Test: Logitech G51 (4/5)

5.1-Sound (nur) für Spieler?
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Klangeindrücke

Abermals sollen in diesem Test die persönlichen Eindrücke vom Klangcharakter des getesteten Soundsystems vermittelt werden. Dass dies niemals zu einhundert Prozent objektiv geschehen kann, sei vorweg gestellt; der geschilderte Klangeindruck spiegelt schließlich die Meinung des Testers wider. Er sollte nur als Empfehlung angesehen werden. Vorteilhaft ist es darüber hinaus in jedem Fall, sich die Lautsprecher stets selbst anzuhören, um ihren Klang mit den persönlichen Vorlieben abzugleichen.

Da jedoch nicht jeder die Zeit, das Geld oder die Muße hat, sich jedes interessante System selbst anzuhören, sollen in folgender Beurteilung auch Vergleiche mit bereits getesteten Boxensystemen, allen voran dem Teufel Concept E Magnum und dem Motiv 2, gezogen werden.

Musik

Gleich zu Beginn wird das Logitech G51 mit einem Metier frontiert, in dem es sich wohl nicht recht heimisch fühlt. Es ist immerhin ein Surroundsystem für Spieler und hat deswegen mit Musik eher peripher zu tun – oder? Leider ja, wie bereits der Einstieg in die Welt der ausgesuchten Musik-DVDs zeigt. So vermag beim Eagles-Klassiker „Hotel California“ von der verwendeten Live-DVD „Hell freezes over“ von Beginn an kein rechter Aha-Effekt eintreten, da die Gitarrengriffe nicht räumlich wirken. Der gesamte, wichtige Tonbereich für die Saiten wirkt ein wenig dünn, so als handele es sich um eine stark komprimierte Aufnahme. Der einsetzende Bass der Percussions erschreckt hingegen anfangs – in der Standardeinstellung ist dieser, für Musik, definitiv zu dominant. Nachregeln am Controlpod macht die Sache aber nicht unbedingt besser: Entweder bringt man den Bass bei Trommelschlägen auf ein normales Niveau und vermisst dann aber Tiefgang bei der Bassgitarre, oder der Eindruck beider Instrumente kehrt sich genau um.

Der erste Eindruck, der sich daher manifestiert, ist der von einem typisch „überbassenden“ System, also von PC-Lautsprechern, die die mangelnden Tieftonfähigkeiten des Subwoofers damit zu übertönen versuchen, dass höhere Tieftonfrequenzen (100 bis 200 Hz+) nicht nur vom Subwoofer mitgetragen, sondern von diesem auch besonders laut gegrummelt werden. Dies kann in Spielen durchaus Spaß machen, weil gerade in diesem Frequenzbereich Kanonenschüsse und Explosionen fallen und es so deftig scheppert. Beim Hören von Musik ergibt sich aber meist ein eher skeptischer Eindruck.

Nicht überall ist der Eindruck, den das Logitech G51 hinterlässt, jedoch so eindeutig wie bei den Eagles, deren Instrumentalschlachten sehr hohe Herausforderungen an die Lautsprecher stellen. „Abba“ klingt zuweilen recht passabel – der Gesang jedenfalls fällt zu erst nicht wirklich negativ auf und die poppige Begleitmusik wird noch gut wiedergeben. Bei einem Vergleich mit dem Motiv 2 – das hier nur einmal die Möglichkeiten von PC-Systemen vergleichend aufzeigen soll und keinesfalls als direkter Konkurrent zu verstehen ist – kann sich das G51 jedoch gleich wieder in die Ecke stellen. Es fällt sofort der unterpräsente Mitteltonbereich sowie das fehlende Volumen auf.

Ähnliches ergibt sich (mitunter noch stärker, da die Stücke von den männlichen Sängern leben) bei Queen, Xavier Naidoo oder Simply Red. Stets hat man den Drang, lauter zu drehen, weil sich das Gefühl einstellt, es müsse gleich losgehen und die Musik befände sich im Aufbau. Stets klingt leider aber auch das ganze Lied flach und ausdruckslos – bis auf den Subwoofer, der letztendlich dann doch mit wummern darf, weil es anders bei diesem System nicht sein soll.

Entwarnung gibt es hingegen bei den Satelliten: Obwohl die Form der Chassis geradezu an eine Turbine erinnert, von der man annehmen könne, sie blase nur in eine Richtung, strahlen die Satelliten keineswegs nur durch einen Kanal den Ton ab. Will heißen: Musik, Film und Spiel klingen relativ unabhängig von der Hörpostion gleich, der Abstrahlwinkel fällt also relativ groß aus – so zumindest der Höreindruck.

Filme und Spiele

Bei Filmen oder Spielen kommt mit dem Logitech G51 deutlich mehr Spaß auf als beim Hören von Musik. Hier darf es ruhig auch einmal knallen – vor allem in Computerspielen – und die Mitteltonschwäche fällt nur noch vergleichsweise leicht in Dialogen auf. Der Surround-Eindruck des Systems ist gut und weiß vor allem in Egoshootern zu überzeugen. Nichtsdestotrotz setzte sich auch bei den verwendeten Filmen der Subwoofer zu sehr in Szene. Da er dabei mangels fehlendem Tiefgang eher die falschen Frequenzen betonte und bei wirklich herausfordernden Szenen die Luft vermissen ließ, hat das G51 gegen Heimkinospezialisten aus dem Hause Teufel oder auch gegen Bassisten aus eigenem Hause das Nachsehen.

Summa summarum bleibt bei PC-Spielen noch der süßeste Nachgeschmack: Wer auf actionlastige Spiele steht, wird seinen Spaß am Logitech G51 haben. Wer nicht, der hat zumindest keine bedeutenden Nachteile. So fallen die vorhandenen und beschriebenen Schwächen nur mäßig beim Spielen auf, oder stören schlicht nicht. Im Gegenzug findet sich der Subwoofer endlich da wieder, wo er hinzugehören scheint: Dort wo es Bass gibt und Bass braucht. Wem das nicht zusagt, der ist womöglich ohnehin falsch mit einem Satelliten-Subwoofer-Gespann bedient.

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