soziale Sicherungssysteme, demographische Entwicklung -, ist nun gerade für sie existentiell geworden.
Aber damit umzugehen hat uns niemand gelehrt. Wer ein Schüler- und Studentenleben lang erzählt bekommt, alles sei gut und werde es auf immer auch bleiben, erschrickt nicht einmal angesichts geradezu gespenstischer Zahlen; etwa dieser: Während heute hundert Erwerbstätige vierundvierzig Rentner finanzieren, werden im Jahr 2050 auf hundert Arbeitende wohl achtundsiebzig Menschen im Rentenalter kommen. Früher wohnte ja sogar dem Gedanken, eine Zeitlang arbeitslos zu sein, eine gewisse Attraktivität inne, als hätte man bezahlten Langzeiturlaub nehmen dürfen. Denn die Furcht, je beim Sozialamt zu landen, kannten wir nicht. Heute wissen wir: Nichts ist unmöglich. Armut ist kein Exklusivphänomen mehr für bildungsferne Schichten und Schulverweigerer. Dennoch bleiben wir gelassen.


Wir brauchten keine Helden. Es ging uns doch gut

Warum aber bleibt jeglicher Protest in dieser Generation aus - immerhin zwanzig Millionen Betroffene? ...

Daß wir aber keinen Visionen folgten, versperrte uns den Blick in die Zukunft, genauer noch: Es fehlte uns ein Bewußtsein dafür, das eigene Leben als langfristig angelegten Plan zu betrachten. Wie also könnten wir reagieren auf Beschlüsse, die zwanzig Jahre zurückliegen - und wie auf Erkenntnisse, deren Auswirkung uns erst in dreißig Jahren mit angekündigter, aber eben nicht vorstellbarer Wucht treffen werden? Zumal ausgerechnet jetzt, in der Mitte unserer Existenz, das Leben so kompliziert geworden ist - mit neuen Verantwortungen und unerwarteten Verbindlichkeiten -, daß wir froh sind, uns einigermaßen erfolgreich von einem Tag zum nächsten durchzuhangeln.
Nun, da das Wort Planungssicherheit zur Utopie geworden ist, wird es unmöglich, einen Zeitraum von dreißig Jahren abzuschätzen. Und man muß weder Historiker sein noch Kenner der Science-fiction, um zu prophezeien, daß die Welt sich in diesem Zeitraum mehrmals neu erfinden wird - vielleicht ja nicht zum Guten, und vielleicht ist unsere Rente dann das geringste Problem. Auch ohne an das Jahr 2037 zu denken, sind wir umgeben von Drohkulissen - ob wir den Arbeitsplatz behalten werden, ob wir zugleich die Kinder vernünftig erziehen, ob wir uns die Vogelgrippe einfangen oder ob uns die Veränderung des Wetters nicht nur einen Strich durch den nächsten Urlaub, sondern vielleicht durch das halbe Leben macht. Und sollen wir nun unser Geld in eine Immobilie investieren, oder stehen schon heute viel zu viele Häuser leer?”

usw., usf..


In wie weit habt Ihr hier eigentlich das Problem schon längst erkannt und für Euch reagiert? Oder werdet das jetzt oder demnächst tun? Und wie?


Und auch: Interessant wie kurzfristig immer das Leben - und wie dumm man war: Mit 25 haben mich die Fragen eines ca. 32-jährigen, der ein ca. 3-jähriges Kind im Kiga hat, auch noch nicht interessiert: So was Blödes und Langweiliges - und noch so total weit weg(!). Eben 7 Jahre nur, und zwei, drei kleine Lebensentscheidungen später, solche, die bei jedem automatisch ablaufen (und genau das, kann man nicht wirklich diskutieren, meinen die Älteren sicher zu wissen) ... .

p.

http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~EF375CDAD70504CF58DCA45F46A13A068~ATpl~Ecommon~Scontent.html
.

Krebsnebelwesen
28.03.2006, 12:43
einigermaßen erfolgreich von einem Tag zum nächsten durchzuhangeln.

So läuft es zur Zeit, so wird es auch noch weiter laufen. Ich habe zum Glück einen einigermaßen sicheren Job beim öffentlich rechtlichen Rundfunk, keine Kinder, keine Verpflichtungen einer Partnerin gegenüber, meine Eltern sind noch fit, Rente, was ist das?

Werde dieses Jahr 30. Keine Vorsorgen getroffen, das Haus meiner Eltern als einzige Grundlage. Wir werden sehen...

FooFighter
28.03.2006, 12:51
Ich glaube bei den meisten ist noch nicht angekommen, wir ernst die Lage aussieht.

Irgendwo hoffen und glauben viele immer noch, d. sich diese Probleme von alleine lösen werden.

Außerdem, so muß ich zugeben, sind wir eine absolut verwöhnte Generation. Wenn ich mich in meinem Bekanntenkreis so umschaue, muß ich feststellen, d. viele um die 30 immer noch nicht auf eigenen Beinen stehen. Vielleicht sind unsere "Eltern" zu gut zu uns...

Justin_Sane
28.03.2006, 12:58
Warum reden alle von ''wir''!

Ich zähle mich auf jeden Fall nicht zu dieser ''Wir-Gruppe''!

Wer es dennoch will -> viel Spass damit!

PuppetMaster
28.03.2006, 13:20
Dazu fällt mir nur ein anderer Artikel der Netzeitung ein:

Die Debatte um die niedrigen Geburtenzahlen erscheint Bosbach wie eine «koordinierte Welle»: «Jeder lügt, wie er will – Hauptsache es klingt dramatisch.» Dabei gebe es «Leute, die alles dramatisieren wollen wie der FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher». Sie hätten sich «die schlimmsten Zahlen herausgepickt und sie aufgeblasen».
http://www.netzeitung.de/wirtschaft/wirtschaftspolitik/388781.html

Leon
28.03.2006, 15:05
Ich rechne mich auch nicht zu der "Wir"-Gruppe!. Es muss endlich mal aufgehört werde alles so furchtbar schwarz zu sehen.

Alles wird kaputt geredet. Gut, mag sein, dass ich zu positiv denke aber warum soll ich mich verrückt machen. Ich bin 28 Jahre, verheiratet und meine Frau und ich haben sichere Arbeitsplätze. Unsere Eltern haben beide eigene Häuser. Unsere Altersvorsorge ist somit auch unter Dach und Fach und Privat Vorgesorgt ist auch.

Alles wird Gut.

Wer weiss schon was in 20 Jahre ist. Ich lebe und genieße jetzt und sollte etwas schief gehen, wird auch ein Weg gefunden, da wieder raus zu kommen.

Relict
28.03.2006, 15:11
@Leon
Schön für Dich. Du hast gut reden.

Justin_Sane
28.03.2006, 15:12
Wahre Worte Leon...ich schliesse mich dir an!
Allerdings bin ich überzeugter Single...da kann ich NOCH entspannter in die Zukunft blicken (bezogen auf Verantwortung etc.)! ;)

//edit//
wie die meinungen auseinander gehen.... :D

Leon
28.03.2006, 15:27
@Leon
Schön für Dich. Du hast gut reden.

Was heißt "Du hast gut reden". Selbst wenn unsere Eltern keine Häuser hätten, würde ich positiv denken. Dann würde ich ein Haus bauen und so für das Alter vorsorgen.

Jeder hat es selber in der Hand, was er aus seinem Leben macht. Schicksalsschläge beleiben leider nicht aus und sind auch nicht vorhersehbar.

Finanziell bleibt immer ein Restrisiko, sich deswegen in jungen Jahren schon kaputt machen, ne, das ist es nicht wert.

