Passive VGA-Kühler im Test: Marktübersicht von A(erocool) bis Z(alman)

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Martin Eckardt
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Zalman ZM80D-HP


Lieferumfang
Auch der ZM80D-HP kann sich der ungeliebten, da sperrigen und kaum wieder verschließbaren Blisterverpackung nicht erwehren:

  • 2x Passivkühlkörper
  • 2x Heatpipes
  • 8x BGA-Speicherpassivblöcke
  • Montageblock je für ATI und nVidia
  • Diverses Befestigungsmaterial inkl. Schraubendreher
  • 3x Silikon-Wärmeleitpaste
  • Montageanleitung (Englisch, Koreanisch)
Zalman ZM80D-HP
Zalman ZM80D-HP

Technik und Daten

  • Maße Kühlkörper: 80 x 140 x 10 mm (Vorderseite) und 73 x 140 x 10 mm (Rückseite)
  • Material: eloxiertes Aluminium
  • 5-mm-Heatpipes aus Kupfer, goldbeschichtet
  • Gesamtgewicht: ca. 350 Gramm
  • Kühloberfläche: 1350 cm²
  • RAM-Kühler: Aluminium
  • RAM-Kühler Gewicht: 2,9 Gramm ( front ); 1,2 Gramm ( back )

Zalman, einstiger Platzhirsch im Passiv-VGA-Segment und für viele immer noch der Inbegriff einer ausgeklügelten Lautlos-Lösung, sieht sich nun einer ganzen Meute aufstrebender Kühlkonzepte gegenüber gestellt, die ihm die sonnige Position streitig machen. Und in der Tat scheinen die Vorzeichen für eine Wachablösung recht günstig zu stehen, vergleicht man allein die zierlich-schmalen Aluminiumkühlflächen des Koreaners mit den Monstern von BeQuiet, NorthQ und Thermaltake.

Zalman ZM80D-HP

Die Verarbeitung beim ZM80 mit blau eloxierter Leichtmetallstruktur und vergoldeten 5-Millimeter-Heatpipes ist gewohnt ausgezeichnet, jedoch fallen die im Vergleich zu den konkurrierenden Protagonisten sehr spitzen Lamellenkanten unschön auf. Dafür schmückt sich der Silent-Spezialist mit einem vollkommenen Lieferumfang: Nebst Schraubendreher und koreanisch-englischem Montage-Magazin erfreut sich der Käufer an acht BGA-Ramkühlern, die in ihren Dimensionen an die jeweilige Platinenposition angepasst daherkommen.

Nicht mehr ganz standesgemäß erscheint uns dagegen der sehr hohe Fummel-Faktor beim Montageakt. Unzählige kleine Schräubchen, Muttern, Ringe und "Nipple" wollen fach- und sachgerecht unter extensiver Wärmeleitpasten-Verwendung zusammengeführt werden. Da muss man trotz vorbildlich bebilderter, zeitweise aber etwas überladener Anleitung mindestens 25 bis 30 Minuten einplanen, bis der „Zali“ ordentlich sitzt.

Zalman ZM80D-HP

Besonders wackelig sind dabei die variierbaren Haltearme, welche vorder- wie rückseitig mit einem winzigen Schraube-Mutter-System in den Schienen der nVdia oder ATI spezifischen GPU-Teile auf die vorhandenen Platinenbohrungen ausgerichtet werden wollen. Tadellos dagegen die Isolierungen per Kunststofffolie am "schwebenden Heckteil" sowie per Gummi-Ringen an den Montagelöchern.

Weiterhin lobenswert mit Blick auf optimale Kühlleistungen erscheint der Heatipe-Einsatz: Da ein groß- und ein kleingeschwungenes Conductor-Rohr verwendet wird, kann eine effektivere Wärmeverteilung auf der Rückseite erwartet werden als bei den Modellen mit paralleler Pipe-Führung.

Zalman ZM80D-HP

Mit dem OP1 steht dem Zalman-Käufer noch eine Zusatzoption ins Haus: Wer sich für bessere Leistungsdaten nicht an ästhetischen Fehltritten stört, kann sich mit diesem weit überstehenden 80-mm-Ventilator seinen ZM80D-HP ventilieren oder ggf. eine ähnliche aktive Eigenkonstruktion in den oberen Längsrinnen fixieren. In Anbetracht des dann doch beachtlichen Set-Preises hält der Markt aber wesentlich attraktivere und effizientere Lösungen bereit. Dennoch wird eine Zusatzbelüftung herstellerseitig bei potenteren Grafikchips ab GeForce FX5800U angeraten.