Bericht: Was bringt GDDR5 auf der Radeon HD 4870? (7/7)

Speicherbandbreite gegen den Rest der Welt
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Fazit

Wovon genau kann die Radeon HD 4870 nun also profitieren und sich von der Radeon HD 4850 spürbar absetzen? Ist es primär die höhere Speicherbandbreite, oder zeichnet sich eher der höhere Chiptakt verantwortlich? Oder hilft beides gleich viel? Entwarnung vorweg: Auch der GDDR5-Speicher trägt seinen Teil dazu bei und wird sicherlich nicht dasselbe Debakel wie GDDR4 erleiden. Alleine schon deswegen, da der Speichertakt mit wenigstens 1.800 MHz immens in die Höhe geschraubt werden konnte, was mit GDDR4 nur bedingt oder gar nicht der Fall ist. Die Latenzen sind allerdings auch in diesem Fall deutlich gestiegen, der Speicher ist bei gleichem Takt deutlich langsamer als GDDR3.

Deswegen fällt trotz des großen theoretischen Unterschieds (993 MHz gegen 1.800 MHz, fast eine Verdoppelung) die Differenz zwischen den simulierten Grafikkarten nicht annähernd so groß aus, wie man vermuten könnte. Allerdings gilt es zu bedenken, dass das Verhalten durchaus an der RV770-Architektur liegen könnte. Schon der R600 konnte mit der hohen Speicherbandbreite nicht wirklich etwas anfangen und im RV770 hat man die Effizienz weiter verbessert. Wenn also die Speicherbandbreite schon auf einer Radeon HD 4850 zu einem Großteil ausreichend ist, nutzt natürlich der große Schub auf der Radeon HD 4870 nicht mehr viel.

GDDR3 vs. GDDR5
GDDR3 vs. GDDR5

In unserem Test arbeitet der GDDR5-Speicher bei gleicher Frequenz wie der GDDR3-Vorgänger um durchschnittlich 14 Prozent langsamer, unabhängig von der Qualitätseinstellung. Fairerweise muss man aber anmerken, dass man bei den niedrigen Taktraten den GDDR5-VRAM eigentlich mit besseren Timings ansteuern könnte. Die zusätzliche Speicherbandbreite gegenüber der Radeon HD 4850 bringt der Radeon HD 4870 einen Performancesprung von etwa vier bis elf Prozent, je nach dem verwendeten Anti-Aliasing-Modus. Vor allem bei acht-facher Kantenglättung kann die GPU die höhere Bandbreite gut gebrauchen.

Der eigentliche Champion der Radeon HD 4870 ist aber der um 125 MHz gesteigerte Chiptakt, der die Performance um bis zu 18 Prozent heben kann. Natürlich nutzt das einem nichts, wenn die GPU die Daten nicht schnell genug von einem Ort zum anderen schaufeln kann (Speicherbandbreite). Dementsprechend nutzten die 750 MHz Chiptakt nicht mehr annähernd so viel, wenn man den Speichertakt nicht mit anhebt. Beide Faktoren hängen also eng voneinander ab und es war in der Entwicklung entscheidend, dass die Architekten die richtige Balance zwischen Chip- und Speichergeschwindigkeit finden konnten. Man kann jedoch schlussfolgern, dass der GDDR5-Speicher auf der Radeon HD 4870 einen deutlich geringeren Einfluss auf die Endgeschwindigkeit als der GPU-Takt hat und dennoch wichtig ist, um dessen volles Potenzial ausspielen zu können.

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