-oSi-
28.03.2006, 15:49
Was heißt "Du hast gut reden". Selbst wenn unsere Eltern keine Häuser hätten, würde ich positiv denken. Dann würde ich ein Haus bauen und so für das Alter vorsorgen.
Zum Hausbau braucht man aber weiterhin Geld und einen Job.
Am Besten der Partner auch noch und die Jobs müssen dann auch noch relativ sicher sein.


Jeder hat es selber in der Hand, was er aus seinem Leben macht. Schicksalsschläge beleiben leider nicht aus und sind auch nicht vorhersehbar.

Finanziell bleibt immer ein Restrisiko, sich deswegen in jungen Jahren schon kaputt machen, ne, das ist es nicht wert.
Du sagst es.
Jeder hat es in seiner Hand.


Bin jetzt 29. Single und habe keine Kinder. Also recht unabhängig und flexibel.
Finanziell sorge ich seit meiner Lehre (man auch schon 12 Jahre rum ?) für meine Rente vor.
Monatl. geht was vom Verdienst ab.

Persönl. bin ich der festen Überzeugung, dass ich (mehr gesagt unsere Genaration) keine staatl. gesicherte Rente mehr bekommen wird.
Selbst wenn was kommt, dann sehr sehr wenig.
Das wird fürs (Über)leben nicht reichen...
Deswegen sorge ich schon seit Jahren selber vor.

Ein Bekannter sagte mir mal vor ca. 10 - 12 Jahren:
Meine Generation wird als Rente nur noch Essenmarken bekommen.
Auf dem Besten Weg dort hin sind wir ja schon...


-oSi-

Bokill
28.03.2006, 18:40
Nicht nur das (was ich auch schon mal so ähnlich bezeichnet habe), sondern einige Politnasen wollen sogar uns Erwachsenen um die 30 die Spielfreizeit versauern ... Stichwort "Killerspiele (http://www.orthy.de/modules.php?name=News&file=article&sid=1561)" [orthy.de].

Die Gee Nr 4 2006 (http://www.geemag.de/) hatte dazu ein Interview der Frau Antje Blumenthal:
...
Gee: Wenn man abstrakt betrachtet, sind das doch gerade die Qualifikationen [Ergänzung: ständig neue Strategien entwickeln], die man erwerben kann durch solche Spiele ... sich durchsetzen können. ...
Antje Blumental: Ein Rambo zu werden.

Gee: Ja. Unsere Wirtschaft findet das doch grossartig. Leute zu haben, die strategisch denken und sich durchsetzen können.
Antje Blumenthal: Nein, das ist ja genau das Falsche. Was wird denn erwartet heute in der Wirtschaft und der Gesellschaft? Da wird Teamfähigkeit und Mitarbeitzerführung erwartet. Das erwerben sie da nun überhaupt nicht.

Gee: Meim berüchtigten "Counter-Strike" müssen Team gebildet werden, die von einzelnen Teamführern angeleitet werden. Sie entwickeln gemeinsame Strategien, wie sie ein bestimmtes Szenario durchspielen können, sie müssen sich über Funk ständig abstimmen. Ich finde das ist eine hochgradige Sozialschulung ... Gee Nr. 4; 2006; Seite 38.

Tja und solche "Entscheider" bestimmen über "UNSERE" Belange. Verbote sind dann die Krönung von Bestimmmungen, wie unser Leben zu verlaufen hat. Ein Dialog kommt nicht zu Stande. Sie [Politgruppen vom Schlage einer Frau Antje Blumenthal] verstehen ja nicht mal unsere Belange.
Und sie verstricken sich in den eigenen Vorurteilen. In diesem Falle wird dem Spielen am Computer jegliche Fähigkeit abgesprochen darüber (alternativ) auch soziale Kompetenzen zu erwerben Teamfähigkeit und Mitarbeitzerführung. Und derartige Personen bestimmen derzeit unsere Fähigkeit Zukunft zu gestalten. Vom Slogan "Das Netz ist der Computer" scheint sie noch nie etwas gehört zu haben ... und seine innenenwohnende innovative Zugkraft.

Natürlich geht es auch um andere Medien, nicht nur der Computer ist die alleinige Lösung. Aber mit derartiger Verbotspolitik, wird ein Wirtschafts-(Technologie)Flurschaden angerichtet, darüber wird dann die Generation 30 und jünger noch so manches Eselei auszubaden haben.

MFG Bobo(2006)

--Sirius--
29.03.2006, 02:06
Dieser Artikel ist mal wieder ein schönes Beispiel für die allgemeine Panik-Mache nach dem Motto "Alles ist schlecht - Wir werden jämmerlich verrecken". Wenn wir heute in eine Situation wie 45 leben würden, dann könnte ich das ja verstehen aber heute ist Deutschland Exportweltmeister, einer der führenden Industrienationen und ein friedliches und sicheres Land.
Wenn man einmal das Leben vor 30 Jahren mit heute vergleicht hat sich erstaunlich wenig verändert, es gibt zwar für vieles andere Möglichkeiten aber die Strukturen sind die selben. Daher denke ich das das Leben in 30 auch nicht viel anders sein wird. Ich kann mich noch gut an mein Physik-Buch aus der Schule erinnern. Da war ein großes Bild mit der Überschrift "Werden wir so im Jahr 2000 leben?". Auf dem gezeichneten Bild sah man Schulkinder die mit Atemmasken durch ein Smog-verseuchte Stadt zur Schule gehen. Sowas find ich typisch für die Zukunftsangst.
Wenn ich heute lese "Ohje, die Renten sind nicht sicher." dann kann ich nur darüber lachen. Wenn ich in Rente geh wird sich vieleicht etwas verändert haben, aber ich werde sicherlich nicht verhungern. (Wenns wir keinen Krieg verlieren oder ähnliches passiert.)

Kommt Zeit, kommt Rat

bitfunker
29.03.2006, 07:54
Kennt ihr den Text hier noch?Für alle bis 1978 geborenen...

Genauso war das!

Wenn Sie nach 1978 geboren wurden, hat das hier nichts mit Ihnen zu tun...

Es ist zurückblickend kaum zu glauben, dass wir anderen so lange überleben konnten!
Lesen Sie den Text mal durch, regt echt zum Nachdenken an, ob unsere Welt noch richtig tickt.

Erstaunlich, dass wir überlebt haben ...

Als Kinder saßen wir in Autos ohne Sicherheitsgurte und ohne Airbags.

Unsere Bettchen waren angemalt in strahlenden Farben voller Blei und Cadmium.

Die Flaschen aus der Apotheke konnten wir ohne Schwierigkeiten öffnen, genauso wie die Flasche mit Bleichmittel.

Türen und Schränke waren eine ständige Bedrohung für unsere Fingerchen.

Auf dem Fahrrad trugen wir nie einen Helm.

Wir tranken Wasser aus Wasserhähnen und nicht aus Flaschen.

Wir bauten Wagen aus Seifenkisten und entdeckten während der ersten Fahrt den Hang hinunter, dass wir die Bremsen vergessen hatten. Damit kamen wir nach einigen Unfällen klar.

Wir verließen morgens das Haus zum Spielen. Wir blieben den ganzen Tag weg und mußten erst zu Hause sein, wenn die Straßenlaternen angingen.
Niemand wußte, wo wir waren und wir hatten nicht mal ein Handy dabei!

Wir haben uns geschnitten, brachen Knochen und Zähne und niemand wurde deswegen verklagt.
Es waren eben Unfälle. Niemand hatte Schuld außer wir selbst. Keiner fragte nach "Aufsichtspflicht". Können Sie sich noch an "Unfälle" erinnern? Wir kämpften und schlugen einander manchmal bunt und blau. Damit mußten wir leben, denn es interessierte den Erwachsenen nicht.

Wir aßen Kekse, Brot mit dick Butter, tranken sehr viel und wurden trotzdem nicht zu dick.

Wir tranken mit unseren Freunden aus einer Flasche und niemand starb an den Folgen.

Wir hatten nicht: Playstation, Nintendo 64, X-Box, Videospiele, 64 Fernsehkanäle, Filme auf Video, Surround-Sound, eigene Fernseher, Computer, Internet-Chat-Rooms. Wir hatten Freunde.

Wir gingen einfach raus und trafen sie auf der Straße. Oder wir marschierten einfach zu deren Heim und klingelten. Manchmal brauchten wir gar nicht klingeln und gingen einfach hinein. Ohne Termin und ohne Wissen unserer gegenseitigen Eltern. Keiner brachte uns und keiner holte uns... Wie war das nur möglich?

Wir dachten uns Spiele aus mit Holzstöcken und Tennisbällen. Außerdem aßen wir Würmer. Und die Prophezeiungen trafen nicht ein: Die Würmer lebten nicht in unseren Mägen für immer weiter und mit den Stöcken stachen wir nicht besonders viele Augen aus.

Beim Straßenfußball durfte nur mitmachen, wer gut war.
Wer nicht gut war, mußte lernen, mit Enttäuschungen klarzukommen.

Manche Schüler waren nicht so schlau wie andere. Sie rasselten durch Prüfungen und wiederholten Klassen. Das führte nicht zu emotionalen Elternabenden oder gar zur Änderung der Leistungsbewertung.

Unsere Taten hatten manchmal Konsequenzen.
Das war klar und keiner konnte sich verstecken. Wenn einer von uns gegen das Gesetz verstoßen hat, war klar, dass die Eltern ihn nicht aus dem Schlamassel heraushauen. Im Gegenteil: Sie waren der gleichen Meinung wie die Polizei! So etwas!

Es gab kein Internet und so mußten wir zur Bibliothek gehen und in seltsamen Dingern, die man Bücher nennt, stöbern.

Unsere Generation hat eine Fülle von innovativen Problemlösern und Erfindern mit Risikobereitschaft hervorgebracht. Wir hatten Freiheit, Mißerfolg, Erfolg und Verantwortung.
Mit alldem wußten wir umzugehen.

Und? Gehören Sie auch dazu?
Falls ja, herzlichen Glückwunsch!Auch eine Sichtweise, ne? ;)

Wintermute
29.03.2006, 08:17
Besser geht´s nicht. :D

Wer nicht kämpft, hat schon verloren. Und warum heißt´s "die gute, alte Zeit"? Weil der Mensch dazu neigt nachträglich vieles zu glorifizieren und das Schlechte zu vergessen. Man kann sich auch zwanghaft Ausreden suchen ...

-eraz-
29.03.2006, 08:36
@PuppetMaster
Es ist wirklich Interessant zu beobachten das sofort Leute kommen die sagen: "Alles blödsinn, alles nur Panikmache" Für mich hat das immer so den Beigeschmack nach "Scheuklappen" "die Tatsachen nicht sehen wollen". Lieber zurücklehnen, nichts tun und zu denken: "Ach alles halb so wild, das wird schon wieder" - weil es so einfach bequemer ist.
Aber es ist nunmal eine Tatsache das es bergab geht und das sich das auch nicht ändern wird wenn man das Problem nicht an der Wurzel packt und das heißt entberungen für uns alle!

@b-runner
Obwohl ich nach 1978 geboren bin erkenne ich die meisten Punkte bei mir selbst wieder, ich weiß zwar was du damit sagen willst, nur ist es halt so das die "Regeln" die im gegensatz zu deinem Text heute herrschen aus gutem Grund aufgestellt worden sind.
Bei (fast) jedem der Punkte aus deinem Text, kannst du davon ausgehen das sie irgendwann mal einem Kind zum Verhängnis geworden sind und deswegen hat Veränderung statt gefunden.

@Topic
Ich sorge selbst seit 5 Jahren mit einer Privat Rentenversicherung vor, ich bin 24 Jahre und kann bis zum Pensionsalter vermutlich gut davon leben. Meine Eltern haben ein Haus das vermutlich irgendwann mal mir gehört. Trotz alledem find ich nicht man sollte sich einfach zurücklehenen, sich denken: "Ach das wird schon" und so weitermachen wie bisher. Es muss sich einfach etwas ändern! Und zwar zuallererst in unseren Köpfen!

/edit
@NBB & Leon
So zu denke finde ich (offen gesagt) ein wenig engstirnig. Auch wenn ihr in Zukunft 10 Häuser besitzen solltet, könnt ihr 100%ig davon ausgehen das es euch nicht gut gehen wird wenn sich der Kurs so fortsetzen wird wie er es jetzt tut. Ich könnte auch sagen: "Ich bin Österreicher, was gehen mich die Probleme der Deutschen an". Aber ich weiß genau das wir alle voneinander abhängig sind und wenn es deinem Nachbarn nicht gut geht dann wird es dir auch nicht gut gehen, nicht in Emotionalter hinsicht, sondern in ganz Rationaler Wirtschaftlicher hinsicht.

bitfunker
29.03.2006, 09:22
Trotz alledem find ich nicht man sollte sich einfach zurücklehenen, sich denken: "Ach das wird schon" und so weitermachen wie bisher. Es muss sich einfach etwas ändern! Und zwar zuallererst in unseren Köpfen!Bleibt die Frage für mich: Was sollen wir denn sonst tun?
Wie seinerzeits die 68er unsere Autos mit Fingerfarben anmalen, Marcuse, Horkeimer und Adorno lesen und die Wirkung psychedelischer Drogen testen?
Oder wie unsere Nachbarn aus dem Lande des Baguettes und des Eiffelturms erst einmal ein paar Straßenzüge verwüsten?
Oder einen fast beliebigen Fanatismus, bevorzugter Weise religiöser Art, entwickeln und damit 60-80% der Weltbevölkerung zu unserem persönlichen Feind erklären?
Oder...?

Justin_Sane
29.03.2006, 09:30
@-eraz-

Ich habe doch kein Wort über meine angebliche mangelnde Sozialkompetenz verloren: Klar gehen mich die Probleme Dtd.'s was an...ich lebe ja schliesslich in diesem Staat und zahle Steuern und bin auch aus diesem Grund interessiert, dass es quasi allen besser geht, denn dann geht es mir auch mir besser...!! ;)

Nur lasse ich mich nicht (und das habe ich noch nie) in irgendwelche Schubladen stecken...deshalb definiere ich mich auch nicht als ''Wir''!

Wie gesagt....wer es will, kategorisiert zu werden, dem steht das frei! Nicht mehr und nicht weniger!

Jeder ist seines Glückes Schmied ... und da ist wahrhaftig was dran!

Tarkus
29.03.2006, 10:25
Ich bin mittlerweile 50 und fühle mich ebenfalls angesprochen. Wir gehören zu den geburtenstarken Jahrgängen und nach uns kam der sogenannte Pillenknick. Das heißt, mit meiner Generation werden mehr Menschen als je zuvor in Rente gehen und weniger als je zuvor werden uns folgen, um diese Rente zu finanzieren. Im Gegensatz zu unserer Nachfolgegeneration haben wir aber nicht mal mehr die Zeit, uns darauf einzustellen und selber vorzusorgen. Als es dazu noch früh genug gewesen wäre, hat man uns nämlich vorgegaukelt die Renten seien sicher.

Bitte nicht falsch verstehen! Ich sehe durchaus die steigende Tendenz der Problematik, also die Gefahr, dass es Jüngeren später noch schlechter gehen könnte, als unsereins. Ich möchte lediglich erwähnt haben, dass die derzeitige Situation kein spezielles Problem der mittleren Jahrgänge ist, sondern uns alle betrifft.

Das eigentliche Problem unserer Zeit hat unser Ex-Bundespräsident Richard von Weizsäcker vor einigen Monaten recht treffend beschrieben. Bis vor einigen Jahren stimmten die nationalen Grenzen mit den wirtschaftlichen Grenzen noch einigermaßen überein, so dass politisch noch regulierend auf die Wirtschaft Einfluss genommen werden konnte. Heute dagegen ist das anders. Sobald es einem Industrie-Unternehmen bei uns zu teuer wird, bezieht es seine Zulieferprodukte aus dem Ausland bzw. lässt letztlich selber dort produzieren. Wir müssen mit Ländern konkurrieren, in denen Sozialleistungen nahezu unbekannt sind. Selbst bei Jobs, die nur hier vor Ort ausgeübt werden können (z.B. Dienstleistungen) werden heimische Arbeitswillige durch Dumping-Löhne hauptsächlich osteuropäischer Pendler/Gäste unterhalb des Existenzminimums gnadenlos unterboten.

Ich denke, da hat unser Ex-Präsi ausnahmsweise mal gezeigt, dass in ihm dieselben Gene schlummern, wie in seinem philosophischen Bruder!?

perfekt!57
29.03.2006, 14:43
#5 Netzzeitung.

- Habe ich gelesen.
- Sehr gute Ergänzung diese Meinung.
- Kann man so sehen, und auch, dass
- dass das FAZ-Statement abrundet/balanciert;

wobei ich eh, wie mir dadurch auffiel, unausgesprochen vorraussetzte, dass wir alle

- die unterschiedlichen politischen Präferenzen von Zeitungen kennen
- und dahingehend nicht unreflektiert wären.

Ging mir also nicht darum Politik zu machen, sondern die Quelle so weit als möglich auf die Fakten reduziert gesehen haben zu wollen (Mit der einen auch allseits bekannten Einschränkung: Fakten und ihre Präsentation sind auch Meinung? Ja, klar doch).

Aber auch: Mit welchem praktischen Verhalten bin (nicht: wäre) ich mehr auf der sicheren Seite? Folge ich der FAZ? ("Starke Eigenvorsorge") Oder der Netzzeitung? ("Alles übertrieben, kommt nicht so schlimm")


Und ich bin immer noch unschlüssig, was zu tun (beides, klaro;) )

- selber vorsorgen, oder
- mit Luther sagen "lass fahren dahin".

Kuck: Sorge ich vor, werde ich später als überdurchschnittlich Leitungsfähiger erneut doppelt und dreifach an meiner Leistungsfähigkeit gemessen.

Und: Es gibt in letzter Konsequenz keine Flucht in die Eigenvorsorge; wenn der Staat vor die Hunde geht, gehen immer auch die Privatvermögen mit (Lies: W. Koeppen, Tauben im Gras) ( 1923, Inflation; 1945 Staatsbankrott).

Haue ich jetzt alles raus, bin ich später auch bedürftig und habe Anspruch auf Leistung: Kommt keiner und fragt danach, warum ich jedes Jahr für 3000,- Euro Urlaub gemacht habe, statt 30 Jahre lang eine Lebensversicherungspolice in derselben Höhe zu bedienen... . Echt nicht. Kommt keiner.

Und bleibt die Tatsache, dass heute schon (in 2003, um genau zu sein)

- die durchschnittliche Pension eines Beamten (in den alten Ländern) 2.620,- Euro/Monat beträgt,
- die durchschnittliche Rente jedoch nur 766,- Euro/monat

Die innergesellschaftliche Entsolidarisierung schreitet also lediglich noch schneller fort, wohl weil die, die an den Schalthebeln der Macht sind, weiterhin und ziemlich ungehemmt für sich selber schalten und walten. (und zwar sehr wohl überwiegend unreflektiert...)

Im Grunde pure Gier. Am Ende steht dann auch in dieser BRD am Ende der Volksaufstand. "Arbeiter gegen Lehrer"§. Oder so. (und man wäre blöde sich für die Arbeiter und "gegen die Lehrer" (etc.) einzusetzen, weil das bloß den Aufstand der Arbeiter zeitlich weiter verzögerte, nicht aber die Bürgerlichen änderte)

Kuck: Ich erinnere mich an Nietzsche, der wohl der Erste war, der klar ausgesprochen hat, dass in solchen Fällen Freiheit (intellektuelle und praktische) sein muss, die individuelle Freiheit zu haben (oder für sich zu entwickeln), sich frei entscheiden zu können, auf welcher Seite man stehen möchte

- auf der Seite derer, die noch stützen, oder
- auf der Seite derer, die schon stürzen,

was eh untergehen wird.

p.

Scan folgt. Mindestens Zweite Hälfte davon lesen: "West-Beamte erhielten 2003 durchschnittlich 2.620,- Euro/Monat Pension. Arbeiter 766,- Euro/Monat Rente. ... Derzeit gehen noch mehr als 50% der Beamte vorzeitig in Ruhestand. ...usw.". (Fragt man sich: "Was soll man da noch weiter mitmachen, in dem Staat?" Das/sowas auch noch stützen? Durch "Eigenvorsorge"? In vielen Momenten verstehe ich jeden Unternehmer, der mit seinem Betrieb ins Ausland abwandert.)

http://cgi.ebay.de/DER-KANON-Tauben-im-Gras-Wolfgang-Koeppen-TOP_W0QQitemZ8788456471QQcategoryZ7558QQrdZ1QQcmdZViewItem
.

muesler
29.03.2006, 15:07
Tja, ich bin mitten drin (35)... :freak
Vor 5 bis 10 Jahren hätte ich noch gesagt, ich bin total überversorgt (Lebensversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung, private Altersvorsorge mit Monatsgeld usw.), aber inzwischen bin ich mir nicht mehr so sicher, ob das alles später mal überhaupt reichen wird... Gut, ich krieg dann noch Betriebsrente (theoretisch), die ist aber auch net wirklich hoch (und wer weiss schon, was der Euro in ein paar Jahren noch wert ist)...
Alles in allem geht unser "schönes" Deutschland durch die Unfähigkeit einer kleinen Minderheit (damit meine ich hauptsächlich die Politiker mit ihren tollen Ideen) den Bach runter... Und wir müssen's ausbaden... :mad

platineye
30.03.2006, 08:17
Exportweltmeister schön und gut, das Probelm ist, dass man gar nicht so viel exportieren könnte, dass es reichen würde. Tatasach ist, dass in Deutschland wegen der fehlenden Kinder sehr wohl zukünftige Konsumenten fehlen werden, die die Binnenanchfrage sichern müssen. Viele verstehen nicht, dass das Land extrem viel Geld besitzt, dieses aber nicht ausgegeben wird. Und die Arbeitslosen sind kein Problem, das man bekämpfen kann. Selbst bei sehr harten Maßnahmen wird die AL-zahl nicht unter 4 Mio. fallen, daher werden die fehlenden Kinder sehr wohl ein ernstahftes Problem für die nahe Zukunft.

Tarkus
30.03.2006, 11:48
...Tatasach ist, dass in Deutschland wegen der fehlenden Kinder sehr wohl zukünftige Konsumenten fehlen werden, die die Binnenanchfrage sichern müssen...
So weit muss man gar nicht blicken. Man muss nämlich unterscheiden zwischen Nachfrage und Bedarf. Der Bedarf, diverse Güter anzuschaffen, ist durchaus vorhanden. Die Nachfrage fehlt aber dennoch, weil sich immer mehr Menschen immer weniger leisten können.

Nachwuchs gut und schön. Nur wem nützt dieser Nachwuchs, wenn der aus Arbeitslosen besteht? Die können nicht investieren und statt Sozialleistungen zu erbringen sind sie selber Empfänger, bzw. nicht mal das.

Man schaue sich doch mal um, welche Produkte tatsächlich noch aus dem Inland stammen! Autos? Nur zu einem kleinen Teil! Asiatische Marken waren zu Zeiten, als es noch gut lief, Exoten - heute prägen sie bereits das Straßenbild. Doch selbst einheimische Autos bestehen zu einem Großteil aus importierten Bauteilen. Selbst wenn der Zulieferer seinen Hauptsitz in Deutschland hat, steht der Fertigunsgbetrieb oft woanders.

Die Elektonik-Branche ist schon seit etlichen Jahren nicht mehr in deutscher Hand. Bei Röhren-Fernsehern standen zumindest noch deutsche Markennamen auf den Geräten, wogegen man diese bei Flachbild-Fernsehern schon suchen muss. HiFi-Geräte deutscher Hersteller sind schon weit länger aus den Regalen verschwunden.

Unser Problem ist, wie ich schon weiter oben erwähnte, dass wir nicht mit Ländern konkurrieren können, in denen eine für dortige Verhältnisse gut bezahlte Arbeitskraft weniger Einkommen hat, als bei uns das Existenzminimum beträgt. Durch die Globalisierung der Wirtschaft sind wir aber dieser Konkurrenz unvermeidbar ausgesetzt.

Man könnte zwar die Wirtschaft durch geeignete Maßnahmen ''renationalisieren''. Durch hohe Importzölle würden ausländische Waren somit weniger Verdrängungs-Chancen haben. Anderseits wären dadurch unsere dann wieder im Inland produzierten Güter für den Export zu teuer. Und den wiederum brauchen wir, um Rohstoffe, die wir nicht selber haben, einkaufen zu können.

Es wird also wohl so kommen, dass wir uns auch, was unsere Lebensqualität angeht, dem Weltmarkt anpassen werden (ob wir wollen oder nicht!). Und global gesehen liegt der Standard da verdammt niedrig!

Normalerweise neige auch ich eher zu der Einstellung ''Wird schon gut gehen.'' Doch allmählich zweifle ich immer mehr daran. Und ich bin stinksauer auf die Politiker-Generation, die es schon vor etlichen Jahren hätte erkennen müssen, um vielleicht noch rechtzeitig Gegenmaßnahmen einzuleiten. Ich hatte mich bereits zu Zeiten der EWG (heute EG) gefragt, wie es funktionieren soll, dass Länder mit unterschiedlichsten Einkommen-Niveaus einträglich miteinander Handel betreiben. Heute weiß ich, warum mir das Niemand beantworten konnte - es geht nämlich gar nicht!

muesler
30.03.2006, 12:58
Normalerweise neige auch ich eher zu der Einstellung ''Wird schon gut gehen.'' Doch allmählich zweifle ich immer mehr daran. Und ich bin stinksauer auf die Politiker-Generation, die es schon vor etlichen Jahren hätte erkennen müssen, um vielleicht noch rechtzeitig Gegenmaßnahmen einzuleiten. Ich hatte mich bereits zu Zeiten der EWG (heute EG) gefragt, wie es funktionieren soll, dass Länder mit unterschiedlichsten Einkommen-Niveaus einträglich miteinander Handel betreiben. Heute weiß ich, warum mir das Niemand beantworten konnte - es geht nämlich gar nicht!
Genau das meinte ich mit meinem Post... Wir sind die Verarschten; und das nur wegen diesem Sauhaufen im Bundestag bzw. Europaparlament... Allesamt kilometerweit von der Realität entfernt, aber alles bestimmen... :mad

platineye
30.03.2006, 13:00
So weit muss man gar nicht blicken. Man muss nämlich unterscheiden zwischen Nachfrage und Bedarf. Der Bedarf, diverse Güter anzuschaffen, ist durchaus vorhanden. Die Nachfrage fehlt aber dennoch, weil sich immer mehr Menschen immer weniger leisten können.


Tja, es ist aber eben ein Unterschied, ob man sich einen LCD kaufen will (oder eben noch ein paar Jahre wartet), oder ob man ein wachsendes Baby einkleiden sollte. ;) Und wie schon gesagt, viel Menschen können sich was leisten, tun es aber aus verschiedenen Gründen (wie Neid, Geiz, unsicherer Arbeitsplatz) nicht.

Nachwuchs gut und schön. Nur wem nützt dieser Nachwuchs, wenn der aus Arbeitslosen besteht? Die können nicht investieren und statt Sozialleistungen zu erbringen sind sie selber Empfänger, bzw. nicht mal das.

Die Nachrfrage wurde schon immer aus "neuen Konsumenten" generiert, das geht gar nicht anders. Man kann nicht jedem Menschen 10 Fernseher verkaufen. Aber 10 Leuten schon.


Es wird also wohl so kommen, dass wir uns auch, was unsere Lebensqualität angeht, dem Weltmarkt anpassen werden (ob wir wollen oder nicht!). Und global gesehen liegt der Standard da verdammt niedrig!

Ich hatte mich bereits zu Zeiten der EWG (heute EG) gefragt, wie es funktionieren soll, dass Länder mit unterschiedlichsten Einkommen-Niveaus einträglich miteinander Handel betreiben. Heute weiß ich, warum mir das Niemand beantworten konnte - es geht nämlich gar nicht!

Ich weiß nicht warum man dir nicht antworten konnte, wahrscheinlich waren die Leute zu faul, aber es gibt viele volkswirtschaftliche Grundlagen, denen man entnehmen könnte, warum Globalisierung doch nicht Untergang der Welt bedeutet (Stichwort: Ricardo, komparativer Vorteil als Einstieg). Allerdings gibt es einen Punkt, der gefährlich ist: der Abfluss von heimischem Know-how Richtung China und weiter. Aber es würde schon außerhalb der eigentlichen Diskussion liegen.

KL0k
30.03.2006, 13:11
ich will ja nicht schwarzmalen, aber wenn es sich in diesem land so weiter entwickelt wie es sich entwickelt sieht nicht nur diese generation in einen abgrund, sondern auch alle darauffolgenden bis zu der die grad mal in die grundschule wandern..
ich bin mir manchmal nicht sicher ob es gezielte desinformation, ignoranz oder bloße blindheit ist bei einigen, das sie es nicht sehen wollen oder können.
mir ist klar das ich kein optimist bin, eher realist mit hang zum pessimismus, weil mich die realität das im laufe der jahre gelehrt hat, aber ich komm mir im moment vor als wäre es die ruhe vor dem sturm.. ich kanns nichtmal in worte fassen.. wie bauern die spüren das in der nacht n sturm aufzieht...
an so etwas wie eine rente glaub ich mitlerweile schon nicht mehr.. geschweige denn von der chance auf ein geregeltes leben ohne das einem an jeder zweiten ecke die suppe versalzen will aus neid oder habgier.... oder von unseren verlogenen landesoberhäuptern die sich über jahrzehnte hinweg steuergelder schwarz einstrichen und sich mit fetten gehältern selbst bezahlen.. davon will ich gar nicht erst anfangen..
das gleichgewicht ist völlig aus den fugen geraten und es ist nur noch ne frage der zeit bis dieses kartenhaus aus sozialem netz, generationenvertrag, sicherheit und hohem lebensstandard zusammenfällt, ums mal metaphorisch auszudrücken.
wir leben doch jetzt schon fast in einer 3klassen gesellschaft. auf der einen seite die die es schnell genug erkannt haben und sich genug rücklagen verschaffen konnten, dann den mittelstand der so irgendwie über die runden kommt, und die untere schicht die gerne vergessen oder mit vorurteilen beladen wird um selbes zu erreichen..

ich schweif wahrscheinlich zu sehr ab, so dass einige vielleicht den eindruck der resignation rauslesen oder das für vollkommen offtopic halten..
das ding is einfach, mir wird regelrecht schlecht wenn ich an die zukunft denke - und ich glaub das hier ist grade der aus dem eröffnungspost entstandene "frustschiss"..

Tarkus
30.03.2006, 16:18
...es gibt viele volkswirtschaftliche Grundlagen, denen man entnehmen könnte, warum Globalisierung doch nicht Untergang der Welt bedeutet...
Stimmt! Es bedeutet nicht zwangsläufig Untergang der Welt (sofern es dadurch nicht zu kriegerischen Handlungen kommen sollte). Aber es bedeutet Untergang unseres deutschen Lebensstandards. Ich hätte kein Problem damit, mich einfach nur einschränken zu müssen (tu ich eh schon). Doch sobald die unabwendbaren Fixkosten bereits das Netto-Einkommen überschreiten, dann nützt das alles nichts mehr.

Papa Schlumpf
30.03.2006, 16:32
@b-runner

Mir fällt das hier noch zu Deinem guten langen Aufzählungsbeitrag ein, da auch ich mit 31 Jahren aus genau dieser Zeit stamme!
Als ich es gelesen habe standen mir fast die Tränen in den Augen...

Gefallener Engel:

Mit gebrochenen Flügeln
liegst du im Dreck.
Deine einst weisse Haut
ist grau und schmutzig geworden.
Dein strahlender Glanz
schon lange erloschen.

Trauer und Schmerz
haben ihre Krallen
tief in dein Gesicht gegraben.
Die Narben bieten ein gutes Versteck
für deine Schönheit.

Als selbst der glühende Hass in deinen Augen
der blinden Gleichgültigkeit wich,
dein stolzes Haupt gen Boden sank,
sah man dir an, du bist nur ein gefallener Engel,
vergessen von der Liebe und erschlagen von der Zeit...

Ich weiß nicht wie viele gefallene Engel es hier in unserer Gesellschaft gibt, wahrscheinlich ist es auch besser das ich es nicht weiß? Aber jeder da draussen auf den kalten Straßen unter Brücken in Bahnhöfen und U-Bahnen etc. ist einer zu viel... Das sollte man nie vergessen! Ich persönlich habe aber den Eindruck das es immer mehr werden. Es muß mehr passieren das diese und auch viele andere Menschen auch eine bessere Zukunft haben.

Ich greife den Slogan aus der TV-Werbung mal auf:

"Du bist Deutschland"

und brauche hier nur ein Wort zu ändern und schon sieht das ganze so aus...

"Wir sind Deutschland"

Warum nimmt man nur Prominente für den Spott und zeigt nicht mal die Wirklichkeit?
Nicht "Du" sondern "Wir" sind Deutschland. Das hätte mich persönlich eher angesprochen...
Schade da hätte man viel mehr draus machen können, als nur die zu zeigen denen es sowieso gut geht!

Findet Ihr nicht auch?

Man sollte echt eine gut geplante kostengünstige Gegenkampagne starten mit dem Slogan "Wir sind Deutschland" und mal sehen ich denke wenn man einen guten Clip drehen würde und den ins Internet erstmal stellt und das bekannt wird, werden die Medien sicherlich schnell darauf aufmerksam werden!

Schaut Euch nur "Grup Tekan" an, da war es doch ganz genauso. Ob der Song wenn man es überhaupt so nenen kann gut ist oder nicht, seih doch mal dahin gestellt. Aber was man hier erreicht hat ist doch klar, dieses Video hat sich verbreitet wie Sand am Meer und die Medien wurden auch darauf aufmerksam dann...

Wenn ich mich mit Videocameras auskennen würde also das nötige KnowHow hätte, würde ich bestimmt so ein kleines Projekt starten und ins Netz stellen. Ich wäre dabei, was zu tun. Viele schauen auch immer nur ins Ausland wenn da mal was passiert und es gibt hier voll die großen Spendenaktionen. Aber was ist mit unserer Gesellschaft die geht ebenso langsam aber sicher den Abgrund entgegen, die soziale Kälte wird zunehmend mehr. Gut man kann so einen Tsunami nicht dem jetzt hier direkt vergleichen, aber dennoch würde ich mich freuen wenn auch für unsere Generation und auch für die kommenden mal das Leben hier wieder einigermassen besser wird...

Wenn eine Gemeinde zum Beispiel bei Ebay eine LKW-Ladung Schnee für über 1200,-€ verticken kann und das sogar bei RTL in den 18.45 Uhr Nachrichten kommt, dann ist es nur eine Frage der Zeit bis eine gute Kampagne die Aufmerksamkeit der Presse bekommen würde.

Dann versteigert man bei Ebay noch Kistenweise schöne Aufkleber mit Internet-Adresse für 1,-€ das Stück plus Versandkosten auf dem steht "Wir sind Deutschland" oder stellt sich mit kleinen Ständen vor die WM-Stadien verkauft die CD mit dem "Wir sind Deutschland" Clip usw. für 1,-€ das Stück.

Weil jetzt Zeit wäre zu handeln, die WM wäre eine gute Möglichkeit dazu.

Man bräuchte halt nur ein wenig Kleingeld für sowas und dann gehts los...

Fazit: Leute ich mache mir ernsthaft Sorgen um die Zukunft unserer Gesellschaft, der Staat kann sicherlich nicht jedem helfen, aber was er tun kann ist endlich mal handeln in Bezug auf Arbeitsplätze schaffen und das Hand in Hand mit den ganzen Unternehmen, da muß einfach mehr passieren.

Wir können doch in Deutschland viel schaffen, schaut nur mal 61 Jahre zurück, nach diesem scheiss Krieg lag hier doch alles in Schutt und Asche aber dennoch gab es für uns eine Zukunft, das haben wir alles denen zu verdanken die damals Deutschland wieder aufgebaut haben.

Das könnten auch wir schaffen, allerdings muß der Staat hier mit machen, wir könnten was bewegen, da geht was, da bin ich von überzeugt!

th3o
30.03.2006, 16:56
ich bin genau 1980 geboren und habe keinerlei altersabsicherung ausser, dass monatlich ein geringer betrag auf ein sparkonto geht.
habe eine ausbildung gemacht und bin seitdem weiter zur schule resp. zur uni gegangen. finanziere mich teils durch nebenjobs (mal mehr mal weniger) und ansonsten habe ich einen mir wohl geneigten vater der mir die nötige freiheit läßt zu studieren was ich möchte und (noch) so lange ich möchte.
über die zukunft mache ich mir deshalb keine sorgen weil ich auch kein problem damit hätte mein leben mit sehr wenig geld und ohne grossartigem besitz (ein haus würde ich erst gar nicht haben wollen) zu verbringen. alles was ich brauche um glücklich zu werden liegt ohne weiteres in griffweite (bücher, bibliotheken, lehrinstitutionen) und dazu bedarf es keinerlei übertriebener geldmittel.
später werde ich lehren oder schreiben (was ich schon tue, aber noch nicht im grossen stil :D)

ich bin einer familie später bestimmt nicht abgeneigt, jedoch werde ich mich dafür nicht in die reihe derer einreihen die 10std am tag buckeln um "etwas bieten" zu können. das würde ich gar nicht einsehen. so ein opfer ist mir zu gross, nur um dann in der verwalteten und organisierten welt behaupten zu können dass man "was erreicht hat"... :freak

muesler
30.03.2006, 17:00
Es geht nicht darum am Ende sagen zu können "Ich hab was erreicht", sondern eher darum, am Ende überhaupt noch reden respektive leben zu können...

-oSi-
30.03.2006, 17:55
Schaut Euch nur "Grup Tekan" an, da war es doch ganz genauso. Ob der Song wenn man es überhaupt so nenen kann gut ist oder nicht, seih doch mal dahin gestellt. Aber was man hier erreicht hat ist doch klar, dieses Video hat sich verbreitet wie Sand am Meer und die Medien wurden auch darauf aufmerksam dann...
und

Wenn eine Gemeinde zum Beispiel bei Ebay eine LKW-Ladung Schnee für über 1200,-€ verticken kann und das sogar bei RTL in den 18.45 Uhr Nachrichten kommt, dann...
Da sage ich nur: Not macht erfinderisch. :D


Wir können doch in Deutschland viel schaffen, schaut nur mal 61 Jahre zurück, nach diesem scheiss Krieg lag hier doch alles in Schutt und Asche aber dennoch gab es für uns eine Zukunft, das haben wir alles denen zu verdanken die damals Deutschland wieder aufgebaut haben.
Damals war alles am Boden und musste aufgebaut werden. Das schafft Arbeitsplätze.


Kennt jemand das Auf und Ab der 3 K´s ? --> Konjunktur, Krise, Krieg
Wir befinden uns gerade in der Krise.
Ich will aber keine Schwarzmalerei betreiben. ;)

Meine Meinung dazu ist eigentlich:
Wer für seine Altersabsicherung vorsorgen kann, sollte es tun.
Und das so früh wie möglich.
Alle werden es nicht können, weil schlicht weg das Geld zum weglegen fehlt.
Aber wer kann, der sollte es machen.

Das Kind ist doch schon in den Brunnen gefallen.
Was wir (das Kind) noch machen können ist, die Innenwände des Brunnens zu tapezieren.
Denn raus kommen wir da nicht mehr.


-oSi-

perfekt!57
01.04.2006, 12:08
... die FAZ schreibt jetzt auch "von ein bißchen mehr Gelassenheit bitte":D

aber nur im Abspann hiervon

http://www.faz.net/s/Rub6B15D93102534C72B5CF6E7956148562/Doc~EF284D5D291C84BD3A759BDB81EDCA97D~ATpl~Ecommon~Scontent.html (http://www.faz.net/s/Rub6B15D93102534C72B5CF6E7956148562/Doc%7EEF284D5D291C84BD3A759BDB81EDCA97D%7EATpl%7EEcommon%7EScontent.html)

und zwar unter Überschreitung der Grenze von der Meldung zur Satire - allerdings ohne dies kenntlich zu machen. (Pfui FAZ:cool ) (... in dem man den Lebenslauf eines Säufers preist*g*)


(Und hat nicht viel mit der viel besser begründeten Gelassenheit, die woanders formuliert wurde, zu tun. S.o.. Ausdrücklich gesagt.)

p.



Mit dem kleinen Rechenschieber also: (... wird man 92 Jahre, s.u.)

"... man müßte sich eigentlich mehr mit der eigenen Altersversorgung beschäftigen.
http://www.faz.net/IN/INtemplates/faznet/img/leer.gif

Jeder zweite tut dies auch. Doch was kommt dabei heraus? Wenig - das mal traurige, mal verständnislose Kopfschütteln der Autoren muß man sich mitdenken -, herzlich wenig. Monatlich müßten pro Nase 345 Euro auf die hohe Kante, so lautet die Selbsteinschätzung der Sparer, hat die Victoria-Versicherung herausgefunden. Und wieviel sparen sie tatsächlich: 137 Euro im Durchschnitt. Und das, obwohl - wie die Axa versichert - jeder zweite Erwerbstätige für seinen Ruhestand einen geringeren Lebensstandard erwartet.

Ein Manko reiht sich an das andere

Das wenige, was sie sparen, legen die Deutschen auch noch falsch an. Zu vorsichtig, sagt die Fondsgesellschaft Fidelity. Zu wenige Aktien, sagt das Deutsche Aktieninstitut. Und so reiht sich in der Altersvorsorge ein Manko an das andere. Um ihre Mahnungen effektiver und wissenschaftlich fundiert unters Volk zu bringen, haben die Versicherer eigens das Deutsche Institut für Altersvorsorge ins Leben gerufen, bezahlt unter anderem von der Allianz. Sie hat außerdem den Vertrieb mit einem kleinen Rechenschieber bewaffnet, mit dem jeder seine statistische Lebenserwartung ermitteln kann. Ein heute dreißigjähriger Mann wird demnach älter als 87, eine Frau sogar rund 92 Jahre alt. Na dann wird es aber Zeit, etwas fürs Alter zurückzulegen, lautet die Botschaft der Vertriebsleute. ..."


(Mir ist klar, dass unterschiedliche Menschen diese o.ä. Fragen ganz anders (oder gar nicht berührt). Vor allem "eine Frage des biographischen Lebenspunktes": Wie bekannt wacht man ungefähr im Alter ca. 35 oft urplötzlich und ganz überrascht mit dem Erkentnissschock auf: "alles schon ungefähr halb vorbei". Und bis dahin schien das Leben noch ca. unendlich lange zu dauern. Daher sieht man es oft mit 28 noch ganz anders als dann mit 38... . Und keiner hat Recht.)

Bokill
01.04.2006, 12:54
das schöne dabei ist, dass auch derartig langfristige Geldanlagen nicht unbeding das halten müssen, was einstmal vor 50 Jahren versprochen wurde.

Wenn man bedenkt, dass Alle plötzlich doppelt und dreifach jetzt Geld in die Benken und Versicherungen tragen sollten (das fehlt dann dem Konsum), kommt das Problem, dass die Anleger sich Gedanken machen müssten wohin nun mit dem vielen herbeigetragenen Geld.

Die Geldmärkte nehmen gerne das Volumen auf und machen daraus auch gerne eine Scheinblüte (IT Aktiangeldblase in den 90igern).

Der Punkt ist, dass man mit derartigen kapitalisierten Geld nicht auf Mark und Heller seine Rentengeld ausrechnen kann. Das mussten auch schon viele Japanische Renter erfahren. Es wird wohl bei dem Mix bleiben, und die verarmten "Randgruppen" können sich derzeit nun mal keine private Absicherung leisten.

Was den späteren Rentenern bleibt ist längere Arbeit, und/oder Nebenjobs in der Rentenzeit, was den "positiven" Effekt hat, dass auch die Lebenszeit dadurch reduziert wird.
Geringere Lebenszeit -> geringere Auszahldauer für Renten.
Geringere Lebenszeit -> geringere Auszahldauer für Krankensystem.

An sich müsste der Staat nun auch bevorzugt Zigaretten und Alkoholkonsum fördern, weil eben damit die Lebenszeit deutlich reduziert werden kann. Da sollten Zigarettenautomaten nicht nur überall stehen (das tun die sowieso), sondern gleich daneben einen Automaten für Alkoholika ...

Am besten auch so in der Höhe angebracht, dass auch schon 8 Jährige den Automaten bedienen können. Derzeit ist der Geldschlitz ja in der Höhe so bemessen, dass "erst" 9-Jährige daran können. So wird übrigens in Deutschland sehr pragmatisch "Jugendschutz" betrieben.

Und wenn die Jugend nicht mehr so leistungsfähig ist, dann wird sich langfristig das Problem der "zu alten" Renter von alleine erledigen.

BlackSavage
01.04.2006, 23:06
Ich schließe mich absolut den Worten von Tarkus an, der mir aus der Seele spricht, auch wenn ich noch nicht in seine Altersklasse gehöre.

Ich finde es schlimm, wie in Deutschland oft geredet wird. Wir sind alle soweit, das wir gar nicht mehr groß über den eigenen Tellerrand schauen können.
Jeder sieht irgendwie nur noch zu, für sich am Besten "klarzukommen".
Wen interessiert schon der Nachbar?
Mir macht das ganze auch ein wenig Angst, weil die Tendenz ind er wir uns befinden in meinen Augen ganz schön nach unten zeigt. Egal wie "gut" es dem Einen oder Anderen mit seinem Haus und seiner Absicherung geht, wenn am Ende das ganze Lande vor die Hunde geht, nutzt einem das auch nicht mehr viel. Sicherlich sagen eine es sei Schwarzmalerei.
Aber wer sieht denn die Zukunft wirklich rosig?

Hier gab es einige in diesem Thread, die fantastische Beispiele genannt haben, denen man sich erstmal entgengesetzen sollte. Wer kann z.B. Tarkus' Argumente von der Hand weisen, und Gegenargumente bringen?

Mir selbst fehlen die Worte. Ich bin zu sehr davon betroffen, um objektiv argumentieren zu können. Aber eines sei gesagt: Der Spruch mit dem "Jeder ist seines Glückes Schmied", der passt heute nicht mehr.
Macht es euch nicht zu leicht damit. Sicherlich kann man ne Menge selber in die Hand nehmen. Aber es gibt Menschen unter uns, deren Schicksal schon besiegelt war, ehe man selbt in der Lage war etwas dagegen zu tun.

Mir gefällt auch der Post mit dem "Wir sind Deutschland". Ist das nicht viel ansprechender?
Aus der "ICH" Perspektive reden wir alle doch schon längst, und das auch ohne Slogan.
Das "Wir" Gefühl ist doch in Deutschland schon lange abhanden gekommen.
Meine Meinung!

value
25.04.2006, 14:23
Schade wie banal eigentlich die Lösung für solche Probleme sein kann.
Gute, private, finanzielle Vorsorge. Sei es versicherungstechnisch um sich gegen Berufsunfähigkeit zu schützen, genauso wie für Wohneigentum anzusparen und etwas für die Rente zur Seite zu legen.
Die monatlichen Fixkosten steigen damit rapide an, es macht keinen Spaß weil man einen guten Teil seines Geldes nie zu Gesicht bekommt, sondern direkt nach Eingang auch wieder vom Konto verschwindet, aber man muss sich keine Sorgen um die zukünftige Existenz machen.

Tarkus
25.04.2006, 20:19
@value: Dann sag mir bitte mal, wie man mit einem Gehalt, das schon jetzt kaum ausreicht, noch eine ''Gute, private, finanzielle Vorsorge'' betreiben soll!

value
26.04.2006, 10:36
Die Zinsen auf dein Geld sind immer gleich. Je mehr Geld drinnen ist, desto mehr gewinnst du bei den Zinsen. Recht einfaches System.

Als Faustregel solltest du einfach 10%-20% von deinem Nettogehalt zur Seite legen. Klar ist das oft schwer, aber Vermögen hat nicht wer viel verdient, sondern viel auf der Seite hat.
Es geht jetzt nicht darum panisch alles zur Seite zu schaffen, oder sich totzuversichern falls mal irgendwann irgendwo ein Floh hustet. Einfach nur, früh anzufangen ist so viel mehr Wert wie man denken möchte. Geld auf 25 Jahre veranlagt, auch wenn es nur 30€ im Monat sind entwickelt durch den Zinseszins so eine Dynamik, dass es sich auf jeden Fall nur lohnen kann.

Es gibt Berufsunfähigkeitsversicherungen um 12€ im Monat, je nach Alter, Beruf etc. natürlich.
Auch dein Arbeitgeber leistet eventuell einen Beitrag zur Vorsorge, einfach mal darauf ansprechen.

Ps.: Ich bin weder Banker noch Vermögensberater noch Versicherungsmakler ...

Tarkus
26.04.2006, 19:24
...Geld auf 25 Jahre veranlagt, auch wenn es nur 30€ im Monat sind entwickelt durch den Zinseszins so eine Dynamik, dass es sich auf jeden Fall nur lohnen kann...
Ohne genau nachgerechnet zu haben, würde ich mal sagen, dass aus den monatlichen 30 Euro in 25 Jahren knappe 20 Tausend Euro werden. Dieses ''Vermögen'' dürfte selbst bei sparsamer Lebensweise kaum ein Jahr lang reichen.

Daria
26.04.2006, 21:03
Um die 20.000€ Grenze zu knacken musst du schon mindestens 6% pro jahr an Rendite einfahren und das ist mit nem normalen Sparkonto schon nicht mehr drin. Und obendrauf lässt das die Inflation auch noch ausser acht...

Realistische Altersvorsorge mit 25 Jahren Laufzeit erfordet knappe 400 Euro im Monat...da kommen dann bei 4% Rendite am Ende ca. 280.000 Euro raus.

Spielkind
26.04.2006, 21:41
... Ich wollt's wissen. 30 Euro in 25 Jahren bei 2% Zinsen p.a. werden 11.684,07 Euro. Bei 3% Zinsen kommen 13.413,69 Euro zusammen. Wenn sich mein Excel net verrechnet hat.

Dope4you
26.04.2006, 23:00
Gute, private, finanzielle Vorsorge. Sei es versicherungstechnisch um sich gegen Berufsunfähigkeit zu schützen, genauso wie für Wohneigentum anzusparen und etwas für die Rente zur Seite zu legen.
Die monatlichen Fixkosten steigen damit rapide an, es macht keinen Spaß weil man einen guten Teil seines Geldes nie zu Gesicht bekommt, sondern direkt nach Eingang auch wieder vom Konto verschwindet, aber man muss sich keine Sorgen um die zukünftige Existenz machen.

OK, BU ist wichtig hier sollte man auch nicht zu sparsam sein sondern wirklich auf Nummer Sicher gehen (700-1000 Euo minimum Absicherung) Dann die restlichen Moneten in einen Vernünftigen Sparplan investieren (Hier beginnt aber dann bei vielen das Problem) Evtl. in einen Fond ansparen und hier von der langen Laufzeit profitieren (LV/RV usw. ist nicht so mein Ding 3% Provision von der Versicherungssumme gehen an den Vermittler und der Konzern greif auch nochmal ab) Nur wenn ich wirklich was aufbauen will dann muß ich mich auch informieren und auch die nötigen Mittel haben. Doch wo soll man bei den jetzigen Löhnen/Preisen noch Geld frei machen? 100-200 Euro würden minimum angespart werden müssen um wenigstens halbwegs noch was raus zu bekommen